95. Lektionen, die ich durch die Verhaftung meines Sohnes gelernt habe
Eines Tages im Dezember 2013 rief mich eine Schwester an und sagte, mein Sohn sei von der Polizei mitgenommen worden. Als ich das hörte, erstarrte ich und dachte: „Mein Sohn glaubt noch nicht lange an Gott und ist im Glauben noch nicht gefestigt. Er hat gerade erst seinen Job aufgegeben, um seine Pflicht zu tun. Wie kann er jetzt schon verhaftet werden?“ Als ich früher verhaftet wurde, setzte die Polizei alle möglichen Mittel ein, um mich zu quälen und mich zu zwingen, die Leiter der Kirche zu verraten und das Kirchengeld preiszugeben – so sehr, dass ich dachte, ich wäre lieber tot. Jeder dieser Polizisten ist grausam und skrupellos; sie sind Teufel. Sie hegen einen tiefen Hass auf uns Gottesgläubige; sie können uns ungestraft zu Tode prügeln. Ich machte mir Sorgen und dachte: „Mein Sohn ist noch jung und hat so ein Leid noch nie erfahren! Wenn er der Folter nicht standhält und zum Judas wird, ist seine Chance auf Errettung für immer vertan!“ Der Gedanke daran machte mich krank vor Sorge. In den nächsten Tagen bekam ich keinen Bissen herunter und konnte kaum schlafen. Es war wie ein Stich ins Herz; ich wünschte nur, ich könnte anstelle meines Sohnes leiden. Ich betete ständig zu Gott und bat Ihn, meinen Sohn zu behüten und zu beschützen. Aber in meinem Herzen haderte ich auch und dachte: „Mein Sohn hat sein Zuhause verlassen, um seine Pflicht zu tun, nachdem er erst kurze Zeit an Gott geglaubt hatte; warum hat Gott ihn nicht behütet und beschützt? Wenn die Polizei ihn schwer verletzt, wie soll er in Zukunft zurechtkommen? Und wenn sie ihn zu Tode prügeln, sehe ich ihn nie wieder.“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto größer wurde meine Qual, und mein Herz versank in Finsternis. Wenn ich Gottes Worte aß und trank, kam ich nicht zur Ruhe, und innerlich gab ich sogar den Leitern und Mitarbeitern die Schuld, nicht für eine sichere Umgebung gesorgt und so die Verhaftung meines Sohnes verursacht zu haben. Damals war ich Evangeliumsdiakon in der Kirche und ziemlich beschäftigt, aber ich hatte keinen Kopf für die Arbeit; ich konnte nur an meinen Sohn denken.
Inmitten von Schmerz und Hilflosigkeit betete ich unablässig zu Gott und bat Ihn, meinen Sohn zu behüten und zu beschützen, damit er nicht zum Judas werden und die Brüder und Schwestern nicht verraten würde. Nach dem Gebet dachte ich an Gottes Worte: „Alles, was dir geschieht, sei es gut oder schlecht, sollte dir Nutzen bringen und es sollte dich nicht negativ werden lassen. Unabhängig davon solltest du in der Lage sein, Dinge zu berücksichtigen, während du an der Seite Gottes stehst, und sie nicht aus der Sicht des Menschen analysieren oder studieren (das wäre eine Abweichung in deiner Erfahrung)“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Verheißungen an jene, die vervollkommnet werden). Ja, die Dinge, die uns jeden Tag widerfahren, ob gut oder schlecht, sind alle von Gott gefügt und bergen Gottes Absichten in sich. Was die Verhaftung meines Sohnes betraf, betrachtete ich sie aus einer fleischlichen Perspektive: Ich wollte nicht, dass er litt. Deshalb empfand ich seine Verhaftung als etwas Schlechtes und haderte sogar mit Gott, weil Er ihn nicht beschützt hatte. Ich dachte an Hiobs Erfahrung: Als Hiob seinen Reichtum und Besitz verlor, seine Kinder von Unheil getroffen wurden und sein Körper mit schmerzhaften Geschwüren bedeckt war, verspottete ihn seine Frau und wollte, dass er Gott den Rücken kehrte, aber Hiob wies seine Frau zurecht und sagte: „Du redest, wie die närrischen Weiber reden. Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten die Not nicht auch annehmen?“ (Hiob 2,10). Hiob hatte ein gottesfürchtiges Herz; ob er Gutes oder Widriges empfing, er konnte es immer von Gott annehmen, ohne zu hadern oder mit seinen Lippen zu sündigen und Ihn zu kränken, und er war in der Lage, sich Gott zu unterwerfen und Seinen heiligen Namen zu preisen. Im Gegensatz dazu fing ich schon an, zu hadern, als ich nur die Nachricht hörte, dass mein Sohn verhaftet wurde – ohne dass sein Leben überhaupt in Gefahr war. Ich ließ sogar zu, dass es meine Pflicht beeinträchtigte. Ich war es nicht wert, im selben Atemzug mit Hiob genannt zu werden; ich war so beschämt! Ich betete zu Gott: „Gott, mein Sohn wurde verhaftet, während er seine Pflicht tat, und ich weiß nicht, wie es ihm gerade geht. Ich habe Angst, dass er zum Judas wird und in Zukunft bestraft wird. Gott, mein Herz leidet und bei meiner Pflicht ist mein innerer Zustand gestört. Bitte führe mich, damit ich nachdenke und mein Problem verstehe.“ Nach dem Gebet las ich Gottes Worte: „Ich gebe den Menschen keine Gelegenheit, ihre Gefühle kundzutun, weil Ich keine fleischlichen Gefühle besitze und mittlerweile einen hochgradigen Hass auf die Gefühle der Menschen entwickelt habe. Es ist wegen der Gefühle zwischen den Menschen, dass Ich beiseite geschoben wurde und deswegen in deren Augen ‚ein Dritter‘ geworden bin. Aufgrund der Gefühle zwischen den Menschen bin Ich vergessen worden. Aufgrund der Gefühle der Menschen ergreifen sie die Gelegenheit, ihr ‚Gewissen‘ wieder aufzugreifen. Aufgrund der Gefühle der Menschen sind sie Meiner Züchtigung immer abgeneigt. Aufgrund der Gefühle der Menschen beschreiben sie Mich stets als unfair und ungerecht, und behaupten, dass Ich im Umgang mit Dingen nicht auf die Gefühle der Menschen achte. Habe Ich auch Angehörige auf Erden? Wer hat jemals, wie Ich, Meinem ganzen Führungsplan zuliebe, Tag und Nacht gearbeitet, ohne an Nahrung oder Schlaf zu denken? Wie könnte der Mensch mit Gott verglichen werden? Wie könnte der Mensch mit Gott vereinbar sein?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Worte Gottes an das gesamte Universum, Kapitel 28). „Die Menschheit lebt in einem Zustand der Gefühle, und daher geht Gott nicht einem einzigen von ihnen aus dem Weg und enthüllt die in den Herzen der gesamten Menschheit verborgenen Geheimnisse. Warum ist es für die Menschen so schwierig, sich selbst von Gefühlen zu trennen? Übertrifft es die Gewissensstandards, wenn man es tut? Kann das Gewissen Gottes Willen erfüllen? Können Gefühle den Menschen durch das Unglück helfen? In den Augen Gottes sind Gefühle Sein Feind – ist dies nicht eindeutig in den Worten Gottes gesagt worden?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Offenbarungen der Mysterien von „Worte Gottes an das gesamte Universum“, Kapitel 28). Aus Gottes Worten erkannte ich, dass Gott es verabscheut, wenn Menschen sich von ihren Gefühlen leiten lassen. Wenn Menschen nach Gefühlen handeln, denken sie nur an familiäre Bande und die Interessen des Fleisches. Sie suchen dabei weder nach der Wahrheit, noch nach Gottes Absicht; bei allem, was sie tun, widersetzen sie sich Gott. Genau so war ich. Als ich erfuhr, dass mein Sohn verhaftet worden war, war mein erster Gedanke, dass die Polizei ihn sicher schlagen und zwingen würde, Gott zu verleugnen und die Leiter und Mitarbeiter der Kirche zu verraten. Ich dachte, wenn mein Sohn die Folter nicht ertragen und ein Judas werden würde, würde er seine Chance auf Errettung verlieren. Er könnte dann nicht nur in Zukunft keine Segnungen erlangen, sondern würde zudem in der Hölle bestraft werden. Da mein Sohn noch jung war, fragte ich mich auch, wie er in Zukunft überleben sollte, wenn die Schläge bei ihm eine Behinderung hinterlassen würden. Und wenn sie ihn zu Tode prügelten, hätte ich meinen Sohn für immer verloren. Als ich an diese schlimmen Folgen dachte, kam in meinem Herzen ein Hadern gegen Gott auf. Ich gab Gott die Schuld, dass Er meinen Sohn nicht behütet und beschützt hatte, und fing sogar an, mit Ihm zu rechten und gegen Ihn aufzubegehren. Wo war meine Vernunft geblieben? Wo war meine Menschlichkeit geblieben? Als ich sah, dass Menschen, die sich von ihren Gefühlen leiten lassen, sich Gott jederzeit und überall widersetzen können, wurde mir klar, warum Gott uns enthüllt hat, dass „Gefühle Sein Feind sind“.
Während meiner Suche las ich weitere Worte Gottes: „Ich habe ständig das Gefühl, dass der Weg, den Gott uns entlangführt, nicht geradewegs emporführt, sondern eine gewundene Straße voller Schlaglöcher ist. Gott sagt außerdem, dass der Weg, je steiniger er ist, unsere liebenden Herzen umso mehr offenbaren kann. Dennoch kann keiner von uns einen solchen Weg auftun. In Meiner Erfahrung bin Ich viele steinige, tückische Wege gegangen und Ich habe großes Leid erduldet. Manchmal war Ich sogar so untröstlich, dass Ich aufschreien wollte, aber Ich bin diesen Weg bis zum heutigen Tag gegangen. Ich glaube, dass dies der durch Gott angeführte Weg ist, daher erdulde Ich die Qual all dieses Leidens und gehe weiter. Denn dies ist, was Gott bestimmt hat, wer kann dem also entkommen? Ich bitte nicht darum, Segnungen zu erhalten – Ich bitte nur darum, dass Ich den Weg gehen kann, den Ich gemäß Gottes Absichten gehen sollte. Ich strebe nicht danach, andere nachzuahmen, den Weg zu gehen, den sie gehen. Ich strebe nur danach, dass Ich Meine Treue erweisen und Meinen vorgesehenen Weg bis zum Ende gehen kann. Ich bitte andere nicht um Hilfe – um ehrlich zu sein, kann auch Ich niemand anderem helfen. Es scheint, dass Ich in dieser Angelegenheit schrecklich empfindlich bin. Ich weiß nicht, was andere Menschen denken. Das kommt daher, dass Ich immer geglaubt habe, dass das Maß an Leid, welches jeder Einzelne erdulden muss, und die Entfernung, die er auf seinem Weg zurücklegen muss, von Gott vorherbestimmt wurden, und dass niemand einem anderen wirklich helfen kann“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Der Weg … (6)). Aus Gottes Worten verstand ich, dass Gott schon vor langer Zeit bestimmt hat, wie viel Leid man erträgt und welche Umstände man im Leben erfährt. Ich sollte meinen Sohn Gott übergeben und mich Seiner Herrschaft und Seinen Anordnungen unterwerfen. Das war die Vernunft und Praxis, die ich haben sollte. Mein Sohn glaubte noch nicht lange an Gott und konnte das gottes- und wahrheitshassende Wesen des großen roten Drachen nicht durchschauen. Dass er nun verhaftet worden war und Leid ertragen würde, darin lag Gottes gute Absicht, und mehr noch, es waren Lektionen, die mein Sohn lernen sollte. Ich dachte daran, wie viele Brüder und Schwestern vom großen roten Drachen verhaftet und verfolgt worden waren. Sie alle litten sehr, aber diese Erfahrungen gaben ihnen wahren Glauben an Gott. Inmitten von Schmerz und Drangsal waren sie bereit, lieber für immer im Gefängnis zu verrotten, als Gott zu verraten. Sie triumphierten über ihr Fleisch und über Satan und legten schließlich ein wunderbares und durchschlagendes Zeugnis für Gott ab. Ich dachte auch an meine eigene Erfahrung mit meiner Verhaftung. Obwohl mein Fleisch damals etwas gelitten hatte und ich zaghaft und schwach war, als ich Folter und Qualen erlebte, wuchs mein Glaube an Ihn, als ich zu Gott betete und von Seinen Worten geführt und geleitet wurde. Durch diese Erfahrung lernte ich nicht nur, das niederträchtige Wesen des großen roten Drachen, der sich Gott widersetzt, zu durchschauen, sondern erlangte auch ein gewisses Verständnis von Gottes Allmacht und Herrschaft. Mit diesem Verständnis war ich bereit, meinen Sohn Gott anzuvertrauen und Gott alles orchestrieren und anordnen zu lassen.
Einen Monat später kam mein Sohn zurück, sein Gesicht war fahl und er war tief bedrückt. Die geistliche Größe meines Sohnes war noch gering, und er hatte sich nicht getraut zuzugeben, dass er an den Allmächtigen Gott glaubte, also ließen sie ihn am Ende gehen. Nach diesem Versagen lernte mein Sohn einige Lektionen und erlangte dem großen roten Drachen gegenüber mehr Unterscheidungsvermögen. Er sah auch, dass seine geistliche Größe zu gering war und sein Glaube an Gott überhaupt nicht echt war. Sechs Monate später nahm er seine Pflicht wieder auf.
Eines Tages im Oktober 2023 erhielt ich einen Brief von der Kirche, in dem stand, dass mein Sohn erneut verhaftet worden war. Mehr als 30 Personen aus der Kirche meines Sohnes waren verhaftet worden, darunter Leiter und Mitarbeiter. Ich dachte daran, dass mein Sohn bei der Polizei schon aktenkundig war. Wenn die Polizei herausfände, dass er ein Leiter gewesen war, würde sie ihn definitiv zwingen, das Geld der Kirche preiszugeben und die Leiter und Mitarbeiter zu verraten und die „Drei Erklärungen“ zu unterschreiben, um seinem Glauben abzuschwören. Jetzt war die Zeit, in der Gott die Menschen enthüllte und sie ihrer Art entsprechend einteilte; wenn mein Sohn von der Kommunistischen Partei einer Gehirnwäsche unterzogen würde, oder wenn er die Folter nicht ertragen und die „Drei Erklärungen“ unterschreiben und Gott verraten würde, würde er das Tor zur Hölle öffnen und seine Chance auf Errettung verwirken. Bei diesem Gedanken war es mir, als läge mir ein Stein im Magen. Ich war zutiefst besorgt um die Zukunft und das Schicksal meines Sohnes und war innerlich nicht in der Verfassung, meine Pflicht zu tun. In meinem Herzen betete ich ständig für meinen Sohn und bat Gott, meinem Sohn Barmherzigkeit zu erweisen und ihn zu beschützen, damit er diese schwere Zeit sicher überstehen konnte. Einige Brüder und Schwestern sahen meine gedrückte Stimmung und dass ich den ganzen Tag verzweifelt seufzte. Sie hielten mit mir Gemeinschaft über Gottes Absicht und suchten viele Seiner Worte heraus, um mir zu helfen. Ich erkannte, dass meine Gefühle mich wieder einmal einschränkten, und so betete ich zu Gott: „Gott, mein Sohn wurde wieder von der Polizei mitgenommen. Ich kann den Gedanken nicht loslassen und habe Angst um sein Leben, seine Zukunft und sein Schicksal. Bitte führe mich, damit ich die Wahrheit suche und mich in dieser Angelegenheit nicht einschränken lasse.“
Später erinnerte ich mich an Gottes gemeinschaftlichen Austausch darüber, wie man seine Erwartungen an seine Kinder loslässt, suchte diese Worte heraus und las sie. Der Allmächtige Gott sagt: „Manche ignoranten Eltern können das Leben oder das Schicksal nicht durchblicken, erkennen Gottes Souveränität nicht und neigen im Umgang mit ihren Kindern zu ignoranten Handlungen. Zum Beispiel, nachdem sie unabhängig geworden sind, erleben die Kinder vielleicht bestimmte Situationen, Nöte oder schwere Tragödien; manche sind von einer Krankheit geschlagen, manche geraten in Rechtsstreitigkeiten, andere lassen sich scheiden, manche werden getäuscht und betrogen, manche werden entführt, verletzt, werden schwer misshandelt oder stehen vor dem Tod. Es gibt auch solche, die dem Drogenmissbrauch verfallen, und so weiter. Was sollten Eltern in diesen besonderen und bedeutsamen Situationen tun? Wie ist die typische Reaktion der meisten Eltern? Tun sie das, was sie als geschaffene Wesen mit der Identität von Eltern tun sollten? Es kommt selten vor, dass Eltern eine solche Nachricht hören und so reagieren, als sei das Ganze einem Fremden zugestoßen. Die meisten Eltern bekommen über Nacht graue Haare aus Kummer, sie verbringen eine schlaflose Nacht nach der anderen, haben tagsüber keinen Appetit, sie zerbrechen sich den Kopf mit Grübeleien, und manche weinen sogar bitterlich, bis sie rote Augen bekommen und ihre Tränen versiegen. Sie beten inständig zu Gott, damit Gott ihren Glauben berücksichtigt und ihre Kinder beschützt, ihnen gnädig ist und sie segnet, ihnen Barmherzigkeit zeigt und ihr Leben verschont. In einer solchen Situation kommen alle menschlichen Schwächen, Verletzlichkeiten und Gefühle der Eltern gegenüber ihren Kindern ans Tageslicht. Was wird sonst noch aufgedeckt? Ihre Aufsässigkeit gegen Gott. Sie flehen Gott an und beten zu Ihm, bitten Ihn inständig, ihre Kinder vor Unheil zu bewahren. Selbst wenn eine Katastrophe eintritt, beten sie, dass ihre Kinder nicht sterben, dass sie der Gefahr entkommen, böse Menschen ihnen keinen Schaden zufügen, dass ihre Krankheit nicht schlimmer wird und sich stattdessen verbessert und so weiter. Wofür beten sie wirklich? (Gott, mit diesen Gebeten stellen sie Forderungen an Gott, mit einem Unterton der Beschwerde.) In gewisser Hinsicht sind sie äußerst unzufrieden mit der Notlage ihrer Kinder, und sie beschweren sich: Gott hätte nicht zulassen sollen, dass ihren Kindern so etwas zustößt. Ihrer Unzufriedenheit ist Beschwerde beigemischt, und sie bitten Gott, Seinen Entschluss zu ändern und nicht so zu handeln, ihre Kinder vor Gefahren zu retten und sie zu beschützen, ihre Krankheit zu heilen, ihnen dabei zu helfen, Rechtsstreitigkeiten zu entkommen, aufkommendes Unheil abzuwenden und so weiter – kurz gesagt, dass alles reibungslos läuft. Indem sie auf diese Weise beten, beschweren sie sich einerseits über Gott, andererseits stellen sie Forderungen an Ihn. Ist das nicht ein Ausdruck von Aufsässigkeit? (Doch.) Sie sagen indirekt, dass das, was Gott tut, nicht richtig bzw. nicht gut ist, dass Er nicht so handeln sollte. Weil es sich um ihre Kinder handelt und sie Gläubige sind, denken sie, Gott sollte nicht zulassen, dass ihren Kindern solche Dinge zustoßen. Ihre Kinder sind anders als andere; sie sollten bevorzugt werden, wenn es darum geht, Gottes Segnungen zu empfangen. Aufgrund ihres Glaubens an Gott sollte Er ihre Kinder segnen, und wenn Er es nicht tut, sind sie bekümmert, sie weinen, bekommen einen Wutanfall und wollen Gott nicht mehr folgen. Wenn ihr Kind stirbt, glauben sie, auch sie könnten nicht mehr weiterleben. Ist es das, was sie empfinden? (Ja.) Ist das nicht eine Form des Protests gegen Gott? (Doch.) Es ist Protest gegen Gott. … Wenn Gott das Schicksal eines anderen orchestriert und darüber herrscht, findest du das in Ordnung, solange es nichts mit dir zu tun hat. Und wenn es um das Schicksal deiner Kinder geht, soll Er deiner Meinung nach nicht darüber herrschen können? In den Augen Gottes steht die ganze Menschheit unter Gottes Herrschaft, und niemand kann der Herrschaft und den Anordnungen, die von Gottes Händen festgelegt wurden, entkommen. Warum sollten deine Kinder eine Ausnahme sein? Gottes Souveränität ist von Ihm bestimmt und durchgeplant. Ist es in Ordnung, wenn du sie ändern willst? (Nein, es ist nicht in Ordnung.) Es ist nicht in Ordnung. Daher dürfen Menschen keine törichten oder unvernünftigen Dinge tun. Was immer Gott tut, es beruht auf Ursachen und Auswirkungen aus vorherigen Leben – was hat das mit dir zu tun? Wenn du dich Gottes Souveränität widersetzt, suchst du den Tod. Wenn du nicht willst, dass deine Kinder diese Dinge erleben, dann ist das auf Zuneigung zurückzuführen, und nicht auf Gerechtigkeit, Barmherzigkeit oder Güte – es liegt einfach an deiner Zuneigung. … Die Beziehung, die tatsächlich zwischen Menschen besteht, beruht nicht auf einer Verbundenheit durch Fleisch und Blut, sondern ist eine Beziehung zwischen zwei von Gott geschaffenen Lebewesen. Diese Art von Beziehung beinhaltet keine Verbundenheit durch Fleisch und Blut; sie besteht nur zwischen zwei unabhängigen Lebewesen. Wenn man aus diesem Blickwinkel darüber nachdenkt, sollte man als Eltern, wenn die eigenen Kinder das Unglück haben, krank zu werden, oder in Lebensgefahr schweben, diese Angelegenheiten richtig angehen. Wenn deinen Kindern Unglück widerfährt oder wenn sie sterben, solltest du die Zeit, die dir bleibt, den Weg, den du gehen solltest, oder die Verantwortungen und Verpflichtungen, die du erfüllen solltest, nicht aufgeben – du solltest mit dieser Sache richtig umgehen. Wenn du die richtigen Gedanken und Ansichten hast und diese Dinge durchschauen kannst, wirst du in der Lage sein, Verzweiflung, Trauer und Sehnsucht schnell zu überwinden“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (19)). Als ich Gottes Worte las, verstand ich, dass Menschen ursprünglich unabhängige Lebewesen sind, die keine Beziehung zueinander haben. Erst wenn die Seele wiedergeboren wird und in diese materielle Welt eintritt, gibt es Familien, Ehepartner, Väter und Söhne, Mütter und Töchter und andere derartige Beziehungen. Wenn man aber vom Wesen eines Menschen spricht, gibt es ursprünglich keine Beziehung untereinander. Aber die Menschen können solche Dinge nicht klar erkennen und stellen fleischliche, familiäre Bande und Blutsverwandtschaft über alles. Wenn ihre Kinder von Unglück und Krankheit betroffen sind oder das Leben ihrer Kinder gefährdet ist, sind die Eltern in ihrer Zuneigung gefangen und leiden so sehr, dass sie sich sogar den Tod wünschen. In Wirklichkeit wurden der Weg, den die Menschen einschlagen, und das Schicksal, das sie haben, lange vorher von Gott bestimmt, und es liegt nicht an den Eltern, dies festzulegen. Nehmen wir zum Beispiel meine Nachbarn. Dieses Ehepaar lebte sein ganzes Leben lang sparsam und gab sein ganzes hart verdientes Geld für seine Tochter aus. Sie schickten sie auf eine Eliteschule und gaben ihr die beste Ausbildung, in der Hoffnung, dass sie in Zukunft einen festen Arbeitsplatz und finanzielle Sicherheit haben würde. Ihre Tochter kam jedoch vom rechten Weg ab und begann schon in jungen Jahren, Drogen zu nehmen. Am Ende wurde sie wegen Drogenhandels verhaftet und zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Ihre Eltern verloren darüber fast den Verstand. Es gab auch eine junge Schwester, deren Eltern seit vielen Jahren auswärts arbeiteten und die sie der Obhut ihres Onkels anvertraut hatten. Ihre Eltern kümmerten sich nie um ihre schulische Bildung, aber sie schaffte es schließlich auf die Universität und folgte ihrer Tante und ihrem Onkel im Glauben an Gott. Jetzt tut diese Schwester ihre Pflicht und geht im Leben den richtigen Weg. Das zeigt, dass der Weg, den die Menschen einschlagen, überhaupt nichts damit zu tun hat, wie ihre Eltern sich um sie kümmern und sie erziehen, und es ist nichts, was ihre Eltern ändern können. Aber ich konnte diese Dinge nicht klar erkennen, machte mir immer Sorgen um die Zukunft und das Schicksal meines Sohnes und war nicht in der Lage, meine Pflicht normal zu tun; sogar mein Essen und Trinken von Gottes Worten war gestört. Ich war einfach besorgt, dass mein Sohn seine Chance auf Errettung verwirken würde, wenn er der Folter nicht standhalten, Gott verraten und zum Judas werden würde, Ich verlangte sogar von Gott, dass Er ihn vor der Grausamkeit dieser Teufel beschützt und dafür sorgt, dass er diese schwere Zeit sicher übersteht. Hatte ich auch nur einen Funken Vernunft? Wenn ich genauer darüber nachdachte: Als mein Sohn zum ersten Mal verhaftet wurde, war seine geistliche Größe noch gering, und er traute sich nicht zuzugeben, dass er an Gott glaubte; er hatte kein Zeugnis. 10 Jahre später wurde er wieder verhaftet, und Gott hatte dies sicherlich zugelassen. Er gab meinem Sohn eine Chance zur Buße; Er stellte ihn auf die Probe. Wenn mein Sohn über die Einschränkung durch den finsteren Einfluss des großen roten Drachen triumphieren und sein Leben riskieren könnte, um in seinem Zeugnis für Gott standhaft zu bleiben, dann wäre seine Verhaftung dieses Mal zutiefst bedeutsam und würde dazu dienen, ihn zu perfektionieren. Ich hatte die Dinge jedoch aus meinen Gefühlen heraus betrachtet und nicht nach Gottes Absicht gesucht, da ich dachte, dass ein angenehmes Umfeld ohne fleischliches Leid vorteilhaft für ihn sei. Meine Sichtweise entsprach überhaupt nicht Gottes Absicht; sie war wirklich absurd! Ob mein Sohn nach seiner Verhaftung dieses Mal in seinem Zeugnis standhaft bleiben konnte oder nicht, hing von seinem Wesen ab, davon, wonach er normalerweise strebte, und von dem Weg, den er ging. Ich sollte mir keine übermäßigen Sorgen um die Zukunft und das Schicksal meines Sohnes machen und in Schmerz leben. Als ich das verstand, fühlte sich mein Herz etwas erleichtert an.
Während meiner Suche las ich weitere Worte Gottes: „Abgesehen davon, einem Menschen das Leben zu schenken und ihn aufzuziehen, besteht die Verantwortung, die die Eltern im Leben eines Menschen tragen, lediglich darin, diesem Menschen von außen eine Umgebung für sein Heranwachsen zu stellen, und mehr nicht – denn nur die Vorherbestimmung des Schöpfers hat einen Einfluss auf das Schicksal eines jeden Menschen. Was für eine Zukunft jemand haben wird, kann von keinem Menschen kontrolliert werden; sie wurde lange im Voraus vorherbestimmt, und nicht einmal die Eltern eines Menschen können sein Schicksal ändern. Was das Schicksal betrifft, ist jeder unabhängig; jeder hat sein eigenes Schicksal. Niemandes Eltern können also Schicksal eines Menschen im Leben überhaupt durchkreuzen, noch können sie irgendetwas tun, um ihm weiterzuhelfen, wenn es um die Rolle geht, die er im Leben spielt. Man kann sagen, dass, ganz gleich in welche Familie jemand vorherbestimmt hineingeboren wird und in welcher Umgebung er aufwächst, diese Dinge nichts weiter als die Voraussetzungen dafür sind, seine Mission im Leben zu vollenden. Sie bestimmen in keiner Weise das Schicksal eines Menschen im Leben oder die Art von Schicksal, in dem er seine Mission vollendet. Somit können niemandes Eltern einem Menschen dabei helfen, seine Mission im Leben zu vollenden, noch kann irgendein Verwandter ihm dabei helfen, seine Rolle im Leben auszufüllen. Wie jemand seine Mission vollendet und in was für einer Lebensumgebung er seine Rolle übernimmt, hängt ganz und gar von seinem Schicksal im Leben ab. Mit anderen Worten: Keine objektiven Bedingungen können die vom Schöpfer vorherbestimmte Mission irgendeines Menschen beeinflussen. Jeder erreicht in der bestimmten Umgebung, in der er aufwächst, die Reife; dann schlägt er Schritt für Schritt seinen eigenen Lebensweg ein und erfüllt das Schicksal, das der Schöpfer für ihn arrangiert hat. Ganz natürlich und automatisch tritt er in das weite Meer der Menschheit ein und nimmt seinen Platz im Leben ein, und um der Vorherbestimmung des Schöpfers und Seiner Herrschaft willen beginnt er, seine Verantwortlichkeiten als geschaffenes Wesen zu erfüllen“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige III). Gott sprach mit großer Klarheit über die Verantwortung der Eltern gegenüber ihren Kindern. Als Elternteil besteht meine Verantwortung darin, meinen Sohn großzuziehen, dafür zu sorgen, dass er gesund aufwächst, ihn vor Gott zu bringen, ihm zu sagen, dass sein Leben von Gott kommt, und ihn dazu zu bringen, an Gott zu glauben und den richtigen Weg zu gehen. Das sind meine Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen als Elternteil. Aber ob mein Sohn nach seiner Verhaftung in seinem Zeugnis standhaft bleiben kann oder nicht und ob sein zukünftiges Ergebnis und sein Bestimmungsort darin bestehen, Segen zu erlangen oder Strafe zu empfangen, sind keine Dinge, die ich bestimmen kann. Als geschaffenes Wesen sollte ich mit Vernunft Gottes Herrschaft und Anordnungen annehmen und mich ihnen unterwerfen. Nur das steht im Einklang mit Gottes Absicht. Als ich das verstand, war mein Herz völlig befreit. Ob mein Sohn in seinem Zeugnis standhaft bleiben konnte oder nicht und ob er in Zukunft Segen oder Widrigkeiten empfangen würde – ich war bereit, es anzunehmen und mich dem zu unterwerfen.
Wenn ich jetzt an meinen Sohn denke, mache ich mir immer noch ein wenig Sorgen, aber es beeinflusst meinen Zustand nicht mehr, und ich kann meine Pflicht normal tun. Ich danke Gott von Herzen!