44. Die Folgen, wenn man seine Pflicht eigenwillig tut

Von Xinxin, China

Im Juni 2020 wurde ich zur Kirchenleiterin gewählt. Anfangs suchte ich bei Problemen bei der Arbeit noch bewusst nach den Grundsätzen. Selbst wenn ich wusste, wie etwas zu tun war, bat ich meine Mitarbeiter um Rat und handelte erst, wenn wir uns einig waren. Nach einer Weile stellte ich jedoch fest, dass meine eigenen Vorschläge meist passender waren. Da ich außerdem schon früher als Leiterin und Mitarbeiterin tätig gewesen war, bekam ich das Gefühl, einige Grundsätze zu beherrschen, sowohl Menschen als auch Situationen richtig einschätzen sowie die Arbeit genauer organisieren zu können. Besonders als einmal die Evangeliumsarbeit keine guten Ergebnisse brachte und meine Arbeitspartnerin ratlos war, wie sie dies lösen sollte, schlug ich vor, alle an der Evangeliumsarbeit beteiligten Brüder und Schwestern zu versammeln. So konnten wir gemeinsam über die Schwierigkeiten Gemeinschaft halten und nach der Wahrheit suchen, um Lösungen dafür zu finden. Nach einiger Zeit konnte jeder Bruder und jede Schwester die eigenen Stärken bei der Pflichtausführung besser einbringen, und die Wirksamkeit der Evangeliumsarbeit steigerte sich erheblich. Unbewusst geriet ich in einen Zustand des Stolzes und der Selbstgefälligkeit und hatte das Gefühl, über Arbeitsvermögen zu verfügen und sowohl das Personal als auch die Kirchenarbeit gut leiten zu können.

Einige Monate später musste die Kirche einen Evangeliumsdiakon wählen. Vor der Wahl ging ich alle Personen in der Kirche durch und hielt Schwester Li Yang für am besten geeignet. Sie glaubte schon seit vielen Jahren, konnte entsagen und sich aufwenden und hatte einen scharfen Verstand. Sie war in der Vergangenheit auch an vielen Orten gewesen, um das Evangelium zu predigen, und hatte dabei einige Ergebnisse erzielt. Jetzt war sie gerade erst von auswärts zurückgekehrt und hatte bereits mehrere Menschen bekehrt, also dachte ich, sie sei als Evangeliumsdiakonin gut geeignet. Doch als ich mehrere Beurteilungen las, in denen es hieß, sie habe eine sehr arrogante Disposition, würde andere oft einschränken und die Begeisterung der Leute bei ihrer Pflichtausführung dämpfen, zögerte ich. Aber dann dachte ich: „Sie hat ein gutes Arbeitsvermögen und kann das Evangelium erfolgreich predigen. Selbst wenn sie tatsächlich diese Probleme hat, sollte es kein großes Problem sein, solange wir alle ihr helfen.“ Nachdem ich eine Weile darüber nachgedacht hatte, war ich am Ende immer noch der Meinung, dass Li Yang als Evangeliumsdiakonin geeignet war. Am nächsten Tag teilte ich meiner Arbeitspartnerin meine Ansichten mit. Sie erwiderte: „Li Yang schränkt andere stark ein. Es ist in Ordnung, wenn sie allein das Evangelium predigt, aber ich fürchte, sie wird die Evangeliumsarbeit stören, wenn sie Evangeliumsdiakonin wird. Wir müssen vorsichtig sein.“ Ich war nicht sehr erfreut, das von meiner Schwester zu hören. Ich dachte: „Du glaubst erst seit Kurzem an Gott, daher ist deine Sichtweise zu einseitig. Ich beurteile Menschen und Dinge genauer, es kann also nicht falsch sein, auf mich zu hören.“ Mit einem verächtlichen Gesichtsausdruck sagte ich zu ihr: „Bei der Wahl von Evangeliumsdiakonen ist das Wichtigste, ob die Person das Arbeitsvermögen und die Stärken zum Predigen des Evangeliums besitzt. Li Yang mag arrogant sein und dazu neigen, andere einzuschränken, aber sie hat Arbeitsvermögen und kann beim Predigen des Evangeliums Ergebnisse erzielen. Wir müssen lernen, Menschen entsprechend ihren Stärken und Fähigkeiten einzusetzen und uns nicht an ihren kleinen Problemen festzubeißen.“ Meine Arbeitspartnerin reagierte sehr resigniert, als sie das hörte, und äußerte sich nicht weiter.

Als ich als Nächstes mit den Brüdern und Schwestern über die Wahl Gemeinschaft hielt, sprach ich nicht über die Grundsätze für Wahlen, sondern betonte stattdessen absichtlich, dass derjenige gewählt werden sollte, der Arbeitsvermögen hat und seine Pflicht effektiv ausführt. Von meiner Gemeinschaft beeinflusst, stimmten die meisten Brüder und Schwestern für Li Yang als Evangeliumsdiakonin. Damals war ich ziemlich glücklich. Doch dann sagte meine obere Leiterin, nachdem sie Li Yangs Beurteilung gelesen hatte, dass Li Yang immer andere einschränke, ihre Begeisterung dämpfe, besonders arrogant sei und die Ratschläge ihrer Brüder und Schwestern nicht annehme. Sie als Evangeliumsdiakonin zu wählen, könnte daher leicht die Arbeit stören. Ich dachte: „Du kennst die Personalsituation der Kirche nicht. Wenn du die Maßstäbe so streng anlegst, dann finden wir nie jemanden Geeigneten. Außerdem ist Li Yang nicht völlig gegen die Vorschläge anderer. Als ich sie das letzte Mal zurechtgestutzt habe, hat sie es akzeptiert. Sie ist für die Rolle durchaus gut geeignet.“ Bei diesem Gedanken sagte ich schnell: „Li Yang kann Kritik und Zurechtstutzen annehmen, und ihre Evangeliumspredigt ist effektiv. Wir können ihr in Zukunft mehr bei ihrer arroganten Disposition helfen; sie kann diese Position trotzdem bewältigen. Außerdem gibt es in der Kirche im Moment niemanden, der besser geeignet ist als sie.“ Nachdem die Leiterin zugehört hatte, sagte sie resigniert: „Dann lass sie eine Weile praktizieren, wir werden sehen. Wenn du feststellst, dass sie Leute angreift und die Arbeit stört, dann entlasse sie sofort.“ Und so wurde Li Yang Evangeliumsdiakonin.

Kurz darauf sagte meine Arbeitspartnerin zu mir: „Ich hatte in letzter Zeit mit Li Yang zu tun und habe festgestellt, dass sie die Leute immer noch sehr stark einschränkt. Wenn Evangeliumsmitarbeiter Unzulänglichkeiten aufweisen, hilft sie ihnen nicht durch gemeinschaftlichen Austausch, sondern greift sie stattdessen an und sagt, sie seien nutzlos und machten zu langsam Fortschritte. Sie behauptet, sie erledige die ganze Arbeit allein und die Zusammenarbeit mit den Brüdern und Schwestern sei zu anstrengend, was alle in einen negativen Zustand versetzt.“ Ich nahm ihre Worte nicht ernst und dachte bei mir: „Jeder Mensch hat irgendeine Verdorbenheit. Solange Li Yang ihre Pflichten effektiv ausführen kann, ist das in Ordnung. Deine Erfahrung und Einsicht sind noch zu gering. Ich habe schon viele wie sie gesehen. Solange wir oft mit ihr Gemeinschaft halten und sie zurechtstutzen, kann sie dennoch ihre Arbeit tun.“ Also sagte ich zu meiner Arbeitspartnerin: „Wir sollten mehr auf ihre Stärken schauen. Sie ist arrogant, aber sie kann das Evangelium predigen. Wir müssen bei diesen kleinen Schwächen tolerant sein. Ich werde künftig mehr mit ihr Gemeinschaft halten.“ Nachdem ich ihre Einwände widerlegt hatte, sagte meine Arbeitspartnerin nichts mehr. Als ich später Li Yang traf, wollte ich ihre Probleme aufdecken und im Detail analysieren, aber kaum hatten wir uns getroffen, erzählte sie mir sofort, wie effektiv die Evangeliumsarbeit jetzt sei. Ich sah, dass sie bei ihrer Pflicht sehr viel Eigeninitiative zeigte, also sprach ich das Problem ihrer arroganten Disposition und der Einschränkung anderer nur kurz an und hielt mit ihr darüber Gemeinschaft, wie sie ihre Brüder und Schwestern richtig behandeln müsse. Sie hörte zu und sagte, sie sei bereit, sich zu ändern, also sagte ich nichts weiter. Später berichteten mehrere Schwestern nacheinander, dass Li Yang nicht nur keine echte Arbeit leistete, sondern auch nicht über die Wahrheit Gemeinschaft hielt, um Probleme zu lösen, wenn Brüder und Schwestern Schwierigkeiten hatten. Sie wurde sogar wütend, schimpfte und griff sie an, was die anderen in einen negativen Zustand versetzte. Infolgedessen ging die Wirksamkeit der Evangeliumsarbeit stark zurück. Ich dachte: „War es wirklich falsch von mir, darauf zu bestehen, sie als Diakonin auszuwählen? Da die Brüder und Schwestern es oftmals erwähnt haben, kann ich nicht länger an meinen Ansichten festhalten.“ Danach holte ich von allen eine Beurteilung über Li Yang ein. Ich sah, dass sie sich oft auf ihre mehrjährige Erfahrung in der Evangeliumspredigt stützte, um andere von oben herab zu beschimpfen und anzugreifen. Dies führte dazu, dass sie sich eingeschränkt fühlten, eine negative Einstellung bekamen und ihre Pflichten nicht normal tun konnten. Wenn andere ihre Probleme ansprachen, widersprach sie und verteidigte sich. Mehrere Leute hielten mit ihr Gemeinschaft, aber sie nahm sie nicht an. Als ich diese Beurteilungen las, war ich fassungslos. Ich hatte nicht erwartet, dass Li Yangs Probleme so schwerwiegend waren. Nach so vielen Jahren Arbeit hatte ich jemanden zur Diakonin ausgewählt, der nicht vom richtigen Schlag war, wodurch ich die Arbeit ins Chaos stürzte und Beschwerden unter den Brüdern und Schwestern verursachte. Es fiel mir schwer, dies alles wahrzuhaben. Anschließend wurde aufgrund von Li Yangs durchgängigem Verhalten festgestellt, dass sie als Evangeliumsdiakonin ungeeignet war, und sie wurde entlassen.

Nachdem Li Yang entlassen worden war, hatte ich ein seltsames Gefühl, und es war, als hätte man mir eine schallende Ohrfeige verpasst. Ich dachte an all die Male, als meine Arbeitspartnerin über Li Yangs Probleme gesprochen hatte, ich es aber nicht ernst genommen und dadurch der Kirchenarbeit schweren Schaden zugefügt hatte. Ich empfand tiefe Reue und Schuldgefühle und fragte mich: „Wie konnte ich bei der Auswahl von Li Yang einen so großen Fehler machen? Wie soll ich über dieses Versagen nachdenken und in welchen Aspekt der Wahrheit soll ich eintreten?“ Ich betete zu Gott und bat Ihn, mich zu erleuchten, damit ich mich selbst erkennen konnte. Ich las folgenden Abschnitt aus Gottes Worten: „Manche Menschen suchen nie nach der Wahrheit in ihren Pflichten. Sie handeln einfach nach ihren eigenen Ideen und Vorstellungen, und sie sind ständig willkürlich und rücksichtslos. Sie folgen dem Weg, auf dem man die Wahrheit praktiziert, überhaupt nicht. Was bedeutet es, ‚willkürlich und rücksichtslos‘ zu sein? Es bedeutet, so zu handeln, wie man es für richtig hält, wenn Probleme auftreten, ohne irgendeinen Prozess des Nachdenkens oder Suchens. Nichts, was irgendjemand anderes sagt, kann dein Herz anrühren oder deine Meinung ändern. Du weigerst dich sogar, die Wahrheit zu akzeptieren, wenn man mit dir Gemeinschaft darüber hält. Du hältst einfach an deinen eigenen Meinungen fest und weigerst dich zuzuhören, selbst wenn das, was andere Leute sagen, richtig ist, und glaubst, du selbst hättest recht, und klammerst dich an deine eigenen Vorstellungen. Selbst wenn deine Gedanken richtig sind, solltest du auch die Meinungen anderer Menschen in Erwägung ziehen. Ist es nicht extrem selbstgerecht, diese Meinungen überhaupt nicht in Betracht zu ziehen? Es ist für extrem selbstgerechte und eigensinnige Menschen nicht leicht, die Wahrheit zu akzeptieren. Angenommen, du tust etwas Falsches, und andere kritisieren dich und sagen: ‚Du handelst nicht gemäß der Wahrheit!‘, und du antwortest: ‚Selbst wenn ich es nicht tue, werde ich die Dinge trotzdem auf diese Weise tun‘, und dann gehst du hin und findest irgendeinen Grund, um sie denken zu lassen, dass das, was du tust, angemessen ist. Sie tadeln dich und sagen: ‚Deine Handlungen sind störend und werden der Arbeit der Kirche schaden‘, und du hörst nicht nur nicht zu, sondern argumentierst weiter: ‚Ich denke, das ist der richtige Weg, also werde ich die Dinge einfach so tun.‘ Was für eine Disposition wäre das? (Arroganz.) Es ist Arroganz. Eine arrogante Natur macht dich eigensinnig. Du hast eine arrogante Natur, also wirst du dich willkürlich und rücksichtslos verhalten und nicht darauf achten, was irgendjemand sagt(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Gottes Worte legten meinen Zustand exakt offen. Ich dachte, da ich seit vielen Jahren eine Leiterin war, einige Grundsätze beherrschte und bei meiner Arbeit gewisse Ergebnisse erzielt hatte, hatte ich das Gefühl, die Wahrheit zu verstehen und Menschen und Dinge klar beurteilen zu können. Deshalb vertraute ich voll und ganz auf mich selbst. Wenn etwas geschah, tat ich, was ich wollte, und hatte überhaupt kein suchendes Herz. Meine Arbeitspartnerin wies darauf hin, dass wir herausfinden müssten, ob Li Yang Buße getan und sich geändert hatte, was vollkommen den Grundsätzen entsprach, aber ich nahm es nicht an und bestand darauf, dass sie auf mich hörte. Während der Wahl betonte ich absichtlich meine eigenen Ansichten, um andere in die Irre zu führen. Nach der Wahl erinnerte mich meine obere Leiterin daran, dass Li Yang nicht geeignet sei, aber ich hielt arrogant an meinen eigenen Ansichten fest und fand Gründe, um die Leiterin zu widerlegen. Nachdem Li Yang Evangeliumsdiakonin geworden war, schränkte sie andere in allen Dingen ein. Als meine Arbeitspartnerin dieses Problem erneut ansprach, dachte ich immer noch nicht über mein Verhalten nach. Ich fand, sie habe zu wenig Erfahrung und Einsicht, und nahm ihre Worte nicht ernst. Ich sagte sogar, es sei normal für Menschen mit Verstand und Kaliber, ein wenig arrogant zu sein. Ich nutzte dies als Vorwand, um Li Yang zu schützen und ihr Handeln zu dulden. Stur hielt ich an meinen eigenen Ansichten fest. Ich achtete nicht darauf, ob sie echte Arbeit leistete oder Störungen und Unterbrechungen verursachte, was dazu führte, dass sich jeder bei seinen Pflichten von ihr eingeschränkt fühlte, wodurch die Evangeliumsarbeit ernsthaft behindert wurde. Ich war so arrogant, selbstgerecht und rücksichtslos. Konnte man da überhaupt noch von Pflichtausführung sprechen? Ich unterbrach und störte die Kirchenarbeit, tat Böses und widersetzte mich Gott, was Gott verabscheut und hasst. Als ich das erkannte, überkam mich Furcht, also betete ich schnell zu Gott, um Buße zu tun. Ich sagte, ich wolle meinen falschen Zustand und meine falschen Ansichten ändern und die Grundsätze für die Auswahl von Menschen suchen.

Bei meiner Suche las ich in den „170 Prinzipien des Praktizierens der Wahrheit“ den Grundsatz 63: „Die Grundsätze für die Wahl von Leitern und Mitarbeitern“. Darin heißt es: „Nicht alle mit arroganter Disposition sollten über einen Kamm geschoren werden. Wenn jemand in der Lage ist, die Wahrheit zu akzeptieren und echte Arbeit zu leisten, kann er gewählt werden.“ Ich sah, dass auch Menschen mit arroganten Dispositionen ausgewählt werden können, aber es gibt eine Voraussetzung: Sie müssen in der Lage sein, die Wahrheit anzunehmen und echte Arbeit zu leisten. Li Yang besaß zwar Verstand und Kaliber und war gut im Predigen des Evangeliums, aber ihre Disposition war äußerst arrogant. Sie schaute auf andere herab, nur weil sie mehr Erfahrung im Predigen des Evangeliums hatte als sie. Wenn andere ihre Probleme ansprachen, nahm sie es weder an noch dachte sie über sich nach; stattdessen versuchte sie, zu widersprechen und sich zu rechtfertigen. Selbst wenn sie es äußerlich manchmal akzeptierte, änderte sie sich danach überhaupt nicht. Sie war niemand, der die Wahrheit annahm. Sie neigte auch dazu, ihren Status zu nutzen, um Brüder und Schwestern einzuschränken und anzugreifen, was dazu führte, dass sie in einem negativen Zustand lebten, was die Evangeliumsarbeit ernsthaft beeinträchtigte. Menschen wie sie – diejenigen, die keine echte Arbeit leisten können und die Arbeit sogar stören und unterbrechen – sind für solche Aufgaben ungeeignet und können nicht als Evangeliumsdiakone ausgewählt werden, selbst wenn sie talentiert sind. Außerdem hatte ich bei der Auswahl von Li Yang eine falsche Sichtweise. Ich dachte, solange jemand Erfahrung hat und beim Predigen des Evangeliums effektiv ist, könnte er als Evangeliumsdiakon gewählt werden, aber das war ausschließlich meine eigene Auffassung und Vorstellung. Dass Li Yang durch das Predigen des Evangeliums neue Gläubige gewinnen konnte, bedeutete nur, dass sie gut im Predigen des Evangeliums war, nicht, dass sie gut geeignet war, die Evangeliumsarbeit zu leiten. Egal wie viel Erfahrung sie beim Predigen hatte, wenn sie eine schlechte Menschlichkeit besaß, andere aufgrund ihrer satanischen Dispositionen einschränkte und angriff und das Zurechtstutzen nicht akzeptierte, dann wäre es problematisch. Eine solche Person einzusetzen, konnte die Arbeit der Kirche nur unterbrechen und stören. Wenn ein Problem aufkam, suchte ich nicht nach der Wahrheit. Ich beurteilte Menschen und Dinge aufgrund meiner eigenen Auffassungen und Vorstellungen. Was hatte das noch mit Glauben an Gott zu tun? Als ich darüber nachdachte, empfand ich tief in meinem Herzen Traurigkeit. Ich betete zu Gott und sagte, ich wolle die Wahrheitsgrundsätze suchen und nicht länger willkürlich nach meinem eigenen Willen handeln.

Obwohl ich den Wunsch hatte, mich zu ändern, war mein eigener Wille immer noch zu stark, sodass ich kurz darauf wieder in meine alten Fehler verfiel. Eines Tages informierte sich meine obere Leiterin über unsere Arbeit und sah, dass Schwester Xu Jie, die für die Textarbeit verantwortlich war, ein schlechtes Kaliber hatte. Sie war lange gefördert worden, zeigte aber kein offensichtliches Wachstum und leistete keine effektive Arbeit. Meine Leiterin schlug vor, dass ich schnell jemanden mit besserem Kaliber und besserer Einsicht zur Förderung finden sollte, und sagte, es spiele keine Rolle, ob sich die Person erst seit Kurzem darin übe. Ich dachte: „Obwohl Xu Jie kein gutes Kaliber hat, erfüllt sie diese Pflicht schon lange und kann eine Last tragen, also ist sie besser als jeder, der bei dieser Arbeit neu anfängt. Die Neuen beherrschen die Grundsätze nicht und haben keine Arbeitserfahrung, daher würde es Zeit brauchen, sie zu fördern. Im Vergleich dazu ist Xu Jie immer noch besser für die Rolle geeignet. Ihre Arbeit ist in letzter Zeit vielleicht nur deshalb nicht effektiv, weil sie in einem schlechten Zustand ist. Sobald sie ihren Zustand neu ausrichtet, sollten sich ihre Ergebnisse von selbst verbessern.“ Also wies ich Xu Jie keine neue Pflicht zu. Nach einer Weile schickte die Leiterin einen weiteren Brief, in dem sie mich bat, Xu Jie neu einzuteilen, und dafür Schwester Xin Yu empfahl. Sie sagte, Xin Yu habe ein gutes Kaliber und gute Schreibfähigkeiten, habe in der Vergangenheit bereits Textarbeit geleistet und sei es wert, gefördert zu werden. Ich sah, dass Xin Yu erst seit Kurzem an Gott glaubte und wenig Erfahrung hatte, also bezweifelte ich, dass sie die Arbeit wirklich bewältigen konnte. Vor diesem Hintergrund bestand ich darauf, Xu Jie zu behalten, und förderte Xin Yu nicht. Erst am Ende des Monats stellte ich fest, dass die Textarbeit fast zum Stillstand gekommen war. Meine Leiterin stutzte mich zurecht und sagte, ich würde zu sehr auf meinen Ansichten beharren; sie habe zweimal vorgeschlagen, Xu Jie neu zuzuweisen und Xin Yu zu fördern, aber ich hätte es nicht getan und dadurch die Textarbeit ernsthaft behindert. Das zu hören, tat mir im Herzen weh. Meine Leiterin hatte mich zweimal daran erinnert, dass Xu Jie ein schlechtes Kaliber hatte und zur Förderung ungeeignet war. Warum konnte ich es nicht akzeptieren? Warum bestand ich immer darauf, Personal nach meinem eigenen Willen einzusetzen? Angesichts des enormen Schadens, der der Arbeit entstanden war, empfand ich tiefe Reue, also betete ich zu Gott und bat Ihn, mich zu erleuchten und zu führen, damit ich über meine Probleme nachdenken konnte.

Später las ich einige Worte Gottes: „Du dienst Gott mit deinem natürlichen Charakter und gemäß deinen persönlichen Vorlieben. Hinzu kommt, dass du immer glaubst, die Dinge, die du bereit bist zu tun, seien das, was Gott erfreut, und die Dinge, die du nicht tun willst, seien das, was Gott verabscheut; du arbeitest ganz nach deinen eigenen Vorlieben. Kann man das Dienst an Gott nennen? Letztendlich wird es nicht die geringste Veränderung in deiner Lebensdisposition geben; stattdessen wird dein Dienst dich noch eigensinniger machen und so deine verdorbene Disposition tief in dir verankern. So bilden sich in dir Regeln für den Dienst an Gott, die hauptsächlich auf deinem eigenen Charakter beruhen und auf Erfahrungen, abgeleitet aus deinem Dienst in Übereinstimmung mit deiner eigenen Disposition. Dies sind die Erfahrungen und Lehren des Menschen. Es ist des Menschen Philosophie für weltliche Belange. Solche Menschen können als Pharisäer und religiöse Amtsträger eingestuft werden. Wenn sie nie aufwachen und Buße tun, dann werden sie sicher zu den falschen Christussen werden und zu den Antichristen, die die Menschen in den letzten Tagen in die Irre führen. Die falschen Christusse und die Antichristen, von denen gesprochen wurde, werden aus solchen Menschen hervorgehen. Wenn diejenigen, die Gott dienen, ihrem eigenen Charakter folgen und nach ihrem eigenen Willen handeln, laufen sie Gefahr, jederzeit ausgemustert zu werden. Diejenigen, die ihre langjährige Erfahrung im Dienst Gottes einsetzen, um die Herzen anderer zu gewinnen, sie zu belehren und einzuschränken und hoch oben zu stehen – und die nie Buße tun, nie ihre Sünden beichten, nie die Vorteile von Status aufgeben –, diese Menschen werden vor Gott stürzen. Sie sind von der gleichen Art wie Paulus, sie nutzen ihre lange Dienstzeit aus und protzen mit ihren Qualifikationen. Gott wird solche Menschen nicht perfektionieren. Ein solcher Dienst unterbricht das Werk Gottes. Die Menschen klammern sich immer an das Alte. Sie klammern sich an die Auffassungen der Vergangenheit, an alles aus alten Zeiten. Das ist ein großes Hindernis für ihren Dienst. Wenn du diese Dinge nicht abschütteln kannst, werden sie dein ganzes Leben erdrosseln. Gott wird dich nicht gutheißen, nicht im Geringsten, nicht einmal dann, wenn du dir die Beine brichst vor lauter Rennen oder deinen Rücken vor lauter Arbeit, nicht einmal, wenn du in deinem Dienst an Gott den Märtyrertod erleidest. Ganz im Gegenteil: Er wird sagen, dass du ein Übeltäter bist(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Der religiöse Dienst muss abgeschafft werden). „Wenn jemand die Wahrheit nicht liebt und immer wieder nach seinem eigenen Willen handelt, dann wird er Gott immer wieder kränken. Er wird ihn verschmähen und ihn ins Abseits stellen. Was so ein Mensch tut, wird von Gott oft nicht anerkannt, und wenn er keine Reue empfindet, ist die Strafe nicht weit(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Als ich über Gottes Worte nachdachte, bekam ich es ein wenig mit der Angst zu tun. Ich dachte, da ich meine Pflicht schon lange tat und einige Erfahrung gesammelt hatte, bedeutete das, dass ich die Wahrheit verstand. Also hielt ich an meinen eigenen Auffassungen fest und praktizierte sie, als wären sie die Wahrheit, und betrachtete meine Arbeitserfahrung als mein Kapital. Infolgedessen wurde ich immer arroganter. Wenn ein Problem aufkam, hatte ich in meinem Herzen keinen Platz für Gott – ich suchte nicht nach den Wahrheitsgrundsätzen, ich nahm keine Vorschläge von anderen an und tat stur, was ich wollte. All dies verursachte der Arbeit der Kirche Schaden. Endlich verstand ich, dass Arbeitserfahrung nicht bedeutet, dass ich die Wahrheit verstehe und Realitäten besitze. Indem ich nicht nach der Wahrheit strebe und aus meiner eigenen Erfahrung und meinem eigenen Willen handle, kann ich die Arbeit der Kirche nur stören und unterbrechen. Im Hause Gottes herrscht die Wahrheit, und die Wahrheit ist das Kriterium für das Handeln der Menschen, doch ich setzte immer noch meine eigene Arbeitserfahrung und meinen eigenen Willen mit der Wahrheit gleich. Inwiefern war das ein Glaube an Gott? Das war ein Glaube an mich selbst! Ich dachte daran, wie die aus der Kirche ausgeschlossenen Antichristen alle arrogant, eingebildet und eigenmächtig waren. Bei ihren Pflichten ignorierten sie die Grundsätze von Gottes Haus und handelten rücksichtslos, und egal, wie andere sie erinnerten oder zurechtstutzten, taten sie niemals Buße. Am Ende störten sie die Arbeit der Kirche schwerwiegend und wurden infolgedessen ausgeschlossen und ausgemustert. Hatte ich nicht dieselbe Disposition wie diese Antichristen? Aber ja! Ich war ja tatsächlich auf dem Weg eines Antichristen! Ich empfand tiefe Reue und hatte starke Schuldgefühle und hasste mich dafür, so arrogant und selbstgerecht zu sein.

Später stieß ich auf einen weiteren Abschnitt aus Gottes Worten und lernte, wie ich praktizieren sollte. Gottes Worte sagen: „Wenn andere unterschiedliche Meinungen vorbringen, wie solltest du praktizieren, damit du nicht willkürlich oder rücksichtslos handelst? Du musst zuerst demütig sein, beiseitelegen, was du für richtig hältst, und jeden Gemeinschaft halten lassen. Selbst wenn du glaubst, dass du recht hast, solltest du nicht auf deinen eigenen Ansichten beharren. Das ist Fortschritt. Es zeigt eine Haltung des Suchens nach der Wahrheit und eine Haltung, sich selbst zu verleugnen und Gottes Absichten zufriedenzustellen. Sobald du diese Haltung hast und dich gleichzeitig nicht nach deinen eigenen Meinungen richtest, solltest du beten, die Wahrheit von Gott suchen und dann nach einer Grundlage in Gottes Worten suchen und entscheiden, wie du auf der Grundlage von Gottes Worten handelst. Dies ist die geeignetste und genaueste Art zu praktizieren. Wenn die Menschen nach der Wahrheit suchen und ein Problem zur Sprache bringen, damit alle darüber Gemeinschaft halten und suchen, genau dann sorgt der Heilige Geist für Erleuchtung. Gott erleuchtet Menschen nach den Grundsätzen – Er bewertet deine Einstellung. Wenn du stur auf deinem Standpunkt beharrst, gleichgültig, ob deine Sichtweisen richtig oder falsch sind, wird Gott Sein Antlitz vor dir verbergen und dich ignorieren. Er wird dich in eine Sackgasse führen, um dich zu enthüllen und deine Hässlichkeit aufzudecken. Wenn du dagegen eine richtige Einstellung hast – du weder auf deinen eigenen Ansichten beharrst noch selbstgerecht bist, willkürlich oder rücksichtslos – du eine Einstellung hast, nach der Wahrheit zu suchen und sie anzunehmen und mit jedem Gemeinschaft hältst, dann wird der Heilige Geist unter euch wirken und Er lässt dich vielleicht durch die Worte eines anderen das Licht sehen. Wenn der Heilige Geist dich erleuchtet, lässt Er dich manchmal den Kern einer Angelegenheit mit nur wenigen Worten oder Sätzen verstehen, oder Er schenkt dir eine Eingebung. In diesem Augenblick nimmst du Vernunft an und erkennst, dass das, woran du bisher festgehalten hast, falsch ist, und gleichzeitig verstehst du, wie du am besten handeln solltest. Wenn man eine solche Ebene erreicht hat, hat man dann nicht vermieden, Böses zu tun, und gleichzeitig vermieden, die Folgen eines Fehlers zu tragen? Ist das nicht Gottes Schutz? (Doch, das ist es.) Wie wird das erreicht? Es wird nur erreicht, wenn du ein gottesfürchtiges Herz hast und mit einem unterwürfigen Herzen nach der Wahrheit suchst. Wenn du die Erleuchtung des Heiligen Geistes empfangen und die Grundsätze der Praxis festgestellt hast, wird deine Praxis mit der Wahrheit übereinstimmen und Gottes Absichten zufriedenstellen(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Aus Gottes Worten erkannte ich, dass wir, egal was uns zustößt, ein gottesfürchtiges Herz bewahren und Gottes Absicht und die Wahrheitsgrundsätze suchen müssen. Besonders wenn unsere Brüder und Schwestern Vorschläge machen, die von unseren eigenen abweichen, sollten wir uns zuerst selbst zurücknehmen und sie annehmen. Selbst wenn wir denken, wir hätten recht, sollten wir uns selbst loslassen und mit unseren Brüdern und Schwestern die Wahrheit suchen und Gemeinschaft halten. Nur so können wir Gottes Führung und Erleuchtung gewinnen. Ich hatte seit Jahren an Gott geglaubt, doch selbst jetzt konnte ich Vorschläge, die mit der Wahrheit im Einklang standen, nicht annehmen. Ich lebte immer noch vollständig nach meiner arroganten Disposition. Obwohl ich so arm, bemitleidenswert, schmutzig und verdorben war, hielt ich mich immer noch voller Stolz für gut und vertraute beim Handeln nach wie vor stark auf mich selbst. Als ich darüber nachdachte, wurde mir klar, wie schamlos das war. Ich fasste den Entschluss, mir nie wieder einfach so zu vertrauen, bei allem die Wahrheitsgrundsätze zu suchen und mehr mit anderen Gemeinschaft zu halten, damit ich meine Pflicht gut tun konnte.

Anschließend begann ich danach zu suchen, wie ich die Pflichten vernünftig auf der Grundlage von jedermanns Kaliber und Stärken anordnen konnte. Ich fand diese Worte Gottes: „Jeder sollte seine individuelle Aufgabe erfüllen und entsprechend seinen Fähigkeiten beitragen. Die Einteilung für die Ausführung der Pflichten sollte entsprechend den Gaben, Talenten, dem Kaliber und dem Alter eines jeden Einzelnen gemacht werden sowie entsprechend der Zeit, die diese Person schon an Gott glaubt. Dieser Ansatz muss auf die unterschiedlichen Arten von Menschen abgestimmt sein, sodass sie ihre Pflichten im Haus Gottes ausführen und ihre größte Wirkung entfalten können(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Wie sieht eine maßstabsgerechte Ausführung der eigenen Pflicht aus?). „Manche Leute glauben, sie seien im geschriebenen Wort bewandert, und verlangen daher energisch, eine damit zusammenhängende Pflicht zu tun. Natürlich wird das Haus Gottes sie nicht enttäuschen; das Haus Gottes schätzt talentierte Personen, und welche Gaben oder Stärken die Menschen auch haben, das Haus Gottes wird ihnen den Raum geben, sie einzusetzen, und so sorgt die Kirche dafür, dass sie Textarbeit verrichten. Aber nach einiger Zeit stellt sich heraus, dass sie diese Fähigkeit tatsächlich nicht besitzen und nicht in der Lage sind, diese Pflicht gut auszuführen; sie sind völlig ineffektiv. Ihr Talent und ihr Kaliber machen sie für diese Arbeit völlig inkompetent. Was sollte also unter solchen Umständen getan werden? Ist es möglich, sie einfach zu dulden und zu sagen: ‚Du hast Leidenschaft, und obwohl du nicht viel Talent besitzt und von durchschnittlichem Kaliber bist, wird das Haus Gottes dich dulden und dich diese Pflicht weiterhin ausführen lassen, solange du willens bist und dich nicht scheust, hart zu arbeiten. Es spielt keine Rolle, ob du es nicht gut machst. Das Haus Gottes wird ein Auge zudrücken, und es ist nicht nötig, dich zu ersetzen‘? Ist das der Grundsatz, nach dem das Haus Gottes Angelegenheiten handhabt? Offensichtlich nicht. Unter solchen Umständen werden ihnen normalerweise geeignete Pflichten entsprechend ihrem Kaliber und ihren Stärken zugewiesen; das ist die eine Seite davon. Aber es reicht nicht aus, sich allein darauf zu verlassen, denn in vielen Fällen wissen die Menschen selbst nicht, für welche Pflicht sie geeignet sind, und selbst wenn sie denken, sie seien gut darin, muss das nicht unbedingt stimmen, und deshalb müssen sie es ausprobieren und eine Zeit lang üben; auf der Grundlage zu entscheiden, ob sie effektiv sind oder nicht, ist das Richtige. Wenn sie eine Zeit lang üben und keine Ergebnisse erzielen oder keine Fortschritte machen und bestätigt wird, dass es sich nicht lohnt, sie zu fördern, sollte ihre zugewiesene Pflicht angepasst und ihnen eine geeignete Pflicht neu zugewiesen werden. Die zugewiesenen Pflichten der Menschen auf diese Weise neu zu ordnen und anzupassen, ist das Richtige und entspricht auch dem Grundsatz(Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: 12. Wenn sie keinen Status genießen oder nicht darauf hoffen können, Segnungen zu erhalten, wollen sie sich zurückziehen). Aus Gottes Worten erkannte ich, dass die Kirche Pflichten entsprechend der Menschlichkeit, dem Kaliber und den Stärken jeder Person anordnet, sodass jeder an der richtigen Stelle seine Rolle am besten ausfüllen kann. Manche Leute leisten Textarbeit, aber nachdem sie eine Zeit lang gefördert wurden, zeigen sie immer noch kein Wachstum. Es fehlt ihnen am nötigen Kaliber, sie sind der Arbeit nicht gewachsen und können diese Rolle daher nicht länger ausfüllen. Stattdessen sollte für sie eine passende Pflicht entsprechend ihrem Kaliber gefunden werden, was sowohl für sie als auch für die Kirchenarbeit von Vorteil ist. Den Grundsätzen nach hatte Xu Jie zwar eine gute Menschlichkeit und trug bei ihrer Pflicht eine Last, aber sie hatte ein schlechtes Kaliber. Obwohl sie schon jahrelang Textarbeit leistete, war ihr Fortschritt zu langsam, was bedeutete, dass sie wirklich nicht als Verantwortliche für die Textarbeit geeignet war. Xin Yu glaubte zwar kürzer an Gott als Xu Jie, aber sie hatte ein reines Verständnis der Wahrheit, war scharfsinnig, besaß ein gutes Kaliber und schrieb gerne. Obwohl sie noch nicht für die Aufgabe qualifiziert war, konnte sie bei entsprechender Förderung Fortschritte zeigen und gut in die Aufgabe hineinwachsen. Sobald ich die Grundsätze für die Auswahl und die Förderung von Menschen verstanden hatte, übertrug ich Xin Yu die Verantwortung für die Textarbeit und wies Xu Jie eine andere Pflicht zu. Nach einer gewissen Zeit verbesserte sich die Textarbeit allmählich.

Später sah ich, dass Schwester Wang Chen aus einer anderen Gruppe gut schrieb, und ich hatte das Gefühl, sie könnte für die Textarbeit gefördert werden, also empfahl ich sie. Meine Arbeitspartnerin sagte jedoch, sie sei arrogant und selbstgerecht, neige dazu, Menschen einzuschränken, und bringe andere immer dazu, auf sie zu hören, weshalb sie zur Förderung ungeeignet sei. Das von ihr zu hören, machte mich ein wenig unglücklich, und ich dachte: „Es stimmt zwar, dass Wang Chen ein wenig arrogant ist und dazu neigt, Menschen einzuschränken, aber dieses Verhalten gehört der Vergangenheit an. Jetzt kann sie Zurechtstutzen annehmen und hat eine gewisse Veränderung gezeigt. Ich finde, sie ist für die Textarbeit sehr geeignet.“ Also wollte ich an meiner Ansicht festhalten, aber dann dachte ich: „Ich habe immer Menschen nach meinem eigenen Willen ausgewählt, was der Arbeit der Kirche Schaden zugefügt hat. Jetzt im Fall von Wang Chen will ich sie schon wieder zuweisen, ohne nach den Grundsätzen zu suchen, und habe diese Entscheidung wieder einmal einseitig getroffen. Ich handle immer noch eigenmächtig! Ich kann nicht länger an meinen eigenen Ansichten festhalten. Ich muss in dieser Sache nach der Wahrheit suchen. Nur nach den Grundsätzen kann man eine richtige Entscheidung treffen.“ Später las ich in Gottes Worten: „Es gibt eine weitere Art von Menschen, die befördert und gefördert werden können: diejenigen, die besondere Talente oder Gaben besitzen oder einige berufliche Fähigkeiten aufweisen. Welchen Maßstab legt das Haus Gottes für die Förderung solcher Menschen zu Teamleitern an? Zuerst betrachte man ihre Menschlichkeit – solange sie vergleichsweise positive Dinge lieben und keine bösen Menschen sind, reicht das aus. Manche Leute fragen vielleicht: ‚Warum wird nicht verlangt, dass sie jemand sind, der nach der Wahrheit strebt?‘ Weil Teamleiter keine Kirchenleiter oder Mitarbeiter und auch keine Bewässerer sind, und von ihnen zu verlangen, dem Maßstab des Strebens nach der Wahrheit zu entsprechen, wäre zu viel verlangt und für die meisten von ihnen unerreichbar. Das wird von Menschen, die allgemeine Aufgaben oder spezifische berufliche Aufgaben ausführen, nicht verlangt; wäre es so, würden sich nur wenige qualifizieren, also müssen die Maßstäbe gesenkt werden. Solange die Menschen ihren Beruf verstehen, in der Lage sind, die Arbeit zu schultern, und nichts Böses tun oder Störungen verursachen, reicht das aus. Für diese Menschen, die über Fachwissen in einigen Fertigkeiten und Berufen sowie über einige Stärken verfügen, gilt: Wenn sie im Haus Gottes Arbeit verrichten sollen, die eine gewisse Vertrautheit mit Fertigkeiten erfordert und mit ihren Berufen zusammenhängt, reicht es aus, solange sie von ihrem Charakter her relativ arglos und aufrichtig sind, nicht böse, in ihrem Verständnis nicht verdreht, in der Lage, Mühsal zu ertragen, und bereit, einen Preis zu zahlen(Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (5)). Das Haus Gottes fördert Menschen mit besonderen Fähigkeiten nach diesem Grundsatz: Sie müssen eine annehmbare Menschlichkeit haben, ein unverfälschtes Verständnis, ihre Pflichten ernst nehmen und positive Dinge lieben. Wang Chen hatte eine etwas arrogante Disposition, aber wenn das, was andere vorschlugen, richtig und im Einklang mit der Wahrheit war, konnte sie es dennoch annehmen. Sie hatte ein Talent für Textarbeit, konnte bei ihrer Pflicht Mühen auf sich nehmen und einen Preis zahlen und konnte die Arbeit der Kirche wahren, also entsprach sie diesem Grundsatz. Später nutzte ich den Grundsatz, um mit meiner oberen Leiterin und mehreren Arbeitspartnern über meine Ansichten Gemeinschaft zu halten. Alle waren sich einig, dass Wang Chen gefördert werden könnte, also teilte ich ihr die Textarbeit zu. Sie schätzte diese Gelegenheit sehr und erzielte bei ihrer neuen Pflicht gute Ergebnisse. Ich sah, dass wir, wenn wir bei allem nach Gottes Absicht suchen und unsere Pflichten gemäß den Wahrheitsgrundsätzen ausführen, die Führung des Heiligen Geistes empfangen und unsere Herzen ruhig und friedlich sind.

Zurück:  43. Am Scheideweg

Weiter:  47. Überlegungen zum Streben nach Status

Verwandte Inhalte

44. Ich bin nach Hause gekommen

Von Chu Keen Pong, MalaysiaIch glaubte über ein Jahrzehnt an den Herrn und diente zwei Jahre in der Kirche, dann verließ ich meine Kirche,...

54. Ein geistlicher Kampf

Von Yang Zhi, Vereinigte StaatenDer Allmächtige Gott sagt: „Vom Zeitpunkt ihres Glaubens an Gott bis heute haben die Menschen viele...

Einstellungen

  • Text
  • Themen

Volltöne

Themen

Schriftart

Schriftgröße

Zeilenabstand

Zeilenabstand

Seitenbreite

Inhaltsverzeichnis

Suchen

  • Diesen Text durchsuchen
  • Dieses Buch durchsuchen

Connect with us on Messenger