29. Auch Ältere sollten nach der Wahrheit streben
In dem Jahr, als ich 46 wurde, nahm ich das Werk des Allmächtigen Gottes in den letzten Tagen an. Aus Gottes Worten erfuhr ich, dass dies die letzte Phase von Gottes Werk zur Rettung der Menschen ist, und dass Er am Ende diejenigen, die Er gerettet hat, in ein neues Zeitalter führen wird. Ich war unglaublich begeistert, entsagte, wendete mich auf und tat meine Pflicht mit hundertfach größerem Glauben. Damals war ich noch ziemlich jung und voller Energie. Wenn ich meine Pflicht mit jungen Brüdern und Schwestern tat, kam ich mir überhaupt nicht alt vor. Voller Leben sang und tanzte ich. Manchmal fuhr ich fast hundert Kilometer mit dem Fahrrad, um das Evangelium zu predigen, ohne dabei müde zu werden. Ich glaubte: Wenn ich mich auf diese Weise für Gott aufwende und meine Pflicht tue, werde ich nach Abschluss von Gottes Werk auf jeden Fall gerettet. Mit 65 bekam ich auf einem Ohr einen Tinnitus, der sich als ständiges Brummen äußerte. Anfangs machte ich mir keine großen Gedanken und dachte, es würde nach einer Weile wieder besser werden. Doch später wurde es immer schlimmer. Manchmal verstand ich nicht mehr deutlich, was andere sagten, und wenn es ganz schlimm war, wurde mir schwindelig. Als ich es im Krankenhaus untersuchen ließ, sagte der Arzt, das Ohr sei bereits taub und könne nicht mehr behandelt werden. Da bekam ich eine sehr negative Einstellung und dachte: „Das war’s. Dieses Ohr ist taub, und ich verstehe andere nicht mehr richtig. Das wird mich bei der Ausführung meiner Pflicht behindern. Wozu bin ich in Gottes Haus dann noch nütze? Wenn ich meine Pflicht nicht tun kann, habe ich dann noch Hoffnung, Errettung zu erlangen? Will man eine taube und weitsichtige Person wie mich dann im Königreich überhaupt noch haben?“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto niedergeschlagener wurde ich. Ich betete zu Gott und bat Ihn, mich aus meinem negativen Zustand zu holen.
Eines Tages las ich Folgendes in Gottes Worten: „Alle, die bereit sind, perfektioniert zu werden, haben die Gelegenheit, perfektioniert zu werden, also müssen sich alle entspannen: In der Zukunft werdet ihr alle den Bestimmungsort betreten. Aber wenn du nicht bereit bist, perfektioniert zu werden, und nicht gewillt bist, das wunderschöne Reich zu betreten, dann ist das dein eigenes Problem. … Jeder Mensch hat die Möglichkeit, perfektioniert zu werden: Unter der Voraussetzung, dass du bereit bist und danach strebst, wirst du am Ende in der Lage sein, dieses Ergebnis zu erreichen, und keinem von euch wird der Rücken gekehrt werden. Wenn du von schwachem Kaliber bist, werden Meine Anforderungen an dich deinem schwachen Kaliber entsprechen. Wenn du von hohem Kaliber bist, dann werden Meine Anforderungen an dich deinem hohen Kaliber entsprechen. Wenn du unwissend und des Lesens und Schreibens unkundig bist, werden Meine Anforderungen an dich diesem entsprechen. Wenn du des Lesens und Schreibens kundig bist, werden Meine Anforderungen an dich der Tatsache entsprechen, dass du des Lesens und Schreibens kundig bist. Wenn du alt bist, werden Meine Anforderungen an dich deinem Alter entsprechen. Wenn du fähig bist, deine Pflicht als Gastgeber auszuführen, werden Meine Anforderungen an dich entsprechend sein. Wenn du sagst, dass du keine Gastgeberpflicht ausführen kannst und du nur eine bestimmte Funktion ausführen kannst, sei es das Predigen des Evangeliums oder dich um die Kirche zu kümmern oder dich anderer allgemeiner Angelegenheiten anzunehmen, werde Ich dich entsprechend der Funktion, die du ausführst, perfektionieren. Bis zum Schluss treu zu sein, sich bis zum Schluss zu unterwerfen und bestrebt zu sein, Gott bis aufs Äußerste zu lieben – diese Dinge sind es, die du erreichen musst, nur diese drei Dinge, und es gibt keine besseren Praktiken als diese. Letztendlich wird von den Menschen verlangt, diese drei Dinge zu erreichen, und wer sie erreichen kann, wird perfektioniert werden. Doch vor allem musst du aufrichtig bestrebt sein, du musst aktiv nach vorne und nach oben drängen und darfst in dieser Angelegenheit nicht passiv sein“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Wiederherstellung des normalen Lebens der Menschen und ihre Hinführung zu einem wundervollen Bestimmungsort). In Gottes Worten erkannte ich Gottes Gerechtigkeit. Gott gibt jedem die Möglichkeit, Errettung zu erlangen und perfektioniert zu werden. Er rettet Menschen nicht aufgrund ihres Alters, und perfektioniert sie auch nicht danach, wie viele Pflichten sie erfüllen. Vielmehr verlangt Er, dass sie Pflichten im Rahmen ihrer Fähigkeiten tun, nach der Wahrheit streben, Ihm Treue und Unterwerfung entgegenbringen und ein gottliebendes Herz haben – das ist es, was Gottes Billigung einbringt. Unabhängig von ihrem Alter oder der Pflicht, die die Menschen tun: Gott wünscht sich ihre Treue und Unterwerfung. Ich hatte Gottes Absicht nicht verstanden und geglaubt, dass ich die Hoffnung auf Errettung verlieren würde, weil ich alt und halb taub wäre und keine Pflicht mehr tun könnte. Das waren meine Auffassungen und Einbildungen. Gott sagt, dass ältere Menschen die für sie spezifischen Anforderungen befolgen sollten. Obwohl ich alt und auf einem Ohr taub war, hatte ich noch ein Ohr, mit dem ich Gottes Worte hören konnte. Wenn ich keine wichtige Pflicht ausführen konnte, dann eben eine andere, zu der ich fähig war. Später predigte ich gemeinsam mit den Brüdern und Schwestern der Kirche das Evangelium, und ich fühlte mich ziemlich glücklich dabei.
Im März 2023 wurde ich in einen Autounfall verwickelt, bei dem ich mir mein linkes Bein brach. Während ich mich zu Hause erholte, lebte ich in ständiger Sorge: Ich war nun bereits 70 Jahre alt, meine Gesundheit war bereits angeschlagen, mein Gehör war weg und meine Sehkraft verschlechterte sich. Und nun hatte ich mir auch noch das Bein gebrochen, was sollte ich denn da in Zukunft noch tun? Ursprünglich wollte ich das Evangelium predigen und meine Treue beweisen und war gerade dabei, einige gute Taten vorzubereiten. Ich hätte nie gedacht, dass ich mir mein Bein brechen würde, und wer wusste schon, wann es wieder heilen würde. Wenn ich in Zukunft meine Pflicht nicht mehr ausführen könnte, hätte ich dann überhaupt noch Hoffnung auf Errettung? Je mehr ich darüber nachdachte, desto trauriger wurde ich, und unweigerlich fing ich an, zu hadern: „Seitdem ich an den Herrn glaube, habe ich mich immer voller Eifer aufgewendet. Als ich Gottes Werk der letzten Tage angenommen habe, habe ich sogar mein Restaurant geschlossen, damit ich meine Pflicht ausführen konnte. Einige Male wurde ich fast verhaftet und konnte nicht nach Hause zurückkehren. Seit über 20 Jahren bin ich ständig auf den Beinen und habe so viel gegeben. Ich dachte, wenn ich so weitermache, werde ich Errettung empfangen. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich jetzt, wo sich Gottes Werk dem Ende zuneigt, nicht einmal mehr meine Pflicht tun könnte. Habe ich überhaupt noch Hoffnung auf Errettung? Wäre ich zehn oder zwanzig Jahre jünger, könnte ich meine Pflicht noch länger tun und hätte eine gewisse Hoffnung auf Errettung. Warum bin ich nur zu dieser Zeit geboren? Jetzt werde ich mit jedem Jahr älter und mein Körper wird immer unbeweglicher. Welche Hoffnung bleibt mir da für die Zukunft?“ Als ich in Videos sah, wie junge Brüder und Schwestern sangen und tanzten, wurde ich besonders neidisch: „Diese Brüder und Schwestern sind wirklich in einem guten Jahrzehnt geboren. Sie sind jung, auf dem Höhepunkt ihrer Kräfte, haben ein gutes Gedächtnis, lernen Dinge schnell und können viele Pflichten tun. Jetzt ist die entscheidende Zeit, in der Gott die Menschen perfektioniert, und wenn Gottes Werk abgeschlossen ist, werden diese jungen Leute viel wahrscheinlicher Errettung erlangen und überleben. Wäre ich in den Achtzigern oder Neunzigern geboren, käme ich noch rechtzeitig. Warum musste ich in den Fünfzigern geboren werden? Gottes Werk neigt sich dem Ende zu, aber ich bin alt und kann meine Pflicht nicht mehr tun. Ich könnte jeden Tag sterben. Welche Hoffnung auf Errettung habe ich da noch?“ In dieser Zeit fühlte ich mich besonders niedergeschlagen, und wenn ich darüber nachdachte, brach es mir fast das Herz und ich weinte. Ich beobachtete die Nichtgläubigen in meiner Familie, die sich mit Essen, Trinken und Freizeitvergnügungen beschäftigten; sie versuchten, mich glücklicher zu machen, aber ich konnte mich einfach nicht aufheitern lassen. Ich hatte das Gefühl, mein Leben sei hoffnungslos. Obwohl ich jeden Tag Gottes Worte las, spulte ich dies nur mechanisch ab, und auch meine Gebete waren nur noch reine Formsache, sodass ich das Gefühl hatte, mein Herz hätte sich sehr von Gott entfernt. Ich erkannte, dass mein Zustand falsch war, also betete ich zu Gott und bat Ihn, mich aus diesem negativen Zustand herauszuführen.
Eines Tages las ich einen Abschnitt in Gottes Worten, der mich zutiefst bewegte. Der Allmächtige Gott sagt: „Unter den Brüdern und Schwestern befinden sich auch Senioren im Alter von 60 bis 80 oder 90 Jahren, die wegen ihres fortgeschrittenen Alters ebenfalls auf einige Schwierigkeiten stoßen. Trotz ihres Alters sind ihre Gedanken nicht unbedingt besonders korrekt oder rational, und ihre Vorstellungen und Ansichten stimmen nicht unbedingt mit der Wahrheit überein. Diese Senioren haben auch Probleme und machen sich ständig Sorgen: ‚Meine Gesundheit ist nicht mehr so gut, und ich kann nur noch bestimmte Pflichten tun. Wird Gott sich an mich erinnern, wenn ich nur diese geringfügige Pflicht tue? Manchmal werde ich krank, und es muss sich jemand um mich kümmern. Wenn sich niemand um mich kümmern kann, kann ich meine Pflicht nicht tun, was soll ich dann tun? Ich bin alt und behalte Gottes Worte nicht, wenn ich sie lese, und es fällt mir schwer, die Wahrheit zu verstehen. Wenn ich über die Wahrheit Gemeinschaft halte, spreche ich auf eine wirre und unlogische Weise, und ich habe keine guten Erfahrungen, die ich mit den anderen teilen kann. Ich bin alt, und ich habe nicht genügend Energie, meine Augen sind nicht mehr so gut, und ich habe keine Kraft mehr. Alles fällt mir schwer. Es ist nicht nur, dass ich meine Pflicht nicht tun kann, ich bin auch vergesslich und mache oft Fehler. Manchmal bin ich wirr im Kopf, und ich verursache der Gemeinde und meinen Brüdern und Schwestern Probleme. Es ist sehr schwer für mich, nach der Wahrheit zu streben und Rettung zu erlangen. Was soll ich tun?‘ Wenn sie über diese Dinge nachdenken, machen sie sich Sorgen: ‚Andere Leute haben in ihren Zwanzigern oder Dreißigern angefangen, an Gott zu glauben – wie kommt es, dass ich erst in so hohem Alter zum Glauben an Gott gekommen bin? Die großen Katastrophen stehen kurz bevor. Ich habe erst so spät angefangen, an Gott zu glauben – kann ich noch Errettung erlangen? Obwohl es Gottes Gnade zu verdanken ist, dass mir die Gelegenheit Seines Werkes zuteilwurde, bin ich zu alt. Mein Gedächtnis ist nicht gut, und mein Körper gehorcht mir nicht mehr. Ich werde schläfrig und nicke ein, nachdem ich bei Versammlungen eine Weile zugehört habe. Kann ich so die Wahrheit erlangen? Was kann ich tun? Ich mache mir so große Sorgen! …‘ … Sie sehen, dass junge Leute essen und trinken, laufen und springen können, und werden neidisch. Je mehr sie den jungen Leuten bei diesen Dingen zuschauen müssen, desto bekümmerter fühlen sie sich und denken: ‚Ich will meine Pflicht gut erfüllen und auch nach der Wahrheit streben und sie verstehen, und die Wahrheit zudem auch praktizieren, warum also ist das so schwierig? Ich bin zu alt und nutzlos! Will Gott alte Menschen denn nicht? Sind alte Menschen wirklich nutzlos? Können wir keine Rettung erlangen?‘ Sie sind traurig und können sich an nichts erfreuen, ganz gleich, wie sie auch darüber nachdenken. Sie wollen diese wunderbare Zeit nicht verpassen und sich eine so großartige Gelegenheit nicht entgehen lassen, aber sie sind nicht in der Lage, sich aufzuwenden und ihre Pflicht mit ganzem Herzen auszuführen, wie junge Leute es tun. Diese Senioren verfallen aufgrund ihres Alters in tiefe Trübsal, Angst und Sorge. Jedes Mal, wenn sie auf irgendwelche Schwierigkeiten, Rückschläge und Widrigkeiten oder Hindernisse stoßen, schieben sie ihrem Alter die Schuld zu. Sie hassen sich sogar und mögen sich selbst nicht. Aber das ist ja eh zwecklos, sie sehen keine Lösung, und es gibt für sie keinen Weg nach vorn. Könnte es wirklich so sein, dass es für sie keinen Weg nach vorne gibt? Gibt es denn keine Lösung? (Auch Senioren sollten ihre Pflichten nach besten Kräften ausführen.) Es ist für Senioren durchaus machbar, ihre Pflichten nach besten Kräften zu tun, oder? Können Senioren aufgrund ihres Alters nicht mehr nach der Wahrheit streben? Können sie die Wahrheit nicht verstehen? (Doch, das können sie.) Können Senioren die Wahrheit verstehen? Gewisse Teile können sie verstehen. Aber es ist auch nicht so, dass junge Leute sie komplett verstehen können. Senioren hegen stets den Irrglauben, dass sie verwirrt sind und ein schlechtes Gedächtnis haben und deshalb die Wahrheit nicht verstehen können. Ist das eine Tatsache? (Nein.) Zwar haben junge Leute mehr Energie als Senioren und sind körperlich stärker, doch ihre Fähigkeit, Dinge zu verstehen, zu begreifen und zu erkennen, ist genau die gleiche wie die der Senioren. Waren Senioren nicht auch einmal jung? Sie wurden nicht alt geboren, und auch junge Leute werden eines Tages alt werden. Senioren sollten nicht ständig denken, dass sie sich von jungen Menschen unterscheiden, nur weil sie alt, körperlich schwach und nicht bei bester Gesundheit sind und ein schlechtes Gedächtnis haben. In Wirklichkeit gibt es keinen Unterschied. Was meine Ich, wenn Ich sage, dass es keinen Unterschied gibt? Ob die Menschen nun alt oder jung sind, ihre verdorbenen Dispositionen sind die gleichen, ihre Einstellungen und Ansichten zu allen möglichen Dingen sind die gleichen, und ihre Perspektiven und Standpunkte zu allen möglichen Dingen sind die gleichen. … Es ist also nicht so, dass ältere Menschen nichts zu tun hätten oder dass sie nicht in der Lage wären, ihre Pflichten zu tun, geschweige denn, dass sie nicht in der Lage wären, nach der Wahrheit zu streben – es gibt viele Dinge, die sie tun sollten. In deinem Leben hast du alle möglichen Häresien und Irrtümer angesammelt sowie verschiedene traditionelle Vorstellungen und Auffassungen, törichte und starrköpfige Ideen, konservative Ideen, irrationale Ideen und verzerrte Ideen. Diese haben sich in deinem Herzen viel zu sehr angehäuft. Du solltest noch mehr Zeit als junge Menschen aufwenden, um diese Dinge ans Tageslicht zu fördern, im Detail zu analysieren und zu erkennen. Es ist nicht so, dass du nichts zu tun hast. Wenn du nicht beschäftigt bist, wirst du bekümmert, unruhig und besorgt, was weder deine Aufgabe noch deine Verantwortlichkeit ist. Zunächst einmal sollten Senioren die richtige Geisteshaltung haben. Auch wenn du vielleicht in die Jahre gekommen und körperlich etwas gealtert bist, solltest du dennoch eine junge Geisteshaltung haben. Auch wenn du alt wirst und dein Gedächtnis und deine Auffassungsgabe nachlassen, wenn du dich noch selbst kennen kannst, die Worte, die Ich sage, und die Wahrheit noch verstehen kannst, dann beweist das, dass du nicht alt bist und dein Kaliber nicht schlecht ist. Wenn jemand in seinen Siebzigern oder Achtzigern ist, aber die Wahrheit nicht verstehen kann, dann zeigt das, dass seine Größe zu gering ist und nicht den Anforderungen entspricht. Deshalb spielt Alter keine Rolle, wenn es um die Wahrheit geht“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (3)). Gott weiß, dass wir älteren Menschen in einen solchen Zustand geraten, deshalb bringt Er diese Worte zum Ausdruck, um uns einen Weg der Praxis zu zeigen. Dies zeigt, dass Gott uns so sehr liebt. Gott prüft das menschliche Herz genau, und diese Worte Gottes sprechen meinen wahren Zustand an. Wenn ich sah, wie flink der Verstand der jungen Brüder und Schwestern war, wie sie vor Kraft strotzten und in der Lage waren, jede Pflicht in Gottes Haus zu tun, empfand ich tief im Inneren Neid. Ich dachte, dass sie genau zur rechten Zeit kamen, um von Gott perfektioniert zu werden, während ich in meinem Alter, mit meiner schlechten Sehkraft, meiner Schwerhörigkeit und meinem schlechten Gedächtnis mir kaum noch merken konnte, was ich in Gottes Worten las. Besonders jetzt, da mein Bein gebrochen war und ich meine Pflicht nicht tun konnte, hatte ich das Gefühl, dass es keine Hoffnung mehr in meinem Leben gäbe und meine Chancen auf Errettung immer weiter schwinden würden. Deshalb lebte ich oft in einem negativen Zustand und fühlte mich pessimistisch und hoffnungslos. Gottes Worte zeigten mir einen Weg der Praxis auf: Es ist nicht so, dass es für die Menschen keinen Weg mehr gibt, sobald sie alt werden und ihre Pflichten nicht mehr ausführen können. Wenn sie alt sind und nicht mehr hinausgehen und ihre Pflicht tun können, können sie trotzdem immer noch nach der Wahrheit streben und ihre verdorbene Disposition beseitigen. Es ist wie damals, als ich mein Alter nicht akzeptieren wollte, sondern mich zwang, mit den jungen Leuten Schritt zu halten – das war meine arrogante Disposition. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich im Alter nicht mehr in der Lage sein würde, wichtige Pflichten zu tun, und machte mir daher Sorgen, dass ich nicht gerettet werden würde. Ich stellte ständig Forderungen an Gott und konnte mich Seiner Herrschaft und Seinen Anordnungen nicht unterwerfen – auch darin zeigte sich meine verdorbene Disposition. Außerdem strebte ich während der Ausführung meiner Pflicht ständig nach Ansehen und Status und wollte, dass die Leute mich bewundern. All dies waren meine verdorbenen Dispositionen, und ich musste über sie nachdenken, sie erkennen und nach der Wahrheit suchen, um sie zu beseitigen. Außerdem hatte ich, nachdem ich so viele Jahre an Gott geglaubt hatte, einiges an erfahrungsbasiertem Wissen über Gottes Worte. Ich konnte zwar nicht hinausgehen und meine Pflicht tun, aber ich konnte zu Hause bleiben und Erfahrungsberichte schreiben, um Zeugnis für Gott abzulegen. Wäre das nicht auch eine Form, meine Pflicht zu tun? Darüber hinaus bedeutet die Tatsache, dass junge Menschen ein gutes Gedächtnis haben und ihr Verstand, ihre Reflexe und Handlungen schnell sind, nicht, dass sie keine verdorbene Disposition haben. Genau wie ältere Menschen müssen sie das Gericht und die Züchtigung durch Gottes Worte erfahren. Obwohl ich jetzt alt war, hatte ich immer noch viele verdorbene Dispositionen, bei denen ich nach der Wahrheit suchen musste, um sie zu beseitigen. All dies war etwas, das ich tun sollte.
Ich las mehr von Gottes Worten: „Ich bestimme den Bestimmungsort eines jeden Menschen nicht auf der Grundlage seiner Jahre, seines Dienstalters oder der Menge seines Leidens, noch weniger danach, wie mitleiderregend er ist, sondern danach, ob er die Wahrheit besitzt. Es gibt keine andere Möglichkeit als diese. Ihr müsst verstehen, dass alle, die nicht Gottes Willen befolgen, ausnahmslos bestraft werden. Dies ist etwas, das keine Person ändern kann“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Bereite genügend gute Taten für deinen Bestimmungsort vor). „Im gegenwärtigen Strom hat jeder Mensch, der Gott wirklich liebt, die Chance, von Ihm vervollkommnet zu werden. Ob sie jung oder alt sind, solange sie Gott in ihrem Herzen gehorsam bleiben und Ihn verehren, können sie von Ihm vervollkommnet werden. Gott vervollkommnet die Menschen ihren verschiedenen Funktionen entsprechend. Solange du alles tust, was in deiner Macht steht, und dich dem Werk Gottes unterwirfst, kannst du von Ihm vervollkommnet werden. Gegenwärtig ist keiner von euch vollkommen. Manchmal seid ihr in der Lage, eine Art von Funktion zu erfüllen, und manchmal seid ihr in der Lage zwei zu erfüllen. Solange ihr nur euer Möglichstes tut, um euch für Gott aufzuwenden, werdet ihr letztendlich von Ihm vervollkommnet“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Darüber, dass jeder seine Funktion erfüllt). Aus Gottes Worten verstand ich, dass Gott das Ende und den Bestimmungsort der Menschen nicht danach bestimmt, wie alt sie sind oder wie viel sie gelitten haben, sondern danach, ob sie die Wahrheit besitzen und ob sich ihre Lebensdisposition geändert hat. Junge Menschen sind voller Energie, ihr Verstand ist flink, sie nehmen neue Dinge schnell an und können viele Pflichten in Gottes Haus ausführen – deshalb glaubte ich in der Vergangenheit immer, dass nur sie zu der Art Mensch gehörten, die auf Errettung hoffen kann. Besonders wenn ich sah, dass viele junge Menschen befördert wurden, dachte ich, dass ältere Menschen in Gottes Haus nicht nützlich seien, Gott sie nicht wolle und sie keine Hoffnung auf Errettung hätten. Ich betrachtete Gottes Haus wie eine Fabrik in der nicht-gläubigen Welt und glaubte, dass junge Menschen bleiben würden, aber die alten und nutzlosen Menschen nicht gewollt seien – das war mein Missverständnis von Gott, und es war eine Lästerung gegen Ihn. Tatsächlich befördert Gottes Haus Menschen aufgrund der Bedürfnisse der Evangeliumsarbeit, und jeder Bereich der Arbeit erfordert alle Arten von spezialisierten Personen, um sie auszuführen. Dass ältere Menschen einige Pflichten nicht tun können, bedeutet nicht, dass Gott Menschen nicht mehr will, sobald sie alt werden, und schon gar nicht, dass sie keine Hoffnung auf Errettung haben. In Gottes Augen spielt es keine Rolle, ob jemand jung oder alt ist, alle sind gleich. Das Alter und die körperliche Verfassung der Menschen mögen zwar unterschiedlich sein, doch Gott verlangt von allen, in dieselbe Wahrheit einzutreten. Ich sah, dass Gott gerecht ist. Er beurteilt die Menschen nicht nach ihrem Alter, sondern danach, ob sie nach der Wahrheit streben und sie erlangen können. Wenn man nicht nach der Wahrheit strebt und ohne Grundsätze handelt, ist alles vergebens – selbst wenn man jung ist, Kaliber besitzt und eine wichtige Pflicht ausführt. Man widersetzt sich Gott trotzdem. Obwohl ich alt bin und keine wichtige Pflicht mehr tun kann, verstehe ich Gottes Worte immer noch. Mein Verstand und meine Vernunft sind normal, also sollte ich nach der Wahrheit streben und jeden Tag meines Lebens wertschätzen, damit mein Leben noch Früchte bringen kann.
Später stieß ich auf einen weiteren Abschnitt aus Gottes Worten: „Keiner von euch tut jetzt gerade durch Zufall seine Pflicht im Haus Gottes; ganz gleich, aus welchen Verhältnissen jeder von euch gekommen ist, um seine Pflicht auszuführen, es war kein Zufall. Keiner der Menschen, die Pflichten im Haus Gottes ausführen, wurde zufällig von irgendeiner Person ausgewählt; ganz gleich, welche Pflicht eine Person tut, sie wurde von Gott vor den Zeitaltern vorherbestimmt. Was bedeutet es, wenn man sagt, dass es vorherbestimmt war? Was konkret? Es bedeutet, dass Gott in Seinem gesamten Führungsplan vor langer Zeit geplant hat, wie viele Male du auf die Welt kommen würdest, in welche Abstammungslinie und in welche Familie du in den letzten Tagen hineingeboren werden würdest, wie die Umstände dieser Familie sein würden, ob du männlich oder weiblich sein würdest, was deine Stärken sein würden, welches Bildungsniveau du haben würdest, wie wortgewandt du sein würdest, welches Kaliber du haben würdest und wie du aussehen würdest, in welchem Alter du zu Gottes Haus kommen und anfangen würdest, deine Pflicht auszuführen, und welche Pflicht du zu welcher Zeit ausführen würdest. Gott hat schon früh jeden Schritt für dich vorherbestimmt. Als du noch nicht geboren warst und als du in deinen letzten Leben auf die Erde kamst, hatte Gott bereits für dich festgelegt, welche Pflicht du in dieser letzten Phase des Werkes ausführen würdest. Das ist gewiss kein Scherz! Die Tatsache, dass du hier eine Predigt hören kannst, wurde von Gott vorherbestimmt. Das darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen!“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Aus Gottes Worten verstand ich, dass Gott bestimmt hat, in welchem Jahr ich geboren würde und wann ich zum Glauben an Ihn kommen würde. Ob ich später in der Lage sein würde, meine Pflicht zu tun, und was für einen Bestimmungsort und welches Schicksal ich haben würde – all das liegt in Gottes Händen. Ständig beklagte ich mich, nicht in einem guten Jahrzehnt geboren zu sein – mir fehlte jegliche Unterwerfung, und ich war viel zu arrogant und unvernünftig. Ich bin in den Fünfzigern geboren. Doch ich kam noch rechtzeitig, als Gott in den letzten Tagen erschien und Sein Werk vollbrachte. Ich hatte das Glück, Gottes Worte zu hören, Sein Erscheinen zu sehen, Seine Bewässerung und Seine Fürsorge anzunehmen und Gott all die Jahre bis heute zu folgen. All das zeugt bereits von Gottes großer Gnade und Seiner Erhöhung mir gegenüber. Was jene Nichtgläubigen betraf, die so alt waren wie ich: Sie verbrachten ihr ganzes Leben, ohne zu wissen, warum sie auf diese Erde gekommen sind oder wozu der Mensch überhaupt lebt. Ihr ganzes Leben lang wussten sie nur, wie man Geld verdient, mit anderen konkurriert und dem Fleisch frönt – sie mühten sich in ihrer Sünde ab. Ich hingegen durfte vor Gott treten und einige Wahrheiten verstehen. Ich konnte erfahren, wozu der Mensch lebt und welch ein Leben wirklich wertvoll ist. Ich wusste, dass das Schicksal der Menschen von Gott gelenkt wird, kannte die Pflicht, die man tun sollte, den Bestimmungsort der Menschheit und so weiter. Ich genoss solch große Gnade und so reiche Segnungen von Gott, war aber immer noch nicht zufrieden. Ich beklagte mich sogar darüber, warum Gott mich nicht in den Achtziger- oder Neunzigerjahren zur Welt kommen ließ. Ich diskutierte und stritt mit Gott. Mir fehlte wirklich jegliche Menschlichkeit! Gott hat so viel Werk an mir vollbracht. Er orchestrierte Menschen, Ereignisse und Dinge, damit ich sie erlebte. Und wenn ich in Negativität verfiel, ließ Gott die Brüder und Schwestern mit mir Gemeinschaft halten. Immer wieder erleuchtete und führte Er mich durch Seine Worte, ließ mich Seine Absichten verstehen und aus der Negativität heraustreten – war das nicht alles Gottes Liebe? Beim Gedanken an diese Dinge fühlte ich mich schuldig und glaubte, wirklich kein Gewissen zu haben. Also betete ich zu Gott und sagte: „Gott, ich habe es versäumt, Deine Güte zu schätzen. Du hast mich gnädig behandelt, doch ich habe Dich immer missverstanden. Jetzt, wo mein Bein gebrochen ist, habe ich endlich über mich nachgedacht; sonst würde ich jetzt immer noch denken, dass ich Segnungen empfangen könnte, indem ich umherziehe und das Evangelium predige, und dabei in meinen eigenen Auffassungen leben und mich Dir widersetzen, ohne es zu bemerken. Was auch immer Du in Zukunft tust, wie auch immer mein Ende aussehen mag, das ist Deine Gerechtigkeit – ich unterwerfe mich Deiner Herrschaft.“ Als ich Gottes Absicht verstand, besserte sich mein Zustand etwas. Später setzte ich es in die Praxis um, von zu Hause aus Artikel zu schreiben, ließ mein Herz vor Gott still werden und übte mich in Selbstreflexion. Ein paar Monate später besserte sich mein Bein allmählich, ich konnte wieder laufen und meine Pflicht wiederaufnehmen. Während ich meine Pflicht tat, legte ich auch Wert darauf, nach der Wahrheit zu streben und meine verdorbenen Dispositionen abzulegen, und ich fühlte mich von meinem Alter nicht mehr eingeschränkt oder gebunden. Ich konnte nun richtig damit umgehen.
In den vergangenen Jahren hatte ich mich immer von meinem Alter eingeschränkt gefühlt. Ohne die Führung durch Gottes Worte wäre ich da überhaupt nicht herausgekommen. Es waren Gottes Worte, die mir diese schwere Last von meinem Herzen nahmen, sodass mich keine Sorgen oder Ängste mehr plagten, aufgrund meines Alters nicht gerettet zu werden oder kein gutes Ende zu finden. Mein Herz fand Freiheit und Befreiung.