54. Hinter meinen Lügen

Von Yang Rui, China

Im Januar 2021 wurde ich zur Predigerin gewählt. Nach etwa drei Monaten konnte ich die Arbeit aufgrund meines mangelnden Arbeitsvermögens nicht kompetent ausführen und wurde als Kirchenleiterin neu eingeteilt. Damals war ich sehr traurig und dachte: „Ich wurde neu eingeteilt. Was werden die Brüder und Schwestern bloß von mir denken, wenn sie das erfahren? Werden sie glauben, ich strebe nicht nach der Wahrheit und habe kein Arbeitsvermögen? Werden sie auf mich herabschauen? Wenn ich die Arbeit als Kirchenleiterin nicht gut mache und entlassen werde, dann wäre mein gutes Image in ihren Augen endgültig zerstört.“ Bei diesen Gedanken konnte ich mich einfach nicht mehr aufraffen. Wenn ich danach meine Pflicht tat, log und verstellte ich mich, um mein Ansehen in den Augen der anderen zu bewahren.

Im Mai kamen die oberen Leiter, um die verschiedenen Arbeitsbereiche in der Kirche nachzuverfolgen. Sie suchten einige Worte Gottes heraus, die falsche Leiter entlarven, die keine echte Arbeit leisten, und hielten darüber mit uns Gemeinschaft. Ich dachte bei mir: „Warum zeigen uns die Leiter Gottes Worte zu diesem Thema? Wissen sie etwa, dass ich in dieser Zeit keine echte Arbeit geleistet habe? Ist das eine Warnung, dass ich entlassen werde, wenn ich so schlecht weiterarbeite? Ich wurde ja erst vor Kurzem wegen meines mangelnden Arbeitsvermögens herabgestuft. Wenn ich jetzt wieder entlassen werde, werden die Brüder und Schwestern mit Sicherheit sagen, dass ich wirklich unfähig bin. Das wäre eine absolute Blamage! Nein, das geht nicht. Ich kann nicht zulassen, dass die Brüder und Schwestern auf mich herabschauen. Ich muss mich anstrengen und Ergebnisse vorweisen.“ In dieser Zeit nahm ich oft an den Versammlungen meiner Gruppen teil und hielt mit ihnen Gemeinschaft. Wenn ich sah, dass Brüder und Schwestern Schwierigkeiten beim Predigen des Evangeliums hatten, versuchte ich, diese sofort zu lösen. Aber auch nach mehrmaligem gemeinschaftlichem Austausch zeigten sich keine deutlichen Ergebnisse. Die Leiter schickten einen Brief, um sich nach dem Stand der Evangeliumsarbeit zu erkundigen. Ich wollte ihnen von diesen Problemen berichten, dachte dann aber, dass es sich ja um alte Probleme handelte, die immer noch nicht gelöst waren. Wenn ich das melden würde, würden die Leiter dann sagen, mir fehle das Arbeitsvermögen und ich könne keine echten Probleme lösen, und mich entlassen? Wäre das nicht eine absolute Blamage für mich? Also sagte ich wider besseres Wissen: „Ich habe bisher keine Probleme oder Abweichungen festgestellt. Sollte ich später welche finden, werde ich sie melden.“ Nach meiner Antwort fühlte ich mich sehr unruhig. „Lüge und betrüge ich nicht? Aber wenn ich die Wahrheit sage, werden die Leiter wissen, dass ich keine Probleme lösen und keine echte Arbeit leisten kann. Sie werden mich mit Sicherheit entlassen.“ Also dachte ich nicht weiter über mich nach.

Im Juli schickte uns die Kirche drei Dokumente zur Bereinigung. Die Schwester, mit der ich zusammenarbeitete, ermahnte mich, sie zeitnah zu lesen, aber ich nahm das nicht ernst. Einen Monat später kam Schwester Zhang Yu in unsere Kirche, um die Dokumente zur Bereinigung zu überprüfen. Ich machte mir Sorgen: „Wenn Zhang Yu herausfindet, dass diese Dokumente sich so lange verzögert haben, weil ich sie nicht rechtzeitig geprüft habe, wird sie dann nicht sagen, dass ich die Bereinigungsarbeit behindere und eine falsche Leiterin bin?“ Kurz darauf fragte mich Zhang Yu, ob diese Dokumente eingereicht worden seien. Ich hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen. „Wenn ich die Wahrheit sage, dass ich es verzögert habe, wird Zhang Yu bestimmt sagen, dass ich die Bereinigungsarbeit behindert habe. Wenn das an die oberen Leiter gemeldet wird und ich dann entlassen werde, wäre das so beschämend!“ Ich druckste herum und sagte: „Einige Leiter und Diakone haben ihre Zustimmung zur Bereinigung noch nicht gegeben.“ Zhang Yu sagte: „Die Bereinigungsarbeit ist extrem wichtig. Du musst dich beeilen und dafür sorgen, dass sie unverzüglich unterschreiben.“ Mein Gesicht glühte förmlich, und ich sagte verlegen: „Okay.“ Obwohl Zhang Yu nichts weiter sagte, war mein Herz noch lange Zeit unruhig, und mein Gewissen klagte mich an: „Es war eindeutig mein Fehler, die Dokumente zur Bereinigung nicht rechtzeitig geprüft zu haben, und doch habe ich die Verantwortung auf andere abgeschoben. Verdrehe ich da nicht die Tatsachen und lüge?“ Ich hatte Angst, dass meine Lüge aufgedeckt werden könnte, und fühlte mich unruhig und nervös. Ich war auch sehr besorgt: Warum war es so schwer, die Wahrheit zu sagen?

Danach war ich so beschäftigt wie immer, aber wenn es darum ging, meine Pflicht zu tun, rannte ich nur wie ein kopfloses Huhn umher. Ich konnte keine Probleme finden, und keine der Arbeitsaufgaben brachte irgendwelche Ergebnisse. Später kam eine obere Leiterin zu einer Versammlung, um sich nach dem Stand der Arbeit zu erkundigen. Ich beantwortete jede ihrer Fragen mit äußerster Vorsicht und holte mir für meine Antworten auch Bestätigung bei meiner Arbeitspartnerin, die neben mir saß, weil ich manche Fragen nicht beantworten konnte, da ich die Details einiger Aufgaben nicht erfasste. Als die Leiterin mich fragte, wie mein Zustand sei, druckste ich herum, woraufhin sie mich direkt zurechtstutzte: „Ich habe festgestellt, dass du keine echte Arbeit leistest. Wenn du über die Arbeit berichtest, betreibst du konsequent Schönfärberei, sodass andere nicht verstehen können, was wirklich los ist. Die Kirche hat angeordnet, dich von deinen Pflichten zu entbinden, damit du über dich selbst nachdenken kannst.“ Als ich hörte, wie die Leiterin meine Probleme ansprach, fühlte ich mich so gedemütigt, dass ich am liebsten im Erdboden versunken wäre.

Nach meiner Entlassung verließ mich all meine Kraft, und ich erkannte, dass ich in einem sehr schlechten Zustand war. Also trat ich vor Gott, um zu beten, damit Er mich erleuchten und führen möge, mein verdorbenes Wesen zu verstehen. Eines Tages las ich die Worte Gottes: „Antichristen bedienen sich oft dieser Vorgehensweise, den Oberen zu belügen und Dinge vor den Leuten unter ihnen zu verheimlichen, um der Zurechtstutzung durch den Oberen zu entgehen. … Wenn einige Probleme bei der Arbeit der Kirche auftauchen, wissen Antichristen, dass sie mit Sicherheit zurechtgestutzt oder sogar entlassen werden, wenn der Obere von diesen Problemen erfährt. Deshalb verheimlichen sie die Probleme und melden sie nicht dem Oberen. Es ist ihnen völlig egal, welche Auswirkungen oder welchen Schaden diese Probleme auf die Arbeit von Gottes Haus haben werden, wenn sie ungelöst bleiben; die Verluste, die die Arbeit von Gottes Haus dadurch erleiden könnte, sind ihnen gleichgültig. Sie denken nicht darüber nach, welche Vorgehensweise der Arbeit von Gottes Haus nützen oder Gott zufriedenstellen wird. Sie denken nur an ihren eigenen Ruf und ihren eigenen Status, daran, wie der Obere sie betrachten und behandeln wird, und daran, wie sie ihren Ruf und Status schützen können, damit diese nicht beeinträchtigt werden. So betrachten Antichristen die Dinge, und so denken sie über Probleme nach, und das ist eine umfassende Spiegelung ihrer Disposition. Daher werden Antichristen die Probleme, die in der Gemeinde bestehen oder bei ihrer Arbeit auftauchen, niemals wahrheitsgemäß melden. Ganz gleich, welche Arbeit sie ausführen, welchen Schwierigkeiten sie sich gegenübersehen oder ob ihnen bei dieser Arbeit Situationen begegnen, bei denen sie nicht wissen, wie sie diese bewältigen können oder welche Entscheidungen sie treffen sollen: Sie werden all das vertuschen und verheimlichen, und zwar aus Angst, dass der Obere ihr Kaliber für zu gering halten könnte, Er ihre tatsächliche Situation herausfinden könnte oder sie zurechtstutzen könnte, weil sie diese Probleme oder Situationen nicht rechtzeitig bewältigt und gelöst haben. Um nicht vom Oberen zurechtgestutzt zu werden, ignorieren Antichristen die Interessen von Gottes Haus und die Arbeit der Kirche. Sie zögern nicht, die Arbeit und die Interessen der Kirche zu opfern, um ihren Status und ihren Lebensunterhalt zu schützen und um sicherzustellen, dass der Obere einen guten Eindruck von ihnen hat. Es kümmert sie nicht, dass sie den Fortschritt der Arbeit der Kirche verzögern oder beeinträchtigen, und noch weniger kümmert sie der Lebenseintritt von Gottes auserwähltem Volk. Egal welchen Schwierigkeiten sich die Brüder und Schwestern gegenübersehen oder welche Probleme bei ihrem Lebenseintritt bestehen: Antichristen können sie nicht lösen, und sie werden auch nicht beim Oberen suchen(Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 3)). Gott entlarvt, dass Antichristen in den Herzen der Menschen immer ein perfektes Bild von sich schaffen wollen und panische Angst davor haben, dass andere ihre Mängel und Unzulänglichkeiten entdecken. Um ihr Ansehen und ihren Status zu wahren und zu verhindern, dass andere sie durchschauen, verbergen und verstellen sie sich und lügen bei jeder Gelegenheit, um die Menschen zu täuschen und hinters Licht zu führen, ohne sich im Geringsten darum zu kümmern, ob die Arbeit des Hauses Gottes Schaden nimmt. Sie sind extrem selbstsüchtig, verachtenswert, verschlagen und betrügerisch. Als ich mein eigenes Verhalten mit den verschiedenen Verhaltensweisen der Antichristen verglich, tauchte eine Szene nach der anderen vor meinem geistigen Auge auf. Ich hatte Angst, wenn ich mit den Leitern über meine tatsächlichen Schwierigkeiten und die Probleme, die ich bei der Arbeit festgestellt hatte, sprechen würde, würden sie sagen, ich hätte ein schlechtes Kaliber, sei der Arbeit nicht gewachsen, sie würden auf mich herabschauen oder mich sogar entlassen. Dann wäre ich bis auf die Knochen blamiert. Deshalb verstellte ich mich und verlor kein Wort über die Abweichungen und Probleme bei der Arbeit. Ich dachte, auf diese Weise würden die Leiter meine Probleme nicht entdecken. Als die Leiter nach den Abweichungen und Problemen bei der Evangeliumsarbeit fragten, hätte ich ehrlich antworten sollen, aber ich verschwieg sie absichtlich, um mein eigenes Ansehen und meinen Status zu schützen. Als Zhang Yu fragte, ob die Dokumente zur Bereinigung eingereicht worden seien, dachte ich, wenn ich ehrlich sagen würde, dass ich das verzögert hatte, würde ich, sobald die oberen Leiter es erführen, eine Entlassung riskieren, und das gute Bild, das die anderen von mir hatten, wäre völlig zerstört. Deshalb verdrehte ich die Tatsachen und schob die Schuld auf andere. Mir wurde klar, wie betrügerisch ich war! Ich hatte gelogen, getäuscht und den Menschen eine Fassade vorgespielt, um sie hinters Licht zu führen und in die Irre zu führen und mir so ihr Vertrauen und ihre Gunst zu erschleichen. Mein Handeln unterschied sich in nichts von dem der Antichristen – ich war wirklich zu niederträchtig und verachtenswert! Ich hielt mich für schlau und dachte, ich könnte mit Lügen und Betrügen auf diese Weise davonkommen. Aber Gott prüft alles genau. Er sah meine betrügerischen Absichten und die Tricks, die ich anwandte, mit vollkommener Klarheit und verurteilte alles davon. Wenn ich nicht Buße täte und weiterhin so verschlagen und betrügerisch wäre, würde ich am Ende nur ausgemustert und bestraft werden.

Später las ich die Worte Gottes: „Auf welche Absichten ist es zurückzuführen, wenn Menschen sich auf List einlassen? Welches Ziel versuchen sie zu erreichen? Es geht ausnahmslos darum, Ruhm, Gewinn und Status zu erlangen; kurz gesagt, es dient ihren eigenen Interessen. Und was ist der Grund des Strebens nach Eigeninteresse? Dass die Menschen ihre eigenen Interessen als wichtiger als alles andere erachten. Sie legen List an den Tag, um selbst zu profitieren, und ihre betrügerische Disposition wird dadurch enthüllt. Wie sollte dieses Problem gelöst werden? Zunächst musst du erkennen und wissen, was Interessen sind, was sie den Menschen genau bringen und welche Konsequenzen es hat, sie zu verfolgen. Wenn du das nicht durchschauen kannst, dann ist es leichter gesagt als getan, sie aufzugeben. Wenn Menschen die Wahrheit nicht verstehen, dann ist nichts schwerer für sie, als ihre eigenen Interessen aufzugeben. Das liegt daran, dass ihre Lebensphilosophien lauten: ‚Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel‘ und ‚Der Mensch stirbt für Reichtum wie Vögel für Futter‘. Es ist offensichtlich, dass sie für ihre eigenen Interessen leben. Die Menschen denken, dass sie ohne ihre eigenen Interessen – wenn sie ihre Interessen verlieren würden – nicht überleben könnten. Es ist, als ob ihr Überleben untrennbar mit ihren eigenen Interessen verbunden ist, also sind die meisten Menschen blind für alles, außer für ihre eigenen Interessen. Sie sehen ihre eigenen Interessen als höher an als alles andere, sie leben für ihre eigenen Interessen, und sie dazu zu bringen, ihre eigenen Interessen aufzugeben, ist so, als würde man von ihnen verlangen, ihr eigenes Leben aufzugeben. Was sollte man also unter solchen Umständen tun? Die Menschen müssen die Wahrheit akzeptieren. Erst wenn sie die Wahrheit verstehen, können sie das Wesen ihrer eigenen Interessen durchschauen; erst dann können sie anfangen, sie aufzugeben und gegen sie aufzubegehren, und imstande sein, den Schmerz des Loslassens dessen zu ertragen, was sie so sehr lieben. Und wenn du das tun kannst und deine eigenen Interessen aufgibst, dann wirst du dich ungezwungener fühlen und in deinem Herzen mehr im Reinen sein, und dadurch wirst du das Fleisch überwunden haben. Wenn du dich an deine Vorteile klammerst und dich weigerst, auf sie zu verzichten, und wenn du die Wahrheit nicht im Geringsten akzeptierst, sagst du in deinem Herzen womöglich: ‚Was ist falsch daran, wenn ich versuche, selbst davon zu profitieren und mich weigere, Verluste zu erleiden? Gott hat mich nicht bestraft, und was können die Leute mir schon tun?‘ Niemand kann dir etwas tun, aber mit einem solchen Glauben an Gott wirst du es schlussendlich nicht schaffen, die Wahrheit und das Leben zu gewinnen. Das wird ein riesiger Verlust für dich sein – du wirst nicht in der Lage sein, Rettung zu erlangen. Gibt es irgendein größeres Bedauern? Das kommt letztlich davon, wenn du nach deinen eigenen Vorteilen strebst. Wenn die Menschen nur nach Ruhm, Gewinn und Status streben – wenn sie nur ihren eigenen Vorteilen nachjagen – dann werden sie nie die Wahrheit und das Leben gewinnen, und schließlich werden sie diejenigen sein, die einen Verlust erleiden(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Seine Disposition zu kennen ist die Grundlage, um sie zu ändern). Aus Gottes Worten verstand ich, dass ich immer betrügerisch handle, weil ich bei jeder Gelegenheit nur an mein eigenes Ansehen und meinen Status denke. Ich war seit meiner Kindheit von satanischen Giften geprägt, wie „Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel“, „Wie ein Baum seine Rinde braucht, so braucht ein Mensch seinen Stolz“ und „Eine Lüge, die man nur oft genug wiederholt, wird zur Wahrheit.“ Diese satanischen Gesetze waren zu den Grundsätzen für mein Verhalten geworden und hatten mich dazu verleitet, um meines eigenen Ansehens und Status willen immer wieder zu lügen und zu betrügen. Als ich bei der Arbeit eindeutig Abweichungen und Probleme festgestellt hatte und nicht wusste, wie ich sie lösen sollte, log ich die Leiter an und sagte, ich hätte keine Probleme entdeckt. Als ich eindeutig die Bereinigungsarbeit verzögert hatte, verdrehte ich die Tatsachen und schob die Schuld auf andere. Ich erkannte, dass ich gegen mein Gewissen gelogen und betrogen hatte, nur um mein Ansehen und meinen Status zu schützen. Ich war wirklich zu selbstsüchtig und verachtenswert! Ich dachte daran, was in der Bibel steht: „Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. … Wenn er die Lüge redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater derselben(Johannes 8,44). Nur der Teufel lügt immer und spricht kein einziges wahres Wort: Das Wesen des Teufels ist die Lüge. Gott verlangt von uns, ehrliche Menschen zu sein und die Dinge so zu sagen, wie sie sind, aber ich habe immer wieder gelogen und betrogen, nur um mein eigenes Ansehen und meinen Status zu schützen. Ich glaubte an Gott, praktizierte aber nicht die Wahrheit, sondern lebte nach satanischen Überlebensregeln, versuchte Gott auszutricksen und widersetzte mich Ihm. Wenn ich nicht Buße täte, würde ich am Ende von Gott bestraft werden. Ich warf mich vor Gott nieder und betete: „O Gott, ich habe erkannt, dass meine Natur zutiefst betrügerisch ist und dass ich ein leibhaftiger Satan ohne jeden Anflug von Integrität oder Würde bin. Ich bin Dir wahrhaft zuwider. Ich will mich Dir nicht mehr widersetzen. Ich bin bereit, die Wahrheit zu praktizieren, ein ehrlicher Mensch zu sein und das Abbild eines wahren Menschen auszuleben.“

Dann las ich weitere Worte Gottes: „Du musst die Wahrheit suchen, um jedes Problem zu lösen, das sich ergibt, ganz gleich, was es ist, und darfst dich keinesfalls verstellen oder für andere eine Maske aufsetzen. Deine Defizite, deine Unzulänglichkeiten, deine Fehler, deine verdorbenen Dispositionen – sei, was sie alle angeht, völlig offen und halte über sie alle Gemeinschaft. Behalte sie nicht für dich. Zu lernen, wie du dich öffnest, ist der erste Schritt hin zum Lebenseintritt, und es ist die erste Hürde, die am schwierigsten zu überwinden ist. Sobald du sie überwunden hast, ist es leicht, in die Wahrheit einzutreten. Was bedeutet es, diesen Schritt zu gehen? Es bedeutet, dass du dein Herz öffnest und alles zeigst, was du hast, gut oder schlecht, positiv oder negativ; du entblößt dich, sodass andere und Gott dich sehen; du verbirgst nichts vor Gott, verschweigst nichts, verstellst dich nicht, bist frei von List und Betrug und gleichermaßen offen und ehrlich anderen Menschen gegenüber. Auf diese Weise lebst du im Licht, und nicht nur Gott wird dich genau überprüfen, sondern auch andere Menschen werden sehen können, dass du mit Prinzip und einem Maß an Transparenz agierst. Du musst nicht irgendwelche Methoden anwenden, um deinen Ruf, dein Image oder deinen Status zu schützen, noch musst du deine Fehler vertuschen oder verschleiern. Du musst diese nutzlosen Anstrengungen nicht betreiben. Wenn du diese Dinge loslassen kannst, wirst du sehr entspannt sein, du wirst ohne Einschränkungen oder Pein leben, und du wirst ganz im Licht leben(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Nachdem ich die Worte Gottes gelesen hatte, fand ich einen Weg der Praxis. Um das Problem des Lügens zu lösen, muss man ein ehrlicher Mensch sein, fähig, jegliche Verdorbenheit oder Mängel offenzulegen und bloßzustellen, anstatt sie zu vertuschen. Man sollte bei Schwierigkeiten die Gemeinschaft mit den Brüdern und Schwestern suchen, um von den Stärken der anderen zu lernen und die eigenen Schwächen auszugleichen. Eine Pflicht auf diese Weise auszuführen kann gute Ergebnisse erzielen und ist sowohl für den eigenen Lebenseintritt als auch für die Arbeit der Kirche von Vorteil. Außerdem verstand ich, dass das Haus Gottes Menschen nach Grundsätzen entlässt. Niemand wird willkürlich aufgrund seiner Mängel oder Abweichungen entlassen; stattdessen wird eine Entlassung abhängig davon ins Auge gefasst, ob jemand nach der Wahrheit strebt und ob er echte Arbeit leistet. Man wird nur entlassen, wenn man nicht nach der Wahrheit strebt und keine echte Arbeit leistet. Wenn jemandes Größe gering und sein Kaliber schlecht ist und er einer Aufgabe wirklich nicht gewachsen ist, wird er entsprechend seiner Größe und seinem Kaliber anderen Pflichten zugewiesen. Es war genau wie damals, als ich, die bis dahin als Predigerin gewirkt hatte, als Kirchenleiterin neu eingeteilt wurde. Ich wurde nur deshalb neu eingeteilt, weil mein Arbeitsvermögen gering war und ich die Arbeit nicht schultern konnte. Solche Anordnungen berücksichtigen die Arbeit der Kirche und sind auch für meinen Lebenseintritt von Vorteil. Aber ich habe die Dinge nicht durchschaut, habe nur gemutmaßt und alles falsch verstanden. Ich war wirklich gewissenlos! Ich dachte daran, wie ich früher für mein Ansehen und meinen Status gelebt, meine Brüder und Schwestern belogen und betrogen hatte, während ich mich für schlau hielt. Ich glaubte, indem ich die Wahrheit mit Lügen vertuschte, könnte ich meinen Status wahren. Ich erkannte nicht, dass Gott die Herzen der Menschen genau prüft. Wegen meiner List und meiner Tricksereien wurde die Arbeit verzögert, ich verlor meine Integrität und Würde, führte ein anstrengendes Leben und wurde dadurch gequält, dass ich in der Knechtschaft meiner verdorbenen Disposition lebte. In Zukunft muss ich nach Gottes Worten leben, bewusst meine eigene Verdorbenheit entlarven und nicht länger mein Ansehen und meinen Status schützen.

Im Juli 2022 wurde ich erneut zur Leiterin in der Kirche gewählt. Einmal schrieben die oberen Leiter einen Brief und fragten, warum der Fortschritt der Bereinigungsarbeit so langsam sei. Ich dachte bei mir: „Wenn ich sage, dass sich der Fortschritt verzögert hat, weil ich die Grundsätze zur Beurteilung von Menschen nicht gut erfasse, werden die Leiter dann auf mich herabschauen?“ In diesem Moment dachte ich an den Schaden, den ich der Arbeit durch meine List zugefügt hatte, nur um mein Ansehen und meinen Status zu wahren, und ich sagte den Leitern die Wahrheit. Die Leiter suchten daraufhin einige relevante Grundsätze zu meinen Schwierigkeiten heraus und versetzten eine Schwester, um mir zu helfen, sodass ich bei der Bereinigungsarbeit einige Wege hatte, denen ich folgen konnte. Nach dieser Erfahrung habe ich verstanden, dass das Leben weniger anstrengend ist, wenn man die Wahrheit spricht und nicht nach einer betrügerischen Disposition lebt. Ich fühlte mich innerlich viel befreiter. Wie Gott sagte: „Wenn du sprichst, drehst du dich so oft im Kreis, du machst dir so viele Gedanken und lebst so ermüdend, nur, um deinen eigenen Ruf und Stolz zu schützen! Ist Gott darüber erfreut, dass du dich so benimmst? Gott verabscheut betrügerische Menschen über alles. Wenn du frei von Satans Einfluss sein und Rettung erlangen willst, dann musst du die Wahrheit annehmen. Du musst zuerst damit anfangen, ein ehrlicher Mensch zu werden. Sei offen, sag die Wahrheit, lass dich nicht von deinen Gefühlen einschränken, lege deine Heuchelei und Trickserei ab und sprich und handhabe Angelegenheiten grundsatzgetreu – das ist eine einfache und glückliche Art zu leben, und du wirst in der Lage sein, vor Gott zu leben(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur indem man die Wahrheit praktiziert, kann man die Fesseln einer verderbten Disposition ablegen).

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