81. Ich fand ein wirklich glückliches Leben

Von Elizabeth, Russland

Ich bin in einer ganz normalen Bauernfamilie aufgewachsen. Obwohl wir keineswegs wohlhabend waren, war ich dennoch sehr glücklich. Meine Mutter hatte ein fröhliches Wesen; sie war eine anständige und tüchtige Frau und hielt das Haus in perfekter Ordnung. Mein Vater war besonders fürsorglich und aufmerksam zu ihr, und sie hielten über 60 Jahre lang durch dick und dünn zusammen. Ich kann mich nicht erinnern, sie jemals streiten gesehen zu haben. Als ich erwachsen wurde, hoffte ich, einen Mann zu finden, der sich wie mein Vater um seine Familie kümmerte. Wie ich es mir gewünscht hatte, fand ich einen Ehemann, der gut zu mir passte. Wir gingen zusammen zur Arbeit und kamen zusammen nach Hause, teilten uns die Hausarbeit und die Erziehung der Kinder. Mein Mann war sehr rücksichtsvoll zu mir. Besonders in all den Jahren, in denen meine Gesundheit eher schlecht war, machte er sich noch mehr Sorgen als ich, wenn ich krank wurde. Er begleitete mich ins Krankenhaus und umsorgte mich aufs Beste. In all unseren Ehejahren hatten wir nur selten Meinungsverschiedenheiten und konnten nachsichtig miteinander umgehen. Ich kümmerte mich fleißig um die Familie und erfüllte meine Pflichten als Ehefrau. Ich hatte das Gefühl, eine glückliche Ehe zu führen und die glücklichste Frau der Welt zu sein. Ich träumte auch immer wieder davon, meinem Mann für immer so nah zu bleiben und zusammen alt zu werden.

Im Jahr 2017 nahm ich das Werk des Allmächtigen Gottes in den letzten Tagen an. Ich glaubte fest daran, dass es der richtige Lebensweg war, Gott zu folgen. Ich war voller Begeisterung, nahm jede Pflicht an, die die Kirche für mich anordnete, und gehorchte. Anfangs war ich mit meiner Pflicht nicht sehr ausgelastet, sodass es mein Familienleben nicht beeinträchtigte, und mein Mann unterstützte meinen Glauben an Gott. Im Jahr 2020 wurde ich Kirchenleiterin, und meine Pflicht nahm mich viel mehr in Anspruch. Jeden Tag ging ich früh aus dem Haus und kam spät zurück, und mein Mann musste sich um alle großen und kleinen Dinge im Haushalt kümmern. Er begann, meinen Glauben an Gott zu missbilligen, und stichelte sogar: „Du bist als Rentnerin ja noch beschäftigter als damals, als du noch gearbeitet hast!“ Um meinen Mann milde zu stimmen, nutzte ich die Morgen- und Abendstunden, um ihm Essen zuzubereiten. Ich erinnere mich noch an ein Mal, als die Mutter meines Mannes krank wurde und ins Krankenhaus musste, und mein Mann über 20 Tage lang bei ihr blieb. Er war so erschöpft, dass er Tränensäcke unter den Augen bekam und stark abnahm. Ich brachte ihnen jeden Morgen Essen, aber mein Mann schien sich nicht zu freuen, mich zu sehen. Ihn so erschöpft zu sehen, tat mir im Herzen weh. Ich dachte bei mir: „Wenn ich nur wie früher eine einfache Pflicht tun könnte, dann könnten mein Mann und ich uns bei der Pflege meiner Schwiegermutter abwechseln, und er müsste nicht so erschöpft sein. Ich habe meine Pflichten als Ehefrau nicht erfüllt.“ Eines Tages, nachdem meine Schwiegermutter aus dem Krankenhaus entlassen worden war, kam ich sehr spät nach Hause. Als mein Mann mich sah, sagte er wütend: „Sie war die ganze Zeit krank und du hast dich nicht um sie gekümmert, hast mich stattdessen bis zur Erschöpfung schuften lassen. Du denkst nur an dich selbst. So können wir nicht weitermachen!“ Angesichts der Kritik meines Mannes wusste ich nicht, was ich sagen sollte. Ich flüchtete ins Schlafzimmer und fing an zu weinen. Ich dachte bei mir: „Seit ich meine Pflicht als Leiterin ausführe, gibt es in der Kirche viel zu tun, und ich konnte mich nicht einmal um meine Schwiegermutter kümmern, als sie krank wurde. Kein Wunder, dass mein Mann nicht gut auf mich zu sprechen ist. Wenn das so weitergeht, wird er noch unzufriedener mit mir sein und auch mit mir streiten. Würde dann nicht diese Ehe, in die ich so viele Jahre Mühe gesteckt habe, einfach in die Brüche gehen? Ohne meine Ehe habe ich kein Zuhause mehr.“ In dieser Nacht wälzte ich mich hin und her und konnte nicht einschlafen. Ich dachte: „Auf der einen Seite steht meine Ehe und auf der anderen meine Pflicht; wofür soll ich mich entscheiden? Ich könnte genauso gut meine Pflicht als Leiterin niederlegen und einfach eine einfache Pflicht übernehmen.“

Am nächsten Tag traf ich die Schwester, mit der ich zusammenarbeitete, und erzählte ihr, was zu Hause passiert war, sowie von meinen Gedanken und dem inneren Schmerz, den ich empfand. Die Schwester hielt mit mir über mehrere Abschnitte aus Gottes Worten Gemeinschaft, und einer dieser Abschnitte hinterließ bei mir einen tiefen Eindruck. Der Allmächtige Gott sagt: „Bei jeder Stufe des Werkes, das Gott an den Menschen vollbringt, scheint es sich von außen betrachtet um Interaktionen zwischen Menschen zu handeln, als ob diese Stufe des Werks von menschlichen Vorkehrungen oder menschlichen Störungen herrühren würde. Aber hinter jeder Stufe des Werkes und allem, was geschieht, steht eine Wette, die Satan vor Gott eingeht; all dies erfordert, dass die Menschen in ihrem Zeugnis für Gott standhaft bleiben. Nehmen wir zum Beispiel Hiobs Prüfungen: Hinter den Kulissen ging Satan eine Wette mit Gott ein, und womit sich Hiob konfrontiert sah, waren die Taten und Störungen von Menschen. Hinter jeder Stufe des Werkes, das Gott an euch vollbringt, steht Satans Wette mit Gott – dahinter steht ein Kampf. … in allem, was dir begegnet, ist ein Kampf, und wenn es einen Kampf in dir gibt, wirkt Gott dank deiner tatsächlichen Zusammenarbeit und deines tatsächlichen Leidens in dir. Letztendlich bist du in der Lage, diese Angelegenheit innerlich beiseite zu schieben, und die Wut wird natürlicherweise ausgelöscht. Dies ist die Wirkung deiner Zusammenarbeit mit Gott. Alles, was Menschen tun, erfordert ein gewisses Maß ihres Herzbluts. Ohne tatsächliches Leiden können sie Gott nicht zufriedenstellen, sie kommen noch nicht mal in die Nähe der Zufriedenstellung von Gott, und sie geben nur leere Parolen von sich. Können diese leeren Parolen Gott zufriedenstellen? Wie solltest du, wenn sich Gott und Satan im geistlichen Reich bekämpfen, Gott zufriedenstellen und in deinem Zeugnis für Ihn standhaft bleiben? Du solltest wissen, dass alles, was dir geschieht, eine große Prüfung darstellt sowie den Zeitpunkt, an dem du für Gott Zeugnis ablegen musst(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Nur Gott zu lieben, ist wahrlich an Gott zu glauben). Durch das Nachdenken über Gottes Worte verstand ich schließlich, dass alle großen und kleinen Dinge, die jeden Tag geschehen, Teil von Gottes Orchestrierung und Anordnung sind. In allem, was den Menschen begegnet, tobt ein Kampf, und Gott möchte, dass die Menschen in ihrem Zeugnis standhaft bleiben. Indem ich heute an Gott glaubte und meine Pflicht tat, befand ich mich auf dem richtigen Lebensweg, und das ist etwas, das Gott gutheißt. Satan verursachte jedoch überall Störungen und Hindernisse. Da mein Mann nicht an Gott glaubte, gehörte er zu Satan. Er dachte nur an seine eigenen Interessen. Als ich meine Pflicht tat und mich nicht um Familienangelegenheiten kümmern konnte, was unbeabsichtigt die Interessen meines Mannes beeinträchtigte, fing er an, einen Aufstand zu machen, um mich bei der Ausführung meiner Pflicht zu behindern und zu stören. Ich hatte Angst, dass unsere Ehe zerbrechen würde, also wollte ich meine Pflicht als Leiterin niederlegen und eine einfache Pflicht übernehmen, um mich leichter um meine Familie kümmern zu können. Ich war in meinem Zeugnis nicht standhaft geblieben und wäre fast auf Satan hereingefallen. Ich konnte mich nicht weiter auf diese Weise vor meiner Pflicht drücken, also verwarf ich den Gedanken, sie niederzulegen.

Eines Tages kam ich sehr spät nach Hause, und mein Mann wies mich erneut wütend zurecht: „Ach, ich sehe, du bist gekommen, um für die Nacht in dein ‚Hotel‘ einzuchecken. Es scheint, als ob du dieses Leben mit mir gar nicht mehr willst!“ Als ich meinen Mann so sah, betete ich still in meinem Herzen zu Gott und bat Ihn, mir den Glauben und die Kraft zu geben, in meinem Zeugnis für Ihn standhaft zu bleiben. Nachdem mein Mann seiner Wut Luft gemacht hatte, sagte ich zu ihm: „Ich habe in den letzten mehr als dreißig Jahren schon genug für diese Familie geopfert. Schau dir doch meine Kolleginnen an; nach ihrer Pensionierung spielen sie entweder Mahjong, gehen tanzen oder reisen überall hin. Sie sind nie zu Hause und geben Unmengen an Geld aus. Jetzt glaube ich an Gott, gehe den richtigen Weg und wende etwas von meiner Zeit dafür auf, und trotzdem bist du dagegen und fängst jeden Tag Streit mit mir an. Wenn du nicht willst, dass wir zusammenbleiben, dann reich morgen die Scheidung ein. Wenn du es doch willst, dann misch dich nicht mehr ein; ich habe die Freiheit zu tun, was ich will.“ Er stand nur schockiert da und sagte kein Wort mehr. Am nächsten Morgen fragte ich ihn: „Und, was sagst du? Antworte mir, bleiben wir verheiratet oder nicht?“ Als er das hörte, tippte mein Mann mir mit dem Finger an die Stirn und sagte: „Ach, was soll ich bloß mit dir anfangen!“ In diesem Moment war ich sehr glücklich. Danach kümmerte ich mich nicht mehr um sein Murren, und nach und nach murrte er auch weniger als zuvor.

Im Mai 2022 wurde ich zur Predigerin gewählt und war für die Arbeit mehrerer Kirchen verantwortlich. Eine Beförderung hätte ein Grund zur Freude sein sollen, aber es fühlte sich an, als würde ein großer Felsen auf meinem Herzen lasten, und ich dachte: „In den letzten paar Jahren war ich eine Kirchenleiterin, und obwohl ich mit der Kirchenarbeit beschäftigt war, konnte ich mich morgens und abends noch um den Haushalt kümmern. Jetzt werde ich Predigerin sein, und ich werde nicht nur viel zu tun haben, sondern muss auch von zu Hause weg und von meinem Mann getrennt leben, da einige der Kirchen weit entfernt sind. Wie wird er das dulden? Bedeutet das nicht, dass ich meine Ehe sehenden Auges aufgebe? Wenn meine Ehe zerbricht und ich in Zukunft allein bin, wie soll ich dann über die Runden kommen? Ich werde bald 60; wenn ich später mal krank daniederliege, habe ich nicht einmal jemanden, der mir Essen kocht oder Wasser bringt. Wie könnte ich so leben?“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto trauriger wurde ich, und die Tränen liefen mir unkontrolliert über das Gesicht. Ich wollte Gott so sehr zufriedenstellen, aber das bisschen an Glaubenslehre, das ich zuvor verstanden hatte, zeigte keine Wirkung, und egal, wie ich es versuchte, ich konnte es einfach nicht in die Praxis umsetzen. Schließlich lehnte ich diese Pflicht mit der Begründung ab, dass meine Größe zu gering sei und es mir an der Wahrheitsrealität fehle. In den Tagen danach litt ich große Qualen und fühlte mich Gott gegenüber schuldig. Ich dachte: „Die Kirche hat mich einige Jahre gefördert. Ich war die ganze Zeit eine Kirchenleiterin und habe oft mit Brüdern und Schwestern über die Wahrheit, sich Gott zu unterwerfen, Gemeinschaft gehalten. Aber als ich für diese Pflicht gebraucht wurde, zog ich meinen Kopf ein wie eine Schildkröte und entschied mich für meine Ehe und meine Familie und wurde so zu Satans Gespött. Wie kann ich mich jemanden nennen, der Gott folgt? Ich bin wirklich wertlos!“ Ich wollte dringend die Wahrheit suchen und meine verdorbene Disposition bereinigen, und las einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Wer ist wirklich in der Lage, sich vollständig für Mich aufzuwenden und alles ganz und gar für Mich zu opfern? Ihr seid alle halbherzig; eure Gedanken drehen sich im Kreis, ihr denkt an eure Familie, an die äußere Welt, an Nahrung und Kleidung. Trotz der Tatsache, dass du hier vor Mir bist und Dinge für Mich tust, denkst du in deinem Herzen immer noch an deine Frau, deine Kinder und deine Eltern zu Hause. Sind sie dein Eigentum? Warum vertraust du sie nicht Meinen Händen an? Vertraust du Mir nicht? Oder liegt es daran, dass du befürchtest, dass Ich unangemessene Anordnungen für dich treffen werde? Warum denkst du ständig an deine fleischliche Familie und deine Lieben? Nehme Ich einen bestimmten Platz in deinem Herzen ein? Und doch behauptest du, dass du Mir erlauben wirst, in dir zu herrschen und dein ganzes Wesen einzunehmen – das sind alles trügerische Lügen! Wie viele von euch sind mit ganzem Herzen für die Kirche da? Und wer von euch denkt nicht an sich selbst, sondern an das heutige Königreich? Denke sorgfältig darüber nach(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 59). Als ich über Gottes Worte nachsann, fühlte es sich an, als würde Gott mich direkt in mein Angesicht richten. Was Er offenbarte, war genau mein Zustand. Äußerlich schien ich meine Pflicht in der Kirche auszuführen und war jeden Tag ziemlich beschäftigt, aber tief im Inneren dachte ich immer an meine Familie. Wenn ich bei einer Versammlung war, machte ich mir manchmal Sorgen, ob mein Mann schon gegessen hatte. Als ich sah, wie extrem erschöpft er von der Pflege seiner Mutter im Krankenhaus war, wollte ich einfach nur eine einfachere Pflicht übernehmen, um seine Last etwas zu erleichtern. Wenn ich mit meiner Pflicht beschäftigt war und das meinen Mann unglücklich machte, wollte ich meine Pflicht als Leiterin niederlegen, damit ich mich um meine Familie kümmern und gleichzeitig meine Pflicht ausführen konnte. Ich hoffte vergeblich, beides unter einen Hut zu bekommen. War ich nicht einfach jemand, der auf zwei Hochzeiten tanzen wollte? Ich mochte zwar die Worte rufen: „Gott hat die Herrschaft über alles“, aber in Wirklichkeit hatte ich überhaupt keinen wahren Glauben an Gott und wagte es nicht, alles in Seine Hände zu legen. Als die Kirche mich zur Predigerin beförderte, dachte ich nicht im Geringsten an die Bedürfnisse der Kirchenarbeit, sondern nur an meine eigene Ehe. Ich machte mir Sorgen, dass das Getrenntleben von meinem Mann unsere Ehe zerbrechen lassen würde und ich dann keine Familie mehr hätte. Tatsächlich lag es aber gar nicht in meiner Macht, meine Ehe zu bewahren. Wenn meine Ehe dazu bestimmt war zu zerbrechen, dann würde sie das auch tun, selbst wenn ich jeden Tag zu Hause wäre. Ich hatte eine Freundin, die ihrem Mann überallhin folgte; die beiden waren praktisch unzertrennlich. Trotzdem fing ihr Mann direkt vor ihrer Nase etwas mit einer anderen Frau an, und am Ende ließen sie sich scheiden. Es gab auch Ehepaare, die wegen der Arbeit getrennt lebten und sich nur ein paar Mal im Jahr sahen, aber ihre Ehe hielt trotzdem lange. Als ich das erkannte, war ich bereit, meine Ehe Gott anzuvertrauen. Ich trat vor Gott und betete: „Gott, danke, dass Du diese Umstände angeordnet hast, um meine Verdorbenheit zu offenbaren. Ich sehe, dass ich die Wahrheit nicht liebe und meine Natur extrem selbstsüchtig ist. Ich berücksichtige nur meine eigenen fleischlichen Interessen und will nur meine Ehe intakt halten. Gott, ich bin bereit, mich auf Dich zu verlassen und meine Ehe loszulassen. Sollte ich in Zukunft wieder die Chance haben, mein Zuhause zu verlassen, um meine Pflicht auszuführen, bin ich bereit, mich für meine Pflicht zu entscheiden und Dich zufriedenzustellen.“

Einige Monate vergingen, und wieder wurde ich zur Predigerin gewählt. In diesem Moment war ich sehr gerührt und dachte: „In der Vergangenheit habe ich Gott immer wieder verletzt und enttäuscht, und ich habe bei meiner Pflicht viel Schuld Ihm gegenüber auf mich geladen, aber Er hat mir trotzdem eine Chance zur Buße gegeben. Dieses Mal werde ich Ihn zufriedenstellen.“ Aber als ich daran dachte, dass ich mein Zuhause verlassen musste, um meine Pflicht auszuführen, spürte ich immer noch einen großen inneren Konflikt, also betete ich zu Gott. Mir fiel ein Abschnitt Seiner Worte ein, den ich zuvor gelesen hatte: „Du musst für die Wahrheit Mühsal erleiden, du musst dich für die Wahrheit opfern, du musst für die Wahrheit Erniedrigungen ertragen, und um mehr von der Wahrheit zu erlangen, musst du dich noch mehr Leiden unterziehen. Das ist es, was du tun solltest. Du darfst die Wahrheit nicht um des Genusses der familiären Harmonie willen wegwerfen, und du darfst nicht um des vorübergehenden Genusses willen die Würde und Integrität deines ganzen Lebens verlieren. Du solltest all das anstreben, was schön und gut ist, und du solltest einen Lebensweg verfolgen, der bedeutungsvoller ist. Wenn du so ein banales und weltliches Leben führst und kein Ziel hast, nach dem du streben kannst, verschwendest du dann nicht dein Leben? Was kannst du von einem solchen Leben erlangen? Du solltest allen Freuden des Fleisches einer einzigen Wahrheit wegen entsagen und du solltest nicht alle Wahrheiten für ein wenig Vergnügen wegwerfen. Solche Menschen haben keine Integrität oder Würde. Es gibt keinen Sinn in ihrem Dasein!(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Erfahrungen von Petrus: Seine Erkenntnis über Züchtigung und Gericht). Gottes Worte gaben mir Glauben und Kraft. Die erste Hälfte meines Lebens hatte ich ausschließlich für mein Fleisch gelebt und mich mit weltlichen Dingen beschäftigt. Ich strebte nur nach Familienglück und fleischlichem Frieden. Ein solches Leben hatte absolut keinen Wert und keinen Sinn, und am Ende würde ich nur mit leeren Händen und voller Reue sterben. Gott wählte mich aus, in Gottes Haus zu kommen, und gab mir die Chance, die Wahrheit und das Leben zu erlangen, doch ich war nicht dankbar und gab Ihm nicht mein aufrichtiges Herz. Ich lehnte meine Pflicht ab, um meine Ehe aufrechtzuerhalten, und beging damit vor Gott eine Verfehlung. Diesmal hatte Gott mir noch einmal Seine Gnade erwiesen und mir die Chance gegeben, eine Predigerin zu sein. Ich durfte meine Pflicht nicht wieder ablehnen, nur weil ich fürchtete, meine Ehe könnte zerbrechen; ein solches Leben hätte weder Integrität noch Würde oder Wert. Ich hatte mich entschieden, an Gott zu glauben und Ihm zu folgen, also musste ich Ihn die Dinge orchestrieren lassen. Es war es wert, alles aufzugeben, um die Wahrheit zu erlangen. Selbst wenn meine Ehe zerbrechen sollte, nachdem ich mein Zuhause verlassen hatte, würde ich dieses Mal meine Pflicht gut ausführen und für Gott leben.

In der Zeit, direkt nachdem ich mein Zuhause für meine Pflicht verlassen hatte, dachte ich in jeder freien Minute an meinen Mann und war nicht mit ganzem Herzen bei meiner Pflicht. Als ich später Gottes gemeinschaftlichen Austausch über die Wahrheiten bezüglich der Ehe sah, war das, als hätte ich einen unschätzbaren Schatz entdeckt, und ich las ihn sehr aufmerksam. Der Allmächtige Gott sagt: „Es gibt viele Menschen, die ihr Lebensglück von ihrer Ehe abhängig machen, und ihr Ziel in ihrem Streben nach Glück ist das Streben nach einer glücklichen und perfekten Ehe. Sie glauben, wenn ihre Ehe glücklich ist und sie mit ihrem Partner glücklich sind, dann werden sie ein glückliches Leben führen, und so betrachten sie das Glück ihrer Ehe als eine lebenslange Mission, die es durch unermüdliche Anstrengungen zu erfüllen gilt. … In den Herzen solcher Menschen ist eheliches Glück wichtiger als alles andere, und ohne dieses Glück fühlen sie sich völlig seelenlos. Sie glauben: ‚Liebe ist das Wichtigste für eine glückliche Ehe. Nur weil ich meine Frau liebe und sie mich liebt, führen wir eine glückliche Ehe und haben es so lange miteinander ausgehalten. Wenn ich diese Liebe verlieren würde, und wenn diese Liebe wegen meines Glaubens an Gott und der Ausführung meiner Pflicht ein Ende finden würde, hieße das dann nicht, dass mein eheliches Glück aus und vorbei wäre und ich dieses eheliche Glück nie wieder genießen könnte? Was wird ohne Eheglück aus uns werden? Wie würde das Leben meiner Frau ohne meine Liebe sein? Was wird aus mir, wenn ich die Liebe meiner Frau verliere? Kann die Ausführung der Pflicht eines geschaffenen Wesens und die Erfüllung der Mission des Menschen vor Gott diesen Verlust wettmachen?‘ Das wissen sie nicht, darauf haben sie keine Antwort, und sie verstehen diesen Aspekt der Wahrheit nicht. Wenn Gottes Haus dann jene Menschen, die ihr eheliches Glück über alles andere stellen, auffordert, von Zuhause wegzugehen und an einem fernen Ort das Evangelium zu verbreiten und dort ihre Pflicht auszuführen, fühlen sie sich angesichts der Tatsache, dass sie ihr eheliches Glück bald verlieren könnten, daher oft frustriert, hilflos und sogar unbehaglich. Um ihr eheliches Glück zu bewahren, geben manche Menschen ihre Pflichten auf oder weigern sich, sie auszuführen, und manche lehnen sogar die wichtigen Anordnungen von Gottes Haus ab. Es gibt auch einige, die sich oft bemühen, die Gefühle ihres Ehepartners zu verstehen, um ihr eheliches Glück zu bewahren. Wenn ihr Ehepartner etwas verstimmt ist oder auch nur einen Hauch von Missfallen oder Unzufriedenheit in Bezug auf ihren Glauben, den Weg des Glaubens an Gott, den sie eingeschlagen haben, und die Ausführung ihrer Pflicht an den Tag legt, lenken sie sofort ein und machen Zugeständnisse. Um ihr eheliches Glück zu bewahren, machen sie ihrem Ehepartner oft Zugeständnisse, selbst wenn das bedeutet, dass sie Möglichkeiten zur Ausführung ihrer Pflicht nicht nutzen und Zeit für Versammlungen, das Lesen von Gottes Worten und das Durchführen geistlicher Andachten opfern, um ihrem Ehepartner zu zeigen, dass sie für ihn da sind, um zu vermeiden, dass sich ihr Ehepartner allein und einsam fühlt, und um ihren Ehepartner ihre Liebe spüren zu lassen; sie ziehen das dem Verlust oder der Abwesenheit der Liebe ihres Ehepartners vor. Der Grund dafür ist, dass sie denken, wenn sie die Liebe ihres Ehepartners wegen ihres Glaubens oder des Wegs des Glaubens an Gott, den sie eingeschlagen haben, aufgeben, heißt das, dass sie ihr eheliches Glück aufgegeben haben und dieses eheliche Glück nicht mehr fühlen können, und dann werden sie einsam, bemitleidenswert und jämmerlich. Was bedeutet es, jemand zu sein, der bemitleidenswert und jämmerlich ist? Es bedeutet, ohne die Liebe oder Wertschätzung eines anderen Menschen zu leben. Obwohl solche Menschen einige Glaubenslehren und die Bedeutung von Gottes Rettungswerk verstehen und selbstverständlich auch verstehen, dass sie als geschaffene Wesen die Pflicht eines geschaffenen Wesens ausführen sollten, können sie ihr Streben nach ehelichem Glück dennoch nicht loslassen, und das trotz der Tatsache, dass sie verstehen und wissen, was sie tun sollten. Der Grund dafür liegt darin, dass sie ihr Glück in die Hände ihres Ehepartners legen und ihr Glück natürlich auch von ihrem ehelichen Glück abhängig machen. Sie halten das Streben nach ehelichem Glück fälschlicherweise für die Mission, die sie in diesem Leben verfolgen sollten, und die Mission, die ein geschaffenes Wesen verfolgen und erfüllen sollte. Ist das nicht ein Fehler? (Ja, das ist es.)“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (11)). Gott offenbarte einige Verhaltensweisen des Menschen im Streben nach dem Eheglück. Um nach der Heirat die Zuneigung zwischen Ehemann und Ehefrau aufrechtzuerhalten, tun die Menschen Dinge, um sich bei ihrem Partner einzuschmeicheln und ihm zu gefallen. Oder sie wenden sich auf und bringen gewisse Opfer, um ihr Eheglück zu wahren. Manche ziehen es sogar vor, für eine glückliche Ehe die Chance aufzugeben, ihre Pflicht auszuführen, und betrachten das Streben nach dem Eheglück als ihre Mission. Was Gott entlarvte, war genau mein Zustand; es war eine exakte Darstellung dessen, wonach ich mein ganzes Leben lang gestrebt hatte. Nach der Heirat sah ich, dass mein Mann ein Familienmensch und sehr rücksichtsvoll mir gegenüber war, also dachte ich, ich hätte die wahre Liebe gefunden, und dass ich eine solche Ehe hätte, sei auf die Fürsorge des Himmels zurückzuführen. Darum vertraute ich mein lebenslanges Glück meinem Mann an und machte das Streben nach dem Eheglück zu meiner Lebensmission. Um eine glückliche Ehe aufrechtzuerhalten, gab ich mir große Mühe, es meinem Mann recht zu machen, und bereitete ihm jeden Tag drei verschiedene Mahlzeiten zu. Als ich eine Leiterin wurde, mit der Kirchenarbeit beschäftigt war und mich nicht um meine Familie kümmern konnte, stieß das bei meinem Mann auf Ablehnung. Damals fühlte ich mich schuldig und machte mir Vorwürfe. Ich dachte, ich stünde bei meinem Mann in der Schuld und hätte meine Pflichten als Ehefrau nicht erfüllt. Nachdem mein Mann mich zurechtgewiesen hatte, hatte ich Angst, dass meine Familie zerbrechen würde, und ich wollte zurücktreten und meine Pflicht aufgeben, um die Beziehung zu meinem Mann zu retten. Als ich zur Predigerin gewählt wurde, dachte ich nur an meine Ehe und meine Familie. Ich war Gott nicht nur nicht dankbar, sondern zog es sogar vor, für das Eheglück die Chance aufzugeben, meine Pflicht auszuführen. Ich hatte das Streben nach dem Eheglück als etwas Positives betrachtet und geglaubt, dass es etwas Beneidenswertes ist, wenn ein Ehepaar seinen 25. oder 50. Hochzeitstag erreicht. Als Kind sah ich, dass sich meine Eltern innig liebten und immer füreinander da waren, also sehnte ich mich danach, als Erwachsene eine glückliche Ehe zu haben. Als mein Wunsch in Erfüllung ging, schätzte ich das sehr hoch, behandelte das Eheglück als mein Lebensziel und hielt es sogar für wichtiger, als meine Pflicht auszuführen und die Wahrheit zu erlangen, was bewirkte, dass ich von Gottes Anforderungen abwich.

Ich las weitere Worte Gottes: „Gott hat eine Ehe für dich vorherbestimmt und dir einen Partner geschenkt. Du gehst zwar in die Ehe ein, aber deine Identität und dein Status vor Gott ändern sich nicht. Egal, ob du ein Mann oder eine Frau bist: Es gibt eine Sache, die ihr beide gemein habt, und zwar, dass ihr beide geschaffene Wesen vor dem Schöpfer seid. Im Rahmen der Ehe toleriert, schätzt und schützt ihr einander, ihr helft und unterstützt euch gegenseitig und erfüllt somit eure Verantwortlichkeiten. Vor Gott jedoch können die Verantwortlichkeiten, die du gegenüber deinem Partner erfüllst, nicht an die Stelle der Verantwortlichkeiten und der Mission treten, die du erfüllen solltest. Wenn es also zu einem Konflikt zwischen deinen Verantwortlichkeiten gegenüber deinem Partner und der Pflicht, die ein geschaffenes Wesen vor Gott tun sollte, kommt, solltest du dich dafür entscheiden, die Pflicht eines geschaffenen Wesens zu tun, anstatt die Verantwortlichkeiten gegenüber deinem Partner zu erfüllen. Das sind die Richtung und das Ziel, für die du dich entscheiden solltest, und natürlich auch die Mission, die du erfüllen solltest. … Wenn im Rahmen der Ehe ein Partner im Streben nach ehelichem Glück sein Bestes gibt oder jedes Opfer erbringt, wird sich Gott daran nicht erinnern. Es spielt keine Rolle, wie gut oder perfekt du deine Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten gegenüber deinem Partner erfüllst oder wie anständig du dich deinem Partner gegenüber verhältst – mit anderen Worten, egal wie gut oder perfekt du dein eheliches Glück aufrechterhältst oder wie beneidenswert es ist – es bedeutet nicht, dass du die Mission eines geschaffenen Wesens erfüllt hast, noch beweist es, dass du ein geschaffenes Wesen bist, das den Maßstäben gerecht wird. Du magst vielleicht eine perfekte Ehefrau oder ein perfekter Ehemann sein, aber das bleibt auf den Rahmen der Ehe beschränkt. Der Schöpfer misst, was für ein Mensch du bist, daran, wie du die Pflicht eines geschaffenen Wesens vor Ihm tust, welcher Art Weg du folgst, welche Lebensanschauung du aufweist, wonach du im Leben strebst und wie gut du die Mission eines geschaffenen Wesens erfüllst. Das sind die Dinge, an denen Gott den Weg, dem du als geschaffenes Wesen folgst, und deinen zukünftigen Bestimmungsort bemisst, nicht daran, wie gut du deine Verpflichtungen und Verantwortungen als Ehefrau oder Ehemann erfüllst, oder daran, ob deine Liebe zu deinem Partner diesem Partner gefällt(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (11)). Wenn Gott darüber richtet, ob Menschen geschaffene Wesen sind, die dem Standard entsprechen, schaut Er darauf, welchen Weg sie gehen und ob sie ihre Pflichten als geschaffene Wesen gut ausführen, nicht darauf, ob ihre Familien harmonisch und glücklich sind. In allen Dingen den Interessen von Gottes Haus Vorrang einzuräumen, die Pflichten als geschaffene Wesen gut auszuführen und Gottes Auftrag zu vollenden, ist die pflichtgemäße Verantwortung geschaffener Wesen. Wenn jemand um des Eheglücks willen seine Pflicht nicht ausführt, dann hat er seine Verantwortung nicht erfüllt und verdient es nicht, ein Mensch genannt zu werden. Im Rahmen der Ehe sollte ich meine Pflichten als Ehefrau erfüllen, aber ich bin vor allem ein geschaffenes Wesen, und meine Pflicht als geschaffenes Wesen gut auszuführen, ist meine wahre Lebensmission. Wenn zwischen beidem ein Konflikt besteht, sollte ich mich dafür entscheiden, meine Pflicht als geschaffenes Wesen auszuführen. Jetzt verstand ich, dass das Streben nach dem Eheglück mir nicht helfen würde, die Errettung zu erlangen, und dass dies kein wahres Leben war; ich musste meine Pflicht als geschaffenes Wesen an die erste Stelle setzen. Ich war Gott sehr dankbar, dass Er mich geleitet hatte, die richtige Wahl zu treffen.

Ich las weiter in Gottes Worten: „Die Aufforderung, das Streben nach Eheglück loszulassen, bedeutet nicht, dass du die Ehe aufgeben oder dich scheiden lassen sollst, sondern vielmehr, dass du die Ehe richtig behandelst, um dann auf dieser Grundlage deine Mission als geschaffenes Wesen zu erfüllen und die Pflicht zu tun, die du tun sollst. Wenn dein Streben nach Eheglück natürlich die Ausführung deiner Pflicht als geschaffenes Wesen beeinträchtigt oder behindert oder dich sogar dazu veranlasst, diese Pflicht, die du tun solltest, aufzugeben, dann bist du eine zutiefst aufsässige Person. Wenn du in dieser Angelegenheit die Wahrheit suchst, solltest du klar erkennen können, woran man festhalten und welche Dinge man aufgeben sollte. Du solltest nicht nur dein Streben nach Eheglück aufgeben; du solltest deine ganze Ehe aufgeben. Auf diese Weise wirst du vollständige Übereinstimmung mit den Wahrheitsgrundsätzen erreichen. Was ist der endgültige Zweck und die endgültige Bedeutung davon, über diese Fragen Gemeinschaft zu halten? Es dient dazu, dir zu sagen: Du darfst dich nicht vom ehelichen Glück zurückhalten, blenden, stören oder gar vereinnahmen lassen, und du darfst nicht zulassen, dass das Streben nach ehelichem Glück deinen Lebensweg und dein Leben überrollt; stattdessen musst du mit den Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen, die du in der Ehe erfüllen sollst, korrekt umgehen und die Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen, die du erfüllen sollst, korrekt identifizieren. Ein besserer Weg der Praxis ist es, mehr Zeit und Energie auf deine Pflicht zu verwenden, die Pflicht zu tun, die du tun solltest, und die Mission, die Gott dir anvertraut hat, zu vollenden. Du darfst nie vergessen, dass du ein geschaffenes Wesen bist, dass Gott dich bis zu diesem Moment durchs Leben geführt hat, dass Gott dir die Ehe und eine Familie geschenkt hat, und dass Gott dir die Verantwortlichkeiten auferlegt hat, die du im Rahmen der Ehe erfüllen solltest, und dass nicht du es warst, der sich für die Ehe entschieden hat, dass es nicht so ist, als wäre deine Ehe einfach aus dem Nichts entstanden, oder dass du dein eheliches Glück durch deine eigenen Fähigkeiten oder Stärken bewahren kannst. Habe Ich das jetzt deutlich erklärt? (Ja.)“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (10)). Wenn Gott uns bittet, unser Streben nach dem Eheglück loszulassen, verlangt Er nicht von uns, uns formell scheiden zu lassen, sondern unsere Pflichten als geschaffene Wesen gut auszuführen, unter der Voraussetzung, dass wir unseren Pflichten in unserer Ehe nachkommen. Wenn unsere Ehe die Ausführung unserer Pflichten beeinträchtigt oder behindert, sollten wir sie loslassen. Gott zeigte mir einen klaren Weg der Praxis auf. In der Vergangenheit hatte ich nach dem Eheglück gestrebt und mein halbes Leben lang mühevolle und gewissenhafte Anstrengungen darauf verwendet, und selbst nachdem ich begonnen hatte, an Gott zu glauben und meine Pflicht auszuführen, steckte ich immer noch tief in diesem Streben fest und konnte mich nicht davon lösen. Ich lehnte sogar meine Pflicht ab, um meine Ehe aufrechtzuerhalten, und verpasste dadurch viele Chancen, die Wahrheit zu erlangen. Die Zeit, die ich verloren hatte, würde ich nicht zurückbekommen. Jetzt, da ich fast 60 Jahre alt war, wollte ich die begrenzte Zeit, die mir blieb, nutzen, um meine Pflicht auszuführen. Wie meine Ehe in Zukunft aussehen würde, darüber hatte ich nicht das letzte Wort. Ich musste alles Gott übergeben und mich Seiner Herrschaft und Seinen Anordnungen unterwerfen. Danach steckte ich alles, was ich hatte, in die Ausführung meiner Pflicht. Wenn ich Probleme entdeckte, hielt ich mit den Schwestern, die meine Arbeitspartnerinnen waren, Gemeinschaft, um sie zu lösen, und wenn ich auf Schwierigkeiten stieß, suchte ich Führung bei den höheren Leitern. Nach einer gewissen Zeit erzielte ich einige Ergebnisse bei meiner Arbeit. Ich nutzte die Morgen- und Abendstunden für meine Andachten, und wenn ich einen falschen Zustand hatte, suchte ich umgehend die Wahrheit, um ihn zu bereinigen. Ehe ich mich versah, hatte ich mir einige Wahrheiten angeeignet. Als ich zu Hause lebte, war ich tagsüber mit der Kirchenarbeit und morgens wie abends mit Familienangelegenheiten beschäftigt gewesen, sodass sogar die Zeit für meine Andachten begrenzt war. Aber jetzt erlebte ich endlich die Bedeutung davon, sein Zuhause zu verlassen, um seine Pflicht auszuführen, und ich hatte mehr Zeit, mich mit der Wahrheit auszustatten und sie zu suchen. Jetzt verstehe ich, dass das Streben nach dem Eheglück nicht meine Mission ist und es mir nicht ermöglichen wird, die Errettung zu erlangen. Ich werde nur dann ein echtes Leben ausleben, wenn ich danach strebe, meine Pflicht als geschaffenes Wesen gut auszuführen.

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