42. Wie ich lernte, meine Pflicht richtig anzugehen
Im Jahr 2024 teilte der Leiter mich ein, in Erfahrungszeugnisvideos mitzuspielen. Ich war so glücklich, in der Endphase von Gottes Werk eine so wichtige Pflicht ausführen zu dürfen, und ich nahm mir fest vor, meine Pflicht gut zu tun, um Gottes Liebe zu erwidern. Anfangs war ich nur Statist, aber später durfte ich auch die Hauptrolle spielen, bei der ich Erfahrungszeugnisse teilte. Als immer mehr Schauspieler zum Team stießen, die bessere Voraussetzungen mitbrachten als ich, spielte ich immer seltener die Hauptrolle. Einmal war da ein Erfahrungszeugnisvideo, bei dem ich ursprünglich für die Hauptrolle vorgesehen war, aber die Rolle wurde dann stattdessen an Bruder Albert vergeben. In diesem Moment beschlich mich ein gewisses Krisengefühl. Ich wusste, dass meine schauspielerischen Fähigkeiten schlechter waren als die der anderen, und ich machte mir Sorgen, dass der Leiter mich vielleicht nach und nach gar nicht mehr als Schauspieler einsetzen würde. Was sollte ich dann tun? Was würden alle von mir denken? Später überprüfte ich noch mehrmals den Drehplan und sah, dass für dieses Drehbuch immer noch Bruder Alberts Name eingetragen war. Ich war etwas enttäuscht, aber das ging schnell vorüber. Im Oktober teilte der Leiter mich ein, zusätzlich zu meinen schauspielerischen Pflichten in der Küche beim Kochen zu helfen. Damals hielt ich das für eine ziemlich gute Lösung, da ich so die Möglichkeit hatte, mehr Pflichten auszuführen. Aber als ich dann tatsächlich in die Küche kam, eine Schürze anzog und mit dem Kochen anfing, stieß es mir innerlich sauer auf. Ich dachte bei mir: „In den letzten Jahren habe ich doch eigentlich immer die Pflicht eines Schauspielers ausgeführt. Ich habe zwar nie die Hauptrolle gespielt, war aber bei vielen Filmen dabei und konnte schon als erfahrener Schauspieler gelten. Egal, wohin ich ging, die Brüder und Schwestern erkannten mich. Und jetzt seht mich an – jetzt bin ich Koch. Kochen ist zwar auch eine Pflicht, aber sie fühlt sich so unbedeutend an. Damit verdient man sich weder Respekt noch Ansehen.“ Später mussten oft einige Mitarbeiter aus dem Team für Besorgungen weg. Wenn der für das Set zuständige Bruder nicht da war, ließ mich der Leiter das Set einrichten. Wenn die für die Requisiten zuständige Schwester nicht da war, ließ mich der Leiter die Requisiten übernehmen. Ich fühlte mich noch niedergeschlagener. „Ich werde einfach dorthin geschickt, wo jemand gebraucht wird“, dachte ich. „Was bin ich denn dann überhaupt noch? Werden jetzt nicht alle denken, dass ich nur ein Lückenfüller bin?“
Einmal übten wir Schauspieler zusammen unsere schauspielerischen Fähigkeiten und probten abwechselnd einen Dialog. Ich war wirklich nervös und fürchtete, ich würde schlecht spielen und mich blamieren. Am Ende war meine Darbietung, genau wie befürchtet, die schlechteste von allen. Innerlich beschwerte ich mich: „Meine Fähigkeiten waren von Anfang an schon schlecht, und jetzt verbringe ich den ganzen Tag mit Kochen oder dem Einrichten des Sets und habe keine Zeit zum Üben. Wird meine Schauspielerei da nicht noch schlechter?“ Ohne es zu merken, wurde ich etwas mutlos. Jeden Nachmittag übten die anderen Schauspieler zusammen das Tanzen. Sie alle so fröhlich tanzen zu sehen, während ich in der Küche festsaß und kochte, gab mir ein noch beklemmenderes Gefühl. Ich wollte ihnen einfach nur aus dem Weg gehen, um mir die Blamage zu ersparen. Im November zogen wir an einen neuen Drehort. Der Leiter ließ mich zuerst das Set vorbereiten und sagte mir, dass ich von da an auch für die allgemeinen Angelegenheiten des Teams zuständig sein würde. Als ich sah, wie alle jeden Tag so intensiv an den Erfahrungszeugnisvideos drehten, während ich immer nur mit diesen Hilfsarbeiten feststeckte, dachte ich: „Alle müssen denken, dass mein Kaliber schlecht ist, ich als Schauspieler nicht geeignet bin und es sich nicht lohnt, mich zu fördern. Das muss der Grund sein, warum der Leiter mir diese allgemeinen Angelegenheiten gibt.“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr schämte ich mich. Während einer Versammlung ging ich mit meinem Laptop ins Büro der Schauspieler und sah, dass alle bereits saßen. Ich fragte leise: „Gibt es noch einen freien Platz?“ Eine Schwester antwortete schnell: „Oh, und da ist ja noch Bruder Terry! Dich haben wir ganz vergessen!“ Ich wusste, dass sie es nicht böse meinte, aber ich fühlte mich schrecklich. „Ich mache den ganzen Tag nur Hilfsarbeiten“, dachte ich. „Kein Wunder, dass ich übersehen wurde.“ Besonders schwer war es, als ich sah, dass die beiden anderen Brüder im Team zum Regisseur und zum Teamleiter gemacht worden waren, während ich den ganzen Tag mit Kochen, Putzen und dem Verrücken von Requisiten beschäftigt war. Der Kontrast war einfach zu groß. Ich entwickelte sogar ein Vorurteil gegenüber dem Leiter. „Wenn du denkst, dass ich nicht das Zeug zum Schauspieler habe, dann sag es doch einfach“, dachte ich. „Ich könnte ja auch Neulinge bewässern! Das klingt zumindest ein bisschen besser und würde mir das Gefühl ersparen, hier so unwillkommen zu sein.“ Danach machte ich morgens keine Stimmübungen mehr und verlor jedes Interesse daran, schauspielerische Fähigkeiten zu erlernen. Vorher hatte ich auf scharfes Essen verzichtet, um meine Stimme zu schonen, aber jetzt warf ich alle Vorsicht über Bord und aß einfach scharf. Dadurch bekam ich durch die körperliche Überreizung Bläschen auf den Lippen, was die Qualität der Aufnahmen beeinträchtigte. Vor einem Dreh machte ich mir keine Gedanken mehr, mich in die Emotionen der Figur hineinzuversetzen; ich lernte nur noch mechanisch meinen Text auswendig. Infolgedessen kam es mehrfach dazu, dass meine gedrückte Stimmung unseren Fortschritt verzögerte und das Ergebnis des Drehs beeinträchtigte. In dieser Zeit war ich den ganzen Tag wie benommen. Manchmal dachte ich, es hätte keinen Sinn, meine Pflicht auszuführen, und überlegte sogar: „Ich bin in diesem Team doch sowieso entbehrlich. Anstatt jeden Tag diese Hilfsarbeiten zu machen, könnte ich genauso gut aufhören, meine Pflicht in Vollzeit auszuführen, mir stattdessen einfach einen Job suchen und bloß nebenbei ein bisschen Pflicht tun.“
Eines Tages, als ich Requisiten sortierte, spürte ich plötzlich ein starkes Unbehagen im Herzen. Erst da fing ich an, über meinen Zustand in dieser Zeit nachzudenken. Und da stieß ich auf einen Abschnitt aus Gottes Worten, der genau meinen Zustand ansprach. Der Allmächtige Gott sagt: „Anstatt nach der Wahrheit zu suchen, verfolgen die meisten Menschen ihre eigenen unbedeutenden Absichten. Ihre eigenen Interessen, ihr Ansehen und die Stellung bzw. die Bedeutung, die sie in den Gedanken anderer Leute haben, sind für sie von großer Wichtigkeit. Das sind die einzigen Dinge, die sie wertschätzen. Sie klammern sich daran mit eiserner Faust fest, als seien diese Dinge ihr Leben. Und wie sie von Gott angesehen und behandelt werden, ist zweitrangig; für den Moment ignorieren sie das; für den Moment wägen sie nur ab, ob sie der Gruppenchef sind, ob andere Menschen zu ihnen aufsehen und ob ihre Worte Gewicht haben. Ihre erste Sorge ist, diese Position innezuhaben. Wenn sie in einer Gruppe sind, haben es fast alle Menschen auf diese Art von Stellung, solche Gelegenheiten abgesehen. Wenn sie hochtalentiert sind, wollen sie natürlich der Boss sein; wenn sie mittelmäßige Fähigkeiten haben, wollen sie trotzdem eine höhere Position in der Gruppe einnehmen; und wenn sie in der Gruppe eine niedrige Position haben, ein durchschnittliches Kaliber und durchschnittliche Fähigkeiten aufweisen, werden sie auch wollen, dass andere zu ihnen aufsehen, sie werden nicht wollen, dass andere auf sie herabsehen. Bei dem Ansehen und der Würde dieser Menschen ist bei ihnen Schluss: Sie müssen an diesen Dingen festhalten. Sie könnten weder Integrität besitzen noch über Gottes Anerkennung oder Seine Akzeptanz verfügen, aber sie dürfen auf keinen Fall das Ansehen, den Status und die Wertschätzung, um die sie in einer Gruppe gekämpft haben, verlieren – was die Disposition Satans ist. Doch dessen sind sich die Menschen nicht bewusst. Es ist ihre Überzeugung, dass sie sich bis ganz zum Schluss an diesen Funken Ansehen klammern müssen. Sie wissen nicht, dass sie erst, wenn diese eitlen und oberflächlichen Dinge vollständig aufgegeben und abgelegt sind, ein echter Mensch werden. Wenn ein Mensch diese Dinge, die abgelegt werden sollten, als Leben ansieht und daran festhält, ist sein Leben verloren. Sie wissen nicht, was auf dem Spiel steht. Und so halten sie, wenn sie handeln, immer etwas zurück, sie versuchen immer, ihr eigenes Ansehen und ihren eigenen Status zu wahren, das setzen sie an erste Stelle, reden nur, wenn es ihnen nützt, zu ihrer eigenen fadenscheinigen Verteidigung. Alles, was sie tun, gilt ihnen selbst“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Gottes Worte besagen, dass wir alle, ungeachtet unseres Kalibers oder unserer Talente, eine bestimmte Position in einer Gruppe von Menschen für uns sichern und von anderen geschätzt werden wollen. Diejenigen mit großen Fähigkeiten wollen ganz oben stehen, während selbst diejenigen ohne besondere Talente und mit durchschnittlichem Kaliber geschätzt und geachtet werden wollen. All das wird von satanischen Dispositionen angetrieben. Als der Leiter mich als Schauspieler einteilte, war ich sehr zufrieden, eine so wichtige Pflicht ausführen zu können, und ich war sehr proaktiv und trug eine Bürde. Aber als der Leiter mich je nach Arbeitsbedarf zum Kochen, zum vorübergehenden Herrichten des Sets oder Verrücken von Requisiten einteilte, empfand ich das nur als Hilfsarbeiten und fühlte mich im Vergleich zu den anderen Schauspielern wie ein entbehrliches Mitglied des Teams. Daher verfiel ich in Mutlosigkeit und begann, meine Pflicht nur noch oberflächlich auszuführen und sie nur noch mechanisch abzuspulen. Ich versuchte nicht, mich vorher in die Emotionen der Figur hineinzuversetzen, sondern lernte einfach den Text auswendig. Ich hatte keinen Antrieb mehr, darüber nachzudenken, wie die Dreharbeiten ein besseres Ergebnis erzielen könnten. Ich zeigte absolut keine Unterwerfung gegenüber dem, was Gott getan hatte. Ich war nicht bereit, die unbedeutendste Person im Team zu sein, und strebte immer danach, geachtet und geschätzt zu werden. Ich war völlig unvernünftig! Ich wusste, dass meine schauspielerischen Fähigkeiten schlecht waren und ich mehr hätte üben sollen, aber ich übte nicht nur nicht, sondern gab es einfach auf. Ich überlegte sogar, meine Pflicht nicht mehr in Vollzeit auszuführen. Mein Verlangen nach Ansehen und Status war wirklich überwältigend!
Später las ich weitere Worte Gottes und erlangte dadurch ein gewisses Verständnis meiner eigenen Wesensnatur. Gott sagt: „Für Antichristen sind Ruf und Status ihr Leben. Gleichgültig, wie sie leben, gleichgültig, in welchem Umfeld sie leben, gleichgültig, welche Arbeit sie verrichten, gleichgültig, wonach sie streben, was ihre Ziele sind, was die Richtung ihres Lebens ist, es dreht sich alles darum, einen guten Ruf und einen hohen Status zu haben. Und dieses Ziel ändert sich nicht; sie können solche Dinge nie beiseitelegen. Das ist das wahre Gesicht von Antichristen, das ist ihr Wesen. Ihr könntet sie in einen Urwald tief in den Bergen stecken, und sie würden trotzdem ihr Streben nach Ruf und Status nicht beiseitelegen. Man kann sie in jede beliebige Gruppe von Menschen stecken und alles, woran sie denken können, sind immer noch Ruf und Status. Obwohl auch Antichristen an Gott glauben, sehen sie das Streben nach Ruf und Status als gleichwertig mit dem Glauben an Gott an und stellen diese beiden Dinge auf eine Stufe. Das heißt, während sie den Weg des Glaubens an Gott gehen, streben sie auch nach ihrem eigenen Ruf und ihrem eigenen Status. Man kann sagen, dass in den Herzen der Antichristen das Streben nach der Wahrheit in ihrem Glauben an Gott gleichbedeutend mit dem Streben nach Ruf und Status ist und dass das Streben nach Ruf und Status auch das Streben nach der Wahrheit ist; Ruf und Status zu erlangen, bedeutet, die Wahrheit und das Leben zu erlangen. Wenn sie das Gefühl haben, dass sie weder Ruhm noch Gewinn noch Status haben, dass niemand zu ihnen aufblickt, sie verehrt oder ihnen folgt, dann sind sie enorm enttäuscht. Sie glauben, dass es keinen Sinn hat, an Gott zu glauben, dass es keinen Wert hat, und sie sagen sich: ‚Ist dieser Glaube an Gott ein Fehlschlag? Fehlt mir nicht jegliche Hoffnung?‘ Sie stellen in ihrem Herzen oft über solche Dinge Berechnungen an. Sie rechnen sich aus, wie sie sich einen Platz im Haus Gottes verschaffen können, wie sie ein hohes Ansehen in der Kirche genießen können, wie sie die Leute dazu bringen können, ihnen zuzuhören, wenn sie etwas sagen, und sie zu unterstützen, wenn sie handeln, wie sie die Leute dazu bringen können, ihnen überallhin zu folgen, und wie sie in der Kirche eine einflussreiche Stimme haben und Ruhm, Gewinn und Status genießen können – sie konzentrieren sich wirklich auf solche Dinge in ihren Herzen. Das ist es, was solche Menschen anstreben“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 3)). Gott entlarvt, dass Antichristen Ansehen und Status wie ihr eigenes Leben schätzen. Egal, in welcher Gruppe von Menschen sie sich befinden, sie wollen immer eine Position für sich sichern und geachtet werden. Sobald sie ihr Ansehen und ihren Status verlieren, ist es, als ob man ihnen das Leben genommen hätte. Sie könnten sogar das Gefühl haben, dass es sinnlos ist, an Gott zu glauben, und fähig sein, Gott jederzeit zu verraten und zu verlassen. War ich nicht genau so ein Mensch? Früher, als ich immer die Pflicht eines Schauspielers ausführte, sahen alle zu mir auf, und ich hatte im Umgang mit anderen ein Gefühl der Überlegenheit. Als der Leiter mich für Erfahrungszeugnisvideos einteilte, war ich sehr glücklich, fühlte mich sehr wertgeschätzt und war voller Energie bei meiner Pflicht. Aber als ich zum Kochen oder zum Einrichten des Sets eingeteilt wurde, hatte ich das Gefühl, nicht mehr wertgeschätzt zu werden. Ich fühlte mich den ganzen Tag elend und hatte das Gefühl, dass es keinen Sinn hatte, irgendetwas zu tun. Gott sagt: „Ihr könntet sie in einen Urwald tief in den Bergen stecken, und sie würden trotzdem ihr Streben nach Ruf und Status nicht beiseitelegen. Man kann sie in jede beliebige Gruppe von Menschen stecken und alles, woran sie denken können, sind immer noch Ruf und Status.“ Diese Worte sind so zutreffend! Dass ich Ansehen und Status so sehr schätzte, war keine vorübergehende Sache; sie saß mir tief in den Knochen. Egal, in welcher Gruppe ich war oder was ich tat, mein erster Gedanke galt immer meinem Ansehen und meinem Status. Auch wenn ich nicht der Beste sein konnte, musste ich zumindest das Gefühl haben, wichtig zu sein. Sonst litt ich unendlich darunter, als ob das Leben sinnlos wäre. Ich begann mich zu fragen: Warum waren mir Ansehen und Status so wichtig? Es lag daran, dass ich von satanischen Giften wie „Der Mensch kämpft sich aufwärts; Wasser fließt abwärts“ und „Lebe als Held unter den Menschen und stirb als tapferer Geist unter den Geistern“ tief geprägt und beeinflusst worden war. Ich glaubte, dass man geschätzt und geachtet werden musste, egal in welcher Gruppe man sich befand; nur so würde man sein Leben nicht vergeuden. Ich erinnere mich, dass ich seit meiner Kindheit sehr ehrgeizig war, immer mein Gesicht wahren wollte und es nicht ertragen konnte, für irgendetwas, was ich tat, geringgeschätzt zu werden. Da meine Familie arm war, als ich jung war, lernte ich fleißig. Ich war zehn Jahre lang Klassensprecher, von der Grundschule bis zum Gymnasium. Die Wände zu Hause waren regelrecht mit meinen verschiedenen Urkunden tapeziert. Alle meine Lehrer, Verwandten und Freunde lobten mich, und meine Klassenkameraden sahen zu mir auf. Ich sonnte mich in dieser Anerkennung und war sehr stolz; ich ging immer mit erhobenem Haupt. Aber kurz vor meinen Hochschulaufnahmeprüfungen zwang mich eine Krankheit, die Schule abzubrechen. Damals konnte ich diese grausame Realität nicht akzeptieren. Von da an konnte ich mich nicht mehr aufraffen und wurde zutiefst mutlos. Nachdem ich an Gott zu glauben begonnen hatte, strebte ich immer noch danach, von anderen geachtet zu werden. Obwohl mein Kaliber und meine Fähigkeiten durchschnittlich waren und ich keine wichtige Arbeit übernehmen konnte, wollte ich dennoch jemand sein, der wichtig ist, und nicht geringgeschätzt werden. Als der Leiter mich immer wieder mit allgemeinen Angelegenheiten betraute, konnte meine Eitelkeit nicht befriedigt werden, und ich verfiel in einen negativen Zustand. Ich war unzufrieden, wollte es nicht akzeptieren und entwickelte sogar ein Vorurteil gegen den Leiter. Ich wurde bei meiner Pflicht nachlässig und dachte sogar darüber nach, mir einen Teilzeitjob zu suchen. Damit floh ich vor der Umgebung, die Gott für mich eingerichtet hatte, was im Wesentlichen ein Verrat an Gott war. Ich erkannte, dass ich meine Pflicht nicht tat, um die Wahrheit zu verfolgen und die Errettung zu erlangen, sondern um nach Ansehen und Status zu streben. Ich befand mich auf dem Weg eines Antichristen. Wenn ich nicht Buße tat und mich nicht änderte, würde ich früher oder später von Gott offenbart und ausgemustert werden. Danach betete ich oft zu Gott und bat Ihn, mich zu leiten, damit ich meinen falschen Zustand ändern konnte.
Eines Tages verstand ich beim Lesen der Worte Gottes, welchen Weg ich in meinem Glauben an Gott einschlagen sollte, um Gottes Absichten zu entsprechen. Gott sagt: „Manche Menschen sind bereits damit zufrieden, beeindruckende und glorreiche Pflichten auszuführen, sodass andere zu ihnen aufschauen und sie beneiden. Ist das nützlich? Diese Pflicht ist nicht dein endgültiges Ergebnis, noch ist es deine endgültige Belohnung, und es ist sicherlich nicht dein Bestimmungsort. Die Pflicht, die du ausführst, spielt also keine Rolle: Sie ist nur vorübergehend, sie ist nicht ewig. Sie stellt weder eine Anerkennung, die Gott dir verliehen hat, noch eine Belohnung dar, die Er dir gegeben hat. Ob Menschen letztendlich Errettung erlangen können, hängt nicht davon ab, welche Pflicht sie ausführen, sondern davon, ob sie die Wahrheit verstehen und erlangen können, und davon, ob sie sich am Ende Gott vollständig unterwerfen können, sich Seiner Orchestrierung ausliefern, keine Rücksicht auf ihre Zukunft und ihr Schicksal nehmen, und ein geschaffenes Wesen werden können, das den Anforderungen entspricht. Gott ist gerecht und heilig, und das sind die Maßstäbe, die Er anwendet, um die ganze Menschheit zu bemessen. Diese Maßstäbe sind unveränderlich, und das darfst du nicht vergessen. Präge dir diese Maßstäbe ein und denke niemals daran, einen anderen Weg zu finden oder nach irgendetwas Unwirklichem zu streben. Die Maßstäbe, die Gott von allen fordert, die Errettung erlangen wollen, sind für immer unveränderlich. Sie bleiben gleich, egal, wer du bist. Nur wenn du laut Gottes geforderten Maßstäben an Gott glaubst, kannst du Errettung erlangen. Wenn du einen anderen Weg findest, um nach vagen Dingen zu streben, und dir einbildest, dass du durch Glück Erfolg haben wirst, bist du jemand, der sich Gott widersetzt und Ihn verrät, und du wirst definitiv von Gott verflucht und bestraft werden“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). „Gott schaut nicht auf das, was du vor Ihm sagst oder versprichst; Er schaut darauf, ob die Wahrheitsrealität in dem ist, was du tust. Zudem kümmert es Gott nicht, wie erhaben, tiefgründig oder mächtig deine Taten sind; und selbst wenn du nur eine sehr kleine Sache tust, wird Gott, wenn Er in jeder deiner Handlungen Aufrichtigkeit erkennt, sagen: ‚Dieser Mensch glaubt aufrichtig an Mich. Er hat nie angegeben. Er verhält sich seiner Stellung entsprechend. Obwohl er vielleicht keinen großen Beitrag zu Gottes Haus geleistet hat und von schlechtem Kaliber ist, so ist er doch standhaft und aufrichtig bei allem, was er tut.‘ Was umfasst diese ‚Aufrichtigkeit‘? Sie umfasst Furcht vor und Unterwerfung unter Gott sowie wahren Glauben und wahre Liebe; sie umfasst alles, was Gott sehen möchte. Für andere mögen solche Menschen vielleicht unscheinbar erscheinen, und es könnte sich durchaus um eine Person handeln, die Essen zubereitet oder saubermacht, jemand, der eine gewöhnliche Pflicht ausführt. Solche Menschen sind für andere unscheinbar, sie haben nichts Großartiges geleistet, und sie haben nichts Beachtenswertes, Bewundernswertes oder Beneidenswertes an sich – sie sind ganz gewöhnliche Menschen. Und doch ist alles, was Gott verlangt, in ihnen zu finden, und wird von ihnen ausgelebt, und sie geben Gott ihr Alles. Sagt Mir: Was könnte Gott noch wollen? Er ist mit ihnen zufrieden“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Nachdem ich diese beiden Abschnitte gelesen hatte, wurde mein Herz viel heller. Ob man bei seiner Pflicht die Achtung anderer gewinnt oder nicht, ist nicht wichtig; es entscheidet nicht über das endgültige Ergebnis und den Bestimmungsort. Unsere Pflicht auszuführen ist einfach der Weg, durch den wir nach der Wahrheit streben und sie erlangen. Gott verlangt nicht, dass wir Großes vollbringen, noch verlangt Er, dass wir einen hohen Status erreichen. Gott hofft, dass wir uns unserer eigentlichen Stellung entsprechend verhalten, unsere Pflichten bodenständig ausführen, Seine Worte praktizieren und Ihm wahre Unterwerfung zeigen. Mir wurde auch klar, dass es aufgrund meiner nur durchschnittlichen schauspielerischen Fähigkeiten bessere Ergebnisse erbringen würde, Brüder und Schwestern mit besseren Fähigkeiten in den Erfahrungszeugnissen mitspielen zu lassen, was der Evangeliumsarbeit zugute kommen würde. Außerdem hatte ich früher Renovierungsarbeiten gemacht, also basierte die Anordnung des Leiters, dass ich beim Einrichten des Sets helfen sollte, auf meinen Fähigkeiten und war tatsächlich ziemlich passend. Die Kirche hat Grundsätze dafür, wie sie die Pflicht jedes Einzelnen einteilt, aber ich war darauf versessen, nach Ansehen und Status zu streben und die Leute dazu zu bringen, mich zu schätzen, und hegte immer meine eigenen unvernünftigen Forderungen. Ich war völlig unvernünftig! In Wahrheit waren die Aufgaben, die der Leiter mir zuwies – obwohl es allesamt unscheinbare Hilfsarbeiten waren – immer noch die Pflicht, die ich tun sollte, und ich hätte sie sorgfältig erledigen müssen. Außerdem gibt es bei jeder Pflicht Wahrheitsgrundsätze, in die man eintreten und die man praktizieren muss. Wenn ich mich unterworfen und so gut ich konnte mitgewirkt hätte, hätte ich nicht nur zur Arbeit der Kirche beitragen können, sondern auch mehr Gelegenheiten gehabt, die Wahrheit zu suchen und zu verstehen. Zum Beispiel muss man beim Einrichten des Sets überlegen, wie man Material einspart und harmonisch mit dem Kamera- und Beleuchtungsteam zusammenarbeitet, um die Szenen optisch ansprechender zu gestalten. Die Pflicht der allgemeinen Angelegenheiten umfasst die ordnungsgemäße Verwaltung und den vernünftigen Einsatz aller Arten von Vorräten; beim Kochen muss man überlegen, wie man das Essen nahrhaft, hygienisch und gesund zubereitet. Jede Pflicht beinhaltet Grundsätze in vielen verschiedenen Aspekten, und es ist nicht leicht, sie den Anforderungen entsprechend zu erfüllen. Zuvor befand ich mich durch mein Streben nach Ansehen und Status auf dem falschen Weg. Nicht nur mein eigener Lebenseintritt erlitt einen Verlust, sondern es hatte auch einige negative Auswirkungen auf meine Pflicht. Jetzt sollte ich die Gelegenheit schätzen, meine Pflicht zu tun, und mich dabei auf meinen Lebenseintritt, das Suchen nach der Wahrheit und das Handeln nach den Grundsätzen konzentrieren. Später passierte etwas, das mich wirklich traf. Ein Schauspieler wurde wegen seiner schwerwiegenden verdorbenen Dispositionen entlassen: Er nahm die Vorschläge anderer nicht an, konnte nicht harmonisch mit den Brüdern und Schwestern zusammenarbeiten und weigerte sich trotz wiederholter gemeinschaftlicher Austausche, umzukehren, was die Ergebnisse seiner Pflicht beeinträchtigte. Das brachte mich tief ins Grübeln. Die Fähigkeiten dieses Schauspielers waren ziemlich gut, aber er hatte schwerwiegende verdorbene Dispositionen und suchte nie die Wahrheit, um sie zu lösen; am Ende wurde er entlassen. Ich erkannte, dass der Weg, den man bei seiner Pflicht einschlägt, absolut entscheidend ist. Wenn man nicht nach der Wahrheit strebt, egal wie hoch der eigene Status ist oder wie viel Achtung man erhält, wird man letztendlich scheitern. Ich betete zu Gott: „O Gott! Ich bin bereit, Buße zu tun. Ich will nicht länger nach Ansehen und Status streben. Ich bin bereit, mich Deiner Orchestrierung und Deinen Anordnungen zu unterwerfen.“
Nicht lange danach fragte mich der Leiter, ob ich bereit wäre, Vollzeit in der Küche zu kochen. Ich dachte bei mir: „Bisher habe ich nur vorübergehend ausgeholfen. Wenn ich zustimme, werde ich langfristig kochen. Bedeutet das nicht, dass ich nie wieder die Chance haben werde, Schauspieler zu sein? Was werden alle von mir denken? Werden sie denken, ich wurde ausgemustert, weil meine Fähigkeiten nicht gut genug waren?“ Ich war hin- und hergerissen, aber dann wurde mir klar, dass Gott mich hier auf die Probe stellte, um zu sehen, ob ich mich unterwerfen konnte. Also nahm ich die Pflicht an. Später ließ mich der Leiter alle drei Pflichten – Schauspielerei, Kochen und allgemeine Angelegenheiten – gleichzeitig wahrnehmen und sie flexibel je nach Dringlichkeit und Wichtigkeit koordinieren. Zu dieser Zeit dachte ich oft an einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Was ist eure Funktion als geschaffene Wesen? Dies bezieht sich auf die Praxis und die Pflicht eines Menschen. Du bist ein geschaffenes Wesen, und wenn Gott dir die Gabe des Gesangs geschenkt hat und das Haus Gottes dafür sorgt, dass du singen kannst, dann solltest du gut singen. Wenn du Talent für das Predigen des Evangeliums hast und das Haus Gottes es so einrichtet, dass du das Evangelium predigst, dann solltest du das gut tun. Wenn Gottes auserwähltes Volk dich als Leiter wählt, solltest du den Leitungsauftrag annehmen und Gottes auserwähltes Volk darin leiten, die Worte Gottes zu essen und zu trinken, Gemeinschaft über die Wahrheit zu halten und in die Wirklichkeit einzutreten. Wenn du das tust, hast du deine Pflicht gut erfüllt. Der Auftrag, den Gott den Menschen gibt, ist extrem wichtig und bedeutsam! Wie also solltest du diesen Auftrag wahrnehmen und deine Aufgabe erfüllen? Das ist eine der größten Fragen, vor der du stehst, und du musst eine Entscheidung treffen. Man kann sagen, dass es sich hierbei um einen äußerst wichtigen Moment handelt, der darüber entscheidet, ob du die Wahrheit erlangen und von Gott vervollkommnet werden kannst“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur wenn man die Wahrheit versteht, kann man Gottes Taten kennen). Durch Gottes Worte verstand ich, dass, egal welche Pflicht wir in Gottes Haus ausführen, die Unterschiede lediglich in der Funktion und der Bezeichnung liegen. Ganz gleich, welche Pflicht wir tun, unsere Identität und unser Wesen als geschaffene Wesen ändern sich dadurch nicht. Wenn ich gebraucht werde, um Neulinge zu bewässern, dann arbeite ich als Bewässerer. Wenn ich zum Schauspielern gebraucht werde, dann arbeite ich als Schauspieler. Wenn ich für das Einrichten des Sets gebraucht werde, dann arbeite ich als Szenenbildner. Wenn ich zum Kochen gebraucht werde, dann arbeite ich halt als Versorgungsmitarbeiter. Egal, wie sich meine Pflicht ändert, ich bin immer noch nur ein geschaffenes Wesen. Ich sollte annehmen, mich unterwerfen und meine Pflicht mit ganzem Herzen und ganzer Kraft erfüllen. Außerdem, wenn ich diese Hilfsarbeiten erledige, dann haben meine Brüder und Schwestern mehr Energie und Zeit für ihre jeweiligen Pflichten. Leiste ich damit nicht auch meinen Teil? Also betete ich zu Gott: „O Gott! Ich bin bereit, mein Ansehen und meinen Status loszulassen und nicht mehr nach der Achtung anderer zu streben. Egal, welche Pflicht ich ausführe, ich bin bereit, mich zu unterwerfen.“ Von da an kümmerte ich mich bei der Ausführung meiner Pflicht nicht mehr darum, was andere von mir dachten. Stattdessen legte ich mein Herz in das Erfahren der Umgebungen, die Gott mir jeden Tag bereitete, konzentrierte mich darauf, meine Lektionen zu lernen und darüber nachzudenken, welche verdorbenen Dispositionen ich bei meiner Pflicht offenbarte. Wenn ich mich manchmal dabei ertappte, unwillkürlich zu lügen, übte ich mich darin, gemäß Gottes Anforderungen ein ehrlicher Mensch zu sein. Wenn ich manchmal bemerkte, dass ich immer wollte, dass andere mir zuhörten, und ihre Vorschläge nicht annehmen konnte, dachte ich über meine eigene arrogante Disposition nach und erkannte sie dann. Die Pflicht der allgemeinen Angelegenheiten umfasst zahlreiche triviale Aufgaben, also überlegte ich, wie ich meine Zeit vernünftig einteilen konnte, um sie alle zu bewältigen. Nachdem ich eine Weile das Kochen geübt hatte, stellte ich fest, dass ich mir einige grundlegende Kochkenntnisse angeeignet hatte. Als ich sah, dass einige der Küchenutensilien nicht sehr gut funktionierten, dachte ich mir einige kleine Änderungen aus, um sie zu verbessern, und alle meinten, es funktioniere jetzt viel besser. Später, als es ein Drehbuch gab, das zu mir passte, ließ mich der Regisseur auch die Hauptrolle spielen und gab mir Gelegenheiten zum Üben. Ich war Gott in meinem Herzen so dankbar. Nachdem ich meine Denkweise umgekehrt hatte und jede Angelegenheit mit dieser neuen Haltung anging, waren mir die Meinungen anderer nicht mehr wichtig. Stattdessen nahm ich jede Aufgabe von ganzem Herzen als Verantwortung an. Indem ich so praktizierte, spürte ich, wie mein Herz Gott näherkam. Ich machte sowohl in meinem Lebenseintritt als auch in meinen beruflichen Fähigkeiten einige Fortschritte und empfand einen besonderen Frieden und eine besondere Erfüllung in meinem Herzen. Dank sei Gott! All das ist Gottes Gnade und Segen!