7. Keine Sklavin der Ehe zu sein, ist wahre Freiheit
Mein früherer Mann ließ sich von mir scheiden, weil ich keine Kinder bekommen konnte. Später lernte ich meinen jetzigen Mann kennen. Er hatte damals zwei junge Söhne. Ich dachte: „Wenn ich diese Ehe gut pflege, dann habe ich im Alter Menschen, auf die ich mich verlassen kann.“ Also kümmerte ich mich um die beiden Jungen, als wären es meine eigenen Söhne. Außerdem versorgte ich meine blinde Schwiegermutter. Mein Mann und ich bauten einen Gemüsetunnel und pflanzten Gemüse an, um Geld zu verdienen. Ich erledigte all die schwere Männerarbeit. Noch vor Tagesanbruch fuhr ich zum Markt und verkaufte bis spät in die Nacht Gemüse, um Geld für die Familie nach Hause zu bringen. Meine Mühen wurden belohnt: Mein Mann war fürsorglich und rücksichtsvoll, und die Kinder nannten mich immer „Mama“. Das gab mir die Hoffnung, dass ich im Alter jemanden haben würde, auf den ich mich verlassen könnte, solange ich mich nur gut um meine Familie kümmerte. Mehr wünschte ich mir nicht. Ich hätte nie erwartet, dass ich ein Jahrzehnt später plötzlich eine Hirnthrombose erleiden würde. Ich war gelähmt und ans Bett gefesselt und konnte mich nicht mehr selbst versorgen. Mein Mann zerbrach sich den Kopf, um Wege für meine Behandlung zu finden. Während meines Krankenhausaufenthalts kümmerte er sich sehr aufmerksam um mich. Doch trotz aller Behandlungen, die ich versuchte, wurde ich nicht geheilt. Ich fühlte mich furchtbar elend. Ich konnte nichts alleine tun, und es schien, als müsste ich mich in Zukunft ganz auf die Pflege durch meinen Mann verlassen. Er wäre für den Rest meines Lebens meine Stütze. Nach einer Weile kamen mir Bedenken: „Obwohl mein Mann jetzt sehr gut zu mir ist – wenn meine Krankheit nie besser wird, fängt er dann auf die Dauer vielleicht nicht an, mich nicht mehr zu mögen, und will mich dann nicht mehr? Die Kinder sind schließlich nicht meine leiblichen Kinder. Ich habe keinen einzigen Verwandten an meiner Seite. Auf wen soll ich mich verlassen, wenn ich alt bin?“ Ich machte mir ständig Sorgen deswegen und verlor sogar den Lebensmut.
Gerade als ich voller Schmerz und hilflos war, nahm ich 2013 die Errettung des Allmächtigen Gottes der letzten Tage an. Durch das Lesen von Gottes Worten verstand ich etwas von der Wahrheit und erkannte, dass mein Schicksal in Gottes Händen lag und dass Gott mein einziger Halt war. Ich fühlte mich im Herzen so viel befreiter und glücklicher. Ich weinte nicht mehr aus Betrübnis über diese Dinge. Langsam besserte sich mein Zustand, und ich konnte wieder für mich selbst sorgen. Ich war von Dankbarkeit gegenüber Gott erfüllt. Mein Mann sah, dass es mir gesundheitlich viel besser ging, also unterstützte er meinen Glauben an Gott. Später erfuhr mein Mann, dass der Glaube an Gott in China zu Verhaftung und Gefängnis führen konnte, und er glaubte auch den haltlosen Gerüchten, die von der KPCh verbreitet wurden. Er hatte Angst, dass ich wegen meines Glaubens verhaftet werden könnte und dass dies die Arbeit seiner Söhne und die Zukunftsaussichten seiner Enkel beeinträchtigen würde. So fing er an, mich von meinem Glauben an Gott abzubringen. Er tat sich auch mit seinen Söhnen und Verwandten zusammen, um mich zu verfolgen und mich dazu zu zwingen, meinen Glauben aufzugeben. Ich dachte bei mir: „Wenn ich meinem Mann nicht gehorche und an meinem Glauben festhalte, dann stoße ich meinen Mann und meine Söhne vor den Kopf. Werde ich dann in Zukunft noch ein gutes Leben haben?“ Also traute ich mich nicht mehr, zu Versammlungen zu gehen oder meine Pflicht zu tun. Ich wollte nur noch von ganzem Herzen diese Familie erhalten. Als mein Mann sah, dass ich nicht mehr zu den Versammlungen ging, verbesserte sich seine Haltung mir gegenüber sehr. Doch ich konnte mein Kirchenleben nicht mehr weiterführen und konnte nicht mehr mit meinen Brüdern und Schwestern über Gottes Worte Gemeinschaft halten. Mein Herz fühlte sich leer an. Ich litt extreme Qualen. Ein paar Tage später kam eine Leiterin, um mir zu helfen und mich zu unterstützen. Sie hielt mit mir Gemeinschaft über Gottes Absicht, die Menschen zu erretten. Ich spürte Gottes Liebe und begann wieder, heimlich an den Versammlungen teilzunehmen. Doch die guten Zeiten hielten nicht lange an. Ende des Jahres kam mein Mann von der Arbeit nach Hause und entdeckte, dass ich immer noch an Gott glaubte. Er holte meinen jüngeren Bruder und meine jüngere Schwester dazu, um mich bei einer familiären Zwangskritik-Versammlung zur Rede zu stellen und so zu zwingen, meinen Glauben aufzugeben. Als er sah, dass ich nicht nachgab, verließ er das Haus und nahm alles Bargeld und die Sparbücher mit. Ich war schwach und kränklich, man hatte mich allein und unversorgt zu Hause zurückgelassen. Zudem hatte ich kein Geld zum Leben. Damals hatte ich wirklich das Gefühl, nicht mehr weiterleben zu können. Ich war extrem traurig und innerlich zerrissen. Wenn ich weiter glaubte, und mein Mann sich von mir scheiden ließe, hätte ich keine Familie mehr. Mit dem Alter verschlechterte sich mein Gesundheitszustand. Wie könnte ich alleine zurechtkommen? Wer würde sich im Alter um mich kümmern? Aber wenn ich aufhörte, an Gott zu glauben, würde das bedeuten, Gott zu verraten, und ich würde jede Chance verlieren, errettet zu werden. Später kam eine Schwester vorbei, um mir zu helfen und mich zu unterstützen. Ich verstand, dass ich auf Gott vertrauen und in meinem Zeugnis für Gott standhaft bleiben sollte, wenn ich durch die Familie verfolgt würde. Dann las ich noch einige Worte Gottes und fühlte mich danach nicht mehr so traurig. Ich dachte bei mir: „Egal was passiert, ich kann Gott nicht verlassen.“ Mein Mann kam ein paar Tage später zurück, aber ich bestand weiterhin darauf, zu den Versammlungen zu gehen. Ich schlich mich einfach jedes Mal hinaus und wagte nicht, meinen Mann davon wissen zu lassen.
Im Frühling 2016 baten mich die Leiter, eine Textarbeit zu übernehmen. Innerlich war ich sowohl glücklich als auch besorgt. Ich empfand es als Gottes Gnade und Erhöhung, dass sie mir eine so wichtige Pflicht anvertrauten. Ich wollte diese Gelegenheit, mich zu üben, nicht verpassen, aber ich hatte auch Bedenken: Für die Textarbeit müsste ich manchmal für ein paar Tage das Haus verlassen. Was würde ich tun, wenn mein Mann zufällig nach Hause käme, es herausfände und die Gelegenheit nutzte, um mich loszuwerden? Wäre ich dann obdachlos? Wie sollte ich den Rest meines Lebens verbringen? Bei diesen Gedanken lehnte ich die Pflicht ab. Danach hatte ich jedoch oft Gewissensbisse. Ich hatte das Gefühl, die Gelegenheit, eine Textarbeit zu tun, würde es mir ermöglichen, mich mit mehr Wahrheit auszustatten. Doch ich hatte diese Gelegenheit nicht geschätzt und sie ausgeschlagen. Ich ließ mich willentlich von meinem Mann fesseln und einschränken. Erniedrigte ich mich damit nicht selbst?
Im August 2023 sprach eine Kirchenleiterin mit mir: „Jetzt wurden viele Brüder und Schwestern verhaftet, und es ist schwer, Gastfamilien zu finden. Kannst du für eine Schwester bei dir zu Hause eine Gastunterkunft anbieten?“ Ich dachte bei mir: „Mein Mann arbeitet in einer anderen Stadt. Er kommt nur nach Hause, wenn hier etwas zu tun ist. Normalerweise bin ich alleine zu Hause. Wegen meiner Gesundheit kann ich keine anderen Pflichten tun, aber für eine Schwester die Gastgeberin zu sein, wird kein Problem sein. Wenn die Schwester einzieht, kann sie ihre Pflicht tun, und ich kann auch gute Taten vorbereiten.“ Aber dann dachte ich noch einmal darüber nach: „Was mache ich, wenn mein Mann zurückkommt und sie sieht? Mein Mann ist von vornherein gegen meinen Glauben und droht bei jeder Kleinigkeit mit Scheidung. Wenn diese Angelegenheit meinen Mann so unzufrieden mit mir macht, dass er mich nicht mehr will, ist es das wert? Wer soll sich im Alter um mich kümmern, wenn ich keine Ehe und keine Familie mehr habe? Wo soll ich hin, ohne Familie und ohne Arbeit?“ Ich erinnerte mich daran, wie mein Mann mich früher gezwungen hatte, meinen Glauben aufzugeben, und ich war besorgt und ängstlich. Aber dann dachte ich daran, dass die Schwester von der KPCh verfolgt wurde und keine geeignete Gastfamilie finden konnte, und mein Zuhause war relativ sicher. Also stimmte ich zu.
Ich hatte nicht erwartet, dass mein Mann nur drei oder vier Tage, nachdem die Schwester eingezogen war, zurückkommen würde. Innerlich war ich sehr beunruhigt: „Was soll ich meinem Mann sagen? Wird er Ärger machen? Was sollen wir tun, wenn er wütend wird und mich und die Schwester rauswirft? Außerdem ist die Lage jetzt angespannt. Was ist, wenn die Schwester keinen geeigneten Platz zum Leben hat und verhaftet wird? Dann würde ich nicht nur versäumen, gute Taten vorzubereiten, sondern hätte am Ende sogar Böses getan.“ Dann dachte ich wieder: „Früher habe ich meine Pflicht abgelehnt und stehe tief in Gottes Schuld. Jetzt habe ich viele von Gottes Worten gelesen und verstehe etwas von der Wahrheit. Wenn ich meine Pflicht nicht tue, bin ich dann noch würdig, ein Mensch zu sein? Ich kann mich nicht weiter vor meiner Pflicht drücken.“ Daraufhin betete ich eindringlich in meinem Herzen zu Gott und bat Ihn, mir einen Ausweg zu eröffnen. Danach sagte ich wohlüberlegt zu meinem Mann, dass die Schwester nur für ein paar Tage bleiben würde. Als er das hörte, sagte er nichts. Er bat mich sogar, sie zum Abendessen zu rufen. Mir fiel ein riesiger Stein vom Herzen. Um diese Familie zu erhalten, versorgte ich meinen Mann akribisch. Ich kochte ihm immer wieder neue Varianten seiner Lieblingsgerichte, aus Angst, ihn unglücklich zu machen. Ein paar Tage, nachdem mein Mann zurückgekommen war, steckte ich mich bei ihm mit einer Erkältung an. Ich hatte Fieber, Husten und mein ganzer Körper schmerzte und war schwach. Obwohl ich krank war, wollte ich meinen Mann immer noch gut versorgen. Ich befürchtete, dass er es mir auf Dauer nicht erlauben würde, die Schwester zu beherbergen. Ich versuchte bei jeder Gelegenheit, ihm seine Laune im Gesicht abzulesen. Wenn er glücklich war, war ich netter zur Schwester, aber wenn er unglücklich war, war ich nervös und unruhig. Ich hatte Angst, er würde mich rauswerfen, wenn ich seinen Zorn auf mich zöge. Mein Herz war voller Betrübnis, Beklemmung und Sorge. Dazu kam, dass ich zu der Zeit schwer krank war. Also bereute ich es, dass ich angenommen hatte, diese Pflicht zu tun, und hoffte sogar, dass die Schwester bald ausziehen würde. Ich wurde ungeduldig mit der Schwester, und war nicht mehr eine so herzliche Gastgeberin wie zuvor. Später wurde auch die Schwester krank. Ich fühlte mich furchtbar und hatte schreckliche Schuldgefühle ihr gegenüber.
Eines Tages schrieb mir die Leiterin einen Brief und legte einige Abschnitte aus Gottes Worten bei, die sich auf meinen Zustand durch die Einschränkung durch meinen Mann bezogen. So lautete einer der Abschnitte: „Gott hat dir die Ehe geschenkt, dir einen Partner gegeben und dir eine andere Lebensumgebung bereitgestellt. In dieser Art von Lebensumfeld und diesen Lebensbedingungen lässt Er deinen Partner alles mit dir teilen und alles gemeinsam mit dir durchstehen, sodass du freier und leichter leben kannst, und erlaubt dir gleichzeitig, eine andere Phase deines Lebens zu erfahren. Gott hat dich jedoch nicht an die Ehe verkauft. Was meine Ich damit? Ich meine, dass Gott nicht dein Leben, dein Schicksal, deine Mission, den Weg, dem du im Leben folgst, die Richtung, die du im Leben wählst, und welche Art von Glauben du hast, genommen und in die Hände deines Partners gelegt hat, um das für dich zu bestimmen. Er hat nicht gesagt, dass das Schicksal, die Bestrebungen, der Lebensweg und die Lebenseinstellung einer Frau von ihrem Ehemann bestimmt werden müssen, oder dass das Schicksal, die Bestrebungen, die Lebenseinstellung und das Leben eines Mannes von seiner Frau entschieden werden müssen. Gott hat solche Dinge nie gesagt und es nicht so bestimmt. Siehst du, hat Gott solche Dinge gesagt, als Er die Ehe für die Menschheit eingerichtet hat? (Nein.) Gott hat nie gesagt, dass das Streben nach ehelichem Glück die Lebensmission einer Frau oder eines Mannes ist, und dass du das Glück in deiner Ehe auf einem guten Niveau halten musst, damit die Mission deines Lebens erfüllt wird und du dich erfolgreich wie ein geschaffenes Wesen verhältst – Gott hat so etwas nie gesagt“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (11)). Aus Gottes Worten verstand ich, dass das Schicksal eines jeden Menschen in seinem Leben, einschließlich seiner Ehe, von Gott vorherbestimmt ist. Gott bestimmt die Ehe für die Menschen, damit Mann und Frau füreinander sorgen, sich gegenseitig helfen, unterstützen und alles miteinander teilen. Auf diese Weise haben sie es im Leben entspannter und leichter. Gott verlangt jedoch nicht, dass Menschen sich an ihre Ehe verkaufen, noch verlangt Er von uns, die Aufrechterhaltung unserer Ehe als Lebensmission zu betrachten. Menschen haben das Recht zu wählen, welchen Weg sie gehen und welchen Glauben sie haben wollen. Der Partner darf nicht über alles entscheiden. Aber um eine zufriedene Ehe und eine glückliche Familie zu haben, verkaufte ich mich an die Ehe. Ich machte mich freiwillig zur Sklavin meines Mannes und arbeitete hart, ohne zu klagen. Ich erledigte die gesamte Hausarbeit und sogar all die schwere Männerarbeit. Wenn ich nach Hause kam, musste ich meinen Mann gut umsorgen. Nachdem ich an Gott zu glauben begonnen hatte, wollte ich meine Ehe gut führen, um im Alter jemanden zu haben, auf den ich mich verlassen konnte. Daher traute ich mich nicht, zu Versammlungen zu gehen, geschweige denn, von zu Hause wegzugehen, um meine Pflicht zu tun. Als ich die Gastgeberpflicht tat, machte ich mir Sorgen, dass mein Mann ungeduldig werden würde, wenn er die Schwester zu Hause sähe, und mich dann nicht mehr wollte oder sich nicht mehr um mich kümmerte. Deswegen fühlte ich mich eingeschränkt. Ich nahm die Schwester zwar widerwillig auf, versuchte jedoch ständig, seine Laune abzulesen, bevor ich handelte. Wenn ich sah, dass er glücklich war, war ich netter zur Schwester, aber wenn er unzufrieden war, wurde ich nervös und unruhig. Ich bereute es sogar, die Schwester aufgenommen zu haben, und hoffte, sie würde schnell ausziehen, damit ich nicht so leiden müsste. Um meinem Mann zu gefallen, ließ ich mich bei jeder Gelegenheit von ihm einschränken. Ich war einfach überhaupt nicht in der Lage, meine Pflicht gut zu tun. Ich dachte an die Zeit zurück, als ich krank war, in den Stunden meines größten Schmerzes und meiner größten Hilflosigkeit. Es war Gott, der es so einrichtete, dass eine Schwester mir das Evangelium predigte, und es waren allein die Versorgung und die Führung durch Gottes Worte, die mir den Mut zum Weiterleben gaben. Als ich negativ eingestellt und schwach war, sorgte Gott auch dafür, dass eine Schwester mehrfach kam, um mir zu helfen und mich zu unterstützen. Das half mir, allmählich wieder stärker zu werden. Ich sollte die Pflicht eines geschaffenen Wesens gut tun und Gott die Gnade für meine Errettung erwidern. Das war das einzig Richtige. Gottes Worte gaben mir Glauben und Mut. Ich war bereit, alles Gott anzuvertrauen. Es war mein Recht, an Gott zu glauben, und mein Mann hatte kein Recht, sich einzumischen. Meine Mission war es, meine Pflicht gut zu tun, und genau das sollte ich tun. Als ich das verstanden hatte, sagte ich zu der Schwester: „Mach dir keine Sorgen. Fühl dich hier einfach wie zu Hause. Egal, was mein Mann mir antut, ich lasse mich nicht von ihm einschränken. Selbst wenn er sich von mir scheiden lässt, bleibe ich trotzdem deine Gastgeberin.“
Eines Abends kurz nach zehn schreckte mein Mann von meinem Husten auf und er wachte auf. Er wurde wütend auf mich und sagte viele harte Dinge. Ich hatte Angst, dass die Schwester es hören und sich eingeschränkt fühlen würde, also wagte ich nicht zu widersprechen. In meinem Herzen betete ich eindringlich zu Gott. Kurz darauf klingelte das Telefon. Der Chef meines Mannes sagte ihm, dass er am nächsten Tag zur Arbeit zurückkehren müsse. Ich war überglücklich. Ich wusste, dass Gott mir damit einen Ausweg eröffnete. Da mein Mann später manchmal zurückkam, fühlte sich die Schwester bei mir zu Hause eingeschränkt. Also fand die Kirche eine andere Gastunterkunft, und die Schwester zog ein paar Tage später aus. Ich machte mir große Vorwürfe und fühlte mich ihr gegenüber schuldig. Ich dachte daran, wie ich ständig von meinem Mann eingeschränkt wurde und mich nur darauf konzentrierte, gut für ihn zu sorgen, als die Schwester hier war. Das Einzige, worüber ich nachdachte, war, wie ich meine Ehe und meine Familie erhalten konnte. Ich steckte mein Herz nicht in meine Pflicht. Nun hatte ich nicht einmal mehr eine Pflicht zu tun. Später grübelte ich: „Warum lasse ich mich bei jeder Gelegenheit von meinem Mann einschränken? Wo liegt die Wurzel dieses Problems?“ Ich betete zu Gott und bat Ihn, mich zu erleuchten und zu führen, damit ich über mich selbst nachdenken, mich verstehen und meine Lektion lernen könnte. In meiner Suche las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Einige Menschen, sobald sie heiraten, vorbereiten sich darauf, mit ganzer Kraft nach ehelichem Glück zu streben, dafür zu kämpfen und hart dafür zu arbeiten. Einige arbeiten bis zur Erschöpfung, um Geld für den Unterhalt ihrer Familien zu verdienen, und ertragen unermüdlich Mühsal, und natürlich gibt es noch mehr Menschen, die ihr Lebensglück in die Hände ihres Partners legen. Sie glauben, dass ihr Glück und ihre Freude im Leben davon abhängen, wie ihr Partner ist, ob er ein guter Mensch ist; ob seine Persönlichkeit und seine Interessen zu ihren eigenen passen; ob er jemand ist, der die Familie ernähren und führen kann; ob er jemand ist, der ihre Grundbedürfnisse in Zukunft sicherstellen und ihnen eine glückliche, stabile, wunderbare Familie bieten kann; und ob er jemand ist, der sie trösten kann, wenn sie Schmerzen, Trübsal, Misserfolge oder Rückschläge erleben. … Unter solchen Lebensbedingungen versuchen Ehemann und Ehefrau selten, zu erkennen, welche Art von Person ihr Partner ist, sie leben vollständig in ihren Gefühlen für ihren Partner und nutzen ihre Gefühle, um sich um ihren Partner zu kümmern, ihn zu tolerieren und mit all seinen Fehlern, Schwächen und Bestrebungen umzugehen, bis hin zu dem Punkt, dass sie auf jeden seiner Wünsche sofort reagieren. Zum Beispiel kommt eine Schwester von einer Versammlung nach Hause und ihr Ehemann sagt: ‚Deine Versammlungen dauern zu lange. Geh einfach eine halbe Stunde hin und komm dann nach Hause!‘ Sie antwortet: ‚Ich werde mein Bestes tun.‘ Und tatsächlich geht sie das nächste Mal für eine halbe Stunde zu einer Versammlung und kommt dann nach Hause zurück. Jetzt sagt ihr Ehemann: ‚So ist es besser. Das nächste Mal gehst du hin, zeigst kurz dein Gesicht und kommst dann wieder her.‘ Sie sagt: ‚Oh, so sehr vermisst du mich also! Okay, ich werde mein Bestes tun!‘ Und tatsächlich enttäuscht sie ihn nicht, als sie das nächste Mal zu einer Versammlung geht, und kommt nach etwa zehn Minuten wieder nach Hause. Ihr Ehemann ist sehr zufrieden und glücklich. … Damit dein Partner mit dir zufrieden ist und damit einverstanden ist, dass du gelegentlich Gottes Worte liest oder an einer Versammlung teilnimmst, stehst du jeden Tag sehr früh auf, um Frühstück zu machen, das Haus aufzuräumen, zu putzen, die Hühner und den Hund zu füttern und allerlei anstrengende Aufgaben zu erledigen – sogar die, die normalerweise von Männern erledigt werden. Um deinen Mann zufriedenzustellen, arbeitest du unermüdlich wie eine alte Dienstmagd. Bevor er nach Hause kommt, polierst du seine Lederschuhe und stellst seine Hausschuhe bereit, und sobald er zuhause ist, bürstest du ihm eilig den Staub ab, hilfst ihm, seinen Mantel auszuziehen, und hängst ihn auf und fragst: ‚Es ist so heiß heute. Ist dir warm? Bist du durstig? Was möchtest du heute essen? Etwas Saures oder etwas Würziges? Musst du dich umziehen? Zieh deine Sachen aus und ich werde sie für dich waschen.‘ Du bist wie eine alte Dienstmagd oder eine Sklavin und hast bereits das Ausmaß der Verantwortlichkeiten, die du im Rahmen der Ehe erfüllen solltest, überschritten. Du stehst deinem Mann auf Abruf zur Verfügung und betrachtest ihn als deinen Gebieter. In einer solchen Familie gibt es einen offensichtlichen Statusunterschied zwischen den beiden Ehepartnern: Einer ist ein Sklave, der andere ist der Herr; einer ist unterwürfig und demütig, der andere wirkt streng und herrisch; einer buckelt und kriecht, der andere strotzt geradezu vor Arroganz. Diese beiden Menschen haben offensichtlich im Rahmen der Ehe nicht den gleichen Status. Warum ist das so? Erniedrigt sich diese Sklavin nicht selbst? (Ja.) Die Sklavin erniedrigt sich selbst. Du hast es versäumt, die Verantwortlichkeit für die Ehe zu wahren, die Gott für die Menschheit angeordnet hat, und du bist zu weit gegangen. Dein Mann erfüllt keine seiner Verantwortlichkeiten und tut gar nichts, und trotzdem würdest du weiterhin nach der Pfeife eines solchen Ehepartners tanzen und dich seiner Autorität unterwerfen, bereitwillig seine Sklavin und seine alte Dienstmagd werden, um ihm zu dienen und alles für ihn zu tun – was für ein Mensch bist du? Wer genau ist dein Herr? Warum praktizierst du nicht auf diese Weise für Gott? Gott hat angeordnet, dass dein Partner für deinen Lebensunterhalt sorgt; das ist etwas, was er tun sollte, du bist ihm nichts schuldig. Du tust, was du tun solltest, und erfüllst die Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen, die du erfüllen solltest – tut er das? Tut er, was er tun sollte? In einer Ehe ist es nicht so, dass der, der am meisten Respekt einflößt, der Herr ist, und derjenige, der hart arbeiten und am meisten tun kann, der Sklave sein sollte. In einer Ehe sollten beide Menschen ihre Verantwortlichkeiten füreinander erfüllen und sich gegenseitig begleiten. Beide Menschen haben eine Verantwortung füreinander, und beide Menschen haben im Rahmen der Ehe Verpflichtungen zu erfüllen und Dinge, die sie tun sollten. Du solltest dich deiner Rolle entsprechend verhalten; was auch immer deine Rolle ist, du solltest tun, was dir in dieser Rolle auferlegt ist. Wenn du das nicht tust, dann besitzt du keine normale Menschlichkeit. Salopp ausgedrückt, bist du keinen Pfifferling wert. Wenn also jemand keinen Pfifferling wert ist und du trotzdem weiterhin nach seiner Pfeife tanzt und bereitwillig sein Sklave bist, dann ist das vollkommen töricht und macht dich wertlos. Was ist falsch daran, an Gott zu glauben? Ist dein Glaube an Gott eine böse Tat? Gibt es ein Problem damit, Gottes Worte zu lesen? Das sind alles aufrechte und ehrenhafte Dinge. Was zeigt es, wenn die Regierung Menschen verfolgt, die an Gott glauben? Es zeigt, dass die Menschheit so böse ist und die bösen Mächte und Satan verkörpert. Sie steht nicht für die Wahrheit oder Gott. Daher bedeutet der Glaube an Gott nicht, dass du unter anderen stehst oder minderwertiger als andere bist. Im Gegenteil, dein Glaube an Gott macht dich nobler als weltliche Menschen, dein Streben nach der Wahrheit macht dich in den Augen Gottes ehrenhaft, und Er betrachtet dich als Seinen Augapfel. Und doch erniedrigst du dich und wirst unermüdlich zum Sklaven deines Ehepartners, nur um der anderen Person in deiner Ehe zu schmeicheln. Warum handelst du nicht so, wenn du die Pflicht eines geschaffenen Wesens ausführst? Warum schaffst du das nicht? Zeigt sich da nicht die menschliche Niedrigkeit? (Ja.)“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (11)). Gottes Worte durchbohrten mein Herz wie ein scharfes Schwert. Sie entlarvten genau meinen Zustand. Seit dem Zeitpunkt unserer Eheschließung tat ich alles, um ihm zu gefallen, nur um diese Ehe gut zu führen und mir ein stabiles Zuhause zu sichern, auf das ich mich im Alter verlassen konnte. Ich war bereit, jede noch so schmutzige oder anstrengende Arbeit anzunehmen. Ich zerbrach mir den Kopf, um ihm beim Bau eines Gemüsetunnels zu helfen und Gemüse für den Verkauf anzupflanzen. Ich zog mühevoll zwei Kinder groß, und ertrug klaglos all die harte Arbeit. Ich kümmerte mich rund um die Uhr um meine blinde Schwiegermutter und diente ihrer ganzen Familie bereitwillig wie eine Magd. Solange mein Mann und meine Söhne zufrieden waren, ertrug ich willig und gerne jedes Leid und jede Erschöpfung. Nachdem ich begonnen hatte, an Gott zu glauben, fiel mein Mann auf die haltlosen Gerüchte der KPCh-Regierung herein und widersetzte sich meinem Glauben vehement. Um meine gute Ehe und Familie zu erhalten, war ich ihm gegenüber in jeder Hinsicht vorsichtig, unterwürfig und demütig: Ich diente der Familie bereitwillig als Sklavin. Ich wagte es nicht, meine Pflicht zu tun, weil ich von meinem Mann eingeschränkt und gefesselt war. Selbst wenn ich zu Versammlungen ging, wollte ich immer früh zurück sein, um das Abendessen zu kochen und meinen Mann gut zu versorgen. Und erst recht wagte ich es nicht, das Haus zu verlassen, um meine Pflicht zu tun. Ich hatte einfach Angst, dass mein Mann sich von mir scheiden lassen würde und ich im Alter niemanden hätte, der sich um mich kümmert. Ich fühlte mich sogar bei der Gastgeberpflicht eingeschränkt, obwohl mir diese gar keine Mühe bereitete. Ich wurde zutiefst von den satanischen Giften beherrscht, wie „Im Alter sollte man jemanden haben, auf den man sich verlassen kann“ und „Kinder sind die beste Altersvorsorge“, und lebte ohne den geringsten Funken Würde. Im Grunde ordnet Gott die Ehe für die Menschen an, damit zwei Menschen einander begleiten, füreinander sorgen und sich gegenseitig unterstützen. Es ist nicht so, dass mein Mann so übermächtig ist, dass er mein Herr und Meister ist, dem ich in allem gehorchen und dem ich bei jeder meiner Handlungen die Laune auf seinem Gesicht ablesen muss. In dieser Familie muss ich nur meine Verantwortung als Ehefrau erfüllen können, das ist alles. Daneben habe ich meine eigene Mission, nämlich die Pflicht eines geschaffenen Wesens gut zu tun. Ich konnte nicht länger unterwürfig und demütig sein und eine Sklavin meines Mannes und meiner Kinder sein. Ich musste die Gelegenheit schätzen, die Gott mir gegeben hatte, um meine Pflicht gut zu tun.
Später las ich die Worte Gottes: „Seit der Erschaffung der Welt habe Ich angefangen, diese Gruppe von Menschen – nämlich euch von heute – vorherzubestimmen und auszuwählen. Euer Temperament und Kaliber, eure Erscheinung und Größe, eure Familie, in die ihr geboren wurdet, deine Arbeit und deine Ehe – du in deiner Gesamtheit, sogar einschließlich der Farbe deiner Haare und deiner Haut und des Zeitpunkts deiner Geburt – wurden alle von Meinen Händen veranlasst. Sogar die Dinge, die du jeden Tag tust, und die Menschen, die du an jedem einzelnen Tag triffst, sind von Meiner Hand veranlasst worden, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass es tatsächlich Meine Fügung ist, dich heute in Meine Gegenwart zu bringen. Stürze dich nicht in Chaos, du solltest in aller Ruhe weitermachen. Was Ich dir heute zu genießen gestatte, ist ein Anteil, den du verdienst, und er war von Mir seit der Erschaffung der Welt vorherbestimmt“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 74). Nachdem ich die Worte Gottes gelesen hatte, verstand ich: Es ist Gottes Gnade, dass ich in den letzten Tagen leben und Sein Werk annehmen kann. Es ist auch Gott, der vorherbestimmt hat, dass ich keine Kinder haben kann, auch dahinter verbirgt sich Seine Absicht. Die traditionellen Vorstellungen von „Kinder sind die beste Altersvorsorge“ und „Sei eine gute Ehefrau und liebevolle Mutter“ waren tief in meinem Herzen verwurzelt. Hätte ich eigene Kinder gehabt, dann hätte ich von ganzem Herzen für sie und meine Familie geplant und gesorgt. Ich hätte all meine Zeit und Mühe in meinen Mann und meine Kinder investiert und bereitwillig alles für sie gegeben. Die Aufrechterhaltung meiner Ehe und Familie und die gute Versorgung meiner Kinder hätte ich als meine Lebensmission betrachtet. In diesem Fall wäre ich nicht dazu gekommen, an Gott zu glauben. Gott schuf diese Umstände, damit ich Leid erfahren würde, was mich zwang, vor Ihn zu treten und mich auf Ihn zu verlassen. Er gab mir die Chance, Seine Stimme zu hören, nach der Wahrheit zu streben und Seine Errettung zu empfangen. Das war ein Segen von Gott. Früher hatte ich Gottes Absicht nicht verstanden und mich darüber beklagt, ein schlechtes Schicksal zu haben. Jetzt aber verstand ich Gottes mühevolle und gewissenhafte Absicht bei meiner Errettung und begriff, dass Gott mich in den letzten Tagen hat geboren werden lassen, nicht um bloß Kinder zu bekommen, sondern um vor Ihn zu treten und die Pflicht eines geschaffenen Wesens zu tun. Das war meine Verantwortung und meine Mission.
Ich las weiter in den Worten Gottes. Gott sagt: „Gott hat deinen jetzigen Ehepartner für dich arrangiert, und du kannst mit ihm zusammenleben. Wenn Gott jemand anderen für dich arrangieren würde, könntest du immer noch genauso gut leben, und dementsprechend ist dein jetziger Ehepartner nicht dein Ein und Alles, noch ist er dein Bestimmungsort. Nur Gott ist der Eine, dem dein Bestimmungsort anvertraut werden kann, und nur Gott ist der Eine, dem der Bestimmungsort der Menschheit anvertraut werden kann. Wenn du deine Eltern verlässt, kannst du immer noch überleben und leben, und natürlich kannst du noch ein genauso gutes Leben führen, wenn du deinen Ehepartner verlässt. Weder deine Eltern noch dein Ehepartner sind dein Bestimmungsort“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (11)). Nachdem ich die Worte Gottes gelesen hatte, verstand ich, dass das Schicksal der Menschen in den Händen des Schöpfers liegt. Egal wie rücksichtsvoll mein Mann war und wie sehr er sich um mich kümmerte, er konnte mein Schicksal nicht lenken. Nur Gott allein ist Der, dem mein Bestimmungsort anvertraut ist. Nur auf Gott kann ich mich wirklich verlassen. Als ich die Hirnthrombose hatte, versuchte mein Mann alles Mögliche, um mich behandeln zu lassen, aber es zeigte keine Wirkung. Egal wie er sich um mich kümmerte, er konnte meine Krankheit nicht heilen. Nachdem ich begonnen hatte, an Gott zu glauben, legte ich meine Krankheit in Gottes Hände und dachte nicht mehr darüber nach, ob sie besser werden würde. Langsam besserte sich meine Krankheit, und ich konnte wieder für mich selbst sorgen. War all das nicht Gottes Herrschaft und Seine Orchestrierung? Und wenn man sich die vielen Brüder und Schwestern in der Kirche anschaut: Sie haben ihre Ehen und Familien losgelassen, um ihre Pflichten zu tun und Gottes Evangelium zu verbreiten. Sie leben in der Fürsorge und dem Schutz Gottes und sorgen sich nicht um Essen oder Kleidung. Stattdessen ist ihr Leben entspannt, glücklich, frei und unbeschwert. Genau wie der Herr Jesus sagte: „Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?“ (Matthäus 6,26). Gott ernährt die Vögel unter dem Himmel, die doch weder säen noch ernten – um wie viel mehr dann uns Menschen, die Er geschaffen hat. Ich hatte Angst, dass ich niemanden mehr hätte, auf den ich mich verlassen könnte und der sich im Alter um mich kümmern würde, wenn ich meine Ehe, meine Familie und meinen Mann verlieren würde. Deshalb ließ ich mich oft von meinem Mann einschränken und traute mich nicht, zu Versammlungen zu gehen, geschweige denn meine Pflicht zu tun. Mein Glaube an Gott war einfach zu gering. Jetzt hatte ich ein gewisses Verständnis von Gottes Herrschaft und den Glauben, meinen Weg im Vertrauen auf Gott fortzusetzen. Mein Mann glaubte nicht an Gott und verfolgte mich. Er widersetzte sich Gott, und ich konnte ihm nicht länger in allem gehorchen und seine Sklavin sein. Kurze Zeit später wurden einige Brüder und Schwestern aus der Kirche verhaftet. Die Leiterin schrieb mir und fragte, ob ich zwei Schwestern bei mir als Gastgeberin aufnehmen könnte. Ohne lange nachzudenken, schrieb ich direkt zurück und sagte zu. Ich begann wieder, die Gastgeberpflicht zu tun. Diesmal hatte ich keine Angst mehr, dass mein Mann es sehen würde, und ich hatte auch keine Angst mehr, dass er sich von mir scheiden lassen würde. Ich fühlte mich innerlich wirklich befreit. Eines Tages rief mein Mann an und sagte, er käme zurück. Die Schwestern wollten sich lieber woanders verstecken, aber ich sagte ruhig: „Das ist nicht nötig. Obwohl er gegen meinen Glauben an Gott ist, würde er nicht so weit gehen, die Polizei zu rufen.“ Als mein Mann nach Hause kam und die Schwestern hier sah, sagte er nichts. Nach zwei Tagen wurde mein Mann wegen einer Kleinigkeit wütend und schrie mich an: „Ihr Gottesgläubigen habt hier von nun an nichts mehr zu suchen. Wenn ihr wiederkommt, werfe ich euch raus!“ Ich dachte daran, wie ich in der Vergangenheit meinem Mann aus Angst, ihn vor den Kopf zu stoßen, in allem gehorchte, dadurch meine Pflicht vernachlässigte und ohne Integrität und Würde lebte. Jetzt verstand ich die Wahrheit und hatte Zuversicht in meinem Herzen. Ich sagte: „Mein Glaube an Gott ist nicht illegal und kein Verbrechen. Mir gehört hier auch ein Teil des Hauses. Du hast hier nicht das letzte Wort.“ Als er das hörte, stürmte er wütend hinaus. Ich hatte keine Angst mehr, dass er mich ignorieren oder sich von mir scheiden lassen würde. Ich dachte sogar, es wäre besser, wenn er nicht zurückkäme: Ohne die Behinderungen durch ihn wäre ich freier, meine Pflicht zu tun, und müsste nicht mehr seine Sklavin sein. Später sagte mein Mann nichts mehr, wenn die Schwestern bei mir wohnten. Manchmal, wenn andere Schwestern vorbeikamen, lud er sie sogar zum Abendessen ein. Ich sah, dass sich infolge meiner veränderten inneren Haltung auch die Einstellung meines Mannes änderte. Später verbesserte sich auch meine Beziehung zu ihm etwas. Ich tat mein Möglichstes, um meine Verantwortung für die Familie zu erfüllen, und wenn ich zu einer Versammlung gehen musste, ging ich. In meinem Herzen war ich nicht länger von ihm eingeschränkt. Wenn man Ehe und Familie gemäß den Worten Gottes behandelt, ist das Leben nicht anstrengend und man bewahrt seine Würde.
Nach dieser Erfahrung verstand ich, dass ich mich nicht auf meinen Mann, meine Söhne oder irgendwelche Verwandten verlassen konnte. Wie viel ich im Rest meines Lebens leiden werde, liegt nicht in meiner Macht; Gott herrscht über alles und ordnet alles an. Gott ist der Einzige, auf den ich mich verlassen kann. Jetzt kann ich mich von den Einschränkungen und Fesseln der Ehe befreien und ein wenig die Pflicht eines geschaffenen Wesens erfüllen. Das sind die Ergebnisse, die Gottes Worte in mir bewirkt haben. Dank sei Gott für meine Errettung!