62. Gedanken über das blinde Verehren von Menschen

Von Jiang Ling, China

Als ich 2019 Leiterin in einer Kirche war, lernte ich zwei obere Leiter kennen. Jedes Mal, wenn sie über die Wahrheit Gemeinschaft hielten, um Probleme zu lösen, erfassten sie das Kernproblem. Ihr gemeinschaftlicher Austausch und ihre Analysen im Detail waren sehr methodisch: Sie fingen an der Oberfläche an und drangen dann Schicht für Schicht tiefer zum Kern vor. Ich merkte, dass ich sehr davon profitierte, ihnen zuzuhören, und dass sie einen enormen Einblick in Probleme hatten und die Wahrheitsrealität besaßen. In Anbetracht dessen, dass meine eigenen Lebenserfahrungen eher oberflächlich waren, dachte ich, dass ich unter der Führung solcher Leute ganz sicher schnellere Fortschritte machen und mehr von der Wahrheit verstehen würde, wodurch ich Errettung erlangen würde. Von da an schrieb ich ihnen immer sofort, bei jedem Problem oder jeder Schwierigkeit in meiner Arbeit, um sie um Rat zu bitten. Als ich sah, dass die detaillierte und methodische Führung in ihren Antwortbriefen meine Probleme und Schwierigkeiten lösen konnte, blickte ich noch mehr zu ihnen auf und verließ mich auf sie. Allmählich bat ich sie bei großen und kleinen Problemen um Hilfe, sogar bei einigen allgemeinen Angelegenheiten. Egal, in welchem Zustand ich war oder welche Schwierigkeiten ich hatte, ich konzentrierte mich weder darauf, Gottes Wort zu essen und zu trinken, um die Wahrheit zu suchen, noch wollte ich mit den Schwestern, mit denen ich zusammenarbeitete, Gemeinschaft halten. Stattdessen wartete ich nur auf eine Versammlung mit den beiden Leitern, um alles zu klären. Jedes Mal, wenn ich sie in einer Versammlung Gemeinschaft halten hörte, lauschte ich aufmerksam und machte mir fleißig Notizen, aus Angst, ich könnte etwas verpassen, wenn ich unachtsam wäre. Bei den regelmäßigen Versammlungen wiesen die beiden Leiter oft auf unsere individuellen Probleme hin und analysierten sie im Detail. Und wenn jemand, der zurechtgestutzt wurde, mit Argumenten und Rechtfertigungen konterte, entlarvten sie ihn auf der Stelle. Wenn ich manchmal eine Verdorbenheit offenbarte, derer ich mir nicht einmal bewusst war, konnten sie auf meine verborgenen Motive hinweisen und über die Natur meines Verhaltens gemeinschaftlichen Austausch halten und sie im Detail analysieren. Das bestärkte mich noch mehr in meiner Überzeugung, dass diese beiden Leiter die Wahrheit verstanden und die Wahrheitsrealität besaßen, also blickte ich immer mehr zu ihnen auf und verehrte sie immer mehr. Doch nachdem ich sie eine Zeit lang in Aktion erlebt hatte, fiel mir auf, dass sie, wenn sie in Versammlungen Gemeinschaft hielten und Probleme lösten, zwar auf die verdorbenen Dispositionen hinwiesen, die wir offenbarten, aber sich dabei nur selten auf ihre eigene offenbarte Verdorbenheit und ihre echten Erfahrungen bezogen. Meistens sprachen sie nur über ihren positiven Eintritt, was den Anschein erweckte, sie seien nicht verdorben und besäßen eine große Fähigkeit, die Wahrheit zu praktizieren. Ich hatte das vage Gefühl, dass sie sich nur auf die Arbeit konzentrierten und nicht wirklich einen Lebenseintritt hatten. Aber dann dachte ich: „Sie können die Probleme anderer durchschauen und unsere Arbeit anleiten. Heißt das nicht auch, dass man einen Lebenseintritt hat und Realität besitzt?“ Also schätzte ich sie immer noch sehr, vergötterte sie und ahmte sogar ihre Arbeitsweise nach. Wann immer ich sah, dass die Brüder und Schwestern Probleme bei der Ausführung ihrer Pflicht hatten oder ihre verdorbenen Dispositionen offenbarten, ahmte ich diese beiden Leiter nach und entlarvte die Brüder und Schwestern unerbittlich. Das führte dazu, dass einige der Brüder und Schwestern in Negativität versanken. Sie fürchteten sich vor mir und fühlten sich von mir eingeschränkt. Weil ich diese beiden Leiter zu sehr verehrte, verließ ich mich bei Problemen nicht darauf, bei Gott die Wahrheit zu suchen, sondern wandte mich stattdessen immer an sie, um eine Lösung zu finden. Allmählich spürte ich, wie mein Denken immer verwirrter wurde. Egal, ob es um den Zustand der Brüder und Schwestern oder um Arbeitsprobleme ging – alles schien mir unklar und verschwommen. Ich konnte nichts mehr richtig durchschauen, und bei Problemen, die ich früher noch lösen konnte, war ich nun völlig ratlos. Doch ich dachte immer noch nicht über mich selbst nach.

Eines Tages im April erfuhr ich, dass die beiden oberen Leiter als falsche Leiter entlarvt worden waren – als Menschen, die nicht nach der Wahrheit streben – und dass sie beide zurückgetreten seien. Ich konnte es einfach nicht fassen, dass es wahr war. Ein paar Tage lang fragte ich mich immer wieder: „Wie konnten sie zurücktreten? Sie haben Arbeitsvermögen und verstehen so viele Wahrheitsgrundsätze, wurden aber beide als Menschen entlarvt, die nicht nach der Wahrheit streben. An ihr Niveau reiche ich bei Weitem nicht heran. Wenn ich meinen Glauben so weiter praktiziere, kann ich dann meine Pflicht gut tun und Errettung erlangen?“ Damals litt ich Höllenqualen. Ich dachte sogar daran, zurückzutreten. Mir war bewusst, dass mein Zustand nicht in Ordnung war, und ich konnte nicht umhin, mich zu fragen: „Glaube ich an Gott oder an meine Leiter? Warum reagiere ich wohl so stark auf den Rücktritt dieser beiden oberen Leiter und habe sogar das Gefühl, dass es für mich hoffnungslos ist, in meinem Glauben an Gott Errettung zu erlangen?“ Mir wurde klar, dass ich an Gott glaubte und doch Menschen verehrte und dass in meinem Herzen kein Platz für Gott war. Das war ein gefährlicher Zustand, und ich hatte Angst. Also betete ich schnell zu Gott und bat Ihn, mich zu führen, damit ich meine eigene Verdorbenheit erkennen konnte.

Am nächsten Tag las ich dann folgende Stelle in Gottes Wort: „Es wäre am besten, wenn die Menschen, die behaupten, Gott zu folgen, ihre Augen öffnen und genau hinsehen würden, um zu sehen, an wen sie eigentlich glauben: Ist es wirklich Gott, an den du glaubst, oder Satan? Wenn du weißt, dass das, woran du glaubst, nicht Gott ist, sondern deine eigenen Götzen, dann wäre es am besten, wenn du nicht behaupten würdest, gläubig zu sein. Wenn du wirklich nicht weißt, an wen du glaubst, dann wäre es wiederum am besten, wenn du nicht behaupten würdest, gläubig zu sein. Es wäre Blasphemie, dies zu behaupten! Niemand zwingt dich, an Gott zu glauben. Sagt nicht, dass ihr an Mich glaubt. Ich habe genug von solchem Gerede und möchte es nicht noch einmal hören, denn woran ihr glaubt, sind die Götzen in euren Herzen und die örtlichen Tyrannen unter euch(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Eine Warnung an diejenigen, die die Wahrheit nicht praktizieren). Gottes Worte zu lesen, hat mich tief bewegt, ganz besonders die Stelle, in der es heißt: „Es wäre am besten, wenn die Menschen, die behaupten, Gott zu folgen, ihre Augen öffnen und genau hinsehen würden, um zu sehen, an wen sie eigentlich glauben.“ Das war ein scharfer Schmerz für mich, und ich hatte das Gefühl, als würde Gott genau mich entlarven. Wenn ich an meine Erfahrungen mit den beiden oberen Leitern zurückdachte, hatte ich gesehen, dass sie Probleme klar und logisch lösten und in einer strukturierten, methodischen Art sprachen. Das ließ mich glauben, sie besäßen die Wahrheitsrealität. Ich dachte, wenn ich öfter mit ihnen Gemeinschaft hielte, würde ich im Leben schnelle Fortschritte machen und mir so meine Errettung sichern. Anstatt mich also bei Problemen oder Schwierigkeiten auf Gott zu verlassen, um die Wahrheit zu suchen, wandte ich mich stattdessen immer an diese beiden Leiter, verließ mich auf sie und tat, was immer sie sagten. In meinem Herzen waren sie zu meinen Götzen geworden, und ich verließ mich auf sie. Jetzt, da sie zurückgetreten waren, spürte ich, dass ich keinen Weg und keine Orientierung bei meiner Pflicht hatte. Erst da wurde mir klar, dass ich mich die ganze Zeit nicht auf Gott, sondern auf Menschen verlassen und zu ihnen aufgeschaut hatte. Äußerlich glaubte ich an Gott und tat meine Pflicht, und meine Lippen formten zwar täglich Gebete, doch in meinem Herzen hatte Gott keinen Platz. Wann immer ich auf Probleme stieß, suchte ich immer Hilfe bei Menschen und hörte auf sie. Ich glaubte eindeutig an Menschen! Dann fielen mir diese Worte Gottes wieder ein: „Menschen, die an Gott glauben, sollen sich Gott unterwerfen und Ihn anbeten. Erhöhe keine Person oder sieh zu ihr auf; setze nicht Gott an die erste Stelle, die Menschen, zu denen du aufblickst an die zweite und dich selbst an die dritte. Keine Person soll einen Platz in deinem Herzen haben und du sollst Menschen – insbesondere die, die du verehrst – nicht als gleichwertig mit Gott oder als Ihm ebenbürtig erachten. Gott wird das nicht tolerieren(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die zehn Verwaltungsverordnungen, die von Gottes auserwähltem Volk im Zeitalter des Königreichs einzuhalten sind). Ich spürte, dass Gottes gerechte Disposition keine Verletzung duldet. Gott ist der Schöpfer; wer an Ihn glaubt, sollte Ihn anbeten und Ihn als groß ehren und darf keine Menschen anbeten oder zu ihnen aufschauen. Ich glaubte an Gott, vergötterte aber Menschen – etwas, das Er verabscheut. Wenn ich so weitermachen würde, würde ich Gottes Disposition verletzen!

Während dieser Zeit betete ich unablässig zu Gott und dachte darüber nach, warum ich diese beiden Leiter so sehr verehrte. Als ich Gottes Worte las, begann ich, dieses Problem besser zu verstehen. Der Allmächtige Gott sagt: „Du bewunderst nicht die Demut Christi, sondern verehrst jene falschen Hirten von herausragendem Status. Du liebst nicht die Lieblichkeit oder Weisheit Christi, sondern magst jene Wüstlinge, die mit dem Schmutz der Welt gehen. Du spottest nur über Christi Schmerz darüber, dass Er keinen Platz hat, um Sein Haupt hinzulegen, aber bewunderst die Leichen, die nach Opfergaben jagen und in Ausschweifung leben. Du bist nicht bereit, neben Christus zu leiden, sondern wirfst dich gerne jenen unbesonnenen und zügellosen Antichristen in die Arme, obwohl sie dir nur Fleisch, Worte und Kontrolle liefern. Selbst jetzt wendet sich dein Herz immer noch ihnen zu, ihrem Ruf, ihrem Status, ihrer Macht. Und doch nimmst du weiterhin die Haltung ein, dass das Werk Christi schwer anzunehmen ist und dass du nicht bereit bist, es anzunehmen. Nur deswegen sage Ich, dass dir der Glaube fehlt, Christus anzuerkennen. Der Grund, warum du Ihm bis heute gefolgt bist, ist nur, dass du keine andere Wahl hattest. In deinem Herzen türmen sich stets viele erhabene Bilder auf; du kannst keines ihrer Worte und keine ihrer Taten vergessen, noch ihre einflussreichen Worte und Hände. Sie sind, in eurem Herzen, für immer zuoberst und für immer Helden. Aber das trifft nicht für den Christus von heute zu. In deinem Herzen ist Er für immer unbedeutend, für immer der Furcht unwürdig. Denn Er ist viel zu gewöhnlich, hat viel zu wenig Einfluss und ist alles andere als erhaben(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Bist du wirklich ein Gläubiger Gottes?). „Unabhängig von der Ebene eines Leiters oder Arbeiters, wenn du sie dafür anbetest, dass sie ein bisschen von der Wahrheit verstehen und ein paar Gaben haben, und glaubst, dass sie die Wahrheitsrealität besitzen und dir helfen können, und wenn du in allen Dingen zu ihnen aufschaust und dich auf sie verlässt und dadurch versuchst, das Heil zu erlangen, dann ist das töricht und unwissend von dir. Am Ende wird alles vergeblich sein, denn dein Ausgangspunkt ist grundsätzlich falsch. Egal, wie viele Wahrheiten jemand versteht, er kann nicht an die Stelle Christi treten, und egal, wie begabt jemand ist, das bedeutet nicht, dass er die Wahrheit besitzt – also wird jeder, der andere Menschen anbetet, zu ihnen aufschaut und ihnen folgt, letztlich ausgemustert und verurteilt werden. Wer an Gott glaubt, kann nur zu Gott aufschauen und nur Ihm folgen. Leiter und Arbeiter, egal welchen Rang sie haben, sind immer noch gewöhnliche Menschen. Wenn du sie als deine unmittelbaren Vorgesetzten ansiehst, wenn du das Gefühl hast, dass sie dir überlegen sind, dass sie kompetenter sind als du, dass sie dich führen sollten und dass sie in jeder Hinsicht besser sind als alle anderen, dann liegst du falsch – das ist ein Irrglaube. Und welche Folgen wird dieser Irrglaube für dich haben? Er wird dazu führen, dass du deine Leiter unbewusst an Anforderungen misst, die nicht mit der Realität übereinstimmen, und dass du nicht in der Lage bist, mit den Problemen und Mängeln, die sie haben, richtig umzugehen; gleichzeitig wirst du, ohne dass du es weißt, von ihrer Ausstrahlung, ihren Gaben und Talenten zutiefst angezogen, sodass du sie, bevor du es merkst, anbetest und sie dein Gott sind. Dieser Weg, von dem Zeitpunkt, an dem sie beginnen, dein Vorbild zu werden, das Objekt deiner Anbetung, bis zu dem Zeitpunkt, an dem du einer ihrer Anhänger wirst, ist ein Weg, der dich unbewusst von Gott wegführen wird. Und selbst während du dich allmählich von Gott entfernst, wirst du immer noch glauben, dass du Gott folgst, dass du in Seinem Haus und in Seiner Gegenwart bist, obwohl du in Wirklichkeit von den Dienern Satans, von Antichristen, gefangen genommen worden bist. Du wirst es nicht einmal bemerken. Das ist eine sehr gefährliche Situation. Um dieses Problem zu lösen, bedarf es zum einen der Fähigkeit, die Wesensnatur der Antichristen und die hässliche Fratze ihres Hasses auf die Wahrheit und ihres Widerstands gegen Gott zu erkennen. Ebenso muss man mit den von Antichristen häufig angewandten Techniken vertraut sein, Menschen in die Irre zu führen und in ihren Bann zu ziehen, sowie mit ihren Methoden. Zum anderen müsst ihr danach streben, Erkenntnis von Gottes Disposition und Wesen zu erlangen. Ihr müsst euch im Klaren darüber sein, dass nur Christus die Wahrheit, der Weg und das Leben ist und dass die Anbetung irgendeines Menschen euch nur Unglück und Verderben bringen wird. Ihr müsst darauf vertrauen, dass nur Christus die Menschen retten kann, und ihr müsst mit absolutem Glauben Christus folgen und euch Ihm unterwerfen. Nur das ist der richtige Weg des menschlichen Lebens. Manche mögen sagen: ‚Nun, ich habe meine Gründe, Leiter anzubeten – in meinem Herzen bete ich von Natur aus jeden an, der talentiert ist. Ich bete jeden Leiter an, der meinen Vorstellungen entspricht.‘ Warum bestehst du darauf, Menschen anzubeten, obwohl du an Gott glaubst? Wer ist es, der dich letzten Endes retten wird? Wer ist es, der dich wirklich liebt und dich beschützt – kannst du das wirklich nicht erkennen? Wenn du an Gott glaubst und Gott folgst, solltest du auf Seine Worte hören, und wenn die Dinge, die jemand sagt und tut, korrekt sind, und mit den Wahrheitsgrundsätzen übereinstimmen, dann unterwerfe dich einfach der Wahrheit – genau so einfach ist das doch, oder? Warum erniedrigst du dich so? Warum bestehst du darauf, jemanden zu finden, den du anbeten kannst, um ihm zu folgen? Warum gefällt es dir, Satans Sklave zu sein? Warum nicht stattdessen ein Diener der Wahrheit sein? Daran erkennt man, ob ein Mensch Vernunft und Würde hat(Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 6). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, erkannte ich in mir genau den Sklaven Satans, den Gott entlarvt hatte. Es gefiel mir, Menschen mit Status und Begabung, die redegewandt waren, zu vergöttern. Ich erkannte, dass die beiden oberen Leiter die Kernpunkte erfassen konnten, wenn sie über die Wahrheit Gemeinschaft hielten, um Probleme zu lösen, und dass ihr gemeinschaftlicher Austausch gut strukturiert, klar und methodisch war. Ihre Begabungen und ihre Arbeitsfähigkeit zogen mich an, und ich meinte, sie würden die Wahrheit verstehen und die Wahrheitsrealität besitzen, also vergötterte ich sie blind und verließ mich blind auf sie. Ich war der Überzeugung, unter ihrer Führung könnte ich die Wahrheit verstehen, meine Arbeit gut machen, im Leben schnell Fortschritte machen und dürfte Hoffnung auf Errettung haben. Doch sobald ich mich von ihrer Hilfe und Anleitung entfernte, hatte ich wenig Hoffnung, im Glauben Errettung zu erlangen. Ich war so verwirrt und blind! Gott ist die Quelle der Wahrheit, und nur Er kann der Menschheit die Wahrheit schenken, alle Probleme und Schwierigkeiten der Menschen lösen und uns vor Satans Einfluss erretten. Ganz gleich, wie hoch der Status eines Menschen ist oder wie begabt und fähig er sein mag, ist er doch von Satan verdorben und darf niemals jemand sein, auf den man sich verlässt oder den man anbetet. Obwohl ich an Gott glaubte, hatte Er in meinem Herzen keinen Platz. Wenn ich mit Problemen konfrontiert war, verließ ich mich nie auf Gott, um die Wahrheit zu suchen, sondern wartete stattdessen darauf, dass Menschen mir eine Lösung lieferten. War das nicht töricht von mir? Man muss doch mal überlegen: Konnten diese beiden Leiter Probleme nicht nur deshalb durchschauen und darüber sprechen, weil sie ihr Wissen aus Gottes Wort hatten? Und ganz gleich, wie groß ihre Begabungen und ihre Beredsamkeit waren, sie waren verdorbene Menschen, die keinerlei Wahrheit besaßen. Sie mussten auch Gottes Gericht und Züchtigung annehmen und brauchten Gottes Errettung. Trotzdem blickte ich zu ihnen auf, verehrte sie und wollte mich sogar auf sie verlassen, um den Weg der Errettung durch den Glauben an Gott zu gehen. Ich war so dumm. Als ich das erkannte, bekam ich Angst. Ich sah, dass ich nicht nach der Wahrheit strebte und blind Menschen verehrte. Indem ich Menschen in meinem Herzen einen höheren Status als Gott einräumte, hatte ich mich bereits von Ihm abgewandt und Ihn verraten und befand mich auf einem Weg, der Ihm widerstrebte. Diese Gedanken erfüllten mich mit Reue und Selbstvorwürfen, und ich wollte vor Gott Buße tun.

Erst später erfuhr ich die wahren Gründe für den Rücktritt der beiden oberen Leiter. Einer von ihnen strebte nach Ansehen und Status und benutzte seine Arbeit, um eine Show abzuziehen, damit andere zu ihm aufschauten. Als seine Arbeit keine Ergebnisse brachte, wurde er folglich negativ und nachlässig. Die Brüder und Schwestern hielten viele Male Gemeinschaft mit ihm und halfen ihm, aber er änderte sich nicht. Am Ende konnte er keine wirkliche Arbeit mehr leisten, also trat er zurück. Der andere Leiter wurde mit den Hindernissen seiner Familie für seinen Glauben konfrontiert und beklagte sich, dass der Glaube an Gott eine Mühsal sei. Er gab seine Pflicht auf und kehrte nach Hause zurück, um fortan dort zu leben. All das zu hören, überraschte mich. Wenn diese beiden Leiter bei regelmäßigen Versammlungen Gemeinschaft hielten, schwangen sie zwar große Reden und sprachen klar und überzeugend, wenn sie die Schwierigkeiten anderer Leute lösten. Aber als sie selbst mit denselben Problemen konfrontiert waren, warum konnten sie nicht standhaft bleiben? Warum konnten sie die Wahrheit nicht in die Praxis umsetzen? Früher dachte ich, sie könnten die Wahrheit praktizieren und besäßen die Wahrheitsrealität. Aber jetzt wurde mir klar, dass sie in Wirklichkeit überhaupt keine Wahrheitsrealität besaßen. Wenn etwas geschah, das ihre Interessen beeinträchtigte, murrten sie und gaben ihre Pflichten auf. Sie waren keine Menschen, die nach der Wahrheit strebten, und das hohe Bild, das ich von ihnen in meinem Herzen hatte, zerfiel augenblicklich.

Später aß und trank ich Gottes Worte, die sich auf dieses Problem bezogen. Der Allmächtige Gott sagt: „Gottes Worte hochzuhalten und in der Lage zu sein, sie ungeniert zu erklären, bedeutet nicht, dass man Wirklichkeit besitzt – die Dinge sind nicht so einfach, wie du sie dir vorstellst. Ob du Wirklichkeit besitzt oder nicht, beruht nicht auf dem, was du sagst, vielmehr basiert es auf dem, was du auslebst. Erst wenn Gottes Worte zu deinem Leben und deiner natürlichen Offenbarung werden, kann man sagen, dass du Wirklichkeit besitzt, und erst dann kannst du als jemand gelten, der wahres Verständnis und wahre Größe aufweist. Du musst imstande sein, Überprüfungen über einen langen Zeitraum standzuhalten, und du musst in der Lage sein, das Abbild auszuleben, das Gott von dir verlangt; es darf nicht bloßes Getue sein, sondern es muss von dir auf natürliche Weise offenbart werden. Erst dann wirst du wahrlich Wirklichkeit besitzen, und erst dann wirst du Leben erlangt haben. … Ganz gleich wie heftig der Wind und die Wellen sind, wenn du stehen bleiben kannst, ohne zuzulassen, dass dir der geringste Zweifel in den Sinn kommt, und du standhalten kannst, ohne Verleugnung aufzuweisen, selbst wenn kein anderer mehr übrig ist, dann wirst du als jemand gelten, der wahres Verständnis hat und wahrlich im Besitz von Wirklichkeit ist(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Nur die Wahrheit in die Praxis umsetzen heißt Wirklichkeit besitzen). „Die guten Soldaten des Königreichs werden nicht zu einer Gruppe von Menschen ausgebildet, die nur über die Wirklichkeit sprechen oder angeben können; vielmehr werden sie ausgebildet, um Gottes Worte jederzeit auszuleben, um unnachgiebig zu bleiben, welchen Rückschlägen sie auch entgegensehen, und um beständig übereinstimmend mit Gottes Worten zu leben und nicht zur Welt zurückzukehren. Das ist die Wirklichkeit, von der Gott spricht; das ist, was Gott vom Menschen verlangt. Halte also die Wirklichkeit, von der Gott spricht, nicht für allzu einfach. Allein die Erleuchtung durch den Heiligen Geist ist nicht gleichbedeutend mit dem Besitz von Wirklichkeit. Das ist nicht die Größe des Menschen – es ist die Gnade Gottes, zu der der Mensch nichts beiträgt. Alle Menschen müssen Petri Leiden erdulden und noch mehr Petri Ruhm besitzen, den sie ausleben, nachdem sie das Wirken Gottes gewonnen haben. Nur das kann als Wirklichkeit bezeichnet werden(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Nur die Wahrheit in die Praxis umsetzen heißt Wirklichkeit besitzen). „Ob das Wissen, das du vorgibst, mit der Wahrheit übereinstimmt, hängt hauptsächlich davon ab, ob du praktische Erfahrung damit hast. Wenn in deiner Erfahrung die Wahrheit vorhanden ist, wird dein Wissen praktisch und wertvoll sein. Durch deine Erfahrung kannst du auch Urteilsvermögen und Einblick gewinnen, dein Wissen vertiefen und deine Weisheit und deinen gesunden Menschenverstand hinsichtlich dessen, wie du dich verhalten solltest, steigern. Das Wissen, das von Menschen geäußert wird, die nicht die Wahrheit besitzen, ist Glaubenslehre, ganz gleich, wie hoch es sein mag. Diese Art von Person mag wohl sehr intelligent sein, wenn es um Fragen des Fleisches geht, kann aber bei geistlichen Fragen nicht unterscheiden. Der Grund dafür ist, dass solche Menschen mit geistlichen Angelegenheiten überhaupt keine Erfahrungen haben. Dies sind Menschen, die in geistlichen Angelegenheiten nicht erleuchtet sind und kein geistliches Verständnis haben. Welche Art von Wissen du auch zum Ausdruck bringst, solange es dein Wesen ist, ist es deine persönliche Erfahrung, dein wahres Wissen. Worüber Menschen diskutieren, die nur von Glaubenslehre reden – diejenigen, die weder die Wahrheit noch Wirklichkeit besitzen –, kann ebenso als ihr Wesen bezeichnet werden, denn sie sind nur durch tiefe Einkehr zu ihrer Glaubenslehre gelangt und es ist das Ergebnis ihres tiefen Nachsinnens. Dennoch ist es nur Glaubenslehre, nichts weiter als Einbildung!(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Das Werk Gottes und die Arbeit des Menschen). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, wurde mir plötzlich klar: Ich hatte diese beiden oberen Leiter deshalb so sehr verehrt, weil ich im Grunde nicht verstand, was bloße Glaubenslehre und was Realität ist. Als ich sah, wie sie in Versammlungen große Reden schwangen und die Verdorbenheit anderer Leute entlarvten und im Detail analysierten, dachte ich, sie besäßen die Wahrheitsrealität. Aber jetzt verstand ich dank Gottes Worten: wenn jemand Seine Worte zitieren kann, über ein gewisses Wissen Gemeinschaft halten kann und einige Probleme im Detail analysieren kann, dann bedeutet das nicht, dass er Realität besitzt. Die Realität zu besitzen bedeutet, dass Menschen, nachdem sie Gottes Worte gelesen haben, diese annehmen und in die Praxis umsetzen können. Egal welchen Prüfungen und Läuterungen sie dann gegenüberstehen, sie können sich Gott unterwerfen und dafür Zeugnis ablegen, dass sie die Wahrheit in die Praxis umsetzen. Menschen, die wirklich die Realität besitzen, haben ein echtes Verständnis ihrer eigenen verdorbenen Natur und haben echte Erfahrung und echtes Verständnis von Gottes Worten. Sie können ihre praktische Erfahrung nutzen, um Brüder und Schwestern anzuleiten und ihnen zu helfen, in die Realität von Gottes Worten einzutreten. Wer die Wahrheitsrealität besitzt, arbeitet nach Grundsätzen, tut seine Pflicht treu, und ganz gleich, welchen Umständen er begegnet, er hält die Arbeit der Kirche aufrecht und erfüllt seine Pflichten. Wenn ich an den klaren und logischen gemeinschaftlichen Austausch dieser beiden oberen Leiter in den Versammlungen zurückdenke, schien es, als wären sie ziemlich gut darin, die Probleme anderer Leute zu lösen. Aber als sie mit echten Situationen konfrontiert wurden, gaben sie ihre Pflichten auf, um ihre eigenen Interessen zu schützen. Mir wurde klar, dass sie in der Vergangenheit nur über Glaubenslehren sprachen, aber nicht über die Realität. Als es dann aber zu echten Bewährungsproben kam, haben sie versagt. Das bewies, dass sie überhaupt keine Wahrheitsrealität besaßen. Wenn ich zurückdenke, haben sie bei regelmäßigen Versammlungen, wenn sie die Probleme anderer lösten, diese immer mit Gottes Worten konfrontiert, um ihnen zu helfen, sich selbst zu erkennen. Ich hörte sie selten über ihre eigenen Verdorbenheiten und Mängel sprechen oder ihre eigenen falschen Absichten im Detail analysieren. Sie sprachen auch selten über ihre erfahrungsbasierten Erkenntnisse, wie sie die Wahrheit suchten und praktizierten. Meistens sezierten und verurteilten sie andere von oben herab, als wären sie selbst nicht Teil der verdorbenen Menschheit und hätten keine verdorbenen Dispositionen. Wenn sie von diesen beiden Leitern zurechtgewiesen wurden, brachen einige Brüder und Schwestern in Tränen aus, lebten in Negativität und Schwäche und hatten Angst, sie zu treffen. Erst da erkannte ich deutlich, dass diese beiden Leiter einfach nicht in der Lage waren, mit der Wahrheit Probleme zu lösen. Sie sprachen nur leere Worte und Glaubenslehren. Da ihre Arbeit nur auf ihrem eigenen Denken und ihrer Erfahrung beruhte, konnten sie unsere Probleme mit dem Lebenseintritt überhaupt nicht lösen. Davor hatte ich kein Urteilsvermögen, blickte blind zu ihnen auf, verehrte sie und ahmte sogar ihre Arbeitsweise nach. Ich war so blind!

Danach konzentrierte ich mich bei der Ausführung meiner Pflicht darauf, mich auf Gott zu verlassen und auf Ihn zu schauen. Eine Zeit lang gab es einige Aufgaben, bei denen ich nicht wusste, wie ich sie angehen sollte, und wenn ich auf Schwierigkeiten und Probleme stieß, wusste ich nicht, wie ich sie lösen sollte. Also betete ich oft zu Gott, suchte nach den Wahrheitsgrundsätzen und suchte den gemeinschaftlichen Austausch mit meinen Brüdern und Schwestern. Auf diese Weise lösten sich einige Probleme, und ich habe nach und nach einige Wahrheitsgrundsätze verstanden und kam auch bei meiner Arbeit voran. Allmählich gewann ich mehr Selbstvertrauen bei der Ausführung meiner Pflicht, machte einige Fortschritte und fühlte mich im Herzen erfüllt. Ich erkannte, dass ich, um meine Pflicht gut zu tun und die Wahrheit zu erlangen, niemals von Gott und der Führung Seiner Worte abweichen darf.

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