66. Ich fand meine wahre Zukunft

Von Lin Qing, China

Ich wurde in eine einfache Bauernfamilie geboren. Meine Eltern waren ungebildet und konnten unsere Familie nur durch körperliche Arbeit ernähren. Wir standen finanziell sehr schlecht da. Meine Eltern waren schon in ihren Vierzigern, als sie mich bekamen, und setzten all ihre Erwartungen in mich. Meine Eltern leiteten mich immer mit den Worten an: „Wir haben kaum Bildung und verbringen unser Leben damit, draußen zu schuften. Wir haben uns unser ganzes Leben lang abgemüht, haben aber keinerlei Aussichten. Du musst fleißig lernen und in Zukunft eine gute Arbeit finden, damit du im Büro sitzen kannst, ohne Wind und Wetter ausgesetzt zu sein, und dir keine Sorgen um Essen und Kleidung machen musst. Dann können wir uns auch in deinem Ruhm sonnen.“ Auch die Lehrer lehrten uns oft: „Wissen kann dein Schicksal verändern“ und „Man muss die größten Mühsale erdulden, um der Größte zu werden.“ Geprägt von diesen Sprüchen wuchs ich auf. Besonders wenn ich Menschen sah, die akademischen Erfolg und Ruhm erlangt hatten, die überall bewundert wurden und großes Ansehen genossen, bestärkte mich das in meiner Überzeugung: Wissen würde zu einer guten Zukunft führen, zu einem besseren materiellen Leben und zur Bewunderung durch andere. Ich fasste insgeheim den Entschluss, in Zukunft auf jeden Fall auf eine gute Universität zu gehen und eine angesehene Arbeit zu finden. So würde ich meinen Eltern zu einem guten Leben verhelfen und dafür sorgen, dass Verwandte und Nachbarn unsere Familie mit anderen Augen sähen.

In der Schule widmete ich meine ganze Zeit und Energie dem Lernen: Während andere in den Ferien Spaß hatten, las ich Bücher und machte Hausaufgaben. Mein letztes Jahr in der Oberstufe war meine anstrengendste Zeit, und ich widmete meine ganze Energie der Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung für die Universität. Die Ergebnisse meiner Universitäts-Aufnahmeprüfung waren jedoch nicht ideal, und ich war sehr enttäuscht. Ich konnte nicht zulassen, dass mein Leben gleich zu Beginn in ein Tief geriet. Meine Familie hatte weder Geld noch Einfluss. Wenn ich also in Zukunft ein gutes Leben haben und respektiert werden wollte, war meine einzige Möglichkeit, auf eine gute Universität zu kommen. Also beschloss ich, das Jahr zu wiederholen. Danach lernte ich härter als je zuvor. Ich war zwar nicht so klug wie meine begabten Mitschüler, aber dafür musste ich einfach entschlossener sein als sie. Ich benutzte oft die Sprüche „der frühe Vogel fängt den Wurm“ und „ohne Fleiß kein Preis“, um mich zu motivieren. Um Zeit zu sparen, fuhr ich an den Wochenenden nicht nach Hause, sondern blieb zum Lernen in der Schule. Wann immer ich Zeit hatte, bearbeitete ich schwierige Übungsaufgaben. Manchmal, wenn ich sie tagsüber nicht fertig bekam, nahm ich sie mit ins Wohnheim und arbeitete unter der Decke mit einer Taschenlampe weiter daran. Meine Kurzsichtigkeit verschlimmerte sich zwar, aber das war mir egal. Aus Angst, bei der Prüfung schlecht abzuschneiden und meine Chance zu verpassen, mein Schicksal zu ändern, war mein Herz jeden Tag wie eine gespannte Feder. 2014 wurde ich an der Universität angenommen und konnte mein Wunschfach wählen. In diesem Moment war ich voller Hoffnung für meine Zukunft und spürte, dass meine Bemühungen dieses Mal nicht umsonst gewesen waren. Wenn ich weiter fleißig lernte und nach dem Abschluss eine angesehene Arbeit finden würde, würden mich meine älteren Verwandten ganz bestimmt für meine guten Aussichten loben.

In dem Jahr, in dem ich mit dem Studium begann, predigte mir meine Tante das Evangelium der letzten Tage des Allmächtigen Gottes, und ich begann, ein Kirchenleben zu führen. Durch die Versammlungen verstand ich, dass Himmel und Erde und alles, was existiert, von Gott geschaffen wurden und dass Gott über alles herrscht und alles lenkt. Nachdem die Menschen von Satan verdorben worden waren, wurden sie immer niederträchtiger und verkommener. Um die Menschheit zu erretten, wirkt Gott in drei Phasen. In den letzten Tagen ist Er auch persönlich Fleisch geworden, um Worte auszudrücken, um die Menschen zu richten und zu reinigen. So errettet Er sie von den Fesseln der Sünde und bringt sie an einen wunderbaren Bestimmungsort. Ich dachte darüber nach, dass ich unter Millionen von Menschen eine der Glücklichen war, die Gottes Stimme hören und Gottes Errettung empfangen durfte. Ich fühlte mich sehr geehrt und war aufgeregt. Das war der größte Segen in meinem Leben! In den Versammlungen erzählte ich meinen Schwestern von den Dingen, die mir an der Universität widerfuhren, und sie hielten mit mir über Gottes Worte Gemeinschaft, was meine Probleme betraf. Manchmal nahmen sie mich auch mit, um die Neulinge zu bewässern. Ich fühlte mich besonders befreit und frei, wenn ich mit meinen Brüdern und Schwestern zusammenkam, und mein Herz war sehr friedvoll.

Später hörte ich, dass Schwester Muchen nach ihrem Universitätsabschluss angefangen hatte, ihre Pflicht in Vollzeit auszuführen. Damals war ich sehr erstaunt und dachte bei mir: „Obwohl diese Schwester sehr jung ist, ist ihre Entschlossenheit, sich für Gott aufzuwenden, sehr groß. Ich habe nicht solch eine Entschlossenheit. Wenn ich meine Pflicht vollzeitlich tue und in Zukunft keine gute Arbeit habe, werden meine Verwandten und Freunde dann nicht sagen, dass ich nichts erreicht hätte? Ich sollte beides tun: an Gott glauben und gleichzeitig studieren. Dann kann ich nicht nur eine gute Arbeit finden, sondern auch Gottes Segen empfangen. So kann ich das Beste aus beiden Welten haben.“ Dann aber sah ich, dass die Schwester zwar noch nicht lange an Gott glaubte, aber sehr schnelle Fortschritte machte und bei all unseren Schwierigkeiten mit uns Gemeinschaft halten und uns helfen konnte. Vor allem als ich sie davon erzählen hörte, wie sie sich auf Gott verließ und Seinen wunderbaren Schutz erfuhr, als die Polizei während einer Versammlung vor ihrer Tür stand, um sie zu verhaften, empfand ich aus tiefstem Herzen Bewunderung und beneidete sie. Ich begann, nachzudenken: „Die Schwester tut jeden Tag ihre Pflicht in der Gemeinde und versteht viele Wahrheiten. Sie macht so schnell Fortschritte in ihrem Leben! Ich studiere und besuche gleichzeitig die Versammlungen, und ich kann über keinerlei Erfahrungen berichten. Es scheint, dass ich mehr Pflichten tun muss, wenn ich in meinem geistlichen Leben vorankommen will. Aber wenn ich wie die Schwester meine Pflicht in Vollzeit tue, habe ich keine Energie mehr zum Lernen. Ich habe so viele Jahre fleißig gelernt, nur um nach dem Abschluss eine gute Arbeit zu finden, mir keine Sorgen um Essen und Kleidung machen zu müssen, meinen Eltern zukünftig ein gutes Leben zu ermöglichen und in den Augen meiner Verwandten respektabel dazustehen und Ansehen zu haben. Wenn ich mich dafür entscheide, meine ganze Zeit der Ausführung meiner Pflicht zu widmen, während meine Kommilitonen nach dem Abschluss alle gute Jobs finden, werde ich die Einzige sein, die unscheinbar ist, ohne eine angesehene Arbeit. Was werden meine Verwandten und Freunde dann von mir denken?“ Bei diesem Gedanken wollte ich meine Pflicht dann doch nicht mehr in Vollzeit tun.

Einen Monat vor den Semesterferien fragte mich eine Schwester: „Die Ferien stehen bald an. Was sind deine Pläne? Bist du bereit, dich in einer Pflicht zu üben und sie zu tun?“ Anfangs war ich sehr aufgeregt, als ich das hörte. Ich verstand zu wenig von der Wahrheit, daher war dies die perfekte Gelegenheit, mich in der Ausführung einer Pflicht zu üben und die Wahrheit zu erlangen. Doch dann dachte ich: „Wenn ich anfange, meine Pflicht zu tun, und ihr dann wieder den Rücken kehre, wenn das Semester wieder beginnt, wäre das nicht im Einklang mit Gottes Absicht. Aber wenn ich meine Pflicht nach Semesterbeginn weiter ausführe, wird mein Studium definitiv darunter leiden. Wenn meine Mitbewohnerinnen herausfinden, dass ich an Gott glaube, und es dem Dozenten melden, könnte ich exmatrikuliert werden, und dann hätte ich wirklich keine Zukunft mehr. Wie könnte ich dann meinen Eltern jemals etwas zurückgeben? Wenn ich nicht so gut dastehe wie die anderen, was werden meine Verwandten von mir denken? Wie soll ich mich bloß entscheiden?“ Auf dem Rückweg war mein Herz in Aufruhr. Auf der einen Seite stand mein Traum vom Studium, nach dem ich so viele Jahre lang so hartnäckig gestrebt hatte; auf der anderen die Ausführung meiner Pflicht als geschaffenes Wesen. Ich wollte keines von beiden aufgeben. In dieser Zeit war mein Herz sehr schwer, und ich wusste nicht, wie ich mich entscheiden sollte. Als ich erkannte, dass mein Zustand nicht richtig war, betete ich im Stillen zu Gott: „Lieber Gott, ich weiß, dass es sinnvoll ist, meine Pflicht zu tun, und ich möchte meine Pflicht tun. Aber meine Statur ist zu gering, und ich mache mir Sorgen, dass mein Studium darunter leiden wird, wenn ich meine Pflicht ausführe. Innerlich fühle ich mich schwach, aber ich möchte diese Gelegenheit nicht verpassen. Lieber Gott, mögest Du mich darin führen, Deine Absicht zu verstehen.“

In dieser Nacht wälzte ich mich im Bett hin und her und konnte nicht schlafen. Ich schaltete mein Handy ein und hörte eine Hymne mit Gottes Worten mit dem Titel „Über allem musst du den Glauben an Gott stellen“:

1  Wenn du wünschst, an Gott zu glauben und wenn du wünschst, Gott zu erlangen und Seine Zufriedenheit zu erlangen, wenn du dann nicht einen gewissen Grad an Schmerz erträgst oder ein gewisses Maß an Anstrengung aufbringst, dann wirst du diese Dinge nicht erreichen können. Ihr habt viele Predigten gehört, aber sie nur gehört zu haben, bedeutet nicht, dass diese Predigt dein ist; du musst sie in dich aufnehmen und sie in etwas umwandeln, das zu dir gehört. Du musst sie in dein Leben integrieren und sie in deine Existenz bringen, es diesen Worten und Predigten erlauben, die Art, wie du lebst, anzuleiten und existentiellen Nutzen und Bedeutung in dein Leben zu bringen. Wenn das geschieht, wird es sich gelohnt haben, dass du diese Worte gehört hast.

2  Wenn die Worte, die Ich spreche, keinen Aufschwung für dein Leben herbeiführen oder deinen Existenzen keinen Wert hinzufügen, dann ist es sinnlos, dass du ihnen zuhörst. Du wirst nur aus deinem Glauben an Gott gewinnen, wenn du an Ihn als die größte Sache in deinem Leben herangehst, viel wichtiger sogar als Nahrung, Kleidung oder alles andere. Wenn du nur glaubst, wenn du Zeit hast, und unfähig bist, deine gesamte Aufmerksamkeit deinem Glauben zu widmen und wenn du immer in Verwirrtheit steckst, dann wirst du nichts erlangen.

– Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige X

Als ich die Hymne von Gottes Worten hörte, war ich so tief bewegt, dass ich meine Tränen nicht zurückhalten konnte. Ich fühlte mich, als wäre Gott direkt neben mir, als hörte Er meine Gebete und benutzte Seine Worte, um mich zu führen und zu inspirieren. Ich verstand, dass der Glaube an Gott das Wichtigste im Leben ist, wichtiger als Essen, Kleidung und Vergnügen und wichtiger als jeder Ruhm, Gewinn oder jede Zukunft, die ich haben könnte. Alles Fleischliche ist vergänglich. Nur wer nach der Wahrheit strebt und eine Änderung der Disposition erreicht, kann gerettet werden und überleben. Unsere Pflicht zu tun, ist der Weg für uns, die Wahrheit zu erlangen und in die Wahrheitsrealität einzutreten. Bei der Ausführung unserer Pflichten werden wir auf verschiedene Schwierigkeiten und Probleme stoßen und verschiedene verdorbene Dispositionen offenbaren. Das veranlasst uns aber auch dazu, mehr nach der Wahrheit zu suchen, um unsere eigene Verdorbenheit zu beseitigen. Wenn ich nur in meiner Freizeit an Versammlungen teilnehme und keine Pflicht ausführe, sondern die meiste Zeit mit Lernen verbringe, dann werde ich weniger erleben und seltener die Wahrheit suchen, um meine Probleme zu lösen. Ich werde nur einige oberflächliche Worte und Glaubenslehren verstehen und nicht in der Lage sein, in die Realität einzutreten. Das macht es sehr schwer, gerettet zu werden. Muchen und ich waren ein starker Kontrast. Muchen glaubte noch nicht lange an Gott, aber sie hatte bei der Ausführung ihrer Pflicht viel erlebt und öfter nach der Wahrheit gesucht. Wenn sie bei Versammlungen über Gottes Worte Gemeinschaft hielt, konnte sie ihre eigenen Erfahrungen einbeziehen und sprach auf eine praktische Weise. Durch ihre Erfahrungen sah sie Gottes Taten, ihr Glaube an Gott wuchs, und sie wurde motivierter, ihre Pflicht zu tun. Um mein Studium nicht zu beeinträchtigen, behandelte ich auf der anderen Seite den Glauben an Gott wie ein Freizeit-Hobby. Ich gab mich damit zufrieden, an Versammlungen teilzunehmen, und dachte nicht daran, die Pflicht eines geschaffenen Wesens auszuführen. Wenn ich weiterhin auf so eine verworrene Weise glaubte, die entscheidende Zeit verpasste, um nach der Wahrheit zu streben, und es letztendlich nicht schaffte, die Wahrheit zu erlangen, würde ich dann nicht ausgemustert werden? Endlich waren Semesterferien. Ich durfte diese Gelegenheit, meine Pflicht auszuführen und die Wahrheit zu erlangen, nicht verstreichen lassen, also sagte ich der Schwester, dass ich bereit war, mich in der Ausführung einer Pflicht zu üben.

Während der Ferien leiteten wir gemeinsam Gruppenversammlungen. Wenn wir zusammenkamen, öffneten sich alle aufrichtig und tauschten sich miteinander aus, und ich fühlte mich in meinem Herzen besonders befreit und frei. Ich dachte an meine Kommilitonen zurück, die an der Universität den ganzen Tag nur aßen, tranken und Spaß hatten, süchtig nach Handyspielen waren, Beziehungen eingingen und ein verkommenes und dekadentes Leben führten. Früher war ich genau wie sie. Wann immer ich Freizeit hatte, spielte ich mit meinem Handy oder schaute eine Fernsehserie, ohne etwas Rechtes im Herzen zu haben. Doch durch die Versammlungen und das Essen und Trinken der Worte Gottes hatte ich erkannt, dass diese bösen Trends nur mein Herz vereinnahmen und es weit von Gott entfernen würden, und sie waren für mein Leben absolut von keinerlei Nutzen. Allmählich entwickelte ich die Entschlossenheit, mich von diesen bösen Trends fernzuhalten, und war in der Lage, mein Herz vor Gott zur Ruhe zu bringen, Seine Worte zu essen und zu trinken und meine Pflicht auszuführen. Ich vergeudete meine Tage nicht mehr sinnlos. Ich erkannte, dass ich mich nur durch den Glauben an Gott, das Streben nach der Wahrheit und die Ausführung meiner Pflicht von diesen bösen Trends fernhalten und ein wertvolles und sinnvolles Leben führen konnte.

Als der Semesterbeginn näher rückte, war ich ein wenig unschlüssig. Sollte ich mein Studium aufgeben und meine Pflichten in Vollzeit tun? Ich suchte Muchen auf und fragte sie: „Ich habe in letzter Zeit das Gefühl, dass ich durch die Ausführung meiner Pflicht mehr Wahrheiten erlange. Ich möchte auch mehr von Gottes Worten essen und trinken und meine Pflicht erfüllen. Aber wenn ich daran denke, dass ich in Zukunft keine gute Arbeit haben werde, niemand mich bewundern wird und meinen Eltern nichts Besseres zurückgeben kann, verlässt mich die Entschlossenheit, mein Studium aufzugeben.“ Die Schwester hielt mit mir über ihre Erfahrung Gemeinschaft und suchte passende Worte Gottes heraus, um mir zu helfen. Der Allmächtige Gott sagt: „Welchen Weg will Satan die Menschen beim Aneignen von Wissen hinunterführen, indem er alle möglichen Methoden anwendet, sei es das Erzählen von Geschichten, das bloße Vermitteln von Wissen oder indem er zulässt, dass sie ihre Begierden oder Bestrebungen befriedigen? Die Menschen denken, es wäre nichts Schlimmes dabei, Wissen zu erwerben, dass dies völlig natürlich und gerechtfertigt sei. Um es auf eine ansprechende Weise auszudrücken: Hochfliegende Bestrebungen zu entwickeln oder Ambitionen zu haben, bedeutet, Tatendrang zu haben, und dies sollte der richtige Weg im Leben sein. Wenn man seine eigenen Bestrebungen verwirklichen oder zu Lebzeiten eine erfolgreiche Karriere aufbauen kann, ist das nicht eine glorreichere Art zu leben? Auf diese Weise kann man nicht nur seine Vorfahren ehren, sondern hat auch die Chance, seine Spuren für kommende Generationen zu hinterlassen – ist das nicht etwas Gutes? In den Augen der weltlichen Menschen ist dies eine gute Sache und für sie sollte es angemessen und positiv sein. Führt Satan jedoch diese Menschen mit seinen finsteren Motiven bloß auf einen solchen Weg und das ist dann alles? Natürlich nicht. Unabhängig davon, wie groß die Bestrebungen des Menschen sind, unabhängig davon, wie realistisch die Wünsche des Menschen sind oder wie angemessen sie sein mögen, all das, was der Mensch erreichen möchte, all das, wonach der Mensch strebt, ist in Wirklichkeit mit zwei Worten untrennbar verbunden. Diese zwei Worte sind für jeden Menschen sein Leben lang von großer Bedeutung und sie sind Dinge, die Satan in den Menschen einträufeln will. Welche zwei Worte sind das? Sie lauten ‚Ruhm‘ und ‚Gewinn‘. Satan verwendet eine sehr sanfte Methode, eine Methode, die sehr mit den Auffassungen der Menschen übereinstimmt, und die nicht sehr aggressiv ist, um die Menschen dazu zu bringen, unwissentlich seine Mittel und Gesetze zum Überleben anzunehmen, Lebensziele und -richtungen zu entwickeln und in den Besitz von Lebensbestrebungen zu gelangen. Ganz gleich, wie hochtrabend die Menschen ihre Lebensbestrebungen beschreiben, diese Bestrebungen drehen sich immer um ‚Ruhm‘ und ‚Gewinn‘. Alles, das jede großartige oder berühmte Persönlichkeit – oder eigentlich jeder Mensch – ihr Leben lang anstrebt, steht nur mit diesen zwei Worten in Verbindung: ‚Ruhm‘ und ‚Gewinn‘. Die Menschen denken, wenn sie erst einmal Ruhm und Gewinn haben, hätten sie das Kapital, mit dem sie hohen Status und großen Reichtum sowie das Leben genießen können. Die Menschen denken, wenn sie erst einmal Ruhm und Gewinn haben, hätten sie das Kapital, mit dem sie Vergnügungen suchen und sich dem zügellosen Genuss des Fleisches hingeben könnten. Um dieses Ruhms und Gewinns willen, nach denen sie streben, übergeben die Menschen Satan mit Freuden und unwissentlich, ihren Körper, ihr Herz und sogar alles, was sie besitzen, einschließlich ihrer Aussichten und ihres Schicksals. Sie tun dies ohne Vorbehalt, ohne auch nur einen Moment zu zweifeln und ohne sich jemals bewusst zu sein, dass sie alles, was sie einmal hatten, zurückgewinnen sollten. Können die Menschen jegliche Kontrolle über sich selbst behalten, wenn sie sich einmal Satan verschrieben haben und ihm auf diese Weise treu geworden sind? Sicherlich nicht. Sie stehen voll und ganz unter Satans Kontrolle. Sie sind ganz und gar in diesem Sumpf versunken und nicht in der Lage, sich selbst herauszuziehen. Wer einmal im Schlamm von Ruhm und Gewinn festgesteckt hat, sucht nicht mehr nach dem Hellen, nach der Gerechtigkeit oder nach den Dingen, die schön und gut sind. Der Grund dafür ist, dass die Verlockung von Ruhm und Gewinn für die Menschen zu groß ist und dass es sich hierbei um Dinge handelt, nach denen sie pausenlos ihr ganzes Leben lang, ja sogar bis in alle Ewigkeit, streben können. Ist das nicht die tatsächliche Situation?(Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige VI). Durch Gottes Worte erkannte ich, dass Satan Ruhm und Gewinn als Köder benutzt, um die Menschen dazu zu bringen, hart zu arbeiten, um Wissen zu erlangen und danach zu streben, aus der Masse hervorzustechen. Sie sollen Ruhm und Gewinn als ihr Lebensziel betrachten, Gottes Herrschaft leugnen und sich unbewusst von der Fürsorge und dem Schutz des Schöpfers entfernen, sodass sie in Satans Schlinge leben und letztendlich von ihm verschlungen werden. Satan hatte mir großen Schaden zugefügt. Von klein auf war ich zu Hause und in der Schule mit den Sprüchen „Wissen kann dein Schicksal verändern“ und „Man muss die größten Mühsale erdulden, um der Größte zu werden“ erzogen worden. Ich glaubte, dass akademischer Erfolg der Familie Ehre bringen und dazu beitragen könnte, einen aus der Masse hervorzuheben und von anderen bewundert zu werden. Ich sah, wie meine Eltern keine Bildung hatten und die Familie nur durch harte körperliche Arbeit ernähren konnten. Es war nicht nur anstrengend, sondern es sah auch niemand zu ihnen auf. Ich empfand es als wertlos, mein Leben so zu führen. Ich dachte, nur durch den Erwerb akademischen Wissens und eine angesehene zukünftige Arbeit würde ich mein Leben ändern und von meinen Verwandten und Freunden bewundert werden können. Um meine Bestrebungen zu verwirklichen, lernte ich rund um die Uhr, und als mein erster Versuch bei der Universitäts-Aufnahmeprüfung nicht ideal verlief, entschied ich mich, das Jahr zu wiederholen und arbeitete noch härter als zuvor. Selbst wenn im Wohnheim die Lichter ausgingen, las ich unter der Decke mit einer Taschenlampe weiter mein Studienmaterial. Meine Kurzsichtigkeit verschlimmerte sich, aber das war mir egal. Wegen eines Stücks Papier mit guten Noten darauf war ich ständig besorgt und bekümmert. Als die Universitäts-Aufnahmeprüfung näher rückte, war ich ständig unter Druck wie eine gespannte Feder, aus Angst, durch die Prüfung zu fallen und meine einzige „Rettungsleine“ zu verlieren. Ich fühlte mich auch verwirrt und litt darunter, war aber machtlos, dem zu entkommen. Ich konnte nur mit dem Strom schwimmen. Jetzt verstand ich, dass Satan Ruhm und Gewinn benutzt, um die Menschen in die Irre zu führen und ihre Herzen immer weiter von Gott abzubringen. Ich dachte darüber nach, wie mir meine Tante das Evangelium predigte, nachdem ich an der Universität angenommen worden war. Ich hatte das Glück, Gottes Errettung zu empfangen und Seine Stimme zu hören, aber ich schätzte diese Gelegenheit nicht. Ich betrachtete das Streben nach einer guten Zukunft als meine oberste Priorität und wollte nur in meiner Freizeit an Gott glauben, vorausgesetzt, es beeinträchtigte mein Studium nicht. Ich erkannte, dass Ruhm und Gewinn die größten Hindernisse für mich dabei waren, die Wahrheit zu praktizieren und meine Pflicht auszuführen. Jetzt hatte ich die Stimme Gottes gehört, konnte aber nicht nach der Wahrheit streben und meine Pflicht nicht ausführen, sondern lebte nach Satans Überlebensregeln und schätzte Ruhm und Gewinn mehr als die Wahrheit und das Leben. Ich konnte wirklich nicht zwischen Recht und Unrecht unterscheiden! Selbst wenn ich mein Diplom bekäme und eine gute Arbeit fände, würde ich letztendlich von Gott ausgemustert werden, wenn ich die Wahrheit und das Leben nicht erlangte. In der Vergangenheit hatte ich immer gedacht, ich könnte gleichzeitig studieren und an Gott glauben und damit sowohl Ruhm und Gewinn als auch Gottes Segen erlangen. Das war nur mein Wunschdenken und stimmte überhaupt nicht mit der Wahrheit überein. Gott sagt: „Wenn du nur glaubst, wenn du Zeit hast, und unfähig bist, deine gesamte Aufmerksamkeit deinem Glauben zu widmen und wenn du immer in Verwirrtheit steckst, dann wirst du nichts erlangen(Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige X). Der Herr Jesus sagte auch: „Ein jeglicher unter euch, der nicht absagt allem, was er hat, kann nicht Mein Jünger sein(Lukas 14,33). Ich verstand, dass man, um Gott zu folgen, ein hingebungsvolles Herz haben muss und sich nicht von Familie, dem Fleisch, Geld, Ruhm oder Gewinn einschränken oder fesseln lassen darf. Man sollte sein ganzes Herz und seinen ganzen Verstand seiner Pflicht widmen, sich auf das Streben nach der Wahrheit konzentrieren und darauf, sie zu praktizieren. Letztendlich muss man eine Veränderung der Disposition erreichen, um von Gott errettet zu werden. Was die Jünger des Herrn Jesus im Zeitalter der Gnade betrifft, so gaben einige von ihnen Status und Reichtum auf und andere entsagten ihren Familien, um dem Herrn Jesus von ganzem Herzen zu folgen. Sie reisten umher, um das Evangelium zu predigen und für den Herrn Zeugnis abzulegen. Das war ein sinnvolles Leben, das es wert ist, nachgeahmt zu werden. Außerdem dachte ich früher, dass der Erwerb von akademischem Wissen zu einer guten Arbeit führen würde, die es mir ermöglichen würde, ein Leben ohne Sorgen um Essen und Kleidung zu führen und von meinen Verwandten und Freunden bewundert zu werden; ich dachte, dass nur Ruhm und Gewinn Glück bringen könnten. Aber wenn ich darüber nachdenke: Obwohl viele Intellektuelle und Menschen mit Reichtum und Macht oberflächlich glamourös und schön aussehen und überall Ansehen genießen, glauben sie nicht an Gott und verstehen die Wahrheit nicht. Sie leben in Satans Schlinge, wetteifern um Ruhm und Gewinn und bekämpfen sich sowohl offen als auch im Verborgenen. Um Status und Ansehen zu erlangen, setzen sie ihre Gesundheit aufs Spiel und verkaufen ihre Integrität und Würde. Ihr Leben ist nicht glücklich. Wenn ein Mensch Gottes Fürsorge und Schutz verliert und ohne Gottes Segen oder Errettung ist, von welchem Glück kann man dann noch sprechen? Egal wie viel Wissen sie haben, wie viel Bewunderung sie von anderen bekommen oder wie sehr sie in materiellem Überfluss schwelgen, am Ende werden sie in die Katastrophen stürzen, in die Verdammnis fahren und zugrunde gehen. Das ist keine wirkliche Zukunft. Jetzt sind die letzten Tage. Gott wird dieses Zeitalter beenden und Sein Werk vollbringen, Gutes zu belohnen und Böses zu bestrafen. Nur indem man nach der Wahrheit strebt und eine Veränderung der Disposition erreicht, kann man errettet werden, überleben und von Gott ins nächste Zeitalter geführt werden. Das ist die wahre Zukunft.

Später las ich von der Erfahrung von Petrus, die mir Inspiration und Motivation gab. Der Allmächtige Gott sagt: „Petrus wurde in solch günstige gesellschaftliche Verhältnisse hineingeboren – das war offensichtlich sein großes Glück. Klug und aufgeweckt, wie er war, fiel es ihm leicht, neue Ideen zu begreifen. Nach Beginn seiner Studien konnte er aus dem Gelernten problemlos Schlüsse ziehen. Seine Eltern waren stolz darauf, einen so klugen, aufgeweckten Sohn zu haben, weshalb sie alles daransetzten, seine Bildung zu unterstützen, in der Hoffnung, er würde sich profilieren und irgendein offizielles Amt in der Gesellschaft erlangen. Ohne es zu merken, hatte Petrus begonnen, sich für Gott zu interessieren. Als er so mit vierzehn Jahren die Oberschule besuchte, empfand er eine tiefe Abneigung gegen die antike griechische Kultur, von der er gerade lernte; insbesondere verabscheute er die fiktiven Figuren und erfundenen Ereignisse der antiken griechischen Geschichte. Von da an begann Petrus – der gerade in den Frühling seiner Jugend eingetreten war –, das menschliche Leben zu erforschen und sich mit der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Er fühlte sich nicht aus Gewissensgründen verpflichtet, die Mühen seiner Eltern zu vergelten, weil er klar erkannte, dass die Menschen allesamt in einem Zustand der Selbsttäuschung lebten und ein bedeutungsloses Leben führten, und dass sie alle ihr eigenes Leben im Wettstreit um Ruhm und Profit ruinierten. Seine Einsicht hatte sehr viel mit dem gesellschaftlichen Umfeld zu tun, in dem er lebte. Je mehr Wissen die Menschen besaßen, desto komplizierter wurden ihre zwischenmenschlichen Beziehungen und ihre Innenwelten, und umso leerer fühlte sich folglich der Raum an, den sie bewohnten. Unter diesen Umständen verbrachte Petrus seine Freizeit damit, überall Leute zu besuchen, wobei die Mehrheit von ihnen religiöse Persönlichkeiten waren. Er schien das vage Gefühl im Herzen zu haben, dass Religion vielleicht die verschiedenen Rätsel der menschlichen Welt erklären könnte, und so ging er oft ohne das Wissen seiner Eltern in eine Synagoge in der Nähe seines Zuhauses, um Gottesdienste zu besuchen. Es dauerte nicht lange, bis Petrus, ein herausragender Schüler und stets von gutem Charakter, anfing, es zu verabscheuen, zur Schule zu gehen. Unter der Aufsicht seiner Eltern schloss er widerwillig die Oberschule ab, woraufhin er, ans Ufer des Ozeans des Wissens geschwommen, tief durchatmete – von da an war er frei von jeglicher Bildung und Einschränkung(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Offenbarungen der Mysterien von „Worte Gottes an das gesamte Universum“, Über das Leben des Petrus). Durch die Erfahrung von Petrus sah ich, dass das Herz von Petrus aufrichtig war und er positive Dinge liebte; er begann schon in jungen Jahren, über das Leben nachzudenken. Durch seinen Umgang mit der Gesellschaft erkannte er, dass die Menschen ihr Leben für Ruhm und Gewinn lebten und dass ihr Verstand umso komplizierter und verdorbener wird, je mehr Wissen sie erwerben. Er sah auch deutlich die Finsternis und Niederträchtigkeit der Gesellschaft und erkannte, dass das Streben nach Ruhm, Gewinn und Status leer ist. Er folgte nicht dem Wunsch seiner Eltern, sich aus der Masse hervorzuheben und eine Art öffentliches Amt in der Gesellschaft zu erlangen. Stattdessen gab er entschlossen sein Studium auf, schlug den Weg des Glaubens an Gott ein und folgte später dem Herrn Jesus. In seinem Leben strebte er danach, ein Verständnis für Gott zu erlangen, suchte in allem nach Gottes Absicht und erkannte durch Gottes Worte seine eigenen Unzulänglichkeiten und Defizite. Letztendlich konnte er sich Gott bis zum Tod unterwerfen, Ihn bis zum Äußersten lieben und Gottes Billigung erlangen. Im Gegensatz dazu konnte ich die Dinge nicht durchschauen, und aufgrund meines Strebens nach Ruhm und Gewinn war ich nicht bereit, die Pflicht eines geschaffenen Wesens auszuführen, sondern begnügte mich damit, nur in meiner Freizeit zu glauben. Wenn ich so bis zum Ende weiterglaubte, wäre alles umsonst! Ich musste dem Beispiel von Petrus folgen, meine persönliche Zukunft loslassen und die Initiative ergreifen, um nach positiven Dingen zu streben. Während meiner Zeit an der Universität sah ich, dass Universitäten unter der Herrschaft der Kommunistischen Partei Chinas Zentren der atheistischen Erziehung sind. Jeder strebt nach Eitelkeit und sehnt sich nach dem Bösen, und niemand schert sich darum, ob die Studenten essen, trinken, Spaß haben oder sich prügeln. Menschen jedoch, die an Gott glauben und den rechten Weg gehen, werden verfolgt. Universitäten verbreiten auch haltlose Gerüchte, um Gott zu verurteilen und zu verleumden, wodurch die Menschen sich von Ihm abwenden und Ihn verraten. Wenn ich weiterhin die Universität besuchen würde, würde ich nur von den bösen Trends mitgerissen und immer weiter von Gott wegdriften. Letztendlich würde ich in die großen Katastrophen stürzen und vernichtet werden. Nur Gott kann den Menschen den richtigen Weg zeigen, und nur durch das Verständnis der Wahrheit kann man mehr ein menschliches Abbild ausleben. Ich war bereit, bewusst meine Pflicht auszuführen und Gott zufriedenzustellen.

Doch als ich mich wirklich dazu durchringen wollte, mein Studium aufzugeben, hatte ich immer noch einige Bedenken. Wenn ich mich dafür entscheiden würde, meine ganze Zeit meinen Pflichten zu widmen, könnte ich kein Geld mehr verdienen, um für meine Eltern zu sorgen. Meine Eltern hatten sich so sehr abgemüht, um mich aufzuziehen und meine Ausbildung zu finanzieren, und jetzt waren sie alt und ihre Gesundheit war nicht mehr so gut wie früher. Wenn sie in Zukunft krank würden, würden es meine Verhältnisse nicht zulassen, für sie zu sorgen. Ich hätte immer das Gefühl, ihnen etwas schuldig zu sein. Als die Schwester von meinem Zustand erfuhr, suchte sie einige von Gottes Worten für mich heraus. Ich las die Worte Gottes: „Ich werde stets all jene trösten, die Meine Absichten wahrnehmen, und Ich werde nicht zulassen, dass sie leiden oder zu Schaden kommen. Das Entscheidende ist jetzt, in der Lage zu sein, in Übereinstimmung mit Meinen Absichten zu handeln. Diejenigen, die dies tun, werden sicherlich Meinen Segen empfangen und unter Meinem Schutz stehen. Wer ist wirklich in der Lage, sich vollständig für Mich aufzuwenden und alles ganz und gar für Mich zu opfern? Ihr seid alle halbherzig; eure Gedanken drehen sich im Kreis, denken an deine Familie, an die äußere Welt, an Nahrung und Kleidung. Trotz der Tatsache, dass du hier vor Mir bist und Dinge für Mich tust, denkst du in deinem Herzen immer noch an deine Frau, deine Kinder und deine Eltern zu Hause. Sind sie dein Eigentum? Warum vertraust du sie nicht Meinen Händen an? Vertraust du Mir nicht? Oder liegt es daran, dass du befürchtest, dass Ich unangemessene Vorkehrungen für dich treffen werde?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 59). Diejenigen, die sich aufrichtig für Gott aufwenden, sind Ihm gegenüber treu und unterwürfig; sie führen ihre Pflicht aus, ohne an persönliche Gewinne und Verluste zu denken, und erfüllen ihre Verantwortung, um Gottes Auftrag zu vollenden. Doch als ich vor der Wahl stand, dachte ich immer an meine eigene Zukunft, meine Familie und meine Eltern. Ich war nicht in der Lage, alles, was ich hatte, wahrhaft in Gottes Hände zu legen. Tatsächlich liegt das Schicksal unserer Eltern unter Gottes Herrschaft: Wie viel Leid sie ertragen und wie viel Glück sie genießen werden, hat Gott schon vor langer Zeit vorherbestimmt. Wenn sie von Krankheit heimgesucht werden, können wir als Kinder, selbst wenn wir bei unseren Eltern bleiben oder für ihre medizinische Behandlung bezahlen, nicht an ihrer Stelle leiden und können nichts daran ändern. Nehmen wir meinen Onkel, der viele Kinder hat. Die Familien meiner Cousins und Cousinen sind relativ wohlhabend, und sie erweisen meinem Onkel gegenüber recht gute kindliche Pietät. Als mein Onkel Lungenkrebs bekam, bezahlten sie alle für seine Operation und kümmerten sich abwechselnd um ihn. Sie hatten gedacht, er würde sich nach der Operation erholen, aber unerwarteterweise verstarb er innerhalb weniger Monate. Meine Familie ist nicht wohlhabend, und meine Eltern verrichten hauptsächlich körperliche Arbeit. Sie sind jedoch noch bei guter Gesundheit und das ganze Jahr über selten krank. Ich verstand Gottes Herrschaft nicht, und mein Glaube an Gott war zu gering. Von da an war ich bereit, mich den Orchestrierungen und Anordnungen des Schöpfers zu unterwerfen und alles, was meine Eltern betraf, Gott anzuvertrauen.

Später las ich Gottes Worte und erkannte Gottes dringliche Absicht, die Menschheit zu erretten. Der Allmächtige Gott sagt: „Gott sucht diejenigen, die sich danach sehnen, dass Er erscheint, sucht diejenigen, die Seine Worte beherzigen, sucht diejenigen, die Seinen Auftrag nicht vergessen und Ihm ihre Herzen und Leiber darbringen, und sucht diejenigen, die vor Ihm so unterwürfig und widerstandslos sind wie Säuglinge. Wenn du dich Gott hingibst, ungehindert durch irgendeine Macht, dann wirst du Gottes Gunst erlangen, und Er wird dir Seinen Segen schenken. Wenn du einen hohen Status, einen großen Ruf, eine Fülle an Wissen, eine Vielzahl von Besitztümern und die Unterstützung vieler Menschen hast, und du dennoch von diesen Dingen unbelastet bleibst und trotzdem vor Gott kommst, um Seinen Ruf und Seinen Auftrag anzunehmen und zu tun, was Gott von dir verlangt, dann wird alles, was du tust, die bedeutungsvollste Sache auf Erden und das gerechteste Unterfangen der Menschheit sein(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes. Anhang 2: Gott herrscht über das Schicksal der gesamten Menschheit). Aus Gottes Worten erkannte ich, dass Gott nach Menschen sucht, die auf Seine Worte hören und sich Ihm unterwerfen können, und jene erretten will, die sich nach Seiner Erscheinung sehnen. Wenn Menschen ihren Ruf, ihren Status, ihr Geld und ihre Interessen loslassen und vor Gott kommen können, um ihre Pflicht auszuführen, wird dies von Ihm gebilligt, und es ist auch sehr bedeutungsvoll. Ich dachte darüber nach, wie Petrus Gottes Ruf gehorchte, seine Pflicht erfüllte und schließlich ein wunderbares und durchschlagendes Zeugnis ablegte, um Gottes Herz zu trösten. Auch ich sollte die Verantwortung eines geschaffenen Wesens wahrnehmen und meine Pflicht erfüllen; nur dann habe ich Gewissen und Menschlichkeit. Dass ich das Glück hatte, in der Kirche Pflichten ausführen zu können, war Gottes Gnade an mir, und ich war bereit, mein Studium aufzugeben, um meine Pflicht auszuführen.

Danach erzählte ich meinem Vater von meiner Entscheidung, und er unterstützte mich. Er sagte sogar: „Der Glaube an Gott ist der richtige Weg im Leben. Du bist jetzt erwachsen, und da du diesen Weg gewählt hast, musst du die Entschlossenheit und Ausdauer haben, weiterzugehen. Egal, welche Rückschläge oder Schwierigkeiten dir begegnen, sei nicht entmutigt. Strebe einfach immer ernsthaft nach der Wahrheit!“ Die Unterstützung meines Vaters überraschte mich ein wenig. Ich wusste, seine Gedanken und Vorstellungen waren in Gottes Händen, und ich war Gott in meinem Herzen sehr dankbar. Dadurch wurde mein Glaube, Gott zu folgen, noch stärker. Nachdem das neue Semester begonnen hatte, beantragte ich bei meiner Schule die Exmatrikulation. Mein Dozent verstand nicht, warum ich eine gute Universität aufgeben wollte, und versuchte immer wieder, es mir auszureden. Er sagte: „Du musst dir das gut überlegen. Deine Eltern haben hart gearbeitet, um dich auf die Universität zu schicken, und es war nicht einfach für dich, angenommen zu werden. Wenn du jetzt aufgibst, wirst du in Zukunft nie eine stabile Arbeit haben. Du musst Weitsicht haben und darfst nicht kurzsichtig sein!“ Als ich den Dozenten sagen hörte, ich solle Weitsicht haben, setzte mein Herz einen Schlag aus. Ich dachte: „Ja. Wenn ich diese Entscheidung treffe, werde ich nie eine angesehene Arbeit haben. Dann werde ich weder die Bewunderung anderer noch die Freuden des Fleisches haben.“ Ich erkannte, dass meine Einstellung nicht richtig war, also betete ich schnell in meinem Herzen zu Gott. In diesem Moment erinnerte ich mich deutlich an die Worte Gottes: „Mein Volk sollte jederzeit vor den listigen Plänen Satans auf der Hut sein …(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Worte Gottes an das gesamte Universum, Kapitel 3). Ich wusste, dass Gott mich damit ermahnte. Äußerlich schien es, als würde ich nur mit meinem Dozenten sprechen, aber tatsächlich verbarg sich dahinter Satans List. Satan benutzte den Dozenten, um Dinge zu sagen, die scheinbar in meinem Interesse waren, um mich in Versuchung zu führen, von Gott abzuweichen und meiner Pflicht den Rücken zu kehren. Satan ist wirklich so verachtenswert! Ich dachte auch nach: „Der Dozent sagte, ich solle nicht kurzsichtig sein, sondern Weitsicht haben; was genau bedeutet es, kurzsichtig zu sein, und was bedeutet es, Weitsicht zu haben? Wenn ich einen hohen Abschluss, eine gute Arbeit und die Bewunderung anderer anstrebe, aber meine Pflicht nicht erfüllen oder die Wahrheit nicht erlangen kann, dann werde ich, wenn Gottes Werk beendet ist, nichts gewonnen haben. Das bedeutet es, kurzsichtig zu sein. Gott zu folgen, die Pflichten eines geschaffenen Wesens zu erfüllen und nach der Wahrheit zu streben, um eine Veränderung der Disposition zu erreichen und von Gott errettet zu werden – das ist die richtige Wahl, und das ist wahre Weitsicht.“ Dann antwortete ich entschlossen: „Meine Entscheidung, das Studium abzubrechen, war keine Entscheidung aus einer Laune heraus. Ich habe lange darüber nachgedacht und werde es nicht bereuen!“ Der Dozent sah, dass er mich nicht überzeugen konnte, und schüttelte hilflos den Kopf. Er bearbeitete meinen Antrag auf Exmatrikulation. In dem Moment, als ich den Campus verließ, war ich sehr froh und erleichtert, da ich bei der Teilnahme an Versammlungen oder der Ausführung meiner Pflicht nicht mehr von meinen Dozenten oder Kommilitonen eingeschränkt sein würde! Es fühlte sich an, als sei eine schwere Last von meinen Schultern gefallen. Ich fühlte mich wie ein Vogel, der aus einem Käfig entkommt und in die Weite des blauen Himmels zurückkehrt.

Danach investierte ich meine ganze Zeit in meine Pflichten. Gemeinsam mit meinen Brüdern und Schwestern nahm ich jeden Tag an Versammlungen teil und führte meine Pflicht aus, wobei ich ein tiefes Gefühl der inneren Ruhe und des Friedens empfand. Bei der Ausführung meiner Pflicht offenbarte ich viele verdorbene Dispositionen. Zum Beispiel war ich bei der Ausführung meiner Pflicht auf schnelle Erfolge aus, war oberflächlich und frönte den fleischlichen Bequemlichkeiten; ich erfuhr auch ein gewisses Maß an Zurechtstutzen, Züchtigung und Disziplin. Ich erlangte ein gewisses Verständnis für meine verdorbenen Dispositionen und erreichte einige Veränderungen. Diese Gewinne hätte ich während meines Studiums an der Universität nicht erzielen können. Ich danke Gott, dass Er mich aus dem Sumpf des Strebens nach Ruhm und Gewinn gezogen und mich auf den richtigen Weg im Leben geführt hat!

Zurück:  65. Endlich heiße ich die Wiederkunft des Herrn willkommen

Weiter:  67. Beim Ausführen der Pflicht kommt es entscheidend auf die richtigen Absichten an

Verwandte Inhalte

Einstellungen

  • Text
  • Themen

Volltöne

Themen

Schriftart

Schriftgröße

Zeilenabstand

Zeilenabstand

Seitenbreite

Inhaltsverzeichnis

Suchen

  • Diesen Text durchsuchen
  • Dieses Buch durchsuchen

Connect with us on Messenger