302 Ihr seid geschützt, weil ihr gezüchtigt und gerichtet werdet
I
Weil ihr heute gezüchtigt, gerichtet und verflucht werdet, wird euch Schutz gewährt, wird euch Schutz gewährt. Weil ihr viel gelitten habt, seid ihr geschützt. Wenn nicht, wäret ihr längst in Verderbtheit gestürzt. Dies geschieht nicht, um euch die Dinge absichtlich schwer zu machen – die Natur des Menschen ist schwer zu verändern, und es muss auf diese Weise geschehen, damit seine Disposition geändert werden kann. Heute besitzt ihr nicht einmal das Gewissen oder die Vernunft, die Paulus besaß, und ihr habt noch nicht einmal seine Selbsterkenntnis. Immer müsst ihr gezüchtigt und gerichtet werden, damit eure Geister erweckt werden. Züchtigung und Gericht sind das, was am besten für euer Leben ist. Und wenn nötig, muss die Züchtigung auch darin bestehen, dass die Tatsachen über euch kommen; erst dann werdet ihr euch völlig beugen.
II
Eure Natur ist derart, dass ihr ohne Züchtigung und Verfluchung nicht gewillt wäret, eure Häupter zu neigen, nicht gewillt wäret, euch zu beugen. Ohne die Tatsachen vor euren Augen gäbe es keine Wirkung. Ihr seid zu gering und wertlos im Charakter! Ohne Züchtigung und Gericht wäre es schwierig für euch, erobert zu werden, und schwierig, eure Ungerechtigkeit und euren Ungehorsam zu überwinden. Eure alte Natur ist so tief verwurzelt. Wenn man euch auf den Thron setzen würde, würdet ihr euren Platz im Universum nicht kennen, geschweige denn wissen, wohin es mit euch ginge. Ihr wisst nicht einmal, wo ihr herkamt, wie also könnt ihr Kenntnis des Schöpfers besitzen?
III
Ohne die rechtzeitige Züchtigung und die rechtzeitigen Flüche von heute wäre euer letzter Tag längst gekommen. Ganz zu schweigen von eurem Schicksal – drohte diesem nicht noch mehr unmittelbare Gefahr? Wer weiß, wie hochmütig ihr ohne diese rechtzeitige Züchtigung und dieses rechtzeitige Gericht werden würdet, und wer weiß, wie verdorben ihr werden würdet. Diese Züchtigung und dieses Gericht haben euch bis zum heutigen Tag gebracht, und sie haben eure Existenz bewahrt. Ihr habt absolut keine Fähigkeit, euch zu beherrschen und über euch nachzudenken. Solltet ihr nicht besser die Züchtigung und das Gericht von heute akzeptieren? Welche andere Wahl habt ihr?
aus „Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Praxis (6)“