31. Wie ich lernte, meine Minderwertigkeitsgefühle zu überwinden

Von Xiaoyi, Spanien

Als ich klein war, waren meine Eltern damit beschäftigt, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und hatten keine Zeit, sich um mich zu kümmern, deshalb gaben sie mich zur Erziehung zu meiner Großmutter. Damals fand gerade die Volkszählung im Rahmen der Familienplanung statt. Ich war bei meiner Großmutter nicht gemeldet, also trug sie mich bei jeder Kontrolle im Dorf fort und versteckte mich, um eine Strafe zu umgehen. Die Nachbarn verspotteten mich, weil ich keine Haushaltsregistrierung hatte, nannten mich „ein kleines Nichts“ und sagten, ich sei ein Kind ohne Mutter. Obwohl ich noch ein Kind war, spürte ich, dass sie mich verspotteten. Das verletzte mich sehr. Ich wollte sie nicht sehen und nicht mit den anderen Kindern spielen. Die meiste Zeit war ich ganz allein drinnen, sah fern oder spielte mit meiner Großmutter. Meine Kindheit war ziemlich bedrückend und eintönig. Als ich ins Schulalter kam, holten meine Eltern mich wieder nach Hause. Weil ich introvertiert war, nicht gerne redete und die Leute nicht grüßte, sagte meine Mutter, ich sei langsam und nicht so aufgeweckt wie meine jüngere Schwester. Ich kam mir selbst auch völlig unzulänglich vor, also wollte ich noch weniger mit Leuten kommunizieren. Mit der Zeit fiel es mir schwer, mit anderen zu kommunizieren. Wenn ich mit anderen sprach, wusste ich nicht, was ich sagen oder wie ich ein Gespräch anfangen sollte. Manchmal hatte ich Gedanken und Ansichten, die ich ausdrücken wollte, aber wenn ich den Mund aufmachte, murmelte ich vor lauter Nervosität und Angst nur vor mich hin. Besonders wenn ich in großen Gruppen mit fremden Menschen sprach, wurde ich so nervös, dass mein Gesicht rot anlief. Wenn also Verwandte zu Besuch kamen oder ich zu einem Essen gehen musste, versuchte ich immer, mich zu drücken, wenn es irgendwie ging. Und wenn ich nicht absagen konnte, saß ich einfach still in einer Ecke und sah den anderen beim Plaudern und Lachen zu.

Auch nachdem ich zum Glauben an Gott gefunden hatte, blieb das so. Ich erinnere mich an eine Versammlung, bei der ich sah, dass 50 oder 60 Leute anwesend waren. Das schüchterte mich sofort ein, und bei so vielen Leuten traute ich mich nicht zu reden. Ich hatte Schwierigkeiten, mich auszudrücken, und dachte, wenn ich undeutlich spreche oder die anderen mich nicht verstehen, wäre das wirklich unangenehm und peinlich. Jedes Mal, wenn die Verantwortliche mich bat, Gemeinschaft zu halten, zog ich es also vor, still zu sein und einfach nur zuzuhören. Manchmal, wenn ich mit den Brüdern und Schwestern Fachkenntnisse lernte, bat uns die Verantwortliche, unsere Gedanken mitzuteilen. Auch da wurde ich unweigerlich nervös und traute mich nicht, Gemeinschaft zu halten, aus Angst, mich undeutlich auszudrücken. Ein paar Mal hatte ich keine andere Wahl, als Gemeinschaft zu halten, nachdem mich die Verantwortliche aufgerufen hatte. Dabei war ich so nervös, dass sich meine Stimme änderte und mein Gesicht immer heißer wurde, je mehr ich sprach. Am Ende konnte ich nicht mehr klar sprechen und schämte mich furchtbar. Ich dachte: „Warum bin ich so nutzlos? Ich will doch nur meine Ansichten ausdrücken, warum ist das so schwer und nervenaufreibend? Ich kann nicht einmal klar sprechen, ich bin so eine Idiotin!“ Als ich sah, wie natürlich und fließend die Schwestern, mit denen ich zusammenarbeitete, Gemeinschaft hielten, war ich so neidisch: „Warum habe ich nicht so viel Selbstvertrauen und Mut? Warum fällt es mir so schwer, zu reden oder meine Gedanken auszudrücken?“ Später setzte mich die Verantwortliche als Teamleiterin ein. Ich dachte bei mir: „Ich bin introvertiert und nicht redegewandt. Wenn zu viele Leute da sind, traue ich mich nicht zu sprechen. Was ist, wenn die Brüder und Schwestern Fragen haben und ich sie nicht klar beantworten kann? Wäre das nicht peinlich?“ Ich wollte einfach nur, dass die Verantwortliche jemand anderen findet; ich wollte lieber ein stilles Teammitglied sein. Aber ich hatte Angst, die Verantwortliche bekäme einen schlechten Eindruck von mir, wenn ich die Pflicht ablehnte, also verwarf ich den Gedanken. Als ich danach die Arbeit der Brüder und Schwestern nachverfolgte, war ich immer noch eingeschüchtert. Wenn sie mir Fragen stellten, wollte ich immer, dass andere antworteten, da ich Angst hatte, die Dinge nicht klar erklären oder ihre Probleme nicht lösen zu können. Wenn es sich nicht vermeiden ließ, zwang ich mich, ein paar Worte zu sagen, war aber trotzdem sehr nervös. Als ich mich so sah, war ich sehr frustriert und merkte, wie sehr dieser Zustand meine normale Kommunikation mit anderen und meine Fähigkeit, meine Pflichten auszuführen, beeinträchtigte. Wenn ich das nicht bald änderte, würde ich bei meinen Pflichten immer passiver werden, was die Arbeit mit Sicherheit verzögern würde. Also suchte ich bewusst nach der Wahrheit, um meine Probleme zu lösen.

Eines Tages las ich eine Passage aus Gottes Worten, die genau auf meinen Zustand zutraf. Gott sagt: „Unabhängig davon, was die Situation ist, wenn eine feige Person auf Schwierigkeiten stößt, weicht sie zurück. Warum tut sie das? Ein Grund dafür liegt in ihrer Emotion von Minderwertigkeit. Da sie sich minderwertig fühlt und sich nicht traut, vor Menschen zu stehen, kann sie noch nicht einmal die Verpflichtung und Verantwortung übernehmen, die sie übernehmen sollte, noch kann sie die Last für das tragen, was sie im Rahmen ihrer Fähigkeit und ihres Kalibers und im Rahmen ihrer Erfahrung als normale Person tatsächlich erreichen kann. Diese Emotion der Minderwertigkeit beeinflusst jeden Aspekt ihrer Menschlichkeit, sie beeinflusst ihren Charakter, und selbstverständlich beeinflusst sie auch ihre Persönlichkeit. In einer Gruppe von Menschen äußert sie selten ihre eigenen Ansichten, und man hört sie kaum ihren eigenen Standpunkt oder ihre eigene Meinung ausdrücken. Wenn sie auf ein Problem stößt, traut sie sich nicht, den Mund aufzumachen, stattdessen schreckt sie stets zurück und tritt den Rückzug an. Wenn nur wenige Menschen anwesend sind, kann sie den Mut aufbringen, sich dazuzusetzen, doch wenn viele Menschen da sind, geht sie zur erstbesten düsteren Ecke und traut sich nicht, vor anderen Menschen zu stehen. Wann immer sie das Gefühl hat, dass sie etwas aktiv mitteilen und ihre eigene Ansicht und Meinung ausdrücken will, um zu zeigen, dass das, was sie denkt, richtig ist, findet sie nicht einmal dazu den Mut. Wann immer ihr so etwas in den Sinn kommt, strömt ihre ganze Emotion der Minderwertigkeit auf einmal hervor. Sie beherrscht sie, sie beengt sie und sagt ihr: ‚Sag nichts, du taugst nichts. Äußere deine Ansichten nicht, behalte deine Ideen einfach für dich. Wenn du irgendetwas auf dem Herzen hast, das du wirklich sagen willst, mach dir einfach einen Vermerk auf dem Computer und grüble selbst darüber nach. Du darfst niemandem sonst davon erzählen. Was, wenn du etwas Falsches sagen würdest? Das wäre so peinlich!‘ Diese Stimme sagt dir immer wieder: Tu dies nicht, tu das nicht, sag dies nicht, sag das nicht, und sie bewirkt, dass du jedes Wort, das du sagen willst, wieder herunterschluckst. Es mag etwas geben, das du lange in deinem Herzen hin und her gewälzt hast, aber wenn es an der Zeit ist, zu sprechen, machst du einen Rückzieher, wagst es nicht zu sagen, genierst dich zu sprechen und hast das Gefühl, dass dies etwas ist, das du nicht tun darfst, dass es so wäre, als würdest du gegen eine Regel oder das Gesetz verstoßen. Und solltest du eines Tages tatsächlich aktiv deine Ansicht zum Ausdruck bringen, fühlst du dich tief im Inneren äußerst beunruhigt und unbehaglich. Auch wenn dieses beispiellose Gefühl des Unbehagens allmählich nachlässt, erstickt deine Emotion der Minderwertigkeit langsam deine Ideen, Absichten und Pläne, sprechen zu wollen, deine eigenen Ansichten zum Ausdruck bringen zu wollen, ein normaler Mensch und einfach so, wie alle anderen sein zu wollen. Diejenigen, die dich nicht wirklich kennen, glauben, dass du ein Mensch der wenigen Worte bist, dass du still bist, dass du eine schüchterne Persönlichkeit hast, dass du jemand bist, der nicht gerne aus der Masse heraussticht, dass du dich genierst und dein Gesicht rot wird, wenn du vor vielen anderen Leuten sprichst, und dass du relativ introvertiert bist. In Wirklichkeit weißt nur du, dass du dich minderwertig fühlst. … Auch wenn man diese Emotion nicht als verdorbene Disposition bezeichnen kann, hat sie bereits eine schwerwiegende negative Auswirkung auf die Menschen gehabt; sie unterdrückt gnadenlos ihre Menschlichkeit und wirkt sich extrem negativ auf die verschiedenen Emotionen und die Sprache und Handlungen ihrer normalen Menschlichkeit aus. Diese Folgen sind sehr schwerwiegend. Im Kleinen wirkt sie sich auf die Persönlichkeit der Menschen aus, auf ihre Vorlieben und Ambitionen; im Großen wirkt sie sich auf ihre Ziele und ihre Richtung im Leben aus. Von den Ursachen dieser Emotion der Minderwertigkeit, der Entwicklung und den Folgen, die sie für einen Menschen nach sich zieht, her gesehen – unter welchem Aspekt man sie auch betrachtet, ist sie nicht etwas, das die Menschen loslassen sollten? (Doch.)“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (1)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, erkannte ich, wie sehr ich mich minderwertig fühlte. Der Zustand und die Äußerungsformen von Minderwertigkeitsgefühlen, die Gott aufdeckte, trafen genau auf mich zu. Mein Herz war in diesen Gefühlen gefangen, und ich hatte ständig das Gefühl, in vielerlei Hinsicht nicht gut genug zu sein. Im Umgang mit anderen traute ich mich nicht zu reden, wenn zu viele Leute da waren, oder ich verkroch mich in einer Ecke und schwieg. Wenn ich bei meinen Pflichten meine Gedanken ausdrücken sollte, wurde ich unweigerlich nervös. In meinen Gedanken ging es dann nicht darum, wie ich mit allen zusammenarbeiten könnte, um meine Pflichten zu erfüllen. Stattdessen hatte ich das Gefühl, mich sprachlich nicht gut ausdrücken zu können und nicht auf den Punkt zu kommen, und überließ es lieber anderen, Gemeinschaft zu halten. Wenn ich zu bestimmten Themen eine Meinung oder Gedanken hatte, zögerte ich ständig und dachte: „Soll ich was sagen oder nicht? Liege ich überhaupt richtig? Werden die anderen mir zustimmen? Ach, vergiss es, ich sage lieber nichts. Am besten höre ich mir einfach an, was die anderen denken.“ Ich war oft so sehr von diesen Gedanken beeinflusst, dass es war, als wäre mein Mund zugenäht und mein Hals zugeschnürt, sodass ich in vielen Situationen meine Ansichten und meinen Standpunkt nicht ausdrücken konnte. Die Verantwortliche setzte mich als Teamleiterin ein. Ich wusste, dass ich meiner Verantwortung gerecht werden musste, da ich diese Pflicht angenommen hatte. Aber jedes Mal, wenn ich die Arbeit nachverfolgen musste, brachte ich kein Wort heraus. Ich hatte Angst, die Dinge nicht klar erklären zu können und dass die anderen mich nicht verstehen würden. Das wäre doch total peinlich! Also wünschte ich mir immer, dass jemand mit besseren kommunikativen Fähigkeiten die Fragen der Brüder und Schwestern beantworten würde, während ich nur danebenstehen, zuhören und nicken konnte. Folglich kam ich der Verantwortung, die ich hätte tragen sollen, nicht nach und wurde bei meinen Pflichten immer passiver. Diese negativen Minderwertigkeitsgefühle wirkten sich wirklich stark auf mich aus. Ich wurde immer ängstlicher und passiver und war sogar unfähig, normal mit anderen zu kommunizieren. Ich verlor mein Verantwortungsbewusstsein und meinen Antrieb, beurteilte mich selbst immer negativer, fällte zunehmend Urteile über mich selbst, und der Wunsch, mich zurückzuziehen, wurde immer stärker. Ich sah, wie qualvoll es war, von diesen Minderwertigkeitsgefühlen gefesselt und eingeschränkt zu sein.

Daraufhin suchte ich nach Lösungen für dieses Problem. Ich las Gottes Worte: „Oberflächlich gesehen ist Minderwertigkeit eine Emotion, die sich in den Menschen zeigt; die eigentliche Ursache dafür ist Satans Verdorbenheit, die Umgebung, in der die Menschen leben, und die eigenen objektiven Gründe der Menschen. Die gesamte Menschheit liegt unter der Macht des Bösen, zutiefst verdorben durch Satan, und niemand unterweist seine Kinder gemäß der Wahrheit und Gottes Worten; stattdessen findet die Unterweisung gemäß den Dingen, die von Satan kommen, statt. Daher hat die Unterweisung der nächsten Generation und der gesamten Menschheit unter Verwendung der Dinge Satans – außer dass so die Disposition und das Wesen der Menschen verdorben wird – zur Folge, dass negative Emotionen in den Menschen aufkommen. Sollte es sich bei den negativen Emotionen, die aufkommen, um etwas Vorübergehendes handeln, dann haben sie keine große Auswirkung auf das Leben eines Menschen. Wenn eine negative Emotion jedoch im Innersten des Herzens und der Seele eines Menschen tiefe Wurzeln schlägt und sich dort dauerhaft festsetzt und er absolut unfähig ist, sie zu vergessen oder sie loszuwerden, dann wird sie zwangsläufig alle Arten von Entscheidungen beeinflussen, die dieser Mensch trifft, sowie seine Herangehensweise an alle möglichen Menschen, Ereignisse und Dinge. Sie wird auch seine Entscheidung angesichts wichtiger Grundsatzfragen beeinflussen und den Weg, den er im Leben geht – so wirkt sich die menschliche Gesellschaft real auf jeden einzelnen Menschen aus. Der andere Aspekt sind die objektiven Gründe der Menschen selbst. Das heißt: Die Bildung und die Lehren, die sie erhalten, wenn sie aufwachsen, alle Gedanken und Ideen, neben den Verhaltensweisen, die sie annehmen, und den verschiedenen Redensarten der Menschen, stammen alle von Satan, sodass die Menschen unfähig sind, sich mit den Problemen, auf die sie stoßen, aus der richtigen Perspektive und vom richtigen Standpunkt aus zu befassen und sie zu beseitigen. Daher entwickelt der Mensch, der unwissentlich unter dem Einfluss dieser rauen Umgebung steht und von dieser unterdrückt und kontrolliert wird, unwillkürlich verschiedene negative Emotionen, wie die Emotion der Minderwertigkeit, und benutzt diese, um zu versuchen, Probleme zu bekämpfen, die er unfähig ist, zu lösen, zu ändern oder zu beseitigen. Nehmen wir an, wie deine Eltern, deine Lehrer, ältere Menschen und andere aus deinem Umfeld dein Kaliber, deine Menschlichkeit und deinen Charakter beurteilen, ist unrealistisch. Was es letztendlich tut, ist, dich anzugreifen, zu unterdrücken, dich abzuwürgen, dich zu fesseln und zu binden. Wenn du schließlich nicht mehr die Fähigkeit hast, dich zu widersetzen, bleibt dir keine andere Wahl, als dich für ein Leben zu entscheiden, in dem du deinen Kummer stillschweigend hinunterschluckst, und dich dafür zu entscheiden, diese Art von unfairer und ungerechter Realität widerwillig anzunehmen und stillschweigend zu ertragen. Wenn du diese Realität annimmst, ist die Emotion, die letztendlich in dir aufkommt, nicht Glück, Zufriedenheit oder etwas Positives oder Erhebendes; du lebst nicht mit mehr Motivation und einem größeren Orientierungssinn, geschweige denn strebst du die genauen und richtigen Ziele für das menschliche Leben an, sondern es kommt eine tiefe Emotion der Minderwertigkeit in dir auf. Wenn diese Emotion in dir aufkommt, fühlst du dich hilflos. Stößt du auf ein Problem, bei dem du eine Ansicht äußern musst, wirst du, tief in deinem Herzen, wer weiß wie oft überlegen, was du sagen willst und welchen Standpunkt du zum Ausdruck bringen willst, doch du wagst es dennoch nicht, es laut auszusprechen. Wenn jemand derselben Ansicht ist wie du und diese äußert, fühlst du dich lediglich im Herzen bestätigt – bestätigt, dass du nicht schlechter bist als andere Menschen. Wenn jedoch die gleiche Situation erneut aufkommt, sagst du dir wieder: ‚Ich darf nicht unüberlegt sprechen, hervorstechen oder mich zum Gespött machen. Ich bin nutzlos, ich bin dumm, ich bin töricht, ich bin ein Tölpel. Ich muss lernen, mich zu verstecken; ich darf bloß zuhören und nicht sprechen.‘ Daran können wir erkennen, dass die Menschen, von dem Zeitpunkt an, zu dem die Emotion der Minderwertigkeit aufkommt, bis hin zu dem Moment, in dem sie im Innersten ihres Herzens tiefe Wurzeln schlägt, um ihren freien Willen und ihre legitimen Rechte gebracht werden, die Gott ihnen gegeben hat, nicht wahr? (Doch.) Sie sind auf diese Weise um diese Dinge gebracht worden(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (1)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, dachte ich darüber nach, warum ich so ängstlich war und solche Minderwertigkeitsgefühle hatte, und musste unweigerlich an meine Vergangenheit denken. Um der Volkszählung zur Familienplanung zu entgehen, wurde ich als Kind bei meiner Großmutter aufgezogen und musste oft mit ihr weglaufen und mich verstecken. Das warf einen Schatten auf mein Herz und machte mich sehr ängstlich. Weil meine Eltern nicht da waren, verspottete mich eine Nachbarin als „kleines Nichts“, und gleichaltrige Kinder hänselten mich als Kind ohne Mutter. Es fühlte sich an, als würde ich unter einem grauen, sonnenlosen Himmel leben. Ich fühlte mich sehr einsam und bedrückt und dachte, ich sei anders als die anderen Kinder. Sie hatten beide Eltern bei sich, ich aber nicht. Nach alledem ging ich nicht gerne raus, hatte Angst, Leuten zu begegnen, und wurde immer schweigsamer. Nach der Einschulung sprach ich, weil ich ängstlich war und mir das Gefühl von Sicherheit fehlte, in den Pausen kaum mit meinen Klassenkameraden. Nach dem Unterricht sah ich ihnen beim Plaudern, Lachen und Spielen zu, konnte aber nur zusehen und sie beneiden. Immer hatte ich das Gefühl, anders zu sein als sie. Ein Erlebnis im Chinesischunterricht hat sich mir tief eingeprägt. Weil meine Stimme so leise war, als ich eine Frage beantwortete, sagte die Lehrerin sarkastisch: „Ich sollte dir ein Megafon besorgen.“ Kaum hatte sie das ausgesprochen, brach die ganze Klasse in Gelächter aus. In diesem Moment fühlte ich mich zum Gespött der ganzen Klasse gemacht und wollte am liebsten mein Gesicht verbergen. Da meine Noten nur durchschnittlich waren und die Lehrerin auf mich herabsah, wurde mein Selbstwertgefühl durch diesen Spott schwer verletzt. Als ich zu meinen Eltern zurückkehrte, sah ich, dass sie oft stritten, und ich fühlte mich noch bedrückter und einsamer. Weil ich lange in diesem Gefühlszustand feststeckte, musste ich viele Gedanken und Gefühle ganz allein mit mir ausmachen. Da ich im Umgang mit Menschen oder Situationen immer still war und unbeholfen wirkte, begegneten mir meine Eltern oft mit Wut und Hilflosigkeit, und sie sagten zu mir: „Bist du dumm? Du kannst ja nicht mal richtig reden, so unbeholfen, wie du dich ausdrückst!“ Mit der Zeit akzeptierte ich, dass ich ein Taugenichts war und nicht gut mit Worten umgehen konnte. Diese Urteile hafteten an mir wie Aufkleber und hinterließen ein bleibendes Minderwertigkeitsgefühl. Selbst jetzt, wenn ich bei meinen Pflichten meine Ansichten ausdrücken sollte, hatte ich zwar klare Meinungen und Ideen, aber zu viel Angst, sie auszusprechen. Ich fürchtete ständig, meine Worte könnten unpassend sein und deshalb auf Ablehnung stoßen, was mich noch schlechter dastehen lassen würde. Aber tatsächlich erwiesen sich viele meiner Ansichten und Vorschläge später als passend und bedenkenswert. Als ich über diese Dinge nachdachte, verstand ich die Gründe für meine Minderwertigkeitsgefühle immer deutlicher. Aufgrund äußerer Umstände hatte ich mich ständig negativ beurteilt und über mich selbst Urteile gefällt. Mit der Zeit verlor ich meine Eigeninitiative und wurde sowohl in der Kommunikation mit anderen als auch bei der Ausführung meiner Pflichten zunehmend passiver und ängstlicher.

Ich suchte dann weiter und las in Gottes Worten: „Unabhängig davon, welcher Mensch, welche Situation oder welches Ereignis deine Emotion der Minderwertigkeit aufkommen ließ, du solltest ein korrektes Verständnis von deinem Kaliber, deinen Stärken, Talenten und deinem Charakter haben. Es ist nicht richtig, sich minderwertig zu fühlen, noch ist es richtig, sich überlegen zu fühlen – beides sind negative Emotionen. Ein Gefühl der Minderwertigkeit kann deine Handlungen und deine Gedanken binden sowie deine Ansichten und deinen Standpunkt beeinflussen. In ähnlicher Weise hat auch Überlegenheit eine negative Wirkung. Daher solltest du, ob es sich um die Emotion der Minderwertigkeit oder um eine andere negative Emotion handelt, die Bemerkungen von anderen, die zum Aufkommen dieser Emotion führen, richtig verstehen. Zunächst einmal solltest du verstehen, dass diese Bemerkungen unzutreffend sind und dass Beurteilungen und Schlussfolgerungen, die sie über dich anstellen, alle unzutreffend sind, egal ob es dein Kaliber, dein Talent oder deinen Charakter betrifft. Wie kannst du dich also richtig einschätzen und kennen und dich von dieser Emotion der Minderwertigkeit losreißen? Du solltest Gottes Worte als Grundlage nehmen, um dich selbst zu erkennen – versuche zu erkennen, wie deine Menschlichkeit ist, wie dein Kaliber und deine Talente tatsächlich sind und welche Stärken du hast. … In einer solchen Situation musst du anhand von Gottes Worten eine angemessene Bewertung deiner selbst vornehmen und dich richtig einschätzen. Du solltest ermitteln, was du erlernt hast und worin deine Stärken liegen, und tun, wozu du imstande bist; was die Dinge betrifft, zu denen du nicht imstande bist, sprich, deine Mängel und Unzulänglichkeiten, so solltest du über sie nachdenken und sie erkennen, und du solltest auch genau abschätzen und wissen, wie dein Kaliber ist und ob es gut oder schlecht ist. Wenn du deine eigenen Probleme nicht verstehen kannst bzw. keine klare Erkenntnis über sie hast, dann bitte die Menschen mit dem nötigen Verständnis in deinem Umfeld, eine Beurteilung von dir vorzunehmen. Es spielt keine Rolle, ob das, was sie sagen, zutrifft. Es wird dir zumindest etwas geben, worauf du dich beziehen kannst und was es dir ermöglicht, zu einer grundlegenden Beurteilung bzw. Charakterisierung deiner selbst zu kommen. Danach kannst du das wesentliche Problem dieser negativen Emotion – deiner Emotion der Minderwertigkeit – lösen und sie allmählich hinter dir lassen. Die Emotion der Minderwertigkeit ist leicht zu beheben, wenn man sie erkennen kann, sich ihrer bewusst werden kann und nach der Wahrheit suchen kann(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (1)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, fand ich einen Weg, meine Minderwertigkeitsgefühle loszulassen. Er bestand darin, mich anhand von Gottes Worten objektiv und gerecht zu beurteilen. Ich durfte mich nicht ständig in diesen alten Erinnerungen suhlen, mich von den Schatten der Vergangenheit und den falschen Einschätzungen anderer einschränken lassen und durfte nicht zulassen, dass diese Dinge meine Gedanken und mein Leben bestimmten. Ich sollte mich entsprechend Gottes Worten messen und bewerten und meine Stärken und Schwächen richtig einschätzen. Ich konnte auch die Einschätzungen der Menschen um mich herum heranziehen, um mich objektiv zu beurteilen. Ich erinnerte mich daran, wie die Brüder und Schwestern, mit denen ich zusammenarbeitete, mich bewerteten. Sie sagten, mein Kaliber sei durchschnittlich, mein Verständnis nicht verzerrt, ich hätte in verschiedenen Situationen meine eigenen Gedanken und bei meinen Pflichten ein Gefühl für die Last und Verantwortung. Ich sah, dass ich zwar nicht besonders fähig und scharfsinnig war und kein sehr hohes Kaliber hatte, aber ich war auch niemand mit schlechtem Kaliber oder ohne eigene Gedanken. Außerdem lehnten mich meine Brüder und Schwestern wegen meiner Introvertiertheit und Wortkargheit nicht ab. Stattdessen halfen sie mir, wenn ich nervös wurde und nicht klar sprechen konnte, sogar, das, was ich sagen wollte, zu verdeutlichen und zu ergänzen. Dadurch spürte ich die echte Hilfe unter Brüdern und Schwestern, ohne Herabwürdigung oder Verachtung.

Eines Tages las ich in einem Erfahrungszeugnis eine Passage aus Gottes Worten, die mein Herz etwas erhellte und mich von den Einschränkungen meiner introvertierten Persönlichkeit befreite. Der Allmächtige Gott sagt: „Menschen, die in normaler Menschlichkeit leben, sind auch durch viele körperliche Instinkte und Bedürfnisse eingeschränkt. … Manchmal können Menschen durch Gefühle und körperliche Bedürfnisse eingeschränkt sein, und manchmal können sie den Einschränkungen körperlicher Instinkte oder den Einschränkungen von Zeit und Persönlichkeit unterliegen – das ist normal und natürlich. Manche Menschen sind zum Beispiel seit ihrer Kindheit recht introvertiert; sie reden nicht gerne und tun sich schwer im Umgang mit anderen. Selbst als Erwachsene in ihren Dreißigern oder Vierzigern können sie diese Persönlichkeitseigenschaft immer noch nicht überwinden: Sie sind noch immer weder redegewandt noch wortgewandt, und auch im Umgang mit anderen sind sie nicht gut. Nachdem sie Leiter geworden sind, schränkt diese Persönlichkeitseigenschaft ihre Arbeit bis zu einem gewissen Grad ein und behindert sie, was ihnen oft Kummer und Frustration bereitet und ihnen das Gefühl gibt, sehr eingeschränkt zu sein. Introvertiertheit und nicht gerne zu reden sind Erscheinungsformen normaler Menschlichkeit. Da sie Erscheinungsformen normaler Menschlichkeit sind, gelten sie dann vor Gott als Verfehlungen? Nein, es sind keine Verfehlungen, und Gott wird sie korrekt behandeln. Unabhängig von deinen Problemen, Mängeln oder Fehlern ist nichts davon in Gottes Augen ein Problem. Gott schaut nur darauf, wie du unter den angeborenen Voraussetzungen normaler Menschlichkeit die Wahrheit suchst, die Wahrheit praktizierst, nach den Wahrheitsgrundsätzen handelst und Gottes Weg folgst – das ist es, worauf Gott schaut(Das Wort, Bd. 7, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (3)). Ich habe es an mir selbst nie gemocht, introvertiert zu sein und mich nicht gut ausdrücken zu können, und wurde oft von Mitschülern und Kollegen herablassend behandelt und geringgeschätzt. Aber Gott sagt, dass diese Dinge Äußerungsformen normaler Menschlichkeit sind. Endlich erkannte ich, dass es nicht falsch ist, introvertiert zu sein und sich nicht gut ausdrücken zu können, und dass man sich dafür nicht schämen muss. Die angeborene Persönlichkeit eines Menschen lässt sich nicht ändern. Gottes Werk ist nicht dazu da, die Persönlichkeit zu ändern, Introvertierte in Extrovertierte zu verwandeln oder solche, die sich nicht gut ausdrücken können, in eloquente Redner. Gottes Werk konzentriert sich vielmehr darauf, die verdorbene Disposition eines Menschen zu reinigen und zu ändern. Gott verurteilt keine Unzulänglichkeiten und Mängel innerhalb der normalen Menschlichkeit. Gott schaut darauf, ob jemand nach der Wahrheit streben kann und ob er auf Seine Worte hören und danach praktizieren kann. Als ich das verstand, belasteten mich meine introvertierte Persönlichkeit und der Umstand, dass ich mich nicht gut ausdrücken konnte, nicht mehr, und ich lehnte mich selbst nicht mehr ab. Ich sollte richtig mit meinen Unzulänglichkeiten umgehen. Wenn ich meine Meinung ausdrücken muss, sollte ich nicht immer denken: „Ich kann das nicht. Ich bin introvertiert und kann nicht gut reden.“ Stattdessen muss ich meiner Verantwortung gerecht werden und nach den Grundsätzen handeln. Fortan praktizierte ich bei meinen Pflichten bewusst entsprechend Gottes Worten.

Als ich später die Arbeit nachverfolgte, bemerkte ich, dass einige Brüder und Schwestern bei ihren Pflichten passiv waren. Ich dachte daran, sie anzuspornen, aber als ich die Nachricht abschicken wollte, bekam ich Bedenken: „Wie soll ich das formulieren? Werden sie überhaupt positiv darauf reagieren? Wenn sie mir Fragen stellen und ich sie nicht klar beantworten kann, wird das total peinlich!“ Bei diesem Gedanken traute ich mich nicht, die Nachricht abzuschicken. Mir wurde klar, dass ich wieder einmal von meinen Minderwertigkeitsgefühlen gefesselt war. Ich dachte an die Worte Gottes, die ich ein paar Tage zuvor gelesen hatte: „Unabhängig von deinen Problemen, Mängeln oder Fehlern ist nichts davon in Gottes Augen ein Problem. Gott schaut nur darauf, wie du unter den angeborenen Voraussetzungen normaler Menschlichkeit die Wahrheit suchst, die Wahrheit praktizierst, nach den Wahrheitsgrundsätzen handelst und Gottes Weg folgst – das ist es, worauf Gott schaut(Das Wort, Bd. 7, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (3)). In diesem Moment spürte ich, dass ich eine Richtung und einen Weg hatte. Ganz gleich, ob meine Brüder und Schwestern aktiv reagierten, ich musste trotzdem meiner Verantwortung nachkommen. Also schickte ich eine Nachricht, um sie bei ihrer Arbeit anzuspornen. Als sie mir einige Fragen stellten, antwortete ich nach bestem Wissen und Gewissen. So zu praktizieren gab mir ein Gefühl der inneren Ruhe. Ich erlebte, dass Gottes Worte wirklich die Richtung und der Maßstab für das menschliche Handeln sind.

Später erinnerte mich eine Schwester daran nachzudenken: Welche verdorbenen Dispositionen schränkten mich – abgesehen von meinen Minderwertigkeitsgefühlen – noch ein, wenn ich bei meiner Pflicht immer passiv war und zurückschreckte? Die Schwester schickte mir eine Passage aus Gottes Worten, und erst da erkannte ich die eigentliche Ursache für mein Minderwertigkeitsgefühl. Der Allmächtige Gott sagt: „Die Familie trichtert den Menschen nicht nur ein oder zwei Sprüche ein, sondern eine ganze Reihe von bekannten Zitaten und Aphorismen. Erwähnen deine Familienältesten und Eltern zum Beispiel oft den Spruch ‚Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt‘? (Ja.) Sie sagen dir: ‚Die Menschen müssen für ihren Ruf leben. Menschen sollten in ihrem Leben nach nichts anderem suchen, als sich im Kopf anderer einen guten Ruf zu verschaffen und einen guten Eindruck zu hinterlassen. Mit wem auch immer du sprichst, sprich angenehme Worte zu ihm, sprich nur schmeichelhafte und freundliche Worte und stoße ihn nicht vor den Kopf. Tue stattdessen mehr Gutes und Freundliches.‘ Diese besondere Prägung durch die Familie hat einen gewissen Einfluss auf das Verhalten oder die Verhaltensgrundsätze der Menschen, mit der unvermeidlichen Folge, dass sie Ruhm und Gewinn große Bedeutung beimessen. Das heißt, sie legen großen Wert auf ihren eigenen Ruf, auf ihr Ansehen und auf den Eindruck, den sie in den Köpfen der Menschen hinterlassen, sowie darauf, wie andere Leute alles, was sie tun, und jede Meinung, die sie äußern, beurteilen. Die Menschen messen Ruhm und Gewinn große Bedeutung bei, sodass die Worte jener bekannten Sprüche und Grundsätze des Umgangs mit Dingen in der traditionellen Kultur eine dominante Position in ihrem Herzen einnehmen und es sogar vollständig einnehmen. Unmerklich sehen sie es schließlich als unwichtig an, ob sie ihre Pflicht in Übereinstimmung mit der Wahrheit und den Grundsätzen ausführen, und sie geben solche Überlegungen sogar gänzlich auf. In ihren Herzen werden jene satanischen Philosophien und bekannten Sprüche der traditionellen Kultur, wie zum Beispiel ‚Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt‘, besonders wichtig. … Die Absicht hinter allen deinen Handlungen besteht weder darin, die Wahrheit zu praktizieren noch darin, Gott zufriedenzustellen, sondern darin, deinen eigenen Ruf zu schützen. Wozu ist auf diese Weise alles, was du tust, unmerklich geworden? Tatsächlich ist alles zu einer religiösen Handlung geworden. Was ist aus deinem Wesen geworden? Du bist zum Archetyp eines Pharisäers geworden. Was ist aus deinem Weg geworden? Er ist zum Weg eines Antichristen geworden. So charakterisiert Gott das. Das Wesen aller deiner Handlungen hat sich also verändert und ist nun anders; du praktizierst nicht die Wahrheit und du strebst nicht nach ihr, stattdessen strebst du nach Ruhm und Gewinn. Schlussendlich ist Gottes Ansicht nach die Art und Weise, wie du deine Pflicht ausführst, – kurz gesagt – nicht maßstabsgerecht. Warum ist das so? Weil du dich nur deinem eigenen Ruf hingibst, nicht dem, was Gott dir anvertraut hat, oder deiner Pflicht als geschaffenem Wesen. … Der Grund dafür ist, dass alle deine Handlungen von ihrem Wesen her einzig und allein deinem Ruf dienen und einzig dem Zweck, den Spruch ‚Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt‘ in die Praxis umzusetzen – und nicht, um nach der Wahrheit zu streben. Und trotzdem ist dir das selbst nicht klar. Du denkst, dass es an diesem Spruch nichts auszusetzen gibt – leben die Menschen denn nicht für ihren Ruf? Wie es in dem gängigen Spruch doch so schön heißt: ‚Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt.‘ Dieser Spruch scheint sehr positiv und legitim zu sein, daher akzeptierst du unbewusst die Prägung durch ihn und hältst ihn für etwas Positives. Wenn du diesen Spruch einmal für etwas Positives hältst, strebst du danach und praktizierst ihn, ohne dass dir das bewusst ist. Ohne es zu merken und in völliger Verwirrung betrachtest du es gleichzeitig als Wahrheitskriterium. Wenn du ihn als Wahrheitskriterium betrachtest, kannst du das, was Gott sagt, nicht mehr verinnerlichen, noch kannst du es verstehen. Du setzt dieses Motto, ‚Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt‘, blindlings in die Praxis um und handelst danach, und was du ihm letztendlich abgewinnst, ist ein guter Ruf. Du hast erlangt, was du erlangen wolltest, aber dabei hast du gegen die Wahrheit verstoßen und sie aufgegeben und die Chance auf Errettung verpasst(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (12)). Durch Gottes Worte wurde mir klar, dass ich schon immer tief von der Vorstellung beeinflusst gewesen war: „Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt.“ Ich hatte immer großen Wert auf meinen Ruf gelegt und mir viele Gedanken darüber gemacht, was andere von mir denken würden. Ich war wie eine Marionette, gefesselt von Stolz und Status. Ich dachte darüber nach, dass die Tatsache, dass die Verantwortliche mich als Teamleiterin eingesetzt hatte, eigentlich eine großartige Gelegenheit für mich war, zu üben. Gemeinsam mit Brüdern und Schwestern zu kommunizieren und zu lernen war auch eine gute Gelegenheit für mich, meine Defizite auszugleichen. Wenn meine Ansichten falsch wären, könnten mir die Brüder und Schwestern helfen, etwaige Abweichungen zu korrigieren. Aber ich war immer von meinem Stolz eingeschränkt. Wenn ich sah, dass viele Leute da waren und ich meine Ansichten teilen sollte, war meine erste Reaktion immer: „Ich kann das nicht.“ Ich hatte Angst, meine Unzulänglichkeiten zu enthüllen und dass die Brüder und Schwestern einen schlechten Eindruck von mir bekämen und auf mich herabschauen würden. Infolgedessen sagte ich nicht, was hätte gesagt werden sollen, und kam der Verantwortung nicht nach, die ich hätte erfüllen sollen, wodurch ich bei der Ausführung meiner Pflichten sehr passiv wurde. Ich legte zu viel Wert auf meinen persönlichen Stolz und Status. Um meinen Stolz und Status zu schützen, verpasste ich viele Gelegenheiten, die Wahrheit zu praktizieren und meiner Verantwortung nachzukommen, und ich verpasste so viele Chancen, das Wirken des Heiligen Geistes zu empfangen. Ich musste bewusst die Wahrheit praktizieren und nicht mehr für Stolz oder Status leben.

Später musste ich aus Arbeitsgründen meine Pflichten in einem anderen Team ausführen, und der Teamleiter bat mich, die Arbeit der Brüder und Schwestern nachzuverfolgen und die Gruppenversammlungen zu leiten. Ich dachte bei mir: „Ich kann nicht gut reden. Wenn ich die Dinge nicht klar erkläre und die Brüder und Schwestern es nicht verstehen, werden die Leute dann nicht auf mich herabschauen?“ Ich war etwas nervös und angespannt. Aber mir wurde klar, dass Gott es zugelassen hatte, dass mir diese Pflicht zuteilwurde, um mir eine Last aufzuerlegen und mich mehr üben zu lassen. Deshalb nahm ich diese Pflicht an. Als ich mich anfangs mit Brüdern und Schwestern versammelte, leitete ich die Treffen gemeinsam mit meiner Partnerin. Vor dem gemeinschaftlichen Austausch war ich immer noch nervös und machte mir Sorgen, dass die Brüder und Schwestern auf mich herabschauen würden, wenn ich nicht gut Gemeinschaft hielt. Aber als ich daran dachte, dass dies meine Pflicht war, spürte ich ein Verantwortungsgefühl und konnte mutig Gemeinschaft halten. Obwohl ich während des gemeinschaftlichen Austauschs immer noch nervös war, stellte ich nach ein paar Versammlungen fest, dass ich, nachdem ich sorgfältig über Gottes Worte nachgedacht hatte, nicht mehr so nervös war, wenn ich Gemeinschaft hielt. Es war mir nicht mehr so wichtig, ob mein gemeinschaftlicher Austausch gut oder schlecht war, und ich fühlte mich viel befreiter. Dass ich diese kleine Veränderung herbeiführen konnte, war das Ergebnis der Führung durch Gottes Worte. Dank sei Gott!

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