58. Bedenken beim Schreiben einer Beurteilung
Als die Kirche im Jahr 2021 die Arbeit der Bereinigung durchführte, fiel mir Folgendes auf: Wenn die Bezirksleiterin Li Jing bemerkte, dass jemand eine verdorbene Disposition offenbarte – etwa arrogant und selbstgerecht oder selbstsüchtig war, auf das eigene Fleisch Rücksicht nahm oder streitlustig war – hielt sie keine Gemeinschaft, um demjenigen zu helfen. Stattdessen entfernte sie ihn, ohne die schriftliche Zustimmung von über 80 % der Kirchenmitglieder einzuholen. Sie konfiszierte auch seine Bücher mit den Worten Gottes. Die Brüder und Schwestern lebten alle in Angst. Auch ich machte mir Sorgen um meine eigene Situation. Ich wusste, dass meine Disposition recht arrogant war und dass mir die Bürde für meine Pflicht fehlte. Manchmal nahm ich sogar Rücksicht auf mein Fleisch und war oberflächlich. Angesichts der Art, wie Li Jing Leute unter die Lupe nahm, dachte ich, es sei nur eine Frage der Zeit, bis ich an der Reihe wäre. Einmal öffnete ich mich Li Jing gegenüber über meinen Zustand, und sie sagte: „Das ist ein Schritt in Gottes Werk. Jeder muss es erfahren, entfernt zu werden. Es hat keinen Sinn, Angst zu haben!“ Als ich sie das sagen hörte, spürte ich, dass etwas nicht stimmte. In der Zeit, in der Gott wirkt und die Menschheit rettet, wird jeder gewisse verdorbene Dispositionen offenbaren. Doch solange jemand die Wahrheit annehmen kann und fähig ist, Buße zu tun und sich zu ändern, ist er zu retten. Gott schaut nicht auf die augenblicklichen Offenbarungen von Verdorbenheit eines Menschen; Er misst und charakterisiert ihn anhand seines beständigen Verhaltens und seiner Wesensnatur. Diejenigen, die in der Kirche beständig für Unterbrechungen und Störungen sorgen, viel Böses tun und sich weigern, Buße zu tun – ihr Wesen ist das eines bösen Menschen, und sie sollten entfernt und ausgemustert werden. Es entspricht nicht den Grundsätzen, jemanden nur wegen einer augenblicklichen Offenbarung von Verdorbenheit zu entfernen! Aber dann kam mir ein anderer Gedanke: „Ich führe diese Art von Pflicht ja gar nicht aus, also verstehe ich viele der Grundsätze nicht. Wenn ich unvorsichtig rede, werde ich vielleicht als Nächste ins Visier genommen. Was, wenn ich entfernt werde? Dann ist mein Glaubensweg zu Ende. ‚Je weniger Probleme, desto besser‘; ‚Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste‘. Wie Li Jing und die anderen damit umgehen, ist ihre Sache; es hat nichts mit mir zu tun. Solange ich nicht unter die Lupe genommen werde, reicht mir das.“ Also sagte ich kein Wort. Von da an mied ich das Thema, wann immer jemand über das Entfernen von Leuten sprach, aus panischer Angst, das Falsche zu sagen und selbst ins Visier der Ermittlungen zu geraten.
Eines Tages erhielt ich einen Brief von Li Jing. Sie bat mich, eine Beurteilung über Wang Yu zu schreiben. Diese sollte auf mehreren von ihr zusammengefassten Äußerungsformen basieren, die zeigen, dass jemand nicht nach der Wahrheit strebt. Ich war ziemlich schockiert, als ich das las. Ich hatte über drei Jahre lang mit Wang Yu zusammengearbeitet. Sie war bei ihrer Pflicht immer sehr proaktiv gewesen und hatte zwar eine etwas arrogante Disposition, aber sie hatte nie jemanden eingeschränkt oder die Arbeit der Kirche gestört. Warum wurde sie unter die Lupe genommen? Ich konnte es mir einfach nicht erklären. Der Brief wies mich an, über Wang Yus Äußerungsformen zu schreiben, die zeigten, dass sie nicht nach der Wahrheit strebte – unter anderem, dass sie das Zurechtstutzen nicht annahm, streitlustig war und ihre eigenen Interessen schützte. Darin stand auch, dass ich über nichts anderes schreiben dürfe. Ich dachte bei mir: „Jeder offenbart diese Art von Verdorbenheit bis zu einem gewissen Grad. Wenn ich eine Beurteilung schreibe, die nur darauf basiert, wird sie vollkommen negativ ausfallen. Das ist nicht richtig! Sollte eine Beurteilung nicht auf dem basieren, was man persönlich gesehen hat? Sollte sie nicht ein objektiver und fairer Bericht über die Stärken und Schwächen von jemandem sein? Warum soll ich nur über ihre Schwächen schreiben und nicht über ihre Stärken? Es scheint, als hätte die Leiterin keinen guten Eindruck von Wang Yu. Diesmal läuft sie wirklich Gefahr, entfernt zu werden.“ Bei diesem Gedanken fing ich an, mir Sorgen um Wang Yu zu machen. Ich las den Brief immer wieder und dachte bei mir: „Li Jing ist diejenige, die diese Arbeit hauptsächlich nachverfolgt. Sie ist die Bezirksleiterin und ich bin nur eine gewöhnliche Gläubige. Ich kann es nicht mit ihr aufnehmen. In einer so kritischen Zeit wie dieser kann ich mir keinen Ärger erlauben. Ich schreibe es besser einfach.“ Doch als ich anfing zu schreiben, kam ich nicht weiter. Ich dachte daran, wie Wang Yu manchmal defensiv war und widersprach, wenn man sie zurechtstutzte. Aber danach war sie in der Lage, die Wahrheit zu suchen, über sich selbst nachzudenken und eine gewisse Selbsterkenntnis zu erlangen. Sie hatte auch eine gewisse Veränderung und einen gewissen Eintritt gezeigt und im Allgemeinen die Interessen der Kirche gewahrt. Waren das nicht alles Ausdrucksformen des Strebens nach der Wahrheit? Aber Li Jing wollte nur, dass ich über die Ausdrucksformen schrieb, die zeigten, dass sie nicht nach der Wahrheit strebte. Wie sollte ich das schreiben? Dann kam mir ein anderer Gedanke: „Li Jing kennt Wang Yu gut. Fordert sie diese Informationen von mir an, weil sie irgendein Problem bei ihr entdeckt hat? Warum sonst sollte sie sie unter die Lupe nehmen? Ich verstehe so wenig von der Wahrheit, mein Unterscheidungsvermögen ist schlecht und meine Sichtweise ist nicht unbedingt zutreffend. Ich sollte meine Meinung besser nicht unvorsichtig äußern. Sie ist eine höherrangige Leiterin; sie hat sich mit mehr Problemen befasst und hatte mit mehr Menschen zu tun. Vielleicht sieht sie die Dinge aus einem anderen Blickwinkel als ich. Und was, wenn ich etwas Unzutreffendes sage? Li Jing würde sagen: ‚Du glaubst schon seit so vielen Jahren an Gott und verstehst die Wahrheit immer noch nicht. Du hast so lange mit Wang Yu zusammengearbeitet und hast nicht einmal dieses bisschen Unterscheidungsvermögen? Du bist so ein Wirrkopf!‘ Im Moment nimmt Li Jing jeden unter die Lupe, der Verdorbenheit offenbart. Wenn sie mich als Wirrkopf ansieht und denkt, ich hätte kein Unterscheidungsvermögen, wird sie dann nicht auch mich unter die Lupe nehmen? Wäre ich dann nicht in Gefahr? Ich könnte jeden Moment entfernt werden, und meine Chance auf Errettung wäre dahin. Ich muss vorsichtig sein! Das Dringendste ist jetzt, auf mich selbst aufzupassen und meine Meinung nicht herauszuposaunen. Wenn ich meine eigenen Probleme offenlege und entfernt werde, werde ich kein gutes Ende nehmen.“ Also versuchte ich herauszufinden, wie ich über Wang Yus Äußerungsformen, die zeigten, dass sie nicht nach der Wahrheit strebte, schreiben konnte, genau wie es der Brief verlangte. Aber je mehr ich schrieb, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass Wang Yu nur eine gewisse Verdorbenheit offenbarte, danach aber nachdachte und zur Selbsterkenntnis gelangte. Ich hielt mittendrin inne und dachte: „Diese Dinge, über die ich schreibe, sind keine Äußerungsformen davon, dass sie nicht nach der Wahrheit strebt. Widerspreche ich damit nicht direkt Li Jing?“ Also ging ich einen Kompromiss ein und schrieb etwas mehr über Wang Yus offenbarte Verdorbenheit. Aber als ich zum Schluss kam, wo ich meine eigene Ansicht darlegen sollte, zögerte ich erneut. „Wenn ich sage, dass Wang Yu nicht nach der Wahrheit strebt, würde das gegen mein Gewissen gehen. Mein Gewissen zu unterdrücken und nicht die Wahrheit zu sagen, wäre eine Verfehlung vor Gott! Aber wenn ich sage, dass sie nach der Wahrheit strebt, würde das von Li Jings Ansicht abweichen. Wenn sie sich daraufhin eine Meinung über mich bildet und mich unter die Lupe nimmt, dann bin ich in Gefahr. Ich sollte besser auf mich aufpassen und mich da nicht hineinziehen lassen.“ Und so schrieb ich die Worte nieder: „Ich kann sie nicht klar durchschauen.“ Ich dachte: „Ob Wang Yu nach der Wahrheit strebt oder nicht, das soll Li Jing analysieren und entscheiden. Ich werde keine voreiligen Schlüsse ziehen.“ Damals hielt ich mich sogar für ziemlich clever. Und so reichte ich die Beurteilung ein. Kurz darauf wurde Wang Yu aus unbekannten Gründen von ihrer Pflicht, das Evangelium zu predigen, abgesetzt. In dieser Zeit bemerkte ich, dass sie etwas negativ gestimmt war und nicht viel redete. Mir war ein wenig unbehaglich zumute, aber dann dachte ich: „Es war nicht allein meine Beurteilung, die das verursacht hat“, also dachte ich nicht über mein eigenes Problem nach.
Eine Weile später kam ein höherrangiger Leiter, um die Situation bezüglich der Bereinigungsarbeit zu untersuchen. Er stellte fest, dass einige Brüder und Schwestern nur entfernt worden waren, weil sie eine gewisse Verdorbenheit offenbart hatten, und dass dies das Ergebnis davon war, dass die Bezirksleiterin Li Jing und die Verantwortlichen für die Bereinigungsarbeit willkürlich und eigenmächtig handelten, nicht gemäß den Grundsätzen. Nach Überprüfung wurden diese Brüder und Schwestern, die zu Unrecht entfernt worden waren, wieder in die Kirche aufgenommen. Was Li Jing betraf, so zeigte sie keine Reue für das, was sie getan hatte, widersprach sogar und versuchte, ihre Handlungen zu rechtfertigen. Am Ende wurde sie als Antichrist charakterisiert und ausgeschlossen. Einige der für die Bereinigungsarbeit verantwortlichen Mitarbeiter wurden ebenfalls entlassen. Nachdem Wang Yu in die Kirche zurückgekehrt war, übernahm sie eine textbasierte Pflicht. Während einer Versammlung teilte Wang Yu ihr erfahrungsbasiertes Verständnis aus dieser Zeit. Sie sagte, als sie zum ersten Mal bemerkte, dass sich die Einstellung ihrer Brüder und Schwestern ihr gegenüber geändert hatte, wusste sie, dass jemand dabei war, sie unter die Lupe zu nehmen. Der Gedanke, dass sie nach so vielen Jahren des Glaubens nun davor stand, entfernt zu werden, und dass ihr Glaubensweg kurz vor dem Ende stand, führte dazu, dass sie sich völlig hoffnungslos, gequält und gepeinigt fühlte. Sie konnte weder essen noch schlafen. Aber sie wusste, dass das Erleben einer solchen Situation kein Zufall war, und sie war bereit, sich zu unterwerfen, ihre Lektionen zu lernen, über sich selbst nachzudenken und sich selbst zu erkennen. Danach dachte sie über einige ihrer Äußerungsformen nach, die zeigten, dass sie die Wahrheit nicht annahm und eine arrogante Disposition hatte. Sie sagte, sie habe früher gedacht, sie führe mehr Pflichten aus als andere, verstehe mehr von der Wahrheit als sie und habe sich immer für ziemlich gut gehalten. Sie habe sogar auf Brüder und Schwestern herabgeschaut, wenn sie Abweichungen in deren Pflichten entdeckte. Sie sagte, wenn sie dieses Mal nicht von ihrer Pflicht abgesetzt worden wäre, hätte sie nie wirklich über sich selbst nachgedacht. Sie hatte das Gefühl, dass es Gottes Gerechtigkeit gewesen wäre, selbst wenn man sie entfernt hätte, weil sie so verdorben und rebellisch war, und dass sie sich nicht hätte beschweren dürfen… Als ich ihren gemeinschaftlichen Austausch hörte, war ich lange Zeit zutiefst aufgewühlt und machte mir schwere Selbstvorwürfe. Ich fragte mich: „Trage ich nicht eine Mitschuld an dem Leid, das Wang Yu in dieser Zeit durchgemacht hat? Wie habe ich mich in dieser Angelegenheit verhalten? Warum habe ich nicht meine wahren Gedanken aufgeschrieben? Warum habe ich die Worte ‚Ich kann sie nicht klar durchschauen‘ geschrieben? Warum habe ich keinen Sinn für Gerechtigkeit? Wie charakterisiert Gott ein solches Verhalten?“ Sobald mir diese Gedanken kamen, fühlte es sich an, als würde eine Nadel in mein Herz stechen. Ich betete zu Gott: „O Gott, ich wusste genau, dass Wang Yu keine Person war, die nicht nach der Wahrheit strebt, und doch habe ich meine Ansicht nicht klar geäußert. Welche verdorbene Disposition beherrscht mich? O Gott, bitte führe mich zur Selbsterkenntnis.“
Eines Tages las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten, der mich tief bewegte. Der Allmächtige Gott sagt: „In jeder Kirche gibt es einige Jasager. … Diese Menschen streben nicht nach der Wahrheit; sie wollen nur ein einfaches Leben führen und begehren fleischliche Bequemlichkeit. Sie sind zu selbstsüchtig und zu aalglatt. Gibt es viele solcher Menschen in der Gesellschaft? Egal, welche politische Partei an der Macht ist, egal, wer im Amt ist, sie sind beliebt, sie können ihre sozialen Beziehungen sehr erfolgreich handhaben und leben bequem; egal, welche politische Bewegung aufkommt, sie werden nicht hineingezogen. Was für Menschen sind das? Das sind die betrügerischsten, die aalglattesten Menschen, bekannt als ‚aalglatte Leute‘ und ‚alte Schlangen‘. Sie leben nach Satans Philosophien, ohne einen Funken von Grundsatz. Wer auch immer an der Macht ist, diese Personen hofieren ihn, schmeicheln ihm und preisen seine Verdienste. Sie tun nichts anderes, als ihre Vorgesetzten zu verteidigen, und kränken sie niemals. Wie viel Böses ihre Vorgesetzten auch tun, sie lehnen es weder ab noch unterstützen sie es, sondern sie halten ihre Gedanken tief im Inneren verborgen. Sie sind beliebt, egal wer an der Macht ist. Satan und die Teufelskönige mögen Menschen dieser Art. Warum mögen die Teufelskönige Menschen dieser Art? Weil sie die Angelegenheiten der Teufelskönige nicht durchkreuzen und keine Bedrohung für sie darstellen. Menschen dieser Art sind grundsatzlos, haben keine moralische Grundlinie und es fehlt ihnen an Integrität und Würde; sie folgen nur den Trends der Gesellschaft, beugen sich vor den Teufelskönigen und passen sich deren Geschmack an. Gibt es nicht auch solche Menschen in der Kirche? Können solche Menschen Überwinder sein? Sind sie gute Soldaten Christi? Sind sie Zeugen für Gott? Können solche Menschen aufstehen und gegen böse Menschen und Antichristen Krieg führen, sie entlarven, erkennen und verleugnen, ihren bösen Taten ein Ende setzen und für Gott Zeugnis ablegen, wenn diese ihre Köpfe erheben und die Arbeit der Kirche stören? Das können sie ganz sicher nicht. Diese aalglatten Leute sind nicht diejenigen, die Gott perfektionieren wird, oder diejenigen, die Er retten wird. Sie legen niemals Zeugnis für Gott ab oder wahren die Interessen Seines Hauses. In Gottes Augen sind diese Menschen nicht diejenigen, die Ihm folgen oder sich Ihm unterwerfen, sondern diejenigen, die sich blindlings der Masse beim Stiften von Unruhe anschließen, Mitglieder von Satans Gefolgschaft – sie sind es, die Er ausmustern wird, wenn Sein Werk vollendet ist. Gott schätzt solche elenden Kreaturen nicht. Sie haben weder die Wahrheit noch das Leben; sie sind Tiere und Teufel; sie sind der Errettung durch Gott und des Genusses Seiner Liebe unwürdig. Also verwirft und mustert Gott solche Menschen mit Leichtigkeit aus, und die Kirche sollte sie umgehend als Ungläubige entfernen. … Solche Menschen schleichen sich in Gottes Haus ein, nur um sich am Trubel zu ergötzen und sich blindlings der Masse beim Stiften von Unruhe anzuschließen. Sie haben weder Gerechtigkeitssinn noch Verantwortungsbewusstsein; sie empfinden nicht einmal Mitgefühl für gute Menschen, die von bösen Menschen geschädigt werden. Solche Menschen Teufel und Satane zu nennen, ist mehr als angebracht. Wenn jemand mit Gerechtigkeitssinn böse Menschen entlarvt, werden sie ihn nicht einmal anfeuern oder unterstützen. Vertraue diesen Leuten also niemals; sie sind aalglatte Leute, Chamäleons, alte Schlangen. Sie glauben nicht aufrichtig an Gott, sondern sind Diener Satans. Diese Menschen können niemals gerettet werden, und Gott will sie nicht; das ist Gottes klarer Wunsch“ (Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (19)). Gott enthüllt, dass verschlagene Menschen zu niemandem aufrichtig sind; sie sind aalglatt und betrügerisch und Experten darin, zu spüren, woher der Wind weht. Sie haben keine Grundsätze oder Mindeststandards in ihrem Verhalten und sind nicht vertrauenswürdig. Besonders als ich diese Worte Gottes las: „Vertraue diesen Leuten niemals; sie sind aalglatte Leute, Chamäleons, alte Schlangen. Sie glauben nicht aufrichtig an Gott, sondern sind Diener Satans. Diese Menschen können niemals gerettet werden, und Gott will sie nicht; das ist Gottes klarer Wunsch,“ fühlte ich mich tief im Herzen getroffen. Ich hatte das Gefühl, genau diese Art von Mensch zu sein. Als ich über mich selbst nachdachte, erkannte ich: Nachdem Li Jing jene Brüder und Schwestern entfernt hatte, die nur eine gewisse Verdorbenheit offenbart hatten, machte ich mir Sorgen, eines Tages auch entfernt zu werden. Also fing ich an, Ausschau zu halten, woher der Wind wehte. Ich sah deutlich, dass Li Jing beim Entfernen von Menschen nicht den Grundsätzen folgte, und ich hatte Zweifel in meinem Herzen, als ich die abwegigen und absurden Dinge hörte, die sie verbreitete. Dennoch verhielt ich mich wie ein Feigling, zog mich in mein Schneckenhaus zurück und urteilte nicht darüber, was richtig oder falsch war. Ich mied sogar das Thema und schwieg vorsichtig, wann immer ich jemanden über die Bereinigungsarbeit diskutieren hörte. Als Li Jing mich bat, die Beurteilung über Wang Yu zu schreiben, schrieb ich nicht die Fakten der Situation auf, wie ich sie gemäß den Grundsätzen verstand, sondern versuchte, Li Jings Meinung über sie zu erraten. Ich hatte Angst, dass sie auch mich unter die Lupe nehmen würde, wenn meine Ansicht von ihrer abwich. Also wählte ich einen Mittelweg, schrieb einige gute und einige schlechte Dinge und beschrieb nur den Hergang der Ereignisse, ohne meine eigene Ansicht zu äußern. Ich wusste ganz genau, dass Wang Yu kein Ziel für eine Entfernung sein sollte, und ich wusste, dass Li Jing bei ihren Untersuchungen und dem Entfernen von Menschen nicht den Grundsätzen folgte. Dennoch ordnete ich mich der Mächtigen unter und handelte nach satanischen Philosophien wie „Ein weiser Mensch unterwirft sich den Umständen“ und „Kluge Menschen wissen sich zu schützen“. Um mich selbst zu schützen, wählte ich den Mittelweg, versuchte niemanden zu verletzen oder zu kränken, und sagte einfach, ich könne sie nicht klar durchschauen. Auf diese Weise läge die Verantwortung bei Li Jing, wenn es falsch wäre, Wang Yu zu entfernen, und es hätte nichts mit mir zu tun. Ich war so aalglatt! War ich nicht einfach so eine aalglatte Person? Bei einer so kleinen Sache wie dem Schreiben einer Beurteilung zerbrach ich mir den Kopf, um es allen recht zu machen. Ich war so aalglatt und betrügerisch! Um jeglichen Verlust meiner eigenen Interessen zu vermeiden, spielte ich taktische Spielchen und wandte Tricks an, sagte nie, was ich wirklich dachte, sondern äußerte mich vage und unklar. Inwiefern unterscheidet sich das von der Art, wie Satan spricht? Ich dachte daran, wie Gott Satan fragte: „Wo kommst du her?“ (Hiob 1,7). Satan antwortete daraufhin: „Ich habe das Land umher durchzogen“ (Hiob 1,7). Satans Antwort auf Gottes Frage war zweideutig, was es unmöglich machte, die Wahrheit darin zu erfassen. Ich war genauso. Ich wusste genau, dass Wang Yu nach der Wahrheit strebte, und ich hatte sogar über einige ihrer Äußerungsformen geschrieben, die ihr Streben nach der Wahrheit zeigten, und doch sagte ich immer noch zweideutige und vage Dinge wie „Ich kann sie nicht klar durchschauen“. Ich war so aalglatt und betrügerisch! Je mehr ich nachdachte, desto mehr ekelte ich mich vor mir selbst. Ich schämte mich und fühlte mich so gedemütigt, dass ich es nicht ertragen konnte, Wang Yu in die Augen zu sehen.
Während meiner geistlichen Andachten las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten, der falsche Leiter entlarvt und der für meinen Zustand besonders zutreffend war. Der Allmächtige Gott sagt: „Es gibt auch einige falsche Leiter, die ein gewisses Kaliber haben und ein wenig Arbeit verrichten können und die ein wenig über die Grundsätze für den Umgang mit jeder Art von Mensch wissen. Sie haben jedoch Angst, Menschen zu beleidigen, also wagen sie es nicht, böse Menschen und Antichristen zu entlarven, aufzuhalten oder einzuschränken, wenn sie entdecken, dass diese Unterbrechungen und Störungen verursachen. Sie leben nach satanischen Philosophien und verschließen die Augen vor Angelegenheiten, von denen sie meinen, dass sie nichts mit ihnen zu tun haben. Es ist ihnen völlig egal, welche Ergebnisse die Arbeit der Kirche erzielt oder wie sehr der Lebenseintritt von Gottes auserwähltem Volk beeinträchtigt wird; sie denken, solche Dinge hätten nichts mit ihnen zu tun. Während der Amtszeit eines solchen falschen Leiters wird also die normale Ordnung des Kirchenlebens nicht aufrechterhalten, und die Pflichten und der Lebenseintritt von Gottes auserwähltem Volk werden nicht geschützt. Was ist die Natur dieses Problems? Es ist nicht so, dass diese falschen Leiter keine Arbeit verrichten können, weil ihr Kaliber schlecht ist; dass sie keine wirkliche Arbeit verrichten liegt daran, dass ihre Menschlichkeit schlecht ist und es ihnen an Gewissen und Vernunft mangelt. In welcher Hinsicht sind falsche Leiter falsch? Es fehlt ihnen am Gewissen und an der Vernunft der Menschlichkeit; daher wird während ihrer Amtszeit als Leiter das Problem, dass böse Menschen und Antichristen die Arbeit der Kirche unterbrechen und stören, überhaupt nicht gelöst. Manche Brüder und Schwestern werden schwer geschädigt, und auch die Arbeit der Kirche erleidet enorme Verluste. Wenn solche falschen Leiter ein Problem bemerken, wenn sie sehen, wie ein böser Mensch oder ein Antichrist eine Unterbrechung oder eine Störung verursacht, wissen sie, was ihre Verantwortung ist, was sie tun und wie sie es tun sollten, doch sie tun überhaupt nichts, und sie stellen sich sogar dumm, ignorieren es vollständig und melden die Angelegenheit nicht ihren Vorgesetzten. Sie tun so, als wüssten und sähen sie nichts, und lassen zu, dass böse Menschen und Antichristen die Arbeit der Kirche unterbrechen und stören. Gibt es nicht ein Problem mit ihrer Menschlichkeit? Gehören sie nicht zum selben Lager wie böse Menschen und Antichristen? Welchen Grundsatz verfolgen sie als Leiter? ‚Ich verursache keine Unterbrechungen oder Störungen, aber ich werde nichts tun, was Anstoß erregt, oder irgendetwas, das die Würde anderer verletzt. Charakterisiere mich als falschen Leiter, und ich werde trotzdem nichts tun, was Anstoß erregt. Ich muss mir einen Ausweg offenlassen.‘ Was für eine Logik ist das? Es ist die Logik Satans. Und was für eine Art Disposition ist das? Ist sie nicht sehr verschlagen und betrügerisch? Eine solche Person ist in ihrem Umgang mit Gottes Auftrag nicht im Geringsten aufrichtig; sie ist bei der Ausführung ihrer Pflicht immer listig und aalglatt, mit so vielen üblen Berechnungen, und denkt bei allem an sich selbst. Sie verschwendet nicht den geringsten Gedanken an die Arbeit der Kirche und hat weder Gewissen noch Vernunft. Sie ist grundsätzlich unwürdig, als Kirchenleiter zu dienen. Solche Menschen haben nicht die geringste Bürde für die Arbeit der Kirche oder den Lebenseintritt von Gottes auserwähltem Volk. Sie kümmern sich nur um ihre eigenen Interessen und ihr Vergnügen; sie konzentrieren sich ausschließlich darauf, den Vorteilen von Status zu frönen, ohne sich darum zu kümmern, in welchem Zustand sich Gottes auserwähltes Volk befindet. Sind das nicht die selbstsüchtigsten und verachtenswertesten Menschen? Selbst wenn sie entdecken, dass böse Menschen und Antichristen die Arbeit der Kirche stören, schenken sie dem keine Beachtung, als ob diese Angelegenheiten nichts mit ihnen zu tun hätten. … Schließlich definierte Ich diese Art von Person so: Sie mag keine großen Fehler machen, aber sie ist sehr verschlagen und betrügerisch; sie übernimmt überhaupt keine Verantwortung, und sie hält auch überhaupt nicht die Arbeit der Kirche aufrecht – sie hat keine Menschlichkeit. Ich habe das Gefühl, sie ist wie eine Art Tier; in ihrer List ähnelt sie etwas dem Fuchs. Man sagt, dass Füchse listig sind, aber in Wirklichkeit sind solche Menschen noch listiger als Füchse“ (Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (20)). Indem ich mich an Gottes Worten maß, erlangte ich eine gewisse Selbsterkenntnis. Warum hatte ich in die Beurteilung geschrieben, dass ich sie nicht klar durchschauen konnte? Lag es wirklich daran, dass ich es nicht konnte? Nein, das tat es nicht. Ich hatte deutlich gesehen, dass es Abweichungen gab in der Art, wie Li Jing Leute unter die Lupe nahm, und ich sah auch, dass Wang Yu nur eine gewisse Verdorbenheit offenbarte und kein Ziel für eine Bereinigung hätte sein sollen. Aber ich hatte Angst, selbst hineingezogen und ins Visier genommen zu werden, also wagte ich es nicht, die Wahrheit zu sagen. Ich wagte es nicht, auch nur ein einziges Wort zu sagen, als ich mit etwas konfrontiert wurde, das nicht mit den Grundsätzen übereinstimmte. Ich hatte keinen Sinn für Gerechtigkeit. Ich erkannte, dass meine Natur tatsächlich selbstsüchtig und verachtenswert, aalglatt und betrügerisch war, und mir jegliches Gewissen und jegliche Vernunft fehlte. Ich dachte darüber nach, warum Gott ehrliche Menschen mag. Weil ehrliche Menschen gutherzig und aufrecht sind. Sie sind fair und gerecht in ihren Worten und Taten, sie haben einen Sinn für Gerechtigkeit, sie denken nicht an ihre eigenen Interessen und fürchten weder Macht noch Status. In entscheidenden Momenten können sie aufstehen, um die Grundsätze zu wahren und das Richtige zu verteidigen. Solche Menschen besitzen Menschlichkeit und ein gottesfürchtiges Herz. Aber in meinen Handlungen und meinem Verhalten war nicht im Geringsten das Abbild eines ehrlichen Menschen zu erkennen. Ich dachte nur daran, meine eigenen Interessen zu schützen, ohne Rücksicht auf andere. Ich sah, wie Wang Yu von ihrer Pflicht abgesetzt wurde und litt, und doch blieb ich gleichgültig, ohne einen Funken Güte oder Mitgefühl. Ich dachte an Gottes Worte: „Du solltest wissen, dass das, was Ich gewinne, reines, geläutertes Gold ist, nicht Sand. Wie können die bösen Menschen in Meinem Haus bleiben? Wie kann Ich es tolerieren, dass Füchse als Parasiten in Meinem Paradies leben?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die sieben Donner erschallen – sie sagen voraus, dass sich das Evangelium des Königreichs im ganzen Universum verbreiten wird). Gott ist heilig, und Er wird absolut niemanden mit einer listigen und betrügerischen Disposition in Seinem Haus dulden. Früher verstand ich nicht, worauf sich „Füchse“ in Gottes Worten bezog. Aber heute, durch die Offenbarung der Tatsachen, sah ich, dass meine eigene Natur verräterisch und aalglatt war und dass ich genau die Art von Person war, die Gott als „Fuchs“ entlarvt. Erst da sah ich meine eigene hässliche Seele, der jegliche menschliche Vernunft fehlte. Ich schämte mich, fühlte mich zutiefst gedemütigt und wollte im Erdboden versinken. Dann betete ich zu Gott: „O Gott, ich glaube an Dich, aber ich versäume es, Deine Worte zu praktizieren. Meine Taten haben Schande über Deinen Namen gebracht. O Gott, ich bin bereit, Buße zu tun und ein wahres menschliches Abbild auszuleben. Bitte führe mich.“
Später las ich einen weiteren Abschnitt aus Gottes Worten und verstand, wie ich Leiter und Mitarbeiter behandeln sollte. Der Allmächtige Gott sagt: „Welche Einstellung sollten die Menschen haben, wenn es darum geht, wie sie einen Leiter oder Mitarbeiter behandeln? Wenn das, was ein Leiter oder Mitarbeiter tut, richtig ist und der Wahrheit entspricht, dann kannst du ihm gehorchen; wenn das, was er tut, falsch ist und nicht der Wahrheit entspricht, dann solltest du ihm nicht gehorchen und kannst ihn bloßstellen, ihm widersprechen und eine andere Meinung vertreten. Wenn er nicht in der Lage ist, tatsächliche Arbeit zu leisten, oder er böse Taten begeht, die die Arbeit der Kirche stören, und sich als falscher Leiter, falscher Mitarbeiter oder Antichrist offenbart, dann kannst du ihn erkennen, ihn entlarven und ihn melden. Manche von Gottes auserwähltem Volk verstehen jedoch die Wahrheit nicht und sind besonders feige; sie fürchten, von falschen Leitern und Antichristen unterdrückt und gequält zu werden, und wagen es deshalb nicht, die Grundsätze zu wahren. Sie sagen: ‚Wenn der Leiter mich rauswirft, bin ich erledigt; wenn er alle dazu bringt, mich bloßzustellen oder mir den Rücken zuzukehren, dann werde ich nicht mehr an Gott glauben können. Wenn ich aus der Kirche ausgeschlossen werde, wird Gott mich nicht wollen und mich nicht retten. Wäre mein Glaube dann nicht umsonst gewesen?‘ Ist eine solche Denkweise nicht lächerlich? Haben solche Menschen wirklich wahren Glauben an Gott? Würde ein falscher Leiter oder ein Antichrist als Gottes Stellvertreter handeln, wenn er dich ausschließt? Wenn ein falscher Leiter oder Antichrist dich quält und ausschließt, ist das Satans Werk und hat nichts mit Gott zu tun; wenn Menschen aus der Kirche entfernt oder ausgeschlossen werden, entspricht dies nur Gottes Absichten, wenn es von der Kirche und allen Auserwählten Gottes gemeinsam entschieden wird und wenn das Entfernen oder der Ausschluss vollständig mit den Arbeitsanordnungen von Gottes Haus und den Wahrheitsgrundsätzen von Gottes Worten übereinstimmt. Wie könnte der Ausschluss durch einen falschen Leiter oder Antichristen bedeuten, dass du nicht mehr gerettet werden kannst? Das ist Verfolgung durch Satan und den Antichristen und bedeutet nicht, dass Gott dich nicht retten wird. Ob du gerettet werden kannst, hängt von Gott ab. Kein Mensch ist berechtigt, zu entscheiden, ob du von Gott gerettet werden kannst. Darüber musst du dir im Klaren sein. Und dass du, wenn du von einem falschen Leiter oder Antichristen ausgeschlossen wirst, es als Ausschluss durch Gott betrachtest – ist das nicht eine Fehlinterpretation Gottes? Doch, das ist es. Und es ist nicht nur eine Fehlinterpretation Gottes, sondern auch ein Aufbegehren gegen Gott. Außerdem ist es auch eine Art von Gotteslästerung. … Das beweist, dass du nicht glaubst, dass im Haus Gottes die Wahrheit regiert; es zeigt, dass du keinen wahren Glauben an Gott hast und dass du niemand bist, der wirklich an Gott glaubt. Wenn du auf die Allmacht Gottes vertraust, warum fürchtest du dann die Rache eines falschen Leiters oder eines Antichristen? Können sie dein Schicksal bestimmen? Wenn du urteilsfähig bist und feststellst, dass ihr Handeln im Widerspruch zur Wahrheit steht, warum hältst du dann nicht Gemeinschaft mit Gottes auserwähltem Volk, das die Wahrheit versteht? Du hast einen Mund, warum also traust du dich nicht, ihn aufzumachen? Warum hast du solche Angst vor einem falschen Leiter oder einem Antichristen? Das beweist, dass du ein Feigling bist, ein Taugenichts, ein Lakai Satans“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 3: Sie grenzen diejenigen, die nach der Wahrheit streben, aus und greifen sie an). Gottes Worte sagen es so deutlich! Im Hause Gottes herrscht die Wahrheit; nicht irgendein Leiter, egal welcher Ebene, hat das letzte Wort. Wenn die Handlungen eines Leiters mit den Wahrheitsgrundsätzen übereinstimmen, sollten wir sie annehmen und uns unterwerfen. Aber wenn ein Leiter nicht gemäß den Grundsätzen handelt und stattdessen gegen die Wahrheit verstößt, sollten wir die Wahrheitsgrundsätze wahren, ihn bloßstellen und aufhalten und unsere eigene Verantwortung erfüllen. Ich bin ein Mitglied von Gottes Haus, und es ist meine Verantwortung und Pflicht, dessen Interessen zu schützen. Wenn ich sehe, dass ein Leiter gegen die Grundsätze handelt, sollte ich nicht nur zusehen. Ich sollte die Wahrheit und Gerechtigkeit wahren, den Mut haben, die Wahrheit zu praktizieren, und meine Verantwortung erfüllen. Andernfalls bin ich nur ein Feigling und ein Taugenichts. Nachdem ich so viele Jahre an Gott geglaubt hatte, glaubte ich immer noch nicht daran, dass im Hause Gottes die Wahrheit herrscht. Ich hatte keinen wahren Glauben an Gott. Als ich sah, dass Brüder und Schwestern wegen einer augenblicklichen Verfehlung oder Offenbarung von Verdorbenheit entfernt wurden, glaubte ich fälschlicherweise, dass Leiter über die Aussichten, das Schicksal, das Ende und den Bestimmungsort einer Person entscheiden könnten. Ich hatte schreckliche Angst, dass Li Jing, wenn ich auch nur ein wenig unvorsichtig wäre, irgendeine Offenbarung meiner Verdorbenheit zum Anlass nehmen und mich entfernen würde, wodurch meine Hoffnung auf Errettung zerstört würde. Mein Glaube an Gott war nur ein Lippenbekenntnis und ich hatte keinen Platz für Gott in meinem Herzen. Ich betrachtete eine Leiterin fälschlicherweise als die Herrscherin, die über mein Schicksal entscheidet, und ich sah Macht und Status als wichtiger an als alles andere. Ich konnte mich nicht dazu durchringen, an Gottes gerechte Disposition und Seine Allmacht und Souveränität zu glauben. Ich war so töricht und blind, ich war so ein wirrköpfiger Mensch! Tatsächlich kann kein Übeltäter im Hause Gottes standhalten; früher oder später wird er enthüllt und ausgemustert. Im Hause Gottes herrscht die Wahrheit. Gott ist gerecht; Er wird keinem guten Menschen Unrecht tun, noch wird Er einen bösen verschonen. Im Hause Gottes wird jeder, der viel Böses tut und sich weigert, die Wahrheit anzunehmen, ob er nun ein Leiter oder ein gewöhnlicher Gläubiger ist, letztendlich enthüllt und ausgemustert. Aber was diejenigen betrifft, die nach der Wahrheit streben: Selbst wenn sie vorübergehend zu Unrecht von falschen Leitern und Antichristen entfernt werden, bedeutet das nicht, dass ihre Hoffnung auf Errettung verloren ist. Das liegt daran, dass Menschen, die aufrichtig an Gott glauben und nach der Wahrheit streben, Gott niemals verleugnen oder sich von Ihm entfernen werden, egal unter welchen Umständen. Selbst wenn sie entfernt werden, werden sie weiterhin an Gott glauben, ihre Pflichten ausführen, und die Wahrheit suchen, um ihre Lektionen zu lernen. Am Ende werden sie wieder in die Kirche aufgenommen. Selbst wenn Unglücke über sie hereinbrechen, werden sie Gottes Schutz haben. Ich erkannte, dass das Ende und der Bestimmungsort jedes Menschen in Gottes Händen liegen und überhaupt nicht von der Entscheidung irgendeines Leiters abhängen. Diese Erfahrung gab mir ein wahres Verständnis von Gottes gerechter Disposition und eine praktische Erkenntnis darüber. Mehr noch, ich sah, wie armselig und erbärmlich ich war und dass mir jegliche Wahrheitsrealität fehlte. Ein kleiner Vorfall hatte meine verachtenswerte Menschlichkeit im vollsten Ausmaß offenbart, und mir gezeigt, wie niedrig mein Charakter war, dass ich um meiner eigenen Interessen willen so etwas Verachtenswertes tun konnte. Ich hasste mich dafür, dass ich nicht nach der Wahrheit strebte und nach satanischen Giften lebte, ohne jegliches menschliche Abbild. Ich betete inbrünstig und voller Reue zu Gott und nahm mir vor, von da an die Wahrheit zu suchen und mich gemäß Gottes Anforderungen zu verhalten und zu handeln.
Später las ich einen weiteren Abschnitt aus Gottes Worten und erlangte eine gewisse Erkenntnis darüber, wie Gott das Ende eines Menschen bestimmt. Der Allmächtige Gott sagt: „In Gottes Werk der letzten Tage legt Gott das Ergebnis der Menschen anhand ihrer Äußerungsformen fest. Wisst ihr, was mit ‚Äußerungsformen‘ hier gemeint ist? Ihr denkt vielleicht, dass damit die verdorbenen Dispositionen gemeint sind, die die Menschen offenbaren, während sie etwas tun, aber tatsächlich ist das nicht damit gemeint. Mit ‚Äußerungsformen‘ ist hier gemeint, ob du die Wahrheit praktizierst oder nicht, ob du bei der Ausführung deiner Pflicht hingebungsvoll bist oder nicht, deine Sichtweise hinter deinem Glauben an Gott, deine Einstellung zu Gott, deine Entschlossenheit, Mühsal zu leiden, deine Einstellung dazu, Gericht und Züchtigung anzunehmen und Zurechtstutzen anzunehmen, die Anzahl ernsthafter Verfehlungen, die du begangen hast, und das Ausmaß, in dem du letztlich Bußfertigkeit und eine Verwandlung erreicht hast. Zusammen machen all diese Dinge deine Äußerungsformen aus. Mit ‚Äußerungsformen‘ ist hier nicht gemeint, wie viele verdorbene Dispositionen du offenbart oder wie viele schlimme Dinge du getan hast, sondern wie viele Resultate du erzielt und wie viel wahre Veränderung du in deinem Glauben durchgemacht hast. Würde das Ergebnis der Menschen danach bestimmt, wie viel Verderbtheit in ihrer Natur offenbart wird, dann könnte niemand Rettung erlangen, weil alle menschlichen Wesen zutiefst verdorben sind, eine satanische Natur haben und sich Gott widersetzen. Gott möchte die Menschen retten, die die Wahrheit annehmen können und sich Seinem Wirken unterwerfen. Egal wie viel Verderbtheit sie offenbaren, solange sie am Ende die Wahrheit annehmen können, echte Bußfertigkeit erreichen und echte Veränderung durchmachen, sind es Menschen, die von Gott gerettet werden können“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Gott bestimmt das Ende und den Bestimmungsort eines Menschen nicht danach, wie viel Verdorbenheit er offenbart, sondern danach, ob er nach der Offenbarung wahre Reue und Veränderung zeigt. Egal wie viel Verdorbenheit ein Mensch offenbart, solange er die Wahrheit annehmen und wahrhaft bereuen kann, wird er gerettet werden. Gott rettet den Menschen im größtmöglichen Ausmaß. Jeder von uns wird viel Verdorbenheit offenbaren, während wir Gott folgen. Wenn Gott unser Ende basierend auf der Menge an Verdorbenheit bestimmen würde, die wir offenbaren, könnte keiner von uns gerettet werden. Als ich mit der Situation konfrontiert war, suchte ich nicht nach den Wahrheitsgrundsätzen. Als ich die Beurteilung schrieb, wusste ich, dass Wang Yus Verhalten eine Offenbarung von Verdorbenheit war und dass sie kein Ziel für Ermittlungen hätte sein sollen. Aber ich hatte Angst, die Leiterin zu kränken, und wagte es nicht, meine Ansicht zu äußern. Um meines eigenen guten Endes und Bestimmungsortes willen war es mir egal, ob andere lebten oder starben, was eine Verfehlung und einen Makel vor Gott hinterließ. Als ich an diese Dinge dachte, fasste ich in meinem Herzen den Entschluss, nicht länger nach meiner betrügerischen Natur zu leben.
In dieser Zeit dachte ich darüber nach, wie ich meine aalglatte und betrügerische verdorbene Disposition ablegen könnte. Ich betete zu Gott und bat Ihn, mich zu führen, um einen Weg der Praxis zu finden. Eines Tages sah ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Als jemand, der an Gott glaubt und dem richtigen Weg im Leben folgt, musst du zumindest mit Würde leben und das Abbild eines Menschen haben; du musst dich so verhalten, dass andere dich vertrauenswürdig finden und dich schätzen. Du musst dafür sorgen, dass andere spüren, dass dein Charakter und deine Integrität Substanz haben, dass du auf all deine Worte auch Taten folgen lässt und dass dein Wort verlässlich ist. … Menschen mit Würde haben alle ein gewisses Maß an Persönlichkeit, und sie kommen manchmal nicht mit anderen aus, aber sie sind ehrlich, und es findet sich in ihnen weder Unaufrichtigkeit noch Täuschung. Letzten Endes werden sie von anderen hoch geschätzt, weil sie die Wahrheit praktizieren können, ehrlich sind, Würde, Integrität und Charakter haben, andere nie ausnutzen, den Menschen helfen, wenn sie in Schwierigkeiten sind, Menschen mit Gewissen und Vernunft behandeln und nie vorschnelle Urteile über andere fällen. Wenn sie jemand anderen beurteilen oder über ihn sprechen, ist alles, was sie sagen, zutreffend, sie sagen, was sie wissen, und reden nicht über Dinge daher, von denen sie keine Ahnung haben, sie schmücken nichts aus, und ihre Worte können als Beweis oder Empfehlung dienen. Menschen, die Charakter haben, neigen dazu, praktisch und vertrauenswürdig zu sein, wenn sie etwas sagen oder etwas tun. Niemand schätzt Menschen, die keinen Charakter haben, und niemand beachtet das, was sie sagen oder tun, nimmt es ernst oder vertraut dem. Das liegt daran, dass sie zu viele Lügen erzählen und zu selten wahre Dinge sagen; es liegt daran, dass sie, wenn sie mit jemandem interagieren oder Dinge für jemanden tun, nie aufrichtig sind und immer versuchen, diese Person zu täuschen und zum Narren zu halten, und niemand mag sie. Habt ihr jemanden gefunden, den ihr eurer Meinung nach für vertrauenswürdig haltet? Haltet ihr euch selbst für vertrauenswürdig? Können andere Menschen euch vertrauen? Wenn jemand dich nach den Umständen einer anderen Person fragt, solltest du diese Person nicht nach deinem eigenen Willen einschätzen und beurteilen, und deine Worte müssen objektiv und korrekt sein und den Tatsachen entsprechen. Du solltest nur über die Dinge sprechen, die du verstehst, und nicht über etwas, das du nicht klar erkennen kannst. Du musst dieser Person gegenüber gerecht und fair sein. Auf diese Weise zu handeln ist verantwortungsvoll“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur indem man eine ehrliche Person ist, kann man das wirkliche Abbild eines Menschen ausleben). Als ich über Seine Worte nachdachte, verstand ich, dass die normale Menschlichkeit, die Gott von uns auszuleben verlangt, eine ist, in der wir Integrität und Würde haben, uns an die Fakten halten, wenn wir sprechen, weder übertreiben noch untertreiben und in unseren Handlungen verantwortlich sind. Solche Menschen sind ehrlich und gutherzig, sie spielen keine taktischen Spielchen und wenden keine Tricks an, sie haben eine aufrichtige Haltung gegenüber Menschen und Angelegenheiten und man kann ihnen vertrauen. Aus Gottes Worten fand ich eine Richtung für mein zukünftiges Verhalten. Ich wusste, dass ich gemäß Gottes Anforderungen ehrlich sprechen und handeln sollte, um für andere vertrauenswürdig zu sein und Gott zufriedenzustellen. Wenn ich meine Ansicht äußern musste, sollte ich die Wahrheit sagen und andere meine wahren Meinungen und Gedanken wissen lassen.
Danach begann ich, mich bei meiner Pflicht darauf zu konzentrieren, in die Wahrheit darüber einzutreten, ein ehrlicher Mensch zu sein. Einmal fragte mich die Verantwortliche nach der Situation von zwei meiner Teammitglieder, und sagte, dass sie, wenn sie nicht geeignet seien, rechtzeitig neu zugewiesen werden müssten. Ich dachte bei mir: „Die Verantwortliche hat ja auch schon eine Vorstellung davon, wie sich diese beiden in letzter Zeit bei ihren Pflichten gemacht haben. Wenn meine Ansicht anders ist als ihre, wird sie dann nicht sagen, dass mir das Unterscheidungsvermögen fehlt und ich nicht weiß, wie man Menschen oder Angelegenheiten betrachtet? Könnte sie sagen, dass ich ein schlechtes Kaliber habe und nicht geeignet bin, Teamleiterin zu sein? Vergiss es. Ich sage besser nichts. Oder vielleicht sage ich einfach, dass ich es noch nicht beurteilen konnte.“ In diesem Moment wurde mir klar, dass ich wieder in mein betrügerisches Verhalten verfiel. Ich dachte an Gottes Worte: „Ehrlichkeit bedeutet, Gott sein Herz zu geben, in nichts Gott gegenüber falsch zu sein, in allem offen mit Ihm zu sein, niemals die Gegebenheiten zu verheimlichen, niemals zu versuchen, jene über einem zu täuschen oder Dinge vor jenen unter einem zu verbergen, und keine Dinge zu tun, die nur Versuche darstellen, sich bei Gott einzuschmeicheln. Kurz gesagt, ehrlich zu sein bedeutet, in seinen Handlungen und Worten rein zu sein und weder Gott noch Mensch zu täuschen“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Drei Ermahnungen). Ich betete still: „O Gott, ich will nicht mehr betrügerisch sein. Ich muss ein ehrlicher Mensch sein, wahrheitsgemäß aufschreiben, was ich gesehen habe, und meine eigene Ansicht äußern.“ Nachdem ich es geschrieben hatte, schickte ich es an die Verantwortliche, und mein Herz war völlig im Reinen. Von da an sagte ich immer die Wahrheit, wenn ich eine Beurteilung schreiben musste, und schrieb die Probleme, die mir aufgefallen waren, und meine eigenen Meinungen wahrheitsgetreu auf. Dass ich dieses kleine bisschen Veränderung und Gewinn erlangen konnte, ist das Ergebnis, das durch Gottes Worte erzielt wurde. Dank sei Gott!