54. Ich klage nicht länger über mein schlechtes Schicksal
Ich stamme aus einer armen Bauernfamilie. Als ich in der Oberstufe war, konnten sich meine Eltern das Schulgeld nicht leisten, also versuchten sie, sich Geld von meinem Onkel zu leihen. Aber meine Tante hatte Angst, wir könnten es nicht zurückzahlen, und wollte uns das Geld nicht leihen. Ich dachte bei mir: „Ich muss es unbedingt an die Universität schaffen und dafür sorgen, dass die Leute in meinem Umfeld meine Familie bewundern.“ Um Geld zu sparen, aß ich in der Schule nur die Pfannkuchen, die ich von zu Hause mitbrachte. Wegen der ständigen Mangelernährung war mein Kreislauf geschwächt, sodass mir oft schwindelig war und ich mich schwach fühlte, was meine Lernleistung beeinträchtigte. Am Ende fiel ich durch die Aufnahmeprüfung für die Universität. Ich brach in Tränen aus und beklagte mein hartes Schicksal. Aber ich wollte dieses Schicksal nicht akzeptieren. Um einen höheren Abschluss zu erlangen und aus der Masse herauszustechen, meldete ich mich auch für Prüfungen im Selbststudium und Buchhaltungskurse an und nahm sogar an Prüfungen für den öffentlichen Dienst teil. Doch trotz all meiner Bemühungen scheiterte ich am Ende. Also fing ich an, in einer Fabrik zu arbeiten. Um dort Statistikerin in der Werkstatt zu werden und von anderen bewundert zu werden, machte ich Überstunden und blieb bis spät in die Nacht wach, um mir das nötige Fachwissen anzueignen, während die anderen sich ausruhten. Mit mehr als zehn Stunden Arbeit pro Tag überanstrengte ich mich völlig. Dazu kamen die täglichen Überstunden und die kurzen Nächte. Mir war oft schwindelig und ich war ausgebrannt von der harten Arbeit und nickte sogar bei der Arbeit ein. Infolgedessen machte ich Fehler bei den Produktmengenstatistiken, was der Fabrik fast riesige Verluste beschert hätte. Der Teamleiter kritisierte mich vor allen Mitarbeitern in der Werkstatt. In diesem Moment wollte ich am liebsten im Erdboden versinken. Mein Kopf dröhnte, und ich wurde auf der Stelle ohnmächtig. Seitdem leide ich an einer Schallempfindungsschwerhörigkeit und vertrage keinerlei Reize mehr. Wann immer ich bei der Arbeit unter großem Druck stand, wurde mir schwindelig und ich hatte Ohrensausen. Es konnte mit Spritzen und Medikamenten nicht kuriert werden, und ich konnte nicht mehr arbeiten gehen. Damals fühlte ich mich elend und beklagte mich den ganzen Tag darüber, warum ich so ein schlechtes Schicksal hatte. Oft schloss ich mich in meinem Zimmer ein und weinte. Ich dachte sogar daran, allem ein Ende zu setzen. Weil ich lange Zeit in einem Zustand tiefer Bedrückung und des Elends lebte, wurde mein Hörverlust allmählich schlimmer.
2013 nahmen meine Schwiegereltern das Werk des Allmächtigen Gottes der letzten Tage an und predigten mir das Evangelium. Als ich Gottes Worte las und mit meinen Brüdern und Schwestern das Gemeindeleben führte, fühlte ich mich ganz besonders frei und unbeschwert. Allmählich besserte sich meine Stimmung und meine Lebenszuversicht kehrte zurück. Später wurde ich zur Leiterin in der Kirche gewählt. Ich dachte bei mir: „In der Gesellschaft habe ich einen so hohen Preis gezahlt, aber alles war umsonst. Jetzt bin ich gerade erst zu Gottes Haus gekommen und kann schon die Pflicht einer Leiterin tun. An Gott zu glauben ist besser. Ich muss hart arbeiten. Vielleicht werde ich zukünftig weiter befördert und von noch mehr Menschen bewundert.“ Also wurde ich bei der Ausführung meiner Pflichten aktiver. Den ganzen Tag war ich damit beschäftigt, Gruppenversammlungen zu leiten, bei Wind und Wetter. Meine Brüder und Schwestern lobten mich auch dafür, dass ich bei meiner Pflicht eine solche Last trug. Später wurde ich zur Predigerin gewählt. Da mein Verlangen nach Status befriedigt war, hatte ich mehr Energie, meine Pflicht zu tun. Gerade als ich die Bewunderung meiner Brüder und Schwestern genoss, verschlimmerte eine Gasvergiftung meine Taubheit. Bei Versammlungen konnte ich meine Brüder und Schwestern nicht deutlich hören, wenn sie leise sprachen. Ich war durch meine Taubheit oft eingeschränkt und lebte in einem negativen Zustand. Am Ende war ich nicht mehr in der Lage, echte Arbeit zu leisten, und mir wurde eine andere Pflicht zugewiesen. Bei dem Gedanken, dass ich nicht mehr die Pflicht einer Leiterin tat und nicht von anderen bewundert werden konnte, beklagte ich mich noch mehr über mein schweres Schicksal. Danach konnte ich mich nicht mehr aufrappeln und verlor den Glauben an Gott.
Nach einiger Zeit der Behandlung erholte sich mein Gehör etwas, und die Leiter wiesen mir die Bewässerungspflicht zu. Ich dachte bei mir: „Wenn ich bei der Bewässerungspflicht einige Ergebnisse erziele, werden mich meine Brüder und Schwestern trotzdem bewundern.“ Deshalb las ich jeden Tag die relevanten Grundsätze und rüstete mich mit der Wahrheit aus, wobei ich oft bis 11 oder 12 Uhr nachts wach blieb. Langsam verbesserten sich die Ergebnisse, die ich in meiner Pflicht erzielte, und ich wurde auch befördert und war für einen größeren Arbeitsbereich verantwortlich. Als ich daran dachte, dass ich wieder die Bewunderung meiner Brüder und Schwestern zurückgewinnen würde, war ich überglücklich. Ich dachte bei mir: „Harte Arbeit zahlt sich aus. Wenn ich noch härter arbeite, werde ich vielleicht weiter befördert. Dann würden mich noch mehr Leute bewundern.“ Doch später machte sich mein Halswirbelsäulenleiden wieder bemerkbar, und mein Hörverlust wurde so schlimm, dass ich nicht mehr normal mit anderen kommunizieren konnte. Die Leiter veranlassten, dass ich in meine lokale Kirche zurückkehrte, um mich behandeln zu lassen und gleichzeitig meine Pflichten so gut wie möglich auszuführen. Ich war sehr niedergeschlagen. Ich dachte daran, welch hohen Preis ich unter großen Mühen gezahlt hatte, um die Bewunderung anderer zu gewinnen. Doch wegen meiner Krankheit konnte ich diese Pflicht nicht mehr tun. Warum hatte ich nur so ein schlechtes Schicksal? Später fiel es mir wegen meines schlechten Gehörs immer schwerer, mit anderen zu kommunizieren. Ich konnte nur noch einige allgemeine Angelegenheiten verrichten. Das quälte mich innerlich besonders und ich dachte bei mir: „Wenn ich nicht taub wäre, hätte ich die Möglichkeit, das Evangelium zu predigen und Neulinge zu bewässern. Aber jetzt kann ich nur noch allgemeine Angelegenheiten verrichten. Wenn ich nicht im Rampenlicht stehen kann, wer wird mich dann bewundern? Warum habe ich so ein schlechtes Schicksal? Wie auch immer, das ist nun mal mein Schicksal, also schlage ich mich eben so durch und bringe einen Tag nach dem anderen hinter mich.“ Obwohl ich meiner Pflicht nicht den Rücken kehrte, war ich danach ständig niedergeschlagen und bei der Erfüllung meiner Pflicht unkonzentriert. Ständig vergaß ich dieses oder jenes, machte oft Fehler und hielt die Arbeit auf.
Später erinnerte mich meine Arbeitspartnerin daran, dass es gefährlich sei, in diesem Zustand zu leben, und dass ich die Wahrheit suchen müsse, um meine negativen Emotionen schnell zu überwinden. Nur dank der Erinnerung meiner Schwester betete ich zu Gott: „Gott, ich will nicht in Niedergeschlagenheit leben. So zu leben ist zu elend. Mögest Du mich leiten, meine Probleme zu verstehen und aus diesem falschen Zustand herauszufinden.“ Eines Tages las ich während meiner Andachten zwei Abschnitte aus Gottes Worten, die mein Herz sofort berührten. Gott sagt: „Die Grundursache für das Entstehen der negativen Emotion der Niedergeschlagenheit ist bei jedem unterschiedlich. Bei einer Art von Person kann die Niedergeschlagenheit dadurch verursacht werden, dass sie ständig glaubt, ihr Schicksal sei schlecht. Ist das nicht ein Grund? (Das ist es.) Seit diese Person jung war, lebte sie auf dem Land oder in einer ärmlichen Region, ihre Familie war nicht begütert, und außer ein paar einfachen Möbeln, besaß sie nichts von Wert. Sie besaß vielleicht ein oder zwei Garnituren Kleidung, die sie auch dann noch tragen musste, als die Kleidung schäbig wurde, und sie konnte normalerweise nie anständiges Essen essen, sondern musste auf Neujahr oder Feiertage warten, um Fleisch zu essen. Manchmal hungerte sie oder ihre Kleidung konnte sie nicht warm halten; eine üppige Mahlzeit zu haben, schien wie eine unwahrscheinliche Bestrebung – selbst sich ein Stück Obst leisten zu können, war kaum machbar. In einer solchen Umgebung zu leben, gab ihr das Gefühl, anders zu sein als andere Leute, die in der großen Stadt lebten, deren Eltern vermögend waren, die alles essen konnten, was sie wollten, und alles tragen konnten, was sie wollten, die sofort alles bekamen, was sie wollten, und die gebildet waren. Sie dachte: ‚Diese Menschen haben so gute Schicksale! Warum ist mein Schicksal so schlecht?‘ Ständig wollte sie sich von der Masse abheben und ihr Schicksal ändern. Es ist allerdings nicht einfach, sein Schicksal zu ändern. Selbst, wenn sie es versucht, wie sehr kann eine Person, die in eine solche Situation hineingeboren wurde, ihr Schicksal verändern und um wie viel kann sie es verbessern? Nachdem diese Person erwachsen geworden ist, wird sie überall in der Gesellschaft von Hindernissen aufgehalten, sie wird überall schikaniert, weshalb sie sich stets für so unglückselig hält. Sie denkt: ‚Warum habe ich so ein Pech? Warum treffe ich immer auf gemeine Menschen? Das Leben war hart, als ich ein Kind war, und so war es eben. Jetzt, wo ich erwachsen bin, ist es immer noch so schlecht. Ich will ständig beweisen, was ich leisten kann, aber ich bekomme nie eine Chance dazu. …‘ … Nachdem sie an Gott glauben, fassen sie den Entschluss, ihre Pflicht in Gottes Haus angemessen auszuführen – Härten zu erleiden und hart zu arbeiten, in jeder Angelegenheit mehr zu erdulden als alle anderen, und danach zu streben, die Anerkennung und Wertschätzung der meisten Menschen zu gewinnen. Sie denken, dass man sie sogar zum Leiter, zu einem Verantwortlichen oder zum Teamleiter wählen könnte, und würden sie dadurch nicht ihre Vorfahren und ihre Familie ehren? Hätten sie ihr Schicksal dann nicht verändert? Allerdings entspricht die Realität nicht ganz ihren Wünschen, sodass sie niedergeschlagen sind und denken: ‚Ich glaube seit Jahren an Gott und komme mit meinen Brüdern und Schwestern sehr gut aus. Aber wie kommt es, dass nie ich an der Reihe bin, wenn es an der Zeit ist, einen Leiter, einen Verantwortlichen oder einen Teamleiter zu wählen? Liegt es daran, dass ich so unscheinbar aussehe, oder weil meine Leistung nicht gut genug war und ich niemandem aufgefallen bin? Jedes Mal, wenn Wahlen anstehen, keimt in mir ein kleiner Hoffnungsschimmer auf, und ich wäre schon glücklich, zum Teamleiter gewählt zu werden. Ich bin so voller Tatendrang, mich Gott erkenntlich zu zeigen, aber am Ende bin ich jedes Mal enttäuscht, wenn eine Wahl stattfindet und ich bei all dem außen vor bleibe. Woran liegt das? Könnte es sein, dass ich wirklich nur dazu imstande bin, mein Leben lang eine mittelmäßige Person zu sein, eine gewöhnliche Person, jemand, der unscheinbar ist? Wenn ich auf meine Kindheit zurückblicke, auf meine Jugend und meine Zeit in den mittleren Jahren, dann ist dieser Weg, den ich beschritten habe, immer so mittelmäßig gewesen, und ich habe nichts Bemerkenswertes getan. Es ist nicht so, dass ich keine Ambitionen habe oder dass mein Kaliber schlecht ist, und es ist nicht so, dass ich mich nicht genug bemühe oder dass ich kaum Härten ertragen kann. Ich bin entschlossen und habe Ziele, und man kann sogar sagen, dass ich ehrgeizig bin. Woran liegt es also, dass ich mich nie von der Masse abheben kann? Letzten Endes habe ich einfach ein schlechtes Schicksal und bin dazu bestimmt, zu leiden. So hat Gott die Dinge für mich vorgesehen.‘ Je länger sie sich damit aufhalten, umso mehr denken sie, sie hätten ein schlechtes Schicksal“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (2)). „Solche Menschen, die ständig meinen, ihr Schicksal sei schlecht, haben andauernd das Gefühl, als würde ihr Herz von einem riesigen Felsbrocken zerquetscht. Sie glauben immer, dass alles, was ihnen widerfährt, aufgrund ihres schlechten Schicksals geschieht, und deshalb denken sie, egal was passiert, dass sie nichts davon ändern können. Sie sind nur fähig, negativ zu sein, sich hängen zu lassen und sich ihrem Schicksal zu fügen“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (2)). Was Gottes Worte aufdeckten, war genau mein Zustand. Der Grund, warum ich ständig in negativen Gefühlen der Niedergeschlagenheit gelebt hatte, war, dass ich immer geglaubt hatte, ich hätte ein schlechtes Schicksal. Als Kind war meine Familie arm und die Leute sahen auf uns herab, also beklagte ich mich darüber, wie schlecht mein Schicksal wäre. Ich glaubte, nur ein privilegiertes Leben und die Bewunderung anderer zu gewinnen, bedeute ein gutes Schicksal. Um mein Schicksal zu ändern, lernte ich hart. Doch wegen meines durch Mangelernährung geschwächten Kreislaufs konnte ich nicht effizient lernen und fiel am Ende durch die Aufnahmeprüfung für die Universität. Ich war jedoch nicht bereit, mein Schicksal zu akzeptieren, also ging ich in einer Fabrik arbeiten, um Geld zu verdienen. Um Statistikerin zu werden, in einem Büro zu sitzen und von anderen bewundert zu werden, machte ich Überstunden, um mir die nötigen Fähigkeiten anzueignen. Am Ende machte ich in der Statistik einen Fehler und wurde vom Teamleiter vor allen kritisiert, was mir einen Schock versetzte, der zu einer Schallempfindungsschwerhörigkeit führte. Ich glaubte noch fester daran, dass es an meinem schweren Schicksal lag, lebte im Elend und verlor meinen Lebensmut. Nachdem ich angefangen hatte, an Gott zu glauben, dachte ich, indem ich meine Pflichten gut tat und zur Leiterin befördert wurde, würde ich von meinen Brüdern und Schwestern bewundert werden und mein Schicksal ändern. Doch meine Taubheit wurde durch eine Gasvergiftung verschlimmert und ich konnte meine Pflicht nicht mehr normal tun. Das beeinträchtigte die Arbeit und mir wurde eine andere Pflicht zugewiesen. Später, als ich anfing, die Bewässerungspflicht zu tun, zahlte ich bei meiner Pflicht einen Preis, in der Hoffnung, Ergebnisse zu erzielen, die andere dazu bringen würden, mich zu bewundern. Als ich befördert wurde, dachte ich, mein Schicksal habe sich zum Besseren gewendet und ich hätte endlich eine Chance zu glänzen. Jedoch machte sich mein Halswirbelsäulenleiden wieder bemerkbar und auch mein Hörverlust wurde schlimmer. Ich war unfähig, normal mit anderen zu kommunizieren, was meine Pflichten beeinträchtigte. Ich hatte keine andere Wahl, als in meine Heimatgemeinde zurückzukehren, um dort Pflichten im Bereich allgemeine Angelegenheiten zu tun. Weil mein Verlangen nach Ruf und Status nicht befriedigt wurde, gab ich Gott die Schuld dafür, dass Er ein schlechtes Schicksal für mich arrangiert hatte. Ich glaubte, dass ich mich durch mein hartes Schicksal in diesem Leben nur abmühen konnte und hart arbeiten musste, und so lebte ich in einem Zustand der Niedergeschlagenheit und gab mich völlig auf. Ich trug bei meiner Pflicht keine Last mehr, machte ständig Fehler, hielt die Dinge auf und tat meine Pflicht nicht gut. Ich hatte viele Jahre an Gott geglaubt und so viele Seiner Worte gelesen, aber als ich auf Schwierigkeiten stieß, kam ich nicht vor Ihn, um die Wahrheit zu suchen, und wenn die Dinge nicht nach meinem Willen liefen, beschwerte ich mich, dass Er ein schlechtes Schicksal für mich arrangiert hätte. Ich verfiel sogar in eine negative Haltung und wurde widerständig. Das war die Ansicht einer Ungläubigen, und ich zeigte Gott gegenüber keinerlei Unterwerfung.
Später las ich mehr von Gottes Worten und gewann eine tiefere Erkenntnis davon, was ein gutes und was ein schlechtes Schicksal ist. Gott sagt: „Gottes Anordnung dafür, was das Schicksal einer Person sein wird, sei es gut oder schlecht, darf weder mit bloßen menschlichen Augen noch mit den Augen eines Wahrsagers betrachtet oder ermessen werden. Es darf auch nicht daran ermessen werden, wie viel Wohlstand und Ruhm diese Person in ihrem Leben genießt, noch daran, wie viel Leid sie erfährt oder ob ihr Streben nach Zukunftsaussichten, Ruhm und Gewinn reibungslos verläuft. Doch genau das ist der schwerwiegende Fehler, den diejenigen machen, die sagen, dass sie ein schlechtes Schicksal haben; natürlich ist es auch eine Methode, um zu bemessen, ob ihr Schicksal gut oder schlecht ist, die die Mehrheit der Menschen anwendet. Wie also sollten wir bemessen, ob das Schicksal eines Menschen gut oder schlecht ist? Wie bemessen weltliche Menschen es? In erster Linie stützen sie sich darauf, ob das Leben dieser Person reibungslos verläuft oder nicht, ob sie sich an Wohlstand und Ruhm erfreut oder nicht und ob sie ein Leben führen kann, das sich von dem der anderen abhebt, wie viel sie leidet und wie viel sie in ihrem Leben genießen kann, wie lange sie lebt, welche Karriere sie hat, und ob ihr Leben von Anstrengung geprägt ist oder bequem und leicht verläuft – anhand dieser und weiterer Dinge ermessen sie, ob das Schicksal einer Person gut oder schlecht ist. Ermesst ihr es auch so? (Ja.) Wenn also die meisten von euch auf etwas stoßen, das nicht reibungslos verläuft, wenn die Zeiten hart sind oder wenn es euch nicht möglich ist, ein Leben zu führen, das sich von dem der anderen abhebt, werdet auch ihr denken, ihr hättet ein schlechtes Schicksal, und auch ihr werdet in Niedergeschlagenheit versinken. Jene, die behaupten, ein schlechtes Schicksal zu haben, haben nicht zwangsläufig ein wirklich schlechtes Schicksal, und jene, die behaupten, ein gutes Schicksal zu haben, haben nicht zwangsläufig ein wirklich gutes Schicksal. Wie genau sollte das Schicksal als gut oder schlecht bemessen werden? … Sagt Mir, hat eine Witwe ein gutes Schicksal? Einer weltlichen Perspektive zufolge haben Witwen ein schlechtes Schicksal, und wenn sie in ihren Dreißigern oder Vierzigern verwitwet sind, haben sie wahrlich ein schlechtes Schicksal; das ist wirklich hart für sie! Wenn aber eine Witwe sehr leidet, weil sie ihren Ehemann verloren hat und dadurch zum Glauben an Gott findet, hat sie dann ein hartes Los? (Nein.) Weil diejenigen, die nicht verwitwet sind, möglicherweise ein glücklicheres Leben führen, in dem alles gut für sie läuft, mit Unterstützung, Nahrung und Kleidung, einer Familie voller Kinder und Enkelkinder, weil sie ein bequemes Leben führen, ohne Not oder geistliche Bedürfnisse, glauben sie nicht an Gott, und sie werden nicht an Ihn glauben, egal wie du versuchst, ihnen das Evangelium zu predigen. Welche dieser Personengruppen hat also ein gutes Schicksal? (Die Witwe hat ein gutes Schicksal, weil sie zum Glauben an Gott gefunden hat.) Siehst du, weil weltliche Menschen der Meinung sind, dass die Witwe ein schlechtes Schicksal hat, und weil sie so sehr leidet, ändert sie folglich die Richtung und fängt an, einem anderen Weg zu folgen, und sie glaubt an Gott und folgt Gott – bedeutet das nicht, dass sie Segnungen genießt? (Das tut es.) Hat ihr schlechtes Schicksal sich in ein gutes Schicksal verwandelt? (Das hat es.) Ist das der Fall? Wenn sie ein schlechtes Schicksal hat, dann müsste ihr Schicksal im Leben immer schlecht sein und sich nicht ändern lassen. Wie kann es also geändert werden? Hat sich ihr Schicksal verändert, als sie anfing, an Gott zu glauben? (Nein, es liegt daran, dass sich ihre Sicht auf die Dinge verändert hat.) Ihre Sichtweise hat sich geändert. Hat sich dadurch die objektive Tatsache ihres eigenen Schicksals geändert? (Nein.) … Ist sie in Wirklichkeit tatsächlich zu einem guten Schicksal gekommen, weil sie an Gott glaubt? Nicht unbedingt. Es ist nur so, dass sie jetzt, da sie an Gott glaubt, Hoffnung hat. Sie spürt eine gewisse Zufriedenheit in ihrem Herzen. Die Ziele, die sie verfolgt, haben sich verändert, ihre Ansichten zu den Dingen sind anders, und so macht ihr aktuelles Lebensumfeld sie glücklich, zufrieden, froh und friedlich. Sie hat das Gefühl, dass ihr Schicksal jetzt so gut ist, viel besser als die Schicksale jener, die nicht verwitwet sind. Erst jetzt wird ihr klar, dass die Ansicht, die sie zuvor hatte, nämlich, ein schlechtes Schicksal zu haben, falsch war. Was könnt ihr daraus erkennen? Gibt es solche Dinge wie ‚gutes Schicksal‘ und ‚schlechtes Schicksal‘? (Nein.) Nein, es gibt sie nicht“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (2)). Das Lesen von Gottes Worten erhellte mein Herz. Ob das Schicksal eines Menschen gut oder schlecht ist, lässt sich nicht nach unseren Auffassungen und Vorstellungen bemessen, noch kann es aus einer weltlichen Sichtweise betrachtet werden. Nichtgläubige denken, dass gut zu essen, sich gut zu kleiden und die Bewunderung und Unterstützung anderer zu genießen bedeutet, ein gutes Schicksal zu haben. Umgekehrt denken sie, wenn man sein ganzes Leben lang mittellos ist, am unteren Rand der Gesellschaft lebt und von anderen auf einen herabgesehen wird, oder wenn man die Qualen von Krankheit erlebt oder Drangsal und Nöte durchmacht, dass dies ein schlechtes Schicksal ist. Tatsächlich gibt es bei Gott so etwas wie ein gutes oder schlechtes Schicksal nicht. Es ist genau wie das Beispiel, das Gott von der Witwe gab. Die Witwe ging am Anfang davon aus, dass sie ein schlechtes Schicksal hätte, doch später änderte sie ihre Meinung und war der Ansicht, sie hätte ein gutes Schicksal. Obwohl sich ihr Lebensumfeld nicht verändert hatte, hatte sich ihre Sichtweise auf die Dinge geändert. Sie verstand aus Gottes Worten, dass diejenigen, die eine glückliche Familie und ein komfortables Leben haben, letztendlich in die Hölle kommen – egal wie sehr sie sich amüsieren –, wenn sie nicht vor Gott treten und Seine Rettung annehmen. Wegen des Leids, das sie ertrug, nahm sie Gottes Werk an und hatte die Gelegenheit, die Wahrheit zu verstehen und gerettet zu werden. Sie ist wirklich einer der gesegnetsten Menschen. Weil sich die Sichtweise der Witwe auf die Dinge geändert hatte, änderte sich auch ihre Einstellung. Da ich jedoch die Wahrheit nicht verstand, glaubte ich, dass Ruhm, Gewinn und die Bewunderung anderer bedeuteten, ein gutes Schicksal zu haben, und dass befördert zu werden und die Pflichten einer Leiterin tun zu können ebenso bedeutete, ein gutes Schicksal zu haben. Jedes Mal, wenn mir eine neue Pflicht zugewiesen wurde, beklagte ich mich also, dass ich ein schlechtes Schicksal hätte. Ich erkannte, dass meine Ansichten über die Dinge so absurd und unvernünftig waren. Tatsächlich werden Pflichten in Gottes Haus je nach Arbeitsbedarf neu zugewiesen, und die Neuzuweisungen werden umfassend nach dem Kaliber und den Fähigkeiten der Leute abgewogen. Die Pflicht, die eine Person tut, hat überhaupt nichts damit zu tun, ob ihr Schicksal gut oder schlecht ist. Selbst wenn mir keine andere Pflicht zugewiesen worden wäre, wäre ich trotzdem offenbart und ausgemustert worden, wenn ich nicht nach der Wahrheit gestrebt hätte. Obwohl ich eine Pflicht in allgemeinen Angelegenheiten tat, hatte ich trotzdem noch die Gelegenheit, gerettet zu werden, solange ich nach der Wahrheit und einer Veränderung meiner Disposition strebte. Nehmen wir als Beispiel eine Predigerin, die ihre Pflicht mit mir zusammen tat. Sie hatte einige Gaben und wurde später zur Bezirksleiterin gewählt. Sie strebte jedoch immer nach Ansehen und Status und tat viele Dinge, die die Arbeit der Kirche unterbrachen und störten. Am Ende weigerte sie sich hartnäckig, Buße zu tun, wurde aus der Kirche ausgeschlossen und verpasste ihre Chance, gerettet zu werden. Daran sehen wir: Wenn man an Gott glaubt, ohne nach der Wahrheit zu streben und eine Veränderung seiner Disposition zu suchen, wird man trotzdem von Gott offenbart und ausgemustert, selbst wenn man Leiter wird. Aus diesen Beispielen geht klar hervor, dass ich glaubte, Ruhm, Gewinn und die Bewunderung von allen zu genießen bedeute, ein gutes Schicksal zu haben, und dass man ein gutes Schicksal hätte, wenn man an Gott glaubt und befördert wird und wichtige Positionen erhält, während es ein Zeichen für ein schlechtes Schicksal wäre, wenn man eine gewöhnliche Pflicht hinter den Kulissen täte. Diese Ansicht ist extrem verzerrt und entspricht überhaupt nicht der Wahrheit. Gott gestaltet das Lebensumfeld eines jeden Menschen nach dessen Bedürfnissen. In allem, was Menschen in ihrem Leben erfahren, liegen Gottes gute Absichten. Ich wurde in eine arme Familie geboren, und obwohl ich hart lernte, konnte ich trotzdem nicht aus der Masse herausstechen. Oberflächlich betrachtet schien ich zwar ein schlechtes Schicksal zu haben, aber gerade deshalb konnte ich vor Gott kommen und Seine Rettung annehmen. Ich hatte ein starkes Verlangen nach Ruf und Status; wenn ich also ein Leben in Reichtum und mit hohem Ansehen geführt hätte, hätte ich noch mehr nach Ruhm und Gewinn gestrebt. Letztendlich wäre ich von den bösen Trends mitgerissen und von Satan verschlungen worden. Erst nachdem ich so viele Rückschläge und Misserfolge erlebt hatte, konnte ich zu Gott zurückkehren, die Bewässerung und Versorgung durch Gottes Worte annehmen und einige Wahrheiten verstehen. Das ist der größte Segen. Es ist so viel bedeutungsvoller, als Ruhm und Gewinn zu erlangen und den Reichtum und Glanz der Welt zu genießen. Nachdem ich angefangen hatte, an Gott zu glauben, wurden mir wegen meines Hörverlusts Pflichten in allgemeinen Angelegenheiten zugewiesen. Das war auch Gottes Schutz für mich. Mein Verlangen nach Ansehen und Status war zu stark; wann immer es eine Gelegenheit gab, mich zu profilieren, konnte ich nicht anders, als auf mein Ansehen und meinen Status hinzuarbeiten. Es wäre nur allzu leicht gewesen, den Weg der Antichristen einzuschlagen und offenbart und ausgemustert zu werden. Obwohl ich jetzt taub bin, hat mir Gottes Haus nicht die Gelegenheit genommen, meine Pflicht zu tun. Stattdessen wurden mir Pflichten zugewiesen, die meinem körperlichen Zustand entsprachen. Obwohl diese Pflicht im Hintergrund stattfindet und von anderen vielleicht nicht hoch angesehen wird, hindert sie mich nicht daran, nach der Wahrheit zu streben. In der Zeit, in der ich diese Pflicht ausführte, offenbarte ich viel Verdorbenheit. Manchmal war ich oberflächlich und nachlässig, und manchmal gab ich mich fleischlichen Annehmlichkeiten hin und war nicht bereit, einen Preis zu zahlen. Durch das Essen und Trinken der Worte Gottes gewann ich ein gewisses Verständnis meiner eigenen verdorbenen Disposition, und danach konnte ich bei meinem Handeln gegen das Fleisch aufbegehren, mich mit Herzblut meiner Pflicht widmen und gewissenhaft sein. Gleichzeitig lernte ich auch, in allem die Wahrheitsgrundsätze zu suchen und selbst bei kleinen und unbedeutenden Angelegenheiten gewissenhaft und detailorientiert zu sein. Durch diese Erfahrung wurde mir klar: Egal, ob man ein Leiter ist oder eine Pflicht im Bereich allgemeine Angelegenheiten in Gottes Haus ausführt, solange man nach der Wahrheit strebt, wird man Lebenseintritt erlangen und eine Chance, gerettet zu werden. Gott hat mein Schicksal im Leben nach meinen Bedürfnissen gestaltet; es ist alles zu meinem Vorteil. Das Problem war, dass ich nicht zufrieden war; ich hatte immer Ambitionen und Begierden und ich unterwarf mich nicht Gottes Herrschaft. Infolgedessen litt ich nicht nur schrecklich, sondern tat auch meine Pflicht nicht gut. Nachdem sich meine Sichtweise geändert hatte, fühlte ich mich nicht mehr so elend.
Später las ich Gottes Worte und gewann ein wenig mehr Erkenntnis über die Sichtweise, die hinter meinem Streben steckte. Der Allmächtige Gott sagt: „Sind die Gedanken und Ansichten jener Leute, die ständig sagen, sie hätten ein schlechtes Schicksal, richtig oder falsch? (Sie sind falsch.) Diese Menschen empfinden Niedergeschlagenheit, weil sie im Extremismus feststecken. Weil sie aufgrund ihrer extremen Gedanken und Ansichten diese extreme Niedergeschlagenheit haben, sind sie außerstande, sich den Dingen, die im Leben geschehen, auf die richtige Art und Weise zu stellen, und sie können weder die Funktionen, die Menschen haben sollten, auf eine normale Art und Weise ins Spiel bringen noch die Pflichten, Verantwortungen und Verpflichtungen eines geschaffenen Wesens auf normale Weise ausführen. … Sie betrachten Probleme und Menschen von diesem extremen und falschen Standpunkt aus und setzen sich dadurch immer wieder der Auswirkung und dem Einfluss dieser negativen Emotion aus, während sie leben, Menschen und Dinge betrachten und sich verhalten und handeln. Am Ende wirken sie, egal, wie sie leben, so erschöpft und können keine Begeisterung für ihren Glauben an Gott und das Streben nach der Wahrheit aufbringen. Unabhängig davon, wie sie ihr Leben gestalten, können sie ihre Pflicht nicht positiv bzw. aktiv tun, und obwohl sie seit vielen Jahren an Gott glauben, konzentrieren sie sich trotzdem nie darauf, ihre Pflicht mit ganzem Herzen und ganzem Verstand zu tun oder auf eine Weise zu tun, die dem Maßstab entspricht. Und natürlich streben sie erst recht nicht nach der Wahrheit oder praktizieren sie in Übereinstimmung mit den Wahrheitsgrundsätzen. Woran liegt das? Schließlich und endlich liegt es daran, dass sie ständig denken, ein schlechtes Schicksal zu haben, weswegen sie in tiefste Niedergeschlagenheit verfallen. Sie werden völlig entmutigt, kraftlos, wie wandelnde Leichen, ohne jede Vitalität. Sie zeigen kein positives oder optimistisches Verhalten, geschweige denn Entschlossenheit oder Ausdauer, ihre Pflicht, ihre Verantwortung und ihre Verpflichtungen mit der gebotenen Hingabe auszuführen. Vielmehr kämpfen sie sich widerwillig mit einer oberflächlichen Haltung von Tag zu Tag und bringen ihre Tage auf diese Weise wirrköpfig, benommen hinter sich, und das sogar, ohne irgendetwas dabei zu empfinden. Sie haben keine Ahnung, wie lange sie sich durchwurschteln werden. Am Ende bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich selbst zu ermahnen und zu sagen: ‚Ach, ich werde mich einfach so lange ich kann weiter durchwurschteln. Wenn ich eines Tages nicht mehr weitermachen kann und die Kirche mich ausschließen oder ausmustern will, dann soll sie mich eben ausmustern. Was kann ich schon gegen mein schlechtes Schicksal tun?‘ Siehst du, selbst in ihrer Sprache sind sie so kraftlos. Diese Niedergeschlagenheit führt nicht nur zu einer einfachen Stimmung, sondern hat, was noch wichtiger ist, eine verheerende Auswirkung auf die Gedanken und Herzen der Menschen und auch auf ihr Streben. Wenn du deine Niedergeschlagenheit nicht rechtzeitig und rasch umkehren kannst, wird sie nicht nur dein ganzes Leben beeinflussen, sondern sie wird auch dein Leben zerstören und dich in den Tod führen. Selbst wenn du an Gott glaubst, wirst du nicht imstande sein, die Wahrheit und Errettung zu erlangen, und am Ende wirst du umkommen“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (2)). Nachdem ich diesen Abschnitt aus Gottes Worten gelesen hatte, wurde mir klar, dass es zu gefährlich war, ständig in Gefühlen der Niedergeschlagenheit zu leben und mich über mein schlechtes Schicksal zu beklagen. Das waren extreme Gedanken, und wenn ich sie nicht auflösen würde, würde ich meine Gelegenheit verpassen, gerettet zu werden. Als ich damals in Niedergeschlagenheit lebte und mich über mein schlechtes Schicksal beklagte, dachte ich ursprünglich, ich sei lediglich bedrückt, und da ich meine Pflicht nicht aufgegeben hatte, sah ich es nicht als eine böse Tat an. Erst jetzt erkannte ich, dass das Wesen des Lebens in Niedergeschlagenheit Unzufriedenheit mit Gottes Herrschaft darstellt; es ist ein stiller Widerstand gegen Gott. Wenn ich nie Buße täte, würde ich niemals die Wahrheit erlangen und gerettet werden können. Am Ende könnte ich nur vernichtet werden. Die Konsequenzen sind echt schrecklich! Ich dachte daran, wie ich vor meinem Glauben an Gott unzufrieden mit dem Schicksal war, das Gott für mich arrangiert hatte, weil ich in der Welt immer erfolglos war. Nachdem ich angefangen hatte, an Gott zu glauben, strebte ich immer noch nach der Bewunderung anderer. Wenn ich mich bei meiner Pflicht nicht profilieren konnte, fühlte ich mich elend. Ich beklagte mich über mein schlechtes Schicksal und lebte in einem Zustand der Negativität und Verkommenheit. Ich tat zwar meine Pflicht, aber mir fehlte die Motivation. Ich war passiv, nachlässig und oberflächlich bei meiner Pflicht. Oft machte ich Fehler, was meinen Brüdern und Schwestern Ärger und Störungen verursachte und meinen eigenen Lebenseintritt verzögerte. Wenn ich diesen Zustand nicht umkehren würde, würde ich das Wirken des Heiligen Geistes und meine Pflicht verlieren und letztendlich meine Chance auf Rettung verspielen. Als ich das verstand, überkam mich eine tief sitzende Furcht, und ich betete inständig zu Gott: „Gott, so viele Jahre lang war ich uneinsichtig und der Wahrheit abgeneigt. Ich habe mich ständig über mein schlechtes Schicksal beklagt und war unfähig, mich von meinen extremen Emotionen zu befreien. Erst jetzt habe ich erkannt, dass die Sichtweise hinter meinem Streben falsch war. Ich bin bereit, vor Dir Buße zu tun, inständig nach der Wahrheit zu streben und meine Pflicht gut zu tun.“
Später dachte ich darüber nach: Was war die eigentliche Ursache dafür, dass ich so viele Jahre in solchem Elend gelebt hatte? Ich las die Worte Gottes: „Was benutzt Satan, um den Menschen fest unter seiner Kontrolle zu halten? (Ruhm und Gewinn.) Satan benutzt Ruhm und Gewinn, um die Gedanken der Menschen zu kontrollieren, er lässt sie an nichts anderes als an diese beiden Dinge denken und bringt sie dazu, um Ruhm und Gewinn zu ringen, für Ruhm und Gewinn Härten zu erleiden, für Ruhm und Gewinn Erniedrigung zu erdulden und schwere Lasten zu tragen, für Ruhm und Gewinn alles zu opfern, was sie haben, und jegliches Urteil oder jegliche Entscheidung um des Ruhms und Gewinns willen zu treffen. Auf diese Weise legt Satan den Menschen unsichtbare Fesseln an, und unter diesen Fesseln haben sie weder die Fähigkeit noch den Mut, sich zu befreien. Unwissentlich tragen sie diese Fesseln, während sie mit großen Schwierigkeiten Schritt für Schritt immer weiter voranstapfen. Um des Ruhmes und des Gewinns willen entfernt sich die Menschheit von Gott und verrät Ihn und wird immer niederträchtiger. Auf diese Weise wird eine Generation nach der anderen inmitten von Satans Ruhm und Gewinn vernichtet. Wenn wir nun die Handlungen Satans betrachten, sind seine heimtückischen Beweggründe nicht absolut hassenswert? Vielleicht könnt ihr heute noch immer nicht die heimtückischen Motive Satans durchschauen, weil ihr denkt, dass das Leben ohne Ruhm und Gewinn keinen Sinn hätte, dass die Menschen dann nicht mehr in der Lage wären, den Weg vor sich und ihre Ziele zu erkennen, und dass ihre Zukunft finster, düster und trüb werden würde. Aber eines Tages werdet ihr alle langsam erkennen, dass Ruhm und Gewinn schwere Fesseln sind, die Satan den Menschen auferlegt. Wenn der Tag kommt, wirst du dich der Kontrolle Satans vollständig widersetzen und dich vollständig den Fesseln widersetzen, die Satan dir auferlegt hat. Wenn du dich von all diesen Dingen befreien möchtest, die Satan dir eingeflößt hat, wirst du einen klaren Bruch mit Satan vollziehen, und du wirst alles, was Satan dir gebracht hat, wirklich hassen. Nur dann wirst du wahre Liebe zu Gott und wahre Sehnsucht nach Ihm haben“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige VI). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, wurde mir plötzlich klar, dass all das Leid, das ich über die Jahre ertragen hatte, von Satan verursacht worden war. Satan lockte mich und schadete mir mit Ruhm und Gewinn und brachte mich schon als Kind dazu, danach zu streben, aus der Masse herauszustechen und mein Schicksal zu ändern. Als ich in der Schule war, lehrten mich die Lehrer: „Man muss die größten Mühsale erdulden, um der Größte zu werden“, „Der Mensch kämpft sich aufwärts; Wasser fließt abwärts“ und „Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt.“ Ich akzeptierte diese Überlebensregeln und glaubte fälschlicherweise, dass ich alles hätte, wenn ich nur Ruhm und Gewinn erlangen könnte, und eine gute Zukunft haben und all den Reichtum und Wohlstand der Welt genießen könnte, solange ich nur hart arbeitete, mehr litt und einen höheren Preis zahlte. Ich lernte mehr als ein Jahrzehnt lang hart, um Ruhm und Gewinn zu erlangen und von anderen bewundert zu werden, aber am Ende scheiterte ich trotzdem. Ich war nicht bereit, mein Schicksal zu akzeptieren, also machte ich Überstunden beim Lernen, um Statistikerin zu werden. Am Ende schaffte ich es nicht nur nicht, mein Schicksal zu ändern, sondern machte auch Fehler bei der Arbeit, weil ich meinen Körper überforderte. Ich erlitt einen Schock und entwickelte als Folge eine Schallempfindungsschwerhörigkeit. Nachdem ich angefangen hatte, an Gott zu glauben, war ich bei der Ausführung meiner Pflicht ungeduldig auf schnelle Erfolge aus, blieb bis spät in die Nacht wach, um zu arbeiten, und achtete nicht auf meine Gesundheit, nur um nicht verachtet zu werden. Schließlich verschlechterte sich mein Hörverlust und ich war unfähig, normal mit meinen Brüdern und Schwestern zu kommunizieren. Ich konnte nur allgemeine Angelegenheiten im Hintergrund verrichten und fühlte mich ganz besonders gequält, weil ich nicht von anderen bewundert wurde. Ruhm und Gewinn waren wie Fesseln an meinem Körper, die mich daran hinderten, mich zu befreien. Ich dachte daran, wie Nichtgläubige Ruhm und Gewinn über das Leben selbst stellen. Manche Menschen können den herben Rückschlag nicht verkraften, es nicht an die Universität zu schaffen oder in ihrer Karriere zu scheitern, und erleiden infolgedessen Nervenzusammenbrüche oder begehen sogar Selbstmord, indem sie von Gebäuden springen. Bei mir war es genauso. Als ich meine Ambitionen und Begierden, die Bewunderung anderer zu erlangen, nicht stillen konnte, beschwerte ich mich einfach weiter, dass Gott kein gutes Schicksal für mich arrangiert hatte, lebte in einem Zustand der Niedergeschlagenheit und gab auf. Ich dachte sogar daran, allem ein Ende zu setzen. Wenn Gottes Schutz nicht gewesen wäre, hätte ich vielleicht so geendet wie diese Nichtgläubigen. Endlich sah ich klar, dass die Überlebensregeln, die Satan mir eingeflößt hatte, keine positiven Dinge waren. Sie veranlassten mich, mir Sorgen um meinen Ruf und Status zu machen, und als ich sie nicht erlangen konnte, entfernte ich mich von Gott, verriet Gott, widersetzte mich Gott und riskierte letztendlich, meine Chance auf Rettung zu verlieren. Das war Satans niederträchtige Absicht, die Menschen zu verderben. Wenn ich so weitermachte, würde ich früher oder später ausgemustert werden. Ich bereute, so blind und töricht gewesen zu sein, mir so viele Jahre von Satan Schaden zufügen zu lassen. Ich beschloss, mich vollständig gegen Satan aufzulehnen, von nun an nach Gottes Worten zu leben und nicht mehr nach Ruf und Status zu streben.
Eines Tages las ich die Worte Gottes und verstand Gottes Absichten. Der Allmächtige Gott sagt: „Welche Einstellung sollten die Menschen zum Schicksal haben? Du solltest dich nach den Anordnungen des Schöpfers richten und aktiv und fleißig nach dem Zweck und der Bedeutung hinter all diesen Anordnungen des Schöpfers suchen, um die Wahrheit zu verstehen, deine bedeutendste Funktion in diesem Leben, das Gott für dich angeordnet hat, ins Spiel bringen, die Pflichten, Verantwortungen und Verpflichtungen eines geschaffenen Wesens erfüllen und dein Leben bedeutungsvoller und wertvoller gestalten, bis der Schöpfer dich schließlich akzeptiert und sich an dich erinnert. Noch besser wäre es natürlich, wenn du dich nach Kräften bemühen könntest, durch Suchen und die Annahme der Wahrheit Rettung zu erlangen – das wäre das beste Ergebnis. In jedem Fall sollte die angemessenste Einstellung, die die geschaffene Menschheit gegenüber dem Schicksal einnehmen sollte, nicht darin bestehen, willkürliche Urteile zu fällen und Definitionen zu treffen oder mit extremen Methoden damit umzugehen. Natürlich sollten die Menschen erst recht nicht versuchen, sich ihrem Schicksal zu widersetzen, es abzulehnen oder es zu verändern. Vielmehr sollten sie ihr Herz zum Einsatz bringen, um es zu würdigen, danach zu suchen, es zu erspüren und sich ihm zu fügen und ihm dann positiv zu begegnen. Zu guter Letzt solltest du in deinem Lebensumfeld und auf der Lebensreise, die Gott für dich eingerichtet hat, den Weg des Verhaltens suchen, den Gott dich lehrt, nach dem Weg suchen, von dem Gott will, dass du ihn einschlägst, und das Schicksal durchleben, das Gott auf diese Weise für dich angeordnet hat, und am Ende wirst du gesegnet werden“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (2)). In Gottes Worten fand ich einen Weg. Gott verlangt von mir, an meiner Position als geschaffenes Wesen festzuhalten und meine Pflicht auf bodenständige Weise auszuführen. Wenn ich darüber nachdenke, stecken in jeder Pflicht, die ich tue, Gottes gute Absichten, und ich muss sie von Gott annehmen. Egal, ob ich die Bewunderung anderer gewinnen kann oder nicht, ich bin nur ein winziges geschaffenes Wesen, und es genügt, meine Funktion als geschaffenes Wesen zu erfüllen. Aus tiefstem Herzen bin ich bereit, mich dem Schicksal zu unterwerfen, das Gott für mich gestaltet hat.
Jetzt kann ich mich willig unterwerfen und lerne, mich mit Herzblut meiner Pflicht zu widmen und dabei gewissenhaft zu sein. Ich übe mich darin, in allem die Wahrheitsgrundsätze zu suchen und gemäß Gottes Anforderungen zu handeln. Wenn ich etwas nicht verstehe, suche ich vermehrt Gemeinschaft bei meinen Brüdern und Schwestern. Wenn ich Fehler bei meiner Pflicht mache, suche ich umgehend nach den Ursachen und fasse sie zusammen, denke über meine verdorbenen Dispositionen nach und korrigiere meine Fehler so schnell wie möglich. Wenn ich auf diese Weise praktiziere, fühle ich mich in meinem Herzen friedlich und im Reinen. Allmählich ließ ich mich nicht mehr von der Vorstellung fesseln, mein Schicksal sei schlecht, und mein Zustand wird immer besser. Das ist es, was die Erleuchtung und Führung durch Gottes Worte in mir bewirkt haben. Dank sei dem Allmächtigen Gott!