75. Meine Krankheit war Gottes Segen für mich
Mit fünfzehn wurde bei mir eine seltene Krankheit namens pulmonale Hypertonie diagnostiziert. Anfangs konnte ich nur keinen anstrengenden Sport mehr machen, doch schon bald kam ich selbst beim Gehen außer Atem und spürte ein stark beklemmendes Gefühl in der Brust. Ich musste die Schule abbrechen und reiste umher, um mich ärztlich behandeln zu lassen, doch mein Zustand verschlechterte sich von Tag zu Tag. Es kam so weit, dass ich nicht einmal mehr für mich selbst sorgen konnte und selbst im Liegen rang ich um Luft. Als es schlimm wurde, musste ich Sauerstoff bekommen. Der Arzt sagte, ich hätte höchstens noch drei Monate zu leben. Bei dem Gedanken, dass mein Leben mit nur fünfzehn Jahren enden sollte, verlor ich jegliche Hoffnung. Ich dachte bei mir: „Wenn ich sterben muss, dann soll es so sein. Der Tod wäre eine Erlösung.“ Doch drei Monate später war ich wie durch ein Wunder immer noch am Leben. Meine Krankheit war allerdings immer noch sehr schwer. Die geringste Anstrengung verursachte Herzrasen und Kurzatmigkeit. Wenn es schlimm war, bekam ich keine Luft mehr und hatte das Gefühl zu ersticken und gleich ohnmächtig zu werden. Obwohl mein Leben vorerst gerettet war, konnte ich nicht wie ein normaler Mensch leben und mein Traum, auf die Hochschule zu gehen, war nun unerfüllbar. Ich fühlte mich völlig verloren in Dunkelheit und Elend. 1999 nahmen meine Mutter und ich das Werk des Allmächtigen Gottes der letzten Tage an. Danach las ich oft in Gottes Worten. Aus Seinen Worten verstand ich, dass Gott drei Phasen Seines Werkes vollbracht hat, um die Menschheit zu erretten. In den letzten Tagen ist Gott Fleisch geworden, um die Wahrheit zum Ausdruck zu bringen, damit Er die Menschen reinigen und erretten kann. Sein Ziel ist es, sie letztendlich vollständig aus Satans Einfluss zu erretten und sie an einen herrlichen Bestimmungsort zu führen. Mir wurde leichter ums Herz und ich schöpfte wieder Hoffnung. Ich glaubte, solange ich aufrichtig an Gott glaubte, hätte ich die Chance, errettet zu werden und in Sein Reich einzugehen, und vielleicht würde eines Tages sogar meine Krankheit geheilt werden. Ich las weiterhin Gottes Worte, besuchte Versammlungen und mein Körper wurde allmählich kräftiger. Ich begann auch, in der Kirche eine Pflicht zu tun.
Später ging ich in eine andere Region, um das Evangelium zu predigen und musste manchmal Dutzende von Kilometern mit dem Fahrrad fahren. Anfangs war ich sehr besorgt und fragte mich: „Wird mein Körper das überhaupt aushalten?“ Doch dann erinnerte ich mich daran, dass ich ein gläubiger Mensch war. Ich dachte, solange ich meine Pflicht gut ausführe, würde Gott meine Bemühungen und meinen Aufwand sehen und mich beschützen. Meine Krankheit lag in Gottes Händen, also gab es keinen Grund zur Sorge. Nach einer Weile verschlechterte sich mein Zustand nicht, und ich war sehr dankbar für Gottes Fürsorge und Schutz. Ob eiskalter Winter oder glühend heißer Sommer, ob ich von potentiellen Evangeliumsempfängern verjagt oder gar bei der Polizei angezeigt und zur Festnahme gesucht wurde – ich wich in dieser Zeit nie zurück und führte einfach weiter meine Pflicht aus. Im Jahr 2005 hörte ich während einer Versammlung, dass eine Schwester an einer schweren Blutungsstörung litt, die das Krankenhaus nicht heilen konnte. Doch danach machte sie unbeirrt mit ihrer Pflichtausführung weiter, und ihre Krankheit heilte, ohne dass sie es merkte. Ich dachte bei mir: „Gottes Werk in den letzten Tagen besteht hauptsächlich darin, die Wahrheit zum Ausdruck zu bringen, um die verdorbenen Dispositionen der Menschen aufzulösen, und nicht darin, die Kranken zu heilen und Dämonen auszutreiben. Ich sollte Gott nicht bitten, mich zu heilen, aber solange ich meine Pflicht gut ausführe, wird Gott mir aufgrund meiner Leistung Gnade und Segen gewähren. Die Krankheit dieser Schwester war so schwer, und doch wurde sie geheilt. Wenn ich weiterhin meine Pflicht tue, wird vielleicht auch meine Krankheit eines Tages geheilt. Wenn ich geheilt wäre, müsste ich die Qual der Krankheit nicht mehr ertragen.“ Dadurch wurde ich bei meiner Pflicht noch motivierter.
Später, im Jahr 2006, traf ich zufällig einen Arzt für traditionelle chinesische Medizin, der sagte, es gäbe Hoffnung, meine Krankheit zu heilen. Ich war so aufgeregt, als ich das hörte, und fragte mich, ob Gott durch diesen Arzt wirken würde, um mich zu heilen. Also habe ich bei der Behandlung voll kooperiert. Doch nach fast zwei Monaten hatte sich mein Zustand überhaupt nicht gebessert. Ich war unglaublich enttäuscht. „Warum werde ich nicht gesund?“, fragte ich mich. „Seit Jahren habe ich meine Familie und meine Karriere aufgegeben, um meine Pflicht zu tun, und habe sogar trotz meiner Krankheit weiter das Evangelium gepredigt. Habe ich nicht genug getan? Habe ich es nicht gut genug gemacht? Warum wurden einige Brüder und Schwestern gesund, aber ich nicht? Wenn ich gesund wäre, könnte ich meine Pflicht nicht noch besser tun?“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto elender fühlte ich mich. Ich hatte nicht einmal mehr die Kraft zu gehen. Obwohl ich weiterhin meine Pflicht tat, fühlte ich mich ausgelaugt und konnte für nichts mehr Energie aufbringen. Später las ich während meiner Andachten eine Passage aus Gottes Worten, und mein Zustand begann sich zu ändern. Gott sagt: „Wenn Ich deine dürftigen Forderungen nicht erfülle, nachdem du ein paar Aufwendungen für Mich getätigt hast, wirst du von Mir entmutigt und enttäuscht sein oder gar anfangen, vor Verbitterung zu schäumen und laut zu schimpfen?“ „Wenn du stets sehr loyal gewesen bist, Mir viel Liebe entgegengebracht hast, doch die Qual des Krankseins, finanzielle Not und das Verlassen von deinen Freunden und Verwandten erleidest oder dir irgendein anderes Unglück im Leben widerfährt, werden dann deine Treue und Liebe zu Mir immer noch andauern?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Ein sehr ernstes Problem: Verrat (2)). Als ich mit Gottes Fragen konfrontiert wurde, überkam mich ein unbeschreibliches Gefühl. Gott verlangt von den Menschen, dass sie ihre Pflicht tun, ohne zu feilschen oder Forderungen zu stellen, und dass sie Ihm gegenüber treu und wahrhaft gehorsam sind, egal was geschieht. Aber weil ich bei meiner Pflicht etwas Mühsal ertragen und einige Bemühungen und Aufwendungen auf mich genommen hatte, dachte ich, Gott müsse meine Krankheit wegnehmen. Als meine Forderung nicht erfüllt wurde, verstand ich Gott falsch, haderte mit Ihm und verlor jegliche Motivation für meine Pflicht. Obwohl ich nie ausdrücklich zu Gott um Heilung gebetet hatte, hegte ich diese maßlose Begierde in meinem Herzen. Besonders als ich sah, wie einige Brüder und Schwestern von ihren Krankheiten genasen, war ich überzeugt, dass der Tag meiner eigenen Heilung nicht mehr fern war. Ich tat meine Pflicht mit diesem Motiv und hielt mich sogar für ziemlich hingebungsvoll. Doch in Wirklichkeit zielten all meine Bemühungen und mein Aufwand nur darauf ab, dass meine Krankheit geheilt wird. Ich versuchte, mit Gott zu feilschen. Wo waren da meine Treue oder Liebe zu Ihm? Gott hatte mich bis heute beschützt und am Leben erhalten und mir sogar die Gelegenheit gegeben, meine Pflicht zu tun und nach der Wahrheit zu streben. Was Gott mir gegeben hatte, war bereits mehr als genug. Ich hätte meine Pflicht ernsthaft tun sollen, um Gottes Liebe zu erwidern; ich hätte keine Forderungen stellen oder versuchen sollen, mit Gott zu feilschen. Danach fuhr ich fort, meine Pflicht zu tun und machte mir keine Sorgen oder Gedanken mehr über meine Krankheit.
Ein paar Jahre später kaufte mir meine Familie eine andere Art von Medizin und meinte, sie könnte bei meinem Zustand helfen. Als ich mich an meine letzte Erfahrung mit einer Behandlung erinnerte, fragte ich mich: „Wenn diese Medizin auch nicht wirkt, wie soll ich dann mit diesem Zustand umgehen?“ Ich erinnerte mich an Gottes Worte: „Wie solltest du eine Krankheit erleben, wenn du sie erleidest? Du solltest vor Gott treten und beten und nach Gottes Absicht suchen und sie begreifen; du solltest dich selbst prüfen, um herauszufinden, welche deiner Taten sich gegen die Wahrheit gerichtet haben und welche Verdorbenheit in dir nicht beseitigt worden ist. Deine verdorbene Disposition kann nicht beseitigt werden, ohne Leid zu durchleben. Nur dadurch, dass sie durch Leid abgehärtet werden, schaffen es die Menschen, nicht zügellos zu sein und beständig vor Gott zu leben. Wenn Menschen leiden, beten sie ständig. Sie verschwenden keinen Gedanken an die Freuden des Essens, der Kleidung und anderer Vergnügen; sie beten ständig in ihrem Herzen und prüfen sich selbst, um zu sehen, ob sie kürzlich etwas falsch gemacht haben oder wo sie im Widerspruch zur Wahrheit gehandelt haben könnten. Wenn du mit einer schweren Krankheit oder einem seltenen Leiden konfrontiert bist und du sehr leidest, geschieht dies normalerweise nicht zufällig. Ob du krank bist oder gesund, darin liegt Gottes Absicht. Wenn der Heilige Geist wirkt und es dir körperlich gut geht, kannst du in der Regel nach Gott suchen, aber wenn du krank wirst und leidest, hörst du auf, nach Gott zu suchen, und du weißt auch nicht, wie du nach Ihm suchen sollst. Du lebst in Krankheit und denkst immer darüber nach, mit welcher Behandlung es dir schneller besser gehen wird. In Zeiten wie diesen beneidest du diejenigen, die nicht krank sind, und willst deine Krankheit und deinen Schmerz so schnell wie möglich loswerden. Das sind negative und widerständige Emotionen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Im Glauben an Gott ist das Erlangen der Wahrheit das Wichtigste). „Das Krankwerden liegt wirklich außerhalb deiner Kontrolle. Wenn du krank wirst und es keine Heilung gibt, dann ist dies das Leid, das du ertragen sollst. Versuche nicht, es loszuwerden; du musst zuerst gehorchen, zu Gott beten und nach Gottes Wünschen suchen. … Wenn du wirklich jemand bist, der Gott in seinem Herzen hat, dann lass nichts an dir vorübergehen, egal was dir begegnet. Du solltest beten und suchen, in jeder Angelegenheit nach Gottes Wunsch tasten und lernen, sich Gott zu unterwerfen. Wenn Gott sieht, dass du dich unterwerfen kannst und ein Herz hast, das sich Gott unterwirft, wird Er dein Leid lindern. Gott erreicht solche Wirkungen durch Leid und Läuterung“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Im Glauben an Gott ist das Erlangen der Wahrheit das Wichtigste). Durch Gottes Worte verstand ich, dass meine Gedanken ständig darum kreisten, wann meine Krankheit heilen würde und ob die Medizin mich heilen könnte. Alles, woran ich dachte, war, wie ich meiner Krankheit entkommen könnte. Ich erkannte, dass dies eine negative Emotion war. Mir wurde klar, dass ich in meiner Krankheit nach Gottes Absichten suchen und lernen sollte, mich Ihm zu unterwerfen. Das ist eine positive Einstellung. Obwohl es schmerzhaft ist, krank zu sein, war es für mich auch eine Form des Schutzes. Seit meiner Kindheit hatte ich fleißig gelernt und selbst nachdem ich krank geworden war, bestand ich darauf, zur Schule zu gehen, in der Hoffnung, mein Schicksal durch Wissen zu ändern. Ich war auf dem Weg nach der Welt zu streben, nach Ruhm, Gewinn und Status zu streben. Wäre ich nicht krank geworden, hätte ich mich bestimmt nicht für den Glauben an Gott entschieden. Ich hätte weiterhin nach Ruhm, Gewinn und Status gestrebt, in dieser dunklen und bösen Welt gelebt und wäre von Satan gequält worden. Es war wegen meiner Krankheit, dass ich Gottes Werk der letzten Tage annahm. Das war Gottes Errettung für mich und Sein großer Schutz. Mir wurde schließlich auch bewusst, dass Gott diese Krankheit nutzte, um mich zu reinigen und zu verwandeln. Ohne diese Krankheit hätte ich gedacht, ich würde mich aufrichtig für Gott aufwenden, ohne jemals die Unreinheiten in meinen Motiven beim Tun meiner Pflicht zu erkennen, und ich hätte keine Buße getan oder angefangen, mich zu ändern. Als ich das verstand, betete ich zu Gott: „Gott, ich weiß, diese Krankheit ist eine Form des Schutzes für mich und soll mich reinigen und verwandeln. Ich werde Dich nicht mehr bitten, mich zu heilen. Ob diese Krankheit besser wird oder nicht, ich bin bereit, mich unterzuwerfen.“ Nach dem Gebet fühlte ich eine tiefe Ruhe in meinem Herzen, ein Gefühl der Erleichterung, das ich noch nie zuvor erlebt hatte.
Dann, im Jahr 2017, erzählte mir Bruder Xu Liang, mein damaliger Arbeitspartner, von seinen früheren Magenproblemen. Er hatte lange Zeit vergeblich versucht, sie behandeln zu lassen. Dann flammten eines Tages seine Magenprobleme wieder auf, nachdem er sich erkältet hatte, doch nach diesem Aufflammen waren sie überraschenderweise verschwunden. Als ich seine Geschichte hörte, konnte ich nicht anders, als einen leisen Anflug von Niedergeschlagenheit zu spüren. Ich dachte daran, dass meine pulmonale Hypertonie oft Herzbeschwerden verursachte und dass ich jeden Tag Medikamente nehmen musste, um sie unter Kontrolle zu halten, was alle möglichen Nebenwirkungen mit sich brachte: Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen, Ödeme in den Beinen, Übelkeit und mehr. Die Krankheiten anderer Leute wurden geheilt, aber wann würde bei meiner jemals eine Besserung eintreten? Mir wurde klar, dass ich tief in meinem Herzen immer noch Forderungen an Gott stellte und immer noch hoffte, Er würde meine Krankheit wegnehmen. Ich fühlte mich schrecklich und wusste nicht, warum es mir immer so schwerfiel, mich zu unterwerfen. Später las ich Gottes Worte und fand die Wurzel des Problems. Der Allmächtige Gott sagt: „Viele, die Gott folgen, machen sich nur Gedanken darüber, wie sie Segnungen erhalten oder Katastrophen abwenden können. … Der Zweck, mit dem diese Menschen Gott folgen, ist ganz einfach und dient nur einem Ziel: gesegnet zu werden. Diese Menschen haben einfach keine Lust, irgendetwas Beachtung zu schenken, das nichts mit diesem Ziel zu tun hat. Für sie gibt es kein Ziel beim Glauben an Gott, das mehr gerechtfertigt ist, als Segnungen zu gewinnen – darin liegt für sie der Wert ihres Glaubens. Wenn etwas nicht zu diesem Ziel beiträgt, lässt es sie kalt, egal, was es auch ist. Bei den meisten Menschen, die heute an Gott glauben, ist dies der Fall. Ihr Ziel und ihre Absicht scheinen gerechtfertigt, denn da sie an Gott glauben, wenden sie sich auch für Gott auf, geben sich Gott hin und führen ihre Pflicht aus. Sie opfern ihre Jugend, entsagen ihrer Familie und ihrer Karriere und verbringen sogar Jahre fern von zu Hause und hetzen sich ab. Für ihr ultimatives Ziel ändern sie ihre eigenen Interessen, ihre Lebensanschauung und wechseln sogar die Richtung, nach der sie streben. Trotzdem können sie das Ziel hinter ihrem Glauben an Gott nicht ändern. Sie eilen der Führung ihrer eigenen Bestrebungen wegen umher; wie weit die Strecke auch ist und wie viele Schwierigkeiten, Gefahren und Hindernisse sich auch entlang des Weges befinden, sie bleiben hartnäckig und furchtlos vor dem Tod. … Könnte es außer den Vorteilen, die so eng mit ihnen verbunden sind, noch andere Gründe dafür geben, warum Menschen, die Gott nie verstehen, einen so großen Preis für Ihn bezahlen? Hier entdecken wir ein Problem, das zuvor vom Menschen nicht identifiziert wurde: Die Beziehung des Menschen zu Gott beruht lediglich auf bloßem Eigeninteresse. Es ist eine Beziehung zwischen dem Empfänger und dem Geber von Segnungen. Deutlicher ausgedrückt, ist es die Beziehung zwischen einem Arbeitnehmer und seinem Arbeitgeber. Der Arbeitnehmer strengt sich nur an, um den Lohn zu erhalten, den ihm der Arbeitgeber gibt. In dieser Art von Beziehung, die auf Eigeninteresse basiert, gibt es keine familiäre Verbundenheit, sondern nur geschäftlichen Austausch. Es gibt kein Lieben und Geliebtwerden, nur Gönnerhaftigkeit und Barmherzigkeit. Es gibt kein Verständnis, nur hilflos unterdrückte Empörung und Täuschung. Es gibt keine Vertrautheit, nur eine Kluft, die nicht zu überqueren ist“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes. Anhang 3: Der Mensch kann nur unter Gottes Führung gerettet werden). „Die Worte ‚die Feinde Gottes‘ haben eine Kernaussage: Sie sagen nicht, dass Gott den Menschen als den Feind ansieht, sondern, dass der Mensch Gott als den Feind ansieht. Erstens, wenn die Menschen anfangen, an Gott zu glauben, wer von ihnen hat da keine eigenen Ziele, Beweggründe und Ambitionen? Obwohl ein Teil von ihnen an die Existenz Gottes glaubt und die Existenz Gottes gesehen hat, enthält ihr Glaube an Gott immer noch diese Beweggründe, und ihr ultimatives Ziel im Glauben an Gott ist, Seinen Segen und die Dinge, die sie wollen, zu erlangen. … Das heißt, in seinem Herzen stellt der Mensch Gott ständig auf die Probe, schmiedet ständig Pläne in Bezug auf Gott, streitet über die Frage seines persönlichen Ergebnisses ständig mit Gott und versucht, Gott eine Aussage abzugewinnen und zu sehen, ob Gott ihm das geben kann, was er will oder nicht. Obwohl der Mensch nach Gott strebt, behandelt er Gott nicht als Gott. Der Mensch hat immer versucht, mit Gott Geschäfte zu machen, hat unablässig Forderungen an Ihn gestellt, Ihn sogar bei jedem Schritt gedrängt und versucht, die ganze Hand zu nehmen, nachdem ihm der kleine Finger gegeben worden war. Gleichzeitig mit dem Versuch, mit Gott Geschäfte zu machen, streitet der Mensch auch mit Ihm. Es gibt sogar Menschen, die, wenn ihnen Prüfungen widerfahren oder sie sich in gewissen Situationen wiederfinden, oft schwach, negativ und nachlässig in ihrer Arbeit und voller Beschwerden über Gott sind. Seit dem Zeitpunkt, als er zuerst anfing an Gott zu glauben, hat er Gott als Füllhorn betrachtet, als ein Schweizer Armeemesser, und er hat sich selbst als den größten Kreditgeber Gottes erachtet, als wäre es sein angeborenes Recht und seine Verpflichtung, zu versuchen, von Gott Segnungen und Verheißungen zu bekommen, während es Gottes Verantwortlichkeiten seien, den Menschen zu beschützen, sich um ihn zu kümmern und ihn zu versorgen. Das ist das grundlegende Verständnis des ‚Glaubens an Gott‘ all jener, die an Gott glauben, und so ist ihr tiefstes Verständnis des Begriffs des Glaubens an Gott“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gottes Werk, Gottes Disposition und Gott Selbst II). Was Gott aufdeckte, war mein wahrer Zustand. Ich sah, dass meine Einstellung, an Gott zu glauben, um Segen zu erlangen, extrem tief saß; es war nichts, was sich nach nur ein paar Offenbarungen hätte ändern lassen. Als ich gläubig wurde, dachte ich, wenn ich Dingen entsagte und mich für Gott aufwendete, würde Er mir Gnade und Segen gewähren, und meine Krankheit würde früher oder später geheilt werden. Angetrieben von diesem Motiv war ich bereit, bei meiner Pflicht jede Mühsal zu ertragen. Doch als meine Krankheit nicht geheilt wurde, beklagte ich mich, dass Gott nicht gerecht sei, und verlor sogar die Motivation für meine Pflicht. Jetzt, da ich hörte, dass die Krankheit eines anderen geheilt worden war, wurden die Unreinheiten in meinem Glauben wieder einmal offenbart. Ich sah, dass ich immer noch Forderungen an Gott stellte. Bei meinem Glauben ging es nur darum, Gnade zu erlangen und Gott dazu zu bringen, mich zu heilen. Ich behandelte Gott wie einen großen Arzt, wie jemanden, den man benutzen kann, und überhaupt nicht wie Gott. Als Gott meine Forderungen nicht erfüllte, versuchte ich, eine Belohnung von Ihm zu fordern. Ich hatte nicht den Funken eines gottesfürchtigen Herzens. Wie konnte jemand wie ich sich einen Gläubigen nennen? Ich dachte an Paulus. All sein Leiden, seine Aufwendungen und seine harte Arbeit dienten nur dem Zweck, eine Krone der Gerechtigkeit zu erlangen. Er wollte den Preis, den er zahlte, gegen die Segnungen des himmlischen Königreichs eintauschen. Paulus hatte überhaupt keine Unterwerfung gegenüber Gott; der Weg, den er ging, war einer des Widerstands gegen Gott. Ich ging denselben Weg wie Paulus. Wenn ich so weitermachte, würde ich, egal wie viele Jahre ich noch glaubte oder wie sehr ich mich abmühte und aufwendete, niemals die Wahrheit erlangen oder eine Veränderung meiner Disposition erreichen können. Am Ende würde ich immer noch von Gott ausgemustert werden. Ich erkannte, wie wahrhaft gefährlich es ist, an Gott zu glauben, ohne nach der Wahrheit zu streben! Ich musste die falsche Sichtweise hinter meinem Streben korrigieren, meine maßlosen Begierden loslassen und meine Pflicht gemäß Gottes Anforderungen tun. Wann immer ich danach hörte, dass jemandes Krankheit geheilt worden war, konnte ich es richtig einordnen und bat Gott nicht mehr, meine eigene Krankheit wegzunehmen.
Im Handumdrehen waren mehr als zwanzig Jahre vergangen, seit ich diese Krankheit bekommen hatte. Manchmal spürte ich immer noch Herzbeschwerden und machte mir Sorgen, ob sich mein Zustand verschlimmerte. Wenn es schlimm wird, bedeutet das Herzversagen – würde ich sterben, wenn das passiert? Dann las ich weitere Worte Gottes: „Die Lebensspanne eines jeden Menschen ist von Gott vorherbestimmt worden. Eine Krankheit mag aus medizinischer Sicht unheilbar sein, aber aus Gottes Sicht könntest du nicht sterben, selbst wenn du es wolltest, wenn deine Lebensspanne noch nicht vorbei und deine Zeit noch nicht gekommen ist. Wenn du einen Auftrag von Gott hast und deine Mission noch nicht beendet ist, dann wirst du nicht sterben, selbst wenn du eine Krankheit bekommst, die eigentlich tödlich sein sollte – Gott wird dich noch nicht fortrufen. Selbst wenn du nicht betest und nicht nach der Wahrheit suchst, und du dich nicht um die Behandlung deiner Krankheit kümmerst, oder selbst wenn deine Behandlung sich verzögert, wirst du nicht sterben. Das gilt besonders für diejenigen, die einen wichtigen Auftrag von Gott haben. Wenn ihre Mission noch nicht erfüllt ist, werden sie, egal welche Krankheit sie befällt, nicht sofort sterben, sondern werden bis zum letzten Augenblick der Erfüllung ihrer Mission leben“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). „Wenn du als normaler Mensch, wenn du krank wirst, dich Gottes Anordnungen unterwerfen und alle Arten von Schmerzen ertragen kannst und immer noch fähig bist, deine Pflicht normal zu tun und die Aufträge zu vollenden, die dir von Gott gegeben wurden, ist das etwas Gutes oder etwas Schlechtes? Das ist etwas Gutes. Das ist ein Zeugnis dafür, dass du dich Gott unterwirfst und deine Pflicht mit Hingabe tust – es ist ein Zeugnis, das Satan beschämt und über ihn triumphiert. Ganz gleich, welche Art von Leiden du durchmachst, ist dies daher etwas, was jedes geschaffene Wesen und jeder von Gottes auserwähltem Volk annehmen sollten und dem sie sich unterwerfen sollten. So musst du es verstehen, und du musst Lektionen lernen und wahre Unterwerfung unter Gott erreichen – das steht im Einklang mit Gottes Absichten, und es ist das, was Gott ursprünglich beabsichtigte. So ordnet Gott die Dinge für jedes geschaffene Wesen an. Dass Gott dich in eine solche Umgebung der Mühsal stellt und dir solche Bedingungen gibt, ist gleichbedeutend damit, dir eine Verantwortung, eine Verpflichtung und einen Auftrag zu geben – du solltest sie annehmen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur indem man seine Auffassungen auflöst, kann man den richtigen Weg des Glaubens an Gott einschlagen (1)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, wurde mein Herz plötzlich erhellt. Obwohl der Arzt mir schon lange das Todesurteil gesprochen hatte, werde ich nicht sterben, solange meine Lebenszeit noch nicht abgelaufen und meine Mission noch nicht vollendet ist, egal wie schwer meine Krankheit wird. Wann ein Mensch stirbt, liegt in Gottes Händen; es hat nichts mit der Schwere seiner Krankheit zu tun. Wenn ich eines Tages doch an dieser Krankheit sterbe, bedeutet das, dass meine Zeit gekommen ist und meine Mission vollendet ist. Ich sollte mich trotzdem unterwerfen und Gott für Seine Gnade danken, dass Er mir die Gelegenheit gegeben hat, meine Pflicht zu tun und nach der Wahrheit zu streben. Er hat mir erlaubt, viele Wahrheiten und Geheimnisse zu verstehen und den Sinn des Lebens zu erkennen. Selbst wenn ich sterbe, wird mein Leben nicht umsonst gewesen sein. Als ich das verstand, fühlte ich eine große Erleichterung. Ich war bereit, inmitten meiner Krankheit nach der Wahrheit zu streben und an meiner Pflicht festzuhalten, und machte mir keine Sorgen mehr um mein eigenes Leben oder meinen Tod.
Im Oktober 2020 ging ich zu einer Kontrolluntersuchung in ein Provinzkrankenhaus. Der Arzt sagte: „Es ist unmöglich, dass Sie eine pulmonale Hypertonie haben. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei dieser Krankheit beträgt nur zwei bis drei Jahre, und Ihr aktueller Zustand sieht überhaupt nicht danach aus.“ Dann unterzog er mich einer Reihe von Tests. Nachdem er die Ergebnisse überprüft hatte, gab er zu, dass ich tatsächlich eine pulmonale Hypertonie hatte, aber dass sie relativ mild war und meine Herzfunktion noch in Ordnung war. Ich wusste, das war Gottes Schutz. So viele andere mit dieser Krankheit haben verschiedene Behandlungen ausprobiert: Einige entwickeln innerhalb weniger Jahre ein Herzversagen, während andere sterben, wenn sich ihr Zustand verschlechtert. Aber ich lebe heute und kann meine Pflicht tun. Das ist wahrhaftig Gottes Gnade und Barmherzigkeit! Obwohl diese Krankheit mich jetzt immer begleitet, sehe ich sie nicht mehr als Fessel an und leide auch nicht mehr darunter. Stattdessen kann ich sie annehmen und mich unterwerfen. Ich habe auch zu schätzen gelernt, dass diese Krankheit Gottes Errettung und Schutz für mich ist. Ich danke Gott aus tiefstem Herzen!