10. Meine hohen Erwartungen haben meinem Sohn geschadet

Von Xiaoxiu, China

Als ich klein war, waren wir fünf Geschwister zu Hause, und ich war die Älteste. Mein Vater arbeitete viele Jahre lang auswärts, und die ganze Hausarbeit blieb an meiner Mutter hängen. Ich sah, wie überarbeitet meine Mutter war und wie sie sich abmühte, also brach ich in der dritten Klasse die Schule ab und half ihr zu Hause bei der Feldarbeit. Oft war ich so erschöpft, dass mir der ganze Rumpf wehtat und der Rücken schmerzte, und ich dachte nur, dass dieses Leben einfach zu hart war. Später bestand mein Cousin die Aufnahmeprüfung für die Universität, und die ganze Familie freute sich riesig. Meine Eltern lobten ihn oft dafür, dass er es zu etwas gebracht hatte. Damals hatte ich eine Idee: Ich selbst hatte nie eine gute Bildung genossen oder die Chance gehabt, etwas aus mir zu machen. Aber wenn ich später mal Kinder hätte, würde ich sie auf jeden Fall zu großen Talenten fördern. So könnten wir diesem bitteren Leben voller Schweiß und Mühe entkommen, die Bewunderung und den Respekt unserer Verwandten und Nachbarn gewinnen und der Familie Ehre machen.

Nach meiner Hochzeit bekam ich zwei Kinder. Als sie in der Grundschule waren, fand meine Mutter zum Glauben an Gott. Manchmal versammelte sie sich mit ihnen zum Gebet, und sie brachten meiner Mutter sogar das Lesen bei. Ich wollte damals jedoch von ganzem Herzen, dass meine Kinder lernten. Als ich das sah, sagte ich also zu meiner Mutter: „Glaube, was du willst, aber halte keine Versammlungen mit meinen Kindern ab, das lenkt sie nur vom Lernen ab.“ Später nahm auch ich Gottes Werk der letzten Tage an, legte aber weiterhin besonderen Wert auf das Lernen und die Noten meiner Kinder. Selbst wenn ich gelegentlich an Versammlungen teilnahm, war ich nur mit halbem Herzen dabei. Um mehr Geld zu verdienen und meinen Kindern eine gute Bildung zu ermöglichen, zog ich mit meinem Mann umher und sammelte Wertstoffe. Jeden Tag arbeitete ich von früh bis spät, und ich war so müde, dass mir der ganze Körper schmerzte, aber ich gönnte mir keine Pause. Ich hatte nur einen Gedanken im Kopf: Egal, wie sehr ich mich abmühen musste, ich musste ihnen eine gute Bildung ermöglichen, damit sie später auf einer Eliteuniversität aufgenommen werden und gute Zukunftsaussichten haben könnten. Dafür, so dachte ich, würde sich die Erschöpfung lohnen!

Einmal fuhr ich nach Hause, um meine Kinder zu besuchen. Als meine Mutter mir erzählte, dass die Noten meines Sohnes schlechter geworden waren, wurde ich furchtbar wütend. Ich wies meinen Sohn erst einmal ordentlich zurecht und sagte: „Glaubst du, es ist leicht für mich, da draußen Geld zu verdienen? Jeder schaut auf uns Abfallsammler herab – ertrage ich das nicht alles nur für euch zwei? Wenn du nicht fleißig lernst, was soll dann aus dir werden?“ Mein Sohn fing an zu weinen und sagte: „Mama, du hast Recht.“ Später hatte ich Angst, dass meine Mutter mit den beiden Kindern überfordert sein könnte, und ich sorgte mich, dass ihre Noten noch schlechter werden könnten. Also mietete ich eine Wohnung in der Nähe ihrer Schule und betrieb dort ein kleines Geschäft. So konnte ich ihre Schulausbildung im Auge behalten, bis sie aufs Gymnasium kamen. In jenen Jahren drehten sich all meine Gedanken nur um meine Kinder: Damit sie es auf die Universität schafften, hatte ich ihr Lernen fest im Griff, und sie hatten keine Sekunde Freizeit. Wenn sie im Bad etwas zu lange brauchten, trieb ich sie zur Eile an. Wenn sie manchmal rausgehen und spielen oder sich beim Fernsehen entspannen wollten, schimpfte ich mit ihnen und sagte: „Schaut euch euren Onkel an: Er hat es an eine angesehene Universität geschafft, und sein Job ist respektabel. Alle Verwandten und Nachbarn bewundern ihn. Ihr solltet euch an ihm ein Beispiel nehmen. Wenn ihr jetzt keine Mühsal ertragt und euch kein zusätzliches Wissen aneignet, wie wollt ihr dann später ein gutes Leben haben? Wie sagt man so schön: ‚Man muss die größten Mühsale erdulden, um der Größte zu werden.‘“ Manchmal erzählte ich ihnen sogar klassische Geschichten von Leuten, die mit großem Fleiß lernten, um sie zu ermutigen, dies auch zu tun. Die beiden Kinder sagten hilflos: „Mama, hör auf zu reden. Wir können das alles schon auswendig. Mach dir keine Sorgen, wir schaffen die Aufnahmeprüfung für die Universität schon für dich!“ Damals stand ich jeden Tag um fünf Uhr morgens auf, um Frühstück zu machen. Und um meinen Kindern Zeit zu sparen, bereitete ich abends ihr Abendessen vor und brachte es ihnen in die Schule. Wenn sie abends spät mit dem Selbststudium in der Schule fertig waren, kamen sie nach Hause und lernten weiter. Aus Angst, sie könnten faul werden, blieb ich oft bis Mitternacht bei ihnen. Auch bei ihren täglichen Mahlzeiten dachte ich mir alles Mögliche aus: Ich hatte gehört, dass Karauschenkarpfen-Suppe gut für das Gehirn sei, also kochte ich sie oft für sie, und ich kaufte ihnen sogar spezielle Schülermilch und Mittel zur Steigerung der Konzentration. Jeden Tag mussten sie ein Freilandei essen. Ich kaufte einfach alles, von dem ich hörte, dass es gut für die Kinder sei. Ich tat das, um meine Kinder schlauer zu machen, damit sie in den Prüfungen bessere Noten schrieben. Beide Kinder strengten sich wirklich an, und ihre Noten wurden immer besser. Meine Tochter bestand schließlich die Aufnahmeprüfung für die Universität, und mein Sohn gehörte bei den Probeprüfungen zu den Besten. Ich war überglücklich und dachte bei mir: „Wenn das so weitergeht, dürfte es für meinen Sohn kein Problem sein, es auf eine Eliteuniversität zu schaffen.“ Danach behielt ich meinen Sohn noch strenger im Auge.

Als die Aufnahmeprüfungen für die Universität immer näher rückten, waren seine Nerven wegen des Drucks sehr angespannt und er konnte nachts kaum noch schlafen. Schließlich wurde er krank, bekam Fieber und Husten. Medikamente und Spritzen schlugen nicht an, und seine Noten fielen in den Keller. Das mitanzusehen, tat mir in der Seele weh. Ich befürchtete, sein Körper würde es nicht aushalten, wenn er weiterlernte, aber die entscheidende Phase stand kurz bevor. Der Gesundheitszustand meines Sohnes besserte sich einfach nicht und seine Noten wurden immer schlechter. Ich konnte nicht anders, als mir Sorgen zu machen: „Was, wenn er bei der Uni-Aufnahmeprüfung schlecht abschneidet? Hat er dann überhaupt noch gute Zukunftsaussichten? Wenn er es nicht an die Universität schafft, waren dann nicht all meine Bemühungen der letzten Jahre umsonst? Das darf nicht passieren. Damit mein Sohn ein gutes Ergebnis erzielt und eine gute Zukunft hat, muss ich ihn weiter zwingen, Extraschichten einzulegen.“ Von da an schaute ich meinem Sohn jeden Tag von der Bettkante aus beim Lernen zu. Als mein Sohn sah, dass ich ihn anstarrte, sagte er hilflos: „Wenn ich später mal Kinder habe, werde ich sie bestimmt nicht so erziehen wie du. Ich werde ihnen etwas Freiheit lassen und sie Basketball oder Tischtennis spielen lassen.“ Das von meinem Sohn zu hören, tat mir im Herzen weh, aber damit er später aus der Masse herausstechen und ein gutes Leben führen konnte, musste ich das tun. Als ich sah, dass sich die Krankheit meines Sohnes immer noch nicht gebessert hatte, wurde ich sehr besorgt und dachte: „Wenn er bis zur Aufnahmeprüfung nicht wieder gesund genug ist, wird sich das definitiv auf seine Leistung auswirken. Sollte er schlecht abschneiden, war dann all meine bisherige Anstrengung nicht völlig umsonst? Ich werde vor unseren Verwandten und Nachbarn unweigerlich zum Gespött werden. Ich habe mich so sehr abgemüht und einen so hohen Preis gezahlt, und stehe am Ende mit leeren Händen da. Was wird dann aus meinem Ansehen?“ Um die Krankheit meines Sohnes so schnell wie möglich kurieren zu lassen, suchte ich überall nach Ärzten und Medikamenten, doch sein Gesundheitszustand besserte sich einfach nicht. Jeden Tag stand mir die Sorge ins Gesicht geschrieben, ich seufzte schwer und dachte nur daran, wann es meinem Sohn endlich wieder besser gehen würde. Just in dem Moment, als ich absolut nicht mehr weiterwusste, fiel mir wieder ein, dass ich ja Christin bin und diese Schwierigkeiten Gott anvertrauen und auf Ihn blicken sollte. Also trat ich im Gebet vor Gott und sagte: „O Gott! Mein Sohn hat wegen seiner Krankheit Medikamente genommen und Spritzen bekommen, aber sein Zustand hat sich immer noch nicht gebessert. Die Aufnahmeprüfung steht kurz bevor, und ich weiß nicht, was ich tun soll. O Gott, bitte hilf meinem Sohn, damit seine Krankheit schnell wieder besser wird.“ Eines Abends traf ich beim Spazierengehen eine Schwester. Sie fragte mich, wie mein Zustand in letzter Zeit so war. Ich erzählte der Schwester von meinem Kummer, und sie hielt mit mir Gemeinschaft. Sie sagte: „Wir sind Gottesgläubige. Du solltest Gott das Lernen deines Sohnes und seinen Zustand anvertrauen – überlass es Gott, Er wird sich darum kümmern.“ Die Schwester las mir sogar einen Abschnitt aus Gottes Worten vor: „Das Schicksal des Menschen wird von Gottes Händen gelenkt. Du bist nicht in der Lage, dich selbst zu lenken. Selbst wenn sich der Mensch ständig für sich selbst abhetzt und geschäftig ist, bleibt er unfähig, sich selbst zu lenken. Wenn du deine eigenen Perspektiven wissen könntest, wenn du dein eigenes Schicksal lenken könntest, würde man dich dann noch als ein geschaffenes Wesen bezeichnen?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Wiederherstellung des normalen Lebens der Menschen und ihre Hinführung zu einem wundervollen Bestimmungsort). Nachdem ich Gottes Worte gehört hatte, verstand ich, dass Gott für jedes geschaffene Wesen bereits bestimmt hat, wie viel Leid es in diesem Leben ertragen und wie viele Segnungen es genießen soll – daran kann niemand etwas ändern. Die Menschen tun alles für ihr Schicksal und ihre Zukunftsaussichten; sie hetzen umher und mühen sich für Ruhm und Gewinn ab. Doch ganz gleich, wie viel Geld sie verdienen oder wie hoch ihre Bildung ist, sie können weder ihr eigenes Schicksal noch das anderer Menschen ändern. Ich dachte daran, wie ich – angetrieben von dem Streben, hervorzustechen und meiner Familie Ehre zu machen, um ein Leben auf hohem Niveau zu führen – meine eigenen unerfüllten Träume auf meine Kinder übertrug und so viele Anstrengungen für sie aufwendete. Um ihnen eine gute Bildung zu ermöglichen, kämpften mein Mann und ich uns durch, um Geld zu verdienen, und selbst als unsere Körper vor Erschöpfung zusammenbrachen, arbeiteten wir weiter. Solange unsere Kinder aus der Masse herausstachen, waren all das Leid und die Erschöpfung es wert. Damit meine Kinder es auf angesehene Universitäten schafften, ließ ich ihnen keinerlei Freiheit. Die Nerven meines Sohnes waren aufs Äußerste gespannt, und obwohl er schlecht schlief, traute er sich nichts zu sagen. Ich setzte mich neben ihn und schaute ihm beim Lernen zu, selbst als er hustete und krank war. Alles, was ich meinem Sohn gab, war nervlicher Druck, und ich quälte ihn unsäglich. Ich kontrollierte ihn und hatte den Ehrgeiz, sein Schicksal zu ändern – das war keine Unterwerfung unter Gottes Herrschaft und Seine Anordnungen; das war Rebellion gegen Gott! Als mir das klar wurde, betete ich zu Gott und sagte Ihm, dass ich bereit sei, die Zukunftsaussichten meines Sohnes in Seine Hände zu legen. Egal, ob er es auf die Universität schaffen würde oder nicht – komme, was wolle – ich würde meinen Sohn nie wieder so unter Druck setzen. Danach fühlte sich auch mein Herz etwas befreiter an. Nur wenige Tage später hörte ich, dass ein Junge im dritten Stock unseres Hauses wegen des Drucks im letzten Schuljahr plötzlich psychisch zusammengebrochen war; Tag und Nacht schrie er seine Eltern an: „Ihr seid schuld, dass es mir so geht! Ihr seid schuld, dass es mir so geht!“ Da bekam ich es richtig mit der Angst zu tun, und all die Szenen, in denen ich meinen Sohn zum Lernen gezwungen hatte, zogen wie ein Film vor meinem inneren Auge vorbei. Ich machte mir Sorgen, dass mein Sohn genau wie dieser Junge enden könnte, wenn ich ihn weiter so unter Druck setzen würde. Ich dachte bei mir: „Ich kann mein Kind nicht weiter so unter Druck setzen.“ Von da an nahm ich regelmäßig an Versammlungen teil, aß und trank Gottes Worte und zwang meinen Sohn nie wieder zum Lernen.

Später schaffte mein Sohn völlig unerwartet die Aufnahmeprüfung für eine Eliteuniversität. Ich freute mich riesig, doch nach der anfänglichen Freude wurde mein Herz unruhig, denn durch das Lesen von Gottes Worten verstand ich, dass Wissen viele atheistische Gedanken und Sichtweisen enthält. Je mehr Wissen man sich aneignet, desto mehr von Satans Giften werden einem eingeflößt. Diese Dinge führen dazu, dass sich Menschen von Gott distanzieren und Ihn leugnen, wodurch sie letztendlich Seine Errettung verlieren. Wenn mein Sohn jetzt ein paar Jahre an der Universität studieren und mit vielen von Satans Trugschlüssen indoktriniert würde, würde es schwer für ihn sein, vor Gott zu treten. Also nahm ich mir vor, mich mit ihm zu versammeln und ihn Gottes Worte essen und trinken zu lassen, sobald er wieder da war, damit er sich nicht zu sehr von Gott distanzierte. Ich dachte daran zurück, wie meine Kinder, als sie jünger waren, an Gott glaubten und sogar mit meiner Mutter beteten und sich versammelten. Aber damals wünschte ich mir von ganzem Herzen, dass sie eine gute Bildung erhielten, und wollte sie nicht vor Gott bringen. Jetzt sah ich, wie die Gefahr von Unglücken immer größer wurde. Meine Kinder glaubten nicht an Gott und hatten weder Gottes Fürsorge noch Seinen Schutz – vielleicht würde eines Tages ein Unglück über sie kommen und sie würden darin umkommen. Ich wollte meinen Kindern das Evangelium predigen und sie vor Gott bringen. Wenn sie also über die Ferien nach Hause kamen, las ich ihnen Gottes Worte vor. Wenn ich ihnen Gottes Worte vorlas, hörten sie zwar zu, aber sobald ich eine Versammlung vorschlug, lehnte mein Sohn ab. Er winkte immer wieder abfällig ab und sagte: „Ich habe keine Zeit dafür! Es war nicht leicht für mich, dorthin zu kommen, wo ich heute bin. Wenn ich nicht hart lerne, wie soll ich dann ein gutes Leben führen? Die Konkurrenz ist im Moment extrem hart, und es ist nicht leicht, einen respektablen Job zu finden. Ich verstehe das nicht: Ich habe bereits meinen Master und arbeite an meiner Promotion – ist es nicht das, was du immer wolltest? Ich stehe kurz davor, Erfolg und Anerkennung zu erlangen, und werde endlich ein gutes Leben haben – du solltest dich eigentlich für mich freuen. Warum bist du plötzlich wie ausgewechselt und willst, dass ich kurz vor dem Ziel alles hinschmeiße?“ Als ich hörte, was mein Sohn sagte, war ich tief getroffen, fand aber keine Worte, um ihm zu antworten. Jedes Wort, das er sagte, war genau das, was ich ihm früher jeden Tag eingetrichtert hatte. Besonders jetzt, da mein Sohn mit seiner Dissertation beschäftigt war, blieb er jede Nacht bis nach ein Uhr auf. Mit Mitte zwanzig bekam er schon eine Glatze. Wenn ich sah, wie erschöpft mein Sohn war, fühlte ich mich beklommen und traurig und hasste nur mich selbst dafür, wie ich mein Kind damals erzogen hatte. Nun hatte ich mein Kind zu einem Talent gefördert, aber es war fern von Gott.

Später dachte ich darüber nach: Ich hatte mein Allerbestes getan, um meine Kinder dazu zu bringen, nach Wissen, Ruhm und Gewinn zu streben, und sie zielstrebig zu Talenten erzogen, aber was hatte ich meinen Kindern letztendlich damit gegeben? Hatte ich ihnen wahres Glück geschenkt? Eines Tages während meiner Andacht las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Jeder Elternteil oder Älteste hat unterschiedliche Erwartungen, große und kleine, an seine Kinder. Sie hoffen, dass ihre Kinder fleißig lernen, sich vernünftig verhalten, in der Schule herausragen und Einser-Schüler sind und nicht nachlässig werden. Sie möchten, dass ihre Kinder von Lehrern und Klassenkameraden respektiert werden und ihre Noten regelmäßig über einem Durchschnitt von 2,0 liegen. Wenn das Kind einen Dreier nach Hause bringt, bekommt es Schläge, und wenn der Durchschnitt unter 3,0 liegt, muss es sich mit dem Gesicht zur Wand stellen und über seine Fehler nachdenken, oder es muss zur Strafe stillstehen. Es darf nicht essen, schlafen, fernsehen oder Computer spielen, und die Eltern werden ihm die schönen Kleider und Spielzeuge, die sie ihm zuvor versprochen haben, nicht mehr kaufen. Jedes Elternpaar hat verschiedene Erwartungen an seine Kinder und setzt große Hoffnungen in sie. Sie hoffen, dass ihre Kinder im Leben erfolgreich sein werden, in ihrer Karriere schnelle Fortschritte machen und ihren Ahnen und ihrer Familie Ehre und Ruhm bringen werden. … Was bewirken diese Wünsche der Eltern also unbeabsichtigt bei ihren Kindern? (Druck.) Sie erzeugen Druck, und was noch? (Lasten.) Sie werden zu Druck und sie werden auch zu Fesseln. Da Eltern Erwartungen an ihre Kinder haben, werden sie ihre Kinder diesen Erwartungen entsprechend disziplinieren, anleiten und erziehen; sie werden sogar in ihre Kinder investieren, damit sich ihre Erwartungen erfüllen, oder jeden Preis für sie zahlen. Zum Beispiel hoffen Eltern, dass ihre Kinder in der Schule herausragen, zu den Klassenbesten zählen, bei jedem Test im Bereich der Note ‚Eins‘ liegen, immer die Nummer eins sind – oder, im schlimmsten Fall, nie unter den fünften Platz fallen. Nachdem sie diese Erwartungen geäußert haben, bringen die Eltern zur gleichen Zeit nicht auch gewisse Opfer, um ihren Kindern zu helfen, diese Ziele zu erreichen? (Ja.) Damit ihre Kinder diese Ziele erreichen können, stehen die Kinder früh auf, um den Lernstoff zu wiederholen und Texte auswendig zu lernen, und auch die Eltern stehen früh auf, um sie dabei zu begleiten. An heißen Tagen helfen sie ihren Kindern, indem sie ihnen Luft zufächeln, ihnen kalte Getränke bringen oder ihnen Eis kaufen. Sie stehen morgens als Erstes auf, um Sojamilch, frittierte Teigstreifen und Eier für ihre Kinder zuzubereiten. Vor allem während der Prüfungen geben die Eltern ihren Kindern einen frittierten Teigstreifen und zwei Eier zu essen und hoffen, dass ihnen das helfen wird, 100 von 100 Punkten zu erreichen. Wenn du sagst, ‚ich kann das nicht alles essen, ein Ei reicht‘, sagen sie: ‚Dummes Kind, wenn du nur ein Ei isst, bekommst du nur 10 Punkte. Iss noch eins für Mama. Gib dein Bestes; wenn du es schaffst, auch dieses Ei zu essen, wirst du 100 Punkte bekommen.‘ Das Kind erwidert: ‚Ich bin gerade erst aufgestanden, ich kann noch nichts essen.‘ ‚Nein, du musst essen! Sei brav und höre auf deine Mutter. Mama tut das alles zu deinem Besten, also los, iss es für deine Mutter.‘ Das Kind überlegt: ‚Mama ist so fürsorglich. Alles, was sie tut, ist zu meinem Besten, also werde ich es essen.‘ Was gegessen wird, ist ein Ei, aber was wird tatsächlich geschluckt? Es ist Druck; es ist Abneigung und Widerwillen. Das Essen ist gut und die Erwartungen der Mutter sind hoch, und vom Standpunkt der Menschlichkeit und des Gewissens aus betrachtet, sollte man diese Dinge annehmen. Stützt man sich jedoch auf die Rationalität, sollte man sich gegen diese Art der Liebe wehren und diese Vorgehensweise nicht akzeptieren. … Insbesondere haben einige Eltern einige besondere Erwartungen an ihre Kinder und hoffen, dass ihre Kinder sie selbst überflügeln können. Sie hoffen sogar noch mehr, dass ihre Kinder einen Wunsch erfüllen können, den sie sich selbst nicht erfüllen konnten. Zum Beispiel wären manche Eltern selbst gern Tänzer geworden, aber aus verschiedenen Gründen – wie die Zeit, in der sie aufgewachsen sind, oder familiäre Umstände – konnten sie sich diesen Wunsch letztendlich nicht erfüllen. Also projizieren sie diesen Wunsch auf dich. Sie verlangen von dir nicht nur, dass du in der Schule zu den Besten gehörst und eine angesehene Universität besuchst, sondern sie melden dich obendrein auch zum Tanzunterricht an. Sie fordern, dass du außerhalb der Schule verschiedene Tanzstile erlernst, im Tanzunterricht mehr lernst, zu Hause mehr übst und in deiner Klasse der absolute Beste bist. Am Ende verlangen sie nicht nur, dass du an einer angesehenen Universität zugelassen wirst, sondern auch, dass du Tänzer wirst. Du kannst dich entweder dazu entscheiden, Tänzer zu werden oder eine angesehene Universität zu besuchen, und danach ein Aufbaustudium zu absolvieren und zu promovieren. Dir stehen nur diese beiden Möglichkeiten zur Auswahl. Mit ihren Erwartungen hoffen sie einerseits, dass du dich in der Schule beim Lernen sehr anstrengst, an einer angesehenen Universität studierst, dich von deinen Altersgenossen abhebst und eine blühende und glorreiche Zukunft hast. Andererseits projizieren sie ihre unerfüllten Wünsche auf dich und hoffen, dass du sie an ihrer Stelle erfüllen kannst. Auf diese Weise trägst du in Bezug auf deine akademische Laufbahn oder deine zukünftige Karriere zwei Lasten gleichzeitig. Zum einen musst du ihre Erwartungen erfüllen und dich für alles, was sie für dich getan haben, bei ihnen revanchieren und bestrebt sein, schließlich unter deinen Altersgenossen hervorzuragen, damit deine Eltern ein gutes Leben genießen können. Zum anderen musst du die Träume erfüllen, die sie in ihrer Jugend nicht verwirklichen konnten, und ihnen helfen, ihre Wünsche in die Realität umzusetzen. Das ist anstrengend, oder? (Ja.) Es ist schon mehr als genug, wenn du eine dieser Lasten tragen musst; egal welche der beiden, sie würde auf dir lasten und dich um Luft ringen lassen. Besonders in der heutigen Zeit, in der ein extrem harter Konkurrenzkampf herrscht, sind die verschiedenen Anforderungen, die Eltern an ihre Kinder stellen, einfach unerträglich und unmenschlich; sie sind geradezu unvernünftig. Wie nennen Nichtgläubige das? Emotionale Erpressung. Wie auch immer Nichtgläubige es nennen, sie können dieses Problem nicht lösen, und sie können das Wesen dieses Problems nicht deutlich erklären. Sie nennen es emotionale Erpressung, aber wie nennen wir es? (Fesseln und Lasten.) Wir nennen es Lasten. Sind Lasten etwas, das ein Mensch tragen sollte? (Nein.) Sie sind etwas Zusätzliches, eine Hinzufügung, die du auf dich nimmst. Sie sind kein Teil von dir. Sie sind nicht etwas, das dein Körper, dein Herz und deine Seele besitzen oder benötigen, sondern etwas Hinzugefügtes. Sie kommen von außen, nicht aus deinem Inneren(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (16)). Als ich diesen Abschnitt aus Gottes Worten las, versetzte es mir einen Stich ins Herz. Genau so hatte ich meine Kinder erzogen. Ich war der Überzeugung gewesen, dass ich von klein auf Feldarbeit verrichten und immens leiden musste, nur weil ich in meiner Jugend nicht fleißig gelernt oder eine gute Bildung genossen hatte. Also projizierte ich meine eigenen unerfüllten Wünsche auf meine Kinder und zwang sie ihnen auf. Ich wollte, dass sie hart lernten und die Aufnahmeprüfung für eine angesehene Universität bestanden, damit sie später gute Zukunftsaussichten hätten, aus der Masse herausstechen und unserer Familie Ehre machen würden. Um dieses Ziel zu erreichen, setzte ich meine Kinder schon in jungen Jahren unter Druck. Als sie klein waren, wollten sie beten und an Versammlungen teilnehmen, aber ich hatte Angst, dass dies ihre schulischen Leistungen beeinträchtigen würde, also erlaubte ich meiner Mutter nicht, sich mit ihnen zu versammeln. Wenn sie eigentlich hätten spielen sollen, erlaubte ich es ihnen nicht, und wenn ihre Noten auch nur ein wenig sanken, wies ich sie zurecht, trichterte ihnen falsche Gedanken ein und setzte sie unter Druck. Wegen des ganzen Stresses der Aufnahmeprüfungen für die Universität wurde mein Sohn krank. Aus Angst, dass sich dies auf seine Noten auswirken könnte, überwachte ich ihn jeden Tag, damit er bloß nicht faul wurde. Ich machte mir Sorgen, dass all unsere Bemühungen wirklich umsonst sein würden, wenn er bei der Prüfung schlecht abschneiden würde. Der Druck, den ich auf meinen Sohn ausübte, war wirklich viel zu groß. Nach außen hin schien es, als täte ich all das für meinen Sohn, aber in Wirklichkeit wollte ich nur, dass er an eine angesehene Universität ging und sich von den anderen abhob, damit ich mich mit ihm brüsten und meine eigenen Ideale und Wünsche verwirklichen konnte. Ohne es zu merken, bürdete ich meinem Sohn eine schwere Last und großen Druck auf, als ob ich ihm unsichtbare Fesseln anlegen würde. Nun hatte mein Sohn die Aufnahmeprüfung für die absolute Spitzenuniversität bestanden, meine Wünsche hatten sich erfüllt, ich strahlte vor Stolz, und meine Eitelkeit war befriedigt, doch mein Sohn hatte sich immer weiter von Gott entfernt. Wenn ich jetzt mit ihm über Glaubensdinge sprach, wich er ständig aus, suchte nach Ausreden und war nicht in der Stimmung, Gottes Worte zu lesen. Jeden Tag ließ er sich von Ruhm und Gewinn wie an der Leine führen. Er zermarterte sich das Gehirn um Ruhmes und Gewinns willen und rieb sich in der Pflege persönlicher Beziehungen auf – sein Leben war in höchstem Maße elend und anstrengend. Ich war diejenige, die meinen Sohn zu dem gemacht hatte, was er war.

Später las ich weitere Worte Gottes: „Als sie jung waren, hast du ihnen ständig beigebracht: ‚Lern fleißig, geh zur Uni, mach einen Master oder Doktor, finde einen guten Job, finde jemanden zum Heiraten, der gut zu dir passt, und gründe eine Familie, dann wird das Leben gut sein.‘ Durch deine Erziehung, Ermutigung und verschiedene Formen des Drucks schlugen sie den Kurs ein, den du für sie festgelegt hast, und lebten danach und erreichten, was du erwartet hast, genauso wie du es dir gewünscht hast, und jetzt gibt es für sie kein Zurück mehr. Wenn du ihnen jetzt, da du aufgrund deines Glaubens bestimmte Wahrheiten und die Absichten Gottes verstanden hast und korrekte Gedanken und Ansichten gewonnen hast, sagen willst, sie sollten nicht mehr nach diesen Dingen streben, könnte es sein, dass sie dir entgegnen: ‚Tue ich nicht genau das, was du wolltest? Hast du mir all das nicht beigebracht, als ich jung war? Hast du das nicht von mir verlangt? Warum hältst du mich jetzt auf? Ist das, was ich tue, falsch? Ich habe diese Dinge erreicht und kann sie jetzt genießen; du solltest dich darüber freuen, zufrieden und stolz auf mich sein, oder nicht?‘ Wie wirst du dich fühlen, wenn du das hörst? Solltest du glücklich sein oder weinen? Würdest du keine Reue empfinden? (Doch.) Du kannst sie jetzt nicht zurückgewinnen. Wenn du sie nicht so erzogen hättest, als sie jung waren, wenn du ihnen eine glückliche Kindheit ohne Druck ermöglicht hättest, ohne ihnen beizubringen, allen anderen überlegen zu sein, ein hohes Amt zu bekleiden oder viel Geld zu verdienen oder nach Ruhm, Gewinn und Status zu streben, wenn du sie einfach gute, gewöhnliche Menschen sein hättest lassen, ohne zu verlangen, dass sie viel Geld verdienen, so viel genießen oder dir so viel zurückgeben, sondern von ihnen nur verlangt hättest, gesund und glücklich, einfache und glückliche Individuen zu sein, dann wären sie vielleicht empfänglicher für einige der Gedanken und Ansichten gewesen, die du hegst, seit du zum Glauben an Gott gefunden hast. Dann könnte ihr Leben jetzt glücklich sein, mit weniger Druck vom Leben und von der Gesellschaft. Sie hätten zwar weder Ruhm noch Gewinn erworben, doch im Herzen wären sie glücklich, ruhig und friedlich. Doch während ihrer Entwicklungsjahre haben sie, auf dein ständiges Anstiften und Drängen hin, unter deinem Druck unerbittlich nach Wissen, Geld, Ruhm und Gewinn gestrebt. Am Ende haben sie Ruhm, Gewinn und Status erhalten, ihr Leben hat sich verbessert, sie haben mehr genossen und mehr Geld verdient, aber ihr Leben ist aufreibend. Jedes Mal, wenn du sie siehst, steht ihnen die Müdigkeit ins Gesicht geschrieben. Nur wenn sie nach Hause kommen, zurück zu dir, wagen sie es, ihre Masken abzunehmen und zuzugeben, dass sie müde sind und sich ausruhen möchten. Aber sobald sie nach draußen gehen, sind sie nicht mehr dieselben – sie setzen die Maske wieder auf. Du siehst den müden und Mitleid erregenden Ausdruck auf ihrem Gesicht, und sie tun dir leid, aber dir fehlt die Macht, sie zum Umkehren zu bewegen. Sie können nicht mehr zurück. Wie konnte das passieren? Hat das nicht etwas mit deiner Erziehung zu tun? (Doch.) Nichts davon war etwas, was sie von Natur aus wussten oder von klein auf verfolgten; es hat eindeutig mit deiner Erziehung zu tun. Wenn du ihr Gesicht siehst, wenn du ihr Leben in diesem Zustand siehst, bist du dann nicht bestürzt? (Doch.) Aber du bist machtlos; es bleiben nur Bedauern und Schmerz. Vielleicht hast du das Gefühl, dein Kind sei vollständig von Satan weggenommen worden, es kann nicht zurückkehren, und dir fehlt die Macht, es zu retten. Der Grund dafür ist, dass du deiner elterlichen Verantwortung nicht nachgekommen bist. Du bist derjenige, der ihm geschadet hat, der es mit seiner fehlerhaften ideologischen Erziehung und Anleitung in die Irre geführt hat. Es kann nie zurück, und am Ende bleibt dir nur Bedauern. Du siehst hilflos zu, während dein Kind leidet, verdorben von dieser bösen Gesellschaft, belastet vom Druck des Lebens, und du hast keine Möglichkeit, ihm zu helfen. Alles, was du sagen kannst, ist: ‚Komm öfter nach Hause, ich koch dir was Leckeres.‘ Welche Probleme kann eine Mahlzeit lösen? Sie kann nichts lösen. Sein Denken ist ausgereift und hat Form angenommen, und es ist nicht bereit, den Ruhm und den Status loszulassen, die es erreicht hat. Es bleibt ihm nur, sich voranzukämpfen und nie umzukehren. Dies ist das schädliche Ergebnis, wenn Eltern ihre Kinder während ihrer Entwicklungsjahre falsch anleiten und ihnen falsche Ideen einflößen(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (19)). Ich las diesen Abschnitt aus Gottes Worten einige Male, und jedes Mal traf er mich bis ins Mark, und ich war so traurig, dass ich Tränen der Reue vergoss. Ich dachte daran zurück, wie mein Sohn als kleiner Junge unschuldig war und an Gott glaubte, und dass er gerne mit seiner Großmutter an Versammlungen teilnahm. Doch beeinflusst von satanischen Sichtweisen wie „Wissen kann dein Schicksal verändern“, „Andere Beschäftigungen sind gering, Bücher übertreffen sie alle“, „Diejenigen, die geistig hart arbeiten, herrschen über andere, und diejenigen, die mit ihren Händen hart arbeiten, werden von anderen beherrscht“ und „Das Schicksal eines Menschen liegt in seinen eigenen Händen“, strebte ich danach, aus der Masse herauszustechen und meiner Familie Ehre zu machen. Diese Gedanken trichterte ich meinem Sohn ein und stieß ihn in den Sumpf des Wissens, sodass er mit ganzem Herzen nach Ruhm, Gewinn und Status strebte, bis er sich nicht mehr daraus befreien konnte. Mir fiel besonders eine Stelle ins Auge, wo Gottes Worte Folgendes besagen: „Vielleicht hast du das Gefühl, dein Kind sei vollständig von Satan weggenommen worden, es kann nicht zurückkehren, und dir fehlt die Macht, es zu retten. Der Grund dafür ist, dass du deiner elterlichen Verantwortung nicht nachgekommen bist. Du bist derjenige, der ihm geschadet hat, der es mit seiner fehlerhaften ideologischen Erziehung und Anleitung in die Irre geführt hat. Es kann nie zurück, und am Ende bleibt dir nur Bedauern.“ Gott hielt Gemeinschaft über genau die Gefühlslage, in der ich mich in diesem Moment befand. Jedes Mal, wenn mein Sohn nach Hause kam, las ich ihm Gottes Worte vor, aber er wehrte sich immer dagegen und fand alle möglichen Ausreden. Er warf mir sogar vor, ich würde ihn zurückhalten, was mir einen Stich ins Herz versetzte. Ich sah, wie mein Sohn sich jeden Tag für Ruhm und Gewinn abhetzte und abschuftete: In seinen jungen Jahren fielen ihm bereits die Haare aus, und jeden Tag schleppte er seinen müden Körper bis spät in die Nacht zum Lernen. Er zerbrach sich sogar den Kopf über die Gedanken und Vorlieben seiner Professoren und passte sein Vorgehen genau ihren Wünschen an. Vor den Augen seiner Professoren lief er wie auf rohen Eiern, aus ständiger Angst, er könnte das Falsche sagen oder tun, sie könnten ihm das Leben schwer machen und so seine Karriereaussichten gefährden. Ich sah zu, wie mein Sohn sich jeden Tag hinter einer Maske verstellte und furchtbar erschöpft war. Es war meine Schuld, dass mein Sohn so geworden war; ich war es, die meinen Sohn zum Streben nach Wissen angetrieben und ihm damit geschadet hatte. Nun verstand ich, dass das keine Liebe zu meinem Sohn war. Ich hatte ihm damit geschadet und ihn zu einem Opfer meines eigenen Strebens nach Ruhm und Gewinn gemacht. In der Kirche sah ich einige Brüder und Schwestern im gleichen Alter wie mein Sohn. Sie glaubten an Gott, strebten nach der Wahrheit und taten ihre Pflicht in der Kirche. Sie waren nicht an Satans Gifte gebunden und führten ein entspanntes, glückliches Leben in Freiheit und Befreiung. Das ließ mich noch mehr Reue empfinden. Hätte ich meinem Sohn diese Gedanken und Sichtweisen nicht eingetrichtert, wäre er vielleicht nicht so geworden. Er müsste kein so schmerzhaftes und hilfloses Leben führen, um nach Ruhm und Gewinn zu streben, die Karriereleiter emporzusteigen und Geld zu verdienen. Bei diesen Gedanken überkam mich tiefe Reue, und ich hasste mich selbst. Ich fragte mich: Warum war ich so versessen darauf gewesen, dass meine Kinder es auf die Universität schafften? Wo lag die Wurzel des Problems?

Eines Tages las ich diese Worte Gottes: „Satan benutzt Ruhm und Gewinn, um die Gedanken der Menschen zu kontrollieren, er lässt sie an nichts anderes als an diese beiden Dinge denken und bringt sie dazu, um Ruhm und Gewinn zu ringen, für Ruhm und Gewinn Härten zu erleiden, für Ruhm und Gewinn Erniedrigung zu erdulden und schwere Lasten zu tragen, für Ruhm und Gewinn alles zu opfern, was sie haben, und jegliches Urteil oder jegliche Entscheidung um des Ruhms und Gewinns willen zu treffen. Auf diese Weise legt Satan den Menschen unsichtbare Fesseln an, und unter diesen Fesseln haben sie weder die Fähigkeit noch den Mut, sich zu befreien. Unwissentlich tragen sie diese Fesseln, während sie mit großen Schwierigkeiten Schritt für Schritt immer weiter voranstapfen. Um des Ruhmes und des Gewinns willen entfernt sich die Menschheit von Gott und verrät Ihn und wird immer niederträchtiger. Auf diese Weise wird eine Generation nach der anderen inmitten von Satans Ruhm und Gewinn vernichtet. Wenn wir nun die Handlungen Satans betrachten, sind seine heimtückischen Beweggründe nicht absolut hassenswert? Vielleicht könnt ihr heute noch immer nicht die heimtückischen Motive Satans durchschauen, weil ihr denkt, dass das Leben ohne Ruhm und Gewinn keinen Sinn hätte, dass die Menschen dann nicht mehr in der Lage wären, den Weg vor sich und ihre Ziele zu erkennen, und dass ihre Zukunft finster, düster und trüb werden würde(Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige VI). Durch Gottes Worte verstand ich, dass Satan Ruhm und Gewinn benutzt, um die Menschen zu verderben, in die Irre zu führen und ihnen zu schaden, indem er sie dazu bringt, nur nach Ruhm und Gewinn zu streben. Ich erinnerte mich daran, dass ich ziemlich leiden musste, als ich damals anfing, Geld zu verdienen, und oft die Vorurteile anderer ertragen musste, weil ich in meiner Jugend keine gute Bildung genossen hatte. Wenn ich sah, wie Menschen mit viel Wissen und Ansehen überall bewundert wurden, beneidete ich sie. Ich glaubte, dass mir die Wertschätzung der anderen nur deshalb verwehrt blieb, weil es mir an Wissen fehlte. Also setzte ich meine Hoffnungen auf meine Kinder und wünschte mir, dass sie die Träume verwirklichen würden, die ich persönlich nicht hatte verwirklichen können. Dafür opferte ich meine ganze Zeit, zahlte jeden Preis und führte ein bitteres und anstrengendes Leben, und brachte damit meinem Sohn nur Schmerz und Qual. Mein Sohn erlangte zwar später Ruhm und Gewinn, entfernte sich jedoch immer weiter von Gott und verlor Gottes Errettung der letzten Tage. Nun verstand ich, dass mein Streben nach Ruhm und Gewinn eine Art unsichtbarer Fessel war, die Satan mir und meinem Sohn angelegt hatte. Satan benutzte Ruhm und Gewinn, um uns zu verlocken und in die Irre zu führen. Er brachte uns dazu, uns zielstrebig für Ruhm und Gewinn abzumühen, ohne einen Gedanken an das Streben nach der Wahrheit zu verschwenden. Wir ließen uns von Satan Schritt für Schritt an der Leine führen – wir waren sogar bereit, dafür zu leiden. Dadurch entfernten wir uns immer weiter von Gott, bis wir Ihn schließlich leugneten und von Satan verschlungen wurden. Das war Satans finstere Absicht und seine Intrige. Ich dachte an die Menschen in meinem Umfeld: Der Sohn meines Onkels hatte es auf die Universität geschafft, aber seine Eltern rümpften die Nase darüber, dass er ein minderwertiges Studienfach gewählt hatte. Also nutzten sie ihre Beziehungen, um jemanden zu finden, der ihm half, sein Fach zu wechseln. Der Junge hielt diesem enormen Druck jedoch nicht stand, kam im Unterricht nicht mehr mit und erlitt später einen Nervenzusammenbruch. Nun kam er nicht einmal mehr in seinem eigenen Alltag zurecht. Es gab auch viele andere Kinder, die Pestizide tranken oder von Gebäuden sprangen, weil sie in der Schule schlecht waren. All diese tragischen Schicksale waren mir eine Warnung und Ermahnung. In Wirklichkeit liegt es ganz in Gottes Händen, ob Menschen in ihrem Leben reich oder arm sind. Ruhm und Gewinn können uns nicht von unserem Schmerz befreien; sie können uns nur in einen Abgrund des Leidens stürzen. Es ist so widerlich zu sehen, wie Satan den Menschen schadet. Gleichzeitig danke ich Gott dafür, dass ich durch Seine Erleuchtung, Leitung und Führung die Wurzel meines Leidens erkannte und die gefährlichen Konsequenzen des Strebens nach Ruhm und Gewinn sah. Andernfalls wäre ich noch immer darin gefangen und könnte mich nicht befreien. Dadurch verstand ich auch Gottes aufrichtige Absicht, die Menschen zu retten. Ich durfte mich nicht länger von Satan täuschen und verletzen lassen – ich wollte aus den Fesseln von Ruhm und Gewinn ausbrechen und den Weg des Strebens nach der Wahrheit und der Erlangung der Errettung einschlagen.

Später fand ich in Gottes Worten den richtigen Weg, seine Kinder zu erziehen. Der Allmächtige Gott sagt: „Wenn du sie nicht so erzogen hättest, als sie jung waren, wenn du ihnen eine glückliche Kindheit ohne Druck ermöglicht hättest, ohne ihnen beizubringen, allen anderen überlegen zu sein, ein hohes Amt zu bekleiden oder viel Geld zu verdienen oder nach Ruhm, Gewinn und Status zu streben, wenn du sie einfach gute, gewöhnliche Menschen sein hättest lassen, ohne zu verlangen, dass sie viel Geld verdienen, so viel genießen oder dir so viel zurückgeben, sondern von ihnen nur verlangt hättest, gesund und glücklich, einfache und glückliche Individuen zu sein, dann wären sie vielleicht empfänglicher für einige der Gedanken und Ansichten gewesen, die du hegst, seit du zum Glauben an Gott gefunden hast. Dann könnte ihr Leben jetzt glücklich sein, mit weniger Druck vom Leben und von der Gesellschaft. Sie hätten zwar weder Ruhm noch Gewinn erworben, doch im Herzen wären sie glücklich, ruhig und friedlich(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (19)). Gottes Worte zeigen den richtigen Weg der Kindererziehung auf: Man darf dabei von seinen Kindern nicht verlangen, nach Wissen, Status, Ruhm, Gewinn, Aufstieg oder Geld zu streben. Man sollte für sie vielmehr ein glückliches und gesundes Leben erhoffen, ohne Druck, frei und befreit. Durch Gottes Worte verstand ich auch Gottes Absicht. Meine Kinder und ich sind alle geschaffene Wesen, und unser Schicksal liegt in Gottes Händen. Das Schicksal unseres Lebens und der Weg, den wir einschlagen, unterliegen Gottes Herrschaft und Seinen Anordnungen. Das können wir nicht selbst kontrollieren – und auch ihr Schicksal kann ich nicht ändern. Das Einzige, was ich tun kann, ist, für meine Kinder zu beten und ihnen Gottes Worte vorzulesen, wenn sie nach Hause kommen. Ob sie am Ende vor Gott treten können, liegt bei Ihm. Ich muss einfach nur meine eigene Pflicht und Verantwortung erfüllen und das gut tun, was ich tun soll. Meine Sichtweise auf die Dinge hat sich etwas geändert – das ist das Ergebnis, das durch Gottes Worte erzielt wurde. Jetzt möchte ich nur noch gut nach der Wahrheit streben, nach Gottes Worten leben und meine eigene Pflicht erfüllen. Das ist das einzige Leben mit Sinn und Wert. Dank sei Gott!

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