97. Ich mache mir keine Sorgen mehr um die Arbeitsstelle meines Sohnes
Ich habe drei ältere Schwestern. Sie und ihre Ehemänner arbeiten alle in Regierungsministerien. Einige sind Vorsitzende der Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes, während andere in leitenden Positionen oder an der Spitze von Regierungsbehörden stehen. Die Leute beneiden und achten sie. Außenstehende sagen immer: „Schau dir deine älteren Schwestern an. Eine ist besser als die andere!“ Immer wenn ich so etwas hörte, wurde mir ums Herz ganz schwer. Meine älteren Schwestern waren alle so außergewöhnlich, aber mein Mann und ich waren nur Angestellte in der allgemeinen Verwaltung einer Firma, ohne Macht oder Einfluss. Ich schämte mich deswegen sehr und konnte anderen nicht mehr erhobenen Hauptes begegnen. Ich dachte mir: „Ich werde es in diesem Leben zu nichts mehr bringen. Ich muss meine ganze Hoffnung auf meinen Sohn setzen. Wenn er erwachsen ist, muss er unbedingt eine gute Arbeit finden. Selbst wenn er kein Beamter wird, muss er es zumindest in eine Regierungsbehörde oder eine öffentliche Einrichtung schaffen. Wenn mein Sohn es schaffen würde, aus der Masse herauszustechen und eine ansehnliche Arbeit zu finden, könnte ich mich in seinem Glanz sonnen.“ Mein Sohn war gerade erst in der Grundschule, als ich bereits Pläne für ihn schmiedete. Damals gab es eine Privatschule, die eine bessere Bildung anbot. Ich nutzte Beziehungen und gab Geld aus, damit mein Sohn dorthin gehen konnte. Ich wollte, dass er in der Schule gut ist, damit er später auf eine gute Universität käme. Leider hat mich mein Sohn ziemlich enttäuscht. Er gab sich nicht nur keine Mühe beim Lernen, sondern schwänzte auch regelmäßig die Schule. Er legte sich ständig mit den Lehrern an und später wollte er überhaupt nicht mehr zur Schule gehen. Ich machte mir Sorgen, dass er auf dem gesellschaftlichen Müllhaufen landen würde, wenn er die Schule nicht besuchte. Hätte er dann überhaupt noch gute Zukunftsaussichten? Ich sagte oft zu ihm: „Du musst fleißig lernen. Wenn du dann später auf eine gute Universität gehst und eine gute Arbeit findest, wirst du sehr angesehen sein. Deine älteren Cousins sind alle an der Universität. Wenn du nicht fleißig lernst, wirst du später schwere körperliche Arbeit verrichten müssen und die Leute werden dein ganzes Leben lang auf dich herabschauen.“ Aber mein Sohn wollte nicht darauf hören und ging mir oft aus dem Weg. Wenn er von der Schule nach Hause kam, aß er schnell einen Happen und ging dann in sein Zimmer mit der Begründung, er müsse Hausaufgaben machen. Ich wollte mit ihm über sein Lernen sprechen, aber er würdigte mich keines Blickes. Ich dachte mir: „Wenn ich als deine Mutter einfach zulasse, dass du dich so verhältst, und dich nicht strenger an die Hand nehme, wie sollst du dann in Zukunft Erfolg haben?“ Ich schrieb meine Sorgen und Bedenken auf und gab ihm ernst gemeinte und aufrichtige Ratschläge. Aber mein Sohn wollte einfach nicht hören und schwänzte weiterhin regelmäßig die Schule. Ich bekam Angst, dass er in der Gesellschaft auf die schiefe Bahn geraten könnte, also bat ich jemanden, ihm einen Platz bei der Armee zu besorgen. Ich hoffte, er könnte auf eine Militärschule gehen. Wenn er es in Zukunft beim Militär zum Offizier schaffen könnte, wäre das großartig. Wenn dann später jemand fragen würde: „Was macht dein Sohn beruflich?“, könnte ich selbstbewusst sagen: „Mein Sohn ist Militäroffizier.“ Deshalb schickte ich ihn mit fünfzehn zur Armee. Nachdem sein dreijähriger Dienst vorbei war, wollte ich meine Beziehungen nutzen, um ihn zur Weiterbildung auf eine Militärschule zu schicken, aber er war damit nicht einverstanden und wollte mit aller Entschiedenheit aus dem Dienst ausscheiden. Ich versuchte auf jede erdenkliche Weise, ihn zu überzeugen, redete mir erfolglos fast den Mund fusselig, aber er entschied sich trotzdem für die Rückkehr ins Zivilleben. Als er zurückkam, wurde er der Eisenbahnabteilung als einfacher Arbeiter zugeteilt. Angesichts dieser Arbeitsstelle war ich zutiefst unzufrieden. Die Kinder meiner älteren Schwestern waren alle den Weg von Regierungsbeamten gegangen. Sie hatten angesehene und prestigeträchtige Jobs, verdienten viel Geld und wurden überall, wo sie hingingen, geachtet. Aber wenn ich meinen eigenen Sohn ansah – er hatte keine gute Ausbildung und keine gute Arbeit. Wie konnte er nur so enttäuschend sein? Hatte ich nicht alles für ihn getan? Warum konnte er das nicht verstehen? Damals weinte ich oft im Stillen und schämte mich zu sehr, um Leuten unter die Augen zu treten. Würde das Leben meines Sohnes wirklich so durchschnittlich und erbärmlich sein wie meines? Wenn die Leute, die mich kannten, das herausfänden, wer weiß, was sie dann über mich sagen oder wie sie hinter meinem Rücken über mich spotten würden! Nein. Ich spürte, dass es so nicht weitergehen konnte. Ich musste einen Weg finden, sodass meinem Sohn eine bessere Stelle zugewiesen würde. Ich konnte nicht zulassen, dass er sein ganzes Leben lang ein einfacher Arbeiter blieb! Ich begann, überall meine Beziehungen spielen zu lassen. Meine älteren Schwestern halfen ebenfalls und kontaktierten mehrere Arbeitgeber, aber am Ende wurde wegen der mangelnden Bildung meines Sohnes nichts daraus. Ich zerbrach mir über die Arbeit meines Sohnes dermaßen den Kopf, so sehr, dass mir ganz schwer ums Herz wurde. Meine ganze Familie riet mir, den Dingen ihren Lauf zu lassen, aber ich wollte mich nicht damit abfinden. Daraufhin zwang ich meinen Mann, jemanden zu bitten, seine Beziehungen spielen und dafür sorgen zu lassen, dass unserem Sohn eine neue Stelle zugewiesen werden würde. Trotz all der Sorgen und des Geldes bekam ich am Ende trotzdem keine neue Stelle für meinen Sohn. Weil ich keine gut angesehene Arbeitsstelle für meinen Sohn finden konnte, ließ ich ihn drei Jahre lang nicht zur Arbeit gehen – ich ließ ihn einfach zu Hause warten. Mein Sohn verlotterte immer mehr. Wenn er nicht gerade Videospiele spielte, war er jeden Tag draußen, um zu essen, zu trinken und sich zu amüsieren. Damals konnte ich an nichts anderes denken, als wie ich meinem Sohn eine angesehene Arbeit verschaffen könnte. Deswegen konnte ich weder gut essen noch schlafen, und mein Leben war hart und kräftezehrend. Gerade als ich mir solche Sorgen machte und keinen Ausweg mehr sah, erreichte mich das Evangelium des Allmächtigen Gottes. Nachdem ich das Werk der letzten Tage des Allmächtigen Gottes angenommen hatte, versammelte ich mich oft mit meinen Brüdern und Schwestern und tat mit ihnen zusammen meine Pflichten. Dabei fühlte ich mich glücklich und befreit. Doch in ruhigen Momenten kam die Sorge um die Arbeitsstelle meines Sohnes unweigerlich wieder in mir hoch.
Eines Tages las ich diese Worte Gottes: „Wenn ein Mensch seine Eltern verlässt und unabhängig wird, sind das soziale Umfeld, dem er sich gegenübersieht, und die Arten von Jobs und Karrieren, auf die er trifft, alle vorherbestimmt und haben nichts mit seinen Eltern zu tun. Manche Menschen suchen sich ein gutes Hauptfach an der Universität aus und finden nach dem Abschluss einen begehrten Job; man kann sagen, dass sie auf ihrem Lebensweg geradezu durchstarten. Andere lernen und meistern viele verschiedene Fähigkeiten und finden doch nie einen Job, der ihnen zusagt, oder die Position für sie, geschweige denn, dass sie sich eine Karriere aufbauen; man kann sagen, dass der erste Lebensschritt dieser Menschen von Rückschlägen und schweren Zeiten geprägt ist, ihre Aussichten düster und ihr Leben ungewiss. Wieder andere widmen sich fleißig ihrem Studium, verpassen jedoch knapp jede Chance auf eine höhere Bildung; sie scheinen dazu verdammt zu sein, nie Erfolg zu haben – man kann sagen, dass ihre allerersten Hoffnungen auf dem Lebensweg in Rauch aufgehen. Sie wissen nicht, ob der vor ihnen liegende Weg eben oder steinig ist, und spüren so zum ersten Mal, wie unvorhersehbar das menschliche Schicksal ist. Daher blicken sie dem Leben mit einer Mischung aus Furcht und Erwartung entgegen. Andere sind nicht sehr gebildet, können aber Bücher schreiben und einen gewissen Ruhm erlangen. Und andere sind fast völlige Analphabeten, können aber im Geschäftsleben Geld verdienen und sind dadurch in der Lage, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. … Welchen Beruf man wählt, wie man seinen Lebensunterhalt bestreitet und ob die Entscheidungen, die man trifft, gut oder schlecht sind – haben die Menschen bei diesen Dingen irgendeine Wahl? Beruhen diese Dinge auf dem Verlangen und den Entscheidungen der Menschen? Die meisten Menschen wünschen sich, weniger zu arbeiten und mehr zu verdienen, nicht in Sonne und Regen zu schuften, sich ansehnlich zu kleiden, überall eine glänzende Figur zu machen, an der Spitze zu stehen und ihren Vorfahren Ehre zu bringen. Die Menschen haben solch ‚perfekte‘ Wünsche, aber wenn sie ihren ersten Schritt auf dem Weg des Lebens machen, erkennen sie allmählich, wie unvollkommen das menschliche Schicksal ist, und erkennen zum ersten Mal wirklich: Obwohl man kühne Pläne für seine Zukunft schmieden und hemmungslos alle möglichen Träume hegen kann, hat niemand die Fähigkeit oder die Macht, seine eigenen Träume zu verwirklichen, noch die Fähigkeit, seine eigene Zukunft zu kontrollieren. Es wird immer eine Kluft geben zwischen den eigenen Träumen und den Realitäten, mit denen man konfrontiert ist; die Dinge können sich nie so entwickeln, wie man sie sich vorstellt, und angesichts solcher Realitäten können die Menschen nie Zufriedenheit oder Genügsamkeit finden. Es gibt sogar manche Menschen, die für ihren Lebensunterhalt und für ihre Zukunftsaussichten und um ihr Schicksal zu ändern wiederholt versuchen, sich alle möglichen Ansätze auszudenken, und alle Hebel in Bewegung setzen und alle möglichen Anstrengungen und Opfer erbringen. Aber letztendlich können sie, selbst wenn sie ihre Träume und ihr Verlangen durch ihre eigene harte Arbeit verwirklichen können, niemals ihr eigenes Schicksal ändern, und ganz gleich, wie sehr sie kämpfen, sie können niemals über ihre Bestimmung hinausgehen. Ungeachtet der Unterschiede in ihren Fähigkeiten und ihrer Intelligenz und ob sie entschlossen sind oder nicht: Vor dem Schicksal, das keine Unterschiede zwischen groß und klein, hoch und niedrig, erhaben und gering macht, sind alle Menschen gleich. Welchen Beruf man ausübt, was man für seinen Lebensunterhalt tut und wie viel Reichtum man im Leben hat, hängt nicht von den Eltern, den eigenen Talenten oder den eigenen Anstrengungen und dem eigenen Ehrgeiz ab – ausschlaggebend ist die Vorherbestimmung des Schöpfers“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige III). Ich las diesen Abschnitt mehrmals. Je öfter ich ihn las, desto mehr spürte ich, dass das, was Gott sagte, die reine Wahrheit war. Genau wie es in Gottes Worten heißt, hatte ich immer meine eigenen Vorstellungen und Pläne und hoffte, mein Sohn könnte eine gute Arbeit bekommen, die Respekt und Ansehen mit sich bringen würde. Doch nichts davon lässt sich durch menschliche Planung erreichen, denn Gott hat die Herrschaft über all unsere Schicksale und fügt diese. Wir können unsere Wünsche nicht durch eigene Anstrengungen und Mühen verwirklichen. Ich hatte so viel dafür geopfert, meinen Sohn auf eine Privatschule zu schicken, als er noch klein war. Das alles hatte das Ziel, dass er fleißig lernen und später eine gute Arbeit und gute Aussichten haben würde. Aber er hörte einfach nicht und schwänzte oft die Schule. Ich versuchte, ihn mit Ernst und Aufrichtigkeit zu belehren, doch er hörte nicht nur nicht auf mich, sondern ging mir sogar immer wieder aus dem Weg. Später schickte ich ihn zur Armee, in der Hoffnung, dass er künftig auf die Militärschule gehen und Offizier werden würde. Doch er hörte immer noch nicht auf mich, bestand darauf, aus dem Dienst auszuscheiden, und wurde infolgedessen ein einfacher Eisenbahnarbeiter. Ich wollte die Sache nicht auf sich beruhen lassen, denn die Arbeitsstelle meines Sohnes war so weit von meinen Erwartungen entfernt. Ich suchte überall, nutzte meine Beziehungen, versuchte, alle Hebel in Bewegung zu setzen, und war bereit, jeden Preis zu zahlen, um meinem Sohn seine ideale Arbeit zu verschaffen. Aber nach mehreren Jahren der Qual, in denen ich Unmengen an Geld und Mühe aufgewendet hatte, erfüllten sich meine Wünsche letztendlich nicht. Aus Gottes Worten verstand ich, dass harte Arbeit, Ehrgeiz oder persönliches Verlangen nicht darüber entscheiden, welche Arbeit ein Mensch in seinem Leben ausüben wird. Gott hat schon vor langer Zeit festgelegt, welche Arbeit ein Mensch in diesem Leben verrichten wird und wie sein Schicksal aussieht. Es liegt nicht an mir, welche Arbeit mein Sohn machen kann und wie seine Aussichten sein werden. Es ist von Gott vorherbestimmt. Ganz gleich, wie viele Pläne ich schmiedete oder wie viele Leute ich bat, ihre Beziehungen spielen zu lassen, es war alles nutzlos; es war alles umsonst. So zu leben war nicht nur kräftezehrend, meine Erziehung hatte auch dazu geführt, dass sich mein Sohn völlig gehenließ. Als ich das verstand, betete ich zu Gott. Ich war bereit, meinen Sohn Gott anzuvertrauen und mich Gottes Orchestrierungen und Anordnungen zu unterwerfen. Nachdem ich gebetet hatte, fühlte ich mich viel ruhiger.
Später kamen zwei Kollegen vom Arbeitgeber meines Sohnes zu mir nach Hause, um herauszufinden, was los war. Sie sagten, mein Sohn habe seit mehreren Jahren nicht mehr gearbeitet und wenn er so weitermache, würde er automatisch entlassen. Als ich diese Nachricht hörte, geriet ich innerlich wieder in einen Konflikt: „Wird mein Sohn in Zukunft immer nur ein einfacher Arbeiter bleiben?“ Ich wollte es immer noch nicht akzeptieren, also fragte ich meinen Sohn: „Wenn du jetzt wieder zur Arbeit gehst, dann wirst du in Zukunft nichts weiter als ein Arbeiter sein. Was willst du machen?“ Ich hatte es nicht erwartet, aber mein Sohn war einverstanden, arbeiten zu gehen. In diesem Moment dachte ich an diese Worte Gottes: „Keine objektiven Bedingungen können die vom Schöpfer vorherbestimmte Mission eines Menschen beeinflussen. Jeder erreicht in der bestimmten Umgebung, in der er aufwächst, die Reife; dann schlägt er Schritt für Schritt seinen eigenen Lebensweg ein und erfüllt das Schicksal, das der Schöpfer für ihn arrangiert hat. Ganz natürlich und automatisch tritt er in das weite Meer der Menschheit ein und nimmt seinen Platz im Leben ein, und um der Vorherbestimmung des Schöpfers und Seiner Herrschaft willen beginnt er, seine Verantwortlichkeiten als geschaffenes Wesen zu erfüllen“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige III). Gott hatte das Schicksal meines Sohnes und die Arbeiten, die er in seinem Leben verrichten wird, bereits festgelegt. Mein Sohn war nun erwachsen, und ich sollte loslassen. Da er bereit war, arbeiten zu gehen, sollte ich ihn lassen. Kurz darauf ging mein Sohn zu seinem Arbeitgeber, um zu arbeiten.
Mehrere Jahre vergingen wie im Flug. Ich hatte das Thema der Arbeit meines Sohnes zwar einigermaßen loslassen können, aber wenn zum chinesischen Neujahr und an anderen Feiertagen die ganze Familie zusammenkam und ich meine älteren Schwestern davon erzählen hörte, wie erfolgreich ihre Söhne waren, fühlte ich mich entmutigt. Ich fühlte mich ihnen gegenüber immer unterlegen und kam gar nicht zu Wort. In meinem Herzen war ein unbeschreibliches Gefühl. Ich betete zu Gott: „Lieber Gott, aus Deinen Worten habe ich verstanden, dass Du die Herrschaft über die Schicksale der Menschen hast. Aber warum fühle ich mich traurig und ihnen unterlegen, wenn ich meine älteren Schwestern über die Erfolge ihrer Söhne sprechen höre? Lieber Gott, bitte führe mich, damit ich meine Probleme verstehe.“
Eines Tages las ich während meiner Andacht diese Worte Gottes: „Unabhängig davon, wie groß die Bestrebungen des Menschen sind, unabhängig davon, wie realistisch die Wünsche des Menschen sind oder wie angemessen sie sein mögen, all das, was der Mensch erreichen möchte, all das, wonach der Mensch strebt, ist in Wirklichkeit mit zwei Worten untrennbar verbunden. Diese zwei Worte sind für jeden Menschen sein Leben lang von großer Bedeutung und sie sind Dinge, die Satan den Menschen einimpfen will. Welche zwei Worte sind das? Sie lauten ‚Ruhm‘ und ‚Gewinn‘. Satan verwendet eine sehr sanfte Methode, eine Methode, die sehr mit den Auffassungen der Menschen übereinstimmt und nicht sehr aggressiv ist, um die Menschen dazu zu bringen, unwissentlich seine Mittel und Gesetze zum Überleben anzunehmen, Lebensziele und -richtungen zu entwickeln und in den Besitz von Lebensbestrebungen zu gelangen. Ganz gleich, wie hochtrabend die Menschen ihre Lebensbestrebungen beschreiben, diese Bestrebungen drehen sich immer um ‚Ruhm‘ und ‚Gewinn‘. Alles, was jede großartige oder berühmte Persönlichkeit – oder eigentlich jeder Mensch – ihr Leben lang anstrebt, steht nur mit diesen zwei Worten in Verbindung: ‚Ruhm‘ und ‚Gewinn‘. Die Menschen denken, wenn sie erst einmal Ruhm und Gewinn haben, hätten sie das Kapital, mit dem sie hohen Status und großen Reichtum sowie das Leben genießen können. Die Menschen denken, wenn sie erst einmal Ruhm und Gewinn haben, hätten sie das Kapital, mit dem sie Vergnügungen suchen und sich dem zügellosen Genuss des Fleisches hingeben könnten. Um dieses Ruhms und Gewinns willen, nach denen sie streben, übergeben die Menschen Satan mit Freuden und unwissentlich ihren Körper, ihr Herz und sogar alles, was sie besitzen, einschließlich ihrer Aussichten und ihres Schicksals. Sie tun dies ohne Vorbehalt, ohne auch nur einen Moment zu zweifeln und ohne sich jemals bewusst zu sein, dass sie alles, was sie einmal hatten, zurückfordern sollten. Können die Menschen jegliche Kontrolle über sich selbst behalten, wenn sie sich einmal Satan verschrieben haben und ihm auf diese Weise treu geworden sind? Sicherlich nicht. Sie stehen voll und ganz unter Satans Kontrolle. Sie sind ganz und gar in diesem Sumpf versunken und nicht in der Lage, sich selbst herauszuziehen“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige VI). Durch Gottes Worte verstand ich, dass es mich bedrückte, wenn ich sah, wie meine älteren Schwestern den Erfolg ihrer Söhne lobten, weil ich Ruhm und Gewinn zu viel Bedeutung beimaß. Ich lebte nach den falschen Gedanken und Ansichten, die Satan den Menschen eingeflößt hat, wie: „Der Mensch kämpft sich aufwärts; Wasser fließt abwärts“ und „Hebe dich von der Masse ab und sei hervorragend“. Ich glaubte, wenn ich Ruhm und Gewinn hätte, wäre ich wunschlos glücklich, und ich würde beneidet und geachtet werden, wo immer ich hinginge, und Ansehen genießen. Ich dachte, ich könnte vor anderen erhobenen Hauptes dastehen und selbstbewusst sprechen. Ich dachte, nur wenn ich so lebte, hätte ich Würde. Als ich sah, dass meine älteren Schwestern und ihre Ehemänner alle angesehene Persönlichkeiten waren und überall geachtet wurden, war ich unheimlich neidisch und wollte so werden wie sie. Auch ich wollte geachtet werden und sowohl Ruhm als auch Gewinn genießen. Als sich meine Wünsche nicht erfüllten, setzte ich meine Hoffnungen auf meinen Sohn und hoffte, dass er eine angesehene Arbeit finden würde. Auf diese Weise könnte ich erhobenen Hauptes dastehen und ein angesehenes Leben führen. Dafür war ich bereit, jeden Preis zu zahlen, um meinen Sohn zu fördern. Doch die Dinge liefen nicht so, wie ich es mir wünschte. Mein Sohn hörte einfach nicht auf mich und wurde am Ende Arbeiter. Als ich sah, dass meine Hoffnungen zerplatzt waren, empfand ich große Qual. Ständig hatte ich das Gefühl, anderen nicht mehr in die Augen schauen zu können, und lebte jeden Tag in Leid. Ich wollte nicht mitansehen, wie mein Sohn ein durchschnittliches, unbedeutendes Leben führte, und gab Geld aus und nutzte meine Beziehungen, damit meinem Sohn eine neue Stelle zugewiesen würde. Letztendlich hatte ich viel Geld ausgegeben, es aber trotzdem nicht geschafft, ihm eine neue Stelle zu verschaffen. Mein Sohn war jeden Tag nur zu Hause, hatte nichts zu tun und verkam immer mehr. Ich litt unter meinem Streben nach Ruhm und Gewinn, wobei sich alles nur um mein eigenes Ansehen und meine eigenen Interessen drehte. Ich nahm überhaupt keine Rücksicht auf die Gefühle meines Sohnes und belastete ihn mit meinen Träumen, die ich selbst nicht hatte verwirklichen können. Und ganz zu schweigen davon, dass ich meinem Sohn damit im Weg stand, lebte ich auch noch in tiefstem Elend. All diese satanischen Gedanken und Ansichten schaden den Menschen nur. Sie waren wie unsichtbare Fesseln, die mich fest umklammerten und mich dazu brachten, bereitwillig Zeit und Mühe für sie aufzuwenden, während sie mich zum Narren hielten. Wie unglaublich dumm ich doch war! Als ich das verstand, war es, als ob ein Knoten, der seit vielen Jahren in meinem Herzen war, plötzlich platzte. Ohne die Führung durch Gottes Worte wäre ich tief im Morast des Strebens nach Ruhm und Gewinn versunken, unfähig, mich daraus zu befreien. Ich dankte Gott für die Führung durch Seine Worte. Ich hatte nun ein gewisses Verständnis für mein falsches Streben in der Vergangenheit und war einigermaßen in der Lage, die Methoden zu durchschauen, mit denen Satan die Menschen verdirbt. Ich wollte nicht länger nach Satans Gedanken und Ansichten leben und beschloss, mich nicht mehr in die Arbeitsstelle meines Sohnes einzumischen.
Danach las ich einen Abschnitt von Gottes Worten und lernte, wie ich mit der Arbeitsstelle meines Sohnes richtig umgehen sollte. Der Allmächtige Gott sagt: „Gott hat vorherbestimmt, dass jemand ein einfacher Arbeiter sein wird und in diesem Leben nur Grundgehälter verdienen kann, damit er sich ernähren und kleiden kann. Seine Eltern beharren aber darauf, dass er eine Berühmtheit, ein wohlhabender Mensch, ein Beamter von hohem Rang wird. Bevor er das Erwachsenenalter erreicht hat, planen sie und leiten Dinge für seine Zukunft in die Wege und zahlen verschiedene Arten von sogenannten Preisen und versuchen, sein Leben und seine Zukunft zu kontrollieren. Ist das nicht dumm? (Das ist es.) … Keine Eltern möchten, dass ihre Kinder zu Bettlern werden. Aber selbst dann müssen sie nicht darauf beharren, dass ihre Kinder in der Welt aufsteigen und hohe Beamte oder berühmte Persönlichkeiten in der Oberschicht der Gesellschaft werden. Was ist gut daran, zur Oberschicht der Gesellschaft zu gehören? Was ist gut daran, in der Welt aufzusteigen? Diese Dinge sind Sümpfe; sie sind keine guten Dinge. Ist es gut, eine Berühmtheit, eine große Persönlichkeit, ein Übermensch oder eine Person mit Rang und Status zu werden? Das Leben ist am unbeschwertesten, wenn man nur ein gewöhnlicher Mensch ist. Was ist falsch daran, ein etwas härteres, anstrengenderes Leben zu haben, mit etwas schlechterem Essen und etwas schlechterer Kleidung? Zumindest ist eines garantiert: Da du nicht mit der Oberschicht in Kontakt kommst und nicht umgeben von gesellschaftlichen Trends lebst, bist du zumindest in der Lage, weniger zu sündigen, weniger Böses zu tun und weniger Dinge zu tun, die sich Gott widersetzen. Als gewöhnlicher Mensch wirst du weniger Versuchungen begegnen, und niemand wird dich beachten. Obwohl dein Leben etwas härter und anstrengender sein wird, wirst du in deinem Geist zumindest Frieden kennen, nicht erschöpft sein und weniger Furcht verspüren. Denk darüber nach: Als Arbeiter oder Bauer musst du dir nur darüber Sorgen machen, drei Mahlzeiten am Tag essen zu können. Wenn du ein Beamter bist, ist das anders. Dann musst du kämpfen, und du wirst nicht wissen, wann der Tag kommen wird, an dem deine Position nicht mehr sicher sein wird. Und das wird nicht das Ende vom Lied sein: Die Menschen, die du verärgert hast, werden dich suchen, um mit dir abzurechnen, und sie werden dich quälen. Berühmtheiten, große Persönlichkeiten und wohlhabende Menschen haben ein sehr anstrengendes Leben. Wohlhabende Menschen haben immer Angst, dass sie in Zukunft nicht mehr so wohlhabend sein werden und dass sie nicht mehr weiterleben können, wenn das passiert. Berühmtheiten machen sich immer Sorgen, dass ihr Heiligenschein verschwindet, und sie wollen ständig ihren Heiligenschein schützen, aus Angst, dass sie in dieser Ära und durch diese Trends ausgemustert werden. Ihre Leben sind so anstrengend! Eltern durchschauen diese Dinge nie und wollen ihre Kinder immer ins Zentrum dieses Kampfes drängen, sie in diese Löwenhöhlen und Sümpfe schicken“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (18)). Gottes Worte ließen mich verstehen, dass ich mich Gottes Herrschaft und Vorherbestimmung bezüglich der Arbeitsstelle meines Sohnes unterwerfen sollte. Es ist nichts Schlechtes daran, ein Arbeiter zu sein: Man kann sich kleiden und ernähren und ein normales Leben bestreiten. Ist das nicht sehr gut? Ich wollte jedoch immer, dass mein Sohn die Laufbahn eines Regierungsbeamten einschlägt oder Militäroffizier wird und eine Stelle in einer Regierungsabteilung antritt. Ich erkannte, dass ich Macht und Status anbetete und meinen Sohn damit in den Abgrund stieß! Oberflächlich betrachtet scheinen Regierungsbehörden angesehen zu sein. Die Leute, die dort arbeiten, tragen alle Anzüge und Lederschuhe. Sie machen alle einen sehr angesehenen Eindruck. Aber in Wirklichkeit ist es der finsterste Ort, den es gibt. Nehmen wir zum Beispiel die Söhne meiner älteren Schwestern. Obwohl sie leitende Führungskräfte in ihren Organisationen sind und viel Macht und Einfluss haben, führen sie kein glückliches Leben. Sie reden nur davon, wie man Beziehungen nutzt, um den eigenen Status zu schützen. Sie machen sich Sorgen, dass sie eines Tages ihre Positionen verlieren und von anderen schikaniert werden könnten. Sie leben wirklich auf Messers Schneide. Wenn man in einer Regierungsbehörde arbeitet, wird man wahrscheinlich in verschiedenste Machtkämpfe hineingezogen, denen man nicht entkommen kann, selbst wenn man es wollte. Manche verschreiben ihnen ihr ganzes Leben und werden zu Komplizen Satans. Gewissen, moralische Grundsätze, gutes Verhalten und die menschliche Würde – all das geht verloren. Sie tun jedes erdenklich Schlechte und verüben Böses unter vielerlei Deckmänteln. Letztendlich enden sie als Opfer Satans. Aber ich konnte das nicht durchschauen und drängte meinen Sohn sogar in Richtung Regierungsbehörden. Ich war wirklich zu dumm! Die Arbeit, die Gott für die Menschen anordnet, reicht aus, um ein normales Leben zu bestreiten. Genau wie Gott sagt: „Gib dich Essen und Kleidung zufrieden“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (20)). Ich hatte viele Jahre an Gott geglaubt, aber nie die Realität von Gottes Worten ausgelebt. Meine Sichtweise auf die Dinge hatte sich kaum geändert, und meine Ansichten darüber, wonach man streben sollte, waren dieselben wie die von weltlichen Menschen. Ich betete Macht an und strebte nach Ruhm, Gewinn und Status. Ich trieb meinen Sohn sogar dem Abgrund und dem Morast entgegen, um mein Ziel zu erreichen. Hätte ich meinen Sohn auf eine politische Laufbahn geschickt, wäre er in Konflikte hineingezogen worden und hätte sich am Ende mit anderen offene und verdeckte Machtkämpfe geliefert. Den ganzen Tag hätte er vor allen auf der Hut und vorsichtig sein müssen und mit Intrigen und Tricks arbeiten müssen. Wer weiß, was für Dinge er am Ende getan hätte! Meinen Sohn dorthin zu drängen, nur um meinen Stolz und meinen Status zu befriedigen – schadete ich ihm damit nicht? Obwohl mein Sohn jetzt ein einfacher Arbeiter ist und körperlich ein wenig leidet und etwas müde ist, ist sein Leben nicht so kräftezehrend wie das seiner Cousins. Er wurde auch nicht in Intrigen und Machtkämpfe hineingezogen. Er muss sich keine Sorgen machen, seine Stelle zu verlieren, und sein Leben ist entspannt und unbeschwert. Er kann auch für sich selbst sorgen. Ist das nicht großartig? Gottes Anordnungen sind immer passend.
Später suchte ich in Gottes Worten. Wir Eltern sollten nicht ständig erwarten, dass unsere Kinder aus der Masse herausstechen. Was ist also die richtige Art und Weise, unsere Kinder zu behandeln? Ich las diese Worte Gottes: „Indem wir das Wesen elterlicher Erwartungen sezieren, können wir feststellen, dass diese Erwartungen selbstsüchtig sind, dass sie der Menschlichkeit zuwiderlaufen und dass sie nichts mit den Verantwortungen der Eltern zu tun haben. Wenn Eltern ihren Kindern allerlei Erwartungen und Anforderungen auferlegen, üben sie einen großen zusätzlichen Druck auf sie aus – das hat nichts mit der Erfüllung ihrer Verantwortlichkeiten zu tun. Was sind also die Verantwortlichkeiten, die Eltern erfüllen sollten? Zumindest sollten sie ihren Kindern beibringen, ehrliche Menschen zu sein, die die Wahrheit sagen und Dinge auf ehrliche Weise tun, und sie lehren, gutherzig zu sein und keine schlechten Dinge zu tun, und sie in eine positive Richtung lenken. Das sind ihre grundlegendsten Verantwortlichkeiten“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (18)). „Eltern müssen einfach nur ihren Verantwortungen ihren Kindern gegenüber nachkommen, sie großziehen und zu Erwachsenen heranziehen. Sie müssen ihre Kinder nicht zu talentierten Individuen heranziehen. Kann man das leicht erreichen? (Ja.) Das ist leicht zu erreichen – du musst keine Verantwortung für die Zukunft oder das Leben deiner Kinder tragen, keine Pläne für sie entwickeln und auch nicht voraussetzen, welche Art Mensch sie werden, welche Art von Leben sie in der Zukunft haben werden, in welchen sozialen Kreisen sie später verkehren werden, wie ihre Lebensqualität in dieser Welt in der Zukunft sein wird oder welche Art von Status sie unter den Leuten haben werden. Du musst diese Dinge nicht voraussetzen oder kontrollieren; du musst einfach nur deinen Verantwortungen als Elternteil nachkommen. So einfach ist das“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (18)). In Gottes Worten fand ich einen Weg der Praxis. Die Verantwortung der Eltern gegenüber ihren Kindern vor deren Volljährigkeit besteht darin, sie großzuziehen, zu Erwachsenen zu erziehen und sie darin zu führen, den richtigen Weg einzuschlagen. Eltern sollten ihre erwachsenen Kinder loslassen und sie ihr Leben leben lassen. Wenn ihre Kinder Hilfe brauchen, können Eltern ihnen entsprechend ihren eigenen tatsächlichen Umständen helfen. Jetzt ist mein Sohn erwachsen. Er hat seine eigenen Gedanken und trifft seine eigenen Entscheidungen. Ich sollte mich nicht in sein Leben einmischen und es orchestrieren, um meine eigenen Wünsche zu befriedigen. Was ich tun kann, ist, Vorschläge und Ratschläge zu geben, wenn er in Schwierigkeiten ist, und ihn auf positive Art und Weise zu führen. Aber wofür er sich entscheidet, liegt bei ihm. Was die Zukunft angeht – Dinge wie die Fragen, ob er immer ein Arbeiter bleiben wird, mit welchen Menschen und Dingen er in Kontakt kommen wird und welche Art von Leben er führen wird, sind alle von Gott angeordnet worden. Sie liegen außerhalb meiner Kontrolle. Was ich tun kann, ist, mich zu unterwerfen und meine Verantwortung als Elternteil zu erfüllen. Jetzt mache ich mir keine Sorgen mehr wegen der Arbeitsstelle meines Sohnes und reibe mich nicht mehr dafür auf, und ich fühle mich deswegen auch nicht mehr verlegen oder eingeschränkt. Ich kann mein Herz zur Ruhe kommen lassen und mich mit ganzem Herzen meinen Pflichten widmen. Indem ich so lebe, fühlt sich mein Herz leicht und frei an.