34. Aus dem Schatten des Todes meiner Mutter heraustreten
2012 wurde ich von der Polizei verhaftet und für das Ausführen meiner Pflicht zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Damals war meine Mutter schon über 60. Sie war halbseitig gelähmt, kam mich aber trotzdem im Gefängnis besuchen. Zu sehen, wie schwer ihr jede Bewegung fiel und wie wackelig sie auf den Beinen war, machte mich unheimlich traurig. Sie hatte mich all die Jahre großgezogen, und nicht nur, dass sie keine kindliche Fürsorge von mir erfuhr, sie musste sich in ihrem hohen Alter auch noch Sorgen um mich machen. Nach meiner Entlassung erfuhr ich, dass die Polizei während meiner Haftzeit zu uns nach Hause gekommen war, um sich nach mir zu erkundigen. Sie hatten meine Mutter gefilmt und sie eingeschüchtert. Sie war verängstigt, und ihr Gesundheitszustand hatte sich verschlechtert. Ich fühlte mich tief in ihrer Schuld und dachte: „Ab jetzt muss ich mich gut um meine Mama kümmern und ihr helfen, damit sie weniger leidet.“ Doch es kam anders. Die Polizei stellte weitere Ermittlungen über mich an und beobachtete mich pausenlos. Zu meiner eigenen Sicherheit musste ich von zu Hause weggehen, um meine Pflicht zu tun.
Zwei Jahre später hörte ich, dass meine Mutter bei meiner Schwester war, also besuchte ich sie heimlich. Ihre Sehkraft hatte nachgelassen, und sie konnte nicht mehr klar sehen; gestützt auf einen Gehstock humpelte sie vor sich hin. Jede Bewegung fiel ihr schwer, und sie hatte Mühe zu sprechen. Es tat so weh, sie so zu sehen. Besonders, als sie mich fragte: „Wann kommst du das nächste Mal wieder?“, wusste ich nicht, was ich sagen sollte. Da die Polizei noch immer nach mir suchte, war dieser Besuch ohnehin schon ein Risiko. Wenn ich jetzt ging, wusste ich nicht, wann ich wiederkommen würde. Meine Mutter sah mich an und wartete auf eine Antwort, aber ich wusste sie schlichtweg nicht. Also strich ich ihr nur über die Schulter und schwieg. Nach meiner Abreise hallte die Frage meiner Mutter in meinen Ohren nach. Je mehr ich darüber nachdachte, desto elender fühlte ich mich. Ich konnte ihr nicht einmal ein einfaches Versprechen geben und hatte das Gefühl, sie im Stich gelassen zu haben. Kurze Zeit später erfuhr ich, dass meine Schwester wegen ihres Glaubens an Gott verhaftet worden war. Ich traute mich nicht mehr, zu ihr nach Hause zu fahren. Es war, als würde man ein Messer in meinem Herzen umdrehen. Meine Mutter war schon so alt, lag im Bett und konnte sich nicht bewegen. Sie konnte jeden Tag sterben. Ich hatte nicht einmal die Möglichkeit, meiner Verantwortung als Tochter ihr gegenüber gerecht zu werden. Nicht lange danach brach die Corona-Pandemie aus, und überall starben Menschen. Ich fing unweigerlich wieder an, mir Sorgen zu machen, und dachte: „Wird sich meine Mama mit dem Virus anstecken? Wird sie diesem Unglück entgehen können? Sollte sie sterben, dann hätte ich sie nicht einmal ein letztes Mal gesehen.“ Später fand ich einen Weg, meine Familie zu kontaktieren. Ich erfuhr, dass meine Mutter bereits fast einen Monat zuvor verstorben war. Als ich diese Nachricht hörte, saß ich wie betäubt auf meinem Stuhl, mein Kopf war leer, und ich kämpfte mühsam gegen meine Tränen an. Ich hatte meine Mutter vor ihrem Tod nicht ein letztes Mal gesehen. Hatte sie womöglich gedacht, ich hätte kein Gewissen? Hatte sie gesagt, ich sei grausam? Als ich wieder zurück war, weinte ich mir die Augen aus. Meine Mutter hatte mich all die Jahre großgezogen, doch als sie noch lebte, konnte ich mich nicht um sie kümmern, und als sie starb, konnte ich sie nicht ein letztes Mal sehen. Mein Gewissen plagte mich, und ein tiefes Schuldgefühl überkam mich. In dieser Zeit sah ich alte Leute, die sich vor ihrer Haustür in der Sonne wärmten, während ihre Söhne und Töchter an ihrer Seite waren und sich um sie kümmerten, und ich dachte mir: „Ich habe meiner Mutter nicht Gesellschaft geleistet, wenn sie draußen in der Sonne saß. Ich habe ihr weder die Fingernägel noch die Haare geschnitten.“ Wenn die Schwester meiner Gastfamilie etwas Leckeres kochte, dachte ich auch: „Ich konnte meiner Mutter nie so ein Essen kochen, und ich werde auch nie wieder die Chance dazu haben.“ Während des Neujahrsfestes sah ich, wie die Menschen auf den Straßen in ihre Heimatstädte eilten. Einige fuhren mit ihren Kindern zurück in die Heimat, um ihre alten Eltern zu besuchen. Ich zählte die Jahre, die vergangen waren, seit ich meiner Mutter Gesellschaft geleistet hatte. Ich war damals völlig antriebslos und ohne Ziel. Ich tat zwar meine Pflicht, dachte aber in jeder freien Minute an meine Mutter und fühlte mich in ihrer Schuld. Wenn ich Gottes Worte las, kam mein Herz nicht zur Ruhe, und ich war ständig müde. Ich fing an, bei meiner Pflicht oberflächlicher zu werden und die Dinge nur noch abzuarbeiten, und wollte gar nicht mehr mit meinen Arbeitspartnern reden. Wenn wir zusammen Fachkenntnisse lernten, war ich mit den Gedanken woanders. Wenn die Leiterin kam, um sich nach der Arbeit zu erkundigen, wollte ich am liebsten gar nicht antworten, und wenn ich doch eine Antwort gab, sagte ich nur ein paar oberflächliche Worte. Ich schenkte meiner Pflicht kaum noch Beachtung. Ich ließ mich völlig gehen und erzielte bei meiner Pflicht keine Ergebnisse. Ich dachte sogar darüber nach, mir neben meiner Pflicht einen Job zu suchen, weil ich nicht mehr meine ganze Zeit aufwenden wollte.
Später wurde mir klar, dass es gefährlich für mich war, so weiterzumachen. Sofort betete ich also und las Gottes Worte. In Gottes Worten las ich Folgendes: „Wenn deine Eltern krank werden, ist das bereits ein großer Schock für dich, und der Tod deiner Eltern ist ein noch größerer Schock. Wie solltest du also den unerwarteten Schlag bewältigen, der dir damit versetzt wird, sodass er die Ausführung deiner Pflicht oder den Weg, den du gehst, nicht beeinflusst, beeinträchtigt oder stört? Wir wollen zunächst einen Blick darauf werfen, was es mit dem Tod genau auf sich hat und worum es beim Sterben eigentlich genau geht – bedeutet es nicht, dass ein Mensch diese Welt verlässt? (Doch.) Es bedeutet, dass das Leben eines Menschen, das physisch vorhanden ist, aus der materiellen Welt, die die Menschen sehen können, entfernt wird und verschwindet. Daraufhin geht dieser Mensch dazu über, in einer anderen Form in einer anderen Welt zu leben. Dass das Leben deiner Eltern aus dieser Welt geht, bedeutet, dass die Beziehung, die du zu ihnen hast, sich aufgelöst hat, dass sie verschwunden und beendet ist. Sie leben in einer anderen Welt, in einer anderen Form. Was die Frage betrifft, wie ihr Leben in jener anderen Welt weitergehen wird, ob sie in diese Welt zurückkehren, dir wieder begegnen oder irgendeine fleischliche Beziehung zu dir haben oder emotionale Verstrickungen zu dir bestehen, diese Dinge werden von Gott vorherbestimmt und haben nichts mit dir zu tun. Kurz gesagt bedeutet ihr Tod, dass ihre Mission in dieser Welt vorbei ist und ein Schlusspunkt hinter sie gesetzt wurde. Ihre Mission in diesem Leben und in dieser Welt ist vorbei, also ist auch deine Beziehung zu ihnen vorbei. … Der Tod deiner Eltern ist einfach die letzte Neuigkeit, die du in dieser Welt über sie erfährst, und die letzte der Stufen, die du siehst oder von der du hörst, was ihre Erfahrungen damit, geboren zu werden, zu altern, zu erkranken und in diesem Leben zu sterben, anbelangt – das ist alles. Weder nimmt dir ihr Tod irgendetwas, noch gibt er dir etwas, sie sind einfach gestorben, ihre Reise als Menschen ist vorbei. Was also ihr Sterben betrifft, ist es egal, ob es sich um einen Unfalltod, einen normalen Tod, Tod durch Krankheit usw. handelt – ohne Gottes Souveränität und Anordnungen, könnte ihnen jedenfalls kein Mensch oder keine Macht ihr Leben nehmen. Ihr Tod bedeutet nur das Ende ihres physischen Lebens. Wenn du sie vermisst und dich nach ihnen sehnst oder dich wegen deiner Gefühle schämst, solltest du keine dieser Empfindungen haben, und sie zu haben ist unnötig. Sie haben diese Welt verlassen, also ist es überflüssig, sie zu vermissen, nicht wahr? Wenn du denkst: ‚Haben meine Eltern mich all die Jahre vermisst? Wie viel haben sie gelitten, weil ich so viele Jahre lang nicht an ihrer Seite gewesen bin und ihnen nicht die Liebe und den Respekt eines Kindes erwiesen habe? In all diesen Jahren habe ich mir immer gewünscht, ein paar Tage mit ihnen zu verbringen. Nie hätte ich erwartet, dass sie so bald sterben. Ich bin traurig und fühle mich schuldig‘, so ist es unnötig, so zu denken; ihr Tod hat nichts mit dir zu tun. Warum hat er nichts mit dir zu tun? Weil es sich dabei nicht um die Verpflichtung oder Aufgabe handelt, die Gott dir gegeben hat, selbst wenn du ihnen Liebe und Respekt erwiesen oder sie begleitet hättest. Gott hat vorherbestimmt, wie viel Glück und wie viel Leid deine Eltern durch dich erfahren – es hat überhaupt nichts mit dir zu tun. Sie werden kein längeres Leben haben, weil du bei ihnen bist, und sie werden kein kürzeres Leben haben, weil du weit weg von ihnen bist und nicht oft bei ihnen sein konntest. Gott hat vorherbestimmt, wie lange sie leben, und es hat nichts mit dir zu tun. Wenn dich daher im Laufe deines Lebens die Nachricht erreicht, deine Eltern seien verstorben, solltest du dich nicht schuldig fühlen. Du solltest richtig an die Sache herantreten und sie akzeptieren“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (17)). Gottes Worte berührten mich sehr, besonders als ich las: „Gott hat vorherbestimmt, wie viel Glück und wie viel Leid deine Eltern durch dich erfahren – es hat überhaupt nichts mit dir zu tun.“ Egal, welches Leid meine Mutter in ihrem Leben ertragen hatte und egal, wie sie am Ende verstarb, es war alles von Gott bestimmt. Selbst wenn ich bei ihr gewesen wäre und sie im Alltag gepflegt hätte, hätte ich ihre körperliche Erkrankung nicht im Geringsten lindern, geschweige denn sie am Leben erhalten können. Geburt, Alter, Krankheit und Tod sind die Existenzgesetze, die Gott für den Menschen bestimmt hat; jeder Mensch muss sich ihnen stellen, und niemand kann sie brechen. Ich wusste, dass ich nicht länger in einem Zustand der Schuld versinken durfte. Ich musste rational bleiben, Gottes Herrschaft und Seine Anordnungen annehmen und mich ihnen unterwerfen. Meine Mutter war schon so alt, und es war ein normaler Tod. Ihr Tod bedeutete, dass ihre Mission in dieser Welt vorbei war. Sie war mehr als 20 Jahre lang krank gewesen, und viele Menschen mit derselben Krankheit sterben oft schon nach wenigen Jahren. Dass sie so lange leben und die Worte aus Gottes Mund hören durfte, war bereits Gottes Gnade und Segen. Dadurch wurde mein Herz etwas leichter, und ich machte mir wegen des Todes meiner Mutter nicht mehr solche Selbstvorwürfe und empfand nicht mehr diese tiefe Beklemmung.
Eines Tages las ich bei einer Versammlung einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Manche Menschen entsagen ihren Familien, weil sie an Gott glauben und ihre Pflichten tun. Sie werden deswegen bekannt. Die Regierung durchsucht häufig ihr Haus, belästigt ihre Eltern und bedroht sogar ihre Eltern, damit sie sie der Regierung ausliefern. Alle ihre Nachbarn reden über diese Menschen und sagen: ‚So jemand hat kein Gewissen. Er kümmert sich nicht um seine alten Eltern. Nicht nur, dass er seine Eltern nicht ehrt, er verursacht ihnen auch so viel Ärger. Das ist ein Kind, das seine Eltern nicht ehrt!‘ Steht auch nur eines dieser Worte im Einklang mit der Wahrheit? (Nein.) Aber werden all diese Worte von Nichtgläubigen nicht als richtig angesehen? Unter Nichtgläubigen denkt man, dass eine solche Sichtweise die legitimste und vernünftigste Sichtweise ist, dass sie im Einklang mit menschlicher Ethik steht und den Verhaltensmaßstäben entspricht. Egal wie viele Inhalte in diesen Maßstäben enthalten sind, zum Beispiel, wie man seine Eltern ehrt, wie man sich im Alter um sie kümmert und ihre Beerdigungen arrangiert, oder wie viel man ihnen zurückzahlt, und unabhängig davon, ob diese Maßstäbe mit der Wahrheit übereinstimmen oder nicht, werden sie von Nichtgläubigen als positive Dinge betrachtet und als richtig angesehen, und sie gelten unter allen Gruppen von Menschen als tadellos. Unter Nichtgläubigen sind das die Maßstäbe, nach denen Menschen leben sollten, und du musst diese Dinge tun, um in ihren Herzen ein guter Mensch zu sein, der dem Maßstab entspricht. Bevor du an Gott geglaubt und die Wahrheit verstanden hast, hast du nicht auch fest daran geglaubt, dass man ein guter Mensch ist, wenn man sich auf diese Art verhält? (Ja.) Zudem hast auch du diese Dinge verwendet, um dich selbst zu bewerten und dich selbst zu disziplinieren, und du hast von dir selbst verlangt, diese Art von Mensch zu sein. Wenn du ein guter Mensch sein wolltest, musstest du folgende Dinge in die Maßstäbe deines Verhaltens aufgenommen haben: wie man seine Eltern ehrt, wie man dafür sorgt, dass sie weniger Sorgen haben, wie man ihnen Ehre zukommen lässt und sie gut dastehen lässt und wie man seinen Vorfahren zu Ruhm gereicht. Das waren die Maßstäbe des Verhaltens in deinem Herzen und die Ausrichtung deines Verhaltens. Nachdem du jedoch die Worte Gottes und Seine Predigten gehört hattest, begann sich deine Sichtweise zu ändern, und du hast verstanden, dass du allem entsagen solltest, um deine Pflicht als geschaffenes Wesen zu tun, und dass Gott ein solches Verhalten von den Menschen verlangt. Bevor du dir sicher warst, dass das Tun deiner Pflicht als geschaffenes Wesen die Wahrheit war, dachtest du, du solltest deine Eltern ehren, aber du hast auch gespürt, dass du deine Pflicht als geschaffenes Wesen tun solltest, und warst innerlich im Zwiespalt. Durch die kontinuierliche Bewässerung und Behütung der Worte Gottes hast du allmählich die Wahrheit verstanden, und dann hast du erkannt, dass es vollkommen normal und gerechtfertigt ist, deine Pflicht als geschaffenes Wesen zu tun. Bis heute haben viele Menschen die Wahrheit annehmen können und sie haben den Verhaltensmaßstäben der traditionellen Auffassungen und Einbildungen der Menschen vollständig den Rücken gekehrt. Wenn du diese Dinge vollständig loslässt, wirst du nicht mehr durch verurteilende und verdammende Worte von Nichtgläubigen eingeschränkt, während du Gott folgst und deine Pflicht tust, und es wird dir ein Leichtes sein, die Fesseln, die dir von traditionellen Auffassungen auferlegt worden sind, abzulegen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Was ist die Wahrheitsrealität?). Gott deckte meine innersten Gedanken wirklich auf. In meinen Augen waren Menschen, die ihre Eltern ehrten, sie im Alter pflegten und ihre Beerdigung organisierten, pflichtbewusst; sie waren gute Menschen. Wer seine Eltern nicht ehrt, hat kein Gewissen und ist kein guter Mensch. Ob ein Mensch gut oder schlecht war, beurteilte ich anhand von Ethik, Tugenden und Moral. Das entspricht überhaupt nicht Gottes Worten, und es entspricht auch nicht der Wahrheit. Ich betrachtete die traditionelle Kultur als etwas Positives und dachte, dass meine Mutter mich großgezogen hatte und ich mich deshalb im Alter um sie kümmern sollte. Weil ich meine Eltern nicht ehren konnte, während ich meine Pflicht tat, und weil meine Mutter durch meine Verhaftung und Inhaftierung in Mitleidenschaft gezogen wurde, dachte ich, ich hätte kein Gewissen und keine Menschlichkeit. Jetzt sah ich, dass ich genauso dachte wie Nichtgläubige; es war die Sichtweise von Ungläubigen. Ich dachte an die Jünger, die dem Herrn Jesus folgten, und auch an die Missionare von damals. Sie reisten in ferne Länder, um Gottes Evangelium zu verkünden. In den Augen der Menschen war es kaltblütig und bar jeder Menschlichkeit, dass sie ihre Eltern und Familien hinter sich ließen. Dabei waren gerade sie, die das Evangelium verkündeten und ihre Pflichten erfüllten, jene Menschen, die wirklich Gewissen und Menschlichkeit besaßen. So wie Gottes Worte besagen: „Du magst außergewöhnlich liebenswürdig und ergeben zu deinen Verwandten und Freunden, zu deiner Ehefrau (oder deinem Ehemann), zu deinen Söhnen, Töchtern und Eltern sein und nie andere ausnutzen, aber wenn du unfähig bist, mit Christus vereinbar zu sein, wenn du unfähig bist, harmonisch mit Ihm umzugehen, dann würde Ich, auch wenn du alles, was du hast, deinem Nachbarn zur Hilfe aufwendest oder dich sorgfältig um deinen Vater, deine Mutter und die Mitglieder deines Haushalts kümmerst, sagen, dass du trotzdem eine böse Person bist, und außerdem einer, der voller raffinierter Tricks ist“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Wer mit Christus unvereinbar ist, ist mit Sicherheit ein Gegner Gottes). Aus Gottes Worten erkannte ich: Egal, wie gut man sich um seine Angehörigen kümmert – wer die Wahrheit nicht praktizieren, seine Pflicht nicht gut ausführen oder mit Christus nicht vereinbar sein kann, der ist ein böser Mensch. Nach dem Tod meiner Mutter trauerte ich ständig und dachte nicht daran, wie ich meine Pflicht gut ausführen konnte; ich bereute sogar, meine ganze Zeit dafür aufgewendet zu haben. Ich glaubte nun schon so viele Jahre an Gott, doch meine Sicht der Dinge war immer noch die gleiche wie die der Nichtgläubigen. Ich war eine Ungläubige. Ich war sehr bestürzt; unter Tränen betete ich zu Gott und tat Buße. Ich brachte meine Bereitschaft zum Ausdruck, meine Ansichten zu ändern und nicht länger in diesem negativen Zustand zu leben.
Eines Tages las ich weitere Worte Gottes. „Ist es klar, welche Grundsätze befolgt und welche Lasten losgelassen werden sollten, was den Umgang mit elterlichen Erwartungen betrifft? (Ja.) Also, welche Lasten sind es genau, die die Menschen hier tragen? Sie müssen auf ihre Eltern hören und ihren Eltern ein gutes Leben ermöglichen; alles, was ihre Eltern tun, ist zu ihrem Besten; und sie müssen das tun, was ihre Eltern sagen, um ihre Eltern zu ehren. Zusätzlich müssen sie als Erwachsene Dinge für ihre Eltern tun, ihren Eltern deren Güte vergelten, ihre Eltern ehren und sie begleiten. Sie dürfen sie nicht traurig machen oder enttäuschen, sie nicht im Stich lassen und müssen ihr Möglichstes tun, um ihr Leid zu minimieren oder sogar ganz zu beseitigen. Wenn du das nicht erreichen kannst, bist du undankbar, respektlos, du verdienst es, vom Blitz getroffen und von anderen verschmäht zu werden, und du bist ein schlechter Mensch. Sind das deine Lasten? (Ja.) Da diese Dinge die Lasten der Menschen sind, sollten die Menschen die Wahrheit annehmen und sie richtig angehen. Nur indem man die Wahrheit annimmt, kann man diese Lasten und falschen Gedanken und Ansichten loslassen und ändern. Wenn du die Wahrheit nicht annimmst, gibt es dann einen anderen Weg, den du gehen kannst? (Nein.) Ob es also darum geht, die Lasten der Familie oder des Fleisches loszulassen, alles beginnt damit, die richtigen Gedanken und Ansichten sowie die Wahrheit anzunehmen. Wenn du beginnst, die Wahrheit anzunehmen, werden diese falschen Gedanken und Ansichten in dir nach und nach auseinandergenommen, erkannt und durchschaut und dann allmählich abgelehnt. Während des Prozesses, bei dem du diese falschen Gedanken und Ansichten auseinandernimmst, erkennst und dann loslässt und ablehnst, wirst du allmählich deine Haltung und Herangehensweise an diese Angelegenheiten ändern. Diese Gedanken, die von deinem menschlichen Gewissen oder deinen Gefühlen herrühren, werden allmählich schwächer werden; sie werden dich nicht mehr tief in deinem Geist bekümmern oder fesseln, dein Leben kontrollieren oder beeinflussen oder die Ausführung deiner Pflicht stören. Wenn du zum Beispiel die richtigen Gedanken und Ansichten sowie diesen Aspekt der Wahrheit angenommen hast und dich dann die Nachricht erreicht, dass deine Eltern gestorben sind, wirst du lediglich Tränen für sie vergießen, ohne darüber nachzudenken, dass du ihnen in diesen Jahren ihre Güte, dich großgezogen zu haben, nicht vergolten hast, dass sie deinetwegen so sehr gelitten haben, dass du sie nicht im Geringsten entschädigt hast oder dass du ihnen kein gutes Leben ermöglicht hast. Du wirst dir für diese Dinge nicht mehr die Schuld zuschreiben – vielmehr wirst du normale Äußerungen aufweisen, die von den Bedürfnissen normaler menschlicher Gefühle herrühren; du wirst Tränen vergießen und dann ein wenig Sehnsucht nach ihnen empfinden. Bald werden diese Dinge natürlich und normal werden, und du wirst dich schnell in ein normales Leben und die Ausführung deiner Pflichten vertiefen; du wirst wegen dieser Angelegenheit nicht beunruhigt sein. Aber wenn du diese Wahrheiten nicht akzeptierst, dann wirst du unaufhörlich weinen, wenn dich die Nachricht vom Tod deiner Eltern erreicht. Du wirst deine Eltern dafür bemitleiden, dass sie es ihr ganzes Leben lang nicht leicht hatten und dass sie ein so respektloses Kind wie dich aufgezogen haben; als sie krank waren, warst du nicht an der Seite ihres Bettes, um sie zu bedienen, und als sie starben, hast du auf ihrer Beerdigung nicht geklagt oder getrauert; du hast sie im Stich gelassen, du hast sie enttäuscht, und du hast ihnen kein gutes Leben ermöglicht. Du wirst lange Zeit mit diesem Schuldgefühl leben, und immer, wenn du daran denkst, wirst du weinen und einen dumpfen Schmerz in deinem Herzen spüren. Wann immer dir ähnliche Umstände bzw. Menschen, Ereignisse und Dinge begegnen, wirst du eine emotionale Reaktion zeigen; es kann sein, dass dieses Schuldgefühl dich für den Rest deines Lebens begleitet. Was ist der Grund dafür? Der Grund ist, dass du die Wahrheit oder die richtigen Gedanken und Ansichten nie als dein Leben angenommen hast; stattdessen haben deine alten Gedanken und Ansichten weiterhin über dich geherrscht und dein Leben beeinflusst. Also wirst du den Rest deines Lebens in Schmerz verbringen, weil deine Eltern gestorben sind. Dieses anhaltende Leid wird Konsequenzen haben, die weit über ein wenig fleischliches Unbehagen hinausgehen; es wird sich auf dein Leben, deine Haltung gegenüber der Ausführung deiner Pflichten, deine Haltung gegenüber der Arbeit der Kirche, deine Haltung gegenüber Gott sowie deine Haltung gegenüber jeder Person oder Angelegenheit, die deine Seele berühren, auswirken. Du könntest auch im Hinblick auf weitere Angelegenheiten entmutigt und mutlos, niedergeschlagen und passiv werden, den Glauben an das Leben verlieren, die Begeisterung und Motivation für alles verlieren usw. Im Laufe der Zeit werden sich diese Auswirkungen nicht auf dein einfaches tägliches Leben beschränken; sie werden auch deine Haltung gegenüber der Ausführung deiner Pflichten und den Weg, den du im Leben gehst, beeinflussen. Das ist sehr gefährlich. Die Konsequenz dieser Gefahr könnte sein, dass du deine Pflichten als geschaffenes Wesen nicht auf eine Weise ausführen kannst, die dem Maßstab entspricht, und du könntest sogar auf halbem Weg aufhören, deine Pflichten auszuführen, oder eine widerständige Stimmung und Haltung im Hinblick auf die Pflichten, die du ausführst, haben. Kurz gesagt, diese Art von Situation wird sich im Laufe der Zeit zwangsläufig verschlechtern und dazu führen, dass deine Stimmung, deine Emotionen und deine Mentalität sich in eine bösartige Richtung entwickeln“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (16)). Ich dachte daran, wie ich in all den Jahren meines Glaubens an Gott traditionelle Sprichwörter wie „Die Eltern zu ehren ist eine Tugend, die es über alles zu erheben gilt“ und „Reise nicht in die Ferne, solange deine Eltern noch leben“ stets als etwas Positives betrachtet hatte – als Maßstäbe für mein Verhalten. Wenn meine Pflicht mit der Pflege meiner Mutter in Konflikt geriet, machte ich mir – obwohl ich von zu Hause weggegangen war, um meine Pflicht zu tun – ständig Sorgen um sie und fühlte mich tief in ihrer Schuld, weil ich mich nicht um sie kümmerte. Als ich hörte, dass meine Mutter gestorben war, lebte ich in Selbstvorwürfen und Schmerz, weil ich sie im Alter nicht gepflegt und nicht ihre Beerdigung ausgerichtet hatte. Meine Mutter hatte mich großgezogen, doch ich hatte mich nicht nur nicht um sie gekümmert, sondern konnte sie vor ihrem Tod nicht einmal ein letztes Mal sehen. Ich hatte das Gefühl, weder Gewissen noch Menschlichkeit zu besitzen, und dachte, andere würden mich verfluchen und kritisieren. Der Grund, warum ich diesen Schmerz durchlebte, war, dass ich Sprichwörter wie „Die Eltern zu ehren ist eine Tugend, die es über alles zu erheben gilt“ und „Pflege deine Eltern im Alter und richte ihre Beerdigung aus“ als Wahrheiten betrachtete, an die ich mich halten musste. Weil ich mich nicht an diese Sprichwörter gehalten hatte, lebte ich in Schuldgefühlen, konnte mir selbst nicht verzeihen und wurde bei meiner Pflicht passiv. Ich war von diesen traditionellen Auffassungen in die Irre geführt worden. Als ich vom Tod meiner Mutter hörte, konnte ich mich Gottes Herrschaft und Seinen Anordnungen nicht unterwerfen. Ich verharrte in Melancholie, voller Reue und Selbstvorwürfe, meine Haltung war negativ und ich ließ bei meiner Pflicht nach. Ohne es zu merken, hatte ich mich gegen Gott gestellt, gegen Ihn rebelliert und mich Ihm widersetzt.
Danach las ich einen weiteren Abschnitt aus Gottes Worten und lernte, wie ich meine Eltern betrachten sollte. Gottes Worte sagen: „Einige Menschen möchten ihre Pflichten ausführen, denken aber auch, dass sie ihre Eltern ehren müssen, und dabei kommen Gefühle ins Spiel. Wenn du einfach nur weiterhin deine Gefühle zurechtstutzt und dir sagst, dass du nicht an deine Eltern und Familie denken solltest, sondern nur an Gott, und dich auf die Wahrheit konzentrieren solltest, du aber dennoch nicht anders kannst, als an deine Eltern zu denken, kann das grundlegende Problem nicht gelöst werden. Um dieses Problem zu lösen, musst du die Dinge, die du für richtig gehalten hast, sowie die Sprüche, die Erkenntnisse und die Theorien, die dir weitergegeben wurden und die mit menschlichen Auffassungen übereinstimmen, im Detail analysieren. Darüber hinaus muss beim Umgang mit deinen Eltern die Entscheidung, ob du deine kindliche Verpflichtung, für sie zu sorgen, erfüllst, vollständig auf deinen persönlichen Bedingungen und Gottes Orchestrierungen basieren. Ist damit diese Angelegenheit nicht perfekt erklärt? Wenn einige Menschen zuhause ausziehen, haben sie das Gefühl, dass sie ihren Eltern viel schuldig sind und nichts für sie tun. Aber wenn sie dann mit ihnen zusammenwohnen, ehren sie ihre Eltern überhaupt nicht und erfüllen keine ihrer Verpflichtungen. Ist so jemand wirklich ein Mensch, der seine Eltern ehrt? So jemand sagt nur leere Worte. Egal, was du denkst, was du planst oder was du tust: Diese Dinge sind nicht wichtig. Wichtig ist, ob du verstehen und wirklich daran glauben kannst, dass alle geschaffenen Wesen in den Händen Gottes liegen. Einige Eltern genießen den Segen und das Schicksal von häuslichem Glück und einem Zuhause voller Kinder und Enkelkinder. Darin zeigt sich Gottes Herrschaft, und es ist ein Segen, den Gott ihnen gibt. Andere Eltern teilen dieses Schicksal nicht; Gott hat das nicht für sie angeordnet. Sie sind nicht damit gesegnet, ein glückliches Familienleben zu genießen oder von ihren Kindern umgeben zu sein. Das ist Gottes Orchestrierung, und die Menschen können das nicht erzwingen. Was auch immer geschieht: Letztendlich, wenn es darum geht, die eigenen Eltern zu ehren, müssen die Menschen zumindest eine Haltung der Unterwerfung an den Tag legen. Wenn die Umstände es erlauben und du die Mittel hast, kannst du deinen Eltern die ihnen gebührende Ehre erweisen. Wenn die Umstände es nicht erlauben und dir die Mittel fehlen, dann versuche nicht, es zu erzwingen. Das ist Unterwerfung. Wie kommt diese Unterwerfung zustande? Was ist die Grundlage für Unterwerfung? Dass all diese Dinge von Gott angeordnet wurden und Seiner Herrschaft unterliegen. Die Menschen können diese Dinge nicht wählen, und die Menschen haben nicht das Recht zu wählen; sie sollten sich unterwerfen. Wenn du das Gefühl hast, dass die Menschen sich unterwerfen sollten und dass alles von Gott orchestriert ist, fühlst du dich dann nicht viel behaglicher in deinem Herzen? (Doch.) Wird dein Gewissen dir dann immer noch Vorwürfe machen? Es wird dir nicht mehr ständig Vorwürfe machen, und der Gedanke daran, dass du deinen Eltern keine Ehre erwiesen hast, wird dich nicht mehr beherrschen. Gelegentlich wirst du vielleicht noch darüber nachdenken – einige normale Gedanken oder Instinkte innerhalb der Menschlichkeit zu haben, ist etwas, das man nicht vermeiden kann“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Was ist die Wahrheitsrealität?). Gott spricht sehr deutlich über die Grundsätze der Praxis, wie man seine Eltern betrachten sollte. Dies sollte in erster Linie von den eigenen Umständen und Fähigkeiten abhängen. Wenn die Umstände es zulassen und die Fähigkeiten ausreichen, kann man seine Verantwortung erfüllen und seine Eltern ehren. Wenn die Situation dies jedoch nicht zulässt, sollte man sich Gottes Orchestrierung und Anordnungen unterwerfen. Dass ich mich in diesen Jahren nicht um meine Mutter kümmern konnte, bedeutete nicht, dass ich es nicht wollte oder meine Verantwortung nicht erfüllen wollte. Es lag daran, dass die Polizei unentwegt hinter mir her war. Ich konnte nicht einmal für meine eigene Sicherheit sorgen, wie hätte ich mich da um meine Mutter kümmern können? Ich hasste die Kommunistische Partei nicht, sondern gab Gott die Schuld. Ich erkannte, dass ich die Tatsachen wirklich verdreht hatte und nicht zwischen Richtig und Falsch unterscheiden konnte; ich war absolut unzugänglich für Vernunft! Oft hatte ich das Gefühl, mich nicht um meine Mutter gekümmert zu haben. Ich hatte weder zu ihrem glücklichen Leben beigetragen noch sie im Alter gepflegt oder ihre Beerdigung ausgerichtet, und so fühlte ich mich tief in ihrer Schuld. Ich dachte, unter meiner Fürsorge hätte meine Mutter ein glückliches Leben geführt. In Wirklichkeit war dies eine falsche Sichtweise. Meine Mutter litt viele Jahre an halbseitiger Lähmung, und ihr ganzer Körper schmerzte. Als ich früher zu Hause war und mich um sie kümmerte, war ich regelmäßig mit dem Arzt in Kontakt und besorgte ihr die Medikamente. Obwohl ich versuchte, sie behandeln zu lassen, und mich um sie kümmerte, linderte dies ihre Schmerzen nicht im Geringsten. Wie viel Leid meine Mutter ertragen sollte, war von Gott bestimmt. Nun war meine Mutter verstorben, was bedeutete, dass ihre Zeit gekommen war. Sie litt nun nicht mehr an körperlichen Krankheiten. Das war etwas Gutes, und ich sollte mich Gottes Herrschaft und Seinen Anordnungen unterwerfen. Dennoch hatte ich in dieser Angelegenheit nicht die Wahrheit gesucht oder mich Gottes Bestimmungen unterworfen. Meine Haltung war negativ und ich ließ bei meiner Pflicht nach. Mein Verhalten richtete sich seinem Wesen nach gegen Gott; mir fehlte es an jeglicher Menschlichkeit oder Vernunft!
Ich las einen weiteren Abschnitt aus Gottes Worten, der noch klarer machte, wie man seine Eltern betrachten sollte. Gottes Worte sagen: „Nach außen hin scheint es, als hätten dich deine Eltern zur Welt gebracht und als seien es deine Eltern gewesen, die dir dein fleischliches Leben geschenkt haben. Doch aus Gottes Perspektive und vom Kern der Sache her betrachtet, wurde dir dein fleischliches Leben nicht von deinen Eltern geschenkt, denn Menschen können kein Leben erschaffen. Einfach ausgedrückt: Kein Mensch kann den Atem eines Menschen erschaffen. Das Fleisch kann zu einem Menschen werden, weil dieser Mensch den Atem hat. In diesem Atem liegt das Leben der Menschen, und er ist das Merkmal eines lebendigen Individuums. Die Menschen haben diesen Atem und dieses Leben, und ihre Quelle und ihr Ursprung sind nicht ihre Eltern. Menschen wurden hervorgebracht, indem ihre Eltern sie zur Welt brachten, das ist alles – im Grunde ist dies Gottes Anordnung, Gottes Bestimmung. Deshalb sind deine Eltern nicht die Gebieter über dein Leben, der Gebieter über dein Leben ist Gott. Gott schuf die Menschheit, Er schuf das Leben der Menschen, und Er gab den Menschen den Lebensatem, Ursprung des Lebens der Menschen. Ist also der Satz ‚Deine Eltern sind nicht die Gebieter über dein Leben‘ nicht leicht zu verstehen? Dein Atem wurde dir nicht von deinen Eltern gegeben, schon gar nicht sorgen sie dafür, dass dein Atem fortdauert. Gott kümmert sich um jeden Tag deines Lebens und herrscht über ihn. Deine Eltern können nicht entscheiden, wie jeder Tag deines Lebens verläuft, ob jeder Tag glücklich ist und reibungslos abläuft, wen du jeden Tag triffst oder in welcher Umgebung du jeden Tag lebst. Gott kümmert sich jeden Tag durch deine Eltern um dich, das ist alles – deine Eltern sind einfach die Menschen, die Gott gesandt hat, um sich um dich zu kümmern. Als du zur Welt kamst, waren es nicht deine Eltern, die dir das Leben schenkten. Haben dir deine Eltern danach das Leben geschenkt, sodass du bis jetzt leben konntest? Auch das haben sie nicht. Der Ursprung deines Lebens liegt nach wie vor in Gott und nicht in deinen Eltern“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (17)). Gottes Worte sind sehr deutlich – der Ursprung des menschlichen Lebens ist Gott. Meine Mutter hatte mich zwar geboren, doch mein Leben wurde mir von Gott geschenkt. Ohne Gottes Schutz und Versorgung hätte mich meine Mutter nicht großziehen können. Gott nutzte meine Mutter, um mich großzuziehen, Er nutzte sie, um mich vor Ihn zu bringen, und Er nutzte sie, um mich von der Sorge um Probleme zu Hause zu befreien. Egal, wie sehr sich meine Mutter für mich aufgewendet hatte – all das stammte von dem, was Gott mir geschenkt hat. Ich jedoch hatte die Dinge auf den Kopf gestellt, glaubte, meine Mutter habe sich zu sehr für mich aufgewendet, und wollte es ihr immer zurückzahlen, wodurch ich Gottes Herrschaft und Seine Bestimmungen ignorierte. In Wirklichkeit erfüllte meine Mutter – egal, wie sehr sie sich aufwendete – damit nur ihre Verantwortung als Mutter, was ebenfalls Gottes Anordnung und Herrschaft unterlag. Der Einzige, dem ich danken sollte, war Gott. Ich verstand auch, dass ich meine eigene Mission in dieser Welt hatte: meine Pflicht als geschaffenes Wesen zu tun, und nicht, die Güte meiner Mutter zurückzuzahlen. Als ich das erkannte, lebte ich nicht länger in Schuldgefühlen, machte mir keine Vorwürfe mehr und fühlte mich nicht mehr in ihrer Schuld. Ich konnte mein Herz zur Ruhe bringen und meine Pflicht tun.
Gottes Worte sind ein Leuchtfeuer. Ohne die rechtzeitige Erleuchtung und Führung durch Gottes Worte wäre ich immer noch unfähig, die Sprichwörter „Die Eltern zu ehren ist eine Tugend, die es über alles zu erheben gilt“ und „Reise nicht in die Ferne, solange deine Eltern noch leben“, die Satan mir eingeflößt hatte, zu durchschauen, und ich würde in meinem Gefühl der Schuld gegenüber meiner Mutter leben und den Schaden Satans erleiden. Jetzt sehe ich endlich klar, dass die traditionelle Kultur ein reaktionärer Trugschluss ist, der sich Gott widersetzt, und dass diese Gedanken und Sichtweisen sehr irreführend sind. Es waren Gottes Worte, die mich von diesen satanischen Trugschlüssen wegbrachten und mir ermöglichten, den Tod meiner Mutter richtig zu betrachten. Mein Herz war befreit und losgelöst! Dank sei Gott, dass Er mich gerettet hat!