40. Als mich plötzlich eine Augenkrankheit heimsuchte
Anfang 2002 nahm ich Gottes Werk der letzten Tage an. Kurze Zeit später begann ich, das Evangelium zu predigen und Neulinge zu bewässern. Ich war voller Glauben an Gott und tat mehrere Jahre lang Tag für Tag meine Pflicht. Regen oder Sonnenschein, Wind oder Schnee – nichts konnte mich davon abhalten, meine Pflicht zu tun. Ich erinnere mich an ein Mal, als ich das Evangelium predigte: Der potentielle Evangeliumsempfänger wies mich nicht nur ab, sondern zeigte auch mit dem Finger auf mich, beschimpfte mich und drohte, die Polizei zu rufen. In diesem Moment fühlte ich mich zutiefst gedemütigt und schwach und war negativ gestimmt, doch dann dachte ich mir: „Wenn ich für das Predigen des Evangeliums Spott und Beleidigungen ertragen kann, wird Gott mich sicherlich segnen.“ Bei diesem Gedanken fühlte ich mich besser und tat weiter meine Pflicht. Die Jahre vergingen. Obwohl mein Fleisch in dieser Zeit der Pflichtausführung litt und mein Stolz verletzt wurde, genoss ich auch viel Segen und Gnade von Gott. In jenen Jahren meines Glaubens an Gott erlebte meine Familie Frieden und blieb von Unglücken und schwerem Leid verschont. Ich dachte bei mir: „Das liegt bestimmt an meinem starken Glauben an Gott.“ Als ich gerade so glücklich war, passierte etwas Unerwartetes.
Eines Tages im Juni 2008 sah ich plötzlich alles verschwommen, als läge ein Schleier über meinen Augen. Ich dachte, meine Augen wären vielleicht nur etwas gereizt, also schenkte ich dem keine große Beachtung und tat meine Pflicht wie gewohnt weiter. Ich dachte, da ich an Gott glaubte, würde Er mich beschützen, und ich hätte nichts zu befürchten. Selbst wenn ich krank war, sollte ich nicht aufhören, meine Pflicht zu tun. Vielleicht würden meine Augen in ein paar Tagen wieder besser werden. Aber wider Erwarten verschlechterte sich mein Zustand, anstatt sich zu bessern. Meine Sicht wurde immer verschwommener, und wenn ich in die Ferne sah, blitzte es ständig vor meinen Augen, sodass mir schwindelig wurde. Da bekam ich langsam Angst. Wenn ich mich nicht bald behandeln ließe, was wäre, wenn ich den besten Zeitpunkt verpasste und erblinden würde? Das wäre ein riesiges Problem! Also eilte ich zur Untersuchung ins Kreiskrankenhaus. Der Arzt meinte, es sei nichts Ernstes und nach ein paar Tagen Spritzenkur wäre es behoben. Danach war ich erst einmal erleichtert. Aber als sich auch nach ein paar Tagen Spritzenkur nichts besserte, kehrten meine Sorgen unweigerlich zurück: Was, wenn ich erblinden würde? Doch dann dachte ich wieder: „In all den Jahren meines Glaubens habe ich das Evangelium gepredigt und Neulinge bewässert. Gott wird mich sicherlich beschützen, wenn man bedenkt, dass ich Dingen entsagt und mich aufgewendet habe. Ich werde nicht erblinden; ich sollte mich nicht selbst verrückt machen. Außerdem ist die Medizin heute so fortschrittlich, meine Augenkrankheit ist ganz bestimmt heilbar.“
Später brachte mein Mann mich ins städtische Krankenhaus zu einem Augenspezialisten, wo eine Augen-CT gemacht wurde. Der Arzt sagte, ich hätte ein Ödem im Augenhintergrund. Anfangs brachten ein paar Tage Infusionstherapie eine leichte Besserung, doch diese hielt nicht an. Meine Sehkraft verschlechterte sich weiter, und meine Sicht wurde so trüb, dass ich die Leute vor mir kaum noch erkennen konnte. Darüber hinaus verschrieb der Arzt mir Hormonpräparate, sodass allmählich Schwellungen am ganzen Körper auftraten. Ich war fünfmal zu Untersuchungen im städtischen Krankenhaus. Als der Arzt sah, dass sich meine Augenkrankheit verschlimmerte, fühlte er sich machtlos. Er sagte sehr ernst zu mir: „Diese Augenkrankheit ist schwer zu behandeln und kann wiederkehren. In schweren Fällen kann sie zur Erblindung führen. Zudem kann die langfristige Einnahme von Hormonpräparaten Osteoporose verursachen, und wenn Sie stürzen, könnten Sie sich leicht etwas brechen.“ Die Worte des Arztes trafen mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Ich fühlte mich am ganzen Körper schwach und konnte kaum glauben, dass das, was der Arzt sagte, wahr war. Ich fragte den Arzt noch einmal, und es war tatsächlich so. In diesem Moment begann mein ganzer Körper unkontrolliert zu zittern. Das war’s! Meine Krankheit war unheilbar! Als ich nach Hause kam, war ich sehr niedergeschlagen und unruhig. Ich begann zu denken, dass Gott mich nicht beschützte, und ich wollte nicht zu Gott beten. Meine Sicht wurde immer trüber, was es mir schwer machte, deutlich zu sehen. Einmal kam meine Cousine mich besuchen. Hätte sie nicht gesprochen, hätte ich nicht gewusst, wer sie war; ich sah nur einen dunklen Schatten vor mir. Ich dachte bei mir: „Ich bin noch so jung. Wenn ich wirklich gänzlich erblinde, bin ich dann nicht völlig nutzlos? Wie soll ich von nun an mein Leben leben?“ Allmählich zog ich mich zurück, schloss mich zu Hause ein und mied andere Menschen. Ich weinte oft, und jeder Tag kam mir wie eine Ewigkeit vor. Mein Mann, der jetzt sowohl mit der Arbeit auf den Feldern als auch im Haus beschäftigt war, wurde langsam ungeduldig. Er sagte mehrmals zu mir: „Du kannst weder sehen noch irgendwelche Arbeit tun. Wozu bist du noch zu gebrauchen? Vielleicht sollte ich dich einfach verlassen!“ Das machte mich nur noch verzweifelter und verbitterter. In meinem Schmerz und meiner Hilflosigkeit betete ich zu Gott: „Gott, warum habe ich diese Krankheit bekommen? Jetzt, wo ich nichts mehr sehen kann, wie soll ich weiterhin an Dich glauben und meine Pflicht tun? Wenn ich wirklich komplett erblinde, werde ich nicht einmal mehr für mich selbst sorgen können, geschweige denn irgendeine Arbeit tun. Wenn ich bei allem auf meinen Mann angewiesen bin, wird er mich wahrscheinlich des Öfteren links liegen lassen. Ich hatte immer ein gutes Selbstbewusstsein und wollte mir nie von irgendjemandem etwas gefallen lassen. Wie soll ich von nun an leben? Gott, selbst wenn meine Arme oder Beine unbrauchbar würden, wäre das besser, als nicht sehen zu können! Gott, ich leide so sehr. Bitte nimm diese Krankheit von mir. Wenn ich wieder gesund werde, werde ich jede Pflicht tun, die Du von mir verlangst.“ Da sich mein Zustand nach einer Weile des Betens nicht besserte, verlor ich schließlich den Glauben und hörte auf zu beten. Da Gott mich nicht beschützte und mein Mann mich nicht wollte, dachte ich: Welchen Sinn hatte es da noch zu leben? Ich begann, über den Tod nachzudenken. Doch dann überlegte ich: „Wenn ich sterbe, wie soll dann unser kleiner Sohn zurechtkommen?“ Mit diesem Gedanken im Hinterkopf wollte ich dann doch nicht sterben. Später hörte ich von einem anderen Krankenhaus, das für die Behandlung von Augenkrankheiten bekannt war, also fuhren mein Mann und ich schnell mit dem Auto dorthin. Wir blieben über zehn Tage zur Behandlung im Krankenhaus, aber letztendlich wurde ich nicht geheilt. Sechs Monate vergingen, und wir hatten all unsere Ersparnisse aufgebraucht. Meine Augenkrankheit besserte sich nicht; sie verschlimmerte sich sogar noch. Ich verlor völlig die Hoffnung auf Heilung meiner Augenkrankheit.
Gerade als ich voller Schmerz und Verzweiflung war, traf ich zufällig eine Schwester. Sie ermahnte mich und sagte: „Du kannst nicht weiter in deiner Krankheit leben. Du musst Gottes Absicht suchen, über dich selbst nachdenken und Lehren aus dieser Krankheit ziehen.“ Mit diesem Satz rüttelte sie mich wach, und ich dachte: „Das stimmt. Seit ich krank geworden bin, habe ich überhaupt nicht über mich nachgedacht, und Gott hat keinen Platz in meinem Herzen. Ich war nur darauf aus, Ärzte aufzusuchen, und dachte, dass nur Ärzte und fortschrittliche medizinische Technik meine Augen heilen könnten. Wie konnte ich Gott nur vergessen?“ Doch als ich Gottes Worte lesen wollte, konnte ich sie nicht sehen, egal wie sehr ich meine Augen anstrengte, was mich zutiefst bekümmerte. Ich musste zu Gott beten und Ihn bitten, mich zu erleuchten und zu führen. Später erinnerte ich mich an diese Worte Gottes: „Wenn dir eine Krankheit widerfährt, dann ist dies Gottes Liebe und sicherlich sind darin Seine guten Absichten enthalten. Selbst wenn dein Fleisch ein wenig leidet, nimm keine Ideen von Satan an. Lobe Gott inmitten von Krankheit und erfreue dich an Gott inmitten deines Lobes. Verliere nicht den Mut angesichts von Krankheit, suche weiter und weiter und gib niemals auf, und Gott wird dich erhellen und erleuchten. Wie war der Glaube Hiobs? Der Allmächtige Gott ist ein allmächtiger Arzt! In der Krankheit zu verweilen, bedeutet krank zu sein, aber im Geist zu verweilen, bedeutet gesund zu sein. Solange du auch nur einen Atemzug hast, wird Gott dich nicht sterben lassen“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 6). Ja, der Allmächtige Gott ist ein Arzt voller Heilkraft. In jener Zeit hatte ich nur in meiner Krankheit gelebt und den Glauben an Gott verloren. Ich suchte in meiner Krankheit nicht nach Gottes Absicht, noch dachte ich über mich selbst nach oder zog Lehren aus meiner Krankheit. Ich war wirklich geistlich wie betäubt! Meine Krankheit lag in Gottes Händen, und ich durfte den Glauben an Ihn nicht verlieren. Obwohl ich Gottes Absicht noch immer nicht verstand, war ich bereit, mehr zu Gott zu beten und Ihn zu bitten, mich zu erleuchten und zu führen, damit ich gründlich über mich nachdenken und mich selbst erkennen konnte.
In jener Zeit konnte ich mir nur Lesungen von Gottes Worten anhören. Manchmal, wenn ich einige von Gottes Worten darüber hörte, wie man in Krankheit zu Ihm beten sollte, praktizierte ich das Gebet gemäß dem Weg der Praxis in Gottes Worten. Ich betete: „Gott, meinen früheren Gebeten mangelte es an Vernunft. Ich habe Dich sogar darum gebeten, mir lieber den Gebrauch meiner Arme oder Beine zu nehmen als mein Augenlicht. Ich habe Dich auch gebeten, diese Krankheit von mir zu nehmen, und versprochen, jedwede Pflicht zu tun, wenn ich wieder gesund werden würde. Gott, meine früheren Gebete waren wirklich unvernünftig!“ Später hörte ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Bedenke die Gebete Jesu. Im Garten Gethsemane betete Er: ‚Ist’s möglich …‘ Das heißt, ‚Wenn es getan werden kann.‘ Das wurde beratend gesagt; Er sagte nicht: ‚Ich flehe Dich an.‘ Mit einem unterwürfigen Herzen und in einem unterwürfigen Zustand betete Er, ‚Ist’s möglich, so gehe dieser Kelch von Mir; doch nicht, wie Ich will, sondern wie Du willst!‘ Er betete beim zweiten Mal weiterhin auf diese Weise, und beim dritten Mal betete Er: ‚So geschehe Dein Wille.‘ Nachdem Er die Wünsche von Gott, dem Vater, begriffen hatte, sagte Er: ‚So geschehe Dein Wille.‘ Er war imstande, Sich vollständig zu unterwerfen, ohne irgendeine persönliche Wahl zu treffen. … Menschen beten allerdings einfach nicht so. In ihren Gebeten sagen die Menschen immer: ‚Gott, ich bitte Dich, dieses und jenes zu tun, und ich bitte Dich, mich in diesem und jenem zu führen, und ich bitte Dich, Bedingungen für mich einzurichten …‘ Vielleicht wird Gott keine angemessenen Bedingungen für dich schaffen und dich diese Mühsal erleiden lassen und dir eine Lektion erteilen. Wenn du immer wie folgt betest: ‚Gott, ich bitte Dich, Vorkehrungen für mich zu treffen und mir Kraft zu geben‘, ist das äußerst unvernünftig! Wenn du zu Gott betest, musst du vernünftig sein, und du solltest mit einem unterwürfigen Herzen zu Ihm beten. Versuche nicht, selbst zu bestimmen, was du tun wirst. Wenn du vor dem Beten versuchst, selbst festzulegen, was du tun wirst, dann ist das keine Unterwerfung unter Gott. Im Gebet muss dein Herz unterwürfig sein, und du musst als Erstes bei Gott suchen. Auf diese Weise wird dein Herz während des Gebets auf natürliche Weise erhellt werden, und du wirst wissen, welche Vorgehensweise angemessen ist. Der Übergang von deinem Plan vor dem Gebet zu der Veränderung, die nach dem Gebet in deinem Herzen erfolgt, ist das Ergebnis des Wirkens des Heiligen Geistes. Wenn du bereits deine eigene Entscheidung getroffen und festgelegt hast, was du tun wirst, und du dann betest, um Gott um Seine Erlaubnis zu bitten oder darum, das zu tun, was du willst, dann ist ein derartiges Gebet unvernünftig. Oft erhört Gott die Gebete der Menschen genau deshalb nicht, weil sie bereits festgelegt haben, was sie tun werden, und Gott lediglich um Erlaubnis bitten. Gott sagt: ‚Da du bereits festgelegt hast, was du tun wirst, warum fragst du Mich dann?‘ Diese Art des Gebets fühlt sich ein bisschen an, als würde man Gott betrügen, und deshalb versiegen ihre Gebete“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Die Bedeutung des Gebets und wie man es praktiziert). Aus Gottes Worten erkannte ich, dass meine Gebete an Gott einzig darauf abzielten, Ihn zu bitten, meine Krankheit von mir zu nehmen. Es hatte mir so sehr an Vernunft gemangelt! Wie konnte ich, ein bloßes geschaffenes Wesen, qualifiziert sein, von Gott zu verlangen, mich zu heilen? Ich wollte sogar, dass Gott nach meinem Willen handelte und meine persönlichen Interessen erfüllte. Mir fehlte es wirklich an einem gottesfürchtigen Herzen! Dann dachte ich an das Gebet des Herrn Jesus. Er wusste, dass es überaus schmerzhaft sein würde, ans Kreuz genagelt zu werden, doch in Seinem Gebet versuchte Er nicht, Forderungen an Gott zu stellen. Er war in der Lage, sich dem Willen des himmlischen Vaters zu unterwerfen, und war auch fest entschlossen, sich Gott zu unterwerfen, selbst wenn es bedeutete, zu leiden. Ich sollte Gottes Absicht suchen und mich Ihm in meiner Krankheit unterwerfen. Dann betete ich zu Gott: „Gott, ich bin bereit, mit einem unterwürfigen Herzen zu Dir zu beten und Deine Führung zu suchen. Diese Krankheit ist nicht durch Zufall geschehen, aber ich verstehe Deine Absicht noch immer nicht. Ich weiß nicht, welche Lehren ich aus dieser Krankheit ziehen soll. Gott, bitte erleuchte und führe mich.“ Also betete ich eine Zeit lang weiterhin so zu Gott, und unerwartet begannen sich meine Augen allmählich zu bessern. Wenn ich versuchte, Gottes Worte zu lesen, konnte ich einige davon schwach erkennen.
Später las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten und erlangte eine bessere Erkenntnis über den Zustand, in dem ich mich befand. Gott sagt: „Für alle Menschen ist Läuterung qualvoll und sehr schwer anzunehmen – dennoch geschieht es während der Läuterung, dass Gott Seine gerechte Disposition dem Menschen offenbart und ihn Seine Anforderungen an den Menschen wissen lässt und ihm mehr Erleuchtung verschafft und mehr praktische Zurechtstutzung. Durch den Vergleich zwischen den Fakten und der Wahrheit erlangt der Mensch größere Kenntnis von sich und der Wahrheit und ein größeres Verständnis für Gottes Absichten, was es dem Menschen erlaubt, eine wahrhaftigere und reinere Liebe zu Gott zu haben. Das sind die Ziele Gottes bei der Durchführung des Werkes der Läuterung. All das Werk, das Gott am Menschen tut, hat seine eigenen Ziele und seine eigene Bedeutung. Gott vollführt kein bedeutungsloses Werk, noch vollbringt Er ein Werk, das ohne Nutzen für den Menschen ist. Läuterung bedeutet nicht, dass die Menschen vor Gott entfernt werden, noch bedeutet es, dass sie in der Hölle vernichtet werden. Vielmehr ist ihre Bedeutung, die Disposition des Menschen während der Läuterung zu ändern, seine Absichten zu ändern, seine alten Ansichten, seine Liebe zu Gott und die ganze Art, auf die er lebt, zu ändern. Läuterung ist eine praktische Prüfung des Menschen und eine Form praktischer Schulung, und nur während der Läuterung kann seine Liebe ihrer inhärenten Funktion dienen“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Nur indem er Läuterung erfährt, kann der Mensch wahre Liebe besitzen). Aus Gottes Worten verstand ich, dass Gott diese Krankheit nutzte, um die Beweggründe und Unreinheiten hinter meinem Glauben an Ihn zu offenbaren, hauptsächlich um mich zu reinigen und zu verwandeln. Das war Gottes Absicht. In all diesen Jahren meines Glaubens an Gott hatte ich immer gedacht, solange ich Leid ertrage und einen Preis zahle, würde Gott sich an mich erinnern und ich würde Seine Segnungen erhalten. Ich hatte sogar geglaubt, dass unser friedliches Familienleben ohne Unglücke oder schweres Leid in all diesen Jahren sicherlich an meinem starken Glauben lag, der mir Gottes Schutz einbrachte. Dann konnte ich plötzlich nicht mehr richtig sehen, und ich betete zu Gott um Heilung. Als Gott nicht nach meiner Forderung handelte, verlor ich den Glauben an Ihn und begann, mich auf Ärzte zu verlassen, in dem Glauben, dass fortschrittliche medizinische Technologie meine Augen heilen könnte. Aber als selbst die Ärzte machtlos waren, stürzte ich in Verzweiflung und dachte an den Tod. In jener Zeit suchte ich nie nach Gottes Absicht, geschweige denn dachte ich über mich selbst nach. Nun sah ich endlich, dass mein Glaube an Gott und die Ausführung meiner Pflicht von meinen eigenen Absichten und Unreinheiten durchsetzt waren. Ich versuchte, Gott zu benutzen, Ihn auszutricksen und Geschäfte mit Ihm zu machen! Dank sei Gott! Wäre nicht die Enthüllung durch diese Krankheit gewesen, hätte ich keine Erkenntnis über mich selbst gewonnen.
Später las ich noch ein paar Abschnitte aus Gottes Worten und erlangte ein klareres Verständnis meiner Probleme. Der Allmächtige Gott sagt: „Alles, wonach du strebst, seitdem du an Gott glaubst, ist, Frieden erlangen zu können – dass deine Kinder frei von Krankheit sind, dass dein Ehemann einen guten Job hat, dass dein Sohn eine gute Ehefrau findet, dass deine Tochter einen guten Ehemann findet, dass deine Ochsen und Pferde das Land gut pflügen, dass es ein Jahr mit gutem Wetter für deine Ernten wird. Das ist es, wonach du strebst. Dein Streben ist nur, bequem zu leben – dass deiner Familie keine Unfälle widerfahren, dass die Winde an dir vorüberziehen, dass dein Gesicht nicht von Staub berührt wird, dass die Ernten deiner Familie nicht überflutet werden – von jeglichem Unheil verschont zu bleiben, in ‚Gottes Umarmung‘ zu leben, in einem gemütlichen Nest zu leben. Ein Feigling wie du, der stets nach dem Fleisch strebt – besitzt du ein Herz, besitzt du einen Geist? Bist du nicht ein Tier? Ich schenke dir den wahren Weg, ohne etwas dafür zu verlangen, dennoch strebst du nicht danach. Bist du noch immer einer von denen, die an Gott glauben? Ich lasse dir wahres menschliches Leben zuteilwerden, dennoch strebst du nicht danach. Bist du nicht von derselben Art wie Schweine und Hunde? Schweine streben nicht nach dem Leben des Menschen, sie streben nicht danach, gereinigt zu werden, und sie verstehen nicht, was Leben ist. Jeden Tag, nachdem sie sich satt gefressen haben, schlafen sie einfach. Ich habe dir den wahren Weg zuteilwerden lassen, dennoch hast du ihn nicht erlangt, deine Hände bleiben leer. Bist du bereit, in diesem Leben weiterzumachen, dem Leben eines Schweins? Was hat es für eine Bedeutung, dass solche Menschen am Leben sind? Dein Leben ist verachtenswert und unwürdig, du lebst in Schmutz und Liederlichkeit und du verfolgst keinerlei Ziele, ist also dein Leben nicht das unwürdigste von allen? Besitzt du die Frechheit, Gott gegenüberzutreten? Wenn du weiterhin auf diese Weise erfährst, wirst du dann nicht leer ausgehen? Der wahre Weg ist dir geschenkt worden, ob du ihn jedoch letztendlich erlangen kannst, hängt von deinem eigenen Streben ab“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Erfahrungen von Petrus: Seine Erkenntnis über Züchtigung und Gericht). „Alle verdorbenen Menschen leben für sich selbst. ‚Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel‘ – das fasst die menschliche Natur zusammen. Die Menschen glauben alle für sich selbst an Gott; sie entsagen Dingen und wenden sich auf, um gesegnet zu werden, und das Leid, das sie ertragen, und der Preis, den sie beim Tun ihrer Pflicht zahlen, dienen ebenfalls dazu, belohnt zu werden. Kurz gesagt: Sie tun all das, um gesegnet zu werden, belohnt zu werden und ins Himmelreich einzugehen. In der Welt arbeiten die Menschen zu ihrem eigenen Nutzen, und im Haus Gottes tun sie eine Pflicht, um Segnungen zu erlangen. Um Segnungen zu erlangen, entsagen die Menschen allem und können viel Leid ertragen. All dies ist der klarste Beweis von allen, dass die Menschen eine satanische Natur besitzen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Alles, was Gott offenlegt, entspricht den Tatsachen. Mein Glaube an Gott bestand lediglich darin, Frieden und Sicherheit für meine Familie anzustreben, in der Annahme, dass es das sei, was es bedeutet, an Gott zu glauben. Ich lebte nach den satanischen Giften „Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel“ und „Wenn es ihnen keinen Nutzen bringt, rühren sie keinen Finger.“ Also glaubte ich an Gott nur, um für mich selbst Segnungen und Frieden zu suchen, und ich tat meine Pflichten, entsagte Dingen und wandte mich auf, um die Segnungen des himmlischen Königreichs zu verdienen, und tat alles zu meinem eigenen Vorteil. Als ich an Gott glaubte und Seine Segnungen und den Frieden meiner Familie sah, war ich in der Lage, Dingen zu entsagen und mich für Gott aufzuwenden, und dachte, ich sei Gott treu und würde wahrhaftig an Ihn glauben – ich wäre jemand, der die Wahrheit liebte. Als ich jedoch krank wurde und meine Gebete um Heilung nicht erhört wurden, distanzierte ich mich von Gott und hörte auf, zu beten und mich auf Ihn zu verlassen. Auch wenn ich mit meinen Augen nicht sehen konnte, konnte ich mir dennoch Lesungen von Gottes Worten anhören. Aber ich döste lieber tatenlos vor mich hin, als mir Gottes Worte anzuhören. Mein Herz war Gott gegenüber völlig verschlossen, und ich wollte mich Ihm nicht nähern. Welcher Unterschied bestand zwischen meinem Glauben an Gott und dem derer in den Religionen, die darauf aus sind, von dem Brot zu essen und satt zu werden? Sie glauben an Gott nur, um materielle Vorteile und Frieden zu suchen, und wünschen sich gutes Wetter für ihre Ernte sowie gute Gesundheit und Sicherheit für ihre Familien das ganze Jahr über. Wenn sie nicht bekommen, was sie wollen, und manchmal stattdessen von Unglücken heimgesucht werden, distanzieren sie sich von Gott und verraten Ihn. Ich erkannte, dass ich genauso war wie sie, selbstsüchtig und verachtenswert, ohne jegliches Gewissen und jedwede Vernunft! Gott hatte so viel Wahrheit zum Ausdruck gebracht, doch ich strebte nicht danach, noch strebte ich nach Reinigung oder Verwandlung. Welcher Unterschied bestand dann noch zwischen mir und Tieren wie Schweinen und Hunden?
Später las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten und erlangte ein gewisses Verständnis davon, was wahrer Glaube an Gott ist und welche Bedeutung der Glaube an Gott hat. Der Allmächtige Gott sagt: „‚Glaube an Gott‘ bedeutet, zu glauben, dass es einen Gott gibt; das ist das einfachste Konzept des Glaubens an Gott. Und um das noch einen Schritt weiter zu führen: Zu glauben, dass es einen Gott gibt, ist nicht dasselbe, wie wahrhaft an Gott zu glauben; vielmehr ist es eine Art einfacher Glaubensüberzeugung mit starken religiösen Untertönen. Wahrer Glaube an Gott bedeutet Folgendes: Auf Grundlage des Glaubens, dass Gott der Herrscher über alle Dinge ist, erlebt man Seine Worte und Sein Wirken, und befreit sich so von seinen verdorbenen Dispositionen, stellt Gottes Absichten zufrieden und erlangt Gotteskenntnis. Nur diese Art von Weg kann man ‚Glauben an Gott‘ nennen. Doch oft betrachten die Menschen den Glauben an Gott als eine sehr simple und leichtfertige Angelegenheit. Wenn Menschen auf diese Weise an Gott glauben, verliert dieser Glaube seine Bedeutung, und selbst wenn sie bis zuletzt weiter glauben, werden sie niemals die Billigung Gottes erlangen, weil sie den falschen Weg beschreiten. Diejenigen, die bis zum heutigen Tag inmitten von Worten und gehaltlosen Glaubenslehren an Gott glauben, wissen immer noch nicht, dass ihnen das Wesen des Glaubens an Gott fehlt und dass sie Gottes Billigung nicht erlangen können. Immer noch beten sie darum, dass Gott sie mit Frieden und ausreichender Gnade segnen möge. Lasst uns Ruhe in unsere Herzen bringen und genau nachdenken: Kann es sein, dass an Gott zu glauben die einfachste Sache der Welt ist? Kann es sein, dass an Gott zu glauben nichts Weiteres bedeutet, als viel Gnade von Gott zu empfangen? Sind Menschen, die an Gott glauben, ohne Ihn zu kennen, oder die an Gott glauben, sich Ihm jedoch widersetzen, wirklich in der Lage, Gottes Absichten zufriedenzustellen?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Vorwort). Durch das Lesen von Gottes Worten verstand ich, was es wirklich bedeutet, an Gott zu glauben. Mir wurde klar, dass ich all diese Jahre vage und mit Auffassungen an Gott geglaubt hatte, in der Annahme, der Glaube an Gott diene einzig dazu, in diesem Leben bereits das Hundertfache an Segen zu erhalten und in der kommenden Welt das ewige Leben. Mein Standpunkt zum Glauben an Gott war falsch, und ich war einen falschen Weg gegangen. Auf diese Weise würde ich nicht gerettet werden, ganz gleich, wie lange ich an Gott glaubte. Jemand, der wahrhaftig an Gott glaubt, erfährt Gottes Worte und Sein Werk, erkennt Gott, wirft verdorbene Dispositionen ab und wird mit Ihm vereinbar, all das auf der Grundlage des Glaubens, dass Gott die Herrschaft über alle Dinge innehat. Ich dachte über Petrus’ Glauben während des Zeitalters der Gnade nach: Der Weg seines Strebens stimmte mit Gottes Absicht überein. Er konzentrierte sich darauf, nach der Wahrheit zu streben, und konnte selbst in den kleinsten Details des täglichen Lebens versuchen, Gottes Absichten zu begreifen. Darüber hinaus tat Petrus seine Pflichten aus der Position eines geschaffenen Wesens heraus. Er strebte nach Liebe zu Gott und Unterwerfung unter Ihn, wurde letztlich für Gott kopfüber gekreuzigt und legte ein wunderschönes und durchschlagendes Zeugnis ab. Im Vergleich zu Petrus schämte ich mich zutiefst. Ich betete voller Reue zu Gott: „Gott, ich bin bereit, vor Dir Buße zu tun. In der mir verbleibenden Zeit werde ich ernsthaft nach der Wahrheit streben und bei der Ausführung meiner Pflichten Deine Absichten suchen, über mich selbst nachdenken und mich auf meinen Lebenseintritt konzentrieren.“
Durch diesen schweren Schub bei meiner Augenkrankheit dachte ich nach und erkannte meine Standpunkte und den Weg, den ich in meinem Glauben an Gott eingeschlagen hatte. Als ich einige Lehren daraus zog, heilten meine Augen allmählich. Mehr als zehn Jahre sind vergangen, und meine Augenkrankheit ist nicht wieder aufgetreten. Obwohl ich fast mein Augenlicht verloren und durch diese Krankheit Leid ertragen habe, erfuhr ich, nachdem ich sie durchgemacht hatte, Gottes mühevolle und gewissenhafte Absicht und erkannte deutlich die Wahrheit darüber, wie ich von Satan verdorben worden war. Ich erlangte auch einiges an praktischer Erkenntnis über Gottes Wirkmethode und mühevolle und gewissenhafte Absicht bei der Errettung der Menschen. Das ist etwas, was ich in einem bequemen Umfeld niemals gewinnen kann. Dank sei Gott für Seine Errettung!