75. Ist der Ansatz, alles dir Anvertraute gewissenhaft zu erledigen richtig?

Von Yin An, China

Mein Großvater genoss in unserem Dorf ein sehr hohes Ansehen und war immer gerne bereit, Anderen zu helfen. Als ich klein war, zogen er und meine Großmutter in die Stadt, doch wann immer jemand im Dorf etwas brauchte, ließ er seine Geschäfte liegen und kehrte ins Dorf zurück, um zu helfen. Alle sagten, mein Großvater sei ein guter Mann, und hatten großen Respekt vor ihm. Wenn von ihm die Rede war, sprachen alle in den höchsten Tönen von ihm. Ich war stolz, solch einen Großvater zu haben. Nach seinem Tod habe ich die Leute oft über ihn sprechen hören. Sie sagten, er sei ein Mann von hoher moralischer Integrität und gutem Ruf gewesen. Das bestärkte mich in dem Gefühl, dass die Art, wie mein Großvater sich verhalten hatte, gut und vertrauenswürdig war und dass er selbst nach seinem Tod noch einen guten Ruf genoss. Später habe ich immer tatkräftig geholfen, wenn mich jemand um Hilfe bat, denn ich dachte, wenn ich Anderen auf diese Weise helfen würde, wäre das gut und würde mich zu einem guten Menschen machen.

Nachdem ich zu Gott gefunden hatte, habe ich für die Kirche Videos gemacht. Da ich mich ein wenig mit Computertechnik auskannte, kamen die Brüder und Schwestern mit ihren Computerproblemen zu mir. Ich empfand es als eine gute Tat, den Brüdern und Schwestern bei der Reparatur ihrer Computer zu helfen. Außerdem bedeutete es wohl, dass sie mir vertrauten, wenn sie mich um Hilfe baten, und ich fragte mich: „Wenn ich nicht helfe, was werden dann alle von mir denken? Werden sie mich nicht für egoistisch halten und denken, es fehle mir an Menschlichkeit?“ Solange ich also ein Problem lösen konnte, habe ich niemanden abgewiesen. Manchmal habe ich mir den Kopf zerbrochen, um nach Informationen zu suchen, wenn ich ein Problem nicht lösen konnte, und versuchte dann, eine Lösung zu finden. Obwohl das viel Zeit in Anspruch nahm und meine eigentliche Arbeit verzögerte, hatte es für mich dennoch oberste Priorität, den Brüdern und Schwestern bei ihren Computerproblemen zu helfen. Ich dachte, da ich ihre Bitte angenommen hatte, müsste ich auch gute Arbeit leisten. Denn wenn ich es nicht gut machen würde, würde ich nicht mein Ansehen verlieren? Wer würde mir dann in Zukunft noch vertrauen? Nach und nach erhielt ich Lob von den Brüdern und Schwestern, und alle dachten, ich besäße eine gute Menschlichkeit und sei gern bereit zu helfen. Also fand ich, dass sich der Preis, den ich zahlte, lohnte.

Später musste ich aus beruflichen Gründen eine neue Technik erlernen. Die Leiterin wies mich ausdrücklich an: „Du musst das schnell lernen und es dann allen Anderen beibringen. Sonst verzögert sich die Nutzung durch die Brüder und Schwestern und die Arbeitseffizienz wird beeinträchtigt.“ Während ich mich auf das Erlernen der neuen Technik konzentrierte, zeigte der Computer von Schwester Xiaoxue plötzlich einen Bluescreen an und ließ sich nicht mehr starten. Sie bat mich, nachzusehen, was das Problem sei. Als ich mir den Fehlercode auf dem Bluescreen ansah, stellte ich fest, dass ich so etwas noch nie gesehen hatte, und wusste nicht, wie ich das regeln sollte, also sagte ich ihr, sie solle ihn zur Reparatur einschicken. Aber sie befürchtete, die Reparatur würde zu lange dauern, und bestand darauf, dass ich ihr helfe, ihn zu reparieren. Sie sagte: „Ich überlasse dir den Computer; ich bin sicher, du schaffst das.“ Ich sah, wie viel Vertrauen sie in mich setzte, und dachte: „Wenn ich jetzt noch einmal ablehne, was wird sie dann von mir denken?“ Ich brachte es nicht übers Herz, abzulehnen, und stimmte zu. Die nächsten zwei Tage blieb ich zu Hause, suchte online nach Informationen und zerbrach mir den Kopf, wie ich den Computer reparieren könnte. Ich probierte verschiedene Methoden aus und schaffte es schließlich, ihn zu reparieren. Die Schwester freute sich sehr über den reparierten Computer, und ich freute mich sehr und dachte, die harte Arbeit der letzten beiden Tage habe sich gelohnt. Doch zugleich überkam mich eine leise Wehmut: „Ich habe Anderen geholfen, ihre Probleme zu lösen, aber mit der Technik, die ich lernen sollte, bin ich immer noch nicht vorangekommen. Aber hat wer von mir verlangt, Anderen Versprechungen zu machen? Dann muss ich eben einen etwas höheren Preis zahlen und lang aufbleiben, um das nachzuholen.“ Danach riefen mich die Brüder und Schwestern immer hinzu, wenn sie Computerprobleme hatten, und es war mir zu peinlich, abzulehnen. Ich verbrachte viel Zeit damit, was meine eigentliche Arbeit verzögerte. Ich überlegte, den Brüdern und Schwestern vorzuschlagen, ihre Geräte bei Problemen zuerst woanders reparieren zu lassen und dass ich dies nach dieser arbeitsreichen Zeit wieder regeln würde. Aber als die Brüder und Schwestern mich erneut um Hilfe baten, half ich ihnen unwillkürlich wieder. Obwohl ich tagein, tagaus bienenfleißig war, gab mir das Lob aller hinterher das Gefühl, dass sich die Mühe gelohnt hatte. Weil ich jeden Tag damit beschäftigt war, Anderen bei der Reparatur von Computern zu helfen, wurden meine Lernpläne auf Eis gelegt. Die Verantwortliche fragte mich, wie mein Lernen vorankam, und hielt mit mir Gemeinschaft. Sie legte mir nahe, mehr über die Technik zu lernen und sie so bald wie möglich den Brüdern und Schwestern beizubringen. Ich wusste, dass diese Arbeit dringend war und dass es die Effektivität und den Fortschritt der Videoarbeit beeinträchtigen würde, wenn ich es nicht lernte. Aber dann dachte ich: „Wenn ich mich weigere zu helfen, wenn die Brüder und Schwestern mich bitten, werden sie dann nicht denken, ich sei egoistisch und lieblos?“ In dieser Zeit bemühte ich mich sehr, technische Fähigkeiten zu erlernen, während ich gleichzeitig den Brüdern und Schwestern half, Computerprobleme zu lösen. Ich hatte das Gefühl, dass die Tage nie genug Stunden hatten, und war sehr müde, wusste aber nicht, wie ich praktizieren sollte.

Später erkannte ich, als ich Gottes Worte las, welche falschen Ansichten hinter meinem Streben steckten. Der Allmächtige Gott sagt: „Von dem Moment an, in dem Menschen zu sprechen beginnen, lernen sie alle möglichen Sprichwörter und Sprüche von den Leuten, von Ungläubigen, von Satan und von der Welt. Es fängt mit der frühesten Erziehung an, wenn den Menschen von ihren Eltern und Familien beigebracht wird, was für eine Person sie sein sollen, was sie sagen sollen, welche Moral sie besitzen sollen, welche Gedanken und welche Integrität sie haben sollen und so weiter. Selbst nachdem sie in die Gesellschaft eingetreten sind, akzeptieren Menschen unbewusst die Indoktrination durch verschiedene Lehren und Theorien Satans. ‚Tu dein Bestes, um alles dir Anvertraute gewissenhaft zu erledigen‘ wird jedem Menschen von seiner Familie und der Gesellschaft als eine der Formen moralischer Verhaltensweise eingeflößt, die die Menschen bei ihrem Verhalten besitzen müssen. Wenn du diese moralische Verhaltensweise besitzt, sagen die Leute, du seist edelmütig, ehrenhaft und integer, von der Gesellschaft geachtet und hoch angesehen. Da der Satz ‚Tu dein Bestes, um alles dir Anvertraute gewissenhaft zu erledigen‘ von den Menschen und von Satan kommt, wird er Gegenstand unserer Analyse und Beurteilung, und mehr noch, Gegenstand unserer Ablehnung. Warum beurteilen wir diesen Satz und lehnen ihn ab? Zunächst wollen wir untersuchen, ob der Satz richtig ist und ob ein Mensch, der ihn befolgt, recht hat. Ist es wirklich edelmütig, jemand von moralischem Charakter zu sein und ‚sein Bestes zu tun, um alles ihm Anvertraute gewissenhaft zu erledigen‘? Besitzt ein solcher Mensch die Wahrheitsrealität? Besitzen sie die von Gott genannte Menschlichkeit, die geschaffene Wesen haben sollten, und die Grundsätze für das eigene Verhalten, an die sie sich halten sollten? Versteht ihr alle den Satz ‚Tu dein Bestes, um alles dir Anvertraute gewissenhaft zu erledigen‘? Erklärt zunächst in euren eigenen Worten, was der Satz bedeutet. (Er bedeutet, dass du, wenn dich jemand mit einer Aufgabe betraut, keine Mühen scheuen darfst, um sie zu erledigen.) Sollte das der Fall sein? Die Aussage ‚Tu dein Bestes, um alles dir Anvertraute gewissenhaft zu erledigen‘ bedeutet, wenn jemand dir eine Aufgabe anvertraut, bedeutet das, dass er dich hochschätzt, an dich glaubt und dich für vertrauenswürdig hält, und dass du deshalb, ganz gleich, worum diese Person dich bittet, zustimmen und es gemäß ihren Anforderungen gut und angemessen ausführen und sie glücklich und zufrieden machen solltest – dann bist du ein guter Mensch. Daraus folgt, dass die Zufriedenheit desjenigen, der dich mit einer Aufgabe betraut, der Maßstab dafür ist, ob du ein guter Mensch bist. Kann man es so erklären? (Ja.) Es ist also ganz einfach, in den Augen anderer als guter Mensch zu gelten und von der Gesellschaft anerkannt zu werden, nicht wahr? (Ja.) Was heißt das: es ist ‚einfach‘? Es bedeutet, dass der Maßstab dafür sehr niedrig ist und mitnichten von Edelmut zeugt. Wenn du die moralische Norm ‚Tu dein Bestes, um alles dir Anvertraute gewissenhaft zu erledigen‘ erfüllst, giltst du in solchen Belangen als jemand, der sich moralisch verhält. Es impliziert, dass du es verdient hast, dass die Menschen dir vertrauen und sie dir Aufgaben zur Erledigung anvertrauen und dass du ein ehrenwerter Mensch und ein guter Mensch bist(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (14)). Als ich über Gottes Worte nachdachte, wurde mir klar, dass ich mich nicht nach Gottes Worten verhielt, sondern nach traditionellen Vorstellungen von Satan lebte, wie zum Beispiel dem Grundsatz: „Tu dein Bestes, um alles dir Anvertraute gewissenhaft zu erledigen“. Obwohl meine Eltern mir diese Vorstellung nicht ausdrücklich vermittelt haben, habe ich von klein auf beobachtet, wie sorgfältig mein Großvater die ihm anvertrauten Angelegenheiten behandelte. Egal wie schwierig oder zeitaufwendig sie waren, er erledigte sie, wodurch er sich schließlich den Respekt seiner Mitmenschen verdiente und sogar über seinen Tod hinaus in guter Erinnerung blieb. Ich dachte, das sei die richtige Art, sich zu verhalten, und dass ich so die Bewunderung der Leute gewinnen und ein Mensch mit Würde und Integrität sein könnte. Unbewusst begann ich durch den ständigen Einfluss dieser Vorstellung selbst danach zu streben, ein solcher Mensch zu werden. Seit die Brüder und Schwestern wussten, dass ich mich etwas mit der Reparatur von Computern auskannte, kamen sie bei Problemen immer zu mir. Ich habe niemanden abgewiesen und erhielt dadurch einiges an positiver Resonanz. Das bestärkte mich noch mehr in dem Gefühl, dass dies die richtige Art war, mich zu verhalten. Kamen Brüder und Schwestern wieder mit Problemen zu mir, habe ich ihnen geholfen, selbst wenn meine eigenen Pflichten noch gar nicht fertig waren. Ich dachte, sie baten mich um Hilfe, weil sie mir vertrauten, und hatte das Gefühl: Wenn ich die Computer nicht für sie repariere, enttäusche ich dann nicht ihr Vertrauen? Um sicherzugehen, dass die Brüder und Schwestern gut über mich sprachen und um in ihren Augen ein liebevoller und guter Mensch zu sein, erfüllte ich alle ihre Bitten, egal wie schwierig sie waren. Lieber verzichtete ich auf etwas Schlaf oder verzögerte sogar meine eigentliche Arbeit, nur um die Aufgaben zu erledigen, die Andere mir anvertraut hatten. Ich lebte nach der sogenannten Tugend: „Tu dein Bestes, um alles dir Anvertraute gewissenhaft zu erledigen“, handelte dabei aber ohne Grundsätze und habe es versäumt, Prioritäten zu setzen. Ich strebte nur danach, in den Augen der Menschen als vertrauenswürdiger und guter Mensch dazustehen, was dazu führte, dass ich die Videotechniken, die ich hätte lernen sollen, nicht lernte und meine eigentliche Arbeit verzögerte. Ich erkannte, dass mein Denken und meine Ansichten von Satan verdorben und verdreht worden waren und ich nicht einmal wusste, was ein wirklich guter Mensch ist.

Später las ich weitere Worte Gottes und verstand, welche Verantwortung und welche Pflichten ein geschaffenes Wesen erfüllen sollte. Gott sagt: „Die Aussage zur moralischen Lebensführung ‚Tu dein Bestes, um alles dir Anvertraute gewissenhaft zu erledigen‘ muss noch unter einem weiteren Aspekt beurteilt werden. Wenn die Aufgabe, mit der du betraut wurdest, nicht zu viel von deiner Zeit und deiner Energie in Anspruch nimmt und dein Kaliber ihr gewachsen ist oder das Umfeld und die Bedingungen stimmen, kannst du aus menschlichem Gewissen und menschlicher Vernunft heraus Dinge für andere nach bestem Können erledigen und ihre vernünftigen und angemessenen Forderungen erfüllen. Wenn jedoch die Aufgabe, mit der du betraut wurdest, einen erheblichen Teil deiner Zeit und deiner Energie in Anspruch nimmt, viel von deiner Zeit raubt, bis zu dem Punkt, an dem du dein Leben opferst und deine Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen in diesem Leben und deine Pflichten als erschaffenes Wesen zunichte gemacht und dadurch ersetzt werden, was wirst du dann tun? Du solltest dich weigern, denn es ist weder deine Verantwortung noch deine Verpflichtung. Was die Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen im Leben eines Menschen angeht, abgesehen davon, sich um seine Eltern zu kümmern, seine Kinder zu erziehen, und gesellschaftliche und gesetzliche Verantwortlichkeiten zu erfüllen, ist das Wichtigste, dass ein Mensch seine Energie, seine Zeit und sein Leben darauf verwendet, die Pflicht eines geschaffenen Wesens zu tun, anstatt von irgendjemandem mit einer Aufgabe betraut zu werden, die seine Zeit und Energie beansprucht. Denn Gott erschafft einen Menschen, schenkt ihm Leben und bringt ihn in diese Welt, und es ist nicht seine Aufgabe, für andere Leute Dinge zu tun und ihre Verantwortlichkeiten zu erfüllen. Was die Menschen vor allem anderen annehmen sollten, ist Gottes Auftrag. Nur Gottes Auftrag ist ein echter Auftrag, und eine anvertraute Aufgabe eines Menschen zu akzeptieren, bedeutet, deine eigentlichen Pflichten nicht auszuführen(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (14)). Aus Gottes Worten verstand ich, dass es nicht falsch ist, den Brüdern und Schwestern zu helfen, und dass dies die Liebe ist, die ein Mensch mit normaler Menschlichkeit haben sollte. Aber Zeit und Energie aufzuwenden, um Anderen ohne Grundsätze zu helfen, die Kirchenarbeit zu missachten und meine eigenen Pflichten zu vernachlässigen – eine solche Hilfe ist unangebracht, und ich sollte mich weigern, sie zu leisten. Gott hat meine Geburt in den letzten Tagen vorherbestimmt, und ich habe meine eigene Mission und meine eigenen Pflichten zu erfüllen. Wenn ich meine Pflichten aufschiebe, um von Anderen anvertraute Aufgaben zu erledigen, dann vernachlässige ich meine eigentliche Arbeit. Die Leitung hatte mich ja damit beauftragt, eine neue Technik zu erlernen, also hätte ich sie so schnell wie möglich lernen sollen, was die Effizienz der Videoproduktion für alle verbessern würde. Als jedoch Andere Probleme mit ihren Geräten hatten und mich um Hilfe baten, stellte ich meine eigene Arbeit trotzdem zurück, um ihnen zu helfen, obwohl ich wusste, dass die Reparatur der Geräte viel Zeit und Energie kosten und meine eigentliche Arbeit verzögern würde, nur um bei ihnen einen guten Eindruck zu hinterlassen. Das verzögerte meine Recherche zur Videotechnik. Ich erkannte, dass es meinem Vorgehen an Grundsätzen mangelte, dass ich nicht wusste, welche Aufgaben ich ablehnen und bei welchen ich helfen sollte, und dass ich blind der Philosophie Satans folgte. Infolgedessen rieb ich mich tagein, tagaus völlig auf, opferte sogar die Zeit für meine Andachten und das Essen und Trinken von Gottes Worten, und auch meine eigentliche Arbeit verzögerte sich. Jetzt verstand ich, dass ich jederzeit meiner eigenen Pflicht den Vorrang geben muss. Das ist es, was Gott von mir verlangt. Wenn ich meine Pflichten aufschiebe, um die Bewunderung Anderer zu gewinnen oder um mir von Anderen anvertraute Aufgaben zu erledigen, vernachlässige ich meine eigentliche Arbeit, und das entspricht nicht Gottes Absicht.

Später las ich weitere Worte Gottes und erlangte ein gewisses Urteilsvermögen über die Tugend „Tu dein Bestes, um alles dir Anvertraute gewissenhaft zu erledigen“. Gott sagt: „In dieser menschlichen Gesellschaft denkt jeder wie ein Geschäftsmann, alle machen Geschäfte. Alle Menschen stellen sich gegenseitig Forderungen, und alle wollen auf Kosten anderer profitieren, ohne selbst Verluste zu erleiden. Manche sagen: ‚Unter denen, die „ihr Bestes tun, um alles ihnen Anvertraute gewissenhaft zu erledigen“, gibt es auch viele, die nicht versuchen, auf Kosten anderer zu profitieren. Sie wollen einfach ihr Bestes geben, um etwas gut zu erledigen, diese Menschen verhalten sich wirklich so moralisch.‘ Diese Aussage ist falsch. Auch wenn sie nicht nach Reichtum, materiellem Besitz oder irgendeinem Vorteil streben, so streben sie doch nach Ruhm. Um was für eine Art von ‚Ruhm‘ handelt es sich hier? Um folgende: ‚Ich habe die Aufgabe angenommen, die diese Person mir anvertraut hat. Unabhängig davon, ob diese Person anwesend ist oder nicht, solange ich mein Bestes gebe, um sie gut auszuführen und gewissenhaft damit umzugehen, was diese Person mir anvertraut hat, werde ich einen guten Ruf haben. Es wird zumindest ein paar Leute geben, die wissen werden, dass ich ein guter Mensch bin, ein Mensch von hohem moralischem Charakter und jemand, der es wert ist, dass man ihm nacheifert. Ich kann meinen Platz unter den Menschen einnehmen und mir einen guten Namen in einer Gruppe von Leuten machen. Es lohnt sich!‘ Andere sagen: ‚„Tu dein Bestes, um alles dir Anvertraute gewissenhaft zu erledigen“, und da Leute uns etwas anvertraut haben, ob sie anwesend sind oder nicht, müssen wir ihre Aufgaben gut erledigen und bis zum Ende dranbleiben. Selbst wenn wir kein dauerhaftes Vermächtnis hinterlassen, können sie uns wenigstens nicht hinter unserem Rücken kritisieren und sagen, wir seien nicht glaubwürdig. Wir dürfen nicht zulassen, dass künftige Generationen diskriminiert werden und diese Art von krasser Ungerechtigkeit erleiden.‘ Wonach streben sie? Sie streben immer noch nach Ruhm. Manche Menschen legen großen Wert auf Reichtum und Besitz, andere auf Ruhm und Gewinn. Was bedeutet ‚Ruhm‘? Was sind die konkreten Bezeichnungen für ‚Ruhm‘ unter den Menschen? Man wird als guter Mensch und als jemand von hohem moralischem Charakter, als Vorbild, als tugendhafter Mensch oder als Heiliger bezeichnet. Es gibt sogar Menschen, die, weil es ihnen gelungen ist, ‚ihr Bestes zu tun, um alles ihnen Anvertraute gewissenhaft zu erledigen‘, und weil sie diese Art von moralischem Charakter haben, für immer gepriesen werden und ihre Nachkommen von ihrem Ruhm profitieren. Wie du siehst, ist das viel wertvoller als die wenigen Vorteile, die sie gegenwärtig herausschlagen können. Dementsprechend ist der Ausgangspunkt eines jeden, der sich an die sogenannte moralische Norm ‚Tu dein Bestes, um alles dir Anvertraute gewissenhaft zu erledigen‘, hält, keine so einfache Angelegenheit. Es geht ihnen nicht nur darum, ihre Pflichten und ihre Verantwortung als Menschen zu erfüllen, sie befolgen diese Norm entweder für persönlichen Gewinn oder Ansehen, entweder für dieses oder das nächste Leben. Natürlich gibt es auch solche, die vermeiden wollen, dass man sie hinter ihrem Rücken kritisiert und sie in Verruf bringt. Kurz gesagt, der Ausgangspunkt für Menschen, die so etwas tun, ist keine simple Angelegenheit, er entstammt weder der Menschlichkeit noch der sozialen Verantwortung der Menschen. Betrachtet man die Absicht und den Ausgangspunkt von Leuten, die solche Dinge tun, so ist das Ziel, das jene Menschen verfolgen, die an dem Satz ‚Tu dein Bestes, um alles dir Anvertraute gewissenhaft zu erledigen‘, festhalten, keineswegs als unkompliziert zu beschreiben(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (14)). Aus Gottes Worten erkannte ich, dass Menschen, die nach der traditionellen Vorstellung leben: „Tu dein Bestes, um alles dir Anvertraute gewissenhaft zu erledigen“, immer persönliche Absichten verbergen. Als ich zum Beispiel den Brüdern und Schwestern bei der Reparatur ihrer Computer half, erwartete ich zwar keine materiellen Vorteile von ihnen, aber ich wollte eine gute Resonanz bekommen und in ihren Herzen ein gutes Bild von mir abgeben. Deshalb war ich bereit, meine Zeit und Energie zu opfern, um die mir anvertrauten Aufgaben zu erledigen, damit sie mich für vertrauenswürdig und zuverlässig hielten. Ich dachte an meinen Großvater. Er hatte sein ganzes Leben nach der Tugend gelebt: „Tu dein Bestes, um alles dir Anvertraute gewissenhaft zu erledigen“. Er hatte Angst, dass man ihn nach seinem Umzug in die Stadt dafür kritisieren würde, auf die Dorfbewohner herabzusehen, also tat er, egal welche Probleme die Dorfbewohner hatten, immer sein Bestes, um ihnen zu helfen. Das brachte ihm einen guten Ruf ein, und alle hielten ihn für einen wohlwollenden und guten Menschen. Ich war von meinem Großvater stark beeinflusst, und auch ich lebte nach der traditionellen Vorstellung: „Tu dein Bestes, um alles dir Anvertraute gewissenhaft zu erledigen“. Wenn Menschen in meinem Umfeld Schwierigkeiten hatten, gab ich alles, um ihnen zu helfen, sobald sie zu mir kamen, aus Angst, sie könnten schlecht über mich reden. Hatten Brüder und Schwestern Computerprobleme und baten mich um Hilfe, dachte ich nicht an meine eigenen Pflichten oder die Dringlichkeit der Aufgaben im Vergleich. Um ihr Vertrauen nicht zu verlieren, stellte ich meine eigenen Pflichten zurück und half ihnen, ohne auf die Grundsätze zu achten, was zu Verzögerungen in der Kirchenarbeit führte. Jetzt verstand ich, dass die Fähigkeit, nach dem Grundsatz „Tu dein Bestes, um alles dir Anvertraute gewissenhaft zu erledigen“ zu handeln, nicht bedeutet, ein Mensch mit wahrer Menschlichkeit oder edlem Charakter zu sein. Es ist nur ein Mittel, um die Gunst der Leute zu gewinnen, um durch die Hilfe für Andere Lob zu ernten und einen guten Ruf zu hinterlassen. Mein Streben danach war wirklich irreführend und heuchlerisch! Ich konnte nicht länger nach dieser traditionellen Vorstellung leben. Ich musste mich nach Gottes Worten verhalten und handeln. Man sollte Gott und den eigenen Pflichten treu sein. Die Pflichten eines geschaffenen Wesens zu erfüllen, ist meine Mission und Verantwortung. Als ich später mit ähnlichen Situationen konfrontiert wurde, praktizierte ich bewusst nach Gottes Worten.

Einmal kaufte eine Schwester einen neuen Computer und wollte, dass ich ihr helfe, das System neu zu installieren. Als ich sah, dass der Computer das neueste Modell war, ich so etwas noch nie installiert hatte und einige Treiber fehlten, wurde mir klar, dass ich Zeit und Mühe für die Recherche aufwenden müsste, wenn ich zustimmte. Ich war im Zwiespalt und dachte: „Wenn ich der Schwester meine Hilfe verweigere, wird sie dann nicht denken, dass ich ihr nicht helfen will, und ihren guten Eindruck von mir verlieren?“ Aber dann bedachte ich, dass ich einige dringende Arbeiten zu erledigen hatte, die Zeit und Mühe für die Recherche erforderten, und dass die Hilfe bei der Einrichtung des Computers meine Arbeit verzögern würde. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich schon wieder darüber nachdachte, was Andere von mir hielten. Also betete ich zu Gott, weil ich die Arbeit nicht für Ruhm und Gewinn verzögern wollte. Danach las ich weitere Worte Gottes: „Wenn dich jemand mit einer Aufgabe betraut, wie solltest du praktizieren? Wenn die Aufgabe, mit der du betraut wirst, nur eine ganz geringe Anstrengung erfordert, bei der du einfach nur etwas sagen oder eine Kleinigkeit tun musst, und du das nötige Kaliber besitzt, kannst du aus Mitgefühl und aus deiner Menschlichkeit heraus helfen; das wird nicht als falsch angesehen. Dies ist ein Grundsatz. Wenn jedoch die Aufgabe, die dir übertragen wird, einen erheblichen Teil deiner Zeit und deiner Energie in Anspruch nimmt oder du damit sogar einen beträchtlichen Teil deiner Zeit vergeudest, hast du das Recht, sie abzulehnen. Selbst wenn es sich um deine Eltern handelt, hast du das Recht, nein zu sagen. Du brauchst ihnen nicht treu zu sein oder zu akzeptieren, womit sie dich beauftragen, das ist dein Recht. Woher kommt dieses Recht? Es ist dir von Gott verliehen worden. Das ist der zweite Grundsatz. Der dritte Grundsatz lautet: Wenn dir jemand eine Aufgabe überträgt und die Möglichkeit besteht, dass sie, auch wenn sie nicht viel Zeit und Energie in Anspruch nimmt, die Ausführung deiner Pflicht stört oder beeinträchtigt oder deinen Willen, deine Pflicht auszuführen, sowie deine Treue zu Gott zerrüttet, solltest du sie ebenfalls ablehnen. Wenn dich jemand mit etwas betraut, das sich auf dein Streben nach der Wahrheit auswirken, deine Entschlossenheit, nach der Wahrheit zu streben, und dein Tempo beim Streben nach der Wahrheit stören und unterbrechen und dich dazu bringen kann, auf halbem Wege aufzugeben, dann solltest du es erst recht ablehnen. Du solltest alles ablehnen, was sich nachteilig auf die Ausführung deiner Pflicht oder dein Streben nach der Wahrheit auswirkt. Das ist dein Recht; du hast das Recht, ‚nein‘ zu sagen. Es besteht keine Notwendigkeit für dich, deine Zeit und Energie zu investieren. Du kannst alles ablehnen, das für die Ausführung deiner Pflicht, für dein Streben nach der Wahrheit oder für deine Rettung sinnlos, wertlos, nicht erbaulich, nicht hilfreich und nicht nützlich ist. Kann man das als Grundsatz betrachten? Ja, das ist ein Grundsatz(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (14)). Gott hielt Gemeinschaft über drei Grundsätze, wie wir mit von Anderen anvertrauten Aufgaben umgehen sollten, was mir einen Weg der Praxis aufzeigte. Wenn das Computerproblem der Schwester nicht kompliziert, sondern eine einfache Aufgabe wäre, könnte ich ihr helfen, denn das ist die Liebe, die zwischen Brüdern und Schwestern bestehen sollte. Wenn ihr Problem aber nicht schnell zu lösen wäre und von mir verlangen würde, meine Pflichten zurückzustellen und Zeit und Mühe aufzuwenden, dann müsste ich das Für und Wider abwägen und zuerst an meine eigenen Pflichten denken. Wenn es meinen Arbeitsfortschritt verzögern würde, dürfte ich nicht zusagen. Ich konnte nicht weitermachen wie bisher und jede Bitte annehmen, egal wie wichtig sie war, nur um das Lob der Leute zu bekommen, ohne meine eigene Verantwortung und meine Verpflichtungen zu berücksichtigen. Das würde die Kirchenarbeit verzögern. Gottes Auftrag treu zu sein und meine eigenen Pflichten zu erfüllen, ist das Wichtigste. Nach Gottes Worten beurteilt, würde die Hilfe bei der Neuinstallation des Computers der Schwester meine Zeit und Energie beanspruchen und meine Pflichten verzögern, und außerdem brauchte die Schwester es nicht dringend. Also lehnte ich ihre Bitte ab und sagte ihr, ich würde ihr bei der Einrichtung helfen, wenn ich Zeit hätte. Als ich nach Gottes Worten praktizierte, ohne auf meine eigenen Interessen zu achten oder mein Ansehen in den Augen Anderer zu schützen, fühlte ich mich befreit, unbeschwert, und mit einem reinen Gewissen.

Durch diese Erfahrung erkannte ich, dass es der richtige Weg ist, in allem die Wahrheit zu suchen und nach den Grundsätzen zu praktizieren. Ich muss meine Pflichten annehmen, ohne mich vor ihnen zu drücken, und mein Bestes geben, sie auszuführen, denn das ist meine Verantwortung und Verpflichtung. Bei Aufgaben, die mir von Anderen anvertraut werden, sollte ich jedoch abwägen, ob sie mit den Grundsätzen übereinstimmen und ob sie meine Pflichten verzögern werden. Ich sollte nicht meine eigenen Interessen ins Spiel bringen oder nach den Philosophien Satans leben. Das stimmt mit diesen Worten Gottes überein: „Menschen und Dinge völlig nach Gottes Worten zu betrachten und sich völlig dementsprechend zu verhalten und zu handeln, wobei die Wahrheit der Maßstab ist(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (2)).

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