70. Wie ich meine hasserfüllten Emotionen losließ
Li Xin und ich waren beide für die Textarbeit verantwortlich, aber später wurde sie entlassen, weil sie keine wirkliche Arbeit leistete. Sie konnte die Tatsache, dass sie entlassen worden war, nicht akzeptieren, wetteiferte weiterhin um Status und stellte sich in Konkurrenz zu mir. Ich merkte, dass Li Xin mir gegenüber eine schlechte Haltung hatte: Sie ignorierte mich, wenn ich mit ihr sprach, und ergriff keine Initiative, um über die Arbeit zu sprechen, was zu Verzögerungen bei einigen Projekten führte. Sie blickte auch wegen der Mängel in meiner Arbeit auf mich herab, prahlte mir gegenüber damit, wie sie früher gearbeitet hatte, und wies mit abfälligen Bemerkungen auf meine Verdorbenheit hin. Ich fühlte mich etwas eingeschränkt und erkannte blindlings, dass ich mich zu sehr auf mein äußeres Ansehen bedacht war. Ich dachte, ich sei eine weniger kompetente Mitarbeiterin als sie und eignete mich nicht als Teamleiterin. Ich wurde ein bisschen negativ, und erwog sogar, zurückzutreten und Li Xin die Leitung zu überlassen. Später besserte sich mein Zustand nur durch den gemeinschaftlichen Austausch und die Hilfe meiner Leiterin ein wenig, aber ich fühlte mich immer noch eingeschränkt, wenn ich mit Li Xin zusammenarbeitete. Als meine Leiterin dann erfuhr, dass Li Xin ihre Pflicht eigenwillig erfüllte, oft um ihren Status wetteiferte und andere angriff und ausgrenzte, legte die Leiterin ihre Probleme offen und analysierte sie genauestens. Zunächst war ich in der Lage gewesen, Li Xin richtig zu behandeln und ihr auch liebevoll zu helfen und sie anzuleiten, über ihre Probleme nachzudenken. Als ich später aber las, was sie in ihrer Selbstreflexion und ihrem Verständnis geschrieben hatte, verlor ich völlig die Fassung. Sie schrieb, dass sie mich nicht nur direkt angegriffen und ausgegrenzt hatte, sondern auch hinter meinem Rücken bei anderen Mitgliedern und der Leiterin schlecht über mich gesprochen hatte. Ich war so wütend und aufgebracht und fragte mich, wie sie mich so behandeln konnte. Zerstörte sie nicht hinterrücks meinen Ruf? Ich fand es wirklich ungeheuerlich, dass sie mich so behandelte, nachdem ich doch liebevoll mit ihr Gemeinschaft gehalten und ihr geholfen hatte, als sie negativ und schwach war. Ich hielt mich für so feige, weil ich tolerant und geduldig mit ihr gewesen war und nur über mich selbst reflektierte, und ich begann, einen gewissen Hass auf Li Xin zu empfinden. Warum vergab ich anderen immer? Ließ mich das nicht wie ein nutzloser Waschlappen aussehen, der sich alles gefallen lässt? Diesmal konnte ich ihr nicht so einfach verzeihen. Ich musste ihr zeigen, dass ich auch hart sein konnte und dass man sich nicht mit mir anlegen sollte. An diesen beiden Tagen fühlte ich mich besonders unterdrückt und gequält und versank in Gefühlen von Wut und Hass. Manchmal, wenn Li Xin die Initiative ergriff, um mit mir über die Arbeit zu sprechen, wollte ich mich wie früher normal mit ihr unterhalten, doch dann überschwemmten all die Erinnerungen an das, was passiert war, meinen Geist, und ich wurde von einem brennenden Gedanken gepackt: „Ich kann ihr nicht so einfach klein beigeben, ich muss hart sein. ‚Wer sich zum Esel macht, dem will jeder die Säcke auflegen.‘ Ich darf ihr gegenüber nicht zu herzlich und nett wirken. Sie hat mich so schlecht behandelt, warum kann ich sie nicht auch ein wenig leiden lassen?“ Wann immer Li Xin danach mit mir sprach, reagierte ich normal, aber ich nahm einen kalten Gesichtsausdruck an, mein Ton war etwas schroff und ich vermied absichtlich den Blickkontakt. In dieser Zeit fühlte ich mich schrecklich unruhig und wollte nur für mich allein in Frieden und Stille sein. Ich versuchte, nicht an diese ärgerlichen Dinge zu denken, aber die Gedanken gingen mir einfach nicht aus dem Kopf. Später unterdrückte ich diese negativen Gefühle und konnte mich mit Li Xin normal über die Arbeit unterhalten, aber ich hatte immer das Gefühl, meine Unzufriedenheit, meine Wut und meinen Hass an ihr auslassen zu müssen. Ich war ziemlich gepeinigt und innerlich gequält und wusste nicht, wie ich meinen inneren Zustand korrigieren sollte. Das Einzige, was ich tun konnte, war, meine innersten Gedanken vor Gott zu bringen und immer wieder zu Ihm zu beten: „O Gott, wenn ich sehe, was Li Xin mir angetan hat, bin ich so wütend. Ich hasse sie ein wenig und möchte mich sogar rächen. O Gott, ich möchte nicht nach meiner verdorbenen Disposition leben und ich möchte normal mit ihr umgehen, aber ich schaffe es einfach nicht. Meine Größe ist zu gering. Bitte hilf mir und führe mich.“
Später las ich dann einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Wenn jemand dich schon einmal verletzt hat und du ihn auf dieselbe Weise behandelst, entspricht dies den Wahrheitsgrundsätzen? Wenn du, weil diese Person dich verletzt hat, dich wirklich sehr verletzt hat, versuchst, ihr das mit richtigen oder falschen Mitteln zu vergelten und sie zu quälen, dann ist das nach Ansicht der Nichtgläubigen fair und vernünftig und es gibt daran nichts auszusetzen; aber was ist das für eine Vorgehensweise? Das ist Hitzköpfigkeit. Diese Person hat dich verletzt, und diese Vorgehensweise ist die Offenbarung einer verdorbenen satanischen Natur, aber wenn du dich an ihr rächst, verhältst du dich dann nicht genauso? Hinter deiner Vergeltung stehen die gleiche Mentalität, der gleiche Ausgangspunkt und die gleiche Quelle wie hinter ihrem Verhalten; es gibt da keinen Unterschied. Daher ist die Natur deiner Handlungen mit Sicherheit hitzköpfig, satanisch und natürlich. Und da es satanisch und hitzköpfig ist, solltest du deine Vorgehensweise dann nicht ändern? Sollten sich die Quelle, die Absichten und die Beweggründe hinter deinen Handlungen ändern? (Ja.) Wie kannst du sie ändern? Wenn es sich bei dem, was dir widerfährt, nur um eine Kleinigkeit handelt, die dir zwar unangenehm ist, aber nicht deine eigenen Interessen betrifft, dich nicht sehr verletzt oder dich dazu bringt, es zu hassen oder dein Leben aufs Spiel zu setzen, um Vergeltung zu üben, dann kannst du deinen Hass ablegen, ohne dich auf Hitzköpfigkeit zu stützen; stattdessen kannst du dich auf deine Vernunft und Menschlichkeit verlassen, um diese Angelegenheit angemessen und ruhig zu bewältigen. Du kannst deinem Gegenüber diese Angelegenheit offen und aufrichtig erklären und deinen Hass überwinden. Aber wenn dieser Hass zu tief sitzt, tief genug, dass du dich rächen willst und bitteren Hass empfindest, kannst du dich dann immer noch in Geduld üben? Kannst du es vermeiden, hitzköpfig zu sein, und ruhig sagen: ‚Ich muss vernünftig sein. Ich muss nach meinem Gewissen und meiner Vernunft leben und nach den Wahrheitsgrundsätzen leben. Ich kann Böses nicht mit Bösem vergelten, ich muss standhaft in meinem Zeugnis bleiben und Satan beschämen‘? Befindest du dich dann nicht in einem anderen Zustand? (Ja.) Welche Arten von Zuständen habt ihr in der Vergangenheit schon erlebt? Wenn jemand etwas von dir stiehlt oder dein Essen isst, dann führt das nicht zu einem enormen, tief-sitzenden Hass. Du wirst es also nicht für nötig halten, mit dieser Person zu streiten, bis du wegen der Sache ganz rot im Gesicht bist – das ist unter deiner Würde und nicht der Mühe wert. In einer solchen Situation kannst du die Angelegenheit vernünftig regeln. Ist die Fähigkeit, die Angelegenheit vernünftig zu regeln, gleichbedeutend mit dem Praktizieren der Wahrheit? Ist es gleichbedeutend damit, in dieser Sache die Wahrheitsrealität zu besitzen? Absolut nicht. Rationalität und das Praktizieren der Wahrheit sind zwei verschiedene Dinge. Wenn du mit etwas konfrontiert wirst, das dich besonders wütend macht, du aber in der Lage bist, rational und ruhig damit umzugehen, ohne dass du Hitzköpfigkeit oder Verdorbenheit offenbarst – dann erfordert das, dass du die Wahrheitsgrundsätze verstehst und dich auf Weisheit verlässt, um damit umzugehen. Wenn du in einer solchen Situation nicht zu Gott betest oder nach der Wahrheit suchst, kann es leicht sein, dass du hitzköpfig oder sogar gewalttätig wirst. Wenn du nicht die Wahrheit suchst, sondern nur menschliche Methoden anwendest und die Angelegenheit nach deinen eigenen Vorlieben regelst, dann kannst du diese Sache nicht bewältigen, indem du etwas Glaubenslehre predigst oder dich hinsetzt und dein Herz ausschüttest. So einfach geht das nicht“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur das Beseitigen der eigenen verdorbenen Dispositionen kann eine wahre Verwandlung herbeiführen). Als ich über diese Worte nachdachte, fühlte ich mich ziemlich schuldig. Weil ich dachte, dass Li Xin meinen Ruf geschädigt hatte, indem sie mich vor anderen verurteilte, wollte ich mich an ihr rächen und ihr das Leben schwer machen. Worin unterschieden sich meine Handlungen von ihren? Ließ ich mich nicht einfach von meiner Hitzköpfigkeit und meiner verdorbenen Disposition leiten? War Satan nicht die Wurzel von all dem? Ich praktizierte nicht die Wahrheit! Ich hatte mich immer für ziemlich gütig und tolerant gehalten und war gegenüber Menschen normalerweise nicht kleinlich und berechnend. Erst nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, wurde mir klar, dass ich nur bei Angelegenheiten nicht kleinlich war, bei denen meine eigenen Interessen nicht berührt waren. Ich hielt es nicht für nötig, mich zu sehr mit trivialen und unwichtigen Dingen aufzuhalten. Wenn ich zu kleinlich wäre, würde ich würdelos und engstirnig wirken. Mit diesen Dingen konnte ich vernünftig umgehen und wirkte großmütig und nachsichtig. Genau wie am Anfang, als Li Xin eine schlechte Haltung mir gegenüber hatte, konnte ich sie angemessen behandeln und verständnisvoll sein. Ich fand es normal, dass sie ihre Verdorbenheit offenbarte, und kam mir selbst dabei ziemlich nachsichtig vor. Aber als ich erfuhr, dass Li Xin mich vor anderen Teammitgliedern und der Leiterin kritisiert hatte, empfand ich das als eine schwere Verletzung meiner Integrität und Würde. Ich konnte es einfach nicht mehr ertragen und versank in Wut und Hass. Mir wurde klar, dass ich nicht wirklich geduldig und tolerant war. Gottes Worte sagen: „Wenn du mit etwas konfrontiert wirst, das dich besonders wütend macht, du aber in der Lage bist, rational und ruhig damit umzugehen, ohne dass du Hitzköpfigkeit oder Verdorbenheit offenbarst – dann erfordert das, dass du die Wahrheitsgrundsätze verstehst und dich auf Weisheit verlässt, um damit umzugehen.“ Dann dachte ich mir: „Welche Wahrheiten muss ich verstehen, um diese hasserfüllten Gefühle loszuwerden?“
In meiner Suche stieß ich auf einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Angriff und Vergeltung sind eine Art von Handlung und Offenbarung, die von einer bösartigen satanischen Natur herrühren. Sie stellen auch eine Art verdorbener Disposition dar. Die Menschen denken wie folgt: ‚Wenn du gemein zu mir bist, dann füge ich dir Unrecht zu! Wenn du mich nicht respektvoll behandelst, warum sollte ich dich respektvoll behandeln?‘ Was ist das für eine Denkweise? Ist das nicht eine rachsüchtige Denkweise? Und ist diese Sichtweise, aus der Sicht eines gewöhnlichen Menschen, nicht berechtigt? Ist sie nicht stichhaltig? ‚Ich werde nicht angreifen, solange mich niemand angreift; wenn ich angegriffen werde, werde ich mit Sicherheit zurückschlagen‘, und ‚Zahle anderen alles mit gleicher Münze heim‘ – Nichtgläubige sagen oft solche Dinge; in ihren Kreisen sind das alles gültige Argumente, die voll und ganz menschlichen Auffassungen entsprechen. Doch wie sollten diejenigen, die an Gott glauben und nach der Wahrheit streben, diese Worte betrachten? Sind diese Ideen richtig? (Nein.) Warum sind sie nicht richtig? Wie sollte man sie unterscheiden? Woher rühren diese Dinge? (Von Satan.) Sie rühren von Satan, daran besteht kein Zweifel. Aus welcher Disposition Satans stammen sie? Sie stammen aus der bösartigen Natur Satans; sie enthalten Gift, und sie enthalten das wahre Gesicht Satans in all seiner Bösartigkeit und Hässlichkeit. Sie enthalten eben jene Wesensnatur. Was ist die Natur der Perspektiven, Gedanken, Offenbarungen, Worte und sogar der Handlungen, die diese Art von Wesensnatur enthalten? Ohne jeden Zweifel ist es die verdorbene Disposition des Menschen – es ist die Disposition Satans. Stehen diese satanischen Dinge im Einklang mit Gottes Worten? Stehen sie im Einklang mit der Wahrheit? Liegen ihnen Gottes Worte zugrunde? (Nein.) Sind dies die Handlungen, die Anhänger Gottes ausführen sollten, und die Gedanken und Sichtweisen, die sie besitzen sollten? Stehen diese Gedanken und Verhaltensweisen im Einklang mit der Wahrheit? (Nein.) Da diese Dinge nicht im Einklang mit der Wahrheit stehen, stehen sie dann im Einklang mit dem Gewissen und der Vernunft normaler Menschlichkeit? (Nein.) Jetzt könnt ihr deutlich erkennen, dass diese Dinge weder im Einklang mit der Wahrheit noch im Einklang mit normaler Menschlichkeit stehen. Dachtet ihr früher, dass diese Vorgehensweisen und Gedanken angemessen und vorzeigbar sind und auf einem guten Fundament stehen? (Ja.) Diese satanischen Gedanken und Theorien nehmen eine beherrschende Stellung in den Herzen der Menschen ein und bestimmen ihre Gedanken, ihre Sichtweisen, ihr Verhalten und ihre Vorgehensweisen sowie ihre verschiedenen Zustände; können die Menschen also die Wahrheit verstehen? Auf keinen Fall. Im Gegenteil – praktizieren die Menschen nicht Dinge, die sie für richtig halten, und halten an ihnen fest, als wären sie die Wahrheit? Wenn diese Dinge die Wahrheit sind, warum werden deine praktischen Probleme dann nicht gelöst, wenn du dich an diese Dinge hältst? Warum bewirkt es keine wirkliche Veränderung in dir, wenn du dich an sie hältst, und das obwohl du seit Jahren an Gott glaubst? Warum bist du nicht in der Lage, Gottes Worte zu benutzen, um diese von Satan stammenden Philosophien zu erkennen? Hältst du immer noch an diesen satanischen Philosophien fest, als wären sie die Wahrheit? Wenn du wirklich Urteilsvermögen besitzt, hast du dann die Wurzel deiner Probleme nicht schon gefunden? Denn die Dinge, an die du dich gehalten hast, waren nie die Wahrheit – es waren satanische Irrlehren und Philosophien – und darin liegt das Problem. Ihr solltet alle diesem Weg folgen, um euch selbst zu betrachten und zu prüfen; seht, von welchen Dingen in euch ihr glaubt, dass sie eine handfeste Grundlage haben, dass sie mit gesundem Menschenverstand und weltlicher Weisheit übereinstimmen, dass ihr sie vorbringen könnt – die falschen Gedanken, Sichtweisen, Vorgehensweisen und Grundlagen, die ihr in euren Herzen bereits als Wahrheit behandelt habt, von denen ihr denkt, dass es sich bei ihnen nicht um verdorbene Dispositionen handelt“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur das Beseitigen der eigenen verdorbenen Dispositionen kann eine wahre Verwandlung herbeiführen). Als ich Gottes Worte las, wurde mir klar, dass ich eine bösartige und böswillige Disposition offenbarte. Ich fand es einfach unerträglich, wie Li Xin mich vor anderen kritisiert und meinen Ruf und meinen Status beschädigt hatte. Wie das Sprichwort sagt: „Wer sich zum Esel macht, dem will jeder die Säcke auflegen.“ Wenn ich das einfach so hinnehmen würde, würden andere bestimmt sagen, ich sei wertlos und ein totaler Waschlappen, und sie würden denken, sie könnten mit mir machen, was sie wollten. Ich konnte das einfach nicht auf mir sitzen lassen, ich wollte mich rächen und Li Xin ignorieren. Ich dachte auch: Es war doch Li Xin, die mich zuerst schlecht behandelt hat. Egal, wie ich reagieren würde, es wäre nicht übertrieben. Zumindest sollte ich sie spüren lassen, wie es ist, verletzt zu werden, um meiner Unzufriedenheit und meinem unterdrückten Ärger etwas Luft zu machen. Ganz nach dem Motto: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ und „Wie du mir, so ich dir“. Durch die Enthüllung von Gottes Worten sah ich, dass meine Gedanken und Ansichten allesamt aus Hitzköpfigkeit, satanischen Philosophien und meiner verdorbenen Disposition stammten. Ich wollte jeden angreifen und mich an jedem rächen, der mich verletzte oder kränkte. Wenn ich mich unwohl fühlte, wollte ich, dass mein Angreifer dasselbe fühlte. Mir wurde klar, dass ich ziemlich bösartig und böswillig war. Als ich mein Leben von meiner verdorbenen Disposition leiten ließ, dachte ich nur daran, wie ich mich selbst glücklich und zufrieden machen und wie ich meine Interessen schützen konnte. Ich hielt nicht inne, um darüber nachzudenken, ob meine Handlungen überhaupt mit der Wahrheit übereinstimmten oder ob sie Li Xin schaden würden. Ich war so egoistisch und engstirnig geworden. Li Xin war in der Lage, über sich selbst nachzudenken und Selbsterkenntnis zu erlangen; sie hatte den Mut aufgebracht, ihre Verdorbenheit zu offenbaren. Sie zeigte den Wunsch, die Wahrheit zu praktizieren und Buße zu tun. Ich hätte sie anständig behandeln und meine Voreingenommenheit ablegen sollen. Aber ich ermutigte sie nicht nur nicht, sondern versteifte mich auch auf ihre Offenbarungen von Verdorbenheit und versuchte, mich dafür an ihr zu rächen. War ich nicht unversöhnlich, obwohl ich im Recht war? Als ich das erkannte, fand ich, dass meine Menschlichkeit ziemlich schlecht war. Als ich in Hassgefühlen versunken war, war mein Wunsch nach Rache zwar befriedigt, aber ich fühlte weder Freude noch Frieden. Stattdessen fühlte ich mich noch schlechter und schuldig, und mein Gewissen klagte mich an. Ich erlebte am eigenen Leib, wie das Leben nach einer verdorbenen Disposition zu persönlichem Leid führt und den Menschen um einen herum schadet. Ich hätte nicht so handeln dürfen. Mir wurde auch klar, dass meine Ansichten genau die gleichen waren wie die von Nichtgläubigen. Ich dachte, ich könnte mich nur schützen, indem ich Böses mit Bösem vergelte. In der weltlichen Welt werden ehrliche Menschen vielleicht oft schikaniert, und alles, was sie tun können, ist, Demütigungen hinzunehmen und Kompromisse einzugehen. Im Haus Gottes jedoch herrschen Wahrheit und Gerechtigkeit. Egal, was mit uns geschieht oder wie andere uns behandeln, alles geschieht mit Gottes Erlaubnis, und es gibt Lektionen, die wir aus diesen Dingen lernen sollen, und Wahrheiten, die wir praktizieren sollen. Ich sollte dies von Gott annehmen und Li Xin gemäß Seinen Worten richtig behandeln.
Am nächsten Tag fühlte ich mich immer noch schlecht, wenn ich an diese Sache dachte, und wusste nicht, wie ich Li Xin begegnen sollte. Also betete ich zu Gott: „O Gott, ich weiß, dass ich Li Xin nicht auf der Grundlage satanischer Philosophien behandeln sollte, aber mein Wissen über diese Angelegenheit ist zu oberflächlich und ich fühle mich innerlich nicht befreit. Ich weiß nicht, wie ich ihr begegnen soll. O Gott, bitte führe mich.“ Danach stieß ich auf einen weiteren Abschnitt aus Gottes Worten: „Gott ist Zorn, und Er duldet es nicht, gekränkt zu werden – das heißt nicht, dass Gottes Zorn keine Unterschiede bei den Ursachen machen würde oder prinzipienlos wäre; es ist die verdorbene Menschheit, die einen exklusiven Anspruch auf prinzipienlose, willkürliche Wutausbrüche erhebt, Wut von einer Art, die nicht zwischen Ursachen unterscheidet. Sobald ein Mensch Status hat, wird er es oft schwierig finden, seine Laune zu beherrschen, und so wird er es genießen, Gelegenheiten zu ergreifen, um seine Unzufriedenheit zum Ausdruck zu bringen und seinen Gefühlen Luft zu machen; er wird oft ohne ersichtlichen Grund in Wut geraten, um sein Können zu zeigen und andere wissen zu lassen, dass sich sein Status und seine Identität von denen gewöhnlicher Menschen unterscheiden. Natürlich verlieren verdorbene Menschen ohne Status auch oft die Kontrolle. Ihr Ärger wird häufig dadurch ausgelöst, dass man ihren persönlichen Interessen schadet. Um ihren eigenen Status und ihre Würde zu schützen, werden sie ihren Gefühlen häufig Luft machen und ihre hochmütige Natur offenbaren. Der Mensch wird in Wut geraten und seinen Gefühlen Luft machen, um die vorhandene Sünde zu verteidigen und an ihr festzuhalten, und damit bringt der Mensch seine Unzufriedenheit zum Ausdruck; die Menschen strotzen nur so vor Unreinheiten, Plänen und Intrigen, vor Verdorbenheit und Bösem, und mehr als alles andere strotzen sie vor ungezügelten Ambitionen und Begierden“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige II). Als ich über Gottes Worte nachdachte, schämte ich mich sehr. Ich sah, dass Gottes Wesen gerecht und heilig ist und Er Sein Werk auf eine sehr prinzipientreue Weise ausführt. Gottes Zorn und Seine Barmherzigkeit sind besonders rein und makellos. Nehmen wir zum Beispiel, wie Gott die Städte Sodom und Ninive behandelte. Beide Städte leugneten Gott und waren dem Bösen und der Ausschweifung verfallen. Ihre bösen Taten waren Gott längst bekannt, und sie hätten für das Böse, das sie begangen hatten, vernichtet werden sollen. Aber die beiden Städte gingen mit den Boten Gottes, die sie besuchten, völlig unterschiedlich um. Die Sodomiter verfolgten die Boten bösartig und hassten positive Dinge extrem. Letztendlich erzürnten sie Gott und wurden durch brennenden Schwefel vernichtet. Die Niniviten hingegen glaubten und befolgten Jonas Verkündigung, und die ganze Stadt kam vor Gott, um Buße zu tun und zu beichten, was Gott schließlich dazu veranlasste, Seine Absicht zu ändern, ihnen Barmherzigkeit zu erweisen und ihnen zu vergeben. Gott ist im Umgang mit den Menschen sehr prinzipientreu. Wenn Menschen sich hartnäckig weigern, Buße zu tun, wird Gott sie verurteilen und vernichten. Aber wenn sie wirklich Buße tun und ihre Sünden bekennen, lässt Gott sofort von Seinem Zorn ab, erweist ihnen Barmherzigkeit und vergibt ihnen. An Gottes Haltung gegenüber der Menschheit erkannte ich, dass ich in meinem Handeln und im Umgang mit Menschen überhaupt nicht prinzipientreu war, sondern ausschließlich nach meiner verdorbenen Disposition handelte. Wenn Li Xin Verdorbenheit offenbarte, aber meine Interessen nicht stark beeinträchtigte, wies ich sie nicht darauf hin und half ihr nicht, sondern ließ es ihr einfach durchgehen. Als aber meine Interessen schwerwiegend beeinträchtigt wurden und ich es nicht mehr ertragen konnte, wollte ich mich aus meiner Hitzköpfigkeit heraus an ihr rächen, und selbst als sie Buße tun wollte, konnte ich ihr nicht vergeben. Ich versank in Hassgefühlen und hegte einen tiefen Groll. Mir wurde klar, dass ich Li Xin in beiden Fällen aufgrund meiner verdorbenen Disposition behandelt und nur nach meinen eigenen Interessen gehandelt hatte. Ich wollte mich aus Hitzköpfigkeit rächen, um meinen Stolz, meinen Status und meine Würde zu wahren, wobei ich meinem Unmut über Li Xin Luft machte. Meine Wut und mein Hass waren egoistisch, engstirnig und satanisch. Das war eine Offenbarung meiner verdorbenen Disposition!
Später stieß ich auch auf zwei weitere Abschnitte aus Gottes Worten: „Wenn etwas passiert, das deinen Hass erregt, wie würdest du es betrachten? Auf welcher Grundlage würdest du es betrachten? (Auf der Grundlage von Gottes Worten.) Das ist richtig. Wenn du nicht weißt, wie man diese Dinge nach Gottes Worten betrachten sollte, dann kannst du nur nachsichtig sein, wann immer es möglich ist, deine Verärgerung unterdrücken, Zugeständnisse machen und den rechten Augenblick abwarten, während du nach Gelegenheiten suchst, um Vergeltung zu üben – das ist der Weg, den du einschlagen würdest. Wenn du nach der Wahrheit streben willst, musst du Menschen und Dinge nach Gottes Worten betrachten und dich fragen: ‚Warum behandelt mich dieser Mensch so? Wie kann mir das passieren? Warum kann das so ausgehen?‘ Solche Dinge sollten gemäß den Worten Gottes betrachtet werden. Das Erste, was man tun sollte, ist, diese Sache von Gott annehmen zu können und aktiv zu akzeptieren, dass sie von Gott kommt, und dass sie etwas ist, das hilfreich und nützlich für dich ist. Um diese Sache von Gott anzunehmen, musst du sie zunächst als etwas ansehen, das von Gott orchestriert und gelenkt wird. Alles, was unter der Sonne geschieht, alles, was du fühlen kannst, alles, was du sehen kannst, alles, was du hören kannst – alles geschieht mit Gottes Erlaubnis. Nachdem du diese Sache von Gott angenommen hast, messe sie an Gottes Worten und finde heraus, was für eine Art von Mensch derjenige ist, der diese Sache getan hat, und was der Wesen dieser Sache ist, unabhängig davon, ob das, was derjenige gesagt oder getan hat, dich verletzt hat, ob deinem Herz und deiner Seele ein Schlag versetzt wurde oder ob auf deinem Charakter herumgetrampelt wurde. Sieh dir zunächst an, ob derjenige ein böser Mensch ist oder eine gewöhnliche verdorbene Person, wobei du ihn zuerst gemäß Gottes Worten als das erkennst, was er ist, und dann diese Sache gemäß Gottes Worten differenzierst und entsprechend damit umgehst. Sind das nicht die richtigen Schritte, die man unternehmen sollte? (Ja.) Nimm diese Sache zunächst von Gott an und betrachte die darin involvierten Menschen nach Seinen Worten, um festzustellen, ob es gewöhnliche Brüder und Schwestern, böse Menschen, Antichristen, Ungläubige, böse Geister, schmutzige Dämonen oder Spione des großen roten Drachen sind und ob das, was sie getan haben, eine allgemeine Zurschaustellung von Verderbtheit war oder eine böse Tat, die bewusst dazu gedacht war, zu stören und zu unterbrechen. All das sollte man feststellen, indem man es mit Gottes Worten vergleicht. Dinge an Gottes Worten zu messen, ist der genaueste und objektivste Weg. Entsprechend Gottes Worten sollte man Menschen differenziert betrachten und entsprechend Gottes Worten mit Angelegenheiten umgehen. Du solltest Folgendes überlegen: ‚Dieser Vorfall hat mein Herz und meine Seele sehr verletzt, und seitdem liegt ein Schatten auf mir. Aber was hat dieser Vorfall dazu beigetragen, mich für meinen Lebenseintritt zu erbauen? Was ist Gottes Absicht?‘ Das führt dich zum Kern der Sache, den du herausfinden und verstehen solltest – so folgst du dem richtigen Weg. Du musst Gottes Absicht suchen, indem du denkst: ‚Dieser Vorfall hat mein Herz und meine Seele traumatisiert. Ich empfinde Schmerz und Qual, aber ich darf nicht negativ und vorwurfsvoll sein. Das Wichtigste ist, zu erkennen, zu differenzieren und zu entscheiden, ob dieser Vorfall entsprechend Gottes Worten tatsächlich nützlich für mich ist oder nicht. Wenn er darauf zurückzuführen ist, dass Gott mich maßregelt, und meinem Lebenseintritt und meinem Selbstverständnis nützt, dann sollte ich es akzeptieren und mich fügen; wenn er eine Versuchung von Satan ist, dann sollte ich zu Gott beten und klug damit umgehen.‘ Ist diese Art des Suchens und Denkens ein positiver Eintritt? Ist dies eine Betrachtung der Menschen und Dinge gemäß den Worten Gottes? (Ja.) Als Nächstes solltest du, mit welcher Sache du es auch immer zu tun hast oder welche Probleme auch immer in deinem Umgang mit Menschen aufkommen, nach den relevanten Worten Gottes suchen, um diese zu lösen“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (9)). „Wenn du den richtigen Weg wählst, kannst du dich für Toleranz entscheiden, wenn jemand auf eine Weise spricht, die dein Ansehen oder deinen Stolz verletzt oder deine Integrität und Würde beleidigt. Du wirst dich nicht auf Wortgefechte mit ihm einlassen, egal mit welcher Art von Worten, oder dich absichtlich rechtfertigen, die andere Partei widerlegen und angreifen und so Hass in dir aufkommen lassen. Was ist das Wesen und die Bedeutung von Toleranz? Du sagst: ‚Einige der Dinge, die er gesagt hat, entsprechen nicht den Tatsachen, aber so ist jeder, bevor er die Wahrheit versteht und Errettung erlangt, und ich war auch einmal so. Jetzt, da ich die Wahrheit verstehe, gehe ich nicht den Weg der Nichtgläubigen, über Recht und Unrecht zu streiten oder mich auf die Philosophie des Kampfes einzulassen – ich wähle Toleranz und behandle andere mit Liebe. Einige der Dinge, die er gesagt hat, entsprechen nicht den Tatsachen, aber ich schenke ihnen keine Beachtung. Ich akzeptiere, was ich erkennen und begreifen kann. Ich nehme es von Gott an, bringe es im Gebet vor Ihn und bitte Ihn, Umstände zu schaffen, die meine verdorbenen Dispositionen offenbaren. Das gibt mir die Gelegenheit, das Wesen dieser verdorbenen Dispositionen zu erkennen, anzufangen, diese Probleme anzugehen, sie allmählich zu überwinden und in die Wahrheitsrealität einzutreten. Was die Frage betrifft, wer mich mit seinen Worten verletzt und ob das, was er sagt, richtig ist oder nicht, oder was seine Absichten sind, übe ich einerseits Urteilsvermögen darüber, und andererseits toleriere ich diese Person.‘ Wenn diese Person jemand ist, der die Wahrheit annimmt, kannst du dich hinsetzen und friedlich mit ihr Gemeinschaft halten. Wenn nicht, wenn sie ein böser Mensch ist, dann schenke ihr keine Beachtung. Warte, bis er sich zur Genüge aufgeführt hat und alle Brüder und Schwestern ihn gründlich durchschauen, und du ebenfalls, und die Leiter und Mitarbeiter im Begriff sind, ihn zu entfernen und sich mit ihm zu befassen – dann ist die Zeit für Gott gekommen, sich mit ihm zu befassen, und natürlich wirst du dich auch hocherfreut fühlen. Der Weg, den du jedoch wählen solltest, besteht keineswegs darin, dich auf Wortgefechte mit bösen Menschen einzulassen oder mit ihnen zu streiten und zu versuchen, dich zu rechtfertigen. Stattdessen besteht er darin, wann immer etwas geschieht, gemäß den Wahrheitsgrundsätzen zu praktizieren. Ganz gleich, ob du es mit Menschen zu tun hast, die dich verletzt haben, oder mit solchen, die das nicht getan haben und die dir nützlich sind, die Grundsätze der Praxis sollten dieselben sein“ (Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (15)). Als ich die Worte Gottes las, wurde es in meinem Inneren noch klarer, und ich fand einige Wege der Praxis. Ich sah, dass alles, was uns widerfährt, mit Gottes Erlaubnis geschieht, und es gibt Lektionen, die wir lernen müssen. Gott verlangt von uns, dass wir Menschen prinzipientreu behandeln. Im Umgang mit denen, die uns verletzt haben, sollten wir uns weder stets Demütigungen unterwerfen und Kompromisse eingehen, noch sollten wir in Hass versinken und uns rächen. Vielmehr sollten wir die Situation von Gott annehmen, Gottes Absicht suchen und die Angelegenheit gemäß den Wahrheitsgrundsätzen behandeln. Wenn jemand Verdorbenheit offenbart und uns unabsichtlich mit seinen Worten oder Taten verletzt, müssen wir liebevolle Toleranz und Nachsicht zeigen, seine Kritik und Entlarvung nutzen, um über unsere eigenen Probleme nachzudenken und uns auf unseren eigenen Lebenseintritt konzentrieren. Wenn solche Menschen beim Sprechen und Handeln falsche Absichten haben, also hinter unserem Rücken über uns urteilen und uns angreifen, können wir nicht blind über uns selbst nachdenken, sondern müssen auch unterscheiden, was für ein Mensch sie sind, welche Absichten sie haben, und ihre Probleme ansprechen. Wenn sie bereit sind, die Wahrheit anzunehmen, Buße zu tun und sich zu wandeln, dann sollten sie wie Brüder und Schwestern behandelt werden und gemeinschaftlichen Austausch und Unterstützung angeboten bekommen. Wenn sie nicht einmal ansatzweise bereit sind, die Wahrheit anzunehmen, und böse Menschen und Antichristen sind, dann sollte man sie gemäß der Wahrheit entlarven, ihre Natur unterscheiden, sie bloßstellen und melden. Sie sollten auch gehasst und zurückgewiesen werden. So behandelt man Menschen nach den Wahrheitsgrundsätzen. Li Xins verdorbene Disposition war relativ schwerwiegend, aber sie war bereit, die Wahrheit anzunehmen, Buße zu tun und sich zu wandeln, also sollte ich sie richtig behandeln. Ich musste tolerant und geduldig mit ihr sein und ihr vergeben, dass sie mich verletzt hatte. Was die Probleme betraf, die sie nicht erkannt hatte, so sollte ich sie darauf hinweisen und ihr helfen, sie anleiten, sich selbst zu erkennen und ihre verdorbene Disposition zu beseitigen. Durch diese Situation habe ich auch über mich selbst nachgedacht und Selbsterkenntnis erlangt. Ich sah, dass meine Größe zu gering und mein Verlangen nach Ruf und Status zu stark war. Als Li Xins Worte und Taten meinen Status und meinen Stolz bedrohten, wollte ich mich aus Hitzköpfigkeit rächen und verlor die Vernunft, die ein normaler Mensch haben sollte. Einiges von Li Xins Kritik an mir war zwar nicht objektiv, aber manches benannte echte Probleme, die ich hatte. Zum Beispiel konzentrierte ich mich bei meiner Pflicht nur auf meine Arbeit, anstatt Gottes Worte zu erleben; ich konnte Aufgaben nicht nach Prioritäten ordnen und so weiter. Das alles waren meine Mängel. Durch die Kritik habe ich zwar etwas an Ansehen verloren, aber sie hat mir geholfen, meine Probleme klarer zu erkennen. Es war auch hilfreich für meinen Lebenseintritt. Warum sollte ich Groll gegen sie hegen oder sie hassen? Je mehr ich darüber nachdachte, desto gerührter wurde ich, und meine Voreingenommenheit gegenüber Li Xin verschwand schließlich ganz.
Später, während einer Versammlung, sprach ich offen mit Li Xin über die Verdorbenheit, die ich offenbart hatte, und über meinen eigenen Lebenseintritt. Als ich auf diese Weise praktizierte, spürte ich, wie die Entfremdung zwischen uns verschwand, und ich konnte sie endlich richtig behandeln. Später, in der Zusammenarbeit mit Li Xin, stellte ich fest, dass ihr Wetteifern um Status immer noch sehr ausgeprägt war und sie sich selbst noch nicht gut kannte. Manchmal war ihre Beurteilung von mir nicht objektiv. Ich versuchte, es von Gott anzunehmen, über meine Probleme nachzudenken und mich davon zurückzuhalten, aus Hitzköpfigkeit Rache zu suchen, während ich mich gleichzeitig auf Urteilsvermögen und Beobachtung konzentrierte. Als ich sah, dass Li Xins verdorbene Disposition ziemlich schwerwiegend geworden war, ihre Menschlichkeit gering war, sie ständig versäumte, wirklich Buße zu tun, und die Arbeit störte und unterbrach, meldete ich ihre Situation der Leiterin. Letztendlich wurde Li Xin entlassen. Ich fühlte mich viel ruhiger und befreiter, als ich auf diese Weise praktizierte. Dank sei Gott! Durch diese Erfahrung habe ich erkannt, dass wir nur durch das Praktizieren der Wahrheit und das Leben nach Gottes Worten wirklich ein menschliches Abbild ausleben können.