91. Meine Verfehlung hatte mich in Missverständnisse gestürzt – doch darin verharre ich nicht länger

Von Su Tian, China

Im August 2018 war ich 22 Jahre alt. Weil die KPCh Christen schon immer verfolgt und verhaftet hatte, plante ich, in ein freies und demokratisches Land zu gehen, um an Gott zu glauben. Doch völlig unerwartet wurde ich am Flughafen verhaftet. Um mich dazu zu zwingen, Informationen über die Kirche zu verraten, ließ mich die Polizei jeden Tag von 6 Uhr morgens bis Mitternacht mit geschlossenen Füßen stehen, und das sechs oder sieben Tage am Stück. Ich stand so lange, dass mir schwindelig wurde, dass meine Beine schmerzten und taub wurden und mein Atem immer schneller ging. Die Polizei drohte mir auch: „Wenn du nicht redest, hängen wir dich auf und lassen dich die ‚doppelten Flammen aus Eis und Feuer‘ schmecken. Wir werden dich zuerst mit einem Hochtemperaturgerät verbrennen und dich dann mit Wasser vollpumpen, und das immer und immer wieder. Danach wirst du nicht mehr reden können, selbst wenn du es wolltest.“ Als ich an die Brüder und Schwestern dachte, die von der Polizei gefoltert worden waren, überkam mich eine Welle der Angst: „Werde ich das ertragen können, wenn sie mich foltern?“ Still betete ich in meinem Herzen und bat Gott, mir Kraft und Glauben zu schenken. Als die Polizei sah, dass ich nichts sagte, drückten sie meinen Kopf herunter und hielten einen glühenden Zigarettenstummel an meine Nasenlöcher. Der dichte Rauch und die Hitze drangen in meine Nasenlöcher und verschlugen mir so sehr den Atem, dass ich keine Luft mehr bekam. Auch die Haut unter meinen Nasenlöchern wurde verbrannt, und ich spürte Wellen stechenden Schmerzes. Dann zogen sie meinen Arm hoch, zündeten ein Feuerzeug an und verbrannten ihn mit der Flamme. Instinktiv versuchte ich, meine Hand wegzuziehen, aber die Polizei hielt sie fest und ließ mich nicht los. Meine Arme wurden zig Sekunden lang verbrannt. Der Schmerz war unerträglich. Die Haut an der Unterseite meiner Arme war schwarz verbrannt und das rohe Fleisch war zu sehen; später eiterten die Wunden und hinterließen Narben, so groß wie Hühnereier. Die Polizisten grinsten dabei sogar böse und warfen mir finstere Blicke zu, und ich war erfüllt von Wut, Groll und Angst, und ich dachte: „Diese Teufel sind zu allem fähig. Wer weiß, wie sie mich als Nächstes foltern würden?“ Ich war sehr schwach und wollte diesen höllischen Ort so schnell wie möglich verlassen. Aber ich wusste, dass ich kein Judas sein und die Brüder und Schwestern verraten konnte, nur um weiter mein elendes Dasein zu fristen. Also betete ich in meinem Herzen zu Gott und schwor, dass ich, selbst wenn ich sterben würde, die Interessen des Hauses Gottes nicht verraten würde. Ich schwor, niemals ein Judas zu werden. Ein paar Tage später brachte die Polizei meine Familie, um mich dazu zu bringen, die „Drei Erklärungen“ zu unterschreiben; sie sagten, sie würden mich gehen lassen, wenn ich es täte. Mein Vater, vom großen roten Drachen in die Irre geführt, sagte, er würde mich als seinen Sohn verstoßen, wenn ich nicht unterschriebe. Ich wusste, dass das Satans Trick war, und weigerte mich zu unterschreiben. Die Polizei drohte mir dann: „Wir geben dir noch eine letzte Nacht lang Zeit, aber wenn du morgen immer noch nicht unterschreibst, bringen wir dich irgendwohin und nehmen dich richtig in die Mangel!“ Das zu hören machte mir Angst: „Sie sind zu allem fähig, und besonders gegenüber denen, die an den Allmächtigen Gott glauben, sind sie noch brutaler. Wenn ich mich weiterhin weigere zu unterschreiben, wer weiß, wie sie mich foltern werden?“ Der Gedanke, etwas Schlimmeres als den Tod zu erleiden, war erschreckend. Ich dachte: „Was, wenn ich die Folter nicht ertragen kann und zum Judas werde? Dann würde ich Gottes Disposition verletzen und nie wieder die Chance haben, errettet zu werden. Wenn ich die ‚Drei Erklärungen‘ aus Klugheit unterschreibe, mein Herz aber Gott nicht verrät, wird Gott mir dann noch eine Chance geben?“ Am Ende konnte ich die Schwäche meines Fleisches nicht überwinden und unterschrieb die „Drei Erklärungen“. Nachdem ich sie unterzeichnet hatte, ließ mich die Polizei nach Hause gehen.

Nach meiner Rückkehr fühlte ich mich unruhig. Obwohl ich dachte, ich hätte Klugheit eingesetzt, hatte ich die „Drei Erklärungen“ dennoch unterschrieben, und in Gottes Augen war das ein Mal des Verrats. Würde Gott mich noch erretten? Später wollte mein Vater mich zum Arbeiten mitnehmen und brachte auch Verwandte und Freunde mit, um mich zu überreden. Ich dachte bei mir: „Ich kann nicht gehen. Wenn ich gehe, werden mich meine Brüder und Schwestern nicht finden können. Dann werde ich nie wieder die Chance haben, in Gottes Haus zurückzukehren.“ Ich fühlte mich wie ein verirrter Vogel, der ganz allein auf eine unbekannte Antwort wartete. Einen halben Monat später fanden mich meine Brüder und Schwestern, und hielten Gemeinschaft mit mir über meine Pflichten. Als ich sah, dass ich immer noch in Gottes Haus zurückkehren und meine Pflichten tun konnte, war ich so gerührt, dass ich fast weinte und schnell zustimmend nickte. Danach tat ich mein Bestes, um jede Pflicht zu erfüllen, die mir die Kirche zuwies. Aber gelegentlich hörte ich die Brüder und Schwestern über das Unterschreiben der „Drei Erklärungen“ diskutieren. Sie sagten: „Wir dürfen die ‚Drei Erklärungen‘ auf keinen Fall unterschreiben. Sie zu unterschreiben ist ein Verrat an Gott und zeichnet uns mit dem Malzeichen des Tieres.“ Jedes Mal, wenn ich diese Worte hörte, schmerzte mein Herz, besonders wenn ich diese Worte Gottes las: „Zu jenen, die Mir in Zeiten der Drangsal nicht die geringste Treue gezeigt haben, werde Ich nicht mehr barmherzig sein, denn Meine Barmherzigkeit geht nur so weit. Ich finde des Weiteren keinen Gefallen an denen, die Mich einmal verraten haben, und noch weniger will Ich Mich mit denen abgeben, welche die Interessen ihrer Freunde verraten. Dies ist Meine Disposition, unabhängig davon, wer die Person sein mag. Ich muss euch Folgendes sagen: Wer Mein Herz zutiefst bricht, wird von Mir kein zweites Mal Gnade empfangen, und wer Mir treu ist, wird für immer in Meinem Herzen bleiben(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Bereite genügend gute Taten für deinen Bestimmungsort vor). Ich erkannte, dass Gottes Disposition gerecht und majestätisch ist und keine Verletzung duldet und dass Gott niemandem, der Ihn verrät und Sein Herz verletzt, mehr Barmherzigkeit zeigen wird. Ich dachte bei mir: „Ich habe die ‚Drei Erklärungen‘ unterschrieben und Gott verraten. Bin ich von Gott bereits ausgemustert worden? Bedeutet das, dass ich, selbst wenn ich bis zum Ende glaube, niemals von Ihm errettet werden kann?“ Besonders in den Erfahrungszeugnisvideos aus Gottes Haus sah ich, wie Brüder und Schwestern nach ihrer Verhaftung trotz aller Folter in ihrem Zeugnis standhaft blieben. Sie weigerten sich entschlossen, die „Drei Erklärungen“ zu unterschreiben. Ich aber hatte sie unterschrieben, um der Folter zu entgehen. Ich hatte nicht nur versäumt, für Gott Zeugnis abzulegen, sondern ich hinterließ auch ein Zeichen der Schande und erlaubte Satan, mich zu verhöhnen. Ich spürte, dass Gott von mir wirklich enttäuscht sein musste. Je mehr ich darüber nachdachte, desto negativer wurde ich; mein Herz schmerzte, als würde es von einem Messer durchbohrt, und ich wünschte, ich hätte die „Drei Erklärungen“ nicht unterschrieben. Aber was geschehen ist, ist geschehen, so wie man verschüttetes Wasser nicht zurückholen kann. Später begann das Haus Gottes gegen diejenigen zu ermitteln, die die „Drei Erklärungen“ unterschrieben hatten; auch ich war Gegenstand einer Ermittlung. Ich dachte an Gottes Worte: „Sind nicht diejenigen, die die ‚Drei Erklärungen‘ unterschreiben, diejenigen, die die Bombe gezündet und sich selbst in Stücke gerissen haben?(Das Wort, Bd. 7, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (5)). Gott verabscheut diejenigen, die die „Drei Erklärungen“ unterschreiben und Ihn verraten. Da ich die „Drei Erklärungen“ unterschrieben hatte, musste ich von Gott verurteilt und ausgemustert worden sein. Würde ich als Nächstes entfernt werden? Obwohl mich die Kirche später nicht entfernte, lebte ich immer noch in Negativität. Oft, wenn ich beobachtete, dass die Brüder und Schwestern, mit denen ich zusammenarbeitete, darüber redeten, wie sie Artikel über ihre Erfahrungen schrieben oder über den Lebenseintritt redeten, fühlte ich mich anders als sie. Sie waren alle Brüder und Schwestern, die die Möglichkeit hatten, nach der Wahrheit zu streben und errettet zu werden. Aber ich war anders. Ich hatte Gott verraten, und Gott musste von mir zutiefst angewidert sein. Ich fühlte, dass Menschen wie ich keine Berechtigung hatten, nach der Wahrheit zu streben, und dass es, selbst wenn ich bis zum Ende glaubte, alles umsonst wäre. Ich wäre vielleicht nur ein Dienender, und die Errettung hätte nichts mit mir zu tun. Ich lebte in einem negativen Zustand und tat jeden Tag meine Pflichten nur mechanisch, während mein Herz von unsäglichem Schmerz erfüllt war. Damals hörte ich oft ein Lied mit den Worten Gottes, „Wenn du ein Dienender bist“. Gott fragt uns: „Wenn du wirklich ein Dienender bist, kannst du Mir dann hingebungsvoll einen Dienst erweisen, ohne jegliche Spuren von Nachlässigkeit oder Negativität? Wenn du herausfindest, dass Ich dich nie geschätzt habe, wirst du immer noch imstande sein, zu bleiben und Mir ein Leben lang zu dienen?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Ein sehr ernstes Problem: Verrat (2)). Jedes Mal, wenn ich dieses Lied hörte, hat es mich tief im Herzen berührt. Ich bin ein geschaffenes Wesen, und an Gott zu glauben und meine Pflichten zu tun, ist vollkommen normal und gerechtfertigt. Selbst wenn Gott mich nicht wollte, würde ich bis zum Ende an Ihn glauben. Solange ich noch einen weiteren Tag meine Pflichten tun konnte, musste ich mein Bestes geben, sie zu erfüllen!

Eines Tages stieß ich auf einen Abschnitt von Gottes Worten, der genau meinen Zustand traf. Der Allmächtige Gott sagt: „Es gibt noch eine weitere Grundursache dafür, dass die Menschen in Niedergeschlagenheit verfallen, und zwar, dass den Menschen bestimmte Dinge passieren, bevor sie erwachsen werden oder nachdem sie das Erwachsenenalter erreicht haben. Das heißt, sie begehen einige Verfehlungen oder tun einige dumme, törichte und ignorante Dinge. Wegen dieser Verfehlungen, dieser dummen und ignoranten Dinge, die sie getan haben, verfallen sie in Niedergeschlagenheit. Diese Art der Niedergeschlagenheit ist eine Selbstverurteilung und sie ist auch eine Art von Charakterisierung der Art von Mensch, die sie sind. … Manchmal können einige Menschen ihre Niedergeschlagenheit loslassen und sie hinter sich lassen. Sie setzen ihre Aufrichtigkeit und die ganze Energie, die sie aufbringen können, ein, um ihre Pflichten, Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten zu erfüllen, und widmen sich mit ihrem ganzen Herzen und ihrem ganzen Verstand dem Streben nach der Wahrheit, dem Nachdenken über Gottes Worte und dem eifrigen Bemühen, diese zu verstehen. Doch sobald eine bestimmte Situation oder ein bestimmter Umstand aufkommt, werden sie wieder von Niedergeschlagenheit übermannt, und sie verursacht, dass sie sich tief in ihren Herzen wieder angeklagt fühlen. Sie denken sich: ‚Früher hast du diese Sache getan, und du bist ein Mensch dieser Art gewesen. Kannst du Errettung erlangen? Hat es irgendeinen Sinn, die Wahrheit zu praktizieren? Was hält Gott von dem, was du getan hast? Wird Gott dir das, was du getan hast, vergeben? Kannst du jene Verfehlung wiedergutmachen, wenn du jetzt auf diese Weise den Preis bezahlst?‘ Sie machen sich oft Selbstvorwürfe und fühlen sich tief im Inneren angeklagt, und sie zweifeln oft an sich selbst und grillen sich selbst mit Fragen. Sie können diese Mutlosigkeit nie ablegen und spüren in ihren Herzen ein immerwährendes Gefühl der Unbehaglichkeit wegen der schändlichen Sache, die sie getan haben. Sie glauben also seit so vielen Jahren an Gott und scheinen weder etwas von dem gehört zu haben, was Gott gesagt hat, noch irgendetwas davon verstanden zu haben. Es ist, als wüssten sie nicht, ob das Erlangen von Errettung irgendetwas mit ihnen zu tun hat, ob sie freigesprochen und erlöst werden können, oder ob sie dazu qualifiziert sind, Gottes Gericht und Züchtigung und Seine Errettung zu empfangen. Von all diesen Dingen haben sie keine Ahnung. Da sie keine Antworten erhalten, und weil sie kein genaues Urteil erhalten, fühlen sie sich tief in ihrem Inneren andauernd niedergeschlagen. In ihren innersten Herzen erinnern sie sich immer wieder an das, was sie getan haben, spielen es in ihren Köpfen immer wieder durch, erinnern sich daran, wie alles begann und wie es endete, und an das, was davor und danach geschah. Unabhängig davon, auf welche Weise sie sich daran erinnern, fühlen sie sich immer sündig, und so sind sie aufgrund dieser Angelegenheit über Jahre hinweg ständig niedergeschlagen. Sogar wenn sie gerade ihre Pflichten ausführen, sogar wenn sie die Verantwortlichen für eine bestimmte Arbeitsaufgabe sind, haben sie weiterhin das Gefühl, keine Hoffnung auf Errettung zu haben. Deshalb stellen sie sich niemals direkt der Angelegenheit, die Wahrheit als etwas höchst Richtiges und Wichtiges zu verfolgen. Sie glauben schlicht und einfach, dass der Fehler, den sie gemacht haben, oder die Sache, die sie in der Vergangenheit begangen haben, von den meisten Menschen als sehr schlecht angesehen oder verurteilt und verschmäht wird, oder dass sogar Gott diese Sache verurteilt, und dass sie, selbst wenn sie in Zukunft nach der Wahrheit streben, nicht gerettet werden können. Unabhängig davon, in welcher Stufe Gottes Werk sich befindet oder wie viele Worte Er geäußert hat, begegnen sie der Angelegenheit des Strebens nach der Wahrheit nie auf die richtige Art und Weise. Woran liegt das? Daran, dass die endgültige Schlussfolgerung, die sie aus diesen Erfahrungen ziehen, falsch ist, und sie dementsprechend nicht in der Lage sind, ihre Niedergeschlagenheit hinter sich zu lassen(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (2)). Gottes Worte beschrieben genau meinen Zustand. Seitdem ich die „Drei Erklärungen“ unterschrieben hatte, war diese Angelegenheit wie ein Stachel in meinem Herzen, und ich fühlte mich oft sehr traurig und bedrückt. Mehr als einmal fragte ich mich: „Da ich die ‚Drei Erklärungen‘ unterschrieben habe und mit dem Malzeichen des Tieres gezeichnet bin, wird Gott jemanden wie mich noch erretten? Gott will Menschen, die für Ihn Zeugnis ablegen können, ich habe nicht nur kein Zeugnis für Gott abgelegt, sondern sogar die ‚Drei Erklärungen‘ unterschrieben und Gott verraten und wurde dadurch zu einem Schandmal. Hat Gott mich schon ausgemustert?“ Wann immer ich so dachte, fühlte es sich an, als würde mein Herz zerrissen werden. Ich wusste nicht einmal mehr, was ich in meinen Gebeten sagen sollte. Obwohl die Kirche mir immer noch die Möglichkeit gab, meine Pflichten zu tun, und ich sehr dankbar war und sie so gut wie möglich ausführen wollte, wollte meine Unruhe einfach nicht weichen. Jedes Mal, wenn ich hörte, wie Brüder und Schwestern über diejenigen diskutierten, die die „Drei Erklärungen“ unterschrieben hatten, schmerzte mein Herz dumpf. Die Erfahrungen von Brüdern und Schwestern zu sehen, die nach ihrer Verhaftung in ihrem Zeugnis standhaft blieben, ließ mein Herz noch mehr schmerzen. Ich dachte, diese Menschen würden von Gott gutgeheißen, aber ich hatte die „Drei Erklärungen“ unterschrieben und Gott verraten, was mich Seiner Errettung unwürdig machte. Weil ich den Schatten des Unterschreibens der „Drei Erklärungen“ nicht abschütteln konnte, lebte ich oft in einem negativen Zustand und konnte keine Begeisterung aufbringen, nach der Wahrheit zu streben oder Lebenseintritt zu haben. Ich fühlte mich wie eine seelenlose Hülle, die nur wusste, wie man jeden Tag seine Aufgaben erledigt. Es schien, als könnte ich nur durch gute Arbeit für meine Verfehlungen sühnen, und nur dann würde mein Herz ein wenig Trost finden. Als ich über Gottes Worte nachsann, erkannte ich, dass Gott mir die Möglichkeit, nach der Wahrheit zu streben, nicht genommen hatte. Er hatte mir sogar erlaubt, mich in der Pflicht eines Leiters zu üben. Wenn Gott mich ausgemustert hätte, wie hätte ich dann noch die Chance, meine Pflicht zu tun, geschweige denn die Bewässerung und Versorgung durch Seine Worte zu genießen? Aber ich missverstand Gott ständig und verschwendete so viel Zeit damit, in Negativität zu leben! Wenn ich weiterhin so negativ bliebe, wäre es nicht Gott, der mich ausmustern würde, sondern ich würde mich dadurch selbst ruinieren, dass ich nicht nach der Wahrheit strebte. Ich musste sorgfältig über mich nachdenken und die Wahrheit suchen, um aus diesem negativen Zustand herauszukommen.

Später sah ich einen Abschnitt von Gottes Worten, der mir half, die Wurzel des Problems zu finden. Der Allmächtige Gott sagt: „Die Menschen glauben alle an Gott, um Segnungen, Belohnungen und Kronen zu erlangen. Hat nicht jeder Mensch diese Absicht im Herzen? In Wirklichkeit hat sie jeder Mensch. Das ist eine Tatsache. Obwohl die Menschen nicht oft darüber sprechen und ihre Absicht und ihr Verlangen, Segnungen zu erlangen, sogar vertuschen, sind dieses Verlangen, diese Absicht und dieses Motiv, die tief in den Herzen der Menschen liegen, nie ins Wanken gekommen. Ganz gleich, wie viel geistliche Theorie die Menschen verstehen, welche erfahrungsbasierten Erkenntnisse sie besitzen, welche Pflicht sie tun können, wie viel Leid sie erdulden oder wie hoch der Preis ist, den sie zahlen, nie lassen sie die Absicht, Segnungen zu erlangen, die tief in ihren Herzen verborgen ist, los und mühen sich dafür immer still ab und beschäftigen sich. Ist das nicht die Sache, die am tiefsten in den Herzen der Menschen vergraben ist? Wie würdet ihr euch ohne diese Absicht, Segnungen zu erlangen, fühlen? Mit welcher Haltung würdet ihr eure Pflicht tun und Gott folgen? Was würde aus den Menschen werden, wenn diese Absicht, Segnungen zu erlangen, die in ihren Herzen verborgen ist, vollständig ausgemerzt würde? Es ist möglich, dass viele Menschen negativ würden und dass einige bei ihren Pflichten demotiviert würden und das Interesse an ihrem Glauben an Gott verlieren würden. Sie schienen ihre Seelen verloren zu haben, und es sähe so aus, als ob ihnen ihre Herzen weggenommen worden wären. Deshalb sage Ich, dass die Absicht, Segnungen zu erlangen, etwas ist, das tief in den Herzen der Menschen verborgen ist. Vielleicht haben sie, während sie ihre Pflicht tun oder das Kirchenleben führen, das Gefühl, dass sie einige Wahrheiten verstanden haben und fähig sind, ihren Familien zu entsagen und sich freudig für Gott aufzuwenden, und dass sie nun Erkenntnis über ihre Absicht haben, Segnungen zu erlangen, und dieser Absicht den Rücken gekehrt haben und nicht mehr von ihr beherrscht oder eingeschränkt werden. Dann denken sie, dass sie nicht mehr die Absicht haben, Segnungen zu erlangen, aber Gott sieht das anders. Die Menschen betrachten Angelegenheiten nur oberflächlich. Ohne Prüfungen sind sie mit sich zufrieden. Solange sie die Kirche nicht verlassen oder den Namen Gottes leugnen und sie darauf beharren, sich für Gott aufzuwenden, glauben sie, sie hätten sich geändert. Sie haben das Gefühl, bei der Ausführung ihrer Pflicht nicht länger von ihrem Enthusiasmus oder momentanen Impulsen angetrieben zu werden. Stattdessen glauben sie, dass sie nach der Wahrheit streben und dass sie die Wahrheit fortlaufend suchen und praktizieren können, während sie ihre Pflicht tun, sodass ihre verdorbenen Dispositionen gereinigt sind und sie etwas echte Veränderung erreichen. Wenn allerdings Dinge passieren, die direkt mit ihrem Bestimmungsort und Ergebnis zusammenhängen, wie äußert sich das? Die wahre Situation wird in ihrer Gesamtheit offenbart(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Sechs Kriterien für Wachstum im Leben). Gott enthüllte meinen wahren Zustand. Ich war so negativ, weil meine Begierde nach Segnungen zerschlagen worden war. Nachdem ich Gott gefunden hatte, war ich enthusiastisch darin, mich für Ihn aufzuwenden, und begann direkt nach der Schule, meine Pflicht in Vollzeit zu tun, in dem Gedanken, dass ich, wenn ich weiterhin mein Streben so betreiben würde, definitiv in das Königreich eintreten und die Segnungen des Himmelreichs genießen würde. Als ich gefangen genommen wurde und aus Angst vor Folter die „Drei Erklärungen“ unterschrieb, hatte ich das Gefühl, keine Hoffnung mehr auf Segen zu haben, und all meine Zweifel und Missverständnisse gegenüber Gott kamen an die Oberfläche. Ich fragte mich: „Kann Gott mir nach dem Unterzeichnen der ‚Drei Erklärungen‘ noch vergeben? Wenn Gott mich nicht errettet, habe ich dann noch Hoffnung auf Segen? Wenn es keine Hoffnung auf Segen gibt, was ist dann der Sinn, bis zum Ende zu glauben?“ Ich wurde innerlich wirklich negativ. Besonders später, als die Leiter die Angelegenheit meines Unterschreibens der „Drei Erklärungen“ untersuchten, begann ich zu vermuten, dass ich jederzeit von der Kirche entfernt werden könnte. Ich hatte das Gefühl, dass ich, obwohl ich immer noch die Versorgung durch Gottes Wort genießen und meine Pflichten tun konnte, dem Schicksal, ausgemustert zu werden, nicht entkommen konnte. Ich dachte, meine Hoffnung auf Segen sei dahin, und mein Herz fühlte sich an, als würde es von einem schweren Stein erdrückt. Ich fühlte mich, als hätte ich meine Seele verloren. Ich war oft in Negativität und Schmerz gehüllt und konnte nicht die Energie aufbringen, nach der Wahrheit oder dem Lebenseintritt zu streben. Mir wurde klar, dass mein Wunsch nach Segen zu stark war. All die Jahre waren die Aufwendungen und Opfer, die ich gebracht hatte, nicht dazu da, Gott zufriedenzustellen, sondern waren ein Versuch, mit Ihm einen Handel zu machen. Wenn es etwas zu gewinnen gab, war ich bei meinen Pflichten wirklich motiviert, aber wenn ich keinen Segen bekommen konnte, wurde ich übermäßig negativ. Was war der Unterschied zwischen meinem Streben und dem der Ungläubigen? Ich bin nur ein geschaffenes Wesen, nicht einmal des Staubes würdig, aber ich kann in Gottes Haus kommen, meine Pflichten tun und alle Wahrheiten genießen, die Gott zum Ausdruck bringt. Ich habe so viel von Gott empfangen. Aber ich war für all das, was Gott mir gegeben hatte, überhaupt nicht dankbar. Ich bat Gott sogar schamlos um die Segnungen des Himmelreichs, und wenn ich keinen Segen bekommen konnte, wurde ich negativ und leistete Widerstand. Ich hatte wirklich keine Menschlichkeit! Als ich das erkannte, empfand ich tiefe Reue, also betete ich zu Gott, bereit, meine Absichten auf Segen loszulassen und Buße zu tun.

Danach las ich zwei weitere Abschnitte von Gottes Worten und erlangte ein klareres Verständnis Seiner Absicht. Der Allmächtige Gott sagt: „Die meisten Menschen haben einige Verfehlungen begangen und einige Makel über sich gebracht. Zum Beispiel haben sich einige Leute Gott widersetzt und blasphemische Dinge gesagt; einige haben Gottes Auftrag abgelehnt und es abgelehnt, ihre Pflicht auszuführen, und wurden von Gott verschmäht; einige haben Gott verraten, als sie mit Versuchungen konfrontiert waren; einige haben während ihrer Inhaftierung die ‚Drei Erklärungen‘ unterschrieben und damit Gott verraten; einige stahlen Opfergaben; einige vergeudeten Opfergaben; einige störten häufig das Kirchenleben und fügten Gottes auserwähltem Volk Schaden zu; einige bildeten Cliquen und quälten andere Leute und stürzten so die Kirche ins Chaos; einige verbreiteten Auffassungen und Tod und schadeten damit den Brüdern und Schwestern; und einige unterhielten unangemessene Beziehungen zum anderen Geschlecht und lebten promiskuitiv und hatten einen schrecklichen Einfluss. Es genügt zu sagen, dass jeder Verfehlungen begeht und Makel hat. Doch einige Menschen sind in der Lage, die Wahrheit zu akzeptieren und Buße zu tun, während andere die Wahrheit nicht annehmen können und eher sterben würden, als Buße zu tun. Sie sollten also entsprechend ihrer Wesensnatur und ihren beständigen Äußerungsformen behandelt werden. Diejenigen, die Buße tun können, sind diejenigen, die wirklich an Gott glauben; was aber die wahrhaft Unbußfertigen betrifft, so sollten sie wie jeweils angemessen entfernt oder ausgeschlossen werden. … Gottes Umgang mit jedem Menschen basiert auf den tatsächlichen Umständen und dem tatsächlichen Hintergrund zur jeweiligen Zeit und auch auf den Handlungen dieser Person und ihrem Verhalten und ihrer Wesensnatur. Gott tut niemals jemandem Unrecht. Das ist die Gerechtigkeit Gottes. Eva wurde zum Beispiel von der Schlange verleitet, die Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen, aber Jehova machte ihr keine Vorwürfe, sagte nicht: ‚Ich habe dir gesagt, du sollst nicht davon essen, warum hast du es trotzdem getan? Du hättest Urteilsvermögen haben sollen; du hättest wissen sollen, dass die Schlange nur sprach, um dich zu verleiten.‘ Jehova machte Eva keine solchen Vorwürfe. Das liegt daran, dass Menschen von Gott geschaffen sind, und Er weiß, wie ihre natürlichen Fähigkeiten beschaffen sind und was sie den Menschen zu tun erlauben, inwieweit Menschen sich beherrschen können und wie viel Menschen erreichen können. Gott weiß all das ganz genau. Gottes Umgang mit einem Menschen ist nicht so einfach, wie die Menschen es sich vorstellen. Gottes Haltung gegenüber einem Menschen – ob Er ihn mag, ihm abgeneigt ist oder ihn verabscheut – basiert in erster Linie auf der Haltung dieses Menschen gegenüber der Wahrheit. Unabhängig davon, was jemand in welchem Kontext sagt, prüft Gott dies genau und versteht es, denn Gott prüft das Herz und das Wesen des Menschen genau. Die Menschen glauben immer: ‚Gott hat nur Göttlichkeit. Er ist gerecht und duldet keine Kränkung durch den Menschen. Er berücksichtigt die Schwierigkeiten des Menschen nicht und versetzt sich nicht in dessen Lage. Wenn sich ein Mensch Gott widersetzt, wird Gott ihn bestrafen.‘ So verhält es sich überhaupt nicht. Wenn die Menschen Gottes Werk, Seine Grundsätze für die Behandlung von Menschen und Seine Gerechtigkeit so verstehen, ist das ein schwerer Fehler. Gottes Bestimmung des Ergebnisses eines jeden Menschen basiert nicht auf den Auffassungen und Vorstellungen der Menschen, sondern auf Gottes gerechter Disposition. Er wird jedem Menschen entsprechend dem, was er getan hat, vergelten. Gott ist gerecht, und früher oder später wird Er alle Menschen voll und ganz überzeugen(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). „In der Bibel gibt es eine Geschichte über die Rückkehr des verlorenen Sohnes – warum hat der Herr Jesus dieses Gleichnis verwendet? Um den Menschen klar zu machen, dass Gottes Absicht, die Menschheit zu retten, aufrichtig ist und dass Er den Menschen die Möglichkeit gibt, Buße zu tun und sich zu ändern. Während dieses gesamten Vorgangs hat Gott Verständnis für die Menschen und besitzt tiefgreifendes Wissen über ihre Schwächen und den Grad ihrer Verdorbenheit. Er weiß, dass die Menschen straucheln und scheitern werden. Es ist wie bei einem Kind, das das Laufen lernt: Egal wie stark es körperlich ist, es wird immer wieder vorkommen, dass es stürzt und stolpert und gegen Dinge stößt und hinfällt. Gott versteht jeden Menschen so, wie eine Mutter ihr Kind versteht. Er versteht die Schwierigkeiten eines jeden Menschen, seine Schwächen und seine Bedürfnisse. Mehr noch, Gott versteht, auf welche Schwierigkeiten, Schwächen und Misserfolge die Menschen im Laufe des Lebenseintritts und des Wandels der Disposition stoßen werden. Niemand versteht diese Dinge besser als Gott. Deshalb wird gesagt, dass Gott die Tiefen der Herzen der Menschen genau prüft. Ganz gleich, wie schwach du bist: Solange du Gottes Namen nicht verleugnest oder Ihn und diesen Weg verlässt, wirst du immer die Chance haben, einen Wandel der Disposition zu erreichen. Wenn du diese Chance hast, besteht für dich Hoffnung, zu überleben und somit von Gott errettet zu werden(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Der Weg der Praxis für den Wandel der eigenen Disposition). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, erlangte ich ein gewisses Verständnis für Gottes gerechte Disposition. Wenn Gott beurteilt, ob ein Mensch errettet werden kann oder nicht, verurteilt Er einen Menschen nicht aufgrund einer vorübergehenden Verfehlung und mustert ihn deswegen auch nicht aus. Gott kennt unsere Größe und zeigt Verständnis für unsere Schwächen. Gott bemisst einen Menschen in erster Linie nach seinen beständigen Verhaltensweisen und danach, ob er die Wahrheit annehmen kann. Wenn seine Verhaltensweisen bei seiner Pflicht durchweg gut waren und wenn er nach dem Begehen einer Verfehlung die Wahrheit annehmen und wahrhaftig Buße tun kann, wird Gott barmherzig sein und einem solchen Menschen gegenüber Nachsicht zeigen. Zum Beispiel war David voller Reue, nachdem er Urias Frau genommen hatte, und beging nie wieder Ehebruch. Selbst als er alt war, kam er der jungen Frau nicht nahe, die ihm gebracht wurde, um sein Bett zu wärmen. Obwohl David eine Verfehlung begangen hatte, tat er aufrichtig Buße, und Gott billigte ihn immer noch. Einige Brüder und Schwestern wurden ausgeschlossen, weil sie den Weg eines Antichristen gegangen waren und die Arbeit der Kirche ernsthaft gestört hatten, aber danach taten sie aufrichtig Buße und wurden wieder in Gottes Haus aufgenommen. Sie schrieben sogar Artikel über ihre Erfahrungen, die von Gottes Rettungswerk an ihnen zeugten. An ihnen sah ich, dass Gottes Haltung gegenüber denen, die aufrichtig Buße tun und die Wahrheit annehmen können, eine der Barmherzigkeit und Errettung ist. Andererseits besteht für diejenigen, die durchweg schlecht gehandelt haben, die Wahrheit nicht annehmen oder nicht aufrichtig Buße getan haben, Gottes Haltung darin, sie zu verurteilen und auszumustern. Zum Beispiel hatten einige Leute, die die „Drei Erklärungen“ unterschrieben hatten, danach kein Verständnis oder keine Reue für ihren Verrat an Gott, und sie verrieten sogar die Kirche und ihre Brüder und Schwestern. Gott gibt solchen Leuten keine zusätzlichen Chancen, weil sie der Wahrheit abgeneigt sind und kein Gewissen oder keine Vernunft haben. Ich dachte darüber nach, dass ich meine Pflicht noch nicht sehr lange getan hatte, als ich verhaftet wurde, und dass meine Erfahrung oberflächlich und meine Größe gering waren. Ich hatte die „Drei Erklärungen“ in einem Moment der Schwäche unterschrieben, aber danach empfand ich starke Selbstvorwürfe und Reue, und ich wollte Buße tun und mich ändern. Die Kirche gab mir aufgrund meiner beständigen Verhaltensweisen bei meiner Pflicht eine Chance. Das war Gottes Barmherzigkeit und offenbarte Seine Gerechtigkeit. Aber ich verstand Gottes Disposition nicht und verstand Ihn immer wieder falsch, indem ich dachte, dass ich nur schuftete und ausgemustert werden würde, sobald ich mit dem Schuften fertig war – als ob Er mich benutzen würde, um mich schuften zu lassen. Ich dachte, dass Gott bei jeder Gelegenheit gegen die Menschen intrigieren würde, genau wie die verdorbene Menschheit. War das nicht Gotteslästerung? Ich hatte überhaupt kein gottesfürchtiges Herz! Ich leugnete Gottes Gerechtigkeit völlig, und ich leugnete auch Gottes Absichten, die Menschheit im größtmöglichen Ausmaß zu erretten. Ich erkannte, dass ich Gott in meinem Glauben überhaupt nicht kannte. Ich war wahrhaftig blind! Wenn ich so weitermachte, würde ich niemals Gottes Vergebung erhalten. Ich musste Davids Beispiel folgen, meinen Verfehlungen ruhig ins Auge sehen und wahrhaftig Buße tun. Ganz gleich, ob ich letztendlich ein gutes Ergebnis habe oder nicht, ich muss alles annehmen und mich unterwerfen und darf nicht meine eigenen Zukunftsaussichten und Auswege berücksichtigen.

Danach fragte ich mich: „Was war die Wurzel meines Versagens in der Angelegenheit der unterschriebenen ‚Drei Erklärungen‘, nachdem ich verhaftet wurde?“ Ich las Gottes Worte: „Du hoffst, dass dein Glaube an Gott keinerlei Schwierigkeiten und Drangsal oder das geringste Maß an Leid mit sich bringt. Du strebst stets nach den Dingen, die wertlos sind, und misst dem Leben keine Bedeutung bei, sondern stellst deine eigenen extravaganten Gedanken vor die Wahrheit. Du bist so wertlos! Du lebst wie ein Schwein – welchen Unterschied gibt es zwischen dir und Schweinen und Hunden? Sind diejenigen, die die Wahrheit nicht anstreben und stattdessen das Fleisch lieben, nicht allesamt Vieh? Sind jene geistlosen Toten nicht alle wandelnde Leichen? Wie viele Worte sind unter euch gesprochen worden? Ist denn nur ein wenig Werk unter euch verrichtet worden? Mit wie viel habe Ich euch in eurer Mitte versorgt? Warum hast du es also nicht erlangt? Worüber hast du dich zu beschweren? Ist es nicht der Fall, dass du nichts gewonnen hast, weil du das Fleisch zu sehr liebst? Und liegt es nicht daran, dass deine Gedanken zu extravagant sind? Liegt es nicht daran, dass du zu töricht bist? Wenn du daran scheiterst, diese Segnungen zu gewinnen, kannst du Gott dann dafür die Schuld geben, dich nicht zu retten? … Ich lasse dir wahres menschliches Leben zuteilwerden, dennoch strebst du nicht danach. Bist du nicht von derselben Art wie Schweine und Hunde? Schweine streben nicht nach dem Leben des Menschen, sie streben nicht danach, gereinigt zu werden, und sie verstehen nicht, was Leben ist. Jeden Tag, nachdem sie sich satt gefressen haben, schlafen sie einfach. Ich habe dir den wahren Weg zuteilwerden lassen, dennoch hast du ihn nicht erlangt, deine Hände bleiben leer. Bist du bereit, in diesem Leben weiterzumachen, dem Leben eines Schweins? Was hat es für eine Bedeutung, dass solche Menschen am Leben sind? Dein Leben ist verachtenswert und unwürdig, du lebst in Schmutz und Liederlichkeit und du verfolgst keinerlei Ziele, ist also dein Leben nicht das unwürdigste von allen? Besitzt du die Frechheit, Gott gegenüberzutreten? Wenn du weiterhin auf diese Weise erfährst, wirst du dann nicht leer ausgehen? Der wahre Weg ist dir geschenkt worden, ob du ihn jedoch letztendlich erlangen kannst, hängt von deinem eigenen Streben ab(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Erfahrungen von Petrus: Seine Erkenntnis über Züchtigung und Gericht). „Heute durchläuft jeder in der Welt Prüfungen, und sogar Gott leidet. Wie könntet ihr da also nicht leiden? … Manche Menschen werden von ihren Familien verfolgt, manche werden von ihren Angehörigen verstoßen, und manche können aufgrund von Verfolgung nicht nach Hause zurückkehren und haben keine sichere Unterkunft. Dies verursacht Leid in ihrem Herzen. Ist das Leid, dem ihr euch jetzt gegenüberseht, nicht dasselbe wie das, was Gott ertragen hat? Ihr leidet jetzt mit Gott, und Gott begleitet die Menschen in ihrem Leid. Nur wenn ihr heute an Christi Drangsal, Seinem Königreich und Seinem Ausharren teilhabt, werdet ihr am Ende Herrlichkeit erlangen! Dieses Leid ist bedeutungsvoll. Ist es nicht so? Es darf dir nicht an Entschlossenheit mangeln. Du musst den Sinn des heutigen Leidens verstehen und warum du so sehr leidest. Du musst die Wahrheit suchen und Gottes Absicht verstehen, dann wirst du entschlossen sein, zu leiden(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Wie man die Natur des Menschen erkennt). Aus Gottes Worten erkannte ich, dass die Ursache dafür, dass ich die „Drei Erklärungen“ unterzeichnet hatte, war, dass ich mein Fleisch zu hoch geschätzt hatte. Ich folgte dem satanischen Überlebensgesetz „Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel“ und stellte die Interessen meines eigenen Fleisches über alles andere. Im Glauben an Gott wünschte ich mir ein Leben ohne jegliche Schwierigkeiten oder Schmerzen, und dass mein Fleisch nicht leiden müsste, und darüber hinaus wünschte ich, dass es nicht erforderlich wäre, Prüfungen oder Drangsale zu erleben. Als der große rote Drache mir also mit Folter drohte, dachte ich nicht daran, wie ich in meinem Zeugnis standhaft bleiben konnte, sondern eher an meine Angst vor Folter – um weniger Folter zu erleiden, unterschrieb ich die „Drei Erklärungen“. Um mich selbst zu schonen und körperliches Leid zu vermeiden, beugte ich mich dem Teufel und erniedrigte mich, um zu überleben, klammerte mich an meine schändliche Existenz, leugnete Gott und verriet Ihn. Inwiefern unterschied sich mein Verhalten von dem des Judas? Aus Gottes Worten erkannte ich auch, dass man, um im Glauben gerettet zu werden, viele Leiden ertragen muss. Nur durch schmerzhafte Situationen können wir wahren Glauben an Gott haben. Denken wir beispielsweise an Petrus. Als er dem Herrn Jesus folgte, erlebte er in seinem ganzen Leben Hunderte von Prüfungen und Läuterungen. Inmitten dieser Läuterungen strebte er danach, Gott zu lieben, und erreichte am Ende die höchste Liebe zu Gott und die Unterwerfung bis zum Tod. Er wurde für Gott kopfüber gekreuzigt und war damit der erste Mensch aller Zeitalter, der von Gott vervollkommnet wurde. Da war auch Hiob, der Prüfungen ausgesetzt war. Er verlor seinen riesigen Reichtum und seine Kinder auf einen Schlag, sein Körper wurde mit Geschwüren bedeckt, und doch war Hiob in der Lage, sich Gottes Herrschaft und Anordnungen zu unterwerfen und in seinem Zeugnis für Gott standhaft zu bleiben, was Satan in Schrecken versetzte und in Panik fliehen ließ. Hiob wurde zu einem wirklich freien Menschen. Wenn ich mich mit ihnen verglich, schämte ich mich. Ich bekam furchtbare Angst und ging einen Kompromiss mit Satan ein, ohne überhaupt ernsthafter Folter ausgesetzt gewesen zu sein. Ich war wie eine Blume im Gewächshaus, die dem kleinsten Wind und Regen nicht standhalten konnte – so zerbrechlich war ich! Ich musste nach der Wahrheit streben und durfte nicht länger auf das Fleisch Rücksicht nehmen, und ich schwor, wenn ich eines Tages wieder verhaftet werden sollte, würde ich in meinem Zeugnis standhaft bleiben, selbst wenn Satan mich so schlimm foltern würde, dass das Leben schlimmer als der Tod wäre.

Ende Juli 2024, kurz nachdem ich in der Dongyang-Kirche angekommen war, kam es in der Nachbarkirche zu einer großangelegten Verhaftungswelle, und die Leiter ordneten an, dass wir schnell bei der Verlagerung der Bücher mit Gottes Worten halfen. Aber kurz nachdem wir ein paar Bücherverstecke verlegt hatten, wurde vermutet, dass der Fahrer verfolgt wurde. Darüber hinaus war der Bruder, mit dem ich zusammenarbeitete, ebenfalls potenziellen Risiken ausgesetzt, weil er mit dem Fahrer Kontakt hatte. Ich hatte große Angst. Ich dachte daran, wie ich kürzlich über längere Zeit von der Polizei verfolgt worden war und fast verhaftet worden wäre, und wie mich ein Judas verraten hatte und ich ein Hauptziel für die Verhaftung durch die Polizei war. Wenn der Bruder, mit dem ich zusammenarbeitete, ins Visier der Polizei geraten würde, könnte ich nicht entkommen; wenn die Polizei mich fassen würde, würde sie mich definitiv nicht gehen lassen. Aber als ich an die Verfehlung dachte, die ich beim letzten Mal begangen hatte, als ich verhaftet wurde und die „Drei Erklärungen“ unterschrieb, hatte ich ein starkes Gefühl in meinem Herzen: „Wenn ich wirklich gefangen genommen werde, schwöre ich, dass ich Gott niemals verleugnen werde, und dass ich definitiv für Gott Zeugnis ablegen werde!“ Als ich so dachte, war mein Herz nicht mehr von dieser Umgebung eingeschränkt. Ob ich gefangen genommen werden würde oder nicht, lag in Gottes Händen, und ich musste mich Gottes Orchestrierungen und Anordnungen unterwerfen. Die Bücher mussten dringend verlagert werden, verschiedene Aufgaben mussten dringend umgesetzt werden, und ich musste die Interessen von Gottes Haus schützen. Also besprach ich weiterhin die Anordnungen für den Transfer der Bücher mit meinem Arbeitspartner. Gleichzeitig schrieb ich einen Brief an die Kirche, um den Fortschritt des Transfers weiterzuverfolgen. Indem ich auf diese Weise praktizierte, fühlte ich mich in meinem Herzen viel ruhiger. Dass ich dieses bisschen an Erkenntnis und Verwandlung erreichen konnte, ist untrennbar mit der Führung durch Gottes Worte verbunden. Ich danke Gott aufrichtig!

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