25. Mein innerer Kampf, als ich erfuhr, dass meine Mutter aus der Kirche entfernt werden sollte
Im August 2021 führte die Kirche die Bereinigungsarbeit durch, und die Leiterin bat mich, eine Bewertung über meine Mutter zu schreiben. Da machte ich mir unweigerlich Sorgen. Meine Mutter war kurz zuvor zu Hause isoliert worden, und obwohl ich nicht genau wusste, wie sie ihre Pflicht tat, wusste ich doch, dass sie nach ihrer Isolation ständig daran dachte, zu arbeiten, um Geld zu verdienen und ein wohlhabendes Leben zu führen. Die Sichtweise hinter ihrem Streben glich der von Nichtgläubigen und zeigte Züge des Verhaltens von Ungläubigen. Der Gedanke, dass gegen meine Mutter ermittelt wurde und sie aus der Kirche entfernt werden könnte, machte mich innerlich sehr zerrissen. „Meine Mutter glaubt seit dreißig Jahren an Gott. Sie hat ständig den Spott und die Verleumdungen von Verwandten ertragen, und mein Vater hat sie oft verfolgt, geschlagen und beschimpft, aber sie hat Gott nie verlassen. Sie hat mich sogar im Glauben erzogen und mich unterstützt, als ich meine Vollzeitpflicht ausführte. Außerdem hat sie die ganze Zeit ihre Pflicht in der Kirche getan, hat jeden Tag gebetet und Gottes Worte gelesen. Vielleicht ist ihr Zustand in letzter Zeit nicht gut, und sie ist negativ geworden und geistlich abgeglitten, aber sie sollte doch als jemand gelten, der aufrichtig an Gott glaubt. Also hat sie es wahrscheinlich nicht verdient, entfernt zu werden, oder?“ Als ich nach Hause kam, wollte ich sie auf ihre Probleme hinweisen, damit sie darüber nachdenken, zur Einsicht kommen und schnell Buße tun und sich ändern konnte. Ich fragte meine Mutter, warum sie isoliert worden war. Sie erzählte, dass sie im Oktober des Vorjahres die Gastgeberpflicht übernommen hatte. Als sie jedoch in ein neues Haus zog, gab es dort keine Haushaltsgegenstände. Daraufhin schrieb sie drei Briefe, in denen sie das Team für allgemeine Angelegenheiten bat, diese vorbeizubringen, aber es wurden keine geliefert. Also ging meine Mutter wieder nach Hause und blieb dort über zehn Tage. Später stutzte die Leiterin sie streng zurecht und sagte, sie habe ihre Pflicht aufgegeben und sei verantwortungslos gewesen. Bei einer anderen Gelegenheit half meine Mutter einigen Brüdern und Schwestern beim Umzug und lieh sich den Elektroroller einer Schwester, die verhaftet worden war. Am nächsten Tag stutzte die Leiterin meine Mutter zurecht, sagte, dies könne Risiken mit sich bringen, und wies sie an, sich sofort zu verstecken. Meine Mutter sträubte sich damals sehr und fuhr direkt nach Hause. Danach wies die Leiterin ihr keine Pflicht mehr zu. Meine Mutter erzählte auch, dass sie 2020 ihr Zuhause verließ, um ihre Vollzeitpflicht zu tun, aber nur zwei Tage später sagte ihr die Leiterin, sie solle zurückgehen. Sie meinte, wenn mein Vater sie bei der Polizei melden würde, könnte das die Brüder und Schwestern in Gefahr bringen. Nachdem sie wieder nach Hause zurückgekehrt war, wies ihr die Leiterin nicht sofort wieder eine Pflicht zu. Als ich das hörte, wurde ich richtig wütend und dachte: „Meine Mutter hat die Initiative ergriffen und ihr Zuhause verlassen, um ihre Pflicht zu tun – warum hat die Leiterin sie aufgehalten? Das nimmt ihr das Recht, ihre Pflicht auszuführen, und zerstört ihre Motivation. Wenn die Leiter und Mitarbeiter keine Grundsätze begreifen und meine Mutter einfach so entfernen, tun sie dann nicht einem guten Menschen Unrecht? Das ist so unfair! Nein, ich muss der Sache auf den Grund gehen – ich kann nicht zulassen, dass meine Mutter unter ungerechten Anschuldigungen leidet.“
Ein paar Tage später traf ich zufällig die Kirchenleiterin und fragte sie: „Es war für meine Mutter nicht einfach, ihr Zuhause zu verlassen, um ihre Pflicht zu tun – warum hast du sie zurückgeschickt? Deswegen war sie lange Zeit in einem negativen Zustand.“ Die Leiterin erklärte, es sei hauptsächlich, weil mein Vater eine bösartige Menschlichkeit habe. Wäre meine Mutter nicht zu Hause gewesen, hätte er vielleicht die Polizei gerufen und damit möglicherweise andere Brüder und Schwestern mit hineingezogen. Sie sagte auch, dass meine Mutter immer nach Lust und Laune handelte und sehr eigenwillig sei. Wenn sie sich positiv fühlte, sei sie zu allem bereit gewesen, aber wenn sie negativ war, habe sie einfach nicht zugehört, egal, wer mit ihr Gemeinschaft hielt oder versuchte, ihr zu helfen, und sie habe dazu geneigt, ihre Pflicht aufzugeben. Sie behandelte ihre Pflicht, wie es ihr gefiel, und handelte eigenwillig, und die meisten Brüder und Schwestern trauten sich nicht, ihr zu vertrauen. Da es also mehr schadete als nützte, dass sie für ihre Pflicht von zu Hause wegging, wurde ihre Rückkehr veranlasst. Die Leiterin sagte auch: „Als sie die Gastgeberpflicht erfüllte und in ein neues Haus zog, sah sie, dass einige Haushaltsgegenstände fehlten, aber sie wollte nicht ihr eigenes Geld ausgeben. Also schrieb sie an das Team für allgemeine Angelegenheiten und forderte, dass diese Gegenstände innerhalb eines Tages geliefert werden sollten. Aber die Zeit war zu knapp, und als das Team für allgemeine Angelegenheiten den Brief erhielt, war die von ihr gesetzte Frist bereits verstrichen. Daraufhin beschwerte sie sich über die Brüder und Schwestern, gab sogar ihre Pflicht auf und ging für einen halben Monat nach Hause. Später wurde sie wegen ihrer Unverantwortlichkeit bei ihrer Pflicht zurechtgestutzt, und obwohl sie ihren Fehler mündlich zugab, war sie danach immer noch die Gleiche. Bei einer anderen Gelegenheit bestand sie darauf, den Elektroroller einer Schwester zu fahren, die zuvor verhaftet worden war, obwohl sie ihren eigenen hatte, was eine riskante Situation schuf. Als die Brüder und Schwestern sie danach zurechtstutzten, wurde sie hitzköpfig und sagte: ‚Wenn ich etwas gut mache, wisst ihr es nicht zu schätzen, aber sobald ich einen Fehler mache, stutzt ihr mich zurecht. Ich halte das nicht mehr aus! Ich tue diese Pflicht nicht mehr. Ich gehe nach Hause! Selbst wenn ich in die Hölle komme, bin ich damit fertig!‘ Die Verantwortliche und ich hielten beide Gemeinschaft mit ihr, aber sie nahm es überhaupt nicht an, nahm einfach ihre Taschen und ging.“ Ich war schockiert, all das von der Leiterin zu hören. Die Dinge waren nicht so, wie meine Mutter sie dargestellt hatte. Ich hätte nicht erwartet, dass sie so eigenwillig sein und die Arbeit der Kirche so sehr stören und unterbrechen würde. Kein Wunder, dass die Leiterin mehr über ihr übliches Verhalten wissen wollte. Das ungläubige Verhalten meiner Mutter war so offensichtlich, und ich fürchtete, dass sie dieses Mal wahrscheinlich aus der Kirche entfernt werden würde. Wenn sie wirklich aus der Kirche entfernt würde, wäre ihr Glaubensweg zu Ende, und am Ende würde sie in den Katastrophen bestraft werden. Wie bedauerlich! Bei dem Gedanken wurde mir ganz elend zumute. War meine Mutter wirklich an dem Punkt angelangt, an dem sie entfernt werden musste? Ich dachte mir, wenn ich vielleicht noch einmal mit ihr Gemeinschaft halten und sie Anzeichen von Reue zeigen würde, könnte sie eventuell doch noch in der Kirche schuften. Also fragte ich die Leiterin: „Habt ihr ihr angesichts ihres Verhaltens im gemeinschaftlichen Austausch die Natur und die Folgen dieser Probleme unmissverständlich erklärt? Habt ihr sie mit Gottes Worten im Detail analysiert und entlarvt? Wenn sie ein schlechtes Begriffsvermögen, ein geringes Kaliber oder eine stark verdorbene Disposition hat, dann braucht sie doch umso mehr gemeinschaftlichen Austausch und Zurechtstutzen.“ Daraufhin sagte die Leiterin: „Wir haben mit ihr Gemeinschaft gehalten, aber sie hat es nicht angenommen. Du kannst ja mal versuchen, mit ihr Gemeinschaft zu halten und sehen, ob sie irgendein Zeichen von Reue und Veränderung zeigt.“
Zu Hause angekommen, hielt ich sofort mit meiner Mutter Gemeinschaft. Ich ging alles durch, was sie in der Kirche getan hatte, tauschte mich mit ihr darüber aus und analysierte jeden einzelnen Vorfall im Detail. Aber sie zeigte keinerlei Anzeichen von Reue oder Schuldeingeständnis, sondern fixierte sich stattdessen immer wieder auf andere und auf bestimmte Angelegenheiten. Sie sagte: „Warum werde nur ich ermahnt, über mich nachzudenken? Haben die Leiter denn keine Fehler gemacht? Hör nicht einfach auf das, was die sagen – die könnten genauso gut im Unrecht sein. Manchmal verstoßen die Anordnungen der Leiter auch gegen die Grundsätze. Warum sonst würde Gott jetzt so viele Worte darüber zum Ausdruck bringen, wie man falsche Leiter erkennt? Weil es heutzutage eben so viele falsche Leiter gibt …“ Als ich sah, dass meine Mutter immer noch über Recht und Unrecht debattierte, wurde ich extrem unruhig und frustriert. Also warnte ich sie: „Wenn du nicht über dich nachdenkst und Buße tust, wirst du entfernt!“ Nachdem sie das gehört hatte, sagte meine Mutter zwar verbal, dass sie bereit sei, sich zu ändern und Buße zu tun, aber kurz darauf meinte sie zu mir: „Ich finde, du solltest dir besser einen Job suchen – du solltest deinen Glauben nicht so ernst nehmen. So viele Leute arbeiten und tun gleichzeitig ihre Pflicht, und sie glauben doch auch an Gott, oder? Und bei all den Leuten, die ihre Vollzeitpflicht tun, fällt eine Person mehr oder weniger nicht ins Gewicht. Du solltest dir einen Ausweg offenlassen und an deine Zukunft denken. Ich bin deine Mutter – ich sage das alles nur zu deinem Besten. Wenn du nicht auf mich hörst, wirst du es bereuen!“ Als ich sie diese Dinge sagen hörte, machte mich das wütend und besorgt. Im folgenden Monat, egal wie ich auch mit ihr Gemeinschaft hielt, weigerte sie sich einfach, über sich nachzudenken oder zur Selbsterkenntnis zu kommen. Stattdessen stritt sie weiter, rechtfertigte sich, verdrehte Tatsachen und stürzte sich auf die Fehler der Leiter und Mitarbeiter. Sie versuchte, mich dazu zu verleiten, weltliche Dinge anzustreben, und hinderte mich wiederholt daran, zu Versammlungen zu gehen und meine Pflicht zu tun. Da durchschaute ich ihr Wesen vollständig – sie war eine Ungläubige.
Ich dachte an Gottes Worte: „Wenn Gläubige in ihrer Rede und ihrem Verhalten genauso achtlos und unbeherrscht sind wie Nichtgläubige, dann sind sie sogar noch niederträchtiger als Nichtgläubige; sie sind archetypische böse Dämonen“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Eine Warnung an diejenigen, die die Wahrheit nicht praktizieren). „Ist es nicht abscheulich, dass manche Leute gern Haarspalterei betreiben und sich in Sackgassen verrennen, wenn ihnen etwas passiert? Das ist ein großes Problem. Menschen mit klarem Verstand würden diesen Fehler nicht machen, aber absurde Leute verhalten sich so. Sie bilden sich immer ein, andere würden ihnen das Leben schwer machen, ihnen absichtlich hart zusetzen, und deshalb machen sie anderen immer das Leben schwer. Ist das nicht eine Abweichung? Sie bemühen sich nicht um die Wahrheit und suchen die Wahrheit nicht, um sich selbst zu kennen; sie sind immer auf triviale Details fixiert, wenn ihnen etwas widerfährt; sie verlangen Erklärungen, versuchen ihr Gesicht zu wahren, und immer wollen sie solche Dinge mit menschlichen Lösungen angehen. Das ist das größte Hindernis für den Lebenseintritt. Wenn du so an Gott glaubst oder so praktizierst, wirst du niemals die Wahrheit gewinnen, denn du trittst nie vor Gott. Du trittst nie vor Gott, um all das zu akzeptieren, was Gott für dich eingerichtet hat, und du benutzt die Wahrheit nicht, um all das anzugehen. Stattdessen benutzt du immer menschliche Lösungen, um die Dinge anzugehen. In Gottes Augen hast du dich somit zu weit von Ihm entfernt. Nicht nur dein Herz hat sich von Ihm entfernt, sondern dein ganzes Sein lebt nicht in Seiner Gegenwart. So sieht Gott diejenigen, die dazu neigen, sich an Vorschriften zu halten, und immer auf triviale Details fixiert sind. … Ich sage euch, welche Pflicht jemand, der an Gott glaubt, auch erfüllt – ob er sich um äußere Angelegenheiten kümmert oder eine Pflicht ausführt, die sich auf verschiedene Arbeiten oder Fachgebiete im Haus Gottes erstreckt –, wenn er nicht häufig vor Gott tritt und in Seiner Gegenwart lebt, wenn er es nicht wagt, Seinen prüfenden Blick zu akzeptieren, und wenn er nicht die Wahrheit von Gott sucht, dann ist er ein Ungläubiger, und er unterscheidet sich in nichts von einem Nichtgläubigen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur wenn wir oft vor Gott leben, können wir eine normale Beziehung mit Ihm führen). Gott sagt: Wenn die Worte und das Verhalten eines Menschen, nachdem er Gott gefunden hat, immer noch denen von Nichtgläubigen gleichen, und er, ganz gleich was geschieht, nichts von Gott annimmt, sich ständig auf Menschen und Angelegenheiten fixiert und die Wahrheit niemals annimmt, dann ist solch ein Mensch ein Ungläubiger. Ich dachte darüber nach, dass meine Mutter zwar seit vielen Jahren an Gott glaubte, aber sie nie etwas von Gott angenommen hatte. Sie behauptete, an Versammlungen teilnehmen und ihre Pflicht tun zu wollen, aber es war nie aufrichtig. Wann immer es um ihre fleischlichen Interessen ging, legte sie ihre Pflicht beiseite, und ganz gleich, wie viele Runden gemeinschaftlichen Austauschs die Brüder und Schwestern mit ihr hielten, sie nahm nie etwas davon an. Selbst nach ihrer Isolation dachte sie nicht über ihre Probleme nach, sondern verdrehte stattdessen Tatsachen, beklagte sich bitterlich und jammerte. Sie weigerte sich, die Tatsache zuzugeben, dass sie Unterbrechungen und Störungen verursacht hatte; sie fixierte sich auf Menschen und Angelegenheiten, belästigte die Leute unerbittlich und stürzte sich auf die Fehler der Leiter und Mitarbeiter. Als sie sah, dass sie keine Hoffnung auf Segnungen hatte, begann sie, ein Leben in Wohlstand anzustreben und sich auf Essen, Kleidung und Vergnügen zu konzentrieren. Sie verbreitete sogar Auffassungen, ließ ihrer Negativität freien Lauf, störte mich und hinderte mich daran, an Versammlungen teilzunehmen und meine Pflicht zu tun. Sie versuchte, mich dazu zu verleiten, wie sie für Geld zu arbeiten und einen weltlichen Weg einzuschlagen. Ich sah, dass meine Mutter zwar seit Jahren an Gott glaubte, die Wahrheit aber überhaupt nicht annahm und dass ihre Worte, ihr Verhalten und ihre Sichtweisen völlig denen von Nichtgläubigen glichen; sie war durch und durch eine Ungläubige. Da die Kirche gerade die Bereinigungsarbeit durchführte, sollte ich all ihr Verhalten aufschreiben und es den Leitern melden. Aber wenn ich das täte, würde sie definitiv entfernt werden. Mir kam in den Sinn, wie meine Familie in meiner Kindheit Jungen gegenüber Mädchen bevorzugte. Meine Großmutter, Tante und mein Onkel waren alle kalt zu mir gewesen, und auch mein Vater hatte sich nie um mich gekümmert. Sein Tag bestand nur aus Rauchen und Trinken, und wenn er schlechte Laune hatte, fluchte er, schlug um sich und zerschmetterte Dinge. Zu Hause waren nur meine Mutter und ich, ganz auf uns allein gestellt. Meine Mutter brachte mich auch vor Gott und unterstützte mich dabei, meine Vollzeitpflicht zu tun. Sie hatte so viel Herzblut in mich gesteckt. Wenn sie herausfände, dass ich ihr Verhalten gemeldet hatte, wäre sie da nicht untröstlich? Wäre sie nicht zutiefst von mir enttäuscht? Ich hatte das Gefühl, dass ich damit wirklich gewissenlos handeln und sie im Stich lassen würde. Bei diesem Gedanken konnte ich die Tränen nicht mehr zurückhalten und fühlte mich innerlich zerrissen und gequält. Nachdem ich immer und immer wieder darüber nachgedacht hatte, meldete ich das ungläubige Verhalten meiner Mutter letztendlich nicht und legte die Angelegenheit beiseite.
Etwas mehr als einen Monat später bat mich die Leiterin erneut, über das Verhalten meiner Mutter zu schreiben. Ich war immer noch etwas aufgewühlt, also betete ich zu Gott und suchte Seine Führung: „Gott, die Kirche stellt Informationen über meine Mutter als eine Ungläubige zusammen. Sie brauchen mich, um ihr Verhalten zu melden, aber ich zögere immer noch ein wenig, weil ich denke, es wäre gewissenlos, ihr Verhalten zu melden. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll – bitte hilf mir, diesen Zustand zu überwinden.“ Später erinnerte ich mich an eine Stelle aus Gottes Wort, die ich zuvor gelesen hatte, und schlug sie nach, um sie erneut zu lesen. Der Allmächtige Gott sagt: „Wenn Gott an jemandem zu wirken beginnt, wenn Er jemanden auserwählt hat, verkündet Er dies niemandem, noch verkündet Er es Satan, geschweige denn macht Er irgendeine große Geste daraus. Er tut einfach ganz ruhig und ganz natürlich, was Er beabsichtigt. Zuerst sucht Er dir eine Familie aus. Deine Familienverhältnisse, deine Eltern, deine Vorfahren – all dies beschließt Gott bereits im Voraus. Somit trifft Gott diese Entscheidungen nicht nach Lust und Laune; vielmehr begann Er dieses Werk vor langer Zeit. Sobald Gott für dich eine Familie ausgesucht hat, wählt Er anschließend ein Datum, an dem du geboren wirst. Dann beobachtet Gott dich, während du geboren wirst und weinend auf diese Welt kommst. Er beobachtet deine Ankunft, beobachtet, wie du lernst zu babbeln, beobachtet dich, wie du Schritt für Schritt stolpernd Laufen lernst. Jetzt kannst du rennen, springen, sprechen und deine Gefühle ausdrücken … Während die Menschen heranwachsen, richtet sich Satans Blick auf jeden von ihnen, wie ein Tiger, der seine Beute anvisiert. Doch Gott ist bei der Ausführung Seines Werkes niemals Einschränkungen unterlegen gewesen, die sich aus irgendeinem Menschen, irgendeinem Ereignis oder Ding ergeben, aus Raum und Zeit. Er tut, was Er tun soll und was Er beabsichtigt. Während du heranwächst, triffst du vielleicht auf viele nicht wünschenswerte Dinge, einschließlich Krankheit und Rückschlägen. Aber während du diesen Weg gehst, befinden sich dein Leben und deine Zukunft unter der engen Zuwendung Gottes. Gott bietet dir eine wahre Garantie für dein ganzes Leben, denn Er steht direkt an deiner Seite, beschützt dich und kümmert sich um dich“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige VI). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, wurde mir klar, dass die Familie, in die wir geboren werden, unsere Erziehung und unsere Lebensumstände allesamt von Gott vorherbestimmt und arrangiert sind. Die Tatsache, dass ich heute am Leben bin, an Gott glauben und meine Pflicht in der Kirche tun kann, ist einzig und allein Gottes Führung und Schutz zu verdanken. Als meine Mutter mich zur Welt brachte, war es eine schwere Geburt und die Lage war kritisch. Der Arzt fragte meinen Vater, ob er meine Mutter oder mich retten solle. Mein Vater war so verängstigt, dass seine Hände zitterten und er nicht wusste, was er tun sollte. Meine Mutter betete daraufhin zum Herrn Jesus, und es war Gottes Schutz zu verdanken, dass sowohl meine Mutter als auch ich überlebten. Als Kind spielte ich außerdem einmal herum und stach mir einen sandigen Stock ins Auge. Mein rechtes Auge wurde auf der Stelle blind. Ich geriet in Panik und dachte, ich würde erblinden. Ich rieb mir immer wieder das Auge, aber ich bekam den Sand nicht heraus. In meiner inneren Besorgnis konnte ich nur in meinem Herzen zum Herrn Jesus rufen. Dann begann mein Auge unaufhörlich zu tränen, bis der Sand herausgespült war. Am Ende war mein rechter Augapfel nur geringfügig tiefer eingesunken als der linke, aber meine Sehkraft war völlig normal. Früher dachte ich, ich hätte einfach nur Glück gehabt, aber nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, wurde mir endlich klar, dass Gott es war, der im Verborgenen über mich gewacht und mich beschützt hatte. Äußerlich sah es so aus, als hätte meine Mutter viel gelitten, um mich großzuziehen und mich sogar vor Gott zu bringen. Aber laut Gottes Worten stand alles – wann ich geboren wurde, in welcher Umgebung ich aufwuchs, die Menschen, die ich treffen würde, die Dinge, die ich erleben würde, und auch, dass ich zur Kirche gekommen war, um meine Pflicht zu tun – ganz unter der Souveränität und den Anordnungen Gottes. Gott hatte mich bei jedem Schritt des Weges geführt. Bei diesem Gedanken war ich zutiefst bewegt und dachte: „Gott ist wirklich großartig. Seine Liebe ist so greifbar!“ Doch ich hatte immer das Gefühl, dass ich meiner Mutter Dankbarkeit schuldete, da sie so viel Mühsal und Erschöpfung auf sich genommen hatte, um mich großzuziehen. Um sie also in der Kirche zu behalten, vertuschte ich wissentlich ihre vielen ungläubigen Verhaltensweisen, nahm sie in Schutz und versäumte es, die Arbeit der Kirche zu schützen. Darin zeigte sich mein wahrer Mangel an Gewissen!
Danach las ich zwei Stellen aus Gottes Wort, die mich tief bewegten. Der Allmächtige Gott sagt: „Das Ergebnis eines jeden wird von dem Wesen seiner Taten bestimmt, und es wird stets angemessen festgelegt. Niemand kann die Sünden eines anderen tragen; erst recht kann niemand Bestrafung anstelle eines anderen erhalten. Dies ist absolut. … Menschen, die gerechte Taten vollbringen, sind letzten Endes Menschen, die gerechte Taten vollbringen, und Übeltäter sind letzten Endes Übeltäter. Menschen, die gerechte Taten vollbringen, werden am Ende in der Lage sein, zu überleben, während die Übeltäter vernichtet werden. Die Heiligen sind heilig; sie sind nicht schmutzig. Die Schmutzigen sind schmutzig, und nichts an ihnen ist heilig. Die Menschen, die vernichtet werden, sind alle böse, und diejenigen, die überleben werden, sind alle gerecht – selbst wenn die Kinder der Bösen gerechte Taten vollbringen, und selbst wenn die Eltern der Gerechten böse Taten begehen. Es gibt eigentlich keine Beziehung zwischen einem gläubigen Ehemann und einer nichtgläubigen Ehefrau, und es gibt keine Beziehung zwischen gläubigen Kindern und nichtgläubigen Eltern; diese zwei Menschentypen sind unvereinbar. Vor dem Eintritt in die Ruhe haben die Menschen eine fleischliche, familiäre Zuneigung, doch sobald sie in die Ruhe eingetreten sind, wird von fleischlicher, familiärer Zuneigung keine Rede mehr sein“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Gott und Mensch werden gemeinsam in die Ruhe eingehen). „Die Wasser werden tosen, die Berge werden einstürzen, die großen Flüsse werden zerfallen, der Mensch wird immer wankelmütig sein, die Sonne wird dämmerig werden, der Mond wird sich verdunkeln, für den Menschen wird es keine Tage des Lebens in Frieden mehr geben, es wird im Land keine Zeit der Ruhe mehr geben. Der Himmel wird nie wieder ruhig und still bleiben, und er wird sich nicht mehr zurückhalten. Alle Dinge werden erneuert werden und ihre ursprüngliche Erscheinung zurückerhalten. Alle Haushalte dieser Erde werden auseinandergerissen und alle Länder auf Erden werden zerrissen werden; die Tage des Beisammenseins von Mann und Frau werden vorbei sein, Mutter und Sohn werden sich nie wieder begegnen und Väter und Töchter werden sich nie wieder treffen. All die verschiedenen Arten, wie die Dinge auf Erden waren, werden von Mir zerschlagen werden. Ich gebe den Menschen keine Gelegenheit, ihre Gefühle kundzutun, weil Ich keine fleischlichen Gefühle besitze und mittlerweile einen hochgradigen Hass auf die Gefühle der Menschen entwickelt habe. Es ist wegen der Gefühle zwischen den Menschen, dass Ich beiseite geschoben wurde und deswegen in deren Augen ‚ein Dritter‘ geworden bin. Aufgrund der Gefühle zwischen den Menschen bin Ich vergessen worden. Aufgrund der Gefühle der Menschen ergreifen sie die Gelegenheit, ihr ‚Gewissen‘ wieder aufzugreifen. Aufgrund der Gefühle der Menschen sind sie Meiner Züchtigung immer abgeneigt. Aufgrund der Gefühle der Menschen beschreiben sie Mich stets als unfair und ungerecht, und behaupten, dass Ich im Umgang mit Dingen nicht auf die Gefühle der Menschen achte. Habe Ich auch Angehörige auf Erden? Wer hat jemals, wie Ich, Meinem ganzen Führungsplan zuliebe, Tag und Nacht gearbeitet, ohne an Nahrung oder Schlaf zu denken? Wie könnte der Mensch mit Gott verglichen werden? Wie könnte der Mensch mit Gott vereinbar sein? Wie könnte Gott, der erschafft, von der gleichen Art wie der Mensch, der geschaffen wurde, sein? Wie könnte Ich immer mit den Menschen auf Erden leben und handeln? Wer kann um Mein Herz besorgt sein? Sind es die Gebete des Menschen?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Worte Gottes an das gesamte Universum, Kapitel 28). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verstand ich die Richtung von Gottes Werk. Sie besteht darin, all jene, die sich Gott widersetzen, von jenen zu trennen, die wahrhaftig an Ihn glauben. Jene, die wahrhaftig an Gott glauben, werden Seinen Schutz und Seine Gnade empfangen, während jene, die sich Ihm widersetzen, verflucht und bestraft werden. Gott bestimmt das Ergebnis jedes Menschen auf der Grundlage seines Verhaltens und seiner Taten sowie seiner Wesensnatur; so etwas wie Vetternwirtschaft oder Günstlingswirtschaft gibt es nicht. In Gottes Haus regiert die Wahrheit, und es gibt keine Parteilichkeit oder Bevorzugung. Jetzt, da Gottes Werk sich seinem Ende nähert, werden alle Arten von Menschen einer nach dem anderen offenbart. Dies ist die Zeit, das Unkraut vom Weizen zu trennen; es ist die Zeit, in der Gott die Spreu aussiebt. Obwohl meine Mutter und ich blutsverwandt sind und uns sehr nahestehen, ist ihr endgültiges Ergebnis nichts, worüber ich entscheiden kann. Der Herr Jesus sagte: „Dann werden zwei auf dem Felde sein; einer wird angenommen, und der andere wird verlassen werden. Zwei werden mahlen auf der Mühle; eine wird angenommen, und die andere wird verlassen werden“ (Matthäus 24,40-41). Welches Leid meine Mutter in diesem Leben durchmacht und was ihr endgültiges Ergebnis und ihr Bestimmungsort sein werden, hängt von ihren eigenen Entscheidungen ab und wird durch den Weg bestimmt, den sie einschlägt. Egal, wie oft ich mit ihr Gemeinschaft hielt oder versuchte, sie in der Kirche zu behalten, ihre Wesensnatur war die einer Ungläubigen. Ihr Verbleib in der Kirche würde nur das Kirchenleben stören, den Zustand der Brüder und Schwestern beeinträchtigen, und früher oder später würde sie offenbart und ausgemustert werden. Meine Weigerung, das Verhalten meiner Mutter zu melden, geschah aus reiner Zuneigung. Bei ihrer Pflicht war meine Mutter immer oberflächlich und nahm Abkürzungen, und oft gab sie ihre Pflicht einfach auf. Wenn Brüder und Schwestern mit ihr Gemeinschaft hielten, stimmte sie mit Worten zu, handelte aber danach trotzdem eigenwillig, ohne Rücksicht auf die Interessen der Kirche. Als die Leiterin sie entlarvte und zurechtstutzte, argumentierte sie mit verzerrten Begründungen und wurde wütend. Nachdem sie entlassen worden war, belästigte sie die Leute unerbittlich, verdrehte Tatsachen und beklagte sich bitterlich, man hätte ihr Unrecht getan. Sie spielte keine positive Rolle in der Kirche, sondern verursachte ständig Unterbrechungen und Störungen und beeinträchtigte die Ausführung der Pflichten der Brüder und Schwestern. Meine Mutter hat der Kirche so viele Störungen und Unterbrechungen gebracht und die Wahrheit nicht im Geringsten angenommen. Ihr ungläubiges Verhalten war bereits überdeutlich, und ich wusste genau, dass sie entfernt werden sollte. Aber ich nahm sie trotzdem in Schutz und war nicht bereit, ihr Verhalten zu melden. Habe ich da nicht Satan abgeschirmt und eine Ungläubige gedeckt? Aus Zuneigung zu leben machte mich unfähig, Recht von Unrecht zu unterscheiden, und völlig irrational. Stellte ich mich damit nicht in Opposition zu Gott? Erst an diesem Punkt erfuhr ich am eigenen Leib, warum Gott die menschlichen Gefühle so sehr verabscheut. Gott sagt: „Es ist wegen der Gefühle zwischen den Menschen, dass Ich beiseite geschoben wurde und deswegen in deren Augen ‚ein Dritter‘ geworden bin. Aufgrund der Gefühle zwischen den Menschen bin Ich vergessen worden. Aufgrund der Gefühle der Menschen ergreifen sie die Gelegenheit, ihr ‚Gewissen‘ wieder aufzugreifen. Aufgrund der Gefühle der Menschen sind sie Meiner Züchtigung immer abgeneigt. Aufgrund der Gefühle der Menschen beschreiben sie Mich stets als unfair und ungerecht …“ Bei diesem Gedanken fühlte ich mich Gott gegenüber wirklich in der Schuld, und in meinem Herzen erwachte der starke Wunsch, nach Gottes Anforderungen zu praktizieren. Ich wusste, ich durfte in dieser Angelegenheit keinen Moment länger zögern, und so meldete ich das gesamte Verhalten meiner Mutter.
Als ich einen Monat später nach Hause zurückkehrte, teilte meine Mutter mir ausdruckslos mit, dass sie aus der Kirche entfernt worden war. Dann gab sie mir die Schuld: „Warum hast du ihnen alles erzählt, was ich dir gesagt habe? Du bist wirklich undankbar und gewissenlos. Ich kann nicht fassen, dass du sogar deine eigene Mutter verkaufen würdest.“ Als ich sie das sagen hörte, war ich zutiefst verletzt und niedergeschlagen. Es fühlte sich an, als hätte ich ihr Unrecht getan, und ich schämte mich, ihr unter die Augen zu treten. Aber nach einer Weile besann ich mich: „Warum fürchte ich mich so vor den Anschuldigungen und Beschwerden meiner Mutter? Ich habe doch nach den Grundsätzen gehandelt!“ Mir wurde klar, dass mich meine Zuneigung erneut einschränkte, also betete ich still in meinem Herzen zu Gott: „Gott, wie ist in dieser Angelegenheit der richtige Weg für mich, zu praktizieren?“ In diesem Moment kam mir eine Passage aus Gottes Wort in den Sinn: „Liebe das, was Gott liebt, und hasse das, was Gott hasst. Das ist der Grundsatz, an den man sich halten sollte“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur indem man seine eigenen falschen Ansichten erkennt, kann man sich wahrhaft wandeln). Als ich an Gottes Worte dachte, fühlte ich mich innerlich sehr erleuchtet. Meine Mutter wurde entfernt, weil sie so viele Unterbrechungen und Störungen verursachte, die Wahrheit überhaupt nicht annahm und keinerlei positive Wirkung in der Kirche hatte. Indem ich ihr Verhalten meldete, tat ich ihr also kein Unrecht. Vielmehr praktizierte ich die Wahrheit und handelte nach den Grundsätzen, und es gab keinen Grund für mich, mich schuldig zu fühlen. Die Entfernung meiner Mutter basierte auf den Grundsätzen der Kirche. Dass sie sich jetzt nicht nur weigerte, Buße zu tun, sondern sogar noch solche Dinge sagte, bestärkte mich nur noch mehr in der Gewissheit, dass ihre Wesensnatur die einer Ungläubigen war. Wenn eine solche Person in der Kirche bleibt, wird sie mit Sicherheit das Kirchenleben der Brüder und Schwestern stören und anderen überhaupt keinen Nutzen bringen. Sie muss entfernt werden! Gott sagt, wir sollen lieben, was Er liebt, und hassen, was Er hasst. Ich habe nichts Falsches getan, indem ich nach den Grundsätzen handelte. Bei diesem Gedanken fühlte ich mich erleichtert und hatte meiner Mutter gegenüber keine Schuldgefühle oder Gewissensbisse mehr.
Durch die Erfahrung, dass meine Mutter entfernt wurde, erlangte ich ein gewisses Urteilsvermögen über das Verhalten von Ungläubigen. Ich erkannte, dass man ohne Grundsätze handelt, wenn man Menschen auf der Grundlage von Zuneigung behandelt. Ich wusste, dass ich nicht länger auf der Grundlage von Zuneigung handeln durfte. Dank sei Gott, dass Er mir die Gelegenheit gegeben hat, diese Lektion zu lernen!