Wie man nach der Wahrheit strebt (21)

Wir haben vor Kurzem über einige Äußerungsformen in Bezug auf Gewissen und Vernunft Gemeinschaft gehalten, die auf die Abwesenheit von Menschlichkeit hindeuten, richtig? (Ja.) Indem wir einige negative Beispiele anführten, haben wir einige Äußerungsformen davon entlarvt, wenn Menschen in ihrer Menschlichkeit kein Gewissen und keine Vernunft haben. Habt ihr also durch den gemeinschaftlichen Austausch über diese negativen Beispiele gelernt, welche Äußerungsformen Menschen mit Gewissen und Vernunft in ihrem Leben besitzen sollten? (Durch Gottes Gemeinschaft über einige Äußerungsformen davon, wenn Menschen kein Gewissen und keine Vernunft haben, habe ich verstanden, dass Menschen mit normaler Menschlichkeit Schamgefühl besitzen sollten und dass sie, wenn ihnen Dinge geschehen, in der Lage sein sollten, rational über diese nachzudenken und rational mit ihnen umzugehen.) Wer hat dem noch etwas hinzuzufügen? (Durch Gottes Gemeinschaft habe ich verstanden, dass Nicht-Menschen Äußerungsformen von Starrsinn und Eigensinn aufweisen, wohingegen Menschen mit normaler Menschlichkeit Richtig von Falsch unterscheiden können und wissen, was korrekt und was inkorrekt ist; sie können positive Dinge annehmen, und sie betrachten Menschen, Ereignisse und Dinge auf eine relativ objektive und rationale Weise. Darüber hinaus besitzen sie Schamgefühl; wenn sie etwas falsch machen, können sie ihre Fehler eingestehen, sie umgehend korrigieren und Buße tun.) Das sind die Dinge, auf die es, einfach ausgedrückt, hinausläuft. In einer Hinsicht sind Menschen mit Gewissen und Vernunft in der Lage, mit Menschen, Ereignissen und Dingen korrekt umzugehen, und sie können Menschen, Ereignisse und Dinge auch objektiv bewerten und betrachten. In anderer Hinsicht besitzen sie zudem Schamgefühl und richten sich in ihrem Handeln nach ihrem Gewissen und ihrer Vernunft. Da wir über Gewissen und Vernunft sprechen, lasst uns über den spezifischen Charakter sprechen, den die Menschen in ihrem Gewissen besitzen und den sie manifestieren sollten. Wir haben zuvor gesagt, dass Menschen mit Gewissen zwei Eigenschaften besitzen: Die eine ist Aufrichtigkeit und die andere ist Güte. Das heißt, abgesehen davon, dass jemand in der Lage ist, Richtig von Falsch zu unterscheiden und zu wissen, was korrekt und was inkorrekt ist, ist jemand, der die Eigenschaft und das Merkmal von Gewissen und Vernunft besitzt, zumindest ein aufrichtiger und gütiger Mensch. Diese Aufrichtigkeit und Güte haben ihre Details. Damit ist nicht gemeint, nach außen hin recht ehrlich und direkt zu wirken oder nicht böse zu erscheinen und keine nicht offensichtlichen Verhaltensweisen zu zeigen, bei denen man Böses oder schlechte Dinge tut – diese äußerlichen Äußerungsformen, an die die Menschen aufgrund ihrer Auffassungen denken, sind hier nicht gemeint. Vielmehr ist damit gemeint, in bestimmten Situationen gewisse Äußerungsformen zu zeigen, die mit dem Wesen von Aufrichtigkeit und Güte übereinstimmen.

Lasst uns zuerst über Aufrichtigkeit und Güte sprechen. Die primären Äußerungsformen, die das Gewissen umfasst, sind Aufrichtigkeit und Güte. Betrachten wir das zunächst im Hinblick auf das eigene Verhalten. Wie kann man aus der Art und Weise, wie sich jemand verhält, erkennen, ob er aufrichtig und gütig ist? Gewöhnlich kennen Menschen mit Gewissen in ihrem Verhalten eine Grenze; das bedeutet, dass sie in ihren Herzen einen Maßstab dafür haben, wie sie sich verhalten. Zum Beispiel nutzen sie andere nicht aus, wenn sie mit ihnen zu tun haben. Ist das ein Maßstab für das eigene Verhalten? (Ja.) Andere nicht auszunutzen, wenn man mit ihnen zu tun hat, ist ein grundlegender Maßstab für das eigene Verhalten. Menschen mit Gewissen und Vernunft kennen sowohl in ihrem Verhalten eine Grenze als auch dafür, wie sie Angelegenheiten handhaben und mit anderen interagieren, und zwar Menschen nicht auszunutzen. Unabhängig davon, ob sie mit jemandem zu tun haben, der arm oder reich ist, nutzen sie diese Person nicht aus. Sie denken: „Das Geld anderer Leute gehört ihnen. Egal, wie arm ich bin, ich kann sie nicht ausnutzen.“ Wenn sie knapp bei Kasse sind oder Hilfe brauchen, werden sie, selbst wenn sie sehen, dass jemand anderes wohlhabend ist, diese Person auf keinen Fall ausnutzen. Wenn jemand ihnen hilft, werden sie einen Weg finden, es dieser Person zu vergelten, und es definitiv nicht einfach dabei belassen. Wenn jemand sie zum Beispiel zum Essen einlädt, werden sie nach einer Gelegenheit suchen, diese Person auch einzuladen, oder ihr Möglichstes tun, der anderen Person zu helfen, wenn sie in Not ist. Sie glauben, dass ihnen nur ein solches Verhalten inneren Frieden in ihrem Herzen bringen kann. Siehst du? Das bedeutet es doch, im eigenen Verhalten eine Grenze zu kennen, oder? (Ja.) Das ist auch ein Maßstab für das eigene Verhalten. Menschen mit Gewissen können das erreichen. Wenn sie jemandem Geld oder einen Gefallen schulden, spüren sie immer ein nagendes Gefühl in ihrem Herzen und werden ständig nach Gelegenheiten suchen, es dieser Person zu vergelten. Vielleicht vergelten sie es ihr mit Geld oder materiellen Dingen, oder sie helfen nach besten Kräften, wenn diese Person irgendwelche Schwierigkeiten hat. Nur auf diese Weise können sie inneren Frieden finden und sich in ihrem Herzen nicht in der Schuld fühlen. Wenn sie keine Gelegenheit bekommen, diese Person zu entschädigen, oder nicht in der Lage sind, es ihr zu vergelten, werden sie sich dieser Person auf ewig verpflichtet fühlen. Wenn sie diese Person sehen, werden sie immer das Gefühl haben, ihr nicht in die Augen sehen zu können, und sie werden nicht in Frieden essen oder schlafen können. Die Last wird nur dann von ihren Schultern genommen und ihr Herz wird sich nur dann beruhigen, wenn sie diese Person vollständig entschädigt haben. Nur solche Menschen besitzen Gewissen, Vernunft und Schamgefühl. Wenn du mit einem Menschen dieser Art interagierst, wird er dir absolut niemals etwas schuldig bleiben, und du wirst nicht auf ewig sein Gläubiger sein. Ist das nicht eine Äußerungsform davon, ein Gewissen zu haben? (Ja.) Andere nicht auszunutzen, ist die Grenze, die Menschen dieser Art in ihrem eigenen Verhalten kennen, und man kann auch sagen, dass es ein Grundsatz ihres Verhaltens ist. Sie müssen schlichtweg so handeln; wenn sie es nicht tun, werden sie sich in ihrem Herzen unwohl fühlen und sich immer Selbstvorwürfe machen. Ist das eine Äußerungsform der Aufrichtigkeit oder der Güte des Gewissens? (Das ist Aufrichtigkeit.) Aufrichtigkeit ist hierbei etwas ausgeprägter. Ist darin auch Güte enthalten? (Darin ist auch Güte enthalten – andere nicht ausnutzen zu wollen und nicht zu wollen, dass andere Schaden oder Verlust erleiden.) Nicht zu wollen, dass andere einen Verlust erleiden, weist ein Element der Güte auf. Hat also dieser Grundsatz ihres Verhaltens etwas mit ihrer Persönlichkeit zu tun? (Nein.) Hat es etwas damit zu tun, was ihnen von ihrer Familie oder von der Gesellschaft beigebracht wurde? (Nein.) Hat es etwas damit zu tun, ob sie arm oder reich sind? (Nein.) Hat es etwas mit ihrer Einsicht zu tun? (Nein.) Es gibt nur eine Sache, die wichtig ist, und zwar, dass es mit ihrem Gewissen und ihrer Vernunft zu tun hat und dass es mit ihrer Klassifizierung zu tun hat. Sie verhalten sich nur auf diese Weise, weil sie in ihrer Menschlichkeit die Eigenschaften von Aufrichtigkeit und Güte sowie das Gewissen und die Vernunft der Menschlichkeit besitzen. Das ist nicht das Ergebnis menschlicher Erziehung. Selbst wenn Eltern ihren Kindern Dinge lehren, können sie ihnen nur einige Verhaltenslehren beibringen – Eltern können die Wesensnatur ihrer Kinder nicht ändern, und sie sind definitiv unfähig, ihre Kinder dazu zu bringen, sich in ihrem Handeln nach Gewissen und Vernunft zu richten. Also stammt dieser Grundsatz für das eigene Verhalten im Grunde aus ihrer Menschlichkeit. Dass sie diese Art von Grundsatz für ihr Verhalten und eine solche Grenze in ihrem Verhalten kennen, ist nicht das Ergebnis des Einflusses einer anderen Person; es entstammt gänzlich ihrer eigenen Wesensnatur und ihrem Gewissen und ihrer Vernunft. Wenn also jemand die Eigenschaften der Aufrichtigkeit und Güte besitzt, dann sind im Alltag und beim eigenen Verhalten dieser Person sowie bei ihrer Handhabung von Angelegenheiten weder Reichtum noch Armut, weder Einsicht noch fehlende Einsicht wichtig, und auch nicht, ob sie aufgrund ihrer Persönlichkeit schnell und effizient oder langsam und gemächlich, reizbar oder sanftmütig ist – nichts davon ist wichtig. Was ist wichtig? Wichtig ist, dass sie in ihrem Verhalten eine Grenze kennt; sie kennt eine Grenze oder hat einen grundlegenden Grundsatz für ihr Verhalten, und zwar andere nicht auszunutzen. „Andere nicht auszunutzen“ bedeutet, andere nicht ausnutzen zu wollen und andere niemals auszunutzen. Diese Grenze in ihrem Verhalten und dieser Grundsatz ihres Verhaltens entstammen ihrer Menschlichkeit; sie entstehen aufgrund der Eigenschaften ihrer Menschlichkeit. Dass diese Person einen solchen Grundsatz für ihr Verhalten hat, ist daher untrennbar mit ihrem Gewissen und der Aufrichtigkeit und Güte ihrer Menschlichkeit verbunden. Das heißt, nur wenn ein Mensch in seiner Menschlichkeit die Eigenschaften der Aufrichtigkeit und Güte besitzt, wird er den Grundsatz für sein Verhalten haben, andere nicht auszunutzen; dieser Grundsatz entspringt den Eigenschaften der Aufrichtigkeit und Güte in seiner Menschlichkeit. Sagt Mir: Besitzen Menschen mit Eigenschaften von Menschlichkeit, abgesehen davon, dass sie aufrichtig und gütig sind, auch Schamgefühl? (Ja.) Sie würden lieber selbst einen Verlust erleiden, als andere auszunutzen. Wenn sie jemanden ausnutzen, werden sie immer das Gefühl haben, ihm etwas zu schuldig zu sein. Wann immer sie diese Person sehen, werden sie sich wie ein schlechterer Mensch fühlen; sie werden sich unbehaglich und unbeständig in ihrem Herzen fühlen und immer nach Gelegenheiten suchen wollen, um es wiedergutzumachen. Wenn sie sich Geld von jemandem leihen und es nicht vollständig zurückgezahlt haben, werden sie sich in ihrem Herzen unwohl fühlen. Selbst wenn jemand die Angelegenheit unbeabsichtigt zur Sprache bringt, werden sie spüren, wie ihr Gesicht rot wird, es wird ihnen peinlich sein und ihnen sogar die Seelenruhe rauben. Wenn jemand etwas harscher über diese Angelegenheit spricht, werden sie sich wünschen, im Erdboden zu versinken, und sich wahrlich zu sehr schämen, irgendjemandem unter die Augen zu treten. Sind das Äußerungsformen davon, Schamgefühl zu besitzen? (Ja.) Das sind alles Äußerungsformen, die Menschen mit Eigenschaften von Menschlichkeit zeigen, angetrieben von ihrem Gewissen. Wenn ein Mensch dieser Art Schulden hat oder jemandem einen Gefallen schuldet, fühlt er sich in seinem Herzen unwohl, als hätte er etwas Beschämendes getan. Solche Menschen fühlen sich oft von ihrem Gewissen verurteilt und versuchen mit allen möglichen Mitteln, es der anderen Partei zu vergelten. Manche haben mehrere Jobs; manche verkaufen ihren liebsten Besitz; manche verkaufen die Besitztümer ihrer Familie; und es gibt sogar Leute, die, wenn sie krank werden, nicht bereit sind, Geld auszugeben, um einen Arzt aufzusuchen – sie ziehen es vor, Armut und Erschöpfung zu erleiden, um Geld zu sparen und ihre Schulden schnell zurückzuzahlen. Manche Leute verstehen das nicht und sagen: „Wenn irgendjemand anders so viel Geld verdienen würde wie du, hätte er sich schon längst ein Auto und ein Haus gekauft. Du verwendest all dein Geld, um deine Schulden zurückzuzahlen, und führst selbst ein hartes Leben – ist das nicht wirklich töricht? Wenn du das Geld nicht zurückzuzahlen kannst, dann zahle es einfach nicht zurück.“ Aber diese Menschen denken: „Wie könnte ich mich so verhalten? Sich so zu verhalten, wäre wirklich gewissenlos – wäre ich dann überhaupt noch ein Mensch? Das Geld anderer Leute auszugeben, um ein gutes Leben zu führen – unterscheidet sich das in irgendeiner Weise davon, schmutziges Geld auszugeben? Könnte mein Gewissen damit im Reinen sein? Den Besitz anderer für sich zu beanspruchen, ist so verachtenswert und schmutzig! Es war nicht leicht für sie, ihr Geld zu verdienen. Sie haben mir bereits einen riesigen Gefallen getan, indem sie mir damals Geld geliehen haben, und ich bin endlos dankbar dafür; ich muss es ihnen schnell zurückzahlen. Man muss sich gewissenhaft und vertrauenswürdig verhalten; nur Geld, das man selbst verdient hat, kann man gelassen ausgeben. Andere nicht auszunutzen und den Menschen nichts zu schulden – das ist die grundlegendste Grenze im eigenen Verhalten.“ Wie du siehst, besitzen Menschen mit Gewissen den grundlegendsten, korrekten Grundsatz für ihr Handeln. Obwohl es immer noch eine große Distanz gibt zwischen den Zielen, die sie sich für ihr Verhalten setzen, und den Wahrheitsgrundsätzen, so ist doch, in Bezug auf das eigene Verhalten, der Grundsatz von Menschen dieser Art, andere nicht auszunutzen, ausreichend, um zu zeigen, dass sie die Eigenschaften der Aufrichtigkeit und Güte in ihrer Menschlichkeit besitzen. Wenn es um die Angelegenheit geht, andere auszunutzen oder Schulden zu haben, lässt sich an dem Grundsatz für das eigene Verhalten, von dem diese Menschen sprechen, erkennen, dass sie relativ aufrichtig und gütig sind. Sie greifen nicht auf verquere Logik zurück oder handeln unvernünftig. Sie sagen: „Diese Person hat mir eine helfende Hand gereicht, um mir Geld zu leihen, als ich eine wirklich harte Zeit durchmachte; damit hat sie mir bereits einen riesigen Gefallen getan. Wenn ich dieses Geld zurückzahlen kann, sollte ich das sofort tun.“ Ist das nicht eine Äußerungsform davon, sich aufrichtig zu verhalten? (Ja.) In jedem Fall besitzen sie zumindest einen Sinn für Gerechtigkeit, und ihre Menschlichkeit ist nicht böse. Wie denken böse Menschen andererseits? „Wer hat dir denn gesagt, dass du mir damals das Geld leihen musst? Du hättest es mir doch auch einfach nicht leihen können, oder? Du warst bereit, es mir zu leihen. Wenn ich es nicht zurückzahlen will, werde ich das nicht tun. Ich werde dein Geld verwenden, um Geschäfte zu machen und einen großen Profit herauszuschlagen; du kannst es dir ohnehin leisten. Außerdem: Sobald Geld in meinen Händen ist, gehört es mir, und ich kann es ausgeben, wie ich es für richtig halte. Ob ich es zurückzahle oder nicht, das hängt von meiner Laune ab. Wenn ich Geld habe, zahle ich es dir zurück, wenn ich guter Laune bin – du kannst das als einen unerwarteten Gewinn betrachten. Wenn ich es dir nicht zurückzahle, kannst du nichts dagegen tun; ich habe dir keinen Schuldschein unterschrieben, also wirst du auch nicht gewinnen, selbst wenn du mich verklagst.“ Das ist die Denkweise böser Menschen. Ist das nicht unvernünftig? (Ja.) Die Art und Weise, wie böse Menschen denken, ist das genaue Gegenteil von der, wie aufrichtige Menschen denken. Die Denkweise aufrichtiger Menschen ist sehr redlich. In den Worten von Nichtgläubigen ausgedrückt: Sie sind verständnisvoll und vernünftig, sie nehmen in jeder Hinsicht Rücksicht auf andere und sie schätzen Zuneigung und Rechtschaffenheit, Vernunft und Menschlichkeit. Sie handeln nicht unvernünftig und greifen nicht auf verquere Logik zurück. Das ist Aufrichtigkeit. Und wie denken aufrichtige Menschen? „Es war nicht leicht für diese Leute, ihr Geld zu verdienen. Selbst wenn sie eine Menge Geld haben, es gehört ihnen, es ist nicht für dich gedacht. Dass sie es dir geliehen haben, war ein Gefallen; sobald du jemandem etwas schuldest, hast du eine Schuld auf dich genommen, und du hast dann die Verantwortung und die Verpflichtung, es zurückzuzahlen.“ Siehst du? Ist die Art, wie sie denken, nicht redlich? Sind sie nicht vernünftig? Sind sie nicht verständnisvoll und vernünftig? (Das sind sie.) Das ist eine Äußerungsform der Aufrichtigkeit. Wenn ein Mensch in seiner Menschlichkeit die Eigenschaft der Aufrichtigkeit besitzt, wird er genau so denken. Er wird verständnisvoll und vernünftig sein und vernünftig handeln – das ist eine Äußerungsform davon, Menschlichkeit zu haben. Eine Äußerungsform davon, keine Menschlichkeit zu haben, ist, sich wie ein böser Mensch zu verhalten: unvernünftig zu handeln, sich der Vernunft zu verschließen, sich zügellos zu verhalten, herrisch und dominant zu sein, immer verquere Logik zu benutzen, nicht einmal die Logik der Menschlichkeit zu verstehen, es völlig zu versäumen, verständnisvoll und vernünftig zu sein, und es somit noch viel mehr versäumen, die Ebene des Praktizierens der Wahrheit zu erreichen. Menschen, die in ihrer Menschlichkeit die Eigenschaften der Aufrichtigkeit und Güte besitzen, sind verständnisvoll und vernünftig; die Dinge, die sie sagen, sind sehr gerecht und vernünftig, haben eine menschliche Note und sind stichhaltig. Nur solche Menschen besitzen die Voraussetzungen, um die Wahrheit anzunehmen. Wenn sie Gottes Worte hören, haben nur Menschen mit solchen Eigenschaften von Menschlichkeit das Gefühl: „Gottes Worte sind wirklich richtig, das ist wahrhaftig die Wahrheit! So sollten sich die Menschen verhalten. Die Menschen sollten in ihrem Verhalten eine Grenze kennen. Auf diese Weise sollten Menschen mit Gewissen und Vernunft andere behandeln, und sie sollten sich auf diese Weise verhalten und mit Angelegenheiten auf diese Weise umgehen. Gottes Worte sind wirklich richtig!“ Wie du siehst, geben die Eigenschaften der Aufrichtigkeit und Güte in ihrer Menschlichkeit ihnen die grundlegenden Voraussetzungen, um die Wahrheit anzunehmen, und erlauben ihnen, Amen zu sagen und die Wahrheit anzunehmen, nachdem sie sie gehört haben, ohne sich dagegen zu sträuben, sie abstoßend zu finden oder sie abzulehnen. Sie spüren, dass Gottes Worte richtig sind, dass sie völlig mit den Bedürfnissen einer normalen Menschlichkeit übereinstimmen, dass sie die Bedürfnisse in den Herzen der Menschen befriedigen können und dass sie genau das sind, was Menschen mit normaler Menschlichkeit besitzen sollten, und dass nur die Wahrheit sie zufriedenstellen und es ihrer Menschlichkeit ermöglichen kann, sich zu verbessern. Deshalb können nur Menschen, die in ihrer Menschlichkeit die Eigenschaften der Aufrichtigkeit und Güte besitzen, nach der Wahrheit dürsten, erkennen, dass Gottes Worte die Wahrheit sind, wenn sie sie hören, die Wahrheit dann in ihren Herzen annehmen und die Wahrheit praktizieren, sobald sie sie verstehen.

Im Grundsatz für das eigene Verhalten, andere nicht auszunutzen, sind die Eigenschaften von Menschlichkeit, die eine Person deutlich manifestiert, Aufrichtigkeit, Güte und Schamgefühl. Natürlich weisen Menschen mit Gewissen und Vernunft neben der Tatsache, dass sie niemandem Gefälligkeiten oder Gelder schuldig bleiben, eine weitere Äußerungsform davon auf, andere nicht auszunutzen, und zwar: Sie tragen es anderen Leuten nicht nach, wenn diese sie ausnutzen und sie dadurch einen Verlust erleiden, und manchmal können sie sogar anderen Dinge geben, ohne darum gebeten zu werden. Wenn eine Person immer wieder das Thema der Rückzahlung ihrer Schulden anspricht, ist diesen Menschen das peinlich: „Du sprichst das immer wieder an, als würde ich dich drängen, deine Schulden zurückzuzahlen. Eigentlich hatte ich das nie vor. Du kannst es zurückzahlen, wann immer du Geld hast; wenn du kein Geld hast und mir auf ewig etwas schuldig bleibst, ist das auch in Ordnung. Wenn du darauf bestehst, mir das Geld nicht zu geben, werde ich keine Rückzahlung von dir verlangen. Wenn du es zurückzahlen kannst, dann tu es; wenn du es nicht kannst, betrachte ich es als karitative Spende.“ Wie du siehst, weisen sie auch diese Art von Äußerungsform und diese Grenze in ihrem Verhalten auf. Angenommen, jemand bittet einen solchen Menschen darum, sich etwas von ihm zu leihen, das für ihn sehr wichtig ist und das er sehr schätzt. Selbst wenn er nicht sehr wohlhabend ist, denkt er, wenn die andere Person sagt, dass sie es sich ausleihen möchte: „Sie muss in einer schwierigen Situation sein, um sich etwas von mir ausleihen zu wollen, also sollte ich es ihr leihen.“ Nehmen wir zum Beispiel an, dass jemand während der geschäftigen Erntezeit darum bittet, sich das Auto eines solchen Menschen auszuleihen. Er braucht das Auto selbst, und wenn er es dieser Person leiht, verzögert sich seine eigene Arbeit. Weil er jedoch, was seine Menschlichkeit betrifft, gütig ist, leiht er es trotzdem aus und sagt der anderen Person nur, dass sie es schnell zurückgeben soll, sobald sie es nicht mehr braucht. Ein paar Tage später gibt die Person das Fahrzeug zurück, aber es ist beschädigt und nicht repariert worden, also muss er es selbst reparieren. Das ärgert ihn ein wenig, aber er ist nicht allzu wütend und denkt sich: „Was soll’s, wir sind Nachbarn und sehen uns ständig; ich werde es ihnen nicht nachtragen.“ So großmütig sind solche Menschen in der Art, wie sie Menschen behandeln; selbst wenn sie einen Verlust erleiden, machen sie kein Aufheben darum. Obwohl die Leute alle Menschen sind, so sind ihre Grundsätze und Grenzen in Bezug auf ihr Verhalten unterschiedlich. Manche Menschen können wohltätig geben, während andere nicht nur dazu nicht in der Lage sind, sondern auch andere ausnutzen wollen. Obwohl es diese Art von relativ aufrichtigem und gütigem Menschen ein wenig ärgert, einen Verlust zu erleiden, fängt er keinen Streit mit der anderen Partei an, noch zankt er sich mit ihr oder fordert Entschädigung; er übt sich einfach auf diese Weise in Nachsicht. Wenn solche Menschen etwas erledigen müssen und sich das Auto von jemand anderem ausleihen, waschen sie es nach dem Gebrauch und füllen den Tank auf. Wenn sie es dem Besitzer zurückgeben, ist das Fahrzeug nicht im Geringsten beschädigt, und sie entschädigen den Besitzer auch mit der höchsten Tagesmiete für diese Art von Fahrzeug. Sie werden der Person nicht das Gefühl geben, ausgenutzt worden zu sein. Sie sind der Meinung, dass sie genau so handeln sollten. Manche Leute sagen: „Geht es Menschen dieser Art nur um ihren Stolz?“ Wie viele Mitglieder der verdorbenen Menschheit können dieses Niveau nur um ihres Stolzes willen erreichen? Nichtgläubige sagen oft: „Wie viel ist der eigene Stolz wert?“ und „Wie viel ist das Gewissen wert?“ Niemand würde seinen Geldbeutel zücken, nur um den Schein zu wahren oder um andere denken zu lassen, er hätte Gewissen und Menschlichkeit. Materielle Dinge und Geld sind allen wichtiger als das Leben selbst. Etwas Nettes, Respektables oder Unaufrichtiges und Schmeichelhaftes zu sagen, um den Schein zu wahren, ist etwas, wozu die Menschen in der Lage sind, aber sich tatsächlich von seinem eigenen Geld zu trennen, um anderen zu helfen, das ist nicht leicht – nur sehr wenige Menschen können das. Nur Menschen, die in ihrer Menschlichkeit die Eigenschaften der Aufrichtigkeit und Güte besitzen, können das erreichen. Solche Menschen richten sich in ihrem Handeln nach dem Grundsatz: „Ich würde lieber einen kleinen Verlust erleiden, als dich auszunutzen.“ Wenn sie nicht so handeln, fühlen sie sich in ihrem Herzen schlecht dabei. Leihen sich Menschen dieser Art etwas aus, ist es oftmals nicht nur so, dass sie den Verleiher nicht ausnutzen – manchmal zahlen sie am Ende sogar noch aus eigener Tasche drauf. Wenn sie sich zum Beispiel das Auto von jemandem ausleihen, tanken sie es auf und waschen es und entschädigen schließlich den Besitzer mit der höchsten Tagesmiete für diese Art von Fahrzeug. Wenn man das so aufrechnet, ist das dann nicht teurer, als wenn sie sich einfach selbst ein Auto gemietet hätten? (Ja.) Wenn sie das Auto zurückgeben und der Besitzer es sich ein paar Mal gut ansieht und es ein paar Mal inspiziert, fühlt sich der Entleiher innerlich unwohl und macht sich Sorgen, dass der Besitzer vielleicht einige Stellen entdeckt, an denen das Fahrzeug beschädigt ist, und Entschädigung verlangt. Schließlich sagt der Besitzer nach der Überprüfung, dass es keine Probleme gibt, ist sehr zufrieden und erwähnt auch, dass sie sich das Fahrzeug in Zukunft jederzeit wieder ausleihen können. Erst dann beruhigt sich das Herz solcher Menschen, und sie denken: „Ah, er vertraut mir; mehr muss ich nicht hören!“ Siehst du? Was streben sie mit einem solchen Verhalten an? Sie streben nicht danach, andere auszunutzen; sie streben nur danach, in ihrem Verhalten glaubwürdig zu sein und dass andere nicht auf sie herabschauen. Sag Mir: Kann sich jemand so verhalten, weil er sich um seinen Stolz schert, weil er feige ist, weil er arm ist und es ihm an Ehrgeiz mangelt, oder weil man Angst hat, dass andere auf einen herabschauen? Ein solches Verhalten liegt an keinem dieser Dinge. Der grundlegendste Grundsatz für den Umgang mit anderen, den ein Mensch mit Gewissen besitzt, besteht darin, andere Menschen nicht auszunutzen. Solche Menschen streben nach innerem Frieden. Auch wenn sie selbst einen Verlust erleiden oder deswegen ein hartes Leben führen, machen sie anderen keine Vorwürfe oder versuchen, mit ihnen abzurechnen. Sie streben nur danach, ihrem eigenen Gewissen gegenüber das Richtige zu tun und niemandem etwas schuldig zu sein. Egal, was sie tun: Sie sind immer der Meinung, dass sie genau so handeln müssen, dass sie sich nicht schuldig fühlen, dass ihr Gewissen sie nicht anklagt und dass sie niemanden ausnutzen; sie tun nichts, das sie bei Menschen in der Schuld stehen lässt und Menschen dazu veranlasst, sie hinter ihrem Rücken zu kritisieren. Dass sie auf diese Weise handeln können, liegt nicht daran, dass sie arm sind oder eine schwache Persönlichkeit haben, geschweige denn daran, dass sie eitel sind; vielmehr sind es die Eigenschaften ihrer Menschlichkeit – Aufrichtigkeit und Güte –, die sie antreiben, diese Dinge zu tun. Insbesondere wenn es um die Angelegenheit geht, andere nicht auszunutzen, wenn sie mit ihnen zu tun haben, verhalten sie sich auf eine besonders gütige und aufrichtige Weise.

Angenommen, jemand befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten, und wenn er mit einer anderen Person in Kontakt kommt, die wohlhabend ist, gibt ihm diese Person in einem Akt der Nächstenliebe einige Dinge, die sie zu Hause nicht mehr benutzt. Der Empfänger denkt bei sich: „Die Tatsache, dass diese Person mir diese Dinge gegeben hat, bedeutet, dass sie nicht auf mich herabsieht; sie hat mir einen Gefallen getan. Wie soll ich mich also bei ihr revanchieren? Ich kann mir keine teuren Geschenke leisten – alles, was ich habe, ist frisches Gemüse vom Feld und Eier von unseren Freiland-Hühnern zu Hause. Vielleicht macht sie sich nicht viel aus diesen Dingen, aber sie stellen das Beste dar, was unsereins als arme Leute hat, die vorzeigbarsten Dinge, die wir anbieten können. Ich werde ihr etwas davon geben, damit sie etwas Frisches probieren kann; das ist auch ein Zeichen meiner Dankbarkeit.“ Die wohlhabende Person gab ihm eigentlich Dinge, für die sie selbst keine Verwendung hatte, aber der Empfänger war in der Lage, die Angelegenheit richtig aufzufassen. Er sagte nicht: „Du hast mir Dinge gegeben, die du nicht benutzt und die dir nichts bedeuten – wimmelst du mich damit nicht einfach wie einen Bettler ab? Hättest du mir diese Dinge auch dann gegeben, wenn du sie noch benutzen würdest? Warum hast du mir nicht die schönen Dinge gegeben, die du besitzt?“ Ein Mensch, der wirklich Gewissen und Vernunft besitzt, würde nicht so denken. Er würde sich einfach nur denken: „Die Tatsache, dass diese Person mir diese Dinge gegeben hat, bedeutet, dass sie nicht auf mich herabsieht.“ Selbst wenn andere Leute einige unangenehme Bemerkungen machen und er sich innerlich ein wenig aufregt, kann er mit der Angelegenheit dennoch korrekt umgehen und versucht nicht, sich zu rechtfertigen; darüber hinaus ist er in der Lage, sich bei seinem Wohltäter mit den seiner Ansicht nach schönsten Dingen zu revanchieren, die er basierend auf seiner eigenen familiären Situation und seinen finanziellen Verhältnissen besitzt. Wie du siehst, besteht sein Grundsatz für die Interaktion und den Umgang mit anderen darin, sie nicht auszunutzen. Obwohl dieser Grundsatz nicht bemerkenswert erscheint und eine banale Wahrheit ist, an die sich die meisten Menschen gewöhnt haben, kann sich nicht jeder an ihn halten, und nicht jeder betrachtet ihn als den grundlegendsten Grundsatz für das eigene Verhalten – geschweige denn, dass er von allen Leuten geschätzt wird. Menschen, die wahrhaft aufrichtig und gütig sind, legen großen Wert darauf, bei anderen nicht in der Schuld zu stehen oder sie auszunutzen, wenn sie mit ihnen verkehren und interagieren. Unabhängig davon, ob sie ein komfortables Leben genießen oder arm sind, bemühen sie sich in ihrem Verhalten und bei der Handhabung von Angelegenheiten um inneren Frieden und die Freiheit von Gewissensbissen. Nur Menschen dieser Art bemühen sich, sich auf diese Weise zu verhalten. Ganz gleich, in welcher Ära oder in was für einer sozialen Umgebung sie sich befinden oder unter welcher Gruppe von Menschen sie sind: Menschen, die sich auf diese Weise verhalten können, tun dies, weil sie in ihrer Menschlichkeit die Eigenschaften Aufrichtigkeit, Güte und Schamgefühl besitzen. Wenn jemand hingegen diese Eigenschaften in seiner Menschlichkeit nicht besitzt, wird er keine Grenzen in seinem Verhalten ziehen, und selbst wenn er welche hat, wird er nicht in der Lage sein, diese einzuhalten. Was ist der Grund dafür, dass diese Menschen in ihrem Verhalten keine Grenzen einhalten können? Das liegt hauptsächlich daran, dass sie in ihrer Menschlichkeit nicht die Eigenschaften von Aufrichtigkeit, Güte und Schamgefühl besitzen. Manche Leute sagen: „Können solche Menschen denn nicht zumindest hin und wieder in ihrem Verhalten eine Grenze einhalten?“ Unter besonderen Umständen können sie das. Manchmal scheinen sie tatsächlich in der Lage zu sein, eine Grenze einzuhalten; das sind besondere Umstände. Manchmal schaffen sie es, andere weder auszunutzen noch ihnen etwas zu schulden, weil die Umstände nicht passend sind oder weil sie keine geeignete Gelegenheit finden. Wenn sie sich beispielsweise Sachen oder Geld leihen und das nicht zurückgeben, wird das Konsequenzen haben: Sie werden von der Öffentlichkeit verurteilt oder rechtlich zur Verantwortung gezogen werden, die Leute werden sie hinter ihrem Rücken kritisieren, oder es könnte sogar sein, dass sie nicht mehr in ihrem Dorf, ihrer Siedlung oder ihrer Gemeinde bleiben können. Sie sehen nur davon ab, das zu tun, weil sie sich dazu gezwungen fühlen und keine andere Möglichkeit haben; dass sie widerwillig die Güte ihres Wohltäters vergelten oder vorübergehend davon absehen, ihn auszunutzen, liegt nur an ihrer Machtlosigkeit. Diese Art Mensch, die in ihrem Verhalten keine Grenze einhalten kann, handelt jedoch niemals von sich aus so, und zwar, weil sie in ihrer Menschlichkeit schlichtweg keine solchen Eigenschaften wie Aufrichtigkeit, Güte und Schamgefühl besitzt. Im Gegensatz dazu tut die Art Mensch, die wirklich davon absehen kann, andere auszunutzen, das von sich aus, und es handelt sich dabei um etwas, das solche Menschen auf natürliche Weise offenbaren, oder sie haben sich diese Art von Grundsatz für ihr Verhalten und die Grenze in ihrem Verhalten selbst festgelegt. Die Tatsache, dass solche Menschen diese Art von Grundsatz für ihr Verhalten haben, ist offensichtlich eine natürliche Offenbarung, die ihrem Gewissen und ihrer Vernunft entstammt, und diese natürliche Offenbarung basiert voll und ganz darauf, dass sie die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte besitzen; sie stehen weder unter dem Einfluss anderer noch unter dem Zwang ihrer Umgebung. Es handelt sich schlichtweg um etwas, das sie auf natürliche Weise offenbaren, um etwas, das ihre Menschlichkeit und ihre innere Welt braucht. Das ist eine ausreichende Grundlage, um zu sagen, dass diese Menschen dieser Art von Natur aus die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte in ihrer Menschlichkeit besitzen. Wenn sie nicht auf diese Weise handeln, werden sie das nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können, und sie werden sich innerlich unwohl fühlen; sie würden sich zu beschämt fühlen, um weiterzuleben, und zu gedemütigt, um sich blicken zu lassen. Infolgedessen zeigen sie auf ganz natürliche Weise ein solches Verhalten. Sagt Mir: Denkt ihr, dass dieser Grundsatz für das Verhalten, andere nicht auszunutzen, wichtig ist? (Ja.) Andere nicht auszunutzen scheint ein grundlegender Grundsatz für das eigene Verhalten zu sein, der zwar sehr unscheinbar ist, aber auch ein wichtiges Merkmal darstellt, das widerspiegelt, welche Eigenschaften jemand in seiner Menschlichkeit besitzt. Das stimmt doch, oder? (Ja.)

Menschen, die andere nicht ausnutzen, zeigen eine andere Äußerungsform. Nehmen wir zum Beispiel an, dass eine relativ wohlhabende Person ihnen etwas anbietet, das sie übrig hat oder das bei ihr nur herumliegt. Da sie der Meinung sind, dass sie andere nicht ausnutzen können, ohne etwas zurückzugeben, und sie bei niemandem in der Schuld stehen wollen, sagen sie: „Ich brauche das momentan nicht wirklich, aber danke für deine Güte.“ Denkst du, dass die Menschen gierig sind? Wenn Menschen schöne Dinge sehen, gefallen ihnen diese Dinge und wollen diese Dinge sie genießen? Jeder mag solche Dinge und will sie genießen, aber es gibt Unterschiede zwischen den Menschen. Zum Beispiel benutzen die meisten Menschen gerne Markencomputer, die von guter Qualität und schnell sind und ein scharfes Bild haben. Manche Leute haben nicht das nötige Geld und können sich keinen leisten, also wollen sie immer andere ausnutzen. Wenn sie sehen, dass jemand einen Markencomputer benutzt, bitten sie oft darum, ihn sich auszuleihen, und benutzen ihn sogar ohne die Erlaubnis des Besitzers oder wenn der Besitzer nicht da ist. Wenn der Besitzer ihn benutzen muss, erfinden sie sogar Ausreden und drängen dem Besitzer stattdessen ihren eigenen Computer auf. Der Besitzer, der sieht, dass sie den Computer einfach weiterhin benutzen und nicht zurückgeben werden, hat keine andere Wahl, als einen neuen zu kaufen. Und so einfach reißen sie den Computer des ursprünglichen Besitzers an sich, ohne den geringsten Vorwurf ihres Gewissens zu verspüren. Besitzt so jemand Menschlichkeit? Hat er ein Gewissen? (Nein.) Ist er ein aufrichtiger und gütiger Mensch? (Nein.) Ein aufrichtiger und gütiger Mensch würde so etwas absolut nicht tun. Angenommen, jemand anderes kauft einen neuen Computer und da er sieht, dass dieser aufrichtige und gütige Mensch einen langsamen Computer benutzt, bietet er ihm seinen alten Computer an. Der aufrichtige und gütige Mensch hat das Gefühl, dass er diese Person ausnutzen würde, wenn er ihn annimmt, und lehnt den Computer ab. Die andere Person sagt, er könne ihr einfach ein paar Dutzend Yuan dafür bezahlen, aber der aufrichtige Mensch weiß, dass es sich hier eindeutig um einen Akt der Nächstenliebe handelt, und ist der Meinung, dass er das nicht ausnutzen darf. Also überlegt er sich Möglichkeiten, um Geld zu sparen. Doch selbst wenn er ein paar Hundert Yuan spart, um den Computer zu kaufen, geht er davon aus, dass es als ein Kauf unter Preis gelten würde. Wenn die andere Person das Geld ablehnt, dann wird er ihr Angebot nicht annehmen; er wird definitiv keine Almosen annehmen. Sagt Mir: Ist er stur? Nichtgläubige sagen, diese Art Mensch sei stur und kompromisslos, aber in dieser mangelnden Kompromissbereitschaft spiegelt sich ein Vorzug hinsichtlich der Eigenschaften der Menschlichkeit wider. Welcher Vorzug? Solche Menschen glauben, dass sie unter allen Umständen ihre Grundsätze für ihr Verhalten und ihre Grenzen in ihrem Verhalten einhalten müssen; nur dann können sie inneren Frieden finden und sich geerdet fühlen. Sie sind der Meinung, dass es unfair wäre, wenn sie andere ausnutzen würden, und dass sie sich nicht dazu durchringen könnten, ihnen unter die Augen zu treten. Und wenn sie die Sachen anderer Leute benutzen würden, würden sie sich dabei unwohl fühlen, die Schamesröte würde ihnen ins Gesicht steigen und sie würden sich innerlich unbehaglich fühlen. Manche Leute sagen: „Aber die andere Person lässt ihn den Computer doch willentlich benutzen.“ Wenn die andere Person das willentlich macht, heißt das dann, dass man sie nicht ausnutzen würde? Selbst wenn die andere Person das willentlich macht, würde man sie immer noch ausnutzen. Wenn man jemanden ausnutzt, dann nutzt man jemanden aus; die Natur davon ändert sich nicht dadurch, dass die andere Person es willentlich geschehen lässt – das Wesen davon bleibt dasselbe. Sie denken bei sich: „Einen so guten Computer für ein paar Dutzend Yuan zu kaufen, würde eindeutig diese Person ausnutzen. Ich kann ihn unmöglich annehmen. Wenn ich genug Geld spare, werde ich ihn kaufen. Wenn ich das nicht schaffe, benutze ich einfach meinen eigenen alten Computer, allein schon für meinen inneren Frieden.“ Siehst du? Ist das nicht eine Grenze in ihrem Verhalten? (Ja.) Sie können diese Grenze unter allen Umständen einhalten. Jemand möchte ihnen so etwas Tolles geben, sie haben die Chance, so etwas Gutes zu ergattern. Nichtgläubige sehen das so: „Du bist ein Narr, wenn du das nicht nimmst. Das nicht auszunutzen, wäre eine Schande!“ Aber diese Menschen denken nicht so. Sie glauben, dass das keine Torheit ist und dass sie sich nicht selbst täuschen dürfen – Ausnutzen ist Ausnutzen. Sie denken bei sich: „Wenn ich diese Person ausnutzen würde, würde ich in meinem Herzen keine Ruhe finden, könnte nicht mehr entspannt leben und würde mich unwohl dabei fühlen, den Computer zu benutzen. So kann ich mich einfach nicht verhalten.“ Wie du siehst, werden sie in ihrem Verhalten diese Grenze nicht überschreiten – ist da nicht ihr Gewissen in ihnen am Werk? (Ja.) Sie besitzen die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte in ihrer Menschlichkeit, und ihr Gewissen erfüllt seine Funktion, sodass sie in der Lage sind, diese Grenze einzuhalten. Das heißt, der Grund dafür, dass sie diese Grenze einhalten können, ist, dass ihr Gewissen ständig seine Funktion erfüllt, ihnen bewusst macht, was sie tun, und ihnen das Gefühl gibt: „Es ist falsch, das zu tun, es ist nicht angemessen. Das darf ich nicht tun.“ Ihr Gewissen gibt ihnen ständig Anstöße, zügelt sie und reguliert sie, was es ihnen ermöglicht, in ihrem Verhalten eine Grenze einzuhalten. Am Ende können sie es sich vielleicht leisten, das Angebotene zu kaufen, und benutzen es dann, oder vielleicht können sie es sich nie leisten und es wird von jemand anderem benutzt, in welchem Fall sie das nicht betrübt. Zumindest in dieser Angelegenheit haben sie in ihrem Verhalten diese Grenze und diesen Grundsatz eingehalten. Ein Mensch mit den Eigenschaften der Menschlichkeit legt Grundsätze und Grenzen für sein Verhalten fest und hält sie ständig aufrecht. Selbst wenn er mit einer Situation konfrontiert wird, die seine Interessen betrifft, und er in diesem Moment in Versuchung gerät, wird sein Gewissen ihm ständig Anstöße geben und ihn zügeln. Und selbst wenn andere denken, dass die Interessen dieser Person geschädigt wurden oder dass sich jemand anderes einen Vorteil verschafft hat, und diese Person für einen Moment etwas betrübt oder unzufrieden sein könnte, letztendlich wird sich sein Herz aufgrund seines funktionierenden Gewissens schnell beruhigen. Er wird bei sich denken: „Es ist immer besser, andere nicht auszunutzen. Zumindest habe ich inneren Frieden und keine Gewissensbisse.“ Das ist es, wonach er strebt. Das ist die Funktion, die das Gewissen in den Menschen erfüllt: Es reguliert und zügelt sie ständig und erlaubt es den Menschen auf diese Weise, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Angesichts der eigenen Interessen, der Moralvorstellungen oder sogar einiger Versuchungen wird das Gewissen das eigene Verhalten ständig zügeln, regulieren und korrigieren. Letztendlich werden sich Menschen mit den Eigenschaften der Menschlichkeit in der überwiegenden Mehrheit der Fälle dafür entscheiden, ihren eigenen Interessen zu entsagen, um ihrem Gewissen Frieden und Ruhe zu verschaffen. Unter besonderen Umständen haben einige dieser Menschen auch Momente, in denen sie eine Grenze ihres Gewissens überschreiten, aber darauf folgen die Gewissensbisse und das Unbehagen in ihrem Gewissen; manche tragen dieses Unbehagen und diese Schuldgefühle sogar für den Rest ihres Lebens mit sich. Das ist die Funktion des Gewissens. Das heißt, Menschen mit den Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte in ihrer Menschlichkeit werden gelegentlich Fehler machen und unter besonderen Umständen auch Grenzen in ihrer Menschlichkeit überschreiten und gegen die Grundsätze für ihr eigenes Verhalten verstoßen, die sie für sich selbst festgelegt haben. Aber die Folge davon ist, dass sie die Verurteilung ihres Gewissens ertragen müssen. Wenn sie keine Gelegenheit finden, diese Sache wiedergutzumachen, oder ihre Umstände es nicht zulassen, werden sie mit innerer Anklage, Unbehagen, Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen leben. Das sind unter allen Umständen normale Äußerungsformen, die ein Mensch an den Tag legt, der Gewissen und Vernunft hat und die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte in seiner Menschlichkeit besitzt.

Diese Äußerungsformen von Menschen, die die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte besitzen, sind aus der Perspektive der Menschlichkeit relativ gewöhnlich und weitverbreitet, nicht erhaben oder übernatürlich und auch nicht gerade edelmütig, und bedeuten in den Augen der Menschen nur, dass jemand ein bisschen Integrität hat und mit ein bisschen Würde lebt. In Gottes Augen jedoch sind die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte innerhalb der Menschlichkeit, die von solchen Menschen ausgelebt werden, kostbar. Da diese Menschheit Niederträchtigkeit verehrt und sich niemand um Gewissen oder Vernunft schert, werden Menschen, die aufrichtig und gütig sind, in der Gesellschaft ausgegrenzt. Die grundlegenden Grundsätze für das eigene Verhalten, an die sie sich halten und die sie ausleben, werden von den Massen der Gesellschaft verspottet, verachtet und verurteilt. Wie werden sie von den Menschen verspottet? (Die Leute sagen, sie seien Narren, starrsinnig und begriffsstutzig.) Genauso ist es. In dieser Gesellschaft werden Menschen mit normaler Menschlichkeit von anderen verspottet, verhöhnt, verachtet und verurteilt; sie können weder die Anerkennung anderer Menschen noch deren Billigung erlangen. Wenn du innerhalb einer Gruppe von Menschen immer an deinen Grundsätzen für dein eigenes Verhalten festhältst, führst du ein sehr anstrengendes Leben. Ganz gleich, mit was du konfrontiert wirst, fühlst du dich jeden Tag eingeengt und bist empört, und du fragst dich: „Was ist falsch daran, dass ich mich auf diese Weise verhalte? Warum verspotten mich die anderen? Die Leute sagen immer: ‚Wie viel ist ein Gewissen schon wert?‘ Das Gewissen ist das Kostbarste, was es gibt. Ist jemand überhaupt ein Mensch, wenn er kein Gewissen hat?“ Menschen wie du sind Ziele des Spotts und der Ausgrenzung in jeder Gruppe von Nichtgläubigen; niemand stimmt dir zu, und niemand stellt sich auf deine Seite. Du bist aufrichtig und hältst dich in deinem Verhalten an Grundsätze, und die Leute sagen: „Kann man sich davon etwas kaufen, wenn man sich an seine Grundsätze hält? Wirst du dadurch die Wertschätzung der Chefetage erlangen? Werden alle dir zustimmen, wenn du an deinen Grundsätzen festhältst? Wenn du in dieser Gesellschaft an deinen Grundsätzen festhältst, bist du der größte Narr weit und breit; du wirst immer untergebuttert werden und am Ende keine Möglichkeit haben, über die Runden zu kommen!“ Also fragst du dich: „Was ist falsch daran, dass ich an meinen Grundsätzen festhalte? Warum werde ich verspottet, ausgegrenzt und unten gehalten, weil ich ein aufrichtiger und gütiger Mensch bin?“ Letztendlich kommst du zu dem Schluss, dass die Menschen bis ins Mark verkommen sind, dass kein einziger unter ihnen ein guter Mensch ist und dass sie alle Teufel und Satane sind! Du sagst, dass dein Verhalten dir ein reines Gewissen gibt, dass du dich auf eine würdevolle und aufrichtige Weise verhalten willst, dass du alles vorschriftsmäßig handhaben willst und dich auf deine eigenen Fähigkeiten verlässt, um deinen Lebensunterhalt zu verdienen, ohne irgendetwas Zwielichtiges zu machen. Aber wenn du dich auf diese Weise verhältst, passiert es schnell, dass du in der Gesellschaft herumgeschubst wirst; die Leute müssen nur ein bisschen taktieren, um dich ganz leicht auszuspielen. Ganz gleich, welche Fähigkeiten du hast, du wirst ausgegrenzt und unterdrückt. Du hast das Gefühl, dass es in dieser Menschenwelt keinen Ort gibt, an dem man für sich selbst einstehen kann, und dass es zu erdrückend ist, so zu leben. Unter diesen Menschen zu leben ist nicht, als befände man sich in einem riesigen Färbekessel, sondern in einem Fleischwolf – du wirst bei lebendigem Leib zermalmt. Selbst wenn du nicht zermalmt wirst, stirbst du vor Erschöpfung, weil du jeden Tag deines Lebens in einem Zustand körperlicher und geistiger Ermüdung gegen deinen eigenen Willen handelst und jedes Wort, das du sagst, und alles, was du tust, deinen eigenen Willen verrät. Während du auf diese Weise ständig auf einem Drahtseil balancierst, wirst du immer noch als Narr und als jemand verspottet, der starrsinnig ist, der nicht weiß, wie man seinen Vorgesetzten Geschenke macht oder Beziehungen zu Kollegen aufbaut. Du richtest dich in deinem Verhalten nach dem Grundsatz, andere nicht auszunutzen, und doch versuchen andere Menschen mit allen Mitteln, dich auszunutzen, und du kannst es nicht einmal vermeiden. Letztendlich leistest du eine Menge Arbeit, aber die Chefetage nimmt dich nicht wahr, während andere das ganze Verdienst an sich reißen. Nachdem du zum Glauben an Gott gekommen bist, siehst du, dass es im Haus Gottes fair zugeht, dass Gott gerecht ist und dass, selbst wenn manche Menschen ungerecht handeln, in Gottes Worten die Wahrheit ist, es in Gottes Worten Gerechtigkeit gibt, dass Gott eine gerechte Disposition hat und dass im Haus Gottes Wahrheit und Gerechtigkeit an der Macht sind. Du sagst: „Gute Menschen können also im Haus Gottes gedeihen. Ich kann mein Herz öffnen und all die Worte aussprechen, die ich zurückgehalten habe. Ich kann alle meine Stärken und Talente einsetzen. Das Leben im Haus Gottes ist wahrlich von Frieden und Freude erfüllt; ich werde nie wieder von anderen Menschen unterdrückt und ausgegrenzt werden. Es ist so wunderbar, an Gott zu glauben und ins Haus Gottes zu kommen! Wenn ich nicht an Gott glauben würde, würde ich wie eine wandelnde Leiche leben, und je länger ich leben würde, desto erschöpfter und gequälter würde ich mich fühlen; ich wäre nicht in der Lage, eine Richtung im Leben zu finden, mein Herz würde sich verfinstern, und ich könnte kein Licht und keine Zukunft für mich sehen. Das wäre wirklich schmerzhaft!“ Bevor Menschen dieser Art zum Glauben an Gott kommen und die Wahrheit erlangen, haben sie das Gefühl, dass sie in ihrem Leben keinen Weg haben, dem sie folgen können, und dass ihre Zukunft düster und ohne Licht ist. Nachdem sie einige Rückschläge und Misserfolge erlitten und viel Mühsal durchlebt haben, zweifeln sie nicht nur an ihrem Leben – noch viel mehr haben sie das Gefühl, dass es keinen Sinn hat, zu leben. Sie denken, dass selbst der Tod besser wäre, als unter solchen Menschen und in einer solchen Welt zu leben! Die Menschen leben nicht einmal so glücklich wie die Vögel am Himmel oder so frei wie die Fische im Meer – Vögel können zumindest zwitschern, wenn sie wollen, ohne Einschränkungen durch den Himmel fliegen und haben ihr eigenes Stück unberührten Landes. Die Menschen, die in dieser Welt leben, haben nicht einmal das Recht oder die Freiheit, die Wahrheit zu sagen; sie leben jeden Tag hinter einer Maske und können nur Dinge sagen, die sie nicht sagen wollen, und ihren wahren inneren Gefühlen widersprechen – sie haben keine andere Wahl, als solche Dinge zu sagen, aber es widert sie an, wenn sie es tun. Warum muss das Leben so schwierig sein? Menschen dieser Art sind angewidert, wenn sie in die Gesichter der Leute um sie herum schauen, und ihr Herz ist voll von Abscheu und Ekel, aber sie können diese Leute nicht meiden oder sich von ihnen fernhalten und müssen sich zudem auch noch unter sie mischen. Manchmal spielen sie mit dem Gedanken, sich einfach auf diese Weise durchzuwursteln, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und ihre Familien zu ernähren, aber sie können sich trotzdem nicht damit abfinden. Sie haben das Gefühl, dass die Menschen etwas Bedeutungsvolles im Leben anstreben müssen, dass sie das Abbild eines Menschen ausleben, die Wahrheit sagen und eine Grenze in ihrem Verhalten einhalten müssen, dass es sich dabei um das absolute Minimum handelt, das die Menschen erreichen sollten. Sie haben das Gefühl, dass ein Mensch kein Mensch ist, wenn er nicht einmal das erreichen kann. Aber ohne einen Weg, dem sie folgen können, sind sie machtlos und können sich nur verwirrt und benommen durch ihr Leben wursteln und kommen gerade so über die Runden. Besonders wenn sie in Schwierigkeiten geraten und mit ihrem Latein am Ende sind, fühlen sie sich innerlich enorm gequält: „Warum leben wir? Nur um jeden Tag Lügen zu erzählen und uns unter diese Leute zu mischen, die nicht einmal Menschen ähneln und sich nur durchwursteln und auf den Tod warten? Da ich ohnehin früher oder später sterben werde, könnte ich genauso gut jetzt sterben und all dem früher entkommen, anstatt mich durchzuwursteln und auf den Tod zu warten.“ Obwohl die Menschen all dem entkommen wollen, wagt es nur sehr selten jemand, das auch in die Tat umzusetzen; die Leute machen sich Sorgen, dass sie, wenn sie auf diese Weise sterben, ihren Eltern und Angehörigen keine Rechenschaft ablegen können, und sie haben auch Bedenken in ihren Herzen: „Werde ich wirklich frei sein, wenn ich auf diese Weise sterbe? Wenn es mich wirklich befreit, wäre das gut, aber wenn nicht, wäre das noch schlimmer.“ Und so mühen sich die Menschen in diesem Schmerz weiter ab. So bemitleidenswert sind diejenigen, die die Wahrheit nicht erlangt haben. Die Leute denken, dass es im Leben immer Hoffnung gibt und etwas, worauf man sich freuen kann, aber tief in ihren Herzen spüren sie, dass diese Dinge immer ungewisser und schwerer zu erreichen werden. Je ungewisser und schwerer zu erreichen diese Dinge in den Augen der Menschen werden, desto mehr kämpfen und leiden sie in ihren Herzen. Solche Menschen hoffen alle, die Grenze ihres Gewissens und ihre Grundsätze für ihr Verhalten einzuhalten und nicht auf eine Weise zu leben, die ihrem eigenen Willen zuwiderläuft. Sie stellen keine strengen Anforderungen an sich selbst, noch setzen sie sich besonders hohe Ziele für ihr Leben – sie bemühen sich nicht um großen Reichtum und hohes Ansehen, sondern nur darum, in innerem Frieden zu leben. Doch sie können in ihrem Verhalten nicht einmal an solch einfachen Grundsätzen und einer solch einfachen Grenze festhalten, also leben sie jeden Tag wie wandelnde Leichen und fühlen sich sehr erschöpft. Diese Erschöpfung ist keine körperliche Müdigkeit, noch ist es der Schmerz, der durch Krankheit verursacht wird, sondern eine Erschöpfung von Körper und Geist. Diese Erschöpfung ist ein Gefühl der Schwere, das durch das Sinken ihres Herzens verursacht wird; sie lastet wie ein Felsbrocken auf ihrem Herzen und sorgt dafür, dass sie sich innerlich eingeengt und gepeinigt fühlen. Aber dann müssen sie sich immer noch dem Leben und allen möglichen Menschen, Ereignissen und Dingen stellen, also beißen sie einfach die Zähne zusammen und machen Tag für Tag weiter, verbringen ihre Tage in Mühsal und führen ein extrem schmerzhaftes Leben. Manche Leute wollen sich die Peking-Oper ansehen. Sie sehen, dass die Geschichten in der Peking-Oper alle davon handeln, dass das Leben des Protagonisten schwierig und voller Hindernisse und Rückschläge ist, wobei der Darsteller am Ende schließlich ausruft: „Welch ein Leid …“, und das findet Resonanz bei jenen Menschen, deren Herz von Schmerzen erfüllt ist. Warum findet das bei ihnen Resonanz? Weil der Darsteller ausspricht, was in ihrem Herzen ist. Wenn du dich in deinem Leben nach deinem Gewissen richtest, ist das Leben in dieser Welt nicht einfach und bringt dich nicht weiter; du wirst in Sackgassen enden, Rückschläge erleiden und auf Schritt und Tritt gequält werden. Wenn du versuchst, ein schlechter Mensch, ein böser Mensch oder ein niederträchtiger Mensch zu sein, wirst du überall gut zurechtkommen und auf keine Hindernisse stoßen. Wenn du ein aufrichtiger und gütiger Mensch bist und die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte in deiner Menschlichkeit besitzt, dann werden sich die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte in deiner Menschlichkeit niemals ändern, auch wenn deine Aufrichtigkeit und Güte verschmutzt oder sogar befleckt werden und einige Verfälschungen enthalten, nachdem du verschiedene Dinge in der Gesellschaft erlebt hast, und niemand wird sie ändern können. Selbst wenn du dich nicht mehr traust, die Wahrheit zu sagen oder in deinem Verhalten deine Grundsätze und Grenzen zu wahren, wirst du dich tief in deinem Herzen danach sehnen, die Wahrheit zu sagen, in deinem Verhalten deine Grundsätze zu wahren, die Grenze deines Gewissens einzuhalten und ein Gefühl von innerem Frieden und Ruhe zu erlangen.

Nachdem diese Art von aufrichtigem und gütigem Mensch zum Glauben an Gott gekommen ist, ist das Haus Gottes – die Kirche – für ihn ein Ort der Reinheit und Stille sowie ein Ort, an dem sein Herz Frieden und Befreiung finden kann. Natürlich kann man auch sagen, dass es ein Ort ist, an dem er die Verwirklichung seiner Lebensziele anstreben kann, und ein Ort, der es ihm ermöglicht, Licht in seinem Leben zu sehen und sich nicht mehr verloren zu fühlen, was die Ausrichtung seines Verhaltens betrifft. Für jemanden mit Gewissen und Vernunft ist das Haus Gottes also sein wahres Zuhause. Dieses Zuhause ist kein Zuhause im fleischlichen oder materiellen Sinne; vielmehr ist es ein sicherer Ort, an dem er mit einem schlichten, bloßgelegten und offenen Herzen an Gott glauben und sich Ihm unterwerfen kann. Man kann es auch einen sicheren Hafen nennen. Wie heißt es so schön? Das Haus Gottes ist ein Hafen, in dem aufrichtige und gütige Menschen, die die Eigenschaften der Menschlichkeit besitzen, vor Anker gehen können. Das heißt, hier können sie ihren Anker werfen; sie müssen nicht mehr umherhetzen und sind in der Lage, die Wahrheit anzunehmen und ihre Richtung und ihren Weg im Leben zu finden, sodass ihre Herzen zufrieden sind. Ein wahrer Mensch fühlt sich also erst dann im Herzen wirklich zufrieden, wenn er ins Haus Gottes kommt; ein Mensch mit Gewissen und Vernunft hat erst dann das Gefühl, sein wahres Zuhause gefunden zu haben, einen Ort, der seinem Herzen Frieden und Ruhe schenken kann, wenn er ins Haus Gottes und vor den Schöpfer zurückkehrt. Obwohl seine Bestrebungen für sein Verhalten und die Grundsätze, nach denen er sich verhält, weit davon entfernt sind, die Wahrheit zu praktizieren, hat er zumindest das Gefühl, dass sein Herz im Haus Gottes und in der Kirche Frieden und Trost gefunden hat. Das ist der Unterschied, den ein Mensch dieser Art zwischen dem Leben im Haus Gottes und dem Leben in der Welt spürt; es ist ein Unterschied in seinem Herzen. Wenn ein Mensch dieser Art ins Haus Gottes kommt, findet sein Herz daher Trost und Frieden; er hat das Gefühl, dass nur das Haus Gottes der Ort ist, an dem er seine Richtung im Leben verfolgen kann, und gleichermaßen die Umgebung, die er am meisten braucht, und natürlich auch der Ort, nach dem er sich sehnt. Er liebt es hier und ist bereit, in einer solchen Umgebung zu leben und sich entsprechend zu verhalten; natürlich ist es sein persönlicher Wunsch, das zu tun. Was diesen persönlichen Wunsch von ihm betrifft, so sind die Umgebung des Hauses Gottes, die Art und Weise, wie Gott wirkt, Gottes Anforderungen an die Menschen und alle anderen Aspekte bereits ausreichend, um die Bedürfnisse seiner Menschlichkeit zu befriedigen, sodass er in innerem Frieden nach der Wahrheit strebt und gemäß Gottes Anforderungen praktiziert. Ob ein Mensch also nach der Wahrheit streben kann, hängt daher ganz von seiner Menschlichkeit ab. Nur wenn seine Menschlichkeit die Eigenschaften Güte und Aufrichtigkeit besitzt, wenn er Fairness und Gerechtigkeit liebt, wenn er es liebt, ins Haus Gottes zu kommen und inneren Frieden und Ruhe zu erlangen, oder wenn sein Herz vollständigen Trost gefunden hat, nachdem er ins Haus Gottes und vor Gott gekommen ist, kann er zur Ruhe kommen, um Gottes Worten zuzuhören, sie anzunehmen und sich ihnen zu unterwerfen; nur dann kann er zur Ruhe kommen, um nach der Wahrheit zu streben und ein richtiges geschaffenes Wesen zu sein. Das heißt, nur wenn ein Mensch in die Umgebung des Hauses Gottes kommt und sein Herz Trost findet und das Verstehen der Wahrheit seinem Herzen Erfüllung schenkt und die Lebensziele und -bestrebungen, die er anstrebt, verwirklicht werden – nur unter diesen grundlegenden Bedingungen hat er die Möglichkeit, nach der Wahrheit zu streben. Das ist eine spezifische Äußerungsform jener Menschen, die die Eigenschaften der Menschlichkeit besitzen. Natürlich ist es, wenn es darum geht, nach der Wahrheit zu streben, sehr wichtig, ob jemand die Eigenschaften der Menschlichkeit besitzt. Wenn man die Eigenschaften der Menschlichkeit nicht besitzt, erfüllt man im Wesentlichen nicht die Bedingungen, um nach der Wahrheit zu streben.

Lasst uns nun über andere Äußerungsformen von Aufrichtigkeit und Güte in der Menschlichkeit der Leute sprechen. Ich habe gerade darüber gesprochen, dass Leute, die in ihrer Menschlichkeit die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte besitzen, einen grundlegenden Grundsatz für ihren Umgang und ihre Interaktion mit anderen sowie für ihr eigenes Verhalten und die Art und Weise festlegen, wie sie Angelegenheiten handhaben – nämlich andere Menschen nicht auszunutzen. Natürlich stellt das auch die Grenze für ihr eigenes Verhalten dar. Abgesehen davon, andere nicht auszunutzen, hat ein Mensch dieser Art eine weitere Äußerungsform: Er ist bereit, mit anderen Menschen mitzufühlen und ihnen zu helfen, und er ist auch bereit, ihnen etwas zu geben. In den Augen anderer sind solche Menschen ein wenig töricht – sie sind zu gutherzig, sie vertrauen anderen leicht und haben Mitleid mit anderen, und obwohl sie selbst nicht viel haben, geben sie gerne. Sie setzen sich gerne gegen Ungerechtigkeit ein; wenn sie sehen, dass jemand in Schwierigkeiten steckt, schauen sie nicht tatenlos zu oder tun so, als würden sie es nicht bemerken, sondern versuchen von sich aus, zu helfen. Selbst wenn sie nicht in der Lage sind, zu helfen, hegen sie dennoch gute Absichten. Wenn sie sehen, dass jemand in Schwierigkeiten steckt, haben sie das Gefühl, dass sie es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren könnten, wenn sie dieser Person keine helfende Hand reichen. Selbst wenn die andere Person nicht um Hilfe bittet, sind sie dennoch der Meinung, dass sie ihr helfen sollten. Nachdem die andere Person ihre Hilfe erhalten hat, bedankt sie sich lediglich und belässt es dabei, aber aufrichtige und gütige Menschen machen sich nichts daraus; wenn danach irgendjemand anderes wirklich in Schwierigkeiten steckt, werden sie ihm trotzdem helfen. Das erscheint den Leuten ein bisschen unwissend oder töricht; andere raten ihnen, den Leuten keine Güte mehr zu erweisen, und sagen ihnen, die Leute, denen sie helfen, sollten ihnen zumindest zu Dank verpflichtet sein. Wenn sie das hören, denken sie bei sich: „Sollen die Leute uns zu Dank verpflichtet sein, wenn wir ihnen helfen? Wie viel Mühe kostet es schon, eine helfende Hand zu reichen? Warum sollte man die Dinge so kompliziert machen?“ Genau so unkompliziert sind sie; sie sind einfach bereit, anderen zu helfen. Sag Mir: Denkst du, dass die Bereitschaft, anderen zu helfen, etwas mit der Menschlichkeit einer Person zu tun hat? (Ja.) Solche Menschen wollen wirklich keinerlei Gegenleistung. Gibt es in dieser Welt irgendjemanden, der frei von Verlangen und Wünschen ist? (Nein.) Wie kann ein Mensch dieser Art dann anderen helfen, ohne etwas als Gegenleistung zu wollen? Was für besondere Umstände müssen bei den meisten Menschen gegeben sein, bzw. wie muss ihre Beziehung zu jemandem sein, damit sie dieser Person helfen? Die eine ist die allerengste Art von Beziehung – eine Blutsverwandtschaft. Außerdem muss die Person, der sie helfen, eine fähige Person sein, oder es muss sich ein gewisser Vorteil daraus ziehen lassen, ihr zu helfen, und ihnen selbst nur Nutzen und keine Nachteile bringen. Das sind die einzigen Szenarien. Abgesehen von diesen Szenarien: Wer würde anderen grundlos helfen? Um es genau zu sagen: Sie helfen anderen nicht umsonst; sie müssen daraus einen gewissen Nutzen ziehen können. Selbst wenn es keinen unmittelbaren Nutzen gibt, muss es doch einen langfristigen geben. Auf jeden Fall helfen sie nur, wenn sie etwas davon haben. Was nun die Menschen betrifft, die bereit sind, anderen zu helfen: Wenn man einmal davon absieht, wie viel Hilfe sie leisten oder ob die Angelegenheit, bei der sie helfen, von Bedeutung ist – ob es sich um eine wichtige Angelegenheit oder eine Kleinigkeit handelt –, woher kommt ihre Bereitschaft, anderen zu helfen? Hängt sie mit ihrer Menschlichkeit zusammen? (Ja.) Auf welchen Aspekt der Menschlichkeit bezieht sich das? (Auf Güte.) Das hat mit Güte zu tun; wenn Menschen in ihrer Menschlichkeit die Eigenschaft Güte besitzen, sind sie bereit, anderen zu helfen. Nehmen wir zum Beispiel an, solche Menschen sehen, wie ein Bruder oder eine Schwester negativ und schwach wird. Eigentlich sind sie selbst keine Kirchenleiter und haben nur eine normale Beziehung zu diesem Bruder oder dieser Schwester, aber wenn sie sehen, wie diese negativ und schwach sind, sind sie betrübt und verspüren eine Bürde in ihrem Herzen. Es lässt ihnen keine Ruhe, wenn sie nicht helfen, und sie denken bei sich: „Obwohl meine eigene Größe nicht beträchtlich ist und ich nicht viele Wahrheiten verstehe, ist es dennoch eine gute Sache, wenn ich versuche, meinen Verpflichtungen nachzukommen. Vielleicht können sie, nachdem sie gehört haben, was ich sage, über sich selbst nachdenken und aufhören, negativ zu sein – wäre das nicht gut?“ Wenn also jemand negativ und schwach wird – es sei denn, sie bemerken das nicht –, suchen sie, sobald sie es bemerken, nach einer Gelegenheit, mit dieser Person Gemeinschaft zu halten. Wenn sie selbst nicht in der Lage sind, klar und deutlich Gemeinschaft zu halten, suchen sie eine Passage von Gottes Worten heraus, um darüber mit ihnen Gemeinschaft zu halten. Kurz gesagt: Durch eine Kombination aus Ermahnung, Anleitung und dem Vorlesen von Gottes Worten versteht die andere Person schließlich Gottes Absichten, ist nicht länger negativ und kann normal ihre Pflicht tun, was gütigen Menschen ein Gefühl der Zufriedenheit gibt. Sie können es einfach nicht ertragen, zu sehen, wie Menschen negativ und faul sind oder in Schmerz und Leid leben; sie wollen so jemanden einfach nur trösten und unterstützen. Wenn die andere Person weiterhin negativ bleibt, sehen sie sich in der Pflicht, ihrer Verantwortung nachzukommen. Wenn diese Person dank ihres Rates und ihrer Anleitung nicht länger negativ ist, verspüren sie tiefe innere Freude und haben das Gefühl, dass es sehr gut ist, sich auf diese Weise zu verhalten. Sie sind nicht auf irgendeinen Nutzen aus; sie würden sich eben einfach unbehaglich fühlen, wenn sie in der Lage sind, jemandem zu helfen, es aber nicht tun, und es würde an ihrem Gewissen zehren. Sagt Mir: Denkt ihr, dass dieses Zehren am Gewissen und dieses Gefühl des Unbehagens Äußerungsformen und Offenbarungen von Eigenschaften der Menschlichkeit sind? (Ja.)

Manche Menschen neigen dazu, mit anderen mitzufühlen. Natürlich könnte das, aus einer bestimmten Perspektive der Menschlichkeit betrachtet, auch eine menschliche Schwäche sein, da sie manchmal mit bösen Menschen mitfühlen und diesen helfen, aber sie können an dieser Schwäche nichts ändern. Nachdem sie einem bösen Menschen geholfen haben, kommt dieser wieder auf die Beine, kommt voran und hat Erfolg, doch er schaut immer noch auf sie herab und ignoriert sie. Sie sind innerlich bestürzt und denken bei sich: „Warum ist diese Person so? Damals, als sie in Not war und mich um Hilfe bat, brachte ich ihr Mitgefühl entgegen und half ihr – aber jetzt, wo sie vorankommt und Erfolg hat und ein gutes Leben führt, ignoriert sie mich.“ In ihren Herzen können sie sich keinen Reim darauf machen; sie können das Wesen böser Menschen nicht durchschauen. Wenn nach einer Weile ein anderer böser Mensch sie um Hilfe bittet, bringen sie ihm vielleicht immer noch Mitgefühl entgegen, aber sie schauen zuerst, ob diese Person böse ist. Wenn die Person nicht sehr verabscheuungswürdig und ziemlich bemitleidenswert ist, werden sie trotzdem Mitgefühl für sie empfinden. Wenn sie einige Brüder und Schwestern sehen, die ihre Pflicht in Vollzeit tun, deren Familien aber arm sind und die in ihrem Leben Schwierigkeiten haben, denken sie bei sich: „Obwohl sie so arm sind, können sie dennoch ihre Pflicht tun – das sind wirklich gute Menschen! Ich selbst führe ein Leben in Wohlstand; wenn ich ihnen nicht helfe, werde ich das Gefühl haben, ich hätte mich ihnen gegenüber nicht angemessen verhalten. Ich sollte ihnen etwas geben und ihnen aushelfen, damit sie sich Kleidung oder Dinge des täglichen Bedarfs kaufen können.“ Wie du siehst, sind sie gutherzige Menschen; wenn sie sehen, dass Leute in Schwierigkeiten stecken, können sie nicht anders, als mit ihnen mitzufühlen und ihnen zu helfen. Unter den Menschen gibt es gute Menschen, böse Menschen und auch unwissende Menschen. Gute Menschen sind in der Lage, zu geben und anderen zu helfen, böse Menschen sind imstande, alle möglichen bösen Dinge zu tun, und all die unwissenden Menschen werden immer von anderen ausgenutzt und herumkommandiert und könnten alle möglichen dummen Dinge tun; sie sind alle in unterschiedlichem Maße unwissend. Kurz gesagt: Es gibt Menschen aller Art. Menschen, die Eigenschaften der Menschlichkeit besitzen, neigen dazu, mit anderen mitzufühlen. Sie betrachten andere immer als bemitleidenswert, sie können immer erkennen, was an Menschen bemitleidenswert ist, und sie können immer sehen, wo Menschen Mitgefühl verdienen; in ihrem Gewissen findet sich ein Element von Sanftmütigkeit. Das heißt, wenn sie sehen, dass jemand in Schwierigkeiten steckt, in eine schmerzhafte Situation gerät oder von bösen Menschen herumgeschubst oder ungerecht behandelt wird, sind sie innerlich empört und empfinden Mitgefühl für diese Menschen; sie haben immer ein mitfühlendes Herz. Tatsächlich kann es sein, dass ihre eigenen Umstände nicht viel besser sind als die der anderen und sie nicht unbedingt weniger herumgeschubst werden, aber weil sie Güte in ihrer Menschlichkeit haben, können sie einfach nicht anders, als mit anderen mitzufühlen. Wenn Menschen in Schwierigkeiten stecken oder an Schmerzen leiden, sehen sie nicht tatenlos zu oder ignorieren sie. Unter dem Einfluss ihres gesellschaftlichen Umfelds – da die Menschen sich nur um sich selbst kümmern und ihre Mitmenschen ignorieren – wollen sie manchmal davon absehen, anderen Leuten zu helfen, aber das schaffen sie nie; wenn sie einen armen Menschen sehen, der sich nichts zu essen leisten kann, werden sie ihm nach einigem Hin und Her in ihrem Kopf letztendlich doch helfen. Nehmen wir zum Beispiel an, jemand bekommt eine schwere Erkältung – mit Husten, Niesen und hohem Fieber. Manche Leute haben Angst, sich anzustecken, also halten sie sich fern. Gutherzige Menschen hingegen können nicht anders, als sich um so jemanden zu sorgen: „Du hast dich erkältet; hast du schon Medikamente eingenommen?“ Wenn die Person kein Geld für Medikamente hat, kaufen sie die Medikamente für sie aus eigener Tasche. Wie du siehst, sieht ein gutherziger Mensch nicht tatenlos zu, wenn er sieht, dass jemand krank ist und leidet. Das heißt, wenn Menschen in Schwierigkeiten stecken, wenn sie leiden oder in schwierigen Notlagen stecken, können Menschen mit Eigenschaften der Menschlichkeit das immer spüren und immer erkennen, dass sie Hilfe brauchen. Sie befinden sich in derselben Umgebung wie alle anderen, aber sie sind besonders sensibel für Dinge, die andere nicht spüren können. Warum ist das so? Schlicht und ergreifend, weil die Herzen der Menschen nicht alle gleich sind. Menschen, denen es an menschlicher Empathie fehlt, fragen andere Leute nicht, wie es ihnen geht, ganz gleich, wie groß deren Schmerzen sind, als ob sie es nicht wahrnehmen könnten. Menschen, die menschliche Empathie besitzen, können nicht anders, als Mitgefühl für diejenigen in ihrem Umfeld zu empfinden, die leiden und Schwierigkeiten haben, weil ihre Eigenschaften der Menschlichkeit ein Element der Güte enthalten. Geleitet von ihrem Gewissen reichen sie dann eine helfende Hand – du könntest sie nicht davon abhalten, selbst wenn du es versuchen würdest. Sie tun das nicht in der Erwartung, dass andere sich an ihre Güte erinnern, noch in der Hoffnung, dass diese Leute ihre Menschlichkeit und ihren Charakter in höchsten Tönen loben; sie sind schlichtweg dazu bereit, und es gibt ihnen ein Gefühl innerer Beständigkeit, das zu tun. Das sind Gedanken und Verhaltensweisen, die aus den Eigenschaften der Menschlichkeit entspringen; niemand kann sie ändern und niemand kann sie einschränken. Die Dinge, die solche Menschen tun, oder die Art und Weise, wie sie sich verhalten, und die Grundsätze, nach denen sie sich in ihrem Verhalten richten, sind rein natürliche Offenbarungen einer normalen Menschlichkeit. Diese natürlichen Offenbarungen der Menschlichkeit kommen ganz und gar aus ihrem Herzen. Sie handeln willentlich so; niemand weist sie dazu an, und sie sind auf keinen Nutzen aus. Sie sind schlichtweg bereit, das zu tun, und sie finden nur inneren Frieden, wenn sie solche Dinge tun; wenn sie diese Dinge nicht tun, fühlen sie sich innerlich unbehaglich. Wenn sie einem bösen Menschen begegnen, der in Schwierigkeiten steckt, wissen sie zwar, dass sie bösen Menschen nicht helfen sollten, aber sie denken dennoch bei sich: „Werde ich kalt und herzlos?“ Selbst wenn sie diesem bösen Menschen nicht helfen, bleibt ihr Mitgefühl unverändert und wird sich in einer geeigneten Umgebung und bei den richtigen Menschen ganz natürlich wieder offenbaren. Das ist eine Eigenschaft der Menschlichkeit. Eigenschaften der Menschlichkeit sind angeboren, und natürlich können sie sich auch jederzeit und überall offenbaren; sie sind sehr natürlich, sehr rein und sehr einfach. Wenn also jemand in seiner Menschlichkeit die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte besitzt, dann entstammt das nicht dem, was ihm seine Eltern oder die Gesellschaft beigebracht haben, noch wird es von irgendeiner Umgebung beeinflusst; das sind die angeborenen Eigenschaften der eigenen Menschlichkeit.

Manche Menschen geben gerne. Denkst du, dass Menschen, die gerne geben, auch wohlhabend sein müssen? Müssen das Menschen sein, die die vielen Unwetter des Lebens überstanden haben und von der sterblichen Welt desillusioniert sind? Müssen das Menschen sein, die all den Reichtum und die Pracht der Welt genossen haben – und all das durchschaut haben – und schließlich anfingen, den Genuss materieller Dinge mit Gleichgültigkeit zu betrachten? Müssen das Menschen sein, deren Persönlichkeit relativ unbeschwert und großmütig ist? Nein, das müssen nicht solche Menschen sein. Unter den Menschen, die in ihrer Menschlichkeit die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte besitzen, gibt es eine Art Mensch, die ein besonders sparsames Leben führt. Wenn solchen Menschen beim Essen ein Reiskorn herunterfällt, müssen sie es aufheben und essen, da sie den Gedanken nicht ertragen können, es zu verschwenden. Sie verbrauchen nur wenig Wasser, wenn sie sich die Zähne putzen und das Gesicht waschen. Wenn ihre Kleidung alt wird, bringen sie es nicht übers Herz, sie wegzuwerfen; sie waschen sie und ziehen sie weiterhin an. Wenn sie etwas kaufen, wird das sorgfältig geplant und budgetiert, und solange die Qualität akzeptabel ist, kaufen sie billige Dinge. Da diese Art Mensch so sparsam ist, bedeutet das, dass solche Menschen geizig sind? (Nein.) Menschen dieser Art sind besonders sparsam, was sie selbst betrifft, aber wenn es um andere geht, sind sie nicht geizig. Wenn sie zum Beispiel sehen, dass jemand ein schwieriges Leben führt, geben sie dieser Person einige ihrer eigenen Dinge, wie etwa Kleidung oder Haushaltsgeräte. Manche Leute sagen: „Sind diese Leute barmherzige Samariter in Lumpen?“ Aber das trifft es nicht – sie haben einfach das Gefühl, dass andere Leute ziemlich bemitleidenswert sind, also wollen sie ihnen immer helfen. Tatsächlich sind sie selbst weder gut betucht noch wohlhabend, und wenn sie anderen helfen und sie unterstützen, sind sie dabei auf nichts aus. Sie besitzen nun einmal diese Art von Menschlichkeit; sie mögen es, anderen zu helfen, und das ist auch ihr Grundsatz für ihr eigenes Verhalten. Ist das auch eine Eigenschaft der Menschlichkeit? (Ja.) Der grundlegende Grundsatz von Menschen dieser Art für den Umgang mit anderen besteht darin, zu helfen, wenn sie helfen sollten, und Mitgefühl zu zeigen, wenn sie Mitgefühl zeigen sollten. Wenn andere Menschen in Schwierigkeiten stecken, bringen sie diesen Liebe entgegen und helfen ihnen auf praktische Weise; wenn es anderen Leuten an etwas fehlt, geben sie ihnen ihre eigenen Dinge. In ihren Eigenschaften der Menschlichkeit findet sich stets eine solche Bereitschaft; diese Gedanken können jederzeit in ihnen aufsteigen, oder sie können immer den Schmerz jener Menschen in ihrem Umfeld spüren, die Hilfe und Mitgefühl brauchen. Ist hier ihr Gewissen in ihnen am Werk? (Ja.) Eine solche Eigenschaft der Menschlichkeit wird nicht durch die Persönlichkeit bestimmt, sondern beruht auf der Funktion des Gewissens. Dementsprechend besitzen sie diese Mentalität – oder diese Eigenschaft der Menschlichkeit –, anderen helfen zu wollen. Wenn Menschen Hilfe brauchen und sie um Hilfe bitten, empfinden sie nicht nur Mitgefühl, sondern leisten aufrichtige Hilfe; sie tun das bereitwillig, selbst wenn es etwas von ihrer Zeit in Anspruch nimmt und sie diesen Menschen ein paar Dinge geben müssen. Diese Bereitschaft beruht auf jeden Fall zumindest auf der Güte in der Menschlichkeit einer Person. Wenn jemand keine Güte in seiner Menschlichkeit besitzt, besitzt er zum einen nicht die subjektive Bereitschaft, anderen zu helfen, und zum anderen wird er weder Mitgefühl empfinden, wenn er um Hilfe gebeten wird, noch wird er den Menschen aufrichtige Hilfe leisten. Wenn jemand diese Aufrichtigkeit nicht besitzt, wird er nur halbherzig so tun, als ob, und mit dir oberflächlich umgehen. Wegen ihres Ansehens oder der Höflichkeit wegen oder weil sie von einem bestimmten eigenen Interesse angetrieben werden, werden solche Menschen widerwillig ein klein wenig tun; andernfalls fürchten sie, dass sie dir eines Tages unterstellt sein könnten oder dass du ihnen eines Tages von Nutzen sein könntest – sie können sich aus unzähligen Gründen dazu durchringen, dir zu helfen. Jemand, dessen Menschlichkeit jedoch wirklich die Eigenschaft der Güte besitzt, hilft Menschen nicht auf passive Weise, und natürlich tut er das erst recht weder unwillig noch widerwillig; vielmehr wohnt diese Bereitschaft den Eigenschaften seiner Menschlichkeit inne. Solche Menschen leisten anderen bereitwillig, aufrichtig und von sich aus Hilfe. Nehmen wir zum Beispiel an, du brauchst bei etwas ihre Hilfe. Wenn du sie um Hilfe bittest, werden sie großes Mitgefühl für dich empfinden und dir mit großem Enthusiasmus, großer Aufrichtigkeit und großer Bereitschaft aushelfen. Vielleicht betraust du sie damit, etwas für dich zu erledigen oder eine Nachricht für dich weiterzuleiten, oder vielleicht gibt es da einen bestimmten Gegenstand, den du brauchst. Unabhängig davon, welche Art von Hilfe du von ihnen benötigst: Kurz gesagt werden sie mit dieser Angelegenheit aufrichtig, ehrlich, ernsthaft und verantwortungsvoll umgehen.

Menschen, die in ihrer Menschlichkeit die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte besitzen, nehmen es sehr ernst und sind sehr verantwortungsbewusst, wenn andere sie damit betrauen, sich um etwas zu kümmern. Wenn eine solche Person zum Beispiel in die Stadt fährt, um etwas zu erledigen, und jemand anderes sie bittet, ihr beim Kauf von Medikamenten zu helfen, denkt sie beim Kauf bei sich: „Sollte ich westliche Medizin oder chinesische Medizin besorgen? Westliche Medizin wirkt schnell, aber sie reizt den Magen. Vielleicht bekommt er Nebenwirkungen, wenn er sie einnimmt? In diesem Fall werde ich fragen, ob es eine chinesische Medizin gibt, die relativ wirksam ist und den Magen nicht reizt.“ Wie du siehst, wägen sie die Dinge sehr sorgfältig ab. Wenn jemand, der verantwortungsbewusst ist und die Eigenschaft der Güte besitzt, zustimmt, einer anderen Person dabei zu helfen, etwas zu erledigen, wird er ihr auf aufrichtige, ernsthafte und verantwortungsbewusste Weise helfen, die Dinge auszuwählen, die sie braucht. Solche Menschen sind vielleicht nicht so ernsthaft, wenn sie ihre eigenen Angelegenheiten erledigen, und wenn sie für sich selbst einkaufen, kaufen sie einfach das, was recht gut zu sein scheint, aber wenn sie Angelegenheiten für andere erledigen, sind sie besonders aufmerksam und besonders verantwortungsbewusst. Sie denken bei sich: „Da diese Person mich mit dieser Angelegenheit betraut hat, bedeutet das, dass sie eine hohe Meinung von mir hat; ich muss diese Sache gewissenhaft für sie erledigen. Außerdem ist das nichts Schwieriges. Das ist ein Kinderspiel. Ich muss sicherstellen, dass sie mit dem zufrieden ist, was ich tue. Aber ich weiß nicht, welche Art von Medikament für sie richtig ist, und sie muss es so schnell wie möglich kaufen, um ihre Krankheit zu behandeln, also kaufe ich einfach ein bisschen von beidem für sie, sowohl chinesische als auch westliche Medizin.“ Nachdem sie die Medikamente gekauft und zurückgebracht haben, wählt die andere Person das Medikament aus, das zufällig genau die Art von Medikament ist, die sie braucht. Wie du siehst, sind sie mit ganzem Herzen bei dem, was sie tun, und tun es ernsthaft, sodass die Angelegenheit wirklich umfassend erledigt wird. Aber bei jemandem, der verantwortungslos ist und nicht die Eigenschaft der Güte besitzt, ist es so: Wenn du ihn bittest, beim Kauf von Medikamenten zu helfen, wird er auch zustimmen, aber nachdem er in die Apotheke gegangen ist, kauft er einfach wahllos ein Medikament, das zu der Krankheit passt, und kommt dann zurück. Du fragst ihn, wie viel von dem Medikament man jeden Tag einnehmen soll und ob es irgendwelche Gegenanzeigen gibt, und er sagt: „Das weiß ich nicht. Lies die Packungsbeilage selbst. Wie auch immer, ich bin losgegangen und habe das Medikament für dich besorgt.“ Am Ende stellt sich heraus, dass das von ihnen gekaufte westliche Medikament nicht von Menschen eingenommen werden darf, die zu Allergien neigen, was bei dir jedoch genau der Fall ist. Das Medikament wurde also umsonst gekauft, und du musst dich dennoch selbst auf den Weg machen, um ein anderes Medikament zu kaufen. Sie haben es nicht geschafft, die Angelegenheit zu erledigen, und obendrein schuldest du ihnen jetzt auch noch einen Gefallen. Bist du innerlich glücklich? (Nein.) Wie wurde diese Sache erledigt? Sie wurde nicht gut erledigt. Du hast der falschen Person etwas anvertraut; du hast nicht die richtige Person dafür gefunden. Du musst jemanden finden, der Eigenschaften von Menschlichkeit besitzt. Wenn so jemand schwer zu finden ist, musst du, wenn du jemand anderen beauftragst, beim Kauf von Medikamenten zu helfen, dieser Person ein paar weitere Anweisungen geben und die Dinge genau erklären. Wenn du dieser Person, die du beauftragt hast, keine Anweisungen gegeben hast und sie keine Menschlichkeit besitzt, dann wird diese Angelegenheit definitiv nicht gut erledigt werden; mal ganz davon abgesehen, dass du Geld verschwendest, wirst du ihm auch noch einen Gefallen schulden. Wenn du jemanden findest, der Menschlichkeit besitzt, wird er alles in seiner Macht Stehende tun, um diese Sache für dich zu erledigen. Weil er ein aufrichtiges Herz hat und Verantwortung übernehmen kann und in seiner Menschlichkeit die Eigenschaft der Güte besitzt, kann er, wenn er Angelegenheiten für dich erledigt, in deinem Sinne handeln und für dich mitdenken und die Dinge, die du brauchst, zu einem vernünftigen Preis kaufen. Im Gegensatz dazu wird jemand ohne Eigenschaften der Menschlichkeit nur halbherzig bei der Sache sein und oberflächlich mit dir umgehen, wenn er etwas für dich erledigt. Er wird große Reden schwingen, aber bei der Erledigung der Angelegenheit wird er kein einziges Mal nach dem Preis fragen oder sich nach billigeren Angeboten umsehen; er wird einfach wahllos etwas für dich kaufen. Wenn man diese beiden Arten von Menschen nicht vergleicht, scheint es, als ob sie beide in der Lage wären, Dinge zu erledigen. Menschen mit Eigenschaften der Menschlichkeit können dich jedoch zufriedenstellen, wenn sie etwas für dich erledigen. Sie zeigen die Äußerungsformen der Menschlichkeit; sie können deine Bedürfnisse zufriedenstellen und für dich mitdenken. Sie verfügen über diese Art von Aufrichtigkeit. Das beweist, dass sie gütig sind, wahre Menschen sind und es wert sind, dass du ihnen etwas anvertraust. Andererseits wird es jemand ohne Eigenschaften der Menschlichkeit nicht gut erledigen, wenn du ihn mit etwas betraust. Selbst wenn er gelegentlich etwas passabel erledigt, tut er das auf aufrichtige Weise – das ist nur eine Ausnahme. Du sagst: „Das Medikament war echt gut. Mir ging es schon kurz nach der Einnahme besser.“ Es wäre in Ordnung gewesen, wenn du das nicht gesagt hättest, aber jetzt, wo du ihm das gesagt hast, bist du ihm nur noch mehr zu Dank verpflichtet. Es ist offensichtlich, dass er losgegangen ist, um etwas für sich selbst zu erledigen, und dennoch muss er dir sagen: „Siehst du? Ich habe mich nur für dich extra auf den Weg gemacht.“ Er wird dich um einen Gefallen bitten, und du wirst diese geringfügige Dankesschuld für den Rest deines Lebens nicht abbezahlen können; du wurdest im Grunde von einem bösen Dämon in die Falle gelockt. Jemand mit Menschlichkeit wird dich jedoch nicht um Gefälligkeiten bitten, egal wie gut er eine Angelegenheit für dich erledigt hat. Wenn du ihm deinen Dank aussprichst, sagt er: „Das war nichts Besonderes. Es lag auf meinem Weg.“ Wie du siehst, sagen solche Menschen nur die Wahrheit. Eigentlich haben sie bereits großartige Arbeit geleistet und dir sehr geholfen. Selbst die Menschen, die dir am nächsten stehen, würden dich vielleicht nicht so behandeln, aber eine Person mit Eigenschaften der Menschlichkeit kann tun, was selbst deine Liebsten nicht können. Solche Menschen erledigen die Angelegenheit wirklich gut und wollen keinerlei Gegenleistung. Du hast immer das Gefühl, ihnen einen Gefallen zu schulden, also gibst du ihnen von Zeit zu Zeit etwas Obst oder etwas anderes, und du denkst immer an sie, wenn sich etwas Gutes ergibt. Aber sie betrachten das in ihrem Kopf nicht als eine große Sache; sie haben das Gefühl, dass es praktisch keine Mühe von ihrer Seite erforderte, dir dabei zu helfen, etwas zu erledigen, und dass es ganz normal war, dass sie das getan haben. Sie sagen dir zudem, dass sie dir auch in Zukunft helfen werden, wenn es etwas gibt, bei dem du Hilfe brauchst. Siehst du? Gibt es nicht Unterschiede zwischen den Menschen? (Ja, die gibt es.) Lass dir Folgendes gesagt sein: Menschen mit Menschlichkeit besitzen die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte, und solche Menschen sind in jeder Situation die verlässlichsten. Nur solche Menschen sind vertrauenswürdig, weil sie Grenzen in ihrem Handeln ziehen. Der Grund dafür, dass sie Grenzen in ihrem Handeln ziehen, ist, dass sie solche Eigenschaften der Menschlichkeit wie Aufrichtigkeit und Güte besitzen.

Wenn es um Menschen geht, die keine Eigenschaften der Menschlichkeit haben: Selbst wenn es sich um jemanden handelt, den du nie beleidigt hast, sobald du etwas tust, das die Interessen dieser Person berührt, wird sie nach einer Gelegenheit suchen, sich an dir zu rächen. Im Gegensatz dazu wird jemand, der Eigenschaften der Menschlichkeit besitzt, selbst wenn du ihn zuvor verletzt oder gar seine Interessen geschädigt hast, dich auf keinen Fall hassen oder sich an dir rächen. Selbst wenn er dir gegenüber schroff ist, wenn er mit dir spricht, oder seine Worte ein bisschen harsch klingen, oder er dir eine kleine Standpauke hält, sind das normale Äußerungsformen, die der Menschlichkeit entstammen – sie werden definitiv nicht endlos versuchen, Rache zu üben, oder dich ewig hassen, wie es ein böser Mensch tun würde. Worauf begründet sich das? Auf der Grenze, die sie in ihrem Verhalten gezogen haben. Gerade weil sie Gewissen und Vernunft haben und in ihrer Menschlichkeit die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte besitzen, werden sie in ihrem Verhalten niemals ihre Grenze überschreiten. Wenn jemand sie beleidigt, wird ihr Gewissen, selbst wenn sie sich rächen wollen, das absolut nicht zulassen. Wenn sie wütend sind, werden sie einfach ein paar zornige Worte sagen, um ihrem Ärger ein wenig Luft zu machen, und damit hat es sich – sie werden definitiv nichts tun, um sich zu rächen. Das ist die Eigenschaft einer Person mit Menschlichkeit. Wie du siehst: Selbst wenn manche Menschen nicht beleidigt wurden, wollen sie andere dennoch quälen; sie wollen mit ihnen wetteifern und streiten und überlegen immer, wie sie hinter ihrem Rücken gegen sie Pläne schmieden können. Auch das ist eine Eigenschaft der Menschlichkeit – es ist die Eigenschaft, die böse Dämonen und böse Teufel in ihrer Menschlichkeit haben. Im Gegensatz dazu kann jemand, der in seiner Menschlichkeit die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte besitzt, es nicht über sich bringen, andere zu quälen. Wenn solche Menschen so etwas tun würden, würde ihr Gewissen ihnen Vorwürfe machen und sie disziplinieren. Selbst wenn Gott sie nicht diszipliniert, der Heilige Geist ihnen keine Vorwürfe macht und die Brüder und Schwestern ihnen keine Vorwürfe machen, hält ihr Gewissen sie im Zaum. Wenn ein Mensch von seinem Gewissen zurückgehalten wird, geht er in seinen Handlungen nicht zu weit und hat eine Grenze für das, was er tut, gezogen. Selbst wenn du ihn beleidigst, ihn verletzt oder gar etwas tust, das zu weit geht, wird er die Sache nicht mit dir ausfechten wollen. Im schlimmsten Fall wird er dich einfach meiden und ignorieren und keinen Umgang mit dir haben und nicht mit dir interagieren oder arbeiten. Aber er wird dir definitiv keinen Schaden zufügen oder versuchen, dich fertigzumachen; er wird nicht hinter deinem Rücken gegen dich intrigieren oder irgendwelche Taktiken anwenden, um dich in eine Falle zu locken – er wird solche Dinge definitiv nicht tun. Schaut euch an, welche der Menschen um euch herum Menschen dieser Art sind – das sind gute Menschen von höchster Qualität. Du kannst im Umgang mit ihnen absolut beruhigt sein. Selbst wenn du sie so sehr verletzt, dass sie völlig am Boden zerstört sind, werden sie dich höchstens innerlich hassen, dich nicht mehr beachten wollen und niemals mit dir befreundet sein, aber sie werden weder Pläne gegen dich schmieden noch nach einer Gelegenheit suchen, sich an dir zu rächen, geschweige denn sagen: „Für einen Ehrenmann ist es nie zu spät, Rache zu nehmen.“ Das ist wahre Aufrichtigkeit und Güte. In der Lage zu sein, das zu erreichen, ist definitiv nicht etwas, das vorgetäuscht werden kann; das ist eine wahre Eigenschaft der Menschlichkeit. Nur ein Mensch, der Eigenschaften der Menschlichkeit besitzt, wird in seinem Verhalten die korrekten Grundsätze haben und die korrekten Grenzen ziehen. Wenn du mit ihm interagierst und umgehst, wirst du in der Lage sein, sowohl diese Verhaltensweisen und Äußerungsformen bei ihm zu sehen als auch diese natürlichen Offenbarungen seiner Menschlichkeit.

Da die Einstufungen der Menschen unterschiedlich sind, fallen auch ihre Reaktionen auf verschiedene Dinge unterschiedlich aus. Siehst du? Wenn jene bösen Menschen, jene, die Reinkarnationen von Teufeln sind, andere ausnutzen und jemand sie entlarvt, was ist dann ihre Reaktion? Sie werden sagen: „Wer nutzt andere denn nicht aus? Sind Vorteile nicht dazu da, dass man sie ergreift? Was ist schon dabei, sich einen kleinen Vorteil zu verschaffen? Wenn sich einem ein Vorteil bietet und man ihn nicht nutzt, ist man dann nicht ein Dummkopf und ein Esel?“ Das ist die Logik eines Banditen. Solche Menschen sind in ihrem Herzen ihrem Gewissen gegenüber taub, sie haben kein Schamgefühl und empfinden keine Scham. Weil sie kein Gewissen haben, haben sie keinen Maßstab dafür, das Ausnutzen anderer Menschen zu beurteilen. Ihr Grundsatz ist, dass Vorteile dazu da sind, ergriffen zu werden, und sobald du sie ergriffen hast, gehören sie dir. Sie nicht zu ergreifen, wäre eine Verschwendung und macht dich zu einem Dummkopf. Ist das nicht die Logik eines Banditen? Und wie betrachten Menschen, die Reinkarnationen von Tieren sind, das Ausnutzen anderer Menschen? Was denken sie, wenn du ihnen sagst: „Du nutzt hier gerade jemanden aus – es ist nicht gut, andere Menschen auszunutzen, und es ist nicht gut, ihnen etwas schuldig zu sein“? Sie denken bei sich: „Dieser Vorteil gehört mir. Ich schulde diesen Leuten nichts, wenn ich sie ausnutze. Was ist falsch daran, sich einen Vorteil zu verschaffen? Andere ausnutzen zu können, ist eine Fähigkeit; wenn du diese Fähigkeit nicht besitzt, wirst du das Nachsehen haben.“ Das ist die Logik eines Schurken. Solche Menschen kennen keine Grenzen, haben kein Schamgefühl und empfinden keine Scham, geschweige denn, dass sie irgendwelche Gewissensbisse verspüren. Sie haben keinen Maßstab, um irgendetwas zu beurteilen. Selbst wenn du ihnen sagst, was der korrekte Maßstab ist, betrachten sie diesen nicht als Maßstab und wissen nicht, dass dieser Maßstab korrekt ist. Ihnen fehlt die Rationalität eines normalen Menschen, und sie können nicht unterscheiden, was korrekt und was inkorrekt ist. Sie verbringen ihre Tage in einem benebelten Zustand; nichts, was man sagt, kann ihnen darüber Klarheit verschaffen oder sie dazu bringen, es zu verstehen. Sie sind schlicht und einfach wirrköpfige Menschen. Menschen mit Gewissen und Vernunft besitzen jedoch Eigenschaften der Menschlichkeit. Wenn sie unbeabsichtigt jemanden ausnutzen und du sie darauf hinweist, werden sie innerlich unruhig und äußerlich rot vor Scham: „Habe ich diese Person ausgenutzt? Wie konnte ich das nicht bemerken? Und dann noch von jemand anderem darauf hingewiesen zu werden – wie peinlich!“ Sie werden sagen: „Es spielt keine Rolle, wie sehr ich sie ausgenutzt habe, ich muss ihr das vollständig vergelten – ich könnte sogar noch ein paar Zinsen drauflegen.“ Sie müssen einen Weg finden, die Situation zum Guten zu wenden. Sie wollen keinen Ruf haben, der besagt, dass sie gerne andere ausnutzen. So ein Ruf wäre eine absolute Schande für sie. Sobald also jemand tatsächlich auf ihr Problem hinweist, werden sie nicht versuchen, sich zu rechtfertigen – sie werden nicht sagen: „Ich habe diese Person nicht ausgenutzt, und das wollte ich auch nicht.“ Sie werden nicht versuchen, sich mit einer solchen Schurkenlogik zu verteidigen und sich zu rechtfertigen. Weil sie ein Element von Aufrichtigkeit in sich tragen, werden sie sich jeder Sache auf korrekte Weise stellen, sobald sie jemand anspricht, alles ihnen Mögliche tun, um es wiedergutzumachen und die andere Partei zu entschädigen, und solche Dinge nie wieder tun; und falls doch, werden sie sich selbst eine Ohrfeige geben. Sie empfinden es als zutiefst beschämend, wenn das, was sie getan haben, von jemandem entlarvt wird und die Leute sie dann hinter ihrem Rücken kritisieren und sie persönlich ausschimpfen. Sie wissen nicht, wohin mit ihrer Scham, und wünschten, sie könnten im Erdboden versinken; ihnen wäre es lieber gewesen, wenn sie ihr Leben ohne eine solche Sache verbracht hätten. Weil sie ein Gewissen haben, empfinden sie Scham in ihren Herzen, nachdem sie andere ausgenutzt haben. Die Sache ist ihnen zu peinlich, um sich dafür zu rechtfertigen; sie halten das, was sie getan haben, für zu beschämend, und so sind sie sprachlos und können nichts zu ihrer Verteidigung sagen; sie wollen nichts anderes, als die andere Partei zu entschädigen. Solche Menschen unterscheiden sich von bösen Menschen und Teufeln. Ganz gleich, wie beschämend die Dinge sind, die Teufel tun, sie empfinden keine Scham. Wenn Menschen mit Eigenschaften der Menschlichkeit von solchen Dingen hören, werden sie sofort rot vor Scham: „So viele Leute wissen davon; wie demütigend!“ Sie sind verlegen und fühlen sich aufs Äußerste blamiert, und in ihren Herzen fühlen sie sich enorm betrübt und unwohl. Wie du siehst, haben Menschen unterschiedlicher Einstufung tief in ihren Herzen unterschiedliche Ansichten und Haltungen zu derselben Angelegenheit. Aufgrund von Unterschieden in den Eigenschaften ihrer Menschlichkeit haben verschiedene Arten von Menschen unterschiedliche Haltungen zu derselben Angelegenheit. Wenn jemand Scham empfindet, beweist das, dass er auch Schamgefühl hat, was wiederum beweist, dass er Eigenschaften der Menschlichkeit besitzt. Umgekehrt gilt: Wenn jemand kein Schamgefühl hat und nach dem Begehen einer bösen oder beschämenden Tat versucht, sich zu seiner eigenen Verteidigung zu rechtfertigen, oder sich sogar weigert, zuzugeben, was er getan hat, und sich dumm stellt, ist diese Person ein Mensch ohne Eigenschaften der Menschlichkeit. Menschen, die keine Eigenschaften der Menschlichkeit haben, sind auf jeden Fall zumindest keine aufrichtigen und gütigen Menschen; sie haben keine Menschlichkeit und keine Vernunft und sind es nicht wert, Menschen genannt zu werden. Wenn böse Menschen und Teufel schlechte Dinge tun und böse Taten begehen und ihre Feinde mit dem Finger auf sie zeigen und sie beschimpfen, schimpfen sie geradewegs zurück und fühlen sich vollkommen im Recht, das zu tun. Sie tun sogar ihr Möglichstes, um sich selbst zu rechtfertigen und zu verteidigen, indem sie verquere Logik als stichhaltig ausgeben, unverschämt daherreden und unaufhörlich plappern – Vernunft kann einfach nicht zu ihnen durchdringen und sie sind völlig schamlos! Was Menschen betrifft, die die Reinkarnationen von Tieren sind: Wenn sie andere Menschen ausnutzen und dafür kritisiert werden, fühlen sie sich innerlich ungerecht behandelt, und auch sie tun alles Mögliche, um Ausreden und Gründe vorzubringen. Wenn sie sich rechtfertigen, sind sie sehr zungenfertig und reden ohne Ende weiter, und genau wie böse Menschen empfinden auch sie keine Scham. Da sie Tiere sind, die sich ihres Gewissens nicht bewusst sind, ihre Tage in einem benebelten Zustand verbringen und in keiner Angelegenheit Richtig von Falsch unterscheiden können, fehlt ihnen daher jegliches Bewusstsein, wenn es um Dinge dieser Art geht; sie bringen ein paar fadenscheinige Ausreden vor, um zu versuchen, das, was sie getan haben, zu beschönigen, und dann halten sie die Sache für erledigt. Sie denken nicht, dass das ein Problem mit ihrem Verhalten ist; sie denken, solange sie genug Ausreden vorbringen und Gründe liefern, können sie sich der Verantwortung entziehen und niemand wird von dem erfahren, was sie getan haben. Sie täuschen sich selbst und denken bei sich: „Die Sache ist schon erledigt. Ich habe so etwas nie getan; ich habe diesen Fehler nie gemacht. Denkt nicht, ich sei ein schlechter Mensch. Ich bin jedenfalls niemand, der andere ausnutzt. Schaut euch an, wie gutherzig und gütig ich bin und wie viel Verständnis ich für andere habe!“ Wie du siehst, ist das jemand, der wirrköpfig ist. Nur Menschen, die Eigenschaften der Menschlichkeit besitzen, sind besonders sensibel für Themen wie diese, Themen, die die Würde betreffen. Selbst wenn niemand weiß, was sie getan haben, werden sie sich innerlich unwohl und schuldig fühlen, wenn sie es selbst erkennen, und sogar das Gefühl haben, die Leute würden sie beobachten. Wenn ein paar Leute, die sie recht gut kennen, tatsächlich herausfinden, was sie getan haben, werden sie sich noch unwohler fühlen und sich zu sehr schämen, um zu versuchen, sich dafür zu rechtfertigen. Sie werden alles in ihrer Macht Stehende tun, um es schnell wiedergutzumachen, und werden so etwas nie wieder tun, da sie es als viel zu peinlich empfinden! Das sind die verschiedenen Äußerungsformen von Menschen der drei Einstufungen in derselben Angelegenheit.

Wir haben gerade erwähnt, dass Menschen mit Eigenschaften der Menschlichkeit in der Regel Grundsätze dafür haben, wie sie andere behandeln. Wenn sie über die Situation von jemandem berichten oder darüber Auskunft geben oder wenn sie jemanden beurteilen, können sie diese Person gemäß ihrer aufrichtigen und gütigen Menschlichkeit betrachten und behandeln. Selbst wenn sie die Wahrheit nicht verstehen, haben sie dennoch einige grundlegende Grenzen. Sie werden zum Beispiel einen durchschnittlichen Menschen wie folgt bewerten: „Er hat nichts Schlechtes getan. Er führt ein anständiges Leben. Er ist ein gewöhnlicher Mensch in der Welt und kann als ein argloser Mensch betrachtet werden.“ Wie du siehst, werden sie einen durchschnittlichen Menschen auf der Grundlage ihres eigenen Gewissens korrekt bewerten. Sie können sogar jene Menschen korrekt behandeln und bewerten, die sie in der Vergangenheit beleidigt, verletzt oder die ihren Interessen geschadet haben. Das offenbart umso mehr die Eigenschaften von Aufrichtigkeit und Güte, die diese Menschen in ihrer Menschlichkeit besitzen. Das heißt, sie können einen durchschnittlichen Menschen korrekt bewerten – wenn jemand gut ist, ist er gut, und wenn er nicht gut ist, dann bezeichnen sie ihn auch entsprechend. Wenn sie aufgefordert werden, zu lügen, können sie das nicht; sie haben das Gefühl, dass es gegen ihren Willen verstoßen würde. Sie sagen es einfach, wie es ist, und nennen die Dinge beim Namen. Sie können sich auch gegenüber Menschen, die sie beleidigt haben, gemäß diesem Grundsatz verhalten. Selbst wenn es jemanden gibt, den sie nicht mögen oder den sie abstoßend finden: Wenn von ihnen verlangt wird, Bericht über diese Person zu erstatten oder sie zu bewerten, beziehen sie lieber keine Stellung und sagen: „Ich fürchte, dass meine Bewertung dieser Person nicht objektiv ausfallen würde, weil ich eine persönliche Animosität gegen sie habe und Groll gegen sie hege, also enthalte ich mich. Ihr könnt sie aufgrund der Bewertungen aller anderen beurteilen.“ Das können Menschen mit Eigenschaften der Menschlichkeit im Grunde erreichen. Vor allem wenn jemand mit Status andere immer noch fair behandeln kann, offenbart das die Eigenschaften seiner Menschlichkeit umso mehr. An der Art und Weise, wie solche Menschen andere behandeln, wenn sie Status haben, können die Leute wirklich klar erkennen, ob sie die Eigenschaften der Aufrichtigkeit und Güte in ihrer Menschlichkeit besitzen. Wenn jemand keinen Status hat, scheint er in der Lage zu sein, andere fair zu behandeln, und seine Bewertungen dieser Leute sind relativ objektiv. Das an sich mag noch nichts bedeuten – schaut darauf, wie sie die Leute behandeln, von denen sie beleidigt oder verletzt wurden, wenn sie Status haben, und wie sie die Leute behandeln, von denen sie zuvor ausgegrenzt oder sogar absichtlich unterdrückt wurden. Weil Menschen, die wirklich Eigenschaften der Menschlichkeit haben, Aufrichtigkeit und Güte in ihrer Menschlichkeit aufweisen, können sie, wenn sie Status haben, auch die Leute, von denen sie in der Vergangenheit beleidigt, verletzt oder sogar absichtlich unterdrückt wurden, korrekt behandeln. Es mag sein, dass sie die Menschen nicht ganz genau nach den Wahrheitsgrundsätzen behandeln können, wenn sie die Wahrheit nicht verstehen, aber sie haben auch ihre eigenen Grenzen und Grundsätze dafür, wie sie Menschen behandeln. Wenn zum Beispiel in der Kirche die anderen Brüder und Schwestern eine bestimmte Person als Kandidaten zum Leiter oder als Leiter wählen und diese Person zufällig jemand ist, der sie schon einmal beleidigt hat, werden solche Leute die Wahl definitiv nicht absichtlich stören oder behindern, wenn sie sehen, dass die Brüder und Schwestern alle sagen, diese Person sei nicht schlecht und habe sich verändert. Es mag sein, dass sie diese Person persönlich nicht besonders mögen, aber wenn das Haus Gottes diese Person einsetzt und die Brüder und Schwestern sie wählen, werden sie, unter Umständen, in denen sie diese Person noch nicht völlig durchschaut haben, alles strikt nach Vorschrift handhaben und entsprechend der Grundsätze handeln. Sie werden diese Person definitiv nicht unfair behandeln, weil sie eine persönliche Animosität gegen sie haben, und sie werden sie auch nicht absichtlich herumschubsen oder quälen. Gelegentlich – unter besonderen Umständen – könnten sie sie aufgrund ihrer verdorbenen Dispositionen oder der Schwäche ihrer Menschlichkeit verbal mit Worten schikanieren, die nicht gesagt werden sollten, denn jeder Mensch hat verdorbene Dispositionen und niemand ist makellos. Sie können jedoch grundlegende Grundsätze wahren; das heißt, sie werden Menschen, denen sie feindlich gegenüberstehen, weder drangsalieren noch unterdrücken noch sich an ihnen rächen, nur weil sie selbst Status haben. Wenn das hier und da doch einmal geschieht, wird ihnen ihr Gewissen hinterher Vorwürfe machen und ihnen sagen: „Es war falsch von dir, das zu tun. Da du jetzt Status hast, hast du deine Macht missbraucht, um dich an diesen Leuten zu rächen – das ist unangemessen!“ Sie werden über sich selbst nachdenken, ihr Gewissen wird ihnen Vorwürfe machen, und obendrein wird ihre Vernunft sie davon abhalten, andere Menschen zu unterdrücken und sich an anderen zu rächen, ihr Verhalten regulieren und sie auch ständig erinnern: „Das ist unangemessen.“ Daher werden sie ihre Worte mit Bedacht wählen und bei den Dingen, die sie tun, nicht über die Stränge schlagen. Das sind einige grundlegende Äußerungsformen von Menschen mit dem Gewissen und der Vernunft einer normalen Menschlichkeit in Bezug darauf, wie sie andere Leute behandeln. Selbst wenn sie vorübergehend ihrer Laune nachgeben wollen und Leute ins Fadenkreuz nehmen, gegen die sie einen Groll hegen oder die ihnen in der Vergangenheit geschadet haben, und selbst wenn andere Leute das für völlig vernünftig halten würden, wenn sie sich jetzt rächen sollten, sind sie immer noch besonnen in ihren Handlungen und haben eine Grenze, die sie absolut nicht überschreiten werden. Wenn sie ihre Grenze überschreiten und sich zügellos rächen könnten, wären sie keine Menschen, die die Eigenschaften von Aufrichtigkeit und Güte in ihrer Menschlichkeit besitzen. Gerade weil sie die Schwächen der Menschlichkeit haben und sich in ihrem Leben von einer normalen Menschlichkeit leiten lassen, empfinden auch sie Hass und Wut auf diejenigen, von denen sie verletzt wurden, und wollen sich auch an diesen Leuten rächen. Weil jedoch ihre Menschlichkeit die Eigenschaften von Aufrichtigkeit und Güte besitzt und sie von ihrem Gewissen und ihrer Vernunft zurückgehalten und reguliert werden, werden sie, wenn sie sich an jemandem rächen wollen, von ihrem Gewissen gemaßregelt und von ihrer Vernunft kontrolliert und denken bei sich: „Vergiss es. Das wäre unangemessen. Was diese Person in der Vergangenheit getan hat, hat mich nicht wirklich verletzt, und selbst wenn ich mich jetzt an ihr räche, wird das keine Probleme lösen.“ Sie werden rationale Mittel anwenden, um sich unter Kontrolle zu bringen und sich im Zaum zu halten, während sie sich auch selbst überzeugen und sich zur Vernunft bringen. Wenn sie zudem auch noch einige Wahrheiten verstehen, dann wird ihr Verhalten in dieser Hinsicht noch besser werden und noch mehr den Wahrheitsgrundsätzen entsprechen. Kurz gesagt: Wenn es darum geht, wie sie andere behandeln, werden sie von Zeit zu Zeit die Eigenschaften von Aufrichtigkeit und Güte in ihrer Menschlichkeit offenbaren und oftmals einige Gedanken und Verhaltensweisen offenbaren, die von den Eigenschaften der Menschlichkeit geleitet sind. Man hört sie oft sagen: „Vergiss es. Wenn ich mich auf ihr Niveau herablassen würde, wäre ich dann nicht genauso wie diese Person? Außerdem ist das, was passiert ist, Vergangenheit. Wir sind alle Erwachsene – hat es irgendeinen Sinn, es ihr mit gleicher Münze heimzuzahlen?“ Sie werden einige Gedanken und Ansichten haben, die den Eigenschaften der Menschlichkeit entstammen, um sich im Zaum zu halten. Natürlich ist auch der Fall, dass die Gedanken und Ansichten, die unter Leitung ihres Gewissens und ihrer Vernunft entstehen, ihre Worte und Handlungen ständig regulieren, zurückhalten, kontrollieren und zügeln. Danach werden die Gedanken daran, sich an anderen Leuten, die die Grenzen der Vernunft überschreiten, zu rächen, in ihren Herzen immer schwächer werden. Unter der ständigen Korrektur durch Gewissen und Vernunft, gepaart mit dem Streben nach der Wahrheit und der zunehmenden Reife mit zunehmendem Alter, werden die Gedanken und Handlungen derjenigen, die in ihrer Menschlichkeit solche Eigenschaften wie Aufrichtigkeit und Güte besitzen – während diese Menschen nach der Wahrheit streben –, zunehmend zum Positiven tendieren, zunehmend den Wahrheitsgrundsätzen entsprechen und zunehmend reguliert werden. Das heißt, dass die Menschen durch diesen Prozess allmählich Hass und Groll loslassen werden sowie verschiedene persönliche Probleme, die durch ihre eigene engstirnige Denkweise hervorgerufen wurden. Wenn man lediglich von Gewissen und Vernunft beherrscht und zurückgehalten wird, ist man nur in der Lage, Hass und Groll loszulassen, und man sagt einfach: „Vergiss es, das ist Schnee von gestern.“ Aber wenn man nach der Wahrheit streben und die Wahrheit verstehen kann, wird man nicht darauf beschränkt sein, einfach nur loszulassen, die Dinge auf sich beruhen zu lassen und damit abzuschließen; stattdessen wird man in der Lage sein, die Wahrheitsgrundsätze anzuwenden und, angetrieben von Gewissen und Vernunft, auf korrektere Weise zu leben und solche Angelegenheiten auf die Art und Weise zu handhaben und Menschen, gegen die man verschiedene Grollgefühle hegte, so zu behandeln, wie Gott es lehrt. Wenn man also grundlegende Grundsätze dafür hat, wie man andere behandelt, und auf dieser Grundlage auch die Wahrheit versteht, kann man allmählich in die Wahrheitsrealität eintreten und es schließlich schaffen, nach den Wahrheitsgrundsätzen zu praktizieren.

Die Grundsätze, nach denen sich Menschen mit Gewissen und Vernunft in ihrem Umgang mit anderen richten, werden durch die Eigenschaften von Aufrichtigkeit und Güte in ihrer Menschlichkeit im Zaum gehalten. Menschen, die diese Eigenschaften von Aufrichtigkeit und Güte in ihrer Menschlichkeit nicht besitzen, haben demnach keine Grundsätze für den Umgang mit anderen Leuten. Wie du siehst, wirken einige Leute sehr fügsam, wenn sie keinen Status haben und jemand sie verletzt oder auf sie herabsieht und sie nicht in der Lage sind, sich zu rächen, alsob sie sich sehr großmütig verhalten würden. Du könntest denken, dass sie ziemlich gute Menschen seien, und wirst nie erlebt haben, dass sie sich an jemandem rächen, der sie beleidigt hat, aber dadurch kann nicht bestimmt werden, welche Attribute ihre Menschlichkeit tatsächlich besitzt. Du solltest dir ansehen, wie sie Menschen behandeln – ob sie Menschen fair behandeln können, ob sie sich in ihrem Verhalten gegenüber Menschen, von denen sie in der Vergangenheit beleidigt wurden, von Gewissen und Vernunft leiten lassen können und ob sie Grundsätze für den Umgang mit Menschen haben können –, wenn sie Status haben, kontrollieren können, worüber die Leute reden, und Entscheidungsträger sind. Das zeigt dir, zu welcher Kategorie jemand tatsächlich gehört. Wenn Menschen ohne Eigenschaften der Menschlichkeit keinen Status haben, geben sie vor, jemand mit sehr gutem Benehmen zu sein. Wenn sie nicht in der Lage sind, sich an anderen zu rächen, wagen sie es nicht, sich darum zu bemühen, aber in ihren Herzen merken sie sich jede Kränkung. Ihre Gedanken sind voller Hass, Rachegelüste und Methoden, um Menschen zu quälen und gegen sie zu intrigieren. Sie lauern auf ihre Gelegenheit und suchen nach Möglichkeiten, sich zu rächen, und warten auf den Niedergang der Menschen, von denen sie in der Vergangenheit beleidigt wurden. Wenn sie einmal Status erlangt und diesen Status gefestigt haben, ist ihre Haltung gegenüber denjenigen, von denen sie in der Vergangenheit beleidigt wurden oder mit denen sie im Konflikt stehen, völlig anders als die Haltung, die Menschen mit Gewissen und Vernunft hätten. Sie können nicht anders, als sich zu rächen, und werden sich den Kopf über Methoden zerbrechen, das zu tun. Sie werden definitiv weder ihren Hass noch jeglichen Groll loslassen. Sie werden definitiv nicht so sein wie Menschen mit Eigenschaften der Menschlichkeit, die sagen würden: „Vergiss es. Es sind so viele Jahre vergangen. Ich komme ganz gut zurecht, und was diese Person getan hat, hat mich nicht wirklich verletzt. Außerdem: Was würde Rache schon bringen?“ Sie werden definitiv nicht sagen „Vergiss es“; in ihrem Herzen werden sie genau Buch führen. Wenn sie Status haben, sagen sie bei sich: „Dachtest du, ich hätte meinen Hass vergessen? Du hast mich früher beleidigt, verletzt und unterdrückt – dachtest du, das sei einfach Schnee von gestern? Niemals! Ich habe jetzt Status; die Dinge sind anders als zuvor – wie könnte ich mich da nicht an dir rächen? Ich werde die Macht, die ich habe, ausnutzen, um dir zu zeigen, wozu ich in der Lage bin, um dich wissen zu lassen, dass ich kein gewöhnlicher Mensch bin!“ Ihre innere Welt ist voller Hass, und ihre Gedanken sind voller Methoden, sich zu rächen und eine Niederlage in einen Sieg zu verwandeln, in dem Versuch, es so einzurichten, dass niemand vergisst, wie furchteinflößend und imposant sie sind, und dass die Leute sie nicht mehr wie früher herumschubsen, sondern sie stattdessen fürchten. Siehst du? Unterscheidet sich ein Mensch dieser Art nicht von jemandem mit Eigenschaften der Menschlichkeit? (Ja.) Worüber grübeln sie ständig in ihrem Kopf nach? Sie denken bei sich: „Ich werde dir zeigen, wie furchteinflößend ich bin. Ich werde dir zeigen, dass mit mir nicht zu spaßen ist. Ich werde dafür sorgen, dass du Angst bekommst, wenn du mich siehst, und dass du es nie wieder wagst, mich herumzuschubsen!“ Sagt Mir: Glaubt ihr, dass sie diese Gedanken in die Tat umsetzen können? (Ja.) Das können sie ganz gewiss. Ihr Herz ist voller Hass, und obendrein ist ihre Einstufung die eines Teufels, und sie haben keinen Maßstab, an dem sie messen könnten, ob es richtig oder falsch ist, so zu denken. Wenn sie solche Gedanken haben, haben sie kein Gewissen und keine Vernunft, um diese zurückzuhalten – sie kann nichts und niemand zurückhalten oder regulieren. Während diese niederträchtigen, bösartigen Dinge in ihnen ständig heranwachsen und übersprudeln, schmieden sie auch ununterbrochen Pläne und suchen nach Gelegenheiten, um zu tun, was sie tun wollen. Jetzt haben sie Status – ihre Gelegenheit ist endlich gekommen. Sagt Mir: Glaubt ihr, dass sie einlenken werden? Sie werden definitiv nicht einlenken. Sie werden diese Gelegenheit nutzen und die Macht, die sie jetzt haben, benutzen, um all ihre Ideen zu verwirklichen, um diejenigen, von denen sie in der Vergangenheit verletzt wurden, und ihre Feinde dazu zu bringen, sie zu fürchten, indem sie ihnen allen zeigen, wie kompetent und fähig sie sind. Dadurch werden all diese Menschen sie in deren Herzen bewundern, und es wird dafür sorgen, dass sie Status in deren Herzen haben. Als Nächstes werden sie diese Leute blamieren und sie mit Worten und Taten unterdrücken und drangsalieren. Sie werden schauen, wer sie in der Vergangenheit beleidigt hat, und bei sich denken: „Ich muss diese Person zum Predigen des Evangeliums an den beschwerlichsten und gefährlichsten Ort schicken, den es gibt. Wenn sie nicht gehen will, werde ich sie zurechtstutzen. Wenn sie danach immer noch nicht geht, werde ich sie in Verruf bringen und ausschließen! Und jedem, der für sie eintritt, wird das gleiche Schicksal blühen!“ Einige Leute, von denen sie in der Vergangenheit beleidigt wurden, wurden inzwischen zwar zu Leitern gewählt, sind aber immer noch ihre Untergebenen. Sie denken bei sich: „Welche Predigt kann ich halten, um ihr Ansehen völlig zunichtezumachen? Wenn sie sich gut benehmen und in allen Angelegenheiten auf mich hören, werde ich mit ihnen einen Neuanfang machen. Aber wenn sie ungehorsam sind, mich abstoßend finden und unzufrieden mit mir sind und sogar meine Probleme melden wollen, werde ich ihnen eine Lektion erteilen! Ich werde alles Erdenkliche tun, um die Brüder und Schwestern dazu zu bringen, sie abzusetzen und zu entlassen, und es so einrichten, dass sie das Blatt niemals wenden können! Ich werde sie auf einen Bauernhof schicken, um das Land zu bestellen oder Schweine zu züchten. Wenn sie immer noch nicht hören, werde ich sie zur Ausführung ihrer Pflicht an den gefährlichsten Ort schicken, den es gibt, wo sie jederzeit von der Polizei verhaftet werden könnten!“ Allein schon solche Gedanken zu hegen, ist bereits sehr schwerwiegend; das ist bereits eine Grenzüberschreitung. Dass sie solche Gedanken haben können, beweist bereits, dass sie nicht wirklich Gewissen oder Vernunft haben. Und wenn sie diese Dinge tatsächlich tun können, dann tragen sie auch das Element einer dämonischen Natur in sich – davon, dass sie weder Gewissen noch Vernunft haben, ganz zu schweigen. In ihrem Herzen findet sich nicht nur keine Menschlichkeit, es enthält auch eine dämonische Natur. Sind solche Menschen nicht Teufel? Wenn eine Person dieser Art keinen Status hat, ist sie ziemlich gut darin, sich zu verstellen und Dinge zu ertragen. Solche Leute sind Meister darin, „auf Reisig zu schlafen und Galle zu lecken“. Sie haben aus den Redewendungen „Für einen Ehrenmann ist es nie zu spät, Rache zu nehmen“, „Solange man am Leben ist, hat man eine Chance“ und „Das Herz eines Premierministers ist groß genug, dass ein Boot darin segeln kann“ Lektionen gezogen. Sie haben sich bis jetzt verstellt, und nun wird schließlich ihr wahres Gesicht enthüllt. Was für elende Kreaturen sind solche Leute? Sie sind keine Menschen, sie sind Teufel. Na los, schau dir an, welche Leute sich gut benehmen, wenn sie keinen Status haben, aber sobald sie Status bekommen, sofort wie ausgewechselt erscheinen. Sie erkundigen sich schnell danach, wo all die Leute, von denen sie beleidigt wurden, sind, wie es ihnen geht und welche Pflichten sie derzeit tun. Dann suchen sie nach Gelegenheiten, eine Konfrontation mit diesen Leuten in die Wege zu leiten und deren Probleme unverhältnismäßig aufzubauschen, und sie drangsalieren diese Leute so lange, bis sie hörig werden und sich ihnen ergeben, woraufhin sie glauben, dass die Arbeit der Kirche gut erledigt wurde. Solche Leute sind böse Dämonen und müssen so schnell wie möglich entlassen werden. Wenn sie nicht entlassen werden, werden du und alle anderen darunter leiden – früher oder später werden sie auch dich drangsalieren.

Was für Menschen sollten zum Kirchenleiter gewählt werden? Zum einen sollten sie eine Bürde dafür haben, ihre Pflicht zu tun, und von ausreichendem Kaliber sein. Zum anderen sollte ihre Menschlichkeit aufrichtig und gütig sein, und sie sollten in der Lage sein, Menschen fair zu behandeln. Als sie keinen Status hatten, gab es tatsächlich einige Brüder und Schwestern, von denen sie beleidigt wurden oder mit denen sie im Konflikt standen, aber nachdem sie Leiter geworden sind, können sie diese Menschen korrekt behandeln, sie befördern, wenn sie befördert werden sollten, und sie einsetzen, wenn sie eingesetzt werden sollten. Manche Leute sagen zu ihnen: „Diese Person hat früher schlecht über dich gesprochen“, aber sie können das auf sich beruhen lassen. Sie räumen der Arbeit des Hauses Gottes Priorität ein und sagen: „Das Haus Gottes braucht jetzt Leute. Wenn sie dafür geeignet ist, diese Pflicht zu tun, sollten wir sie einsetzen.“ Ganz gleich, wer versucht, Zwietracht zu säen, sie lassen sich davon nicht beeinflussen. Selbst wenn es die Person ist, von der sie am schlechtesten behandelt wurden: Wenn diese Person den Grundsätzen des Hauses Gottes für den Einsatz von Menschen entspricht, werden diese Leiter sie nach Bedarf einsetzen. Davon abgesehen, ob eine solche Menschen Gottes Absichten berücksichtigt, was für ein Kaliber sie haben und ob sie die Arbeit gut machen können, sind sie rein in Bezug auf die Einstufungen der Leute definitive wahre Menschen. Sie können Menschen fair behandeln, besonders diejenigen, die mit ihnen im Konflikt standen, oder diejenigen, von denen sie in der Vergangenheit unterdrückt, verletzt oder sogar beleidigt oder herumgeschubst wurden – sie können alle Menschen korrekt und fair behandeln. Das genügt für uns, um zu sagen, dass eine solche Person ausreichend aufrichtig und gütig ist; sie entspricht den Grundsätzen und erfüllt die Bedingungen, um von Gott perfektioniert zu werden. Manche Leute sagen nun vielleicht: „Ist diese Person dann jemand, der nach der Wahrheit strebt? Wenn sie nicht nach der Wahrheit strebt, wäre sie dann nicht unfähig, Menschen auf diese Weise zu behandeln?“ Ist das korrekt? Sagt Mir: Selbst wenn jemand nicht nach der Wahrheit strebt, wird er dann, solange er von Natur aus die Eigenschaften von Aufrichtigkeit und Güte in seiner Menschlichkeit besitzt, einen grundlegenden Grundsatz für den Umgang mit anderen Menschen haben? (Ja.) Wenn solche Menschen Status haben, werden sie in der Lage sein, ihre persönliche Animosität loszulassen, den Leuten vergangenes Unrecht nicht nachzutragen und Menschen nicht basierend auf ihrer persönlichen Animosität zu behandeln? Sie werden in der Lage sein, das zu erreichen. Wenn du nicht einmal das erreichen kannst, wie kannst du dann überhaupt hoffen, die Wahrheit zu praktizieren und dich Gottes Worten zu unterwerfen? Wenn selbst das deine Fähigkeiten übersteigt, bist du kein aufrichtiger und gütiger Mensch; man könnte auch sagen, dass du niemand bist, der Eigenschaften der Menschlichkeit besitzt – du bist kein Mensch. Wenn du kein Mensch bist und weder Gewissen noch Vernunft besitzt, mit welchem Recht versuchst du dann, nach der Wahrheit zu streben? Wenn du nicht die Mindestvoraussetzungen dafür erfüllst, dich Gottes Worten zu unterwerfen und nach der Wahrheit zu streben, kannst du die Wahrheit nicht erlangen und bist es nicht wert, ein Mensch genannt zu werden. Wenn du Menschen nicht fair behandeln kannst, kannst du dann die Wahrheit lieben? Kannst du Gottes Worte praktizieren? Wenn du nicht einmal geringfügige persönliche Animositäten loslassen kannst und imstande bist, dich an jedem zu rächen, der dir schadet oder der dich früher beleidigt hat, und du nicht einmal irgendwelche Maßstäbe von Gewissen und Vernunft hast, wirst du dann in der Lage sein, Gottes Worte zu praktizieren? Auf keinen Fall! Daher solltest du bei der Wahl eines Leiters zuerst darauf schauen, wie eine Person andere Leute behandelt; das ist einer der Maßstäbe, an dem man bemessen kann, ob jemand Eigenschaften der Menschlichkeit hat. Das heißt, ganz gleich, wer sie in der Vergangenheit beleidigt hat, solche Menschen hegen keinen Groll und haben sich noch nie an jemandem gerächt, und sie bleiben auch, nachdem sie Status erlangt haben, dieselbe Person. Es mag sein, dass sie sich überlegen verhalten, ein gewisses Verlangen nach Status haben oder die Vorteile von Status genießen werden, aber sie setzen diejenigen, von denen sie in der Vergangenheit beleidigt wurden, nach Bedarf ein und gehen mit ihnen angemessen und korrekt um – vielleicht erinnern sie sich in ihrem Herzen an ihren Groll, aber sie tun nichts, um sich zu rächen. Das ist etwas, das niemand ohne Eigenschaften der Menschlichkeit schaffen kann; Bestien können das nicht schaffen und Teufel erst recht nicht. Nur Menschen, die ein Gewissen besitzen, können das schaffen. Wenn Menschen mit Gewissen irgendetwas tun, treibt sie ihr Gewissen an und reguliert ihr Verhalten von innen heraus, und ihre Vernunft zügelt nicht nur ihre Impulse und ihre Hitzköpfigkeit, sondern zügelt und reguliert vor allem auch ihre irrationalen Gedanken und Verhaltensweisen. Selbst wenn sie Status haben, werden sie nichts tun, um sich an anderen zu rächen. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass jemand Eigenschaften der Menschlichkeit hat. Seht euch die Menschen um euch herum an – alle, die so sind, sind wahre Menschen. Es mag sein, dass ihr Kaliber durchschnittlich ist, sie nicht hochgebildet und noch ziemlich jung sind; es mag auch sein, dass sie äußerlich nicht sehr enthusiastisch wirken, noch scheinen sie in ihrem Streben allzu bemüht zu sein, und es mag sein, dass sie in Zukunft nicht nach der Wahrheit streben werden – aber solche Personen sind zumindest für dich zuverlässig, nicht wahr? (Ja.)

Nachdem wir nun unsere Gemeinschaft über die Äußerungsformen des Umgangs aufrichtiger und gütiger Menschen mit anderen abgeschlossen haben, lasst uns darüber sprechen, welche spezifischen Äußerungsformen und Merkmale Menschen dieser Art aufweisen, wenn sie etwas falsch machen und Verfehlungen begehen. Wenn sie als verdorbene Menschen die Eigenschaften der Aufrichtigkeit und Güte in ihrer Menschlichkeit besitzen, werden sie, wenn sie etwas falsch machen, über ihre eigenen Worte und Taten nachdenken und diese prüfen, und das unabhängig davon, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht. Wenn sie jemandem Schaden zugefügt haben oder wenn jemand negatives Feedback über sie gibt oder sie negativ beurteilt, werden sie sich selbst prüfen: „Welche meiner Worte waren falsch? Was habe ich falsch gemacht? Hegte ich irgendwelche Absichten, als ich das damals gesagt habe? Hatte ich es auf diese Person abgesehen? Ist es wirklich meine Schuld, dass das, was ich getan habe, böse Konsequenzen für sie hatte? Ist diese Person einfach überempfindlich, oder habe ich das nicht sorgfältig genug überdacht und war bei meiner Wortwahl damals unangemessen?“ Sie werden sich oft selbst prüfen und die Haltung einnehmen, sich bescheiden zu verhalten. Diese Haltung rührt von ihrer Aufrichtigkeit und Güte her und entstammt natürlich auch ihrer Rationalität. Das ist ein Aspekt. Wenn sie darüber hinaus durch Selbstreflexion entdecken, dass sie gewisse Probleme haben, oder wenn andere auf ihre Probleme hinweisen, werden sie sich bekümmert fühlen und ihr Herz wird ihnen in die Hose rutschen: „Bin ich an diese Sache falsch herangegangen? Hätte ich es nicht so machen sollen? Ich habe das damals nicht absichtlich getan, und ich hegte keine Absichten.“ Als verdorbene Menschen mögen sie unter gewissen besonderen Umständen oder in Bezug auf gewisse besondere Angelegenheiten sagen: „Ich habe das nicht absichtlich oder mit irgendwelchen Absichten getan“, um ihren Stolz zu wahren, aber innerlich werden sie sich schuldig fühlen. Wenn sie während des Prozesses der ständigen Selbstprüfung und des ständigen Nachdenkens über sich selbst entdecken, dass das, was sie getan haben, wirklich falsch war, werden sie sich erneut unwohl fühlen, da sie das Gefühl haben, dass sie das nicht so hätten tun sollen; sie werden Reue und Bekümmernis empfinden und versuchen, Wege zu finden, um das Getane wiedergutzumachen, oder Gelegenheiten zu finden, um es zu berichtigen, und sogar von sich aus sich entschuldigen und ihren Fehler eingestehen. Wenn Menschen mit Eigenschaften der Menschlichkeit feststellen, dass sie etwas falsch gemacht haben, werden sie zuerst einen Stich von Kummer in ihrem Herzen verspüren, sie werden rot vor Scham und ihr Kopf wird pochen; das sind normale Reaktionen, die vom Gewissen herrühren. Worauf basieren diese normalen Reaktionen? Sie basieren darauf, dass ein Mensch in seiner Menschlichkeit die Eigenschaften von Aufrichtigkeit, Güte und Rationalität besitzt. Solche Menschen zeigen diese Äußerungsformen nicht, weil sie ihren eigenen Stolz bewahren wollen, noch weil sie sich blamiert haben oder von anderen herabgewürdigt wurden, sondern weil sie sich schuldig fühlen und sich Vorwürfe machen, dass sie etwas falsch gemacht haben, und das Gefühl haben, sie hätten es nicht so tun sollen. Das ist eine Haltung des Eingestehens ihrer Fehler, und es ist auch eine Reaktion, die aus der Verurteilung ihres Gewissens und der Funktion ihrer Rationalität resultiert. Sie werden eine Reaktion zeigen; sie werden definitiv nicht völlig abgestumpft sein, noch versuchen, ungeniert zu argumentieren und sich zu rechtfertigen, noch versuchen, Wege zu finden, um sich der Verantwortung zu entziehen, sondern sie werden vielmehr eine Haltung des proaktiven Eingestehens und der proaktiven Annahme sowie der Bereitschaft einnehmen, Verantwortung zu tragen. Weil Menschen dieser Art die Eigenschaften der Aufrichtigkeit und Güte in ihrer Menschlichkeit besitzen, ist Scham sehr offensichtlich. Wenn sie etwas auch nur ein wenig falsch machen, werden sie in dem Moment, in dem jemand sie darauf hinweist, ihre Scham nicht verbergen können. Wenn sie das etwas bestreiten würden, würden sie sich denken: „Es ist eindeutig meine eigene Schuld, und sie haben es bereits klar erklärt, also wofür diskutiere ich hier noch?“ Sie werden ihren Fehler direkt eingestehen, sich völlig blamiert fühlen und am liebsten vom Erdboden verschluckt werden. Sind das Auswirkungen von Gewissen und Vernunft? (Ja.) Wenn viele Leute von dem wissen, was sie getan haben, werden sie sich umso mehr schämen, Leuten unter die Augen zu treten, und sie werden versuchen, Wege zu finden, um das Getane wiedergutzumachen und ihre Tat zu berichtigen. Das heißt, nachdem ein Mensch mit Gewissen und Vernunft etwas Falsches getan hat, nimmt er eine grundlegende Haltung des Eingestehens seines Fehlers an; er ist fähig, diese Tatsache zu akzeptieren, und besitzt Schamgefühl. Zudem ist es auch nicht so, dass sie ihren Fehler einfach nur eingestehen und es dabei belassen; sie werden auch versuchen, Wege zu finden, um ihn wiedergutzumachen. Da sie Gewissen haben, sind sie bei dem, was sie tun, mit ganzem Herzen bei der Sache; wenn sie mit einer bestimmten Situation konfrontiert werden, nehmen sie sich diese zu Herzen und gehen ernsthaft und verantwortungsbewusst damit um. Sie zerbrechen sich angestrengt den Kopf über das vorliegende Problem und gehen ernsthaft damit um, anstatt nachlässig zu sein, nur mechanisch ihr Programm abzuspulen oder sich gar vor der Verantwortung zu drücken. Sie können Verantwortung tragen, ihren Fehler ernsthaft und von ganzem Herzen annehmen und dann in ihren Worten und Taten Verantwortungsbewusstsein zeigen und sich darum bemühen, den Verlust zu minimieren. Sie sind nicht im Geringsten wie Menschen vom Schlag der Teufel, die in Wut geraten, sobald jemand sie dafür kritisiert, etwas falsch gemacht zu haben, die sich alle möglichen Wege ausdenken, um sich der Verantwortung zu entziehen und sich vor ihr zu drücken, die mit allen Mitteln versuchen, die Schuld auf andere abzuwälzen, und die sich wie ein Heiliger aufspielen, der niemals etwas falsch macht. Was diejenigen betrifft, die die Reinkarnation eines Tieres sind, so ist es bei ihnen erst recht der Fall, dass sie bei allem, was sie tun, nicht wissen, was korrekt und inkorrekt ist. Wenn du sie darauf hinweist, dass sie etwas falsch gemacht haben, geben sie das zu, aber wenn du sie fragst, was sie falsch gemacht haben, sagen sie: „Ich weiß es nicht, aber da du sagst, dass ich falschliege, liege ich falsch.“ Doch wenn sie erneut in eine ähnliche Lage kommen, werden sie sich trotzdem auf dieselbe Weise verhalten. Egal, wie viele falsche oder böse Dinge sie tun oder wie viele verdorbene Dispositionen sie offenbaren, letztendlich fallen sie immer wieder auf dieselben paar Sätze zurück: „Was habe ich falsch gemacht? War es falsch von mir, so viele Jahre zu leiden und einen Preis zu zahlen? Wenn ich nicht an Gott glauben würde und weder Gewissen noch Vernunft hätte, wäre ich dann in der Lage, so sehr zu leiden?“ Leute, die die Reinkarnation eines Tieres sind, sind einfältig und kommen immer wieder auf genau diese paar Sätze zurück. Aber Leute vom Schlag der Teufel sind viel gerissener als Leute, die die Reinkarnation eines Tieres sind; sie werden verschiedene Mittel und Methoden anwenden, um Böses zu tun und Menschen in die Irre zu führen, und gewisse Menschen, die von geringer Größe sind und kein Urteilsvermögen besitzen, können dadurch wirklich getäuscht werden. Kurz gesagt: Teufel werden es auf keinen Fall zugeben, wenn sie etwas falsch machen. Nicht nur, dass sie nicht zugeben, dass sie Menschen mit verdorbenen Dispositionen sind, sie wollen sogar, dass die Leute sie für heilig und unantastbar und makellose Menschen halten, die niemals Fehler machen. Egal, was sie falsch machen, sie führen immer die Gründe dafür an, warum sie es getan haben, und versuchen immer, sich zu rechtfertigen. Letztendlich beteuern sie, dass sie unfähig seien, etwas falsch zu machen, und selbst wenn sie etwas falsch machen würden, hätten sie auch dafür einen Grund. Sie sagen, dass sie keine Menschen mit verdorbenen Dispositionen seien, dass sie niemals etwas falsch machen würden und dass sie schlichtweg Heilige und makellose Menschen seien. Doch Menschen, die die Eigenschaften von Gewissen und Vernunft in ihrer Menschlichkeit besitzen, sind anders. Da sie aufrichtige Menschen sind, die nicht verschlagen oder hinterlistig sind, sind sie bereit, es zunächst einmal anzunehmen, wenn du sagst, dass sie etwas falsch gemacht haben – selbst wenn sie es nicht getan haben oder es nichts mit ihnen zu tun hat. Wenn andere ihnen sagen: „Bist du dumm? Wenn du das annimmst, wirst du die Verantwortung tragen müssen“, sagen sie: „Ich hatte auch einen Anteil daran, was passiert ist; ich war auch daran beteiligt.“ Sie sind in der Lage, es anzunehmen; ihre Haltung ist ehrlich und aufrichtig. Manchmal wollen sie sich auch der Verantwortung entziehen, aber dann denken sie bei sich: „Warum sollte ich mich der Verantwortung für etwas entziehen, das jeder mit Augen im Kopf sehen kann? Zudem prüft Gott das Innerste der Menschen ganz genau. Wenn du in das Geschehene verwickelt bist, wird Gott dich nicht ungeschoren davonkommen lassen. Vor Gott sind alle Menschen bloßgelegt, und all ihre Handlungen und Taten liegen offen zutage. Kannst du es schaffen, vor Gott zu entkommen? Daher sollte diese Angelegenheit nach den Vorschriften gehandhabt werden; die Verantwortung muss demjenigen zufallen, dem sie gebührt. Wenn ich in dieser Angelegenheit einen Fehler gemacht habe, werde ich die Verantwortung tragen. Ich bin bereit, Bestrafung zu akzeptieren, und ich bin auch bereit, zu akzeptieren, dass ich zurechtgestutzt werde. Wie auch immer das Haus Gottes mit mir verfährt, ich werde es akzeptieren; schließlich war ich derjenige, der sich entschieden hat, falsch zu handeln.“ Wie du siehst, haben sie, wenn sie etwas falsch machen und ihnen droht, zurechtgestutzt zu werden, in einer Hinsicht eine Haltung der Annahme; in einer anderen Hinsicht sind sie fähig, es auf korrekte Weise zu begreifen. Und zudem werden Menschen dieser Art, weil sie sich angestrengt über die Situation und über sich selbst den Kopf zerbrechen, nachdem sie etwas falsch gemacht haben, beim nächsten Mal, wenn sie mit etwas Ähnlichem konfrontiert werden, darüber nachdenken, wie sie es vermeiden können, Fehler zu machen. Weil sie Schamgefühl besitzen und ihnen ihr Stolz wichtig ist, sind sie in der Lage, eine Kehrtwende zu machen, wenn sie etwas falsch machen.

Nichtgläubige sagen oft: „Menschen können in Müll und Schmutz leben, ohne dass ihnen der Gestank auffällt.“ Was Menschen ohne Gewissen und Vernunft betrifft: Selbst wenn sie dieselbe Sache hundertmal falsch machen, fühlen sie sich deswegen weder beschämt noch schuldig. Das sind keine Menschen! Wenn man ein Mensch ist, wird man, nachdem man dieselbe falsche Sache ein- oder zweimal getan hat, bei sich denken: „Jetzt habe ich es wirklich verbockt. Wann werde ich mich jemals ändern?“ Man wird besorgt und ängstlich werden und vor Gott treten, um zu beten und seine Sünden zu bekennen. Man wird sich sogar fragen, ob einem nicht mehr zu helfen ist, man wird dieser falschen Vorstellung erliegen. Da solche Menschen Wert auf ihren Stolz legen und sie Schamgefühl besitzen, denken sie bei sich: „Ich habe diese Art von Fehler nun schon mehrmals gemacht; wird das Haus Gottes gegen mich vorgehen? Hat Gott mich aufgegeben? Ich bin zu beschämt, um von Gott errettet zu werden!“ Kurz gesagt: Unabhängig davon, welche Missverständnisse Menschen dieser Art über Gott haben, nachdem sie etwas falsch gemacht haben, werden sie definitiv eine gewisse Erfahrung daraus mitnehmen und gewisse Lektionen ziehen und versuchen, jeden nur erdenklichen Weg zu finden, um ihre Fehler wiedergutzumachen und zu berichtigen, und sich bemühen, diese nicht wieder zu begehen. Sie werden bei sich denken: „Ich bemühe mich nicht darum, andere zufriedenzustellen, aber ich muss zumindest mit mir selbst im Reinen sein. Nur wenn ich mit mir selbst im Reinen bin, kann ich mich in Gottes Gegenwart vor Ihm verantworten. Wenn ich nicht einmal mit mir selbst im Reinen bin, wie könnte ich die Dreistigkeit besitzen, Gott unter die Augen zu treten?“ Wenn man solche Gedanken hat, wird man definitiv von den Eigenschaften von Gewissen und Vernunft in seiner Menschlichkeit angetrieben. Wenn du solche Gedanken nicht hast, wirst du immer wieder dieselben Fehler machen, und darüber hinaus wirst du nicht zuhören oder annehmen wollen, was irgendjemand sagt; es könnte sogar sein, dass du niemals eine Haltung der Reue haben und niemals den Wunsch haben wirst, die Tatsachen oder deine Fehler einzugestehen, geschweige denn, Verantwortung zu tragen. Es gibt auch Leute, die jeden hassen, der auf ihre Fehler hinweist; sie streiten mit ihnen, machen ihnen das Leben schwer und greifen sie sogar an und rächen sich an ihnen. Solchen Menschen ist nicht mehr zu helfen; das sind Menschen ohne Eigenschaften der Menschlichkeit. Menschen, die Eigenschaften der Menschlichkeit besitzen, werden jedoch definitiv nicht so handeln. Nachdem sie denselben Fehler ein- oder zweimal gemacht haben, werden sie sich fragen: „Warum bin ich immer noch imstande, diesen Fehler zu machen?“ Sie sind in der Lage, die Wahrheit zu suchen, um das zu bewältigen. Würdest du sagen, dass es sich dabei um eine Haltung handelt, eine Kehrtwende zu machen? (Ja.) In der Lage zu sein, über sich selbst nachzudenken, wenn man etwas falsch macht, und bereit zu sein, seine Fehler zu korrigieren – das ist eine Haltung, eine Kehrtwende zu machen. Welche Art von Menschen besitzt also eine Haltung, eine Kehrtwende zu machen? Ist das nicht eine Haltung, die nur bei Menschen entstehen kann, deren Menschlichkeit die Eigenschaften von Gewissen und Vernunft aufweist? (Ja.) Wenn Menschen nicht das Gewissen und die Vernunft von Menschlichkeit besitzen, werden sie dann eine Kehrtwende machen können? (Nein.) Werden sie Reue empfinden und sich selbst hassen? (Nein.) Werden sie sich die falschen Dinge, die sie getan haben, und die Verfehlungen, die sie begangen haben, zu Herzen nehmen? Das werden sie ganz gewiss nicht tun, nicht wahr? Um es genau zu nehmen: Menschen ohne Gewissen haben kein Herz, also werden sie bei dem, was sie tun, nicht mit ganzem Herzen bei der Sache sein, noch werden sie es sich zu Herzen nehmen, wenn sie etwas falsch machen. Da sie kein Herz haben, werden sie nicht über sich selbst nachdenken, noch werden sie die Wahrheit annehmen; sie sind dazu nicht in der Lage. Nur Menschen mit Gewissen können an Dinge ernsthaft und von ganzem Herzen herantreten, wenn sie andere sagen hören, dass sie etwas falsch gemacht haben, sich die Sache zu Herzen nehmen und sich dann schuldig fühlen und es bereuen. Nur auf der Grundlage von Schuldgefühlen und Reue können sie eine Kehrtwende machen, und nur wenn sie eine Kehrtwende machen, können sie die Gelegenheit haben, sich Gottes Worten zu unterwerfen und sich in ihrer Praxis und in ihrem Verhalten nach Gottes Worten und den Wahrheitsgrundsätzen zu richten. Menschen ohne Gewissen empfinden jedoch niemals Schuldgefühle oder Reue; sie nehmen sich nie etwas zu Herzen, egal, was sie falsch machen. Egal, auf welche Art und Weise andere ihre Probleme aufdecken, sie nehmen es nicht ernst und stellen sich taub. Weil sie kein Gewissen haben, werden sie an diese Angelegenheit nicht ernsthaft und von ganzem Herzen herantreten, noch werden sie von ganzem Herzen darüber nachdenken und reflektieren. Wenn sie nicht mit ganzem Herzen über sich selbst nachdenken, werden sie keine Reue oder Schuldgefühle empfinden, und ohne Reue und Schuldgefühle werden sie keine Kehrtwende machen. In diesem Fall ist es für diese Art von Person absolut unmöglich, die Wahrheit anzunehmen und sich Gottes Worten zu unterwerfen; sie sind schlichtweg Menschen, für die absolut keine Hoffnung besteht, Errettung zu erlangen. Daher ist es aus menschlicher Perspektive nicht der Fall, dass Gott diese Menschen, die keine Eigenschaften der Menschlichkeit besitzen, nicht errettet; der Grund liegt vielmehr darin, dass jemand, der die Eigenschaften der Menschlichkeit – die Mindestanforderung zur Erlangung von Errettung – nicht besitzt, die Wahrheit weder annehmen noch sich ihr unterwerfen kann, wodurch seine Hoffnung auf Errettung praktisch bei null liegt. Vor diesem Hintergrund besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Besitz von Eigenschaften der Menschlichkeit und dem Erlangen von Errettung; genau so ist es. Wenn du keine Eigenschaften der Menschlichkeit besitzt, wirst du, wenn du etwas falsch machst, es nicht einmal zugeben, noch wirst du es dir zu Herzen nehmen, bedacht damit umgehen, ernsthaft darüber nachdenken, Schuldgefühle und Reue empfinden und es dann berichtigen und ändern. Wenn du bei etwas so Einfachem wie dem Begehen eines Fehlers keine Kehrtwende machen kannst, dann wirst du noch weniger dazu in der Lage sein, eine Kehrtwende zu machen, wenn es um die Offenbarung verdorbener Dispositionen geht. Weil verdorbene Dispositionen im direkten Gegensatz zu Gott stehen, sind sie, was ihre Natur und ihr Wesen betrifft, viel schwerwiegender, als etwas falsch zu machen. Wenn du es versäumst, deine verdorbenen Dispositionen zu erkennen, und du nicht die Wahrheit suchst, um sie zu beseitigen, dann wird es sehr schwer sein, deine verdorbenen Dispositionen zu beseitigen. Da verdorbene Dispositionen von Natur aus tief verwurzelt sind, wirst du keine Möglichkeit haben, deine verdorbenen Dispositionen zu beseitigen, wenn du nicht jemand bist, der nach der Wahrheit strebt – und infolgedessen wirst du keine Möglichkeit haben, einen Wandel deiner Lebensdisposition zu erreichen. In diesem Fall wird es für dich keine Frage der Schwierigkeit sein, ob du gerettet werden kannst – es wird eine Unmöglichkeit sein. Daher hängen die Haltung und Reaktion einer Person, nachdem sie etwas falsch gemacht oder eine Verfehlung begangen hat, direkt davon ab, ob sie Eigenschaften der Menschlichkeit besitzt. Es ist sehr wichtig, sich darüber im Klaren zu sein.

Betrachtet die Menschen in eurer Umgebung, und bilde dir ein Urteil darüber, ob sie es von sich aus zugeben und akzeptieren, nachdem sie etwas falsch gemacht haben, ob sie reuevoll und bekümmert sind und ob sie nach einer gewissen Zeit eine Kehrtwende machen – das heißt, ob sie in Bezug auf ihre Vorstellungen, Haltungen und Verhaltensweisen eine Kehrtwende machen. Wenn sie keine Kehrtwende machen, dann sind sie zu einhundert Prozent keine Menschen. Ganz gleich, durch welche Mittel man eine Kehrtwende macht – wenn sie durch das Essen und Trinken von Gottes Worten, durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes, durch den Einfluss ihrer Umgebung oder durch die Hilfe von Brüdern und Schwestern in ihrem Herzen eine ehrliche Haltung der Annahme der Wahrheit haben, sie sich immer weniger rechtfertigen – sogar bis zu dem Punkt, dass sie völlig damit aufhören – und sie sich, nach ihren Worten und Taten zu urteilen, wegen des zuvor gemachten Fehlers reuevoll und bekümmert fühlen und eine Gelegenheit finden wollen, ihn wiedergutzumachen, dann hat diese Person Hoffnung, Errettung zu erlangen; das ist ein Mensch, der Eigenschaften der Menschlichkeit besitzt. Allerdings nehmen sich manche Menschen es nicht zu Herzen, nachdem sie einen Fehler gemacht haben. Sie sprechen nie von dem Fehler, den sie gemacht haben, noch geben sie ihren Fehler zu, analysieren sich selbst oder sind bekümmert. Sie scheinen nicht die geringste Absicht zu haben, eine Kehrtwende zu machen; sie sind abgestumpft und begriffsstutzig, verbringen ihre Tage in unbeschwerter Albernheit und haben überhaupt nicht das Gefühl, dass sie einen Fehler gemacht haben. Selbst wenn sie es zugeben, beschönigen sie es nur ein bisschen und belassen es dabei. Genau wie schamlose Schurken geben sie im einen Moment ihre Fehler zu und machen im nächsten Moment neue Fehler und geben dann ihre Fehler wieder zu, sobald sie sie machen. Es ist, als ob sie Scherze machen oder herumalbern würden; sie nehmen die Angelegenheit nicht ernst. Für sie ist es eine Kleinigkeit, ein Verfahren und eine Formalität, anstatt dass sie das Geschehene annehmen und sich aus tiefstem Herzen ändern. Was für ein Mensch ist das? Das ist kein menschliches Wesen. Solche Leute wissen weder, wie sie sich verhalten sollen, noch wissen sie, welche Art von Weg sie für ihr Verhalten wählen sollen. Sie verstehen diese Dinge nicht; sie halten sie für sehr simpel und oberflächlich. Nachdem sie etwas falsch gemacht haben, denken sie, selbst wenn sie in diesem Moment nichts sagen, danach immer über Wege nach, um sich zu rechtfertigen und ihren Namen reinzuwaschen. Sie nutzen die Gelegenheit, die sich bei Versammlungen bietet, oder wenn jeder die Angelegenheit zur Sprache bringt, und wollen immer jeden wissen lassen und verstehen lassen, was sie zu ihrer eigenen Verteidigung vorbringen wollen – was sie dachten und wie sie damals handelten, dass ihre Absichten gut waren, dass ihre Ziele richtig waren, dass sie nichts falsch gemacht haben. Nicht nur, dass sie keine Reue für ihre Fehler und Verfehlungen empfinden, sie wollen diese auch nicht zugeben und sich sogar der Verantwortung entziehen und von ihr befreit werden, in der Hoffnung, ihr Ansehen in den Augen aller zu wahren. Auch wenn solche Menschen nett klingende Worte von sich geben: Nach ihren Äußerungsformen in allen Bereichen zu urteilen, gestehen sie die Tatsache, dass sie einen Fehler gemacht haben, weder ein noch akzeptieren sie diese. Würdest du dann sagen, dass sie eine Kehrtwende machen werden? Das werden sie nicht. Sie bringen diese Angelegenheit von Zeit zu Zeit zur Sprache und müssen sie sogar jedem erzählen, der nichts davon weiß. Nachdem sie es erzählt haben, denken sie sich jeden erdenklichen Weg aus, um eine gute Vorstellung abzuliefern, wenn sie andere Dinge tun, um den Schaden an ihrem Ansehen durch diese frühere Angelegenheit wettzumachen, damit sie die Leute für sich gewinnen können. Sobald sie sich eine Zeit lang gut verhalten haben und jeder vergessen hat, was sie zuvor getan haben, fangen sie wieder an, darüber nachzudenken, wie sie sich selbst erhöhen und für sich selbst Zeugnis ablegen können. Sie zählen ständig zusammen, wie viele Beiträge sie für das Haus Gottes geleistet haben, wie viele gute Dinge sie für das Haus Gottes getan haben und vor wie vielen Verlusten sie das Haus Gottes bewahrt haben. Sie haben schlichtweg nicht die Absicht, eine Kehrtwende zu machen; sie haben kein Schamgefühl. Wenn Menschen, die kein Schamgefühl haben, Fehler machen und Verfehlungen begehen, machen sie nicht nur keine Kehrtwende, sondern werden sogar noch schlimmer. Sie denken bei sich: „Wer hat denn noch nie Fehler gemacht? Dieser Fehler, den ich damals gemacht habe, war doch im Grunde nur eine Kleinigkeit. Und außerdem war ich nicht der Einzige, der einen Anteil daran hatte. Aber das darf ich nicht sagen. Ich muss jedem zeigen, dass meine Leistung akzeptabel ist und dass ich eine Haltung der Reue habe, und dann werde ich einige gute Dinge tun, um die Sache wiedergutzumachen, um die Aufmerksamkeit aller abzulenken und sie ein wenig für mich zu gewinnen – wird das nicht ausreichen?“ In ihrem Herzen glauben sie nicht daran, dass Gott alles genau prüft. Sie wollen diese Dinge vor anderen tun; sie denken, Gott könne nicht sehen, was sie in ihrem Herzen denken – für sie ist es nur eine Glaubenslehre, dass Gott das Innerste der Menschen genau prüft. Sie wissen nicht, dass Gott alles genau prüft, und sie erkennen weder an noch glauben sie daran, dass Gott das Innerste der Menschen genau prüfen kann, also sind alle ihre Handlungen nur dafür da, von anderen gesehen zu werden. Tief in ihrem Inneren sind sie unnachgiebig und widerständig. Sie sträuben sich gegen Wahrheit, sträuben sich dagegen, die Tatsachen zu akzeptieren, sträuben sich dagegen, ihre Fehler einzugestehen, und sträuben sich noch mehr dagegen, eine Kehrtwende zu machen. Sie machen keine Kehrtwende – deutet das nicht auf ein Problem hin? Egal wie groß die Fehler sind, die sie machen, oder wie groß die Verfehlungen sind, die sie begehen, sie machen keine Kehrtwende. Sie sind genau wie Paulus, der sich Gott widersetzte und von Gott direkt niedergestreckt wurde, aber trotzdem dachte, er sei ein ziemlich guter Mensch. Menschen dieser Art denken bei sich: „Wenn ich mich abhetze und mich aufwende, viele Menschen gewinne, mein Predigen des Evangeliums viele Früchte trägt und ich Beiträge leiste, um für meine Sünden zu sühnen, dann sollte Gott mir eine Krone geben. Leute wie ich haben Kronen verdient. Wenn ich keine Krone bekomme, wer dann? Was ist schon dabei, einen Fehler zu machen? Solange ich bereit bin, es zu berichtigen, wenn ich mich Gott widersetzt habe, ist es in Ordnung. Wenn ich in Zukunft einfach das Evangelium mehr predige, wird Gott Sich nicht an meine Verfehlungen erinnern.“ Siehst du? Was ist ihre Haltung gegenüber Gott? Was ist ihre Haltung gegenüber der Wahrheit? Das ist eine Haltung, der es an Menschlichkeit mangelt; das ist die Haltung eines Teufels. Solche Menschen betrachten Gottes Worte, die Wahrheit oder den richtigen Lebensweg niemals als Dinge, für die sie sich entscheiden und nach denen sie streben sollten. Sie hatten nie auch nur die geringste Absicht, eine Kehrtwende zu machen, und sie werden absolut niemals ihren Kopf senken und ihre Sünden bekennen, noch werden sie jemals ihre Fehler eingestehen und sich geschlagen geben. Die Worte „Versagen“ und „Fehler“ existieren nicht in ihrem Wortschatz, ganz zu schweigen vom Wort „Verfehlung“, also werden Leute dieser Art keine Reue empfinden. Würdest du dann sagen, dass Leute dieser Art Gewissen und Vernunft haben? Besitzen sie in ihrer Menschlichkeit die Eigenschaften von Aufrichtigkeit, Güte und Schamgefühl? (Nein.) Das tun sie absolut nicht. Egal, wie groß die Verfehlung ist, die sie begangen haben, fühlen sie in ihrem Herzen keine Schuld, selbst wenn sie die Tatsachen direkt vor Augen haben. Das ist furchtbar! Wenn du ein Mensch mit Gewissen bist, wirst du dich definitiv schuldig fühlen, wenn du etwas falsch machst und eine Verfehlung begehst. Wenn du wirklich einen großen Fehler machst und dem Haus Gottes Verluste bereitest, wirst du solchen Kummer empfinden, dass du wünschtest, du wärst tot, du wirst dich selbst verfluchen, und du wirst das Gefühl haben, dass du es nicht wert bist, in Gottes Gegenwart zu leben; aber Menschen, die wie Paulus sind, haben diese Art von Reue nicht. Im Haus Gottes sehen wir oft, dass sich manche Menschen in ihren Herzen ständig Vorwürfe machen, nachdem sie eine einzige Lüge erzählt oder eine einzige Sache getan haben, die gegen die Grundsätze verstößt, und erst nachdem sie anderen gegenüber ihren Fehler eingestanden haben, haben sie das Gefühl, als ob eine schwere Last von ihnen genommen worden wäre. Von solchen Menschen gibt es nicht wenige. Egal, welche Fehler sie machen, sie sind fähig, über sich selbst nachzudenken, und gleichzeitig können sie es als Warnung nehmen und sich selbst ermahnen, nicht wieder denselben Fehler zu machen. Wenn ein Mensch Wert auf seinen Stolz legt, er Schamgefühl und obendrein Vernunft besitzt, dann ist es ihm, wenn er etwas falsch macht, zu peinlich, um zu versuchen, sich zu rechtfertigen oder sich der Verantwortung zu entziehen und die Schuld auf andere abzuwälzen. Stattdessen ist er bereit, Verantwortung zu übernehmen, er fühlt sich von Zeit zu Zeit schuldig und bekümmert, und dann macht er eine Kehrtwende. Manche Menschen fühlen sich blamiert, wenn sie etwas falsch machen und Verfehlungen begehen, und sie schämen sich zu sehr, um Gott und den Brüdern und Schwestern unter die Augen zu treten, wohingegen Leute ohne Eigenschaften der Menschlichkeit solche Gefühle nicht empfinden. Siehst du? Obwohl beide Arten von Menschen menschliche Wesen sind, fühlen sich einige Leute, wenn hinter ihrem Rücken das Gerücht verbreitet wird, sie hätten etwas mit jemandem angefangen – was vielleicht nur etwas ist, das sie sich kurz in ihrem Kopf ausgemalt haben –, völlig blamiert und schämen sich zu sehr, um anderen unter die Augen zu treten, sobald sie ein paar Leute darüber reden hören. Menschen mit Schamgefühl werden solche Äußerungsformen aufweisen. Doch manche Menschen kümmert es nicht einmal, wenn sie mit jemandem im Bett erwischt werden: „Was habe ich denn falsch gemacht? Hatte ich nicht nur ein kleines Schäferstündchen? Was ist denn schon dabei? Ist das heutzutage nicht etwas ganz Alltägliches?“ Siehst du? Das ist offensichtlich ein Unterschied, nicht wahr? Wenn Menschen mit Eigenschaften der Menschlichkeit nur hören, dass andere lediglich über sie reden, schämen sie sich schon so sehr und sind schon so traurig, dass sie nicht essen können, und sie schämen sich zu sehr, um anderen unter die Augen zu treten, und haben das Gefühl, dass sie nicht weiterleben können. Anderen Menschen macht es dahingegen nicht einmal etwas aus, wenn sie mit einer anderen Person im Bett erwischt werden. Die Menschen unterscheiden sich einfach voneinander; wenn ein Mensch kein Schamgefühl hat, ist er nicht menschlich. Können Menschen ohne Schamgefühl die Wahrheit erlangen? Menschen ohne Gewissen und Vernunft lieben die Wahrheit nicht. Das liegt daran, dass sie weder Sünden noch niederträchtige Dinge noch negative Dinge hassen. Darüber hinaus schämen sie sich nicht, wenn sie etwas falsch machen, und versuchen schamlos, sich vor der Verantwortung zu drücken. Folglich werden Menschen dieser Art niemals von sich aus vor Gott treten, um das Gericht und die Züchtigung von Gottes Worten anzunehmen, sie werden niemals von sich aus ihre Verdorbenheit zugeben oder sich bereitwillig der Wahrheit unterwerfen; sie haben dieses Bedürfnis nicht, sie denken, das sei unnötig, und dass sie das nicht nötig hätten. Was jedoch Menschen betrifft, die wirklich Gewissen und Vernunft haben, so sind diese bereit, gemäß Gottes Worten zu praktizieren, da ihnen ihre Grundsätze und Grenzen in Bezug auf ihr Verhalten in allen Aspekten das Gefühl geben, dass Gottes Worte und Gottes Anforderungen an die Menschen genau das sind, was sie selbst brauchen; wenn sie das nicht tun, fühlen sie sich innerlich unwohl. Wenn sie Gottes Anforderungen hören und verstehen, aber nicht danach handeln, haben sie einerseits das Gefühl, dass die Brüder und Schwestern ein Auge auf sie haben, und in einer anderen, wichtigeren Hinsicht haben sie das Gefühl, dass Gott sie im Geheimen beobachtet und dass sie Seiner genauen Prüfung nicht entkommen können, egal wohin sie gehen. Sie denken bei sich: „Gott weiß, was auch immer du sagst. Wenn du etwas falsch machst, es aber nicht zugibst, es nicht bereust, es dir nicht zu Herzen nimmst, es nicht berichtigst und überhaupt keine Kehrtwende machst, wie wird Gott das dann sehen?“ Diese Frage – „Wie wird Gott das sehen?“ – rührt in einer Hinsicht von ihrem Glauben an Gott und ihrer Anerkennung Gottes her, und in einer anderen Hinsicht rührt sie hauptsächlich von der Funktion ihres Gewissens und ihrer Vernunft her. Letzen Endes bestimmen also das Gewissen und die Vernunft eines Menschen die Bedürfnisse seiner Menschlichkeit, den Weg, den er geht, und erst recht seine Grundsätze und Haltungen gegenüber allen möglichen Dingen. Natürlich bestimmen sie auch, ob ein Mensch den Weg des Strebens nach der Wahrheit einschlagen kann, und in noch viel größerem Maße bestimmen sie, ob ein Mensch letztendlich Errettung erlangen kann.

Der Inhalt der heutigen Gemeinschaft drehte sich ausschließlich um verschiedene triviale Angelegenheiten im Leben in Bezug auf die Menschlichkeit einer Person und berührte die Fragen, ob ein Mensch in seinem Verhalten und seinem Umgang mit etwas gerne andere ausnutzt, ob ein Mensch warmherzig und bereit ist, anderen zu helfen und mit ihnen mitzufühlen, ob er bereit ist, zu geben, und was seine Grundsätze im Umgang mit anderen sind und welche Haltungen und Sichtweisen ein Mensch hat, wenn er etwas falsch macht. Obwohl es sich bei diesen Dingen um triviale Angelegenheiten im Leben handelt, um einige sehr unauffällige Äußerungsformen der Menschlichkeit im täglichen Leben der Menschen, spiegeln sie doch hinter den Kulissen die Eigenschaften der Menschlichkeit einer Person wider. Angetrieben von Gewissen und Vernunft werden sich Menschen mit Eigenschaften der Menschlichkeit an grundlegende moralische Grenzen halten, während Menschen ohne Eigenschaften der Menschlichkeit schlichtweg nicht verstehen, was die Grenze der Menschlichkeit und die Grundsätze für das eigene Verhalten sind. Ob ein Mensch Gewissen und Vernunft hat, bestimmt also den Weg, den er geht. Man könnte auch sagen, dass es die Zukunft und den Bestimmungsort eines Menschen bestimmt – genau so ist das eben. Gut. Lasst uns unsere Gemeinschaft für heute hier beenden. Auf Wiedersehen!

18. Mai 2024

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