100. Demütigung und Misshandlung ertragen

Von Ye Hui, China

Eines Morgens im November 2007, als wir uns im Haus von Schwester Liu Hua versammelten, stürmten plötzlich mehr als ein Dutzend Polizisten in den Hof. Bevor wir reagieren konnten, stürzten sie ins Haus und schrien: „Keine Bewegung!“ Es herrschte totales Chaos, und ich hatte schreckliche Angst, also betete ich immer wieder zu Gott. Die Polizisten durchwühlten das Haus. Es dauerte nicht lange, da hatten sie alles auf den Kopf gestellt und die Bücher und DVDs mit den Worten Gottes gefunden, die bei Liu Hua gelagert waren. Dann durchsuchten sie uns gewaltsam und fanden in meiner Tasche Unterlagen über die Mitgliederzahlen der Kirche und Dokumente zu den Kirchenfinanzen. Ich machte mir große Sorgen, aus Angst, dass andere Brüder und Schwestern hineingezogen werden könnten, also betete ich still zu Gott und bat Ihn, sie zu beschützen. Da packte einer der Polizisten Liu Hua und fragte: „Gibt es noch mehr Bücher oder Kirchengeld in deinem Haus?“ Als sie nicht antwortete, stieß der Beamte sie ohne Rücksicht auf ihr Alter heftig zu Boden. Liu Hua schlug hart auf und verlor das Bewusstsein. Ich sah Liu Hua regungslos und mit bleichem Gesicht am Boden liegen und wollte hinlaufen, um ihr aufzuhelfen, doch unerwartet packten mich zwei Beamte an den Armen und zerrten mich zu einem Wagen. Andere Beamte gingen zu Liu Hua, um sie hinauszuzerren, doch als sie sahen, dass sie bewusstlos am Boden lag, verhafteten sie stattdessen die anderen. Ich dachte: „Die Kommunistische Partei hasst Gott. Wenn ihre Handlanger jemanden schnappen, der das Evangelium predigt, werden sie ihn foltern. Manche werden geschlagen und verkrüppelt, andere kommen ins Gefängnis. Besonders wichtige Leiter und Mitarbeiter werden oft ohne Konsequenzen zu Tode geprügelt. Jetzt, wo ich verhaftet bin und sie die Unterlagen zu den Mitgliederzahlen und Finanzen bei mir gefunden haben, halten sie mich sicher für eine Leiterin der Kirche und werden mich nicht so einfach davonkommen lassen.“ Ich hatte etwas Angst, weil ich nicht wusste, welche Folter die Polizei anwenden würde, und ich wusste, dass es eine Kränkung von Gottes Disposition wäre, wenn ich es nicht ertragen würde und zu einem Judas werden würde. Ich durfte kein Judas werden. Ich betete immer wieder zu Gott: „Gott, ich habe gerade solche Angst. Ich weiß nicht, was die Polizei mit mir machen wird. Bitte beschütze mich und gib mir Glauben. Ich bin bereit, in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben!“ Nach dem Gebet fiel mir eine Passage aus Gottes Worten ein: „Wenn du mit Leid konfrontiert wirst, musst du imstande sein, deine Rücksicht auf das Fleisch abzulegen und dich nicht über Gott zu beklagen. Wenn Gott sich vor dir verbirgt, musst du imstande sein, den Glauben zu haben, Ihm zu folgen, deine bisherige Liebe aufrechtzuerhalten, ohne zuzulassen, dass sich diese verändert oder verflüchtigt. Was Gott auch tut, du musst Ihn so orchestrieren lassen, wie Er es will, und es vorziehen, dein eigenes Fleisch zu verfluchen, anstatt dich über Ihn zu beklagen. Wenn du mit Prüfungen konfrontiert wirst, musst du es vorziehen, den Schmerz zu ertragen, das aufzugeben, was du liebst, und bitterlich zu weinen, anstatt es zu versäumen, Gott zufriedenzustellen. Nur das ist wahre Liebe und wahrer Glaube(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Diejenigen, die vervollkommnet werden sollen, müssen Läuterung unterzogen werden). Gottes Worte brachten viel Frieden in mein Herz. Gott lässt zu, dass Leid und Prüfungen über uns kommen, um unseren Glauben zu vervollkommnen. Angesichts von Verhaftung und Verfolgung war ich feige und fürchtete die Folter. Ich sah, dass mein Glaube an Gott nicht echt war. Ich sollte keine Rücksicht mehr auf mein Fleisch nehmen. Egal welche Folter die Polizei anwenden würde, ich musste mich auf Gott verlassen, um in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben. Selbst wenn ich sterben müsste, würde ich niemals ein Judas werden.

Auf der Polizeiwache angekommen, verhörten mich zwei Beamte aggressiv: „Wer ist der Leiter der Kirche? Wo ist das Geld der Kirche?“ Sie verhörten mich bis 20 Uhr, und als sie sahen, dass ich nichts sagte, brachten sie mich in ein Untersuchungsgefängnis. Es war zu dieser Jahreszeit sehr kalt, und zwei Beamtinnen zogen mich gewaltsam nackt aus und durchsuchten mich, dann sperrten sie mich und zwei andere Schwestern in einen Raum, ohne uns etwas zu essen zu geben, wobei sie uns nur eine dünne Decke überließen. Barsch sagten sie: „Ihr könnt alle erfrieren! Wer hat euch erlaubt, dem Allmächtigen Gott zu folgen? Denkt nicht einmal ans Essen, solange ihr noch an diesem Glauben festhaltet!“ In dieser Nacht trösteten und ermutigten wir drei uns leise gegenseitig. Wir begriffen, dass die Verhaftung und Verfolgung Gottes Prüfung waren, und dass wir für Gott Zeugnis ablegen mussten. Egal wie die Polizei uns folterte, selbst wenn sie uns zu Tode prügelte, würden wir niemals Kompromisse mit Satan eingehen! Wir gewannen Glauben und Kraft, und obwohl wir froren und hungrig waren, schien es nicht mehr so unerträglich.

Am nächsten Tag verhörte mich die Polizei. Ein Beamter stieß mir heftig gegen den Kopf und sagte: „Wer ist der Leiter eurer Kirche, du alte Hexe? Wer hat dir die Finanzdokumente der Kirche gegeben? Wenn du es uns sagst, lassen wir dich heute frei, aber wenn du uns nichts sagst, wirst du dein blaues Wunder erleben!“ Angesichts ihres unerbittlichen Verhörs betete ich innerlich unaufhörlich zu Gott und bat Ihn, mein Herz zu behüten. Als er sah, dass ich schwieg, wurde einer der Beamten wütend und sagte: „Wenn du nicht redest, haben wir Mittel und Wege, dich zu foltern! Wir werden dich zu zehn Jahren verurteilen!“ Ein anderer sagte: „Ich schicke dich in das Sibirien Chinas, damit du am eigenen Leib erfährst, was es heißt, dort zu leiden. Mal sehen, wie stur du dann noch bist!“ Sie versuchten ständig, mich zu einer Aussage zu bewegen und mich in Versuchung zu führen. Ich betete nur und verließ mich in meinem Herzen auf Gott und tappte nicht in ihre Falle. Am dritten Tag um 8 Uhr morgens riefen mich vier Beamte heraus, um mich zu fotografieren. Ein Beamter sagte mit einem falschen Lächeln: „Weißt du, warum wir dich fotografieren? Du isst das Brot der Kommunistischen Partei, aber du glaubst nicht an sie, sondern glaubst an Gott und predigst das Evangelium. Wenn jetzt jeder anfängt, an Gott zu glauben, wer glaubt dann noch an die Kommunistische Partei? Du stellst dich gegen die Kommunistische Partei! Aufgrund deines Eifers, das Evangelium zu predigen, verdienst du zehn Jahre Gefängnis. Wir werden dein Foto im Fernsehen zeigen, damit es jeder sieht, und du wirst dich so sehr schämen, dass du dich nicht mehr in der Öffentlichkeit blicken lassen willst!“ Nachdem er das gesagt hatte, grinste er höhnisch und riss mich am Arm, um mich gewaltsam zu fotografieren. Ich war wütend, aber auch sehr besorgt und dachte: „Wenn die Polizei im Fernsehen verbreitet, dass ich wegen meines Glaubens verhaftet wurde, und die Öffentlichkeit gegen mich aufhetzt, was werden meine Freunde und Verwandten dann von mir denken? Meine Nachbarn könnten mich verspotten. Wie könnte ich mich da noch in der Öffentlichkeit blicken lassen? Würden meine Kinder sich für mich schämen und mich ablehnen?“ Diese Gedanken machten mich völlig kraftlos. Mir wurde klar, dass mein Herz weit von Gott abgedriftet war, also betete ich schnell zu Gott und bat Ihn, mein Herz zu behüten. In diesem Moment dachte ich an diese Worte Gottes: „Es gibt unter euch nicht eine einzige Person, die vom Gesetz beschützt wird – stattdessen werdet ihr durch das Gesetz sanktioniert. Noch problematischer ist, dass die Menschen euch nicht verstehen: Ob es nun eure Verwandten, eure Eltern, eure Freunde oder eure Kollegen sind, keiner davon versteht euch. Wenn Gott euch ‚den Rücken kehrt‘, ist es euch unmöglich, auf Erden weiterzuleben, doch trotzdem können es die Menschen nicht ertragen, von Gott getrennt zu sein; das ist die Bedeutung von Gottes Eroberung der Menschen und ist Ausdruck der Herrlichkeit Gottes. Was ihr heute geerbt habt, übertrifft das der Apostel und Propheten im Laufe der Zeitalter und ist sogar noch größer als das von Mose und Petrus. Segnungen können nicht in ein oder zwei Tagen erlangt werden; man muss einen hohen Preis zahlen, um sie sich zu verdienen. Das heißt, ihr müsst eine Liebe besitzen, die Läuterung durchlaufen hat, ihr müsst großen Glauben besitzen und ihr müsst über die vielen Wahrheiten verfügen, von denen Gott fordert, dass ihr sie erlangt; außerdem müsst ihr euch der Gerechtigkeit zuwenden, ohne euch einschüchtern zu lassen oder zurückzuweichen, und ihr müsst ein gottliebendes Herz besitzen, das bis in den Tod beständig ist. Ihr müsst entschlossen sein, eure Lebensdisposition muss sich wandeln, eure Verderbtheit muss geheilt werden, ihr müsst alle Orchestrierungen Gottes klaglos akzeptieren und euch sogar bis in den Tod unterwerfen. Genau das solltet ihr erreichen, genau das ist das endgültige Ziel von Gottes Werk und das, was Gott von dieser Gruppe von Menschen verlangt(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Ist das Werk Gottes so einfach, wie der Mensch es sich vorstellt?). Gottes Worte ließen mich verstehen, dass die Verhaftungen und die Verfolgung von Christen durch die Kommunistische Partei und ihre Versuche, die öffentliche Meinung zu manipulieren, um uns zu verleumden und anzugreifen, dazu dienen sollen, uns zum Verrat an Gott zu zwingen. Tappte ich nicht in Satans Falle, indem ich negativ und gequält war, weil ich Angst hatte, verspottet zu werden? Wegen des Glaubens an Gott verhaftet und gedemütigt zu werden, heißt, um der Gerechtigkeit willen verfolgt zu werden, und das ist etwas Herrliches, aber ich hatte Angst davor, verspottet zu werden. Zeigte das nicht, dass ich Gut und Böse nicht unterscheiden konnte? Ich hatte so viel Bewässerung und Versorgung durch Gottes Worte genossen, und jetzt, wo Gott von mir verlangte, Zeugnis abzulegen, nahm ich Rücksicht auf mein Fleisch und sorgte mich um Eitelkeit und meinen Stolz. Es mangelte mir wirklich an Gewissen! Bei diesem Gedanken empfand ich tiefe Reue und dachte: „Egal, was sie heute mit mir machen, selbst wenn sie mein Foto im Fernsehen zeigen, um mich zu verleumden und die Leute dazu zu bringen, mich zu verspotten und abzulehnen, werde ich dennoch in meinem Zeugnis standhaft bleiben und Gott niemals verraten!“

Nachdem das Foto gemacht war, brachte mich die Polizei zurück in den Verhörraum. Ein Beamter nahm die Unterlagen über die Mitgliederzahlen und Finanzen der Kirche aus meiner Tasche und warf sie auf den Tisch, starrte mich an und schrie: „Heute musst du genau erklären, woher diese Sachen kommen! Wenn du nicht redest, blühen dir zehn Jahre Haft!“ Als er sah, dass ich nicht antwortete, stieß er mir heftig mit dem Finger gegen den Kopf und sagte: „Du alte Schachtel, ich habe schon viele wie dich gesehen. Wenn du heute nicht gestehst, riskierst du das bisschen Leben, das dir noch bleibt! Wir haben fünf Teams, die sich beim Verhör abwechseln. Mal sehen, wer den längeren Atem hat!“ Das jagte mir Angst ein, da ich daran dachte, wie manchen Brüdern und Schwestern nach ihrer Verhaftung Bambusspäne unter die Fingernägel getrieben worden waren und anderen Pfefferwasser eingeflößt worden war. Ich fragte mich, ob sie das Gleiche mit mir machen würden, wenn ich weiterhin schwieg. Würde ich es aushalten können, wenn sie mich folterten und mehrere Jahre lang ins Gefängnis steckten? Ich war über 50 Jahre alt und meine Gesundheit war nicht gut; was, wenn sie mich zu Tode folterten? Ich betete in meinem Herzen unaufhörlich zu Gott und bat Ihn, mir Kraft zu geben. In diesem Moment dachte ich an einige Worte Gottes: „In dieser Werkphase ist von uns ein Höchstmaß an Glauben und Liebe gefordert, und aufgrund der kleinsten Unachtsamkeit können wir ins Straucheln geraten, denn diese Phase des Werkes unterscheidet sich von allen früheren: Was Gott perfektioniert, ist der Glaube der Menschen, der sowohl unsichtbar als auch nicht greifbar ist. Was Gott tut, ist, Worte in Glauben, in Liebe und in Leben zu verwandeln(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Der Weg … (8)). Gottes Worte gaben mir Glauben und Kraft. Egal welchem Leid oder welcher Prüfung ich gegenüberstand, ich musste mich auf meinen Glauben verlassen und in meinem Zeugnis standhaft bleiben. Nur so konnte ich von Gott vervollkommnet werden. Ich dachte an Hiobs Leiden unter Satans Versuchung. Als er seine riesigen Rinder- und Schafherden, seinen immensen Reichtum und seine Kinder verlor, und sein ganzer Körper mit schmerzhaften Geschwüren bedeckt war, glaubte Hiob dennoch an Gott. Er verfluchte lieber sein eigenes Fleisch, als sich über Gott zu beklagen, und er pries weiterhin Gottes Namen. So blieb er in seinem Zeugnis standhaft, beschämte Satan und erhielt Gottes Billigung und Segnungen. Dass ich gefangen genommen und verfolgt wurde, war Satans Versuchung, und es war zugleich Gottes Prüfung und Test. Ich musste Hiobs Beispiel folgen und mich nicht über Gott beklagen, selbst wenn es den Tod bedeutete, und ich musste mich auf Gott verlassen, um in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben und Satan zu beschämen. Von da an sagte ich nichts mehr, egal wie die Polizei mich verhörte. Als sie sahen, dass sie nichts aus mir herausbekamen, sagten die Polizisten zu einem anderen Team: „Findet einen Weg, ihren Mund aufzubekommen, diese Unterlagen weisen eine beachtliche Summe Geld aus. Bringt sie dazu, die Einzelheiten über das Kirchengeld und die Leiter zu gestehen. Lasst sie nicht schlafen, bis sie redet!“ Das zweite Polizeiteam bestand aus zwei jungen Männern. Sie stellten sich zu beiden Seiten von mir auf und schlugen mir mit den Fäusten kräftig auf die Schultern und verlangten zu erfahren, wer die Leiter der Kirche waren. Mir wurde etwas schwindelig. Ich saß auf einem Hocker, zitterte am ganzen Körper und konnte nicht sprechen. Sie ließen nicht locker und schlugen weiter mit ihren Fäusten auf mich ein. Nach einer Weile kam der Leiter des Büros für öffentliche Sicherheit zähneknirschend herein und sagte: „Du hast nach all der Zeit immer noch nicht gestanden? Wer hat dir die Finanzdokumente der Kirche gegeben? Wenn du es uns heute nicht sagst, wirst du dein blaues Wunder erleben!“ Als ich das hörte, raste mein Herz, und ich betete hastig zu Gott: „Gott, es scheint, als würden sie mich nicht gehen lassen. Ich kann das nicht allein überwinden; ich bin bereit, mich auf Dich zu verlassen. Egal wie sie mich foltern, ich werde niemals ein Judas sein!“ In diesem Moment drehte sich mir plötzlich der Magen um und ich begann zu erbrechen. Als die Polizisten sahen, dass ich mich überall übergab, wichen sie zurück. Ich nutzte die Gelegenheit, schnappte mir die Unterlagen über die Mitgliederzahlen und Finanzen der Kirche vom Tisch und wischte mich damit überall ab. Dann warf ich sie auf den Boden und trampelte darauf herum, um sie unkenntlich zu machen, was die Polizisten wütend machte und erblassen ließ. In diesem Augenblick erhielt der Leiter des Büros für öffentliche Sicherheit einen Anruf, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass seine Schwiegermutter verstorben sei und er schnell nach Hause müsse, weshalb sie die Befragung unterbrechen mussten. Ich wusste, dass dies Gottes Schutz war, und war Ihm zutiefst dankbar. Die Polizei verhörte mich insgesamt achtmal, aber sie bekamen keinerlei Informationen aus mir heraus, und so schickten sie mich schließlich in eine Haftanstalt.

In der Haftanstalt brachten mich zwei Beamtinnen in einen kleinen Raum und beschimpften mich: „Wir werden dich ausziehen und bloßstellen, du alte Hexe!“ Dann nahmen sie eine Schere und schnitten jeden Knopf von meiner Kleidung ab. Danach zogen sie mich aus und warfen meine Schuhe weg. Nach der Durchsuchung ließen sie mich barfuß über einen Hof in einen anderen Raum gehen. Ich fühlte mich zutiefst gedemütigt, und war sehr wütend und verzweifelt, deshalb betete ich immer wieder zu Gott. Mir fiel eine Passage aus Gottes Worten ein: „Es ist für Gott enorm schwierig, Sein Werk im Land des großen roten Drachen auszuführen, aber gerade über diese Schwierigkeit führt Gott eine Phase Seines Werkes aus, um Seine Weisheit und Seine wundersamen Taten offenbaren zu können, und Gott nutzt diese Gelegenheit, um diese Gruppe von Menschen vollkommen zu machen. Es geschieht aufgrund des Leids der Menschen, aufgrund ihres Kalibers und aufgrund all der satanischen Dispositionen der Menschen dieses schmutzigen Landes, dass Gott Sein Werk der Reinigung und Eroberung vollbringt, sodass Er hierdurch Herrlichkeit erlangen und jene Menschen gewinnen kann, die Seine Taten bezeugen. Das ist die ganze Bedeutung des gesamten Preises, den Gott für diese Gruppe von Menschen bezahlt hat(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Ist das Werk Gottes so einfach, wie der Mensch es sich vorstellt?). Die Erleuchtung durch Gottes Worte ließ mich verstehen, dass durch meine Gefangennahme und Demütigung zwar mein Fleisch ein wenig gelitten hatte und mein Stolz verletzt worden war, dass dieses Leiden jedoch um der Gerechtigkeit willen und um der Wahrheit willen geschehen war und dass dieses Leiden wertvoll und sinnvoll war. Verfolgt zu werden half mir auch, Urteilsvermögen zu erlangen und die Niederträchtigkeit und Schamlosigkeit des großen roten Drachen klarer zu sehen, und ich begann, ihn von Herzen zu verabscheuen und abzulehnen. Bei diesem Gedanken schämte ich mich nicht mehr, und ich beschloss, in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben, um Satan zu beschämen.

Nachdem ich dreißig Tage in der Haftanstalt festgehalten worden war, klagte mich die Polizei wegen „Störung der öffentlichen Ordnung“ an und verurteilte mich zu einem Jahr Umerziehung durch Arbeit. Im Arbeitslager war ich in einem Raum von etwa 10 Quadratmetern mit 20 Personen zusammengepfercht, und die Arbeit begann jeden Morgen um 6 Uhr. Die Polizei wies uns ständig Aufgaben zu, und wenn wir sie nicht erfüllten, durften wir weder essen noch schlafen und mussten nachts Überstunden machen. Egal ob Tag oder Nacht, wann immer wir gerufen wurden, um etwas zu schleppen, mussten wir sofort los, und 30 bis 35 Kilo schwere Lasten allein in den dritten Stock tragen. Wenn wir uns langsam bewegten, schrien uns die Polizisten an und beschimpften uns. Immer, wenn ich den zweiten Stock erreichte, konnte ich mich nicht mehr bewegen und fiel bei jedem Schritt hin, und ich musste mich Zentimeter für Zentimeter bis zum dritten Stock hocharbeiten. Jedes Mal war ich völlig erschöpft, schweißgebadet und meine Beine waren zittrig, und nachdem ich fertig war, blieb mir keine Zeit zum Verschnaufen, bevor ich sofort andere Arbeit erledigen musste. Ich schuftete jeden Tag, als würde mein Leben davon abhängen, aus Angst vor Bestrafung oder einer verlängerten Haftstrafe, wenn ich die Aufgaben nicht erfüllte, was oft zu Kopfschmerzen und Schwindel führte und mich mehrmals fast in Ohnmacht fallen ließ. Nachdem ich den ganzen Tag geschuftet hatte, musste ich nachts zwei Stunden lang Wache stehen, ohne einzunicken, mich an die Wand zu lehnen oder mich frei zu bewegen, und jeder Verstoß wurde mit Bestrafung und Beschimpfungen geahndet. Als es schließlich Zeit zum Schlafen war, war auch das Schlafen eine Qual, da vier von uns sich auf ein ein Meter breites Bett quetschen mussten, und ich musste mich in eine winzige Lücke zwängen, um mich mühsam hinlegen zu können, unfähig mich zu drehen oder zu bewegen, da die anderen Insassen mich bei jeder Bewegung anschrien. Meine Beine hingen aus dem Bett heraus und verkrampften in der eisigen Kälte. Oft hatte ich auch Albträume, in denen ich gefangen genommen oder verhört wurde. Dabei wachte ich schweißgebadet auf. Wir waren ständig hungrig, und wenn es Zeit zum Essen war, erhielten diejenigen von uns, die an Gott glaubten, nur dünne, wässrige Nahrung, ganz ohne jegliches Fett. Im Arbeitslager fühlte sich jeder Tag wie ein Jahr an. Jeden Tag dachte ich: „Wann werden diese finsteren und elenden Tage endlich ein Ende haben?“ Ich fühlte mich ziemlich schwach, also betete ich zu Gott. Ich dachte an diese Worte Gottes: „Wenn du, unabhängig davon, wie Gott wirkt, und unabhängig von deiner Umgebung, in der Lage bist, nach dem Leben zu streben und die Wahrheit zu suchen, nach Kenntnis von Gottes Werk zu streben und danach zu streben, Seine Taten zu erkennen, und wenn du in der Lage bist, der Wahrheit entsprechend zu handeln, dann ist das wahrer Glaube und beweist, dass du den Glauben an Gott nicht verloren hast. Wenn du imstande bist, im Laufe der Läuterung beharrlich nach der Wahrheit zu streben und Gott wahrhaftig zu lieben, und keine Zweifel an Ihm entwickelst, und wenn du, was immer Er tut, dennoch die Wahrheit praktizierst, um Ihn zufriedenzustellen, und wenn du imstande bist, in den Tiefen nach Seinen Absichten zu suchen und Seine Absichten zu berücksichtigen, ist es das, was es bedeutet, wahren Glauben an Gott zu haben(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Diejenigen, die vervollkommnet werden sollen, müssen Läuterung unterzogen werden). „Habt ihr jemals die Segnungen angenommen, die für euch vorbereitet wurden? Habt ihr jemals nach den Verheißungen gestrebt, die euch gelten? Unter der Führung Meines Lichtes werdet ihr den Würgegriff der Mächte der Finsternis durchbrechen. Ihr werdet inmitten der Dunkelheit nicht die Führung des Lichts verlieren. Ihr werdet die Herren aller Dinge sein. Ihr werdet vor Satan Überwinder sein. Beim Niedergang des Landes des großen roten Drachen werdet ihr als Beweis für Meinen Sieg inmitten der unzähligen Menschen stehen. Im Lande Sinim werdet ihr standhaft und unerschütterlich sein. Durch die Leiden, die ihr ertragt, werdet ihr Meine Segnungen erben und ihr werdet Mein Licht der Herrlichkeit innerhalb des ganzen Universums ausstrahlen(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Worte Gottes an das gesamte Universum, Kapitel 19). Gottes Worte trösteten und ermutigten mich wirklich. Ein Überwinder ist jemand, der inmitten von Verfolgung und Drangsal immer noch die Wahrheit praktizieren, Satan überwinden und für Gott Zeugnis ablegen kann. Aber ich wurde schon bei geringem Leiden negativ und schwach. Wie sollte ich so Satan überwinden? Diese Härten ertragen zu können und die Gelegenheit zu haben, für Gott Zeugnis abzulegen, war Gottes Erhöhung und Segen für mich. Vor diesem Hintergrund empfand ich dieses Leiden als wertvoll und sinnvoll, und ich war bereit, mich zu unterwerfen und mich auf Gott zu verlassen, um es zu erfahren. Auf diese Weise, gestützt auf das Gebet und die Führung durch Gottes Worte, überstand ich das Jahr im Gefängnis. Als ich das Arbeitslager verließ, hatte ich über fünfzehn Kilo abgenommen und litt unter Folgeschäden an meinen Händen.

Nach meiner Entlassung aus dem Arbeitslager ließ die Kommunistische Partei nicht nach in ihrer Überwachung, und sie platzierte einen Spitzel im Dorf, der mich beobachten sollte, um zu sehen, ob ich noch an Gott glaubte oder Versammlungen besuchte. Ich führte ein Leben, als wäre ich in einem Bilderrahmen eingesperrt, unfähig, Versammlungen zu besuchen oder das Evangelium zu predigen, sodass mir keine andere Wahl blieb, als mein Zuhause zu verlassen, um meine Pflichten auszuführen. In jenen Jahren kamen oft Beamte von der Polizeiwache zu mir nach Hause, um meinen Mann über meinen Aufenthaltsort zu verhören, und sie riefen oft meinen Sohn und meine Schwiegertochter an und drängten sie, mich zu suchen. Eines Tages traf mich meine Schwiegertochter auf der Straße und bestand darauf, dass ich mit ihr nach Hause käme. Als wir dort ankamen, sagte mein Sohn mit Tränen in den Augen: „Die Polizeiwache ruft ständig an, wenn du nicht zu Hause bist, wir finden keine Ruhe mehr! Wir wissen, dass dein Glaube an Gott eine gute Sache ist, aber die Kommunistische Partei ist dagegen, und wenn du weiterhin an Gott glaubst, lassen sie unsere Kinder nicht zur Schule gehen, und unser Leben wird unerträglich werden. Du musst dich entscheiden: dein Gott oder diese Familie?“ Als ich das hörte, dachte ich: „Wenn ich weiterhin an Gott glaube und das Evangelium predige, wird meine Beziehung zu meinem Sohn und meiner Schwiegertochter zerbrechen, und sie werden in Zukunft nicht für mich sorgen. Was werde ich tun, wenn ich alt bin?“ Ich betete in meinem Herzen zu Gott. In diesem Moment dachte ich an diese Worte Gottes: „Wie solltest du, wenn sich Gott und Satan im geistlichen Reich bekämpfen, Gott zufriedenstellen und in deinem Zeugnis für Ihn standhaft bleiben? Du solltest wissen, dass alles, was dir geschieht, eine große Prüfung darstellt sowie den Zeitpunkt, an dem du für Gott Zeugnis ablegen musst(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Nur Gott zu lieben, ist wahrlich an Gott zu glauben). Durch Gottes Worte verstand ich Seine Absicht. Die Umstände, denen ich gegenüberstand, waren eine Prüfung, und ich musste auf Gottes Seite stehen und Ihn zufriedenstellen. Mein Sohn und meine Schwiegertochter drangsalierten und behinderten mich, aber die wahre Schuldige war die Kommunistische Partei, die versuchte, mich mit diesen Tricks zum Verrat an Gott zu zwingen. Ich durfte nicht zulassen, dass Satans Pläne aufgingen, und ich musste mich auf Gott verlassen, um in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben und Satan zu beschämen. Egal wie mein Leben aussehen wird oder ob mein Sohn sich um mich kümmern wird, es liegt alles in Gottes Händen, und ich bin bereit, mich auf Ihn zu verlassen, um es zu erfahren. Ich wusste, dass ich meinen Glauben und meine Pflichten nicht zu Hause ausüben konnte, also fand ich einen Weg, mein Zuhause zu verlassen und meine Pflichten weiterhin auszuführen.

Der große rote Drache verfolgt mich schon seit vielen Jahren, und je mehr er mich verfolgt, desto mehr hasse ich ihn und lehne ihn aus tiefstem Herzen ab, und desto standhafter bleibe ich in meinem Glauben, folge Gott und führe meine Pflichten aus. Dank sei Gott!

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