24. Ich bin nicht länger von meiner Verfehlung gefesselt

Von Ma Jie, China

An einem Tag im Juli 2006 wurde ich auf dem Weg zu einem Treffen mit meinen Mitarbeitern plötzlich verhaftet. In dieser Nacht wurde ich zu einem Verhör an einen geheimen Ort gebracht. Die Polizei fand bei mir Quittungen für Kirchengelder, und verhörte mich deshalb abwechselnd. Sie setzten mich unter Druck, die Namen der Verwahrer des Kirchengeldes und die der oberen Leiter preiszugeben. Weil ich nicht antwortete, schlugen sie mich mit einem Ledergürtel, legten mir Handschellen an und hingen mich an einer Eisenkette auf. Eine Woche lang folterten sie mich auf diese Weise. Ich war hungrig und durstig und hatte überhaupt keine Kraft mehr. Irgendwann verlor ich das Bewusstsein. Als ich aufwachte, wusste ich nicht, was sie mir zu trinken gegeben hatten, aber ich hatte einen seltsamen Geschmack im Mund; ich erstickte fast und hatte am ganzen Körper stechende Schmerzen. Zu diesem Zeitpunkt war mein Körper am Ende dessen, was er aushalten konnte, und ich wusste nicht, was sie als Nächstes mit mir tun würden. Ich hatte große Angst; Angst, dass ich die Folter nicht ertragen und zum Judas werden würde, also betete ich in meinem Herzen ernsthaft zu Gott und bat Ihn, mir zu helfen, in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben. Als die Polizei sah, dass ich so gequält worden war und die Leiter und das Geld der Kirche immer noch nicht verraten hatte, änderten sie ihre Taktik und versuchten, mich über meinen Familiensinn zu kriegen. Sie sagten: „Du warst seit ein paar Jahren nicht mehr zu Hause. Deine Familie und deine Kinder müssen dich wirklich vermissen. Wo ist das Geld der Kirche? Wenn du uns alles sagst, lassen wir dich nach Hause gehen.“ Sie holten auch etwas Bargeld hervor und sagten, sie hätten die Verwahrer des Kirchengeldes bereits gefunden. Als ich das hörte, dachte ich bei mir: „Da sie das Geld bereits beschlagnahmt haben, macht es keinen Unterschied, ob ich es ihnen sage oder nicht. Wenn ich ihnen etwas sage, werde ich vielleicht nicht mehr gefoltert.“ Ich erzählte ihnen von einer der Familien, die das Geld der Kirche verwahrte, und die Polizei forderte mich auf, sie dorthin zu bringen, um das Geld abzuholen. Erst da wurde mir klar, dass ich in ihre Falle getappt war. Ich war am Ende meiner Kräfte. Ich dachte bei mir: „Ich habe die Familie, die das Geld verwahrt, bereits verraten. Wenn ich sie nicht hinführe, werden sie mich sicher weiter foltern. Außerdem ist es schon eine Woche her, dass ich verhaftet wurde, und das Geld der Kirche wurde vielleicht schon weggebracht.“ In diesem schwachen Moment führte ich die Polizei zum Haus des Verwahrers. Nachdem die Kirche die Nachricht von meiner Verhaftung erhalten hatte, brachte sie das Geld der Kirche umgehend in Sicherheit. Der Bruder aus der Familie, die das Geld verwahrte, wurde beinahe verhaftet, aber unter Gottes Schutz entkam er dem Zugriff der Polizei. Weil sie das Geld der Kirche nicht fanden, verurteilten mich die Polizisten willkürlich zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis.

Jeder Tag im Gefängnis war voller Leid und Schmerz, besonders wenn ich an Gottes Worte dachte, in denen es hieß: „Zu jenen, die Mir in Zeiten der Drangsal nicht die geringste Treue gezeigt haben, werde Ich nicht mehr barmherzig sein, denn Meine Barmherzigkeit geht nur so weit. Ich finde des Weiteren keinen Gefallen an denen, die Mich einmal verraten haben, und noch weniger will Ich Mich mit denen abgeben, welche die Interessen ihrer Freunde verraten. Dies ist Meine Disposition, unabhängig davon, wer die Person sein mag(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Bereite genügend gute Taten für deinen Bestimmungsort vor). Ich wusste ganz genau, dass ich durch den Verrat am Bruder zum Judas geworden war. Ich hatte Gottes Disposition gekränkt; ich hatte eine unverzeihliche Sünde begangen. Bei diesem Gedanken empfand ich großen Schmerz in meinem Herzen. Ich hatte Gott verraten; Er würde mich sicher nicht erretten. Meine Zeit als Gläubige war vielleicht endgültig vorbei. Von da an war ich sehr niedergeschlagen und verbrachte jeden Tag unter Schmerzen. Mein Herz litt und ich dachte, ich wäre besser tot. Ich wartete nur auf den Tag, an dem ich sterben dürfte und frei sein könnte. Obwohl ich immer noch zu Gott betete, hatte ich bei dem Gedanken an meine Verfehlung immer das Gefühl, dass Gott mich nicht mehr wollte, und ich hielt mich für unwürdig, vor Ihn zu treten. Zwei Jahre nach meiner Entlassung aus dem Gefängnis fanden mich die Brüder und Schwestern wieder, und als sie sahen, dass ich eine gewisse Selbsterkenntnis hatte, erlaubten sie mir, mein Kirchenleben wieder aufzunehmen und ordneten eine Pflicht für mich an. Ich war sehr gerührt und dachte, dass Gott mir eine Chance gab, Buße zu tun, und ich fühlte mich noch mehr in Seiner Schuld. Unter bitteren Tränen betete ich zu Gott: „Gott! Ich bin es wirklich nicht wert, vor Dich zu treten. Als die Umstände über mich kamen, habe ich überhaupt kein Zeugnis abgelegt. Ich habe den Bruder verraten, bin zum Judas und zu einem Schandmal geworden. Heute gibst Du mir die Chance, in die Kirche zurückzukehren und meine Pflicht zu tun; ich kann Deine Barmherzigkeit erkennen.“ In meinem Herzen fasste ich heimlich den Entschluss, meine Pflicht gewissenhaft zu tun, meine Verfehlung wiedergutzumachen und Gottes Liebe zu vergelten. Danach erfüllte ich jede Pflicht, die die Kirche mir auftrug, stets mit großem Eifer. Egal wie widrig die Umstände waren, ich ließ mich von diesen Schwierigkeiten nicht unterkriegen. Ich wollte mein Bestes tun, um meine Verfehlung wiedergutzumachen.

Eines Tages hörte ich, dass Chen Hua nach ihrer Verhaftung zum Judas geworden war, viele Leiter, Mitarbeiter und die Häuser der Geldverwahrer verriet und daraufhin aus der Kirche entfernt wurde. Als ich diese Nachricht hörte, dachte ich sofort an meine eigene Situation. Auch ich hatte Leute verraten, was beinahe dazu geführt hätte, dass die Polizei das Geld der Kirche beschlagnahmt hätte, und deswegen konnte der Bruder, der das Geld verwahrte, nicht mehr nach Hause zurückkehren. Ich dachte, die Natur meines Verrats sei dieselbe wie die von Chen Hua; es war ein riesiger Schandfleck und Gott würde meine Verfehlung nicht vergeben. Jetzt war Chen Hua aus der Kirche entfernt worden; vielleicht würde ich eines Tages auch entfernt und ausgemustert werden. Bei diesem Gedanken wurde ich sehr niedergeschlagen. Obwohl ich danach jede Pflicht, die die Kirche mir auftrug, ausführte, hatte ich nicht mehr die Tatkraft von früher, mich für Gott aufzuwenden. Wenn ich einen Preis zahlen und nach den Wahrheitsgrundsätzen suchen musste, tat ich es manchmal nicht. Ich begnügte mich damit, die Arbeit nach Vorschrift zu erledigen und leistete lediglich meine Arbeit ab. Ich dachte auch nicht mehr darüber nach, ob meine Arbeit Ergebnisse erzielte; meine Pflicht wurde nur noch von einem Minimum an Gewissen aufrechterhalten. Ich erinnere mich, dass damals eine Schwester Angst hatte, verhaftet zu werden und sich nicht traute, ihre Pflicht zu tun. Ich wusste, dass ich sie unterstützen und ihr helfen sollte, aber ich hatte Gott verraten, wie war ich da qualifiziert, mit anderen Gemeinschaft zu halten? Ich war nicht in der Stimmung, darüber nachzudenken, wie ich im gemeinschaftlichen Austausch Ergebnisse erzielen könnte, und handelte nur noch pro forma und gab nur ein wenig Lehrwissen von mir. Ich wusste, dass eine solche Haltung gegenüber meiner Pflicht nicht mit Gottes Absicht übereinstimmte, und ich wollte mich bemühen, meinen Zustand zu ändern. Aber sobald ich daran dachte, dass ich eine solch große Verfehlung begangen hatte und keine Hoffnung mehr auf Errettung hatte, wurde mein Herz ganz müde und ich verbrachte jeden Tag ziellos. Wenn ich bei der Ausführung meiner Pflicht verdorbene Dispositionen offenbarte, wusste ich, dass ich die Wahrheit suchen sollte, um mein Problem zu lösen, und dass dies für meine Arbeit und meinen Lebenseintritt von Vorteil wäre. Aber sobald ich an meine unverzeihliche Verfehlung dachte und daran, dass ich vielleicht entfernt werden würde, schaffte ich es einfach nicht. Es reichte mir, einfach jeden Tag meine Arbeit zu erledigen, und ich konzentrierte mich nicht darauf, die Wahrheit zu suchen, um meinen Zustand zu beseitigen. Später bekam ich oft Kopfschmerzen und bekam wiederkehrende Magenprobleme. Am Anfang konnte ich mit meinem Zustand noch richtig umgehen, aber mit der Zeit erholte ich mich nicht nur nicht von der Krankheit, sondern sie wurde sogar schlimmer. Ich fragte mich, ob diese Krankheit Gottes Bestrafung war. In der Vergangenheit hatte ich Gott verraten, was Ihn veranlasste, mich zu verachten und zu verabscheuen, und jetzt war ich krank geworden. Gott wollte mich definitiv nicht. Manchmal erzielte ich bei meiner Pflicht keine Ergebnisse und dachte, dass Gott nicht mehr an mir wirkte. Es war nutzlos für mich, weiter nach der Wahrheit zu streben und meine Pflicht zu tun. Wann immer ich diese Gedanken hatte, überkam mich ein unbeschreiblich beklemmendes Gefühl in meinem Herzen. Ich bereute es zutiefst, Gott damals verraten zu haben. Wenn ich ein wenig länger durchgehalten hätte, wäre ich dann nicht in meinem Zeugnis standhaft geblieben? Warum habe ich den Bruder verraten? Ich hasste mich dafür, dass ich meinem Fleisch zu viel nachgab und kein Herz hatte, das Gott wirklich wollte. Wäre ich damals in meinem Zeugnis standhaft geblieben, wäre mir dann nicht diese seelische Qual erspart worden? Je mehr ich darüber nachdachte, desto bedrückter wurde ich, und ich lebte häufig in einem Zustand der Negativität.

Einmal besprach ich meinen Zustand mit einer Schwester, und sie las mir einen Abschnitt aus Gottes Worten vor: „Es gibt noch eine weitere Ursache dafür, dass die Menschen in Mutlosigkeit verfallen, und zwar, dass den Menschen bestimmte Dinge passieren, bevor sie erwachsen werden oder nachdem sie das Erwachsenenalter erreicht haben. Das heißt, sie begehen einige Verfehlungen oder tun einige dumme, törichte und ignorante Dinge. Wegen dieser Verfehlungen, dieser dummen und ignoranten Dinge, die sie getan haben, verfallen sie in Mutlosigkeit. Diese Art der Mutlosigkeit ist eine Selbstverurteilung und sie ist auch eine Art von Charakterisierung der Art von Mensch, die sie sind. … Wann immer sie sich eine Predigt oder einen gemeinschaftlichen Austausch über die Wahrheit anhören, schleicht sich diese Mutlosigkeit langsam in ihren Kopf und in ihr innerstes Herz. Sie drehen sich selbst durch die Mangel und fragen sich: ‚Kann ich das tun? Bin ich imstande, nach der Wahrheit zu streben? Bin ich in der Lage, Errettung zu erlangen? Welche Art von Mensch bin ich? Ich habe diese Sache früher getan, ich war so eine Art Mensch. Bin ich jenseits der Errettung? Wird Gott mich dennoch retten?‘ Manchmal können einige Menschen ihre Mutlosigkeit loslassen und sie hinter sich lassen. Sie nehmen ihre Aufrichtigkeit und die ganze Energie, die sie aufbringen können, um sie auf ihre Pflichtausführung, ihre Verpflichtungen und ihre Verantwortungen anzuwenden. Sie können sogar ihr ganzes Herz und ihren ganzen Verstand darin einbringen, nach der Wahrheit zu streben und über Gottes Worte nachzudenken, und sie investieren ihre Bemühungen in Gottes Worte. Doch sobald eine besondere Situation oder ein besonderer Umstand aufkommt, werden sie wieder von Mutlosigkeit übermannt, und sie verursacht, dass sie sich tief in ihrem Herzen wieder beschuldigt fühlen. Sie denken sich: ‚Früher hast du diese Sache getan, und du bist ein Mensch dieser Art gewesen. Kannst du Errettung erlangen? Hat es irgendeinen Sinn, die Wahrheit zu praktizieren? Was hält Gott von dem, was du getan hast? Wird Gott dir das, was du getan hast, vergeben? Kannst du deine Verfehlungen wiedergutmachen, wenn du jetzt auf diese Weise den Preis bezahlst?‘ Sie machen sich oft Selbstvorwürfe und fühlen sich tief im Inneren beschuldigt, und sie zweifeln immer an sich selbst und stellen sich immer wieder Fragen. Sie können diese Mutlosigkeit nie hinter sich lassen oder sie loswerden, und sie haben wegen der schändlichen Sache, die sie getan haben, ein immerwährendes Gefühl der Unbehaglichkeit. Obwohl sie also seit so vielen Jahren an Gott glauben, ist es so, als hätten sie nie auf irgendetwas gehört, was Gott gesagt hat, und als hätten sie es nie verstanden. Es ist, als wüssten sie nicht, ob das Erlangen von Errettung irgendetwas mit ihnen zu tun hat, ob sie freigesprochen und erlöst werden können, oder ob sie dazu qualifiziert sind, Gottes Gericht und Züchtigung und Seine Errettung zu empfangen. Von all diesen Dingen haben sie keine Ahnung. Da sie keine Antworten erhalten, und weil sie kein genaues Urteil erhalten, fühlen sie sich tief in ihrem Inneren andauernd niedergeschlagen. In ihrem innersten Herzen erinnern sie sich immer wieder an das, was sie getan haben, spielen es in ihrem Geist immer wieder durch, erinnern sich daran, wie alles begann und wie es endete, erinnern sich an alles von Anfang bis Ende. Unabhängig davon, auf welche Weise sie sich daran erinnern, fühlen sie sich immer sündig, und so sind sie aufgrund dieser Angelegenheit über Jahre hinweg ständig niedergeschlagen. Sogar wenn sie gerade ihre Pflicht ausführen, sogar, wenn sie für irgendeine Aufgabe verantwortlich sind, haben sie weiterhin das Gefühl, keine Hoffnung auf Errettung zu haben. Deshalb stellen sie sich niemals direkt der Angelegenheit des Strebens nach der Wahrheit und betrachten sie als etwas äußerst Richtiges und Wichtiges. Sie glauben schlicht und einfach, dass der Fehler, den sie gemacht haben, oder die Sache, die sie in der Vergangenheit begangen haben, von den meisten Menschen als schlecht angesehen oder verurteilt und verachtet wird, oder dass sogar Gott diese Sache verurteilt, und dass sie, selbst wenn sie in Zukunft nach der Wahrheit streben, nicht gerettet werden können. Unabhängig davon, in welcher Stufe Gottes Werk sich befindet oder wie viele Worte Er geäußert hat, sie begegnen der Angelegenheit des Strebens nach der Wahrheit nie auf die richtige Art und Weise. Woran liegt das? Daran, dass die endgültige Schlussfolgerung, die sie aus diesen Erfahrungen ziehen, falsch ist, und sie dementsprechend nicht in der Lage sind, ihre Mutlosigkeit hinter sich zu lassen(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (2)). Diese Worte Gottes standen in engem Zusammenhang mit meinem Zustand. Tatsächlich habe ich in diesen paar Jahren, wann immer ich hörte, dass jemand als Judas ausgeschlossen wurde, dies auf mich bezogen. Ich glaubte, dass ich den Bruder verraten hatte, ein Judas gewesen war und vor Gott eine Verfehlung begangen hatte. Würde Gott mich danach noch wollen? Hatte ich noch irgendeine Hoffnung auf Errettung? Sobald ich daran dachte, verfiel ich in Negativität. Obwohl ich meine Pflicht äußerlich erfüllte, trug ich innerlich nicht wirklich eine Bürde und hatte noch mehr das Gefühl, dass das Streben nach der Wahrheit nichts mit mir zu tun hatte. Ich verortete mich selbst immer außerhalb der Reihen derer, die nach der Wahrheit strebten. Ich wagte es nicht, Gottes Worte der Führung, Ermutigung oder Ermahnung anzunehmen, weil ich dachte, diese Worte seien nicht an Leute wie mich gerichtet. Ich fühlte mich sogar unwürdig, vor Gott einen Eid abzulegen, und noch unwürdiger, das Gericht und die Züchtigung Seiner Worte anzunehmen. Besonders als ich hörte, dass Chen Hua ein Judas gewesen und entfernt worden war, dachte ich, dass Chen Hua und ich genau gleich waren. Ich wollte meine eigene Haut retten, also verriet ich das Geld der Kirche und den Bruder, was dazu führte, dass der Bruder gejagt wurde und nicht nach Hause zurückkehren konnte. Um mich selbst zu schützen, hatte ich so eine schwere Katastrophe über diesen Bruder gebracht. Ich war wirklich zu selbstsüchtig und besaß keinerlei Menschlichkeit! Die Natur meiner Handlungen war die eines Judas. Nach dem, was ich getan hatte, hätte Gott alles mit mir machen können. Selbst wenn Er mich in die Hölle geschickt hätte, wäre das nicht übertrieben gewesen. Aber Gott hatte mich überhaupt nicht gemäß meiner Verfehlung behandelt, und Er gab mir die Chance, das Kirchenleben zu leben und meine Pflicht zu tun. Dass ich heute am Leben sein und meine Pflicht tun konnte, war Gottes Gnade und Erhöhung. Ich hätte nach der Wahrheit streben, meine Verdorbenheit beseitigen, Buße tun und meine Pflicht gut tun sollen. Dennoch war ich immer noch in meiner Verfehlung gefangen, was mich um meine Aussichten und mein Schicksal besorgt machte. Da ich in einem Zustand der Niedergeschlagenheit und Negativität lebte, wurde ich bei der Ausführung meiner Pflicht immer passiver, was nicht nur Verluste bei meiner Arbeit verursachte, sondern auch meinen Lebenseintritt behinderte. Ich verlor viele Gelegenheiten, die Wahrheit zu erlangen. Nachdem ich diesen Abschnitt aus Gottes Worten gelesen hatte, fühlte ich, dass Gott von Angesicht zu Angesicht mit mir sprach. Er will nicht, dass Menschen in Niedergeschlagenheit verfallen, nachdem sie eine Verfehlung begangen haben; Er will, dass sie in der Lage sind, über sich selbst nachzudenken und in ihrem Streben weiter voranzukommen. Egal zu welcher Zeit, man darf das Streben nach der Wahrheit nicht aufgeben. Als ich sah, wie real Gottes Liebe war, beschloss ich, die Wahrheit zu suchen und die Fesseln meines negativen Zustands abzuwerfen.

Später las ich einige von Gottes Worten: „Die Menschen glauben alle an Gott, um Segnungen, Belohnungen und Kronen zu erlangen. Hat nicht jeder Mensch diese Absicht im Herzen? In Wirklichkeit hat sie jeder Mensch. Das ist eine Tatsache. Obwohl die Menschen nicht oft darüber sprechen und ihre Absicht und ihr Verlangen, Segnungen zu erlangen, sogar vertuschen, kam dieses Verlangen, diese Absicht und dieses Motiv, die tief in den Herzen der Menschen liegen, nie ins Wanken. Ganz gleich, wie viel geistliche Theorie die Menschen verstehen, welche erfahrungsbasierten Erkenntnisse sie besitzen, welche Pflicht sie tun können, wie viel Leid sie erdulden oder wie hoch der Preis ist, den sie zahlen, nie lassen sie die Absicht, Segnungen zu erlangen, die tief in ihren Herzen verborgen ist, los, und mühen sich ab und beschäftigen sich immer still in ihrem Dienst. Ist das nicht die Sache, die am tiefsten in den Herzen der Menschen vergraben ist? Wie würdet ihr euch ohne diese Absicht, Segnungen zu erlangen, fühlen? Mit welcher Haltung würdet ihr eure Pflicht tun und Gott folgen? Was würde aus den Menschen werden, wenn diese Absicht, Segnungen zu erlangen, die in ihren Herzen verborgen ist, vollständig ausgemerzt würde? Es ist möglich, dass viele Menschen negativ würden und dass einige bei ihren Pflichten demotiviert würden und das Interesse an ihrem Glauben an Gott verlieren würden. Sie schienen ihre Seelen verloren zu haben, und es sähe so aus, als ob ihnen ihre Herzen weggenommen worden wären. Deshalb sage Ich, dass die Absicht, Segnungen zu erlangen, etwas ist, das tief in den Herzen der Menschen verborgen ist(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Sechs Kriterien für Wachstum im Leben). Ich sah, dass Gott entlarvt, dass die an Gott Gläubigen alle ihre eigenen zugrunde liegenden Motive haben. Es geht ihnen allen darum, Segen zu erlangen, und sobald es um ihre Aussichten und ihr Schicksal geht und sie keinen Segen erlangen können, denken sie, dass der Glaube an Gott bedeutungslos ist, leben in einem Zustand der Niedergeschlagenheit und haben in ihrem Herzen kein Streben, nach oben zu gelangen. Dies ist das fehlgeleitete Streben des Menschen in seinem Glauben an Gott. Auf der Grundlage von Gottes Worten dachte ich über mich nach: Damals, als ich diese Stufe von Gottes Werk gerade erst angenommen hatte, wendete ich mich auf jede erdenkliche Weise auf und strengte mich an, um Segen zu erlangen. Nachdem ich verhaftet worden war, verriet ich den Bruder und erlag der Verfehlung, weil ich Angst hatte, Härte zu erdulden und zu Tode gefoltert zu werden. Ich dachte, ich würde nie wieder eine Chance auf Errettung haben, lebte in einem Zustand der Niedergeschlagenheit und fällte ein Urteil über mich selbst. Nach meiner Entlassung aus dem Gefängnis war meine Bereitschaft, jede Pflicht anzunehmen und mich ihr zu unterwerfen, nur dazu da, für meine Sünden zu sühnen und Segen zu erlangen, und es war keine wirkliche Buße. Sobald ich dachte, dass ich nicht gerettet werden könnte und keinen Segen erlangen würde, wurde ich so negativ, dass ich nicht mehr in der Stimmung war, meine Pflicht zu tun. Ich erkannte, dass ich meine Pflicht getan hatte, um Segen zu erlangen, und dass ich ein Geschäft mit Gott gemacht hatte. Ich war genau wie Paulus. Damals tat Paulus alles, was er konnte, um dem Herrn Jesus zu widerstehen, er nahm die Jünger des Herrn gefangen und verfolgte sie, und am Ende wurde er von einem hellen Licht niedergestreckt. Damals gab er nur seine Sünden zu, und als er später das Evangelium für den Herrn predigte, geschah dies ebenfalls, um Sühne zu leisten; beides war keine wirkliche Buße und Veränderung. Er kannte sein eigenes Wesen des Widerstands gegen Gott nicht, und als seine Arbeit einige Ergebnisse hervorbrachte, dachte er, er hätte Kapital, sodass er am Ende offen ein Geschäft mit Gott machte und sagte: „Die Krone der Gerechtigkeit ist mir beigelegt“ (2 Timotheus 4,8). Er kränkte Gottes Disposition und wurde von Gott verflucht und bestraft. Als ich über Gottes Worte nachdachte, hasste ich mich noch mehr. Ich hatte so ein großes Übel getan und machte immer noch ein Geschäft mit Gott; ich war völlig unvernünftig! Selbst wenn ich in Zukunft kein gutes Ergebnis und keinen guten Bestimmungsort hätte, wäre das Gottes Gerechtigkeit. Es wäre durch mein eigenes Übeltun und meinen Verrat an Gott verursacht. Die Blasen an meinen Füßen kamen von dem Weg, den ich selbst gegangen war; ich musste ernten, was ich gesät hatte. Egal, wie mein Ergebnis aussehen mag, ich sollte meine Position als geschaffenes Wesen einnehmen und meine Pflicht gut tun; das war die Vernunft und die Praxis, die ich haben sollte. Ich trat vor Gott und betete zu Ihm, „Gott! Ich glaubte an Dich, um Segen und Belohnungen zu erlangen, und indem ich allem entsagte und mich aufwendete, machte ich ein Geschäft mit Dir. Ich bin so unvernünftig! Wenn jemand einen Hund hätte, wüsste dieser Hund, wie er es seinem Besitzer vergelten und das Haus schützen kann. Aber was ist mit mir? Du hast mich mit so vielen Wahrheiten bewässert und versorgt und mir Barmherzigkeit und Toleranz gezeigt, aber ich habe ein Geschäft mit Dir gemacht. Als ich dachte, ich hätte vielleicht keinen guten Bestimmungsort, wollte ich meine Pflicht nicht gewissenhaft tun. Ich bin sogar schlimmer als ein Hund! Gott, ich bin bereit, Buße zu tun. Egal, wie mein Ergebnis in der Zukunft aussehen wird, ich werde meine Pflicht treu tun und nicht länger an Dich glauben, um Segen zu erlangen.“

Danach las ich noch einige weitere Worte Gottes, die mir eine gewisse Erkenntnis Seiner gerechten Disposition brachten. Der Allmächtige Gott sagt: „Die meisten Menschen haben auf irgendeine Weise Verfehlungen begangen und sich selbst besudelt. Zum Beispiel haben sich einige Leute Gott widersetzt und blasphemische Dinge gesagt; einige haben Gottes Auftrag abgelehnt und ihre Pflicht nicht ausgeführt und wurden von Gott verschmäht; einige haben Gott verraten, als sie mit Versuchungen konfrontiert waren; einige haben Gott verraten, indem sie die ‚Drei Erklärungen‘ unterschrieben, als sie verhaftet wurden; einige stahlen Opfergaben; einige vergeudeten Opfergaben; einige störten häufig das Gemeindeleben und fügten Gottes auserwähltem Volk Schaden zu; einige bildeten Cliquen und quälten andere Leute und stürzten so die Gemeinde ins Chaos; einige verbreiteten Auffassungen und Tod und schadeten damit den Brüdern und Schwestern; und einige trieben Unzucht und Promiskuität und hatten einen schrecklichen Einfluss. Es genügt zu sagen, dass jeder Verfehlungen begeht und Makel hat. Doch einige Menschen sind in der Lage, die Wahrheit zu akzeptieren und Buße zu tun, während andere das nicht können und eher sterben würden, bevor sie Buße tun. Die Menschen sollten also entsprechend ihrer Wesensnatur und ihrem beständigen Verhalten behandelt werden. Diejenigen, die Buße tun können, sind diejenigen, die wirklich an Gott glauben; was aber die wahrhaft Unbußfertigen betrifft, so werden jene, die entfernt und ausgeschlossen werden sollten, entfernt und ausgeschlossen. … Gottes Umgang mit jedem Menschen basiert auf den tatsächlichen Umständen und dem Hintergrund dieses Menschen zur jeweiligen Zeit und auch auf seinen Handlungen, seinem Verhalten und seiner Wesensnatur. Gott wird niemals jemandem Unrecht tun. Das ist die eine Seite der Gerechtigkeit Gottes. … Wie Gott mit einem Menschen umgeht, ist nicht so simpel, wie die Leute sich es vorstellen. Wenn Seine Haltung gegenüber einer Person von Ekel oder Abscheu geprägt ist, oder wenn es darum geht, was diese Person in einem bestimmten Zusammenhang sagt, hat Er ein gutes Verständnis von ihren Zuständen. Das liegt daran, dass Gott das Herz und das Wesen des Menschen genau prüft. Die Menschen denken immer: ‚Gott hat nur Seine Göttlichkeit. Er ist gerecht und duldet keine Verletzung durch den Menschen. Er nimmt keine Rücksicht auf die Schwierigkeiten des Menschen und versetzt Sich nicht in die Lage der Menschen. Wenn sich ein Mensch Gott widersetzt, wird Er ihn bestrafen.‘ Das ist überhaupt nicht so. Wenn jemand Seine Gerechtigkeit, Sein Wirken und Seine Behandlung der Menschen so versteht, irrt er sich gewaltig. Gottes Entscheidung über das Ergebnis eines jeden Menschen beruht nicht auf den Vorstellungen und Einbildungen der Menschen, sondern auf Gottes gerechter Disposition. Je nachdem, was ein Mensch getan hat, wird Er es ihm vergelten. Gott ist gerecht, und früher oder später wird Er dafür sorgen, dass alle Menschen durch und durch davon überzeugt sein werden(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verstand ich, dass Gott in Seinem Umgang mit dem Menschen Grundsätze hat. Er bestimmt das Ergebnis eines Menschen nicht auf der Grundlage einer einmaligen Verfehlung, sondern vielmehr auf der Grundlage des Kontexts und der Natur der Handlungen einer Person und ob sie in der Lage ist, die Wahrheit anzunehmen und wirklich Buße zu tun; das ist Gottes Gerechtigkeit. Als ich darüber nachdachte, ging mir plötzlich ein Licht auf. Ich erkannte, dass es in Gottes Umgang mit den Menschen nicht nur gerechtes Gericht, sondern auch Barmherzigkeit gab. Er behandelte die Menschen nicht alle nach Schema F. Wenn ich daran zurückdachte, wie ich Gott verriet, da mein Fleisch schwach war, glaubte ich, dass ich, da ich so etwas getan hatte, verdammt und ausgemustert werden würde, und dass es für mich, egal wie ich Buße tat, keine Möglichkeit gäbe, gerettet zu werden. Jetzt schien es, als hätte ich Gottes gerechte Disposition nicht verstanden. Es war so, dass sowohl Chen Hua als auch ich die Interessen von Gottes Haus verrieten. Die Kirche gab mir eine weitere Chance, meine Pflicht zu tun, und sie basierte hauptsächlich auf dem Kontext und der Natur meines Verrats und bezog sich auf mein konsequentes Verhalten bei der Ausführung meiner Pflicht. Damals wurde ich sieben Tage und Nächte lang von der Polizei gefoltert, und mein Körper konnte es nicht mehr aushalten. Ich habe Satans hinterlistigen Plan nicht durchschaut und in einem schwachen Moment Gott verraten. Es verursachte keine großen Verluste, und danach war ich voller Reue und verabscheute mich selbst. Dies wurde als eine schwerwiegende Verfehlung angesehen, und Gottes Haus gab mir eine Chance zur Buße. Chen Hua hingegen ergab sich der gewalttätigen Macht des großen roten Drachen, nachdem die Polizei ihr nur ein paar Fragen gestellt hatte, und verriet viele Leiter, Mitarbeiter und die Häuser derer, die Bücher verwahrten, was dazu führte, dass viele Brüder und Schwestern verhaftet wurden und der Arbeit der Kirche enorme Verluste entstanden. Chen Huas Verfehlung war kein schwacher Moment; sie hatte das Wesen eines Judas. Die Kirche entfernte sie aufgrund der Natur ihrer Handlungen und der Konsequenzen, die sie verursachten. Das war voll und ganz Gottes Gerechtigkeit. Nachdem ich so viel verstanden hatte, hatte ich eine gewisse Erkenntnis von Gottes gerechter Disposition und sah, dass Seine Disposition schön und gut war. Dennoch war ich Gott gegenüber auf der Hut gewesen und hatte an Ihm gezweifelt, und jetzt fühlte ich mich noch mehr in Seiner Schuld. Ich beschloss, Buße zu tun und mich zu ändern, und falls ich jemals wieder verhaftet und verfolgt würde, würde ich, egal wie sehr mein Fleisch schmerzte und selbst wenn ich sterben müsste, in meinem Zeugnis für Gott standhaft bleiben, Satan demütigen und Gott nicht mehr verraten.

Später las ich einen weiteren Abschnitt aus Gottes Worten und erfuhr, wie ich mit meiner Verfehlung umgehen sollte. Der Allmächtige Gott sagt: „Und wie stellst du es an, damit Gott dich losspricht und dir vergibt? Das hängt von deinem Herzen ab. Wenn du aufrichtig beichtest, deinen Fehler und dein Problem wirklich erkennst, wenn du erkennst, was du getan hast – sei es eine Verfehlung oder eine Sünde –, eine Haltung der echten Beichte einnimmst, wahren Hass auf das, was du getan hast, empfindest und wirklich umkehrst, und du dieses Unrecht nie wieder begehst, dann wird irgendwann ein Tag kommen, an dem du Gottes Lossprechung und Vergebung empfängst. Das heißt, Gott wird dein Ergebnis nicht mehr anhand der ignoranten, dummen und schmutzigen Dinge festlegen, die du zuvor getan hast. … Einige Menschen fragen: ‚Wie viel muss ich beten, bis ich weiß, dass Gott mir vergeben hat?‘ Wenn du dich von dieser Sache nicht mehr schuldig fühlst, wenn du deswegen nicht mehr in Mutlosigkeit verfällst, dann wirst du Ergebnisse erzielt haben, und das zeigt, dass Gott dich losgesprochen hat. Wenn niemand, keine Kraft und keine Macht von außen dich stören kann und wenn du von keiner Person, keinem Ereignis oder keiner Sache eingeschränkt wirst, dann wirst du Ergebnisse erzielt haben. Das ist der erste Schritt, den du machen musst. Der zweite Schritt ist, dass du, während du Gott unentwegt um Lossprechung anflehst, beim Tun deiner Pflicht aktiv nach den Grundsätzen suchen solltest, die es für dich zu befolgen gilt – nur dadurch wirst du in der Lage sein, deine Pflicht gut zu tun. Natürlich handelt es sich hierbei auch um eine praktische Handlung, eine praktische Äußerungsform und Haltung, die deine Verfehlung wiedergutmachen, und die beweisen, dass du reumütig bist und dich geändert hast; das ist etwas, das du tun solltest. Wie gut erfüllst du deine Pflicht, den Auftrag, den Gott dir gibt? Gehst du mit einer mutlosen Haltung an ihn heran oder anhand der Grundsätze, von denen Gott verlangt, dass du sie befolgst? Bringst du deine Treue dar? Auf welcher Grundlage sollte Gott dich lossprechen? Hast du Reue zum Ausdruck gebracht? Was zeigst du Gott? Wenn du Gottes Lossprechung empfangen willst, dann musst du zunächst einmal aufrichtig sein: Zum einen musst du eine Haltung aufrichtiger Buße erkennen lassen, und zum anderen musst du auch deine Aufrichtigkeit einbringen und deine Pflicht gut tun, sonst gibt es nichts zu besprechen. Wenn du diese beiden Dinge tun kannst, wenn du Gott mit deiner Aufrichtigkeit und deinem guten Glauben bewegen kannst, sodass Er dich von deinen Sünden losspricht, dann wirst du genau wie andere Menschen sein. Gott wird dich auf dieselbe Weise betrachten, wie Er andere Menschen betrachtet. Er wird dich auf dieselbe Weise behandeln, wie Er andere Menschen behandelt, und Er wird dich so richten, züchtigen, prüfen und läutern, wie Er es mit anderen Menschen tut – du wirst nicht anders behandelt werden. Auf diese Weise wirst du nicht nur die Entschlossenheit und den Wunsch haben, nach der Wahrheit zu streben, sondern Gott wird dich bei deinem Streben nach der Wahrheit auch auf dieselbe Weise erleuchten, führen und versorgen. Da du jetzt einen ernstgemeinten und aufrichtigen Wunsch hegst und eine ernsthafte Haltung hast, wird Gott dich nicht anders als alle anderen behandeln, und genau wie andere Menschen, wirst du die Chance haben, Rettung zu erlangen. Ihr versteht das, nicht wahr? (Ja.)“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (2)). Als ich über Gottes Worte nachdachte, verstand ich, dass alles was Gott will, die wirkliche Buße und Veränderung ist, egal welche vergangenen Verfehlungen man begangen hat. Wenn man einen Fehler macht, muss man vor Gott treten und aufrichtig seine Sünden zugeben. Als Nächstes muss man an seiner Pflicht festhalten und sie treu tun, indem man mit praktischen Handlungen seine Verfehlungen wiedergutmacht. Es ist genau wie bei David, zu dem Gott einen Propheten sandte, weil er Ehebruch begangen hatte, indem er mit Urias Frau schlief. David wusste, dass er eine Sünde begangen hatte, und er gab es zu und zeigte Gott seine Reue. Er weinte so viele Tränen, dass sein Bett davon schwamm, und als er alt wurde, rührte er nicht einmal das Mädchen an, das sein Bett wärmte. Zusätzlich zu seiner tiefen Reue hielt er auch durch praktische Taten an seiner Pflicht fest, indem er einen heiligen Tempel baute und die Israeliten anführte, Gott Jehova anzubeten. Davids Haltung gegenüber seiner Verfehlung war nicht von Niedergeschlagenheit geprägt, sondern positiv und nach vorne gerichtet. Er zeigte wirkliche Buße und Veränderung. Da war auch Petrus, der den Herrn dreimal verleugnete und sein Zeugnis verlor. Auch Petrus’ Haltung war nicht von Niedergeschlagenheit geprägt. Stattdessen gab er aufrichtig seine Verfehlungen vor Gott zu und zeigte wirkliche Reue. Am Ende wurde er für den Herrn kopfüber gekreuzigt, als Zeugnis seiner Liebe zu Gott. Ich musste dem Beispiel von David und Petrus folgen, meiner Verfehlung mit einer positiven Haltung begegnen, meinen Zustand der Niedergeschlagenheit loslassen und vor Gott nach wirklicher Buße und Veränderung streben. Das ist die Praxis und die Haltung, die ich haben sollte.

Später dachte ich darüber nach, warum ich Gott damals bei meiner Verhaftung verraten hatte. Es lag daran, dass ich zu sehr an meinem Fleisch hing und mein eigenes Leben zu sehr schätzte. Ich dachte an das, was der Herr Jesus gesagt hatte: „Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um Meinetwillen, der wird’s erhalten(Lukas 9,24). Tatsächlich wird es von Gott orchestriert und beherrscht, ob ich lebe oder sterbe. Selbst wenn ich von der Polizei bis zum Tod verfolgt würde, hätte mein Tod Wert und Bedeutung, solange ich in meinem Zeugnis für Gott standhaft bleiben könnte. Jetzt hatte ich Gott verraten, und obwohl mein Körper kein Leid ertrug, war das, was ich ertrug, das Leiden meines Herzens. Jedes Mal, wenn ich daran dachte, wie ich den Bruder und das Geld der Kirche verraten hatte, war es so schmerzhaft, als ob mein Herz mit einem Messer durchbohrt worden wäre. Dies war zu meinem bleibenden Schandfleck geworden; mein unendlicher Schmerz. In Wirklichkeit ist körperliches Leid nur vorübergehend, und es wird vorübergehen, wenn man es einfach erträgt, aber ein leidendes Herz währt ewig. Ich hatte mein Fleisch bewahrt, aber allen Frieden und alle Freude verloren; ich lebte wie eine wandelnde Leiche. Ich dachte an jene Brüder und Schwestern im Gefängnis, die in ihrem Zeugnis standhaft geblieben waren. Obwohl ihr Körper viel Leid ertrug und einige sogar von der Polizei zu Tode geprügelt wurden, starben sie für die Gerechtigkeit. Ein solcher Tod hat Wert und Bedeutung und wird von Gott gebilligt und in Erinnerung behalten. Ich erkannte, dass es noch einen weiteren Aspekt gab, warum ich die Kirche verraten hatte, nämlich, dass ich den hinterlistigen Plan der Polizei nicht durchschaut hatte. Als ich hörte, wie sie sagten, sie hätten das Geld der Kirche gefunden, dachte ich, da sie es bereits beschlagnahmt hätten, spiele es keine Rolle, ob ich etwas sagte oder nicht. Wenn ich reden würde, würde ich nicht mehr gefoltert werden. Infolgedessen verlor ich mein Zeugnis. In Wirklichkeit hätte ich, unabhängig davon, ob sie das Geld der Kirche gefunden hatten oder nicht, den Mund halten sollen. Was Gott wollte, waren meine Treue und mein Zeugnis. Nachdem ich den Grund für mein Versagen gefunden hatte, fasste ich einen Entschluss: Sollte ich in Zukunft wieder verhaftet werden, würde ich die Interessen der Kirche nicht verraten, selbst wenn es den Tod bedeutete. Wenn ich an die letzten Jahre zurückdenke, hatte ich dieses Problem immer vermieden. Ich war nicht bereit, mich der Realität zu stellen und mein eigenes Problem zu lösen. Obwohl ich mich selbst hasste, hatte ich mich nie wirklich selbst gekannt. Ich war nicht aus meiner Niedergeschlagenheit herausgetreten. Unter der Führung von Gottes Worten beseitigte ich schließlich die Entfremdung und die Missverständnisse zwischen Gott und mir. Jetzt hatte Gott mir aus Gnade die Pflicht anvertraut, Neulinge zu bewässern, und ich sollte meine Bewässerungsarbeit gemäß den Grundsätzen ausführen, meine Brüder und Schwestern führen, die Wahrheit zu verstehen, auf dem wahren Weg Wurzeln zu schlagen und gute Taten vorzubereiten. Jetzt konnte ich mit meiner Verfehlung richtig umgehen und missverstand Gott nicht mehr oder war Ihm gegenüber auf der Hut. Ich öffnete mich auch und hielt mit den Brüdern und Schwestern über diese Erfahrung des Versagens Gemeinschaft und bezeugte dadurch Gottes gerechte Disposition. Wenn wir uns in kleinen Gruppen versammelten, hielt ich aktiv Gemeinschaft, und wenn ich bei meiner Pflicht auf Probleme und Schwierigkeiten stieß, konnte ich bewusst die Wahrheit suchen und über mich selbst nachdenken. Nachdem ich eine Zeit lang so praktiziert hatte, wendete sich mein Zustand eindeutig zum Besseren, und Gott führte mich bei der Ausführung meiner Pflicht. Als ich sah, dass Gott mich aufgrund meiner Verfehlung nicht verlassen hatte und mich immer noch führte und leitete, wurde mir klar, dass es nicht das Schrecklichste ist, eine Verfehlung begangen zu haben. Solange man aufrichtig Buße tut und die Wahrheit gemäß den Grundsätzen praktizieren kann, kann man Gottes Barmherzigkeit und Führung erlangen. Genau wie Gott sagt: „Gottes Barmherzigkeit und Toleranz sind nicht schwer zu gewinnen – aber es ist schwer für den Menschen, wahre Reue zu erreichen(Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige II). Dass ich diese Erkenntnis und diese persönlichen Erfahrungen machen kann, verdanke ich ganz der Führung Gottes! Ehre sei Gott!

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