13. Bei den verschiedenen Pflichten gibt es keine Statusunterschiede
In meiner Familie hatten von jeher die Männer das Sagen, und mein Vater hatte bei allem das letzte Wort. Er hat nie im Haushalt mitgeholfen; Kochen, Wäschewaschen und Putzen waren die Aufgaben meiner Mutter und meiner Schwester. Oft sagte er uns Brüdern: „Männer gehören nach draußen an die Arbeit und Frauen an den Herd.“ Ackerbau und Geldverdienen seien Männersache, während Kochen und Waschen Frauenarbeit wären. Seine Worte und sein Vorbild haben mich so geprägt, dass auch meine älteren Brüder nach ihrer Heirat zu den Familienoberhäuptern wurden und keinen Finger im Haushalt rührten. Ich wollte genauso sein wie sie, denn ich hatte das Gefühl, nur so hätte man die richtige Haltung und Würde eines Mannes. Nach meiner Heirat war meine Frau eine sehr tüchtige und gute Hausfrau, die alle Hausarbeiten übernahm. Manchmal, beim Essen, brachte sie mir mein Essen sogar direkt. Das bestärkte mich noch mehr in dem Gefühl, dass ich als Mann keine Arbeiten wie Waschen, Flicken oder Kinderbetreuung machen sollte. Das war alles Frauenarbeit. Wenn ich das täte, wäre es demütigend und unter meiner Würde. Später, nach der Geburt unseres Kindes, kam ich von der Arbeit nach Hause und sah, wie sie sich mit dem Baby im Arm beim Kochen und bei der Hausarbeit abmühte. Ich wollte ihr helfen, doch dann dachte ich daran, wie demütigend es wäre, wenn die Leute herausfänden, dass ein erwachsener Mann wie ich solche Arbeiten verrichtete. Also ging ich lieber zum Kartenspielen, anstatt meiner Frau bei der Hausarbeit zu helfen. Nachdem ich Gottes Werk der letzten Tage angenommen hatte, las ich mit großer Freude Gottes Worte. Aus Seinen Worten erkannte ich, dass ich im Glauben an Gott in allem die Wahrheit praktizieren und normale Menschlichkeit ausleben musste. Ich konnte mich nicht einfach von anderen bedienen lassen – das wäre wirklich unvernünftig gewesen. Von da an half ich meiner Frau bei einigen Hausarbeiten und lernte kochen, Gemüse waschen und putzen.
Eines Tages im Januar 2023 sagte der Leiter, dass es bei einer Gastfamilie Sicherheitsprobleme gab und die dort wohnenden jungen Schwestern sofort umziehen müssten. Er bat mich, sie vorübergehend aufzunehmen, und sagte, sie würden nach dem Neujahrsfest umziehen, sobald eine passende neue Gastfamilie gefunden sei. Ich dachte mir: „Ich bin ein Bruder. Den ganzen Tag am Herd stehen – wie erniedrigend und peinlich wäre das denn! Warum hat der Leiter mir die Gastgeberpflicht aufgetragen? Will er mir das Leben absichtlich schwer machen?“ Aber dann dachte ich: „Ich glaube schon seit vielen Jahren an Gott. Wenn ich diese Pflicht ablehne, wird der Leiter dann nicht sagen, ich sei niemand, der nach der Wahrheit strebt? Außerdem ist mein Zuhause wirklich gut für die Aufnahme geeignet. Auch wenn meine Frau aus der Kirche entfernt wurde, unterstützt sie mich bei der Ausführung meiner Pflicht, und meine beiden Kinder haben auch nichts dagegen. Es wäre perfekt für die jungen Schwestern, das Neujahrsfest bei mir zu verbringen. Und außerdem hat der Leiter mich nur gebeten, sie vorübergehend aufzunehmen. Sobald eine passende Gastfamilie gefunden ist, ziehen sie wieder aus.“ Bei diesem Gedanken stimmte ich zu. Doch als es an der Zeit war, sie aufzunehmen, tauchte diese Denkweise wieder auf: „Männer gehören nach draußen an die Arbeit und Frauen an den Herd.“ Da meine Frau in einem Frühstücksladen arbeitete, war ich derjenige, der jeden Tag das Frühstück und Mittagessen kochte. Meine Frau ermahnte mich immer wieder: „Zieh eine Schürze und Ärmelschoner an, wenn du kochst, sonst machst du dir die Kleider schmutzig und sie sind schwer zu waschen.“ Ich stimmte ihr mündlich zu, tat es aber kein einziges Mal. Ich dachte: „Sie will, dass ich Ärmelschoner und eine Schürze trage? Wie würde das denn aussehen? Ich sähe ja aus wie eine alte Hausfrau! Wenn die Schwestern mich so sehen würden, wie peinlich wäre das! Kochen und Waschen sind Hausarbeiten, die Schwestern machen sollen, nicht Brüder. Wenn die Brüder und Schwestern herausfinden, dass ich die Gastgeberpflicht ausführe, werden sie bestimmt auf mich herabschauen. Ich kann es nicht fassen, dass ich, ein Bruder, der eigentlich Textarbeit macht, jetzt zum Profikoch geworden bin!“ Nach einiger Zeit arrangierte der Leiter, dass eine weitere junge Schwester bei uns einzog, und die Schwestern schienen überhaupt keine Anstalten zu machen, auszuziehen. Ich dachte mir: „Hieß es nicht, sie würden nach dem Neujahrsfest ausziehen? Warum werden jetzt noch mehr Leute in meinem Haus einquartiert? Dieses tägliche Kochen ist so entwürdigend. Wann hat das endlich ein Ende?“ Ich fühlte mich von Negativität erdrückt, kochte nicht mehr mit ganzem Herzen und wurde oberflächlich. Der Reis, den ich kochte, war entweder zu hart oder zu weich, und die Gerichte, die ich briet, waren entweder zu salzig oder völlig fade. Aber ich reflektierte überhaupt nicht über mich selbst; ich fand sogar, dass es schon gut genug war, das Essen überhaupt auf den Tisch zu bekommen. Später fingen sie an, mir Feedback zu geben und sagten, die Nudeln, die ich kochte, seien nicht durch und die Salzkristalle in den kalten Speisen hätten sich nicht aufgelöst. Das zu hören, ärgerte mich noch mehr. „Es ist schon erniedrigend genug, dass ein erwachsener Mann wie ich den ganzen Tag für euch kocht, und jetzt habt ihr an allem etwas auszusetzen? Das ist unerträglich!“ In meinem Herzen wünschte ich mir nur, sie würden so schnell wie möglich ausziehen. Später wurde mir klar, dass mit meinem Zustand etwas nicht stimmte, also betete ich zu Gott und bat Ihn, mich zu führen, damit ich meine eigenen Probleme verstand.
Damals hörte ich eine Hymne mit Gottes Worten:
Die ursprüngliche Menschheit waren Lebewesen mit einem Geist
1 Am Anfang schuf Ich die Menschheit; das heißt, Ich schuf Adam, den Ahnherrn der Menschheit. Er wurde mit Gestalt und Bild beschenkt, vor Kraft strotzend, vor Lebenskraft strotzend, und war überdies in Begleitung Meiner Herrlichkeit. Das war der glorreiche Tag, an dem Ich den Menschen schuf. Danach wurde Eva aus dem Leib Adams hervorgebracht und auch sie war die Ahne des Menschen; und so waren die Menschen, die Ich schuf, erfüllt mit Meinem Atem und übersprudelnd von Meiner Herrlichkeit.
2 Adam wurde ursprünglich aus Meiner Hand geboren und war die Darstellung Meines Ebenbildes. Somit war die ursprüngliche Bedeutung von „Adam“ ein von Mir geschaffenes Wesen, getränkt mit Meiner Lebensenergie, getränkt mit Meiner Herrlichkeit, mit Gestalt und Bild, mit Geist und Atem. Er war das einzige geschaffene Wesen, das einen Geist besaß, das fähig war, Mich zu vertreten, Mein Ebenbild zu tragen und Meinen Atem zu empfangen.
3 Am Anfang war Eva der zweite mit dem Atem beschenkte Mensch, dessen Schöpfung Ich bestimmt hatte; die ursprüngliche Bedeutung von „Eva“ war also ein geschaffenes Wesen, das Meine Herrlichkeit fortsetzen würde, erfüllt von Meiner Lebenskraft und überdies beschenkt mit Meiner Herrlichkeit. Eva kam von Adam, also trug auch sie Mein Ebenbild, denn sie war der zweite Mensch, der Meinem Ebenbild nach geschaffen wurde. Die ursprüngliche Bedeutung von „Eva“ war ein lebendiger Mensch, mit Geist, Fleisch und Knochen, Mein zweites Zeugnis sowie Mein zweites Ebenbild unter den Menschen. Sie waren die Ahnen der Menschheit, der reine und wertvolle Schatz des Menschen, und von Beginn an lebendige, mit dem Geist beschenkte Wesen.
– Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Was es bedeutet, ein wahrer Mensch zu sein
Während ich über den Text nachdachte, wurde mir klar, dass Gott, als Er am Anfang die Menschheit schuf – Adam und Eva –, nie gesagt hatte, Männer seien edler als Frauen oder Frauen hätten einen niedrigeren Status als Männer. In Gottes Augen sind Männer und Frauen gleich. Im Hause Gottes ist es genauso. Egal, welche Pflicht man ausführt, Gott hat nie gesagt, dass bestimmte Pflichten von Brüdern und andere nur von Schwestern erledigt werden müssen. Aber ich war seit meiner Kindheit von den Worten und Taten meines Vaters geprägt und lebte nach chauvinistischen Vorstellungen. Ich habe Frauen immer herabgesetzt und auf Aufgaben wie Kochen und Waschen herabgeschaut, weil ich dachte, das alles sei Frauenarbeit. Deshalb widerstrebte mir meine Gastgeberpflicht so sehr, und selbst als ich sie tat, war ich nur oberflächlich. Alles, was ich dachte und tat, stimmte nicht mit Gottes Absichten überein. Als ich das erkannte, war ich bereit, mich zu unterwerfen und meine Gastgeberpflicht gewissenhaft auszuführen. Danach kochte ich die Nudeln etwas länger und legte die kalten Speisen im Voraus ein. Ich fing auch an, über Abwechslung bei den Gerichten nachzudenken. Als ich sah, dass einige der jungen Schwestern krank waren und husteten, machte ich ihnen ein Getränk aus Birnen und Kandiszucker. Gerade als ich anfing, mich zu ändern, zogen die jungen Schwestern aus.
Nachdem sie weg waren, dachte ich oft darüber nach: „Warum habe ich während meiner Zeit als Gastgeber so viel Widerstand gezeigt?“ Später las ich Gottes Worte, die das Problem des Chauvinismus entlarvten, und erlangte dadurch ein gewisses Verständnis über mich selbst. Der Allmächtige Gott sagt: „Viele Männer denken: ‚Hausarbeiten wie Wäschewaschen und Kleiderflicken sind alles Dinge, die Frauen tun sollten. Immer wenn ich diese Aufgaben erledige, ärgere ich mich und fühle mich in meiner Männlichkeit angegriffen.‘ … Manche Männer haben solche chauvinistischen Gedanken; sie schauen auf Hausarbeiten wie die Betreuung von Kindern, Wäschewaschen, Kochen und Putzen mit Verachtung herab und sind nicht bereit, diese Dinge zu tun. Und selbst wenn sie sie tun, dann nur mehr oder weniger widerwillig, aus Angst, dass andere auf sie herabsehen könnten. Sie denken: ‚Wenn ich immer diese Hausarbeiten mache, unterscheide ich mich dann noch von einer Frau?‘ Haben diese Männer nicht ein Problem mit ihrer Denkweise? (Ja.) … Menschen aus bestimmten Regionen sind besonders chauvinistisch – das ist unbestreitbar das Ergebnis der Prägung und des Einflusses ihrer Familien. Hat diese Prägung dir also geschadet oder genutzt? (Sie hat mir geschadet.) Sie war für die Menschen von großem Nachteil“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (14)). „Nehmen wir an, dass du einer der Brüder bist und man von dir verlangt, jeden Tag für die anderen Brüder und Schwestern Mahlzeiten zuzubereiten und ihr Geschirr zu waschen – würdest du dich unterwerfen? (Ich glaube ja.) Auf kurze Sicht könntest du das vielleicht, doch wenn man von dir verlangen würde, diese Pflicht langfristig zu tun, würdest du dich unterwerfen? (Gelegentlich könnte ich mich unterwerfen, doch mit der Zeit würde ich es vielleicht nicht mehr können.) Das heißt, dass du dich nicht unterworfen hast. Woher kommt es, dass sich die Menschen nicht unterwerfen? (Es kommt daher, dass die Menschen traditionelle Auffassungen in ihrem Herzen haben. Sie denken, Männer sollten außerhalb des Haushalts arbeiten und Frauen sollten sich um die Hausarbeit kümmern, dass Kochen die Aufgabe einer Frau ist und ein Mann das Gesicht verliert, wenn er kocht. Deshalb ist es nicht leicht, sich zu unterwerfen.) Das ist richtig. Bei der Arbeitsteilung liegt eine geschlechtsbasierte Diskriminierung vor. Männer denken: ‚Wir Männer sollten außer Haus sein und den Lebensunterhalt verdienen. Dinge wie Kochen und Waschen sollten die Frauen übernehmen. Man sollte nicht von uns verlangen, das zu tun.‘ Aber das hier sind jetzt besondere Umstände, und man verlangt von dir, dass du es tust, was machst du also? Welche Blockaden musst du überwinden, bevor du dich unterwerfen kannst? Das ist der Knackpunkt. Du musst deine geschlechtsbasierte Diskriminierung überwinden. Es gibt keine Arbeit, die von einem Mann erledigt werden muss, und keine Arbeit muss von einer Frau erledigt werden. Teile die Arbeit nicht auf diese Weise auf. Die Pflicht, welche die Menschen ausführen, sollte nicht basierend auf ihrem Geschlecht bestimmt werden“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Das Praktizieren der Wahrheit ist der einzige Weg, um den Lebenseintritt zu gewinnen). Gottes Worte legten genau meinen Zustand offen. Ich dachte darüber nach, wie ich, beeinflusst durch die Worte und Taten meines Vaters und meine familiäre Erziehung seit meiner Kindheit, immer geglaubt hatte, dass „Männer sind den Frauen überlegen“ und „Männer gehören nach draußen an die Arbeit und Frauen an den Herd“. Ich dachte, Hausarbeiten wie Wäsche waschen, Kochen und Putzen seien alles Frauensache, während Männer nur Landwirtschaft betreiben oder arbeiten müssten, um Geld zu verdienen. Ich glaubte, der Status eines Mannes sei höher als der einer Frau, also sollten ihre Frauen sie selbstverständlich bedienen, und wenn ein Mann Hausarbeit machte, sei das entwürdigend und man würde auf ihn herabschauen. Deshalb habe ich, bevor ich an Gott glaubte, nie im Haushalt mitgeholfen. Wenn ich sah, wie meine Frau sich mit unserem Kind im Arm bei den Hausarbeiten abhetzte, tat sie mir leid und ich wollte ihr helfen, aber dann dachte ich daran, dass ein erwachsener Mann wie ich eine gewisse Haltung und Würde eines echten Mannes wahren sollte. Ich dachte daran, wie sehr ich mein Gesicht verlieren würde, wenn andere mich bei Frauenarbeit sähen, also ging ich lieber zum Kartenspielen und amüsierte mich, anstatt ihr bei den Hausarbeiten zu helfen. All die Jahre hatte meine Frau im Stillen gelitten und ein erschöpfendes und bitteres Leben geführt. Vor allem aber konnte ich mich aufgrund meines chauvinistischen Denkens Gottes Orchestrierungen und Anordnungen nicht unterwerfen. Als der Leiter mich bat, die Schwestern vorübergehend aufzunehmen, sah ich Hausarbeit als Frauenarbeit an und empfand es als demütigend und unter meiner Würde, als Bruder eine Gastgeberpflicht auszuführen. Um mein männliches Image zu schützen, traute ich mich nicht einmal, beim Kochen eine Schürze oder Ärmelschoner zu tragen, aus Angst, die Schwestern könnten auf mich herabschauen. Wegen meines inneren Widerstands war ich bei meiner Pflicht oberflächlich; ich konnte nicht einmal die Nudeln richtig kochen, und das Salz in den kalten Speisen löste sich nicht auf. Als die Schwestern mir Vorschläge machten, fand ich sie zu anspruchsvoll und wünschte mir nur, sie würden so schnell wie möglich ausziehen. Ich erkannte, dass ich, indem ich nach diesen traditionellen kulturellen Vorstellungen lebte, um meine sogenannte männliche Würde und meinen Status zu schützen, unglaublich egoistisch und kalt geworden war, ohne jede normale Menschlichkeit. Ich hatte nicht die geringste Unterwerfung oder Treue gegenüber meiner Pflicht. Als ich das erkannte, betete ich und bat Gott, mich zu führen, damit ich die Wahrheit verstand und mich von den Fesseln und Zwängen meiner chauvinistischen Vorstellungen befreite.
Danach las ich eine Passage von Gottes Worten und fand einen Weg der Praxis. Der Allmächtige Gott sagt: „Sollten sich die sozialen Pflichten von Männern und Frauen unterscheiden? Sollten Männer und Frauen den gleichen sozialen Status haben? Ist es fair, den Status von Männern übermäßig zu erhöhen und Frauen herabzusetzen? (Nein, das ist unfair.) Wie genau sollte also mit dem sozialen Status von Männern und Frauen auf faire und vernünftige Weise umgegangen werden? Welchen Grundsatz müssen wir heranziehen? (Dass Männer und Frauen gleich sind und fair behandelt werden sollten.) Faire Behandlung ist die theoretische Grundlage, aber wie soll sie auf faire und vernünftige Weise in die Praxis umgesetzt werden? Hat das nicht auch etwas mit praktischen Problemen zu tun? Zunächst einmal müssen wir festlegen, dass der Status von Männern und Frauen gleich ist – das ist unbestreitbar. Daher muss auch die gesellschaftliche Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen gleichberechtigt sein und sollte nach ihrem Kaliber und Arbeitsvermögen erwogen und angeordnet werden. Gleichberechtigung sollte vor allem bei den Menschenrechten herrschen, insofern als Frauen das genießen dürfen, was Männer genießen, um die Gleichstellung von Männern und Frauen in der Gesellschaft zu gewährleisten. Wer fähig ist, die Aufgabe zu erfüllen, oder wer fähig ist, die Leitung zu übernehmen, sollte die Aufgabe übernehmen dürfen, unabhängig davon, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Was hältst du von diesem Grundsatz? (Gut.) Das spiegelt die Gleichheit zwischen Männern und Frauen wider. Wenn sich zum Beispiel zwei Männer und zwei Frauen um eine Stelle bei der Feuerwehr bewerben, wer sollte dann eingestellt werden? Faire Behandlung ist die theoretische Grundlage und der Grundsatz. Wie soll man in diesem Fall konkret vorgehen? Wie Ich eben bereits sagte, sollte derjenige nach seinen Fähigkeiten und seinem Kaliber eingestellt werden, der der Aufgabe gewachsen ist. Triff die Wahl einfach nach diesem Grundsatz, indem du schaust, wer unter den Kandidaten körperlich fit und nicht ungeschickt ist. Bei der Brandbekämpfung geht es darum, im Notfall rasch zu handeln. Wer ungeschickt, stumpfsinnig und träge ist, wie eine Schildkröte oder eine alte Kuh, verschwendet wertvolle Zeit. Nachdem die Eigenschaften der einzelnen Kandidaten hinsichtlich ihres Kalibers, ihrer Fähigkeiten, ihrer Erfahrung, ihrer Qualifikation in der Brandbekämpfung usw. geprüft wurden, folgt der Schluss, dass je ein Mann und eine Frau gut geeignet sind: Der Mann ist groß, körperlich stark, hat Erfahrung in der Brandbekämpfung und hat an mehreren Brandbekämpfungs- und Rettungseinsätzen teilgenommen; die Frau ist beweglich, hat eine strenge Ausbildung absolviert, kennt sich mit der Brandbekämpfung und den damit verbundenen Arbeitsabläufen aus, hat Kaliber und hat sich in anderen Jobs ausgezeichnet und Preise erhalten. Am Ende werden also beide ausgewählt. Ist das richtig? (Ja.) Das bedeutet es, die Besten der Besten zu wählen, ohne jemanden zu bevorzugen. … Wenn du eine Sache bearbeitest, ist es zuallererst wichtig, keine Vorurteile gegen Frauen oder Männer zu haben. Du weißt, dass es viele herausragende und talentierte Frauen gibt, und du kennst eine ganze Reihe davon. Auf der Grundlage dieser Einsicht bist du überzeugt, dass das Arbeitsvermögen von Frauen dem von Männern in nichts nachsteht und dass der Wert, den Frauen in die Gesellschaft einbringen, nicht geringer ist als der von Männern. Sobald du diese Einsicht und dieses Verständnis hast, wirst du darauf basierend in der Zukunft richtige Urteile und Entscheidungen treffen. Mit anderen Worten: Wenn du niemanden bevorzugst und keine geschlechtsspezifischen Vorurteile hast, dann ist deine Menschlichkeit in dieser Hinsicht relativ normal, und du kannst fair handeln. Die Verbote der traditionellen Kultur in dem Sinne, dass Männer als den Frauen überlegen gelten, werden aufgehoben. Deine Gedanken sind nicht mehr eingeengt, und du stehst nicht mehr unter dem Einfluss dieses Aspekts der traditionellen Kultur“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (11)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, empfand ich eine große Klarheit und ich verstand: Um mich von den Fesseln traditioneller kultureller Vorstellungen wie „Männer sind den Frauen überlegen“ und „Männer gehören nach draußen an die Arbeit und Frauen an den Herd“ zu befreien, musste ich zunächst die Tatsache anerkennen, dass Männer und Frauen gleich sind. Männer sollten keine Vorurteile gegenüber Frauen haben, geschweige denn sie herabsetzen oder unterdrücken. Das ist unmoralisch und bar jeder Menschlichkeit. Männer sollten Frauen fair behandeln und Hausarbeit nicht als etwas ansehen, das Frauen von Natur aus tun sollten, während sie ansehensvolle Jobs, die Status bringen, als Männersache betrachten. Eine solche Sichtweise ist eine von Satans Irrlehren und Trugschlüssen und widerspricht der Wahrheit völlig. Im Hause Gottes gibt es keine Regel, die besagt, welche Pflichten von Brüdern und welche von Schwestern erledigt werden müssen. Im Hause Gottes werden Pflichten nie nach Geschlecht vergeben, sondern nach dem Kaliber, den Stärken, der Arbeitsfähigkeit jeder Person und den Bedürfnissen der Kirchenarbeit vernünftig zugeteilt. Der Leiter hatte mir zum Beispiel die Gastgeberpflicht aufgetragen, weil es bei der Gastfamilie, in der die Schwestern wohnten, Sicherheitsprobleme gab und man nicht sofort eine sichere neue Unterkunft finden konnte. Mein Zuhause hingegen war geeignet, und meine Frau und meine Kinder unterstützten mich bei der Ausführung meiner Pflicht. Die Anordnung des Leiters sorgte einerseits für die Sicherheit der Schwestern und ermöglichte es ihnen andererseits, ihre Pflichten normal auszuführen, sodass die Kirchenarbeit nicht beeinträchtigt wurde. Indem ich sie aufnahm, unterstützte ich also auch die Kirchenarbeit und erfüllte meine Pflicht. Ich hätte die Anordnung annehmen und mich unterwerfen, die falschen Vorstellungen und Ansichten von „Männer sind den Frauen überlegen“ und „Männer gehören nach draußen an die Arbeit und Frauen an den Herd“ loslassen und meine Gastgeberpflicht gemäß Gottes Worten ausführen sollen.
Danach las ich weitere Worte Gottes und lernte, wie ich meine Pflicht richtig angehen sollte. Der Allmächtige Gott sagt: „Was auch immer deine Pflicht ist, mach keinen Unterschied zwischen hoch und niedrig. Angenommen, du sagst: ‚Selbst wenn diese Aufgabe ein Auftrag Gottes ist und die Arbeit von Gottes Haus, wenn ich sie verrichte, könnten die Leute auf mich herabschauen. Andere bekommen Arbeit, die sie herausragen lässt. Diese Aufgabe wurde mir zugeteilt. Mit ihr kann ich nicht glänzen, und hinter den Kulissen muss ich mich anstrengen. Das ist unfair! Ich will diese Pflicht nicht tun! Meine Pflicht muss eine sein, die mich vor anderen herausragen lässt und mir ermöglicht, mir einen Namen zu machen – und selbst wenn ich mir keinen Namen mache oder herausrage, muss ich daraus einen Nutzen ziehen und mich körperlich wohl fühlen.‘ Ist das eine vertretbare Einstellung? Wählerisch zu sein, bedeutet, die Dinge nicht von Gott anzunehmen; es bedeutet, Entscheidungen deinen eigenen Vorlieben entsprechend zu treffen. Das ist nicht, deine Pflicht anzunehmen; es ist die Verweigerung deiner Pflicht, ein Ausdruck deiner Aufsässigkeit gegenüber Gott. Ein derart wählerisches Verhalten ist durch deine individuellen Vorlieben und Begierden verfälscht. Wenn du auf deinen Stolz und deinen Status, deine eigenen Interessen und andere derartige Dinge Rücksicht nimmst, hast du gegenüber deiner Pflicht keine unterwürfige Haltung. Welche Haltung solltest du gegenüber deiner Pflicht haben? Erstens darfst du nicht analysieren, wer dir diese Arbeit zugewiesen hat; stattdessen solltest du sie von Gott annehmen – es ist Gottes Auftrag, es ist deine Pflicht, und du solltest dich den Orchestrierungen und Anordnungen Gottes unterwerfen und deine Pflicht annehmen. Zweitens unterscheide nicht zwischen hoch und niedrig und mach dir keine Gedanken darüber, von welcher Natur deine Pflicht ist – ob sie dich herausragen lässt oder nicht, ob sie vor den Augen der Öffentlichkeit oder hinter den Kulissen getan werden soll. Berücksichtige diese Dinge nicht. Diese Haltung umfasst noch einen weiteren Aspekt: Unterwerfung und aktive Mitwirkung“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Wie sieht eine maßstabsgerechte Ausführung der eigenen Pflicht aus?). „Sagen wir zum Beispiel, es ist deine Verantwortung, für die Brüder und Schwestern zu kochen, und das ist deine Pflicht. Wie solltest du mit dieser Aufgabe umgehen? (Wir sollten nach den Wahrheitsgrundsätzen suchen.) Wie suchst du nach den Wahrheitsgrundsätzen? Das betrifft die Wirklichkeit und die Wahrheit. Du musst darüber nachdenken, wie du die Wahrheit in die Praxis umsetzt und wie du diese Pflicht gut ausführst. Welche Aspekte der Wahrheit betrifft das? Der erste Schritt ist, dass du zuallererst Folgendes wissen musst: ‚Ich koche nicht für mich selbst. Das hier ist meine Pflicht.‘ Das betrifft den Aspekt der Vision. Was ist mit dem zweiten Schritt? (Wir müssen darüber nachdenken, wie man das Essen gut kocht.) Was ist der Maßstab für gutes Kochen? (Wir müssen Gottes Anforderungen herausfinden.) Das ist richtig. Nur Gottes Anforderungen sind die Wahrheit, der Maßstab und der Grundsatz. Tu alles gemäß Gottes Anforderungen – das ist ein Aspekt der Wahrheit. Zuallererst musst du an diesen Aspekt der Wahrheit denken und dann überlegen: ‚Gott hat mir diese Pflicht übertragen, damit ich sie ausführe. Was ist der Maßstab, den Gott verlangt?‘ Zuallererst musst du diese Grundlage besitzen. Wie solltest du also handeln, um Gottes Maßstab gerecht zu werden? Das Essen, das du kochst, sollte gesund, schmackhaft, hygienisch und für den Körper unschädlich sein – das sind die Details, um die es geht. Solange du nach diesem Grundsatz handelst, wirst du das Essen, das du kochst, entsprechend Gottes Anforderungen zubereiten. Warum sage Ich das? Weil du nach den Grundsätzen dieser Pflicht gesucht hast und deine Handlungen nicht über den von Gott vorgegebenen Rahmen hinausgegangen sind. Deine Vorgehensweise war korrekt. Du hast deine Pflicht gut ausgeführt, und du hast sie auf eine Weise ausgeführt, die den Anforderungen entspricht“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur wenn man nach den Wahrheitsgrundsätzen sucht, kann man seine Pflicht gut ausführen). Im Hause Gottes wird keine Pflicht nach dem Geschlecht einer Person vergeben, und es gibt keine edlen oder niederen Pflichten. Die richtige Haltung gegenüber deiner Pflicht ist, sie von Gott anzunehmen und dich zu unterwerfen. Unabhängig davon, wer sie anordnet oder ob du im Rampenlicht stehst, solltest du die Wahrheitsgrundsätze suchen, um deine Pflicht zu erfüllen. Dies ist die richtige Art zu praktizieren, und sie stimmt mit Gottes Absichten überein. Als der Leiter mir die Gastgeberpflicht auftrug, hätte ich mir keine Sorgen machen sollen, dass man auf mich herabschaut, sondern stattdessen die Wahrheitsgrundsätze suchen und mein Bestes tun sollen, um meine Pflicht zu erfüllen. Zuerst musste ich alles in meiner Macht Stehende tun, um eine sichere Umgebung für die Schwestern zu gewährleisten. Außerdem musste ich das Haus sauber halten und beim Kochen darauf achten, die Mahlzeiten nahrhaft und gesund zuzubereiten. Einerseits korrigierte die Ausführung meiner Gastgeberpflicht meine chauvinistische, falsche Sichtweise, sodass ich Frauen nicht mehr durch die traditionelle Brille von „Männer sind den Frauen überlegen“ betrachtete. Andererseits verbesserte sie auch meine Fähigkeiten im Alltag. Ich bin jetzt viel geschickter im Waschen und Schneiden von Gemüse, und zu Hause bin ich im Grunde derjenige, der kocht und putzt. Ich erinnere mich, wie meine Frau einmal beim Mittagessen lächelnd sagte: „Früher habe ich für dich gekocht, aber ich hätte nie gedacht, dass es jetzt umgekehrt sein würde.“ Auch meine Kinder sagten, ich hätte mich verändert. Manchmal kommen ein paar Schwestern zu mir nach Hause, um ihre Predigten zu besprechen, und meistens bin ich derjenige, der kocht. Ich empfinde es überhaupt nicht mehr als entwürdigend oder demütigend. Die Schwestern sagen sogar, der Fisch, den ich zubereite, sei köstlich. Dass ich mich von diesen traditionellen chauvinistischen Vorstellungen befreien und ein wenig normale Menschlichkeit ausleben kann, ist alles ein Ergebnis, das durch Gottes Worte erreicht wurde. Dank sei Gott!