6. Endlich verstand ich die Bedeutung von Gottes Prüfungen

Von Lu Yi, China

Eines Tages im Juli 2024, als ich gerade mit den Schwestern, mit denen ich zusammenarbeitete, Artikel bewertete, sagte Schwester Zhen plötzlich, dass es ihr nicht gut gehe. Ihr war schwindelig und sie klagte über ein Engegefühl in der Brust. Sie schwankte auf ihrem Stuhl hin und her und sah aus, als würde sie jeden Moment in Ohnmacht fallen. Zuerst dachten wir, es läge nur am schwülen Wetter und der schlechten Luft im Raum. Später traten diese Anfälle jedoch immer häufiger auf. Wenn sie schlimm waren, hatte sie nicht einmal mehr die Kraft zu sprechen und geriet schon nach wenigen Schritten außer Atem. Sie konnte sich im Alltag nicht einmal mehr selbst versorgen, geschweige denn ihre Pflicht tun. Ich fing an, mir Sorgen zu machen: „Könnte sie eine schwere Krankheit haben?“ Doch dann dachte ich bei mir: „Wir alle führen eine textbasierte Pflicht aus, die ziemlich wichtig ist. Schwester Zhen erträgt bei der Ausführung ihrer Pflicht auch Mühsal und zahlt einen Preis, und sie hat dabei ja auch schon einiges erreicht. Gott wird sie sicher beschützen und nicht zulassen, dass sie eine schwere Krankheit bekommt. Das ist wahrscheinlich eine Prüfung Gottes. Vielleicht befreit Gott sie von ihrer Krankheit, wenn sie ihre Lektion gelernt hat.“ Schwester Zhen ging dann zur Untersuchung ins Krankenhaus. Der Arzt sagte, alle ihre Testergebnisse seien normal, aber sie habe einen langsamen Herzschlag und eine schlechte Durchblutung des Herzens. Er verschrieb ihr einige Medikamente für Herz und Kreislauf und riet ihr, sich viel auszuruhen und auf sich zu achten. Angesichts dieses Untersuchungsergebnisses gingen wir alle davon aus, dass es Schwester Zhen nach etwas Ruhe und Erholung wieder gut gehen würde. Innerlich dankte ich Gott immer wieder und war noch überzeugter, dass wir uns von den Nichtgläubigen unterscheiden: Wir als Gläubige stehen unter Gottes Fürsorge und Schutz, und sobald wir unsere Lektionen gelernt haben, werden unsere Krankheiten geheilt. Doch unerwarteterweise kehrte Schwester Zhens Krankheit zurück, nachdem sie aus dem Krankenhaus zurück war und sich eine Zeit lang erholt hatte, und die Anfälle wurden häufiger.

Eines Morgens, als sie sich wegen Unwohlseins in ihrem Zimmer ausruhte, fiel sie irgendwie aus dem Bett. Wir hörten das Geräusch, stürmten ins Zimmer und fanden sie regungslos auf dem Boden liegen. Ihre Augen waren fest geschlossen, sie rang nach Luft, ihre Hände und Füße waren eiskalt, ihre Glieder steif und ihr ganzer Körper zitterte unkontrolliert. Es sah aus, als könnte sie nicht mehr atmen und würde jeden Moment sterben. Wir waren zu Tode erschrocken. Die gastgebende Schwester fand rasch ein paar schnell wirkende Herztabletten und gab sie ihr, woraufhin sie nur langsam wieder zu sich kam. Wenn ich an diesen Moment zurückdachte, raste mein Herz immer noch. Hätten wir auch nur einen Moment gezögert, mag ich mir gar nicht ausmalen, was passiert wäre. Als ich Schwester Zhen so im Bett liegen sah, die Hand aufs Herz gepresst und das Gesicht schmerzverzerrt, tat es mir im Herzen weh. „Wie konnte das passieren? Hat der Arzt nicht gesagt, es sei alles in Ordnung? Aber offensichtlich hat sie ein ernstes Herzproblem. Ich habe gehört, dass man bei einer schweren Herzkrankheit keine Luft mehr bekommen und plötzlich sterben kann. Sie ist erst in ihren Dreißigern – wie konnte sie so krank werden?“ Besonders schwer war es, als ich sie schwach zu mir sagen hörte: „Ich fühle mich gerade wirklich unwohl, so als könnte mein Herz jeden Moment aufhören zu schlagen. Wenn ich sterbe, musst du meiner Mutter sagen, dass sie Gott nicht missverstehen darf. Egal, was Gott tut, es ist gerecht …“ Sie sagte etwas, machte dann eine Pause und sprach in kurzen, abgehackten Sätzen. Sie so zu sehen, machte mir große Angst. Ich hatte noch nie jemanden gesehen, der dem Tod so nah war, und für einen Moment wusste ich nicht, was ich sagen sollte, um sie zu trösten. Aus Rücksicht auf ihre Gesundheit benachrichtigte die Leiterin später ihre Familie und bat sie, sie zur Erholung nach Hause zu holen.

Ich konnte mir auf Schwester Zhens Krankheit keinen Reim machen. „Sie ist eine aufrichtige Gläubige. Ihr Mann hat sie aus dem Haus geworfen, weil sie ihre Pflicht getan hat, und sie hat in den letzten Jahren wichtige Pflichten in der Kirche ausgeführt und dabei einige Ergebnisse erzielt. Warum ist sie so krank geworden? Warum hat Gott sie nicht beschützt? Selbst wenn das eine Prüfung ist, sollte sie doch nicht so schwer sein, oder? Wenn sie stirbt, wie kann sie dann errettet werden? Ich kann verstehen, dass Nichtgläubigen und denen, die sich Gott widersetzen, allerlei Unglücke widerfahren, aber bei Schwester Zhen ist das anders. Sie glaubt aufrichtig an Gott. Warum sind ihr solch schreckliche Widrigkeiten widerfahren?“ In meinem Inneren herrschte Aufruhr, und ich konnte Gottes Absicht nicht verstehen. Das brachte mich dazu, über mich selbst nachzudenken. Früher dachte ich: „Ich habe vor über zehn Jahren meine Familie und meine Karriere hinter mir gelassen, um meine Pflicht zu tun. Ich habe immer wichtige Pflichten ausgeführt und dabei einiges erreicht. Solange ich auf diesem Weg weiterstrebe, werde ich mit Sicherheit errettet werden und in Gottes Königreich eingehen.“ Doch durch Schwester Zhens Zustand hatte ich plötzlich das Gefühl, dass auch meine eigene Errettung nicht garantiert war. Was, wenn auch mich eines Tages plötzlich enorme Widrigkeiten heimsuchen würden, genau wie Schwester Zhen, oder ich sogar dem Tod ins Auge blicken würde? Wenn ich sterben würde, wie könnte ich dann errettet werden? Würden sich dann nicht all die Jahre, in denen ich einen Preis gezahlt und mich aufgewendet hatte, in Luft auflösen? Bei diesem Gedanken wurde ich etwas mutlos. Ich war nicht mehr mit dem Herzen bei meiner Pflicht, sondern tat nur noch so viel, wie ich eben an dem Tag bewältigen konnte, und begnügte mich damit, die anstehende Arbeit einfach nur zu erledigen. Es fühlte sich an, als stünde eine Mauer zwischen Gott und mir. Ich musste mich einfach fragen: „Was ist los mit mir? Warum kann ich für meine Pflicht einfach keine Motivation mehr aufbringen, seit Schwester Zhen krank geworden ist?“

Während meiner Suche sah ich mir ein Erfahrungszeugnis-Video mit dem Titel „Muss es etwas Schlechtes sein, ein Unglück zu erleiden?“ an. Zwei darin zitierte Abschnitte von Gottes Worten sprachen meinen Zustand direkt an. Der Allmächtige Gott sagt: „Wenn einige Leute sehen, dass andere Krankheit oder Widrigkeiten erleben, beziehen sie es sofort auf sich selbst: ‚Was, wenn mir das passiert? Ist Gott nicht ein barmherziger und liebender Gott? Warum begegnen Menschen, die an Gott glauben, immer noch diesen Widrigkeiten? Könnte es sein, dass ich auch so leiden muss? Was genau für ein Gott ist Er dann? Wenn Gott den Menschen gegenüber so rücksichtslos ist und jederzeit und überall unerwartete Situationen einrichtet, um Menschen leiden zu lassen, dann scheint es, dass Gott tatsächlich nicht verlässlich ist!‘ Sie haben Angst, dass sie, wenn sie aufhören zu glauben, keine Segnungen erlangen können, aber sie haben auch Angst, dass sie, wenn sie weiter glauben, auf Widrigkeiten stoßen werden. Infolgedessen bitten sie, wenn sie vor Gott treten, um zu beten, lediglich um Gottes Schutz und Segen und wagen es nicht, Gott um Prüfungen oder Disziplin zu bitten. Sie wagen nicht zu sagen: ‚Oh Gott, ich bitte darum, dass Du die Dinge Deinen Wünschen entsprechend herbeiführst. Ich bin bereit, mich Deinen Orchestrierungen und Anordnungen zu unterwerfen.‘ Sie wagen es nicht, auf diese Weise zu beten. Wenn sie nun sehen, dass andere auf einige Prüfungen und Widrigkeiten stoßen, schwinden ihre Entschlossenheit und ihr Mut. Sie entwickeln ein anderes ‚Verständnis‘ von Gottes gerechter Disposition, Seiner Züchtigung und Seinem Gericht sowie Seiner Herrschaft und sind in ihren Herzen auch auf der Hut vor Gott. Daher gibt es eine Mauer, eine Entfremdung zwischen den Menschen und Gott. Ist es gut für die Menschen, sich in diesen Zuständen zu befinden? (Nein.) Treten diese Zustände also in euch auf? Lebt ihr in diesen Zuständen? (Ja.) Wie sollten solche Probleme gelöst werden? Ist es in Ordnung, die Wahrheit nicht zu suchen? Wenn ihr die Wahrheit nicht versteht und keinen Glauben habt, wird es für euch schwierig sein, Gott bis zum Ende zu folgen, und wenn ihr irgendwann auf Naturkatastrophen oder Unglücke stoßt – seien sie nun natürlich oder menschengemacht –, werdet ihr fallen(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (11)). „Jeder, der zum Glauben an Gott kommt, ist nur bereit, Gottes Gnade, Segnungen und Verheißungen anzunehmen, und nur gewillt, Seine Güte und Sein Erbarmen zu akzeptieren, und doch wartet niemand darauf oder bereitet sich darauf vor, Gottes Züchtigung und Gericht, Seine Prüfungen und Läuterungen oder Seinen Entzug anzunehmen. Keine einzige Person bereitet sich darauf vor, Gottes Gericht und Züchtigung, Seinen Entzug oder Seine Flüche anzunehmen. Ist diese Beziehung zwischen den Menschen und Gott normal oder nicht normal? (Nicht normal.) Warum sagt ihr, sie sei nicht normal? Was führt zu Problemen? Die Probleme entstehen dadurch, dass die Menschen die Wahrheit nicht besitzen. Und weil die Menschen zu viele Auffassungen und Einbildungen haben, Gott ständig falsch verstehen und nicht wissen, wie sie diese Dinge durch die Suche nach der Wahrheit beseitigen können – deshalb kommt es aller Voraussicht nach zu Problemen. Vor allem glauben die Leute nur an Gott, um gesegnet zu werden. Sie wollen nur ein Geschäft mit Gott machen und verlangen Dinge von Ihm, streben aber nicht nach der Wahrheit. Das ist sehr gefährlich. Sobald sie auf etwas stoßen, das ihren Auffassungen widerspricht, entwickeln sie, was Gott betrifft, sofort Auffassungen, Missverständnisse und Klagen und können sogar so weit gehen, Ihn zu verraten. Sind die Folgen davon nicht schwerwiegend? Welchen Weg beschreiten die meisten Menschen in ihrem Glauben an Gott tatsächlich? Obwohl sie sich mehrere Jahre lang Predigten angehört haben und einige Worte und Glaubenslehren sprechen können, verstehen sie die Wahrheit in Wirklichkeit nicht wirklich. Obwohl sie behaupten, bereit zu sein, nach der Wahrheit zu streben, sind nur wenige von ihnen in der Lage, einen Preis zu zahlen, um die Wahrheit zu gewinnen(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (11)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verstand ich den eigentlichen Grund für meine Mutlosigkeit: Meine Sichtweise auf den Glauben an Gott war falsch. Ich glaubte nur an Gott, weil ich von Ihm Segen empfangen wollte. In dem Moment, als ich keine Hoffnung mehr sah, gesegnet zu werden, missverstand ich Gott, beklagte mich über Ihn und verlor meinen Glauben an Ihn. Als Schwester Zhen krank wurde, war ich anfangs zwar etwas besorgt, dachte aber: „Da wir wichtige Pflichten ausführen und sie eine aufrichtige Gläubige ist, wird Gott sie sicher beschützen und heilen.“ Als dann auch noch die Untersuchung im Krankenhaus ergab, dass alle ihre Werte normal waren, war ich mir noch sicherer, dass Gott treu ist und dass diejenigen, die sich aufrichtig für Ihn aufwenden, mit Sicherheit Seinen Segen und Seinen Schutz erhalten werden. Doch als ihre Krankheit zurückkehrte und sie sogar dem Tod ins Auge blickte, fing ich an, Gott misszuverstehen und mich über Ihn zu beklagen: „Warum sind ihr solch schreckliche Widrigkeiten widerfahren? Warum hat Gott sie nicht beschützt?“ Ich hatte sogar das Gefühl, dass sich Gläubige nicht von Nichtgläubigen unterschieden und keine Garantie auf Errettung hatten. Sofort dachte ich an mich selbst und machte mir Sorgen, dass auch ich plötzlich von Widrigkeiten heimgesucht werden könnte, genau wie Schwester Zhen. Wenn ich eine unheilbare Krankheit bekäme und stürbe, wie könnte ich dann errettet werden? Sobald ich anfing, mir um meine eigene Zukunft und meinen Bestimmungsort Sorgen zu machen, entfernte sich mein Herz von Gott, und ich wurde bei meiner Pflicht passiv und negativ. Ich erkannte, dass ich in meinem Glauben an Gott nur Segen und Gnade von Ihm empfangen wollte. In dem Moment, als meine Wünsche zerplatzten, konnte ich nicht anders, als Gott misszuverstehen und mich über Ihn zu beklagen. Ich versank sogar in Mutlosigkeit und ging oberflächlich mit meiner Pflicht um. Das bedeutete, sich Gott zu widersetzen; es war Verrat an Ihm! Mein Verhalten unterschied sich nicht von dem derjenigen in der religiösen Welt, die nur von dem Brot essen und satt werden. Wenn Gott mich segnete, war ich voller Begeisterung, bereit, allem zu entsagen, mich aufzuwenden und jeden Preis zu zahlen. Doch in dem Moment, als meine Hoffnung auf Segen schwand, welkte ich sofort dahin. Ich erkannte, dass ich jahrelang nur um des Segens und der Gnade willen an Gott geglaubt hatte und dass ich eine Ungläubige war, der es nur darum ging, von dem Brot zu essen und satt zu werden. Ich fing an, mich selbst zu verabscheuen und zu hassen. Außerdem machte ich mir Vorwürfe und fühlte mich schuldig, weil ich Gott so sehr missverstanden hatte.

Später las ich einen weiteren Abschnitt von Gottes Worten und erlangte ein gewisses Verständnis für Gottes gerechte Disposition. Der Allmächtige Gott sagt: „Wenn du in deinem Herzen wirklich bereit bist, nach der Wahrheit zu streben, solltest du dich anstrengen, das Gericht und die Züchtigung von Gottes Worten anzunehmen, schnell über dich selbst nachdenken und versuchen, dich selbst zu erkennen, und dich geistig auf die Prüfungen und die Läuterung vorbereiten, die auf dich zukommen werden. Ganz gleich, wie sehr du dich für Gott aufwendest und welchen Preis du bei der Ausführung deiner Pflicht zahlst: Wenn du letztendlich Prüfungen wie die von Hiob erlebst und Gott dir all deine Besitztümer nimmt und dein Leben sogar kurz vor dem Ende steht, wie solltest du dem begegnen? Wie solltest du mit Gottes Herrschaft und Seinen Anordnungen umgehen? Wie solltest du deine Pflicht angehen? Wie solltest du das angehen, was Gott dir anvertraut hat? Hast du das richtige Verständnis und die richtige Einstellung? Sind diese Fragen leicht zu beantworten oder nicht? Das ist eine große Hürde, die vor euch aufragt. Da es eine Hürde und ein Problem ist, sollte es nicht gelöst werden? (Ja.) Wie kann das Problem gelöst werden? Ist es leicht zu lösen? Du glaubst seit so vielen Jahren an Gott, hast so viele Worte Gottes gelesen, so viele Predigten gehört und so viele Wahrheiten verstanden. Angenommen, du bist bereits bereit, alles von Gott orchestrieren zu lassen, sei es nun Segen oder seien es Widrigkeiten. Und nehmen wir weiterhin an, dass du trotz deiner Entsagung und deines Sich-Aufwendens, trotz des Preises, den du gezahlt hast, und der Energie, die du ein ganzes Leben lang aufgewendet hast, als Gegenleistung nur erhältst, dass Gott dich verflucht oder dir Dinge wegnimmt. Wenn du auch dann keine Klagen, keine eigenen Wünsche oder Forderungen hast, sondern nur danach strebst, dich Gott zu unterwerfen und dich Seinen Orchestrierungen auszuliefern, und du spürst, dass selbst ein wenig Verständnis für und ein wenig Unterwerfung unter Gottes Herrschaft dein Leben lebenswert macht, – wenn du eine solche richtige Einstellung hast, ist es dann nicht leicht, auftretende Schwierigkeiten zu lösen? … Gott behandelt jeden auf gerechte Weise, und wenn es um irgendein geschaffenes Wesen geht, ist Gottes Disposition Barmherzigkeit und Liebe, und sie ist auch Majestät und Zorn. In Gottes Umgang mit jedem einzelnen Menschen sind Erbarmen, Liebe, Majestät und Zorn in Seiner gerechten Disposition unveränderlich. Gott wird niemals nur einigen Menschen gegenüber Barmherzigkeit und Liebe zeigen und anderen gegenüber nur Majestät und Zorn. Gott wird das nicht tun, denn Er ist ein gerechter Gott, und Er ist fair zu allen. Für jeden Menschen gibt es Gottes Barmherzigkeit, Liebe, Majestät und Zorn. Er kann Menschen Gnade und Segen schenken und sie beschützen. Gleichzeitig kann Gott Menschen auch richten und züchtigen, sie verfluchen und ihnen alles wegnehmen, was Er ihnen geschenkt hat. Gott kann den Menschen alles schenken, und Er kann ihnen auch alles wegnehmen. So ist die Disposition Gottes, und das ist auch das Werk, das Er an jedem Menschen zu tun beabsichtigt. Wenn du also denkst: ‚Ich bin wertvoll in Gottes Augen, wie Sein Augapfel. Er kann es absolut nicht übers Herz bringen, mich zu züchtigen und zu richten, und Er wird es absolut nicht übers Herz bringen, mir alles wegzunehmen, was Er mir geschenkt hat, damit ich nicht bekümmert und gequält bin‘, ist dieses Denken dann nicht falsch? Ist das nicht eine Auffassung über Gott? (Ja.) Bevor du also dazu kommst, diese Wahrheiten zu verstehen, willst du da nicht nur Gottes Gnade, Barmherzigkeit und Liebe genießen? Du vergisst immer, dass Gott auch Sein Gericht und Seine Züchtigung sowie eine gerechte, majestätische und zornige Disposition hat. Obwohl dein Mund sagt, Gott sei gerecht, und du in der Lage bist, Gott zu danken und zu loben, wenn Er dir Barmherzigkeit und Liebe zeigt, bist du innerlich sehr aufgewühlt, wenn Gott dich züchtigt und richtet und Seine Majestät und Seinen Zorn zeigt. ‚Wenn es doch nur keinen solchen Gott gäbe, wenn es nur nicht Gott wäre, der das getan hat, wenn Gott es bloß nicht auf mich abgesehen hätte, wenn es doch nur nicht Gottes wahre Absicht wäre, wenn doch diese Dinge anderen angetan worden wären und nicht mir. Weil ich ein herzensguter Mensch bin und nichts Böses getan habe und in meinen vielen Jahren des Glaubens an Gott einen hohen Preis gezahlt habe, sollte Gott nicht so unbarmherzig sein. Ich sollte das Recht und die Berechtigung haben, Gottes Barmherzigkeit und Liebe sowie Seine reiche Gnade und Seine reichen Segnungen zu genießen. Gott wird mich weder richten oder züchtigen, noch bringt Er es übers Herz.‘ Sind das nicht nur Wunschdenken und eine falsche Meinung? (Doch.) Inwiefern ist es falsch? Falsch ist, dass du dich nicht als geschaffenes Wesen, als Mitglied der geschaffenen Menschheit betrachtest. Du löst dich fälschlicherweise von der geschaffenen Menschheit ab und betrachtest dich als zu einer besonderen Gruppe oder einem besonderen Typus von geschaffenen Wesen gehörend und verleihst dir selbst einen besonderen Status. Ist das nicht arrogant und selbstgerecht? Ist das nicht ein völliger Mangel an Vernunft? Ist das ein Mensch, der sich Gott wirklich unterwirft? (Nein.) Ganz und gar nicht(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (11)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verstand ich, dass Gott jedem gegenüber fair und gerecht ist. Er wird einen nicht immer beschützen und segnen und vor jeglichen Widrigkeiten bewahren, nur weil dessen Pflicht wichtig ist oder er bei seiner Pflicht besondere Beiträge geleistet hat. Ich aber dachte immer, dass Unglücke nur Nichtgläubigen widerfahren oder denen, die Gott gegenüber nicht aufrichtig sind und nicht nach der Wahrheit streben. Ich glaubte, da Schwester Zhen eine wichtige Pflicht in der Kirche ausführte und einige Ergebnisse erzielt hatte, hätte Gott sie vor schwerer Krankheit und Widrigkeiten beschützen müssen. Das war lediglich meine eigene Auffassung und Vorstellung und entsprach überhaupt nicht der Wahrheit. Gottes Wesen ist gerecht. Ob Gott Menschen segnet oder zulässt, dass sie unter Widrigkeiten leiden, Er ist immer gerecht. Gott macht keine Fehler. Was ein geschaffenes Wesen tun sollte, ist, dies anzunehmen und sich zu unterwerfen. Das ist die Vernunft, die wir besitzen sollten. Ich dachte an eine Schwester, die immer eine Leiterin gewesen und für mehrere wichtige Aufgaben verantwortlich gewesen war. Später bekam sie schweren Bluthochdruck und andere Krankheiten, die sogar lebensbedrohlich wurden. Obwohl sie sich schwach fühlte, konzentrierte sie sich darauf, nach der Wahrheit zu suchen, um ihre Lektionen zu lernen, und war fähig, sich zu unterwerfen. Durch diese Erfahrung erlangte sie ein gewisses Verständnis für ihre eigene verdorbene Disposition und die gerechte Disposition Gottes und schrieb sogar einen Artikel über ihr erfahrungsbasiertes Verständnis. Gott ließ sie diese Krankheiten bekommen, um die Verdorbenheit und die Unreinheiten in ihr zu reinigen; das war Gottes Errettung für sie und machte sie perfekt, und darin lag die Weisheit Seines Werks. Und dann ist da noch Hiob. Er war ein Mann, der Gott fürchtete und das Böse mied. Gott erlaubte Satan, ihn auf die Probe zu stellen: Sein Besitz wurde ihm genommen, seine Kinder wurden getötet und sein eigener Körper war mit schmerzhaften Geschwüren übersät. Sein Fleisch litt sehr, aber er kehrte Gott nicht den Rücken und sagte kein einziges Wort, das Ihn kränkte, und er legte ein überwältigendes Zeugnis für Gott ab. Oberflächlich betrachtet scheint es unseren Auffassungen zu widersprechen, dass Gott es Satan erlaubte, Hiob auf die Probe zu stellen und ihn so sehr leiden zu lassen. Aber Gott nutzte dies, um Hiob dazu zu bringen, vor Satan ein überwältigendes Zeugnis für Ihn abzulegen, und so wurde Hiobs Glaube vervollkommnet. Egal, was Gott tut, es ist gut. Es muss nicht zwangsläufig etwas Schlechtes sein, wenn Menschen Widrigkeiten erdulden müssen. Wenn Menschen Gottes Absicht suchen und Lektionen lernen, die Wahrheit verstehen und gereinigt werden können, dann wird aus etwas Schlechtem etwas Gutes. Früher dachte ich, alles, was sicher und reibungslos verläuft, sei gut, während Katastrophen und Widrigkeiten schlecht seien. Jetzt sehe ich, dass diese Ansicht von mir verzerrt war. Gottes Werk in den letzten Tagen ist das Werk des Gerichts und der Reinigung. Er nutzt alle möglichen Ereignisse, die nicht mit unseren Auffassungen übereinstimmen, um uns zu prüfen und zu läutern. Dabei offenbart Er unsere verdorbenen Dispositionen und die Unreinheiten in unseren Absichten, damit wir über uns nachdenken und uns selbst erkennen, nach der Wahrheit suchen, die Wahrheit praktizieren und unsere verdorbenen Dispositionen ablegen können, um Gottes Errettung zu erlangen. Aber ich verstand Gottes Werk nicht. In meinem Glauben strebte ich nur nach Sicherheit, reibungslosen Abläufen und dem Genuss von Gottes Gnade. Ich wollte mich keinen Prüfungen stellen oder Widrigkeiten erdulden müssen. Egal, wie viele Jahre ich Gottes Werk auf diese Weise erlebte, ich würde niemals Reinigung oder Veränderung erreichen. Jetzt verstehe ich, dass hinter der schweren Krankheit von Schwester Zhen Gottes Absicht stecken muss und dass sie daraus Lektionen lernen soll. Solange ich diese Angelegenheit nicht durchschauen kann, sollte ich nicht versuchen, sie aus menschlicher Sicht zu analysieren und zu studieren. Ich sollte nach der Wahrheit und Gottes Absicht suchen, und vor allem darf ich die aktuelle Pflicht nicht aufschieben. Das ist die Vernunft, die ich besitzen sollte.

Später dachte ich darüber nach: „Warum war ich durchgehend so mutlos, nachdem Schwester Zhen krank geworden war? Was war die eigentliche Ursache für diese Mutlosigkeit?“ Während ich suchte, las ich Gottes Worte: „In Gottes Haus, unter Brüdern und Schwestern gilt: Mag dein Status, deine Stellung noch so hoch, deine Pflicht noch so wichtig sein, ganz gleich, wie groß dein Talent und dein Beitrag sind und wie lange du schon an Gott glaubst – in den Augen Gottes bist du nur ein geschaffenes Wesen; egal, wie hoch dein Status ist, du bist immer noch ein gewöhnliches geschaffenes Wesen. Die edlen Titel und Namen, mit denen du dich geschmückt hast, sind weder objektiv noch realistisch; sie existieren nicht. Wenn du sie immer als Kronen oder als Kapital betrachtest, das dich befähigt, einer besonderen Gruppe anzugehören oder eine besondere Persönlichkeit zu sein, dann sträubst du dich gegen die Sichtweise Gottes und stehst zu ihr in Widerspruch und bist unvereinbar mit Gott. Welche Folgen hat das? Wird es dazu führen, dass du dich gegen die Pflicht sträubst, die ein geschaffenes Wesen ausführen sollte? In den Augen Gottes bist du von vornherein ein geschaffenes Wesen, aber du betrachtest dich nicht als solches. Kannst du dich Gott mit einer solchen Einstellung wirklich unterwerfen? Du ergehst dich immer in Wunschdenken: ‚Gott sollte mich nicht so behandeln, Er könnte mich nie so behandeln.‘ Schafft das nicht einen Konflikt mit Gott? Wenn Gott im Widerspruch zu deinen Auffassungen, deiner Mentalität und deinen Bedürfnissen handelt, was wirst du dann in deinem Herzen denken? Wie wirst du mit den Umgebungen umgehen, die Gott für dich eingerichtet hat? Unterwirfst du dich? (Nein.) Du unterwirfst dich nicht, und mit Sicherheit sträubst du dich, bist dagegen, murrst und beschwerst dich, und im Herzen grübelst du immer wieder und denkst: ‚Gott hat mich doch früher wirklich beschützt und mich gnädig behandelt. Warum hat Er sich jetzt geändert? Ich kann nicht weiterleben!‘ Also fängst du an, trotzig zu sein und Theater zu machen. Wenn du dich zu Hause deinen Eltern gegenüber trotzig verhalten würdest, wäre das verzeihlich; deine Eltern würden dir nichts tun. Aber im Haus Gottes ist das nicht akzeptabel, denn was du tust, stört die Arbeit der Kirche. Dass du im Haus Gottes so trotzig bist und dich so aufführst, zeugt davon, dass es dir völlig an Gewissen und Vernunft mangelt. Selbst Gottes auserwähltes Volk kann es nicht ertragen, dir dabei zuzusehen. Denkst du also, dass Gott ein solches Verhalten tolerieren wird? Wird Er dulden, dass du Ihm das antust? Nein, das wird Er nicht. Warum nicht? Gott ist nicht deine Mutter oder dein Vater; Er ist Gott, Er ist der Schöpfer, und der Schöpfer würde es niemals durchgehen lassen, dass ein geschaffenes Wesen vor Seinen Augen trotzig und unvernünftig ist oder Tobsuchtsanfälle bekommt. Wenn Gott dich züchtigt und richtet, wenn Er dich prüft oder dir Dinge wegnimmt, und wenn Er dich in Drangsal bringt, will Er die Einstellung eines geschaffenen Wesens gegenüber dem Schöpfer sehen. Er will sehen, welchen Weg ein geschaffenes Wesen wählt, und Er wird es niemals durchgehen lassen, dass du trotzig und unvernünftig bist oder verdrehte Argumente vorbringst. Sollten die Menschen, nachdem sie diese Dinge verstanden haben, nicht darüber nachdenken, wie sie mit allem, was der Schöpfer tut, umgehen sollten? Zuallererst sollten die Menschen ihren angemessenen Platz als geschaffene Wesen einnehmen und ihre Identität als geschaffene Wesen feststellen. Kannst du feststellen, dass du ein geschaffenes Wesen bist? Wenn du es feststellen kannst, dann solltest du deinen dir angemessenen Platz als geschaffenes Wesen einnehmen und dich den Anordnungen des Schöpfers unterwerfen, und selbst wenn du ein wenig leidest, solltest du keine Klagen haben. Das bedeutet, dass du eine Person mit Vernunft bist. Wenn du dich nicht für ein geschaffenes Wesen hältst, sondern meinst, Titel und einen Heiligenschein über dem Kopf zu besitzen, ein Mensch mit Status, ein großer Leiter, ein Kommandant, Redakteur oder Filmregisseur in Gottes Haus zu sein und bedeutende Beiträge zum Werk von Gottes Haus geleistet zu haben – wenn du das denkst, dann gehörst du zu denjenigen, denen es am meisten an Vernunft mangelt und die unverschämt schamlos sind. Seid ihr Menschen mit Status, Stellung und Wert? (Das sind wir nicht.) Was seid ihr dann? (Wir sind geschaffene Wesen.) Das stimmt, ihr seid nur gewöhnliche geschaffene Wesen. Unter den Menschen kannst du mit deinen Qualifikationen angeben, deine Seniorität ausspielen, mit deinen Beiträgen prahlen oder deine Heldentaten zur Schau stellen. Aber vor Gott sind diese Dinge völlig wertlos und sie ekeln Ihn an. Wenn du nicht über dich selbst nachdenken kannst und immer noch prahlst, dich aufspielst und mit der Länge deines Glaubens angibst, werden die Dinge schiefgehen. Gott wird dich als völlig ohne Vernunft und als extrem arrogant betrachten. Er wird dich hassen und von dir angewidert sein und dich beiseiteschieben, und dann wirst du in großen Schwierigkeiten stecken(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (11)). „Die Vernunft von Antichristen ist unzureichend. Ganz gleich, wie und wie deutlich ihnen die Wahrheit im gemeinschaftlichen Austausch mitgeteilt wird, sie verstehen trotzdem nicht, was Gottes Absichten sind, was der Zweck des Glaubens an Gott ist oder welcher der richtige Weg ist, den der Mensch einschlagen sollte. Aufgrund ihrer niederträchtigen Disposition, aufgrund ihrer niederträchtigen Natur und aufgrund der Wesensnatur solcher Menschen sind sie tief in ihrem Innern nicht in der Lage zu unterscheiden, was genau die Wahrheit ist und was positive Dinge sind, was genau richtig und was falsch ist. Sie klammern sich an ihre eigenen Ambitionen und Begierden, betrachten sie als die Wahrheit, als die einzigen Ziele im Leben und als das gerechteste Unterfangen. Sie sind sich der Wahrheit, dass jemand, dessen Disposition sich nicht verändert, für immer ein Feind Gottes sein wird, nicht bewusst, und sie wissen nicht, dass die Segnungen, die Gott einem Menschen gibt, und wie Gott einen Menschen behandelt, nicht auf dessen Kaliber, Gaben, Talenten oder Kapital beruhen, sondern darauf, wie viel Wahrheit er praktiziert und wie viel Wahrheit er erlangt, und darauf, ob er ein Mensch ist, der Gott fürchtet und das Böse meidet. Das sind Wahrheiten, die Antichristen niemals verstehen werden. Antichristen werden das niemals erkennen, und darin zeigt sich ihre größte Dummheit. Welche Haltung haben Antichristen von Anfang bis Ende gegenüber ihrer Pflicht? Sie glauben, dass die Ausführung der Pflicht eine Transaktion ist, dass diejenigen, die am meisten für ihre Pflicht aufwenden, die den größten Beitrag für Gottes Haus leisten und die meisten Jahre in Gottes Haus ausharren, eine höhere Chance haben werden, am Ende gesegnet zu werden und eine Krone zu erhalten. Das ist die Logik der Antichristen(Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 7)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, erkannte ich, dass Antichristen das Erlangen von Segen zum Ziel ihres Strebens machen. Sie streben in ihrem Glauben nicht nach der Wahrheit; sie wollen nur Segen erhalten. Sie denken, solange sie wichtige Pflichten in Gottes Haus ausführen und einige Beiträge leisten, hätten sie Anspruch darauf, großen Segen von Gott zu erhalten. Ich erkannte, dass die Sichtweise hinter meinem Streben dieselbe war wie die eines Antichristen. Ich glaubte, solange ich eine wichtige Pflicht ausführte, Mühsal ertragen, einen Preis zahlen, bei meiner Pflicht einige Ergebnisse erzielen und genügend gute Taten vorbereiten konnte, würde Gott mich umso mehr segnen, je größer meine Beiträge waren, und ich könnte errettet werden. Als Schwester Zhen diesmal krank wurde und ich sah, wie sich ihr Zustand verschlechterte, bis er lebensgefährlich war, missverstand ich Gott und beklagte mich über Ihn, weil Er sie nicht beschützte. Ich machte mir Sorgen, dass auch ich plötzlich schwer erkranken oder ein Unglück erleiden könnte, genau wie Schwester Zhen, und letztendlich alle Hoffnung auf Errettung verlieren würde. Das machte mich unglaublich mutlos und ich verlor jede Motivation, meine Pflicht zu tun. Diese meine Äußerungsformen waren ein Streit mit Gott und ein Widerstand gegen Seine Herrschaft und Seine Anordnungen. Es fehlte mir wirklich an Vernunft! Wir sind nur gewöhnliche geschaffene Wesen, und egal, welche Pflicht wir in der Kirche tun, in Gottes Augen werden wir alle gleich behandelt. Aber ich hielt zu viel von mir selbst und stand nicht an meinem richtigen Platz. Weil ich immer das Gefühl hatte, eine wichtige Pflicht zu tun, benutzte ich dies als Kapital, um Gnade und Segen von Gott zu fordern, und verlangte, dass Er mich vor Katastrophen und Widrigkeiten beschützte. Mir fehlte wirklich jede Vernunft! Ich glaubte an Gott und tat meine Pflicht nicht, um nach der Wahrheit zu streben und eine Veränderung meiner Lebensdisposition zu erreichen, sondern um Belohnungen und Segen zu erhalten. War ich nicht aus demselben Holz geschnitzt wie Paulus im Zeitalter der Gnade? Paulus’ Glauben an Gott mangelte es an Aufrichtigkeit; seine Arbeit und sein Aufwand waren von seinen eigenen maßlosen Begierden erfüllt. Er erhöhte sich oft selbst vor anderen und prahlte vor ihnen mit seinen Leistungen, rühmte sich damit, wie viel Arbeit er geleistet und wie viele Früchte er für den Herrn getragen hatte. Er nutzte dies als Kapital, um Belohnungen und eine Krone von Gott zu fordern, und äußerte sogar solch schamlose Worte wie: „Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; hinfort ist mir beigelegt die Krone der Gerechtigkeit“ (2 Timotheus 4,7-8). Er kränkte Gottes Disposition und wurde von Gott bestraft. Der Weg, den ich ging, war der Weg des Paulus. Wenn ich nicht schnell eine Kehrtwende machte und meine Absichten bei der Ausführung meiner Pflicht nicht berichtigte, sondern stattdessen weiterhin nach Segen strebte, würde ich genau wie Paulus von Gott ausgemustert werden und meine Chance verlieren, errettet zu werden.

Später las ich mehr von Gottes Worten und erlangte ein klareres Verständnis davon, welche Art von Mensch Gott gutheißt und bevorzugt. Der Allmächtige Gott sagt: „Um deine Pflicht auf eine Weise auszuführen, die den Anforderungen entspricht, spielt es keine Rolle, wie viele Jahre du schon an Gott glaubst, wie viele Pflichten du ausgeführt hast oder wie viele Beiträge du für Gottes Haus geleistet hast, geschweige denn spielt es eine Rolle, wie erfahren du in deiner Pflicht bist. Die Hauptsache, auf die Gott schaut, ist der Weg, den ein Mensch einschlägt. Mit anderen Worten, Er schaut auf die Einstellung eines Menschen zur Wahrheit und die Prinzipien, die Richtung und den Anstoß seiner Handlungen sowie deren Ausgangspunkt. Gott konzentriert sich auf diese Dinge. Sie sind es, die den Weg bestimmen, den du gehst(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Wie sieht eine maßstabsgerechte Ausführung der eigenen Pflicht aus?). „Der Mensch denkt, dass alle, die für Gott einen Beitrag leisten, eine Belohnung erhalten sollten, und je größer der Beitrag ist, desto selbstverständlicher und richtiger sollte es sein, dass Gott Gefallen an ihnen findet. Die Sichtweise des Menschen ist von ihrem Wesen her ein Tauschgeschäft, und er strebt nicht aktiv danach, seine Pflicht als ein geschaffenes Wesen zu erfüllen. Für Gott gilt: Je mehr die Menschen nach wahrer Liebe zu Gott und vollständiger Unterwerfung unter Gott streben – was bedeutet, dass sie versuchen, ihre Pflicht als ein geschaffenes Wesen zu tun –, desto mehr sind sie in der Lage, Gottes Billigung zu gewinnen. Gottes Standpunkt ist es, zu verlangen, dass der Mensch seine ursprüngliche Pflicht und seinen ursprünglichen Status wiedererlangt. Der Mensch ist ein geschaffenes Wesen, und deshalb sollte der Mensch seine Grenzen nicht überschreiten, indem er Forderungen an Gott stellt, und sollte nichts anderes tun, als seine Pflicht als geschaffenes Wesen zu erfüllen. Die Bestimmungsorte von Paulus und Petrus waren danach bemessen, ob sie ihre Pflicht als geschaffene Wesen erfüllen konnten, und nicht nach der Großartigkeit ihres Beitrages. Ihre Bestimmungsorte wurden entsprechend dem entschieden, wonach sie von Anfang an strebten, und nicht danach, wie viel Arbeit sie geleistet hatten oder wie die Einschätzungen anderer Menschen von ihnen waren. Und daher ist der Weg des Erfolgs das Bestreben, seine Pflicht als geschaffenes Wesen aktiv auszuführen. Der Weg des Strebens nach der wahren Liebe zu Gott ist der richtigste Weg; das Streben nach Veränderung in seiner alten Disposition und nach der reinen Liebe zu Gott ist der Weg des Erfolgs. Solch ein Weg des Erfolgs ist der Weg der Wiedererlangung der ursprünglichen Pflicht sowie der ursprünglichen Gestalt eines geschaffenen Wesens. Es ist der Weg der Wiedererlangung und es ist auch das Ziel des gesamten Wirkens Gottes – von Anfang bis Ende(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Erfolg oder Scheitern hängt von dem Weg ab, den man geht). Die Worte Gottes könnten nicht klarer sein. Im Hause Gottes gibt es keine hohen, niedrigen, edlen oder geringen Pflichten. Ob ein Mensch errettet werden kann, hängt nicht davon ab, welche Pflicht er tut oder ob er Beiträge geleistet oder Leistungen erbracht hat. Wichtig ist, ob er nach der Wahrheit strebt und ob er eine Veränderung seiner Lebensdisposition erreicht. Das ist entscheidend. Ich erinnerte mich an jene Antichristen, die in der Kirche enthüllt worden waren. Viele von ihnen waren Leiter und Mitarbeiter gewesen, die in der Vergangenheit bei ihren Pflichten Vielem entsagt und sich sehr aufgewendet hatten. Sie gingen jedoch den falschen Weg. Sie suchten bei ihrer Pflicht nicht nach den Wahrheitsgrundsätzen und handelten rücksichtslos, wodurch sie die Arbeit des Hauses Gottes ernsthaft unterbrachen und behinderten. Sie weigerten sich, Buße zu tun, egal, wie man mit ihnen Gemeinschaft hielt, und wurden schließlich enthüllt und ausgemustert. Andererseits gibt es einige, die in der Kirche unscheinbare Pflichten ausführen, sich aber auf das Streben nach der Wahrheit und auf ihren Lebenseintritt konzentrieren. Sie suchen bei der Ausführung ihrer Pflicht nach den Wahrheitsgrundsätzen, und je öfter sie ihre Pflicht tun, desto besser werden sie darin. Solche Menschen haben Hoffnung, errettet zu werden. Daran sah ich, dass Gott das Ergebnis und den Bestimmungsort eines Menschen nicht anhand der Pflicht, die er tut, oder der Größe seines Beitrags bestimmt. Was Gott schätzt, ist, ob ein Mensch die Wahrheit erlangen kann und ob sich seine Lebensdisposition ändert. Das ist das Wichtigste. Ich sollte Menschen und Dinge gemäß Gottes Worten betrachten, dem Weg des Petrus folgen, nach der Wahrheit streben, um eine Veränderung meiner Lebensdisposition zu erreichen, und meine Pflicht gut tun. Das ist es, wonach ich streben sollte.

Später dachte ich darüber nach: „Wenn ich mich einer Prüfung stellen muss, welche Haltung sollte ich dann einnehmen, um mit Gottes Absichten im Einklang zu stehen?“ Dann las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Sich Gottes Orchestrierungen und Anordnungen zu unterwerfen ist die grundlegendste Lektion, der sich jeder einzelne Nachfolger Gottes gegenübersieht. Es ist auch die tiefgreifendste Lektion. In welchem Maße du in der Lage bist, dich Gott zu unterwerfen, zeigt, wie groß deine Größe ist und wie groß dein Glaube ist – diese Dinge korrespondieren. … Petrus hat so viele Prüfungen und Läuterungen durchgemacht. Er ließ alle seine persönlichen Forderungen, Pläne und Begierden los und verlangte nicht von Gott, dass Er etwas tut. Er hatte also keine eigenen Ideen und er legte sich voll und ganz in Gottes Hände. Er dachte: ‚Gott kann tun, was immer Er will. Er kann mich prüfen, Er kann mich maßregeln, Er kann mich richten oder züchtigen. Er kann Situationen schaffen, um mich zurechtzustutzen oder mich abzuhärten, Er kann mich in die Höhle des Löwen oder in den Wolfsbau schicken. Was immer Gott tut, ist richtig, und ich werde mich unterwerfen. Alles, was Gott tut, ist die Wahrheit. Ich werde mich nicht beschweren oder selbst Entscheidungen treffen.‘ Ist das nicht absolute Unterwerfung? Manchmal denken die Menschen: ‚Die Menschen sagen alle, dass alles, was Gott tut, die Wahrheit ist, aber warum habe ich in dieser Sache, die Gott getan hat, keine Wahrheit entdeckt? Es scheint, dass sogar Gott manchmal falschliegt. Aber egal, was passiert, dass Gott in der Lage ist, die Wahrheit kundzutun, zeigt, dass Er Gott ist, also werde ich mich unterwerfen!‘ Ist diese Art von Unterwerfung echt? (Nein.) Das ist nur die Behauptung, sich zu unterwerfen. Das ist eine selektive Unterwerfung; es ist keine echte Unterwerfung. … Wenn du an Gott glaubst, solltest du standhaft am Platz eines geschaffenen Wesens bleiben. Unabhängig vom Zeitpunkt, unabhängig davon, ob Gott vor dir verborgen ist oder dir erschienen ist, unabhängig davon, ob du Gottes Liebe spüren kannst oder nicht, musst du wissen, was deine Verantwortungen, deine Verpflichtungen und Pflichten sind – du musst diese Wahrheiten über die Praxis verstehen. Wenn du immer noch an deinen Auffassungen festhältst und sagst: ‚Wenn ich klar erkennen kann, dass diese Sache mit der Wahrheit und mit meinen Gedanken übereinstimmt, dann werde ich mich unterwerfen; wenn es mir nicht klar ist und ich nicht bestätigen kann, dass dies die Handlungen Gottes sind, dann werde ich eine Weile warten und mich erst dann unterwerfen, wenn ich sicher bin, dass dies von Gott getan wurde‘ – ist das dann eine Unterwerfung unter Gott? Nein, ist es nicht. Das ist eine Unterwerfung unter Vorbehalt, keine absolute, vollständige Unterwerfung. Nichts von Gottes Werk stimmt mit den Auffassungen und Einbildungen der Menschen überein – die Menschwerdung stimmt nicht mit den menschlichen Auffassungen und Einbildungen überein, und Gottes Gericht und Züchtigung tun dies erst recht nicht. Die meisten Menschen tun sich wirklich schwer, das anzunehmen und sich ihm zu unterwerfen. Wenn man sich Gottes Werk nicht unterwerfen kann, kann man dann die Pflicht eines geschaffenen Wesens erfüllen? Das ist schlichtweg nicht möglich. Was ist die Pflicht eines geschaffenen Wesens? (Den Platz eines geschaffenen Wesens einzunehmen, Gottes Auftrag anzunehmen und sich Gottes Anordnungen zu unterwerfen.) Das ist richtig, das ist die Wurzel des Ganzen. Ist es dann nicht leicht, dieses Problem anzugehen? Den Platz eines geschaffenen Wesens einzunehmen und sich dem Schöpfer, deinem Gott, zu unterwerfen – das sollte jedes geschaffene Wesen am meisten hochhalten(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Sich Gott zu unterwerfen ist eine grundlegende Lektion, um die Wahrheit zu gewinnen). Gottes Worte zeigten den Weg der Praxis auf: Egal, welchen Widrigkeiten oder welcher Prüfung wir uns stellen müssen, wir sollten es von Gott annehmen und uns Seiner Herrschaft und Seinen Anordnungen unterwerfen. Als Petrus Prüfungen erlebte, dachte er nie an seine eigenen Interessen, ganz gleich, welches Umfeld Gott für ihn schuf oder welches Leid und welche Läuterung er ertrug, sondern konzentrierte sich ausschließlich darauf, wie er Gott zufriedenstellen und lieben konnte. Er gab sogar sein Leben für Gott. Gott erinnerte sich an Petrus’ Praxis, und er erlangte Gottes Billigung. Im Gegensatz dazu war mein Herz voller Klagen und Widerstand gegen Gott, als ich sah, wie schwer Schwester Zhen erkrankte. Ich hatte Angst, dass auch ich Widrigkeiten erdulden müsste, und bekam noch mehr Angst vor dem Tod. Ich hatte keinen Glauben an Gott und zeigte erst recht keine Unterwerfung. Ich dachte an den Film „Mein verspätetes Zeugnis“. Als der Protagonist Zhou Xiangming zum ersten Mal von der Polizei verhaftet und brutal gefoltert wurde, leugnete er aus Angst vor dem Tod, ein Gläubiger zu sein. Danach dachte er über Gottes Worte nach und erkannte sich durch sie selbst, empfand Reue und machte sich Selbstvorwürfe, und er hasste sich dafür, dass er so schwach war, Gott vor dem Teufel zu verleugnen. In den folgenden zehn Jahren konzentrierte er sich darauf, sich mit der Wahrheit auszurüsten. Er verstand die Bedeutung von Gottes Prüfungen und Seine Anforderungen an den Menschen. Er durchschaute auch Leben und Tod und war bereit, sich Gottes Orchestrierungen und Anordnungen zu unterwerfen und sein Leben Gott anzuvertrauen. Er hoffte nur auf eine Chance, eines Tages für Gott Zeugnis ablegen zu können. Gott erhörte seine Gebete, und später wurde er erneut vom großen roten Drachen verhaftet. Diesmal war er nicht mehr zaghaft oder ängstlich, noch wurde er vom Tod eingeschränkt. Stattdessen deckte er vor der Polizei das niederträchtige Wesen des großen roten Drachen auf und beschämte schließlich Satan. In dem Moment, als er aus dem Gefängnis kam, hatte er ein glückseliges Lächeln im Gesicht. Ich glaube, er muss gedacht haben, dass es das Wertvollste und Sinnvollste war, was er jemals in seinem Leben getan hatte, einmal sein Leben riskieren zu können, um sich Gott zu unterwerfen. Obwohl ich noch mit keiner Prüfung von Gott konfrontiert war, sollte ich von Bruder Zhou lernen. Während ich meine Pflicht erfülle, sollte ich mich darauf konzentrieren, mich mit der Wahrheit auszurüsten und meine Größe vorzubereiten. Wenn eines Tages doch eine Prüfung Gottes über mich kommt, hoffe ich, dass ich wie Bruder Zhou sein und Gott alles anvertrauen, mich Seinen Orchestrierungen und Anordnungen unterwerfen, für Gott Zeugnis ablegen und Sein Herz trösten kann.

Einige Zeit später erhielten wir einen Brief von Schwester Zhen. Sie sprach über ihre Erfahrungen nach ihrer Rückkehr nach Hause und die Gewinne, die sie aus dieser Krankheitserfahrung gezogen hatte. Sie sagte, ihre Verfassung habe sich etwas verbessert, sie tue jetzt einige Pflichten, soweit sie dazu in der Lage sei, und unabhängig davon, ob ihre Krankheit in Zukunft geheilt würde, sei sie bereit, sich auf Gott zu verlassen, um dies zu erleben und sich Seinen Orchestrierungen und Anordnungen zu unterwerfen. Als ich sah, dass meine Schwester in der Lage war, dies auf positive Weise anzunehmen und ihre Lektionen zu lernen, während sie die Krankheit erlebte, spürte ich wirklich, dass, egal was passiert, Gottes gute Absichten dahinterstecken. Gott benutzte diese Krankheit, um Schwester Zhen zu vervollkommnen und es auch mir zu ermöglichen, Lektionen daraus zu lernen. Dank sei Gott!

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