35. Reflektionen darüber, keine wirkliche Arbeit zu tun
Im Mai 2023 war ich für die Textarbeit verantwortlich. Mitte Oktober wurde eine der Gruppenleiterinnen entlassen, weil sie keine wirkliche Arbeit leistete, und später wurde Bruder Li Zhi als Gruppenleiter ausgewählt. Damals schickte mir die Leiterin eigens einen Brief, in dem sie mich daran erinnerte, dass Li Zhis Kaliber durchschnittlich sei und es ihm an Arbeitsvermögen fehle, und mich bat, ihn mehr zu unterstützen und ihm mehr zu helfen. Also schrieb ich Li Zhi noch am selben Tag einen Brief, in dem ich ihm die konkrete Situation der einzelnen Gruppenmitglieder und die dringendsten Probleme in der Gruppe schilderte und so weiter, und bat ihn, die Arbeit entsprechend zu priorisieren. Li Zhi antwortete, dass er anfangs das Gefühl gehabt habe, sein Kaliber sei unzureichend, er habe zu viele Mängel und sei der Pflicht eines Gruppenleiters nicht gewachsen. Doch nachdem er Gottes Worte gelesen habe, habe er seinen verkehrten Zustand gewendet und einen Plan für die anstehende Arbeit erstellt. Ich dachte bei mir: „Li Zhi hat einen gewissen Lebenseintritt. Obwohl sein Arbeitsvermögen mangelhaft ist, sind Schwächen nicht zu fürchten, solange er ein Mensch vom richtigen Schlag ist und ich kann ihn mehr unterstützen und ihm mehr helfen.“ Ich dachte mir, sobald er erst einmal ein paar Grundsätze begriffen und etwas Arbeitserfahrung gesammelt hat, wird das schon laufen. Danach verfolgte ich Li Zhis Arbeit genau. Er konnte die Vorschläge, die ich ihm machte, annehmen und gab zeitnah Rückmeldung zu den Einzelheiten der Arbeit.
In etwas mehr als einem Monat fand Li Zhi nach und nach drei Mitarbeiterinnen für die Textarbeit, die alle ein gewisses Kaliber besaßen. Ich war ziemlich glücklich und dachte: „Ich hatte mich immer schwergetan, geeignete Leute zu finden, aber Li Zhi ist kaum angekommen und findet sofort welche. Es scheint, als sei sein Arbeitsvermögen doch nicht so schlecht.“ Ich dachte an die Zeit, als ich für die Arbeit von drei Gruppen und die Förderung von Mitarbeitern verantwortlich war. Damals war ich jeden Tag sehr beschäftigt, doch jetzt, da Li Zhi den Bogen langsam raushatte, konnte ich mich ein wenig entspannen. Danach verfolgte ich seine Arbeit nicht mehr so genau. Einen halben Monat später bemerkte ich, dass die Gruppe, für die Li Zhi verantwortlich war, keine Artikel mit Erfahrungszeugnissen eingereicht hatte. Ich war etwas verwirrt: „Li Zhi sagte, die drei Schwestern, die gerade erst zur Gruppe dazugestoßen sind, hätten ein gewisses Kaliber. Warum also gibt es bei ihren Pflichten keine Ergebnisse? Könnte es sein, dass sie die Grundsätze noch nicht verstanden haben, weil sie mit dem Praktizieren gerade erst begonnen haben?“ Bei diesem Gedanken ging ich, um zu prüfen, wie die Gruppe bei der Auswahl der Artikel mit Erfahrungszeugnissen vorankam. Ich sah, dass Li Zhi einige Probleme in den Artikeln erkennen konnte und dass es bei der Arbeit keine offensichtlichen Abweichungen gab. Ich dachte: „Die Ergebnisse der Arbeit, für die Li Zhi verantwortlich ist, waren schon immer schlecht. Man kann nicht erwarten, dass sie sich auf Anhieb verbessern. Vielleicht wird es mit der Zeit besser.“ Damals überlegte ich auch: „Sollte ich der Sache weiter nachgehen?“ Doch bei dem Gedanken daran, wie viel Zeit ich aufwenden müsste, um Probleme zu lösen, falls es wirklich welche gäbe, und dass ich noch die Arbeit von zwei anderen Gruppen zu betreuen hatte, dachte ich, wenn ich mich in all das einmischen müsste, wäre ich völlig erschöpft! Nach langem Überlegen entschied ich schließlich, es sei besser, Li Zhi die Sache untersuchen und lösen zu lassen. Einmal erfuhr ich, dass Lu Yuan, eine neu versetzte Schwester, gegen Li Zhis Nachfragen und seine Aufsicht widerständig war. Sie hatte das Gefühl, dass ständige Nachfragen zum Arbeitsfortschritt ihre Zeit verschwendeten, und äußerte diese Ansicht sogar vor anderen. Ich wusste, dass ihre Haltung falsch war und es Li Zhi unmöglich machen würde, die Arbeit weiterzuverfolgen, ging der Sache aber nicht weiter nach, um sie zu lösen; ich bat Li Zhi nur, mit Lu Yuan Gemeinschaft zu halten. Später berichtete Li Zhi, dass Lu Yuan ihre Pflichten normal ausführte, also verfolgte ich die Angelegenheit nicht weiter.
Ehe ich mich versah, war es Mitte Dezember, und ich stellte fest, dass die Gruppe, für die Li Zhi verantwortlich war, immer noch sehr wenige Artikel mit Erfahrungszeugnissen eingereicht hatte. Mir wurde klar, dass etwas nicht stimmte, also schrieb ich schnell einen Brief und fragte Li Zhi nach der Situation. Er sagte, sein Zustand sei nicht gut und mehrere Brüder und Schwestern hätten gesagt, er könne keine wirkliche Arbeit leisten oder die Schwierigkeiten lösen, mit denen sie bei ihren Pflichten konfrontiert seien, und sie würden überlegen, ihn zu melden. In dem Moment war ich fassungslos. War er nicht vor Kurzem noch in der Lage gewesen, etwas Arbeit zu leisten? Wie konnte es plötzlich so weit kommen, dass man ihn melden wollte? Ich bekam etwas Angst. Dass sich die Arbeit dieser Gruppe so entwickelte, hing damit zusammen, dass ich in dieser Zeit keine wirkliche Arbeit geleistet hatte. Ich ging schnell zur Gruppe, um mir ein Bild von der Situation zu machen. Zu meiner Überraschung hatte Li Zhi das Gefühl, sein Kaliber sei schlecht und er könne kein Gruppenleiter sein, also übernahm er die Verantwortung und trat zurück. Egal, wie die Leiterin versuchte, mit ihm Gemeinschaft zu halten und zu helfen, es half nichts. Nachdem Li Zhi gegangen war, stellte ich fest, dass die Gruppe, für die er verantwortlich gewesen war, eine Unmenge von Problemen hatte. Lu Yuan ließ ständig ihrer Negativität freien Lauf. Sie war der Meinung, dass Li Zhis Aufsicht und Überprüfung der Arbeit ihre Zeit verschwendeten, was dazu führte, dass Li Zhi die Arbeit nicht weiterverfolgen konnte, was die Textarbeit erheblich verzögerte und behinderte. Die neuen Schwestern, die gerade erst mit dem Praktizieren begonnen hatten, waren bei ihren Pflichten zügellos, undiszipliniert und schlecht organisiert, und wenn sie auf Schwierigkeiten stießen, schoben sie diese einfach auf Li Zhi ab. Aber Li Zhi hatte das Problem ihrer Haltung gegenüber ihren Pflichten nie angesprochen und hatte es auch nicht den Vorgesetzten gemeldet. Er ließ sie einfach weiter im Team vor sich hin wursteln und nachlässig sein. Nachdem ich das alles erfahren hatte, war ich fassungslos. Li Zhi hatte in diesen drei Monaten bei der Nachverfolgung der Arbeit keinerlei Wirkung erzielt. Die Gruppenmitglieder gingen bei ihrer Pflicht extrem nachlässig und oberflächlich vor, und ich hatte keine Ahnung davon. Das hatte diesen Teil der Textarbeit lahmgelegt. Ich bereute zutiefst, nicht sorgfältiger gewesen zu sein! Später entließ ich die ungeeigneten Mitglieder aus der Gruppe und versetzte einige neue Mitarbeiter hinein, und erst dann begann sich die Arbeit allmählich zu verbessern.
Nach diesem Vorfall fühlte ich mich sehr schuldig. Mir war durchaus bewusst gewesen, dass Li Zhis Kaliber durchschnittlich und sein Arbeitsvermögen nicht besonders gut war. Wie konnte ich also die Zügel aus der Hand geben und die Arbeit dieser Gruppe vernachlässigen? Hätte ich mehr auf die Nachverfolgung und Prüfung der Arbeit geachtet, hätte ich Li Zhis Probleme früher erkennen und diese Folgen vermeiden können. Dass sich die Arbeit so entwickelte, dafür trug ich eine nicht von der Hand zu weisende Verantwortung. In dieser Zeit suchte ich oft Gottes Worte heraus, die falsche Leiter entlarven, und las sie. Darunter war eine Passage, die sich besonders auf meinen Zustand bezog. Gott sagt: „Falsche Leiter fragen nie nach der Arbeitssituation verschiedener Teamverantwortlicher oder fassen diesbezüglich nach. Sie erkundigen sich auch nicht nach dem Lebenseintritt der Verantwortlichen verschiedener Teams und des Personals, das für verschiedene wichtige Arbeiten zuständig ist, fassen diesbezüglich nicht nach oder haben ein eingehendes Verständnis davon, und genauso verhält es sich damit, welche Haltung sie zur Kirchenarbeit und zu ihren Pflichten und zum Glauben an Gott, zur Wahrheit und zu Gott selbst haben. Sie wissen nicht, ob diese Personen irgendeinen Wandel oder irgendein Wachstum erfahren haben, noch wissen sie über die verschiedenen Probleme Bescheid, die eventuell bei ihrer Arbeit bestehen; vor allem kennen sie die Auswirkungen nicht, die die Fehler und Abweichungen, die während verschiedener Arbeitsphasen passieren, auf die Arbeit der Kirche und den Lebenseintritt von Gottes auserwähltem Volk haben, wobei sie auch nicht wissen, ob diese Fehler und Abweichungen berichtigt worden sind. Im Hinblick auf all das sind sie völlig unwissend. Wenn sie nichts über diese genauen Umstände wissen, werden sie passiv, sobald Probleme auftreten. Doch falsche Leiter halten sich bei ihrer Arbeit nicht mit diesen Detailfragen auf. Nachdem sie verschiedene Teamverantwortlichen arrangiert und verschiedene Aufgaben zugeteilt haben, befinden sie ihre Arbeit als erledigt – die Arbeit wird als gut erledigt betrachtet, und wenn weitere Probleme aufkommen, geht sie das nichts an. Weil falsche Leiter es versäumen, zu beaufsichtigen, nicht anleiten und nicht bei ihnen nachfassen und sie in diesen Bereichen nicht ihrer Verantwortung nachkommen, ist die Folge, dass die Arbeit der Kirche in ein völliges Chaos gestürzt wird. So verhält es sich, wenn Leiter und Mitarbeiter bei ihren Pflichten nachlässig vorgehen. Gott kann die Tiefen des menschlichen Herzens genau prüfen; das ist eine Fähigkeit, die den Menschen fehlt. Deshalb müssen die Menschen bei der Arbeit fleißiger und aufmerksamer sein und regelmäßig zum Arbeitsort gehen, um die Arbeit zu verfolgen, zu beaufsichtigen und anzuleiten, um den normalen Fortschritt der Kirchenarbeit zu gewährleisten. Offensichtlich sind falsche Leiter bei ihrer Arbeit äußerst unverantwortlich, und sie beaufsichtigen, verfolgen oder leiten die verschiedenen Aufgaben niemals an. Infolgedessen wissen einige Verantwortliche nicht, wie sie verschiedene Probleme lösen sollen, die bei der Arbeit auftreten, und bleiben in ihren Rollen als Verantwortliche, obwohl sie bei weitem nicht kompetent genug sind, um die Arbeit zu erledigen. Letztendlich wird die Arbeit immer wieder verzögert, und sie richten ein komplettes Chaos an. Das ist die Folge davon, dass falsche Leiter sich nicht nach der Situation der Verantwortlichen erkundigen, sie nicht beaufsichtigen oder verfolgen – ein Ergebnis, das gänzlich durch die Pflichtvernachlässigung der falschen Leiter verursacht wird“ (Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (3)). Gott sagt, dass falsche Leiter bei ihrer Pflicht unverantwortlich sind und keine wirkliche Arbeit leisten. Nachdem sie einen Verantwortlichen ausgewählt haben, denken sie, alles sei in bester Ordnung, und sie könnten sich nun zurücklehnen. Also setzen sie sich nicht mit den Einzelheiten der verschiedenen Arbeitsbereiche auseinander und machen sich damit nicht vertraut. Sie wissen nicht einmal, ob der Verantwortliche oder diejenigen, die Pflichten ausführen, kompetent sind, oder ob die Arbeit zum Stillstand kommt, was ihr schweren Schaden zufügt. Das ist ein durch und durch falscher Leiter. Ich war genau die Art von falscher Leiterin, von der Gott spricht. Nachdem Li Zhi zum Gruppenleiter gewählt worden war, sah ich, dass er drei Mitarbeiterinnen für die Textarbeit fand, und wenn ich mit ihm über die Arbeit sprach, war seine Haltung immer recht gut. Also dachte ich, Li Zhi würde solide Arbeit leisten und ich könnte ihm die Arbeit beruhigt anvertrauen. Daraufhin wurde ich zu einer Bürokratin und habe seine Arbeit weder beaufsichtigt noch weiterverfolgt. Infolgedessen bekam ich nicht mit, dass Li Zhi mit seinen Pflichten zu kämpfen hatte und mir war auch überhaupt nicht bewusst, dass die Gruppenmitglieder ihre eigentlichen Aufgaben vernachlässigten und nur oberflächlich arbeiteten. Eigentlich wusste ich ja, dass die Arbeit in ihrer Gruppe beständig keine Ergebnisse hervorbrachte, aber ich fürchtete, dass ich, wenn ich mich mit den Einzelheiten befassen würde, Zeit und Mühe in die Lösung der Probleme investieren müsste, also überließ ich es Li Zhi, dies zu regeln. Hinzu kam, dass Lu Yuan bei ihrer Pflicht keine Aufsicht von anderen duldete. Sie ließ in der Gruppe auch ständig ihrer Negativität freien Lauf, was die Textarbeit behinderte. Ich deckte ihre Probleme nicht auf, sondern überließ es stattdessen Li Zhi, diese zu regeln, und im Nachhinein habe ich die Ergebnisse nicht nachverfolgt. Das führte dazu, dass die Probleme ungelöst blieben, was den Fortschritt der Arbeit verzögerte. Als ich das sah, erkannte ich, dass ich tatsächlich eine falsche Leiterin war. Bei meiner Pflicht hinterließ ich nichts als Verfehlungen.
Später dachte ich darüber nach: „Warum habe ich Li Zhi so sehr vertraut?“ Ich las Gottes Worte: „Falsche Leiter erkundigen sich nie nach Verantwortlichen, die keine wirkliche Arbeit verrichten oder die sich nicht um ihre eigentliche Arbeit kümmern. Sie denken, sie brauchen nur einen Verantwortlichen zu wählen und das ist das Ende der Angelegenheit; und dass der Verantwortliche danach alle Arbeitsbelange selbst erledigen kann. Falsche Leiter halten also nur ab und zu Versammlungen ab, ohne die Arbeit zu beaufsichtigen oder zu fragen, wie es läuft; sie verhalten sich wie unbeteiligte Chefs. … Sie sind nicht in der Lage, selbst echte Arbeit zu verrichten und sie nehmen es mit der Arbeit von Teamleitern und Verantwortlichen auch nicht so genau – sie verfolgen sie nicht nach und erkundigen sich nicht danach. Ihre Ansicht von Menschen basiert nur auf ihren eigenen Eindrücken und Vorstellungen. Wenn sie jemanden sehen, der seine Arbeit eine Zeit lang gut ausführt, glauben sie, diese Person wird für immer gut sein, dass sie sich nicht ändern wird; sie glauben niemandem, der sagt, es gäbe ein Problem mit dieser Person, und sie ignorieren es, wenn jemand sie vor dieser Person warnt. Denkt ihr, dass falsche Leiter dumm sind? Sie sind dumm und töricht. Was macht sie dumm? Sie setzen unbekümmert ihr Vertrauen in eine Person und glauben, dass diese Person, weil sie, als sie ausgewählt wurde, einen Eid ablegte und einen Vorsatz fasste und unter Tränen betete, die ihr übers Gesicht strömten, verlässlich ist und es nie irgendwelche Probleme damit geben wird, dass sie bei der Arbeit die Leitung übernimmt. Falsche Leiter verstehen nichts von der Natur der Menschen; sie wissen nicht, wie es tatsächlich um die verdorbene Menschheit bestellt ist. Sie sagen: ‚Wie könnte sich jemand zum Schlechten verändern, wenn er als Verantwortlicher ausgewählt worden ist? Wie könnte jemand, der so ernsthaft und zuverlässig wirkt, sich vor der Arbeit drücken? Das würde er doch nicht tun, oder? Er besitzt viel Integrität.‘ Weil falsche Leiter zu viel Glauben in ihre eigenen Vorstellungen und Gefühle gesetzt haben, macht sie das letztlich unfähig, die vielen Probleme, die bei der Arbeit der Kirche aufkommen, zeitgerecht zu lösen, und hindert sie daran, den betroffenen Verantwortlichen schnell zu entlassen und seine zugewiesene Pflicht anzupassen. Sie sind authentische falsche Leiter. … falsche Leiter haben eine verhängnisvolle Schwäche: Sie vertrauen Leuten schnell auf Basis ihrer eigenen Vorstellungen. Und das liegt daran, dass sie die Wahrheit nicht verstehen, nicht wahr? Wie entlarvt Gottes Wort das Wesen der verdorbenen Menschheit? Warum sollten sie auf Menschen vertrauen, wenn Gott es nicht tut? Falsche Leiter sind zu arrogant und selbstgerecht, richtig? Sie denken: ‚Ich konnte diese Person unmöglich falsch einschätzen. Mit dieser Person, die ich für geeignet gehalten hatte, sollte es keine Probleme geben; sie ist definitiv kein Mensch, der sich in Essen, Trinken und Vergnügen ergeht, oder der es gern bequem hat und harte Arbeit hasst. Er ist absolut verlässlich und vertrauenswürdig. Er wird sich nicht ändern, und wenn, dann hieße das, dass ich, was ihn angeht, falsch lag, nicht wahr?‘ Was für eine Logik ist das? Bist du irgendein Experte? Hast du einen Röntgenblick? Hast du diese besondere Fähigkeit? Du könntest ein oder zwei Jahre mit einer Person zusammenleben, aber könntest du sehen, wer sie wirklich ist, ohne dass es eine geeignete Umgebung gäbe, die ihre Wesensnatur gänzlich bloßlegt? Würde sie nicht von Gott offenbart, könntest du drei oder gar fünf Jahre Seite an Seite mit dieser Person leben und hättest immer noch Mühe zu erkennen, welche Art von Wesensnatur sie besitzt. Und wie viel mehr gilt das erst, wenn du sie selten siehst, selten bei ihr bist? Falsche Leiter setzen aufgrund eines vorübergehenden Eindrucks oder der positiven Bewertung einer anderen Person unbekümmert ihr Vertrauen in einen Menschen, und wagen es, einem solchen Menschen die Arbeit der Kirche anzuvertrauen. Sind sie dabei nicht extrem blind? Gehen sie nicht rücksichtslos vor? Und sind die falschen Leiter, wenn sie so arbeiten, nicht extrem verantwortungslos?“ (Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (3)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verstand ich, warum ich Menschen so leicht vertraute. Die eigentliche Ursache war, dass ich die Wahrheit nicht verstand, sehr arrogant war und die Menschen nach meinen eigenen Auffassungen und Vorstellungen beurteilte. Ich ging davon aus, dass eine Person wirkliche Arbeit leisten könne, nur weil sie für einen kurzen Moment eine gute Leistung zeigte. Das führte dazu, dass ich den Menschen übermäßig vertraute und es versäumte, die Arbeit zu beaufsichtigen und nachzuverfolgen. Tatsächlich hatte mich der Leiter daran erinnert, dass Li Zhis Kaliber und Arbeitsvermögen nicht sehr gut waren, und er sagte mir, ich solle die Arbeit detaillierter nachverfolgen und ihn bei der Ausführung mehr anleiten und unterstützen. Doch weil Li Zhi drei Mitarbeiterinnen für die Textarbeit gefunden und einige Probleme in den Artikeln mit Erfahrungszeugnissen bemerkt hatte, änderte ich meine Meinung über ihn und dachte, er habe ein gewisses Arbeitsvermögen und sein Kaliber sei gar nicht so schlecht. Danach ließ ich bei seiner Arbeit die Zügel schleifen und fragte nur noch selten nach oder verfolgte sie. Infolgedessen entdeckte oder löste ich viele Probleme nicht, was die Arbeit verzögerte. Wenn ich genau darüber nachdachte, wurde mir klar, dass zwei der drei Mitarbeiterinnen vom Leiter gestellt worden waren und Li Zhi nur für die Einteilung ihrer Pflichten verantwortlich gewesen war. Außerdem konnte er einige Probleme in den Artikeln nur deshalb erkennen, weil er sich zuvor im Schreiben von Artikeln geübt und einige Grundsätze verstanden hatte. Aber als es darum ging, wirkliche Arbeit zu leisten und die Wahrheit zu nutzen, um Probleme zu lösen – wie zum Beispiel, dass die Gruppenmitglieder in verkehrten Zuständen lebten und eine schlechte Haltung gegenüber ihren Pflichten hatten –, da konnte er das nicht. Ich beurteilte die Menschen nicht nach den Wahrheitsgrundsätzen, und obendrein gab ich mich der Ruhe hin und war unwillig, zu leiden oder einen Preis zu zahlen, indem ich Li Zhis Arbeit nicht im Detail begleitete oder anleitete, was der Arbeit schadete. Als ich darüber nachdachte, empfand ich tiefe Schuld und Reue in meinem Herzen. Mir wurde klar, dass ich wirklich blind war – auf den Augen und im Herzen!
Danach suchte ich nach Gottes Worten, um zu lesen, wie man wirkliche Arbeit leistet. Gott sagt: „Egal, welche wichtige Arbeit ein Leiter oder Mitarbeiter verrichtet und welcher Art diese Arbeit ist: Seine oberste Priorität ist es, zu verstehen und zu begreifen, wie die Arbeit voranschreitet. Er muss persönlich vor Ort sein, um die Dinge nachzuverfolgen und Fragen zu stellen, um seine Informationen aus erster Hand zu bekommen. Er darf sich nicht nur auf Hörensagen verlassen oder sich die Berichte anderer Leute anhören. Stattdessen muss er mit eigenen Augen die Situation der Beschäftigten und den Fortschritt der Arbeit sehen, und verstehen, welche Schwierigkeiten es gibt, ob irgendwelche Bereiche nicht mit den Anforderungen der Oberen übereinstimmen, ob es Verstöße gegen die Grundsätze oder Störungen oder Unterbrechungen gibt, ob es an nötiger Ausrüstung oder entsprechendem Lehrmaterial für die berufliche Arbeit fehlt – über all das muss er informiert sein. Ganz gleich, wie viele Berichte er sich anhört oder wie viel er durch Hörensagen mitbekommt: Nichts geht über einen persönlichen Besuch; es ist genauer und zuverlässiger, Dinge mit den eigenen Augen zu sehen. Sobald er mit allen Aspekten der Situation vertraut ist, wird er einen guten Eindruck davon haben, was vor sich geht. Vor allem muss er klar und genau begreifen, wer von gutem Kaliber ist und bei wem es sich lohnt, ihn zu fördern. Denn nur das ermöglicht ihm, Menschen zielgenau zu fördern und einzusetzen, was entscheidend ist, wenn ein Leiter oder Mitarbeiter seine Arbeit gut erledigen soll“ (Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (4)). Gott sagt, um wirkliche Arbeit gut zu tun, ist es entscheidend, keine Rücksicht auf fleischliche Bedürfnisse zu nehmen und nicht nur auf Berichte von anderen zu hören. Wir müssen persönlich mit anpacken, uns direkt vor Ort ein Bild machen und die Details der Arbeit verstehen. Wenn wir Probleme entdecken, müssen wir uns persönlich an ihrer Lösung beteiligen. Nach einer gewissen Zeit müssen wir die Ergebnisse der Arbeit überprüfen und dürfen sie nicht einfach nur umsetzen, ohne nachzufassen. Also betete ich in meinem Herzen zu Gott und nahm mir vor, nicht mehr bürokratisch zu sein. Danach begann ich, mich auf detaillierte Arbeit zu konzentrieren, bei einigen Problemen persönlich nachzufragen und an ihrer Lösung zu arbeiten. Damals erzielte die Arbeit in der Gruppe, für die Schwester Su Jing verantwortlich war, keinerlei Ergebnisse. Als ich kam, um die Arbeit zu überprüfen, berichtete sie nur davon, wie sie wirkliche Arbeit leistete und wie sehr sie litt und einen Preis zahlte. Ihrem Bericht nach zu urteilen, schien Su Jing viel getan zu haben, aber das passte nicht zu den Arbeitsergebnissen. Also begann ich, die Arbeit im Detail zu untersuchen. Ich fand heraus, dass Su Jing sehr auf ihren Ruf und ihren Status bedacht war und bei Arbeitsberichten nur die guten Nachrichten meldete, die schlechten aber verschwieg. Als ich mich nach den Einzelheiten der Arbeit erkundigte, wich sie immer den entscheidenden Fragen aus. Nach eingehender Untersuchung und Befragung bestätigte ich, dass Su Jing kein Arbeitsvermögen besaß, woraufhin ich sie entließ. Da ich in dem Moment keine geeignete Person als Gruppenleiterin finden konnte, übernahm ich einen Teil der Detailarbeit selbst. Indem ich mich zwei Monate lang tatsächlich einbrachte und die Arbeit nachverfolgte, verbesserten sich die Ergebnisse der Artikelarbeit, und ich kostete die süßen Früchte wirklicher Arbeit.
Ehe ich mich versah, war es April. Die Arbeit der drei Gruppen, für die ich verantwortlich war, machte allmählich Fortschritte, und wir hatten Kandidaten für die Gruppenleitung gefunden. In meinem Herzen schmiedete ich Pläne: „Die Arbeit ist endlich auf dem richtigen Weg. Solange ich die Dinge regelmäßig weiterverfolge, sollte es gut laufen. Endlich kann ich mich ausruhen.“ Allmählich konzentrierte ich mich nur noch auf die täglich eingereichten Artikel mit Erfahrungszeugnissen und ergriff nicht mehr von mir aus die Initiative, mich mit den Einzelheiten der Arbeit zu befassen. Eines Tages im Juni sah ich ein Video mit einem Erfahrungszeugnis. Der Bruder darin war der Gemeindeleiter und für die Evangeliumsarbeit verantwortlich. Er erledigte die Arbeit sehr detailliert und kannte die Situation jedes potenziellen Evangeliumsempfängers genau. Ich verglich mich mit ihm und erkannte, wie weit ich zurücklag. Besonders im letzten halben Monat hatte ich mich einfach damit begnügt, dass die Artikel mit Erfahrungszeugnissen eingereicht wurden, ohne mich mit den Einzelheiten der Arbeit jeder Gruppe zu befassen. Mir wurde klar, dass ich bei meiner Arbeit etwas nachlässig geworden war, also wendete ich die Dinge schnell. Ich begann, die Arbeit der verschiedenen Gruppen zu überprüfen, und erst da bemerkte ich, dass eine Gruppe einen riesigen Rückstand an Artikeln mit Erfahrungszeugnissen hatte, die nicht geprüft worden waren, und dass eine andere Gruppe bei der Ausführung ihrer Pflicht extrem ineffizient war, und die Arbeitsergebnisse waren deutlich zurückgegangen … Je mehr ich prüfte, desto mehr Probleme fand ich. Ich war so wütend auf mich selbst: „Warum habe ich diese Probleme nicht früher entdeckt? Wie konnte ich nur unwillkürlich wieder den Weg einer falschen Leiterin einschlagen?“ Daraufhin betete ich, um zu suchen.
Bei meiner Suche las ich eine Passage aus Gottes Worten: „Es gibt noch eine weitere Art falscher Leiter, über die wir während unseres gemeinschaftlichen Austausches zum Thema ‚Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern‘ häufig geredet haben. Falsche Leiter dieser Art weisen ein gewisses Kaliber auf, sie sind nicht unintelligent, haben bei ihrer Arbeit Mittel und Methoden sowie Pläne, um Probleme zu lösen, und wenn man ihnen eine Arbeitsaufgabe gibt, können sie sie nahezu entsprechend den erwarteten Standards umsetzen. Sie sind in der Lage, jedes bei der Arbeit auftretende Problem zu entdecken, und können auch einige davon lösen; wenn sie von den Problemen hören, die von einigen Menschen gemeldet werden, oder das Verhalten, die Manifestierungen, die Sprechweisen und Handlungen einiger Menschen beobachten, ruft das in ihrem Herzen eine Reaktion hervor, und sie haben ihre eigene Meinung und Einstellung. Falls diese Menschen nach der Wahrheit streben und einen Sinn für eine Bürde haben, können all diese Probleme selbstverständlich gelöst werden. Allerdings bleiben Probleme bei Arbeiten, die in den Verantwortungsbereich dieser Art von Mensch fallen, über den wir heute Gemeinschaft halten, unerwarteterweise ungelöst. Woran liegt das? Es liegt daran, dass diese Menschen keine tatsächliche Arbeit verrichten. Sie lieben es bequem und hassen harte Arbeit, sie unternehmen nur oberflächlich Anstrengungen, sind gern untätig und genießen die Vorteile von Status, sie kommandieren andere gern herum, bewegen ein bisschen ihren Mund und machen ein paar Vorschläge und dann betrachten sie ihre Arbeit als getan. Sie nehmen sich nichts von der tatsächlichen Arbeit der Kirche oder der kritischen Arbeit, mit der Gott sie betraut, zu Herzen – sie haben diesen Sinn für eine Bürde nicht, und selbst wenn Gottes Haus diese Dinge wiederholt betont, nehmen sie sie sich trotzdem nicht zu Herzen. … Was ist das Problem mit Menschen dieser Art? (Sie sind zu faul.) Sagt Mir, wer hat ein ernstes Problem: faule Menschen oder Menschen von schlechtem Kaliber? (Faule Menschen.) Warum haben faule Menschen ein ernstes Problem? (Menschen von schlechtem Kaliber können keine Leiter oder Mitarbeiter werden, aber sie können dennoch recht produktiv sein, wenn sie eine Pflicht tun, die im Rahmen ihrer Fähigkeiten liegt. Faule Menschen können jedoch gar nichts tun; selbst wenn sie über Kaliber verfügen, hat das keine Wirkung.) Faule Menschen können gar nichts tun. Um es in zwei Worten zusammenzufassen: Sie sind nutzlose Menschen. Sie haben eine Behinderung zweiter Klasse. Es spielt keine Rolle, wie gut das Kaliber fauler Menschen ist, es ist nichts weiter als Augenwischerei; auch wenn sie über ein gutes Kaliber verfügen, nützt das nichts. Sie sind zu faul – sie wissen, was sie tun sollten, aber sie tun es nicht, und obwohl sie wissen, dass etwas ein Problem darstellt, suchen sie nicht nach der Wahrheit, um es zu lösen, und obwohl sie wissen, welche Mühsal sie erleiden sollten, um bei ihrer Arbeit effektiv zu sein, sind sie nicht bereit, diese lohnende Mühsal zu ertragen – so können sie weder irgendwelche Wahrheiten gewinnen noch wirkliche Arbeit leisten. Sie wollen die Mühsal nicht ertragen, die Menschen ertragen sollten. Sie wissen nur, wie man sich der Bequemlichkeit hingibt und Zeiten der Freude und Muße und ein freies und entspanntes Leben genießt. Sind sie nicht nutzlos? Menschen, die keine Mühsal ertragen können, verdienen es nicht, zu leben. Diejenigen, die immer das Leben eines Parasiten führen möchten, sind Menschen ohne Gewissen oder Vernunft. Sie sind Bestien, und solche Menschen sind nicht einmal dazu geeignet, zu schuften. Weil sie keine Mühsal ertragen können, sind sie nicht in der Lage, es gut zu tun, selbst wenn sie schuften. Und wenn sie die Wahrheit erlangen möchten, besteht noch weniger Hoffnung darauf. Wer nicht leiden kann und die Wahrheit nicht liebt, ist ein nutzloser Mensch; er ist nicht einmal qualifiziert, zu schuften. Er ist eine Bestie, ohne jeden Funken Menschlichkeit. Solche Menschen müssen ausgemustert werden; nur das entspricht Gottes Absicht“ (Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (8)). Als ich Gottes Enthüllung über solche falschen Leiter las, die zwar Kaliber haben, aber ihre Pflichten nicht gut ausführen, zuckte ich im Herzen zusammen. Früher hatte ich immer gedacht, ich sei nicht allzu faul, und ich hatte mich nie mit der von Gott entlarvten „nutzlosen Person“ identifiziert. Doch dieses Mal, angesichts der Tatsachen, musste ich zugeben, dass die Wurzel meines Versagens, wirkliche Arbeit zu leisten, meine Neigung zu Bequemlichkeit, meine Abneigung gegen harte Arbeit, mein Begehren nach Ruhe und meine große Faulheit waren. Wenn ich auf meine Zeit als Verantwortliche für die Arbeit zurückblickte, konnte ich anfangs etwas Verantwortung übernehmen, etwas Mühsal ertragen und einen gewissen Preis zahlen, und die Arbeit zeigte einige Fortschritte. Aber als ich die ersten Ergebnisse sah, kam mein Verlangen nach Bequemlichkeit auf. Ich begann, die Arbeit auf die Gruppenleiter abzuwälzen und heimlich meine Freizeit zu genießen. Ich war jeden Tag damit zufrieden, nur die Artikel zu prüfen, und wollte nicht die geistige Anstrengung aufbringen, aktiv über die Probleme jeder Gruppe nachzudenken. Ich legte bei meiner Pflichtausführung stark los, ließ dann aber stark nach und wählte immer den einfachsten Weg. Das führte dazu, dass die Probleme in der Arbeit nicht rechtzeitig entdeckt und gelöst werden konnten. Gott hat den Menschen einen Verstand gegeben, um über richtige Dinge nachzudenken, aber ich nahm immer Rücksicht auf meine fleischlichen Bedürfnisse und wollte meinen Verstand nicht benutzen oder Probleme durchdenken. Die Kirche hatte angeordnet, dass ich eine so wichtige Pflicht tat, aber anstatt darüber nachzudenken, wie ich einen Preis zahlen könnte, um die Arbeit effektiv zu gestalten, gab ich mich der Bequemlichkeit hin und war meinen Pflichten gegenüber unverantwortlich. Ich hatte wirklich kein Gewissen und keine Menschlichkeit. War ich nicht genau die Art von nutzloser Person, von der Gott spricht? Daraufhin betete ich zu Gott, willens, gegen mein Fleisch aufzubegehren, bei Gott Buße zu tun und wirkliche Arbeit zu leisten.
Eines Tages las ich während der Andacht zwei Passagen aus Gottes Worten und fand einen Weg der Praxis. Gott sagt: „Es gibt derzeit nicht viele Gelegenheiten, eine Pflicht auszuführen, also musst du sie festhalten, wenn du kannst. Gerade dann, wenn du vor einer Pflicht stehst, musst du dich wirklich anstrengen; dann musst du dich aufopfern und dich für Gott aufwenden und einen Preis bezahlen. Halte nichts zurück, spinne keine Intrigen, lasse keinen Spielraum oder gib dir keinen Ausweg. Wenn du dir Spielraum lässt, Tricks anwendest oder aalglatt bist und dich vor der Arbeit drückst, wirst du sicherlich schlechte Arbeit leisten“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Der Lebenseintritt beginnt mit der Ausführung der Pflicht). „Wenn du wirklich ein gewisses Kaliber besitzt, die professionellen Fertigkeiten innerhalb deines Verantwortungsbereiches wirklich beherrschst und kein Branchenfremder bist, dann musst du dich nur an eine Redensart halten, und du wirst deiner Pflicht gegenüber treu sein können. Welche Redensart? ‚Sei mit dem Herzen dabei.‘ Wenn du mit dem Herzen dabei bist, ob es nun um Dinge oder Menschen geht, dann wirst du in der Lage sein, deine Pflicht treu und verantwortungsvoll zu erfüllen. Lässt sich diese Redensart leicht praktizieren? Wie setzt man sie in die Praxis um? Es heißt nicht, dass man mit den Ohren hören oder mit dem Kopf denken soll – es heißt, das eigene Herz zu benutzen. Wenn jemand wirklich sein Herz benutzen kann und er dann sieht, dass jemand etwas tut, sich auf eine bestimmte Weise verhält oder irgendeine Antwort auf etwas hat, oder Meinungen oder Argumente einiger Menschen hört, dann werden ihm einige Vorstellungen, Ansichten und Haltungen in den Sinn kommen, wenn er diese Angelegenheiten mit dem Herzen überdenkt und erwägt. Diese Vorstellungen, Ansichten und Haltungen werden ihm ein tiefes, spezifisches und korrektes Verständnis für die Person oder Sache ermöglichen und gleichzeitig zu geeigneten und korrekten Urteilen und Grundsätzen führen. Nur wenn ein Mensch diese Manifestationen aufweist, sein Herz zu benutzen, bedeutet das, dass er seiner Pflicht treu ist“ (Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (7)). Gottes Worte ließen mich verstehen: Um meine Pflichten zu erfüllen und wirkliche Arbeit zu leisten, muss ich zuerst bewusst gegen meine verdorbene Disposition aufbegehren und meinen Pflichten mein ganzes Herz widmen. Solange ich mit dem ganzen Herzen dabei bin, werde ich in der Lage sein, Probleme zu entdecken und sie tatsächlich zu lösen. Nur so kann ich meine Pflichten hingebungsvoll ausführen, und nur dann kann man von wirklicher Arbeit sprechen. Wenn ich nicht mit dem Herzen dabei bin, mich nicht anstrengen oder einen Preis zahlen will, werde ich mich nicht bemühen, die Wahrheit zu suchen, wenn ich Probleme sehe. Ich werde die Probleme vielleicht nicht einmal entdecken, geschweige denn lösen, und am Ende werde ich meine Pflichten nicht erfüllen können. Später besprach ich die Probleme in der Gruppe Punkt für Punkt mit der Schwester, mit der ich zusammenarbeitete. Wir überprüften sorgfältig die Arbeit in der Gruppe, fanden einige Abweichungen und Lücken und ich schrieb daraufhin einen Brief, um praktisch zu kommunizieren, und allmählich wurde das Problem der geringen Effizienz in der Gruppe gelöst. Mir war jedoch klar, dass ich diese Aufgaben nicht einfach überprüfen und nachverfolgen und es dann gut sein lassen konnte, dass regelmäßige Nachverfolgungen und Aufsicht notwendig sein würden, und dass dies eine langfristige Aufgabe war. Manchmal, wenn sich die Arbeit stapelte, offenbarte ich immer noch einen Zustand, in dem ich mir wünschte, faul zu sein, doch ich konnte umkehren und umgehend gegen meine fleischlichen Bedürfnisse aufbegehren und auf der Grundlage von Gottes Worten wirkliche Arbeit leisten. Ohne dass ich es richtig merkte, begann die Artikelarbeit in den Gruppen, für die ich verantwortlich war, deutliche Ergebnisse zu zeigen, und ich fühlte mich wirklich glücklich. Als ich meine Pflicht auf diese Weise tat, fühlte ich einen tiefen inneren Frieden.
Nach dieser Erfahrung wurde mir klar, dass wirkliche Arbeit zu leisten nicht schwer ist. Es kommt nur darauf an, mit dem Herzen bei der Sache zu sein. Wenn man seine Absichten richtig ausrichtet – weg von fleischlicher Bequemlichkeit und Ruhe, und stattdessen darauf, wie man wirkliche Arbeit gut leistet –, ist das Herz mehr auf die richtigen Dinge konzentriert. Man kann bei seinen Pflichten Gottes Führung und Segen erfahren und Probleme klarer und genauer sehen. Entscheidend ist, dass man durch wirkliche Arbeit mehr Probleme entdeckt und praktizieren kann, diese mit der Wahrheit zu lösen, wodurch man schließlich mehr Wahrheitsgrundsätze versteht. Ich habe schließlich erkannt, dass man nur durch wirkliche Arbeit seine Pflicht gut tun und wahren Frieden und innere Ruhe im Herzen finden kann. Dank sei Gott!